1908 / 275 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

sekretär ist allerdin t E a8 der Ansiht, daß, au wenn diese Mehrbelastung tinträte, die deutsche Volkswirtichaft a ht shleMter gestellt sei als 1879.

(Sthluß des Blattes.)

Das heutigen (9.) Sine: welcher der Minister für Handel und ewerbe Delbrü> beiwohnte, auf Antrag der Abgg. (bers (Zentr.) und Genossen ohne Debatte, die N «Perung zu ersuchen, das bei dem Landgericht in“ Essen webende Strafverfahren wegen Beleidigung gegen en Abg. Jmbusch (Zentr.) für die Dauer der Session einzu- siellen, und seßte darauf die Besprechung der Jnterpellation s Zentrums, betreffend das Grubenunglü> auf der

Zehe „Radbod bei Hamm, fort.

Zunächst nahm n Minister für Handel und Gewerbe Delbrü das Wort, dessen Rede in der nächsten Nummer d. Bl. im Wortlaut wiedergegeben werden wird. An der weiteren Debatte beteiligten sich bis zum Schluß des Blaites Q Abgg. Korfanty (Pole), Dr. Pachni>ke (freis. Vgg.),

tinert (Soz.) und Brust (Zentr.).

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Statistik und Volkswirtschaft.

Deutscher Außenhandel im Oktober und in den 10 S Januar bis Oktober 1908. b Nah dem Oktoberhest der vom Kaiserlichen Statistischen Amt eraugegebenen „Monatlihen Nachweise über den auswärtigen Handel Dèutshlands* beirug die Einfuhr im Oktober 1908 d 709 090 t verschiedene Waren, 9303 Pferde usw., 124 Sto> Bienen, 93 Fahr- jeuge und 159 532 Uhren. Gegen den Oktober des Vorjahres hat fe Einfuhr erheblich nachgelassen, besonders die Einfuhr von Brenn- Ee unedlen Metallen und darunter namentli die Einfuhr von ilen. Chemische usw. Erzeagnisse nahmen beträhili zu. L V Die Ausfuhr im Oktober belief sich auf 4124434 & verschiedene aren, 599 Pferde usw., 502 Sto> Bienen, 125 Fahrzeuge und 718 Uhren. Gegen den Oktober des Vorjahrs zeigt si eine Zu- sgime der Ausfuhr, namentli< bei Erzeuanifsen der Ländwirt- uit usw., mineralishen und fossilen Rohstoffen mit Ausnahme der tje, bei <emis<en Erzeugnifsen, unedlen Metallen, besonders Eisen. : ie Gesamteinfuhr in den zehn Monaten Januar bis tober d. J. betrug 50360910 t verschiedene Waren gegen 24880 854 t in der gleichen Zeit des Vorjahres, 109 717 gegen 117 822 Pferde usw., 4622 gegen 5693 Sto> Bienen, 1058 gegen Fahrzeuge und 1181235 gegen 1425 138 Uhren, die gleih- leitige Gesamtausfuhr 37 982 708 gegen 37 076 092 t, 5058 gegen 383 Pferde usw., 1392 gegen 1028 Stc> Bienen, 1196 gegen 1378 Fahrzeuge und 322 138 gegen 362 172 Uhren. 6 von den 19 [rifab|<nitten erfuhren eine Verstärkung der Einfuhr, 12 eine Be- “Grose A braSten in der Einfuhr: Erzeugnisse der Land- Virishaft usw., mineralishe und fossile Rohstoffe, Spinnstoffe ünd Varen daraus, Papier usw., Steinwaren, Tonwaren, unedle Metalle Und Waren daraus, hierunter besonders Cisen, ferner Mashinen. , Die Jufu r <emis<er Erzeugnisse wuhs. In der Ausfuhr zetgt s< ne Verstärkung besonders bei Erzeugnissen der Landwirtschaft usw., Papter usw, Stein-, Tonwaren, unedlen Metallen E Eisen), Flas inen. Chemische usw. - Erzeugnisse, Spinn toffe und Waren taus zeigen gegen das Vorjahr beträhtlichere Ausfälle.

Zur Arbeiterbewegung.

E Ausstand bei der Dresdener Paketfahrt ist, wle der

»Vof. Ztg.“ telegraphiert wird, been det. (Val. Nr. 274 d. Bl.)

Kunst und Wissenschaft.

- Das Közönigliwe Institut für Meereskunde, Georgen- f raße 34—36, al er in der kommenden Woche, Abends 8 Uhr, olgende fentliche, Herren und Damen zugänglije Vorträge: v Montag spricht der Kustos Bas in-Berlin über: „Vecteilung on Wasser und Land auf der Erdkugel*. (Mit Lichtbildern). Am

lenstag der Dr. Hartmeyer-Berlin über: „Die Tortugas- juseln im Golf von Hrerito und ihre Meereslierwelt“. (Mit Licht- ildern,) Einlaßkarten sind von 12 bis 2 Uhr Mittags und an den G. ctrag8abenben selbst von 6 Uhr ab zum Preise von 25 S in der

e[<äftsstelle des Instituts zu haben.

Im Kun rbemuseum wird ein von Fräulein Luise Hamkens d erer is S<(ulwebestuhl ausgestellt M vorgeführt. Er will der Hausarbeit der Frauen, zuglei< für \ tberei, Gobelinwirkzrei und Knüpfarbeit, dienen und läßt si wegen ger einfaen Konstruktion au< in den Handarbeitsbetrieb von vdhenschulen einführen; je na< Bedarf kann er zur Hochiveberei ger tur Flahweberei verwendet werden. Mit den Stühlen ift eine S verschiedener Gewebe und Teppiche A die auf dem

tuble her estellt find, teils in geshma>voller Anlehnung an ältere

‘vordshlesw ase Muster, teils na< einfahen und gediegenen Gnt-

'2 pen beutiger Künsller und Künstlerinnen. Die Ausftellung wird is 3 Woden dauern. :

Literatur.

Die Städ nung von 1908 und die Stadt Berlin. Festidrift zur urtorliäbrigon Gedenkfeier der Einführung der Sie Uung, im Auftrage des Magistrats herausgegeben von Dr. ras n Stadtarhivar. Mit 6 Vollbildern und 2 Plänen. 1X s 4 S: der 3 von Julius Springer, Berlin, In der Literatur au eit der Entstehung der vreußishen Städteordnung vom November 1868 finden feine Anhaltspunkte dafür, nas damals bei den Bürgershaften der Städte das Verlangen der fz einer wirksameren Beteiligung an der Verwaltung Tis adtishen Angelegenheiten rege geworden fel und ebenso bat man Autegot aus den Akten der Städte und der Regierungen nichts über mug 0e in diesem Sinne ermitteln können. Wie man annehmen was ging der Gedanke, den Bürgern größeren Einfluß auf die Ver- seinen ¡u verschaffen, allein von dem Freiherrn vom Stein aus, und ädt emühungen ist es zu verdanken, wenn dieser Einfluß in der tin ordnung gefeblih festgelegt wurde. Das Ziel Steins war eigentlich gemeine Reform der Staats-, Provinztal- und Gemeindeverfassung, neu ie so viel wie mögli< Männer aus bürgerlißen Berufen den z ê bildenden Behörden zur Mitarbeit betgeordnet werden follten. balt Fend er diefes Ziel verfolgte, gab ihm aber bei seinem Aufent- Verfa Könfgtberg 1808 die veraltete, fehr umftändlih aufgebaute den Diens der Stadt, die in der verhängnisvollen Zeit des Kri:g3 destaitnit versagte, Veranlassung, daß er ganz besonders auf ‘die Neu- Und sie der Verfassung der Stadtgemeinden sein Augenmerk riditete Veber «abhängig von den übrigen Reformplänen auszuführen suchte. Arbeit de Enistehung der Städteordnung liegen bereits die bekannten reform on E. von Meier in seinem Werke über die „Verwaltungs- gftben Ster Stein und Hardenberg“ und von Max Lehmann im agi eins“ bor. uste strats wird no<mals beleuchtet, wie der Entwurf zu dem Gesetze Gde kam, und sein weiteres Schi>sal verfolgt. In Berlin brachte 41808 ¡Belebung der Stadt dur die Franzosen von 1806 bis zit E si, daß man bet der Einführung der Städteordnung nicht bobun Faktoren zu renen hatte, denen verfassungsmäßia die Hand- ber 4 der städtisWea Verwaltung {on aus dem 18. Jahrhundert a wie - dies in -den anderen Städten der Fall ndern es lag Hier elne neue, eigenartige Drganisation

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aus der Abgeordneten beshloß in der.

In der eingangs genannten Festschrift des -

vor: Napoleon hatte in der Nesidenz das Komitee administraliv an die Spize des Gemeinwesens gestellt, das die bisher bet der slädtishen Verwaltung beteiligten Behörden, Polizei direktorium, Gouvernement und Magistrat ¿u erseßen bestimmt war. Es bestand aus Männern, die dur< die Bürgerschaft ewählt waren, Mitgliedern des bisherigen Magistrats und höheren Staatsbeamten. Den Vertretern der Bürgerschaft sollte dabei die Oberleitung zufallen, in Wirklichkeit aber hatten sie die Staatsbeamten und trugen die Ver- antwortung. Wenn nun die nah den Vorschriften der Städteordnung neu zu bildenden Körperschaften die Verwaltung der s\tädtishen An- gelegenheiten erhalten sollten, so mußte si zuvor das Komitee auflösen. Alle diese Vorgänge, die Entstehuna des Komitees, seine Leistungen und der Uebergang in die neue Verfassung werden vom Verfasser der Festschrift ausführlich geschildert. Sobald das Komitee seine Tätigkeit eingestellt hatte und Magistrat und Stadtverordnete der Städte- ordnung gemäß als die neuen städtishen Organe eingeseßt waren, nahm der Staat alsbald wieder die Verwaltung der öffentlihen Einrichtungen, die er vor dem Kriege in seiner Obhut gehabt hatte, für s< in Anspyru<h. Dem Magistrat und den Stadtverordnéten fiel zunächst hauptsählih nur zu, die Kriegsshulden zu regeln und Geld herbetzuschaffen, zumal da die Rückkehr der Franzosen und die Freiheitskriege neue Opfer forderten. Wie si dann im weiteren Verlaufe das Verhältnis zwis<hen Staat und Stadtgemeinde gestaltete, "wird vom Verfasser sehr eingehend dargelegt. Nach und nah, in großen Zwischenräumen unter lang- wierigen Verhandlungen und Abre<nungen überließ der Staat die städtischen Einrichtungen den Stadtbehörden. Während er seine Mitwirkung dabei cinsBränkte, gewann die Selbftverwaltung immer mehr Boden; man erkannte dabei zuglei, daß sie niht nur die Tätig- keit der Bürgerschaft, sondern au< Opfer von thr verlangte. Seit undenklicher Beit hatte der Staat alle Lasten für die öffentlihen Ein- richtungen der Residenz getragen und für ihre Wohlfahrt fast allein gesorgt, man hatte si< an den Gedanken gewöhnt, daß dies eine Pflicht des Staates gewesen sei; allmäbli<h aber bildete si< nun die Ueberzeugung, daß diese Fürsorge vielmehr in erster Linie den städtishen Körperschaften zukomme, und daß damit au< dem Gedeihen der Stadt am besten gedient fei. Es währte bis in die se{ziger Jahre des vorigen Jahrhunderts, bis jene Entwi>lung abgeshloffen war. Zu dieser Zeit hatte {on ein erfolgreider Wettbewerb der Stadtgemeinde mit dem Staate für eine der Neuzeit entsprehende Au3gestaltung der öffentlihen Einrihtungen stattgefunden, und von da ab findet man au<h_ die wichtigsten Zweige der ftädtishen Verwaltung den Stadt- bebörden anvertraut, oder es stand do< nahe bevor, daß sie ihnen überlassen würden. Bei diesem Zeitpunkte, nachdem die Gegensäße zwischen Regierung und Stadt in der Hauptsache über- wunden waren und man die großen Vorteile einer Verwaltung nah den Grundsäßen -der Städteordnung sowie das Wesen der Selbst- verwaltung voll erkannt haite, briht die Darstellung in der interessanten Festshrift des Magistrats ab. Ihr Wert wird no< erhöht dur< die Beisügung von zwei Plänen und se<s Vollbildern. Der erste Plan zeigt die Weichbildgrenze der Stadt vor der Einführung der Städteordnung, sowie die dänn infolge ihrer Einführung neugebildete und die jezige Grenze. Die genauere Feststellung des Weichbildes der Stadt in der Zeit vor 1898 if au< insofern von Nußen, als es den Geltungsbereih der Berliner Bauobservanzen darstellt. Nach gerihtli<hen Entscheidungen gelten die Observanzen in den Gebieten, bie zur Zeit der Cinführung des Landrehts 1794 zum Stadt- bezirke gehörten. 1794 war ‘aber die Umgrenzung die gleiche wie 1808. Der zweite Plan gibt ein topozraphishes Bild der Stadt und der nächsten Umgebung zur Zeit der Einführung der Städteordnung, womit veranshauli<ht wird, wie weit der bewohnte Teil und die Gärten \si< ausdehnten, was no< an Ader, Wiesen und Wald auf den Flächen vorhanden war, wo heute mit Wohnhäusern voll befeßte Stadtbezirke find. Von den se<s Vollbildern {tellt das erste die Feterlihkeit in der Nikolaikirche zur Einführung der Städteordnung am 6. Juli 1809 na< einem in den Diensträumen der Stadtverordnetenversammlung befindlichen Aquarell von Calau und Laurens dar, das zweite das Berlinische Rathaus na< einer Lithographie von Lütke, der einzigen vor- handenen Abbildung des Nathauses aus der Zeit vor 1808, das dritte das Köllnishe Rathaus, das von 1822 ab fast 50 Jahre lang der a, der Stadtverordneten- versammlung war. Ferner it die Festschrift mit der Reproduktion eines Kupferstihs nah einem von Rinklake in Münster 1802 gemalten Porträt des Freiherrn vom Stein sowie mit Bildnifsen (Gravüren) des ersten Berliner Oberbürgermeisters Leopold von Gerla<h und des ersten Stadiverordnetenvorstehers I. P. Humbert na< den im Donatorensaale des Nathauses befindlichen Originalen ausgestattet.

Technik.

Der Architektenverein in Berlin veranstaltet am Montag in seinem Vereinshause für fein im Frübjabr d. I. verstorbenes Mit- glied, Oberbaurat Professor Cari Schäfer in Karlsruhe eine Gedenkfeier, bei der der Baurat Ludwig Dihm die Gedächtnisrede halten wird. Ginlaßkarten zu dieser Feier, an der au< Damen teil- nehmen können, werden Wilhelmstraße 92/92, kostenlos abgegeben.

Jagd.

Dienstag, den 24. d. M., findet Königliche Parforce- jagd statt. Stelldihein: Mittags 12 Uhr 30 Minuten am Franzerbusch. s

Theater und Musik.

Neues Schauspielhaus.

Marx Halbes Komödie in vier Akten „Blaue Berge“, die gestern im Neuen Schausptelhause zum ersten Male aüfgeführt wurde, vermo<te nux matten Beifall zu erringen, der zuleßt au<h nicht unwidersprochen blieb. Der Gedanke, der dem Stück die Grund- stimmung und den Titel gibt, nämlih däß die blauen Berge der Sebnsuht dem schafenden Künstler ewig “unerreihbar fern bleiben, wird dur< den Werdegang eines Bildes \ymbolisiert, an dem der Maler Mühlenbruh arbeitet. Das Bild will nit geraten, weil dem Künstler im grauen Einerlei des Alltags der Zungbrunnen einer großen Leidenschaft fehlt, Mit Sorge sieht das die kluge und verständige Frau Mühlenbru<s, die ihm bisher au a!s Modell diente, und sie läßt es darum ruhig gesehen, daß eine andere fi< zwis<hen sie und den Gatten drängt, die {<öne Säns gerin Marianne Jordan. In ihr glaubt Mühlenbru<h die Ideal- gestalt für die weiblihe Figur feines Gemäldes gefunden zu haben, in ihr auch die Flamme, an der seine Leidenschaft aufs neue erglühen könnte. Yber Marianne, die für Milliardäre käuflihe Schönheit, versagt sich dem Künstler, obwobl sie ihn liebt, um \i< und ihm die Sehnsucht zu erhalten, die für beider Kunsischaffen unerläßlih sei. So gibt es zum Sluß ein Auseinandergehen und die reuige Nü>kehr Mühlen- bru<s in die Arme feiner treuen Gattin. Um diesen Kern der Handlung, die sh vielleicht in einem einzigen starken Akt abspielen könnte, hat Halbe einen wahren Wust von Nebendingen angehäuft, die nur stören verwirren“ und" von der Hauptsahe ablenken. Da wird ein operettenhafter Milliardär eingeführt, welher in dem Bade- orte, der den Shauplaß des“ Borgangs bildet, nur um einer Laune willen ein märGenhaftes S<loß und ein Neform- theater errichten will. Ja seinem Gefolge b:findet ih ein Aefthet neuester Richtung, der scine Ideen über, Na>tkultur u. a. mit Hilfe des Nabob3 zu verwirklichen hofft. Im Gegensaß zu lezterem steht et: streberhafter Stadtverot1dnetenvorsteher und Oberlehrer, der Gelder it cinen Kirchenbau fammelt, Dann ist no< ein alter bäueris>er Onkel Mühlenbruhs zu nennen, der alles dur<s{<aut und alles weiß - und immer im reten AugenbliX in die Handlung eingreift; mit Hilfe einer jener Theaterkriminalkommissare, die tet auf falscher Fährte sind, läßt er den Milliardär als Hochstapler

im Sekretariat des Architektenvereins,

verhaften und hintertreibt ein nä<htliGes Stelldidßein Mühlenbru<hs" mit. Marianne Jordan. D Tant N Possenhaftes und Phantastis<hes in wuhernder Fülle um den {<wa<hen Stamm des Stü>kes, an dessen Ernst man zuleßt ni<t mehr glauben kann; und dle paar s{<önen Gedanken und wigigen satl- rischen Einfälle, die es birgt, nehmen si< in solher Umgebung re<t sonderbar und kümmerlih aus. Die Darsteller hatten keine leichten Aufgaben. Aus dem im Grunde re<t uninteressanten Maler konnte D Christians beim besten Willen nit viel machen, und Fräulein

altegg mußte si{< als Marianne Jordan im wesentlihen darauf beshränken, {ön und elegant auszusehen. Am meisten überzeuaten Frau Arnold als sympathishe und kluge Künstlerfrau und Ernst Arndt als diskreter Darsteller des Onkels Wer>khagen. Auch die Herren Kaiser-Tiß, Rehba<, Borée, Kleinke u. a. gaben sih um ihre Rollen alle Mühe.

Kleines Theater.

Ludwig Thomas Komödie „Moral * erzielte gestern abend im Kleinen Theater einen starken Heiterkeitserfolg. Der Verfasser konnte in dem Stü seiner starken satiris<hen Begabung mit Behagen die Zügel {ießen lassen. Daß ganze Gesellshaftsklafen dabei eine re<t einseitige und darum ungere<te Behandlung erfuhren, störte den Dichter durchaus nit; ihn freuten die blendenden Schlaglichter, mit denen er menshli<he Shwächen dur<hleuhtete. Die Sittlichkeits- bestrebungen hatten es ihm angetan; er hielt sie für einen gedeihlien Boden, um seine derben Spott- und Oppositionsgelüste darauf wuchern zu lassen. Der Dichter hat durhaus die Berechtigung, Heuchler, die ohne innerliche Ueberzeugung äußerli<h Moral predigen, vor das Forum der Lächerlichkeit zu ziehen; nur durfte er seinem zerseßenden Spott nicht einen tendenziôsen Charakter geben. Außerdem maten des Ver- fassers eigene sittlihe Anschauungen, wenigstens soweit sie dur eine alte ges<wäßtige Dame und einen weisen Justizrat vertreten werden, zum mindesten re<t \tußig. Ueber jede mens<hlihe Ver- fehlung nur mit Behagen lachen, kann zuweilen der Ausfluß erhabener Weisheit sein, gegebenenfalls aber au< ein Beweis lästiger Bequem- lihkeit. Jedenfalls ist dem Dichter die Verteidigung seiner humor- vollen Ansicht von der sittliGen Wirkung öffentliher Tugendverächter ziemli mißlungen; in solhen Augenbli>ken merkte uan die Risse und Sprünge im Aufbau der Komödie. Einen Lichtpunkt gibt es jedoh noch, abgejehen von der allgemeinen Erheiterung, tn Thomas Komödie: er glaubt an edle Frauen in der guten Gefells<aft, wenn au< die Männer darin durhgängig s{<le<t weakommen. Einen großen Anteil an dem starken Erfolg des Abends gebührt der glänzenden Darstellung. Die Herren Ma1x, Adalbert, Rottmann, Klein-Rhoden, Ziegel arbeiteten Figuren voll padender Natürlichkeit heraus. Die wenigen episodis< hervortretenden Frauenrollen waren mit den Damen Grüning, Steimann und Klein gut beseßt.

In der im Königlihen Opernhause morgen statt- findenden Aufführung von „Aida“ sind die Damen Save Goeße, Urbanska, Kiershner “und Parbs fowte die Herren Maclennan, Knüpfer, Bronsgeest, Griswold Und Dahn beschäftigt. Musikalis<h leitet der Kapellmeister Ble< das Werk. Am Montag wird „Lohengrin“ in folgender Beseßung gegeben: Lobengrin: Herr Irn; Telramund: - Herr Hoffmann; König Heinrich: Par Griswold; Heerrüfer: Herr Bahmann; a: Fräulein Fabry; Ortrud: Fräulein Dbêr: Die musikalische Leitung hat der Kapell- mee a SbnigliWen Sühausptelhause wirb or

niglihen ausptelhause wird morgen S@hiller „Maria Stuart“, “mit Frau Willig in der Titelrolle auf, H Im übrigen lautet die S UrO Elisabeth: Frau Poppe; Leicester: Herr Sommerstorff ; hrerwsbury: Herr Nesper; Burleigh: Herr Kraußne>,; Kent: Herr Arndt; Davison : Herr Werra; Paulet: Herr Molenar; Mortimer: Herr Geisendörfer; Melvil: Herr Eggeling; Kennedy: Fräulein von Arnauld. Am Montag wird Shakesyeares „Macbeth“, mit Herrn Molenar in der Titelrolle, den Herren Vollmer, Nesper, Staegemann, Pohl, Kraußne> und den Damen Poppe, Lindner, von Mayburg und von Arnauld in den übrigen Hauptrollen, gegeben,

Im Berliner Theater wird morgen sowie am Dienstag, Donnerstag, Sonnabend und nähsten Sonntagabend „Herodes und Mariamne“ gegeben. Am Montag sowie am Mittwoch und Freitag gebt ‘Der: Veilchenfresser“ in Sjene. Am Sonntag, den 29, d. M., Nachmittags, findet eine Aufführung von Grillparzers „Der Traum “n Sin Deutshen Theater witd M

euts<hen eater wir ontag, Dienstag, Freitag, Sonnabend und Sonntag, den 29. L M. S ERZOS Krähwinke[“ wiederholt, Morgen wird „König Lear* und Donnerstag „Der Kaufmann von Venedig* gegeben. In den Kammerspytelen des Deutschen Theaters ist Shaws Komödie „Der Arzt am Scheide- wege“ für morgen sowie für Dienstag, Mittwoch, Freitag und: nächsten Sonntag angeseßt. Goethes „Clavigo“ steht sür Donnerstag auf dem Spielplan. Am Montag und Sonnabend wird Wedekinds Kindertragödie „Frühlings-Erwachen“ gespielt. :

Im Neuen Schauspielhause wird morgen fowie arm Montag, Mittwo< und Sonnabend „Julius Cäsar“ aufs geführt, Dienstag, Donnerstag, Freitag und nä<hsten Sonntag «Faust f Teil). Der Direktor Halm hat ein drei- aktiges Lustspiel „Die Sünde“ von Max Bernstein erworben, das zu Weihnachten scine Uraufführung ezleben wird. Vorher, in der ersten Q des Dezember, geht no< Sardous satiris<e Komödie „Rabagas“ n Szene.

Das Lessingtheater hat für nähste Woche folgenden Spi plan aufgestellt: morgen abend, Dienstag und A ree Kramer“ ; Montag: „Der Raub der Sabinerinnen“; Mittwoch : „Nora“ ; Freitag: „Rosmersholm“. Am Sonnabend geht Henrik Ibsens Schauspiel „Baumeister Solneß“ zum ersten Male in Szene und wird am näßhstfolgenden Sonntagabend wiederholt. Als Nach- mittagévorstellung ist für nächstfolgenden Sonntag das Schauspiel "Ven SGU E ter 0. (Wall

m ertheater O. (Wallnertheater) wird morge eKabale und Liebe*, ‘Montag, Dienstag, Freitan und Soil „Der s{<warze Kavalier“ gegeben. Am Mittwoh wird „Die Zwillingss{hwester“, Donnerstag „Das Opferlamm“ wiederholt. Für nächsten Sonntag ist Nachmittags „Der rote Leutnant“, Abends "Des S hle E Charlottenb

a ertheater Charlottenburg bringt den „Grafen von Chärolais*, Montag, Dönneratän d Sr E „Die Zwillings\{wester“. Dienstag und Freitag geht der „Familien- tag“, Mittwoch „Die Braut von Messina*®, nähsten Sönntagnachmitta „Göß von Berlichingen", Abends „Der \{<warze Kavalier* in Sée Im Bürgersaale des Berlinischen Rathauses wird morgen abend zum ersten Male ein „Theodor Körner-Abend“ s nre 9 net E Charlottenburg wird motgen: ai, r, das vierte diesjährige Sonntagskonzert ver-

Im Theater des Westens wird tägli

Operette „Der fidele Bauer“ gegeben. G die Leo Falle wird Nachmittags das Kindermärhen -Dornrbög: S

Für die Partie der „Zaza“ in N. Oper, die am nächsten Freitag, den A E ae 2 G unanger Often Vbin Dostbrater i aufgeführt wird, ist Fräulein Eva von tee : P oeben n Dresden vom! Direktor Gregor gewonnen

Im Neuen Theater beherrschen in W u t Ï und „Wabhrheit* den Sptelylan. Am So nr e

am Montag, Mitiwo s Donnerstag und Sie May Fed «Baccara E

Im Lust\spyi Tagen näher oie wiede Neuheit „Madame Flirt* an allen Im Friedri

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