1908 / 275 p. 16 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

Kommissar gema<t worden waren und die auf ganz natürlihe Weise {hon am Nahmittag des Freitag zu meiner Kenntnis gelangt waren. Der Abg. Leinert hat also keinen Grund, die Richtigkeit meiner An- gaben in Zweifel zu ziehen.

Ferner tut der Abg. Leinert so, als wenn die Bergbehörden darauf beda<ht wären, die Vorgänge, die sh bei Gelegenheit dieses Unglüd>sfalls zugetragen haben, zu verschleiern. Er sagt: die Berg- behörde durfte diese Untersuhung gar nicht führen, weil sie befangen war. Ih mache darauf aufmerksam, meine Herren, daß allerdings die Voruntersuhung seitens der bergpolizeilihen Behörden zu führen ist, meines Erachtens au unbedenklih von ihr gesührt werden kann, - weil wir tatsä<li< ni<t an dem Falle interessiert sind. Dagegen

aber ist die Staatsanwaltschaft auf Grund des $ 158 der Straf- prozeßordnung jederzeit in der Lage, sobald sie dur< eine Anzeige oder auf anderm Wege von dem Verdachte einer strafbaren Handlung Kenntnis erhält, si behufs ihrer Entschließung darüber, ob die An- klage zu erheben sel, über den Sachverhalti selbständig zu informieren. Der Staatsanwalt ist also in der Lage, ohne Rü>siht auf die Tätigkeit der Bergbehörde, wenn es für notwendig erahtet wird, ‘einerseits die erforderli<hen Ermittlungen anzustellen.

Fernerhin ist meine Angabe hinsichtli<h der Beeidigung einzelner Zeugen bemängelt worden. J< mathe darauf aufmerksam, daß {ih da allerdings eine Ungenauigkeit in mein Konzept einges<lihen hat. Es ist hier gesagt: der betreffende Zeuge ist dur< die Staatsanwalt- {aft eidli<h hierüber vernommen worden. (Zuruf bei den Sozial- demokraten: Na also!) Meine Herren, damit hat es folgende Be- wandtnis: Die Bergpolizeibehörde is niht in der Lage, Zeugen eidlih zu vernehmen, au< der Staatsanwalt nit, wohl aber das Geriht auf Antrag des Staatsanwalts, und ih habe infolgedessen die Gepflogenheit, in allen Fällen, wo mir an einer schnellen und zweifelsfreien Feststellung des Tatbestandes liegt, die Staatsanwalt- {haft unter Mitteilung des Sachverhalts zu ersuchen, die eidlihe Vernehmung der betreffenden Zeugen herbeizuführen. So klärt ih die Sade auf. Das, was ih getan habe, beweist, wie sehr es mir am Herzen liegt, ras< und unter allen Umständen klare Fesistellungen über die Vorkommnisse zu gewinnen, die uns heute hier beschäftigt haben.

Ich möchte no<h an eins erinnern, was dem Herrn Abg. Leinert nicht bekannt ift, wohl aber anderen Mitgliedern dieses hohen Hauses, die {hon früher hier gewesen sind. Jh habe in den Fällen, wo die Bergverwaltung mit ihren Betrieben beteiligt war, stets am ersten Tage den Staatsanwalt gebeten: bitte, übernimm du die Untersuhung, vereidige alle Zeugen, deren du irgendwie habhaft werden kannst, da- mit au< nur der Verdacht vermkeden wird, als wenn die fiskalische Verwaltung in ihrem Interesse die Untersuhung unrichtig geführt hätte. (Hört, hört!) IJ< darf vielleiht darauf aufmerksam machen, daß ih aus Anlaß der Bestehungen, die im Saarrevier vorgekommen find, darauf verzichtet habe, gegen irgendeinen der beteiligten Beamten im Disziplinarberfahren vorzugehen, weil ih im Vorverfahren zum Disziplinarverfahren die Zeugen nur uneidli<h hätte vernehmen lassen können; weil ih befürchtete, daß das zu ciner Verdunklung des Tat- bestandes sühren konnte, haben: die Bergbehörden mit meinem Ein- verständnis darauf verzichtet, überhaupt irgendwelhe ‘Ermittlungen anzustellen, fondern die Sache ist direkt an die Staatsanwaltschaft ab- gegeben worden, eine Behörde, die mit der Bergverwaltung überhaupt nicht zusammenhängt, und deren Unbefangenheit hier zu bezweifeln gewiß Eine Veranlassung vorliegt. Meine Herren, ih sage das hier nur no<- mals, damit Sie sehen, wie sorgfältig ih bestrebt bin, zu klaren unkbe- ftriitenen Feststellungen zu kommen.

Meine Herren, nun komme ih mit einer Bitte an den Abg. Leinert (Unruhe). Herr Leinert hat hier eine Reihe von s{<weren Beschuldigungen gegen die Zehen und gegen meine Verwaltung aus- gesprochen. Herr Leinert hat eine ganze Reihe von Aussagen von Bergleuten über die Zustände auf der Zehe und die vermeintliche Ursache des Unglü>sfalles hier bekannt gegeben, ohne die Zeugen zu benennen. Ich sehe es als selbstversländlih an, daß Herr Leinert bereit sein wird, mir diese Zeugen zu benennen, denn nur so bin ih in der Lage, ihre Vernehmung, und zwar ihre eidlihe Vernehmung herbeizuführen. (Bravo! re<ts.) Wenn der Abg. Leinert mir die Namen dieser Zeugen nicht bekannt macht, dann bin i< niht \{<uld, wenn die Ursachen des Unglü>ks3 nicht aufgeklärf werden, sondern dann tragen diejenigen die Schuld, die die Oeffentlichteit dur< alle mög- lien Behauptungen beunruhigen, (sehr rihtig! re<ts) und niht den Mut haben, mit ihrem Namen und unter dem Eide für ihre Bes bauptungen einzutreten. (Lebhaftes Bravo rechts.)

Abg. S<hulze-Pelkum (kons.): Als Vertreter des Wahlkreises Hamm bin i< Zeuge des jähen Schre>kens gewesen, der si< aller Kreise der Bevölkerung bemächtigte, i< habe das Jammern der Hinterbliebenen gesehen, aber au< das Mitleid und das Mitgefühl mit den armen Opfern. Es ist ganz natürli, daß eine ganze Reihe von Fragen aufgetauht ist, und ih freue mich, daß wir heute hon Gelegenheit haben, uns darüber zu unterhalten, und die Erklärung des Ministers vernommen haben. Die Er- regung weiter Kreise der Bevölkerung ist Can erhebli< steigert worden durch das Treiben der Lokal- und General- anzeigerpresse, die man besser als Skandalpresse bezeihnete. Sie ift aber no< übertroffen worten dur die \oztaldemokratis<he Presse, die angeblih keine verheßende gewesen sein soll. Wir auf der Rechten sind der Ansicht gewesen, daß angesichts einer so \{<weren Katastrophe jede Parteipolitik zu s{<weigen habe. Aber die _sozialdemokratische ortmunder Zeitung hat einen Artikel überschrieben : „Massenmörderkapitalismus“, ehe no< die Mög- li(hkeit eines Urteils über die Ursachen des Unglüdks vorliegen konnte. Es wird în dem Artikel ausgeführt, daß diese Opfer nit umsonst gefallen seten, und daß fie Gericht werden sollen ; es wird dann weiter zum Kampfe gegen den blut- und s{<ma<bede>ten Kapitalismus auf- gefordert und auf die Zeit hingewiesen, wo in allen Herzen nur das Interesse des Gemeinwobls herrshen wird. Das nenne i< heßen. (Wider]pruh bei den Sozialdemokrater.) Nennen Ste das nicht so? Sie müßten do< au< einmal erst beweisen, daß im fozialdemokratis<hen Zukunstsstaat Bergwerksunglü>ke niht mehr vor- fommen werden. n einer anderen sozialdemokratis<hen Zeitung heißt es, daß ein ausreihendèr Arbeitershut wichtiger sei als die zu- fammengeschnorrten Bettelpfennige. (Zuruf bei den Sozialdemokraten : Sehr richtig !) Rufen Sie do nicht: Sehr richtig! Sie stellen f ja dadurch selbst auf dieses niedrige Niveau. (Oho!-Rufe.) (Alle weiteren aus dem Artikel verlesenen Säße, die darauf hinausgehen, daß die Gelder der Sammlungen für die verunglü>ten Bergarbeiter aus den Knochen der Arbeiter herausgeholt seten, begleitet der sozial-

ge-

demokratische Abg. Hoffmann mit dem Rufe: Sehr wahr!) Wenn irgend etwas erfreulih war in diesen {weren Tagen, #o war es die Teilnahme für die Hinterbliebenen, und da

machen Sie (zu den Sozialdemokraten) solhe Zurufe. Die roten Kranzschleifen auf den Kränzen für die Hinterbliebenen zeigten folgende Inschriften: „Den Opfern der kapitalistishen Profitgier!

Wie der Löwe das Rind . .… .“ (Abg. Hoffmann ruft: Ist ja ein Bibelspru<h! Große Heiterkeit.) Jawohl, Jesus Sirah 23. Ich _habe also ni<t zu viel gesagt, daß die Sozialdemokratie das Unglü> in der unerhörtesten Weise ausgenußt hat. Gleich am Sonn- tag na< dem Unglü> wurde eine Versammlung einberufen, in der eine Reihe der \{<wersten Vorwürfe gegen die angeblichen, unbeglaubigten Aeußerungen des Handelsministers erhoben wude. Am Mittwoch sind dann in einer anderen Versammlung Angriffe von größter Noheit gemacht worden. Der Abg. Leinert hat ja dann in dieselbe Kerbe gehauen; wenn er seine Gewährsmänner nicht nennt, so muß er sich gefallen lassen, daß man seine Behauptungen als müßiges Gerede ansieht. Wie verträgt es si<h au< mit der Brüderlichkeit, deren sih die Sozialdemokratie rühmt, wenn sie solhe unerhörten Anschuldigungen gegen die Staatsregierung erhebt? Ist es. nit sfkandalss, zu behaupten, daß in Ostelbien das Vieh beffer behandelt werde als die Menschen? Zur Sache selbst haben die Er- klärungen. des Ministers alles so gut wie erledigt. Es soll eine Untersuchung eingeleitet werden; wir bitten dringend, daß das'mit aller Strenge und Energie geschieht. Zum zweiten Punkt der Inter- pellation sind meine politishen Freunde durchaus damit ein- verstanden, daß für einen erhöhten Bergarbeitershuß gesorgt wird, und wir stehen heute no< auf dem Standpunkt, den mein Freund von Kessel im vorigen Jahre bei Gelegenheit des Unglü>ks auf der Zeche orussia gekennzeihnet hat. Wir freuen uns über die Er- ärung des Ministers, daß die Verantwortung auf alle führenden und leitenden Personen ausgedehnt werden soll, die beim Bergbau beteiligt find. Ich kann au<h namens meiner Freunde erklären, daß wir allen Maßnahmen mit Wohlwollen entgegensehen, die dieses Ziel im Auge haben. Zum Schluß gebe i< der Hoffnung Ausdru>, daß es das leßte Mal sein möge, daß das Abgeordnetenhaus über eine fo s{<were Katastrophe zu sprechen habe.

- Abg. Dr. Friedberg (nl.): Ueberall lautet die Frage: ist ein Squldiger vorhanden ? Wir können dem Minister dankbar sein, daß er eine itlerlaung zugesagt hat, und wir verlangen cine eingehende Untersuchung, die aber au gere<t und objektiv sein muß; denn wir meinen, daß au den Angegriffenen Schuß zuteil werden muß. Der Abg. Leinert hat das nicht getan. Auf Grund reiner Angriffe bat er ¿wei Stunden lang gänzlich unbewiesene Behauptungen erhoben. Ih habe mi< jedes Urteils darüber enthalten, ob es angebra<ht sei, zum Zwedle der Erstikung des Feuers die Schächte zuzumauern. Man hätte ja font au< die umgekehrten Vorwürfe erheben können. Ich bin der Meinung, wenn es irgendwelche te<hnishen Maßregeln zur Sicherheit des Betriebes gibt, die no< ni<t in Anwendung E so muß das unverzüglih gesehen. Aber der Minister führte a aus, daß sogar ein gewisser Wetteifer an einzelnen Stellen in der Einführung folher Sicherheitsvorrihtungen vorliege. Dem sachverständigen Minister stand ja ein anderer Sachverständiger gegen- über, das war der Abg. Leinert. Was man nur an Böswillig- keiten gegen die Grubenverwaltung sagen konnte, das hat der Abg. Leinert mit einer gewissen Wollust getan. Der Minister hat mit Recht darauf hingewiesen, daß das Geseg von 1865

sehr verbesserungsfähig sei, und deutete an, daß es zwe>- mäßig wäre, au<h die Bergbehörden und alle in Betracht fommenden leitenden Personen verantwortlih zu machen. Auch die

Einrihtung des Betriebsführers is veraltet, sie hat eine gewisse Aehnlichkeit mit dem Sißredakteur, die ja vielleicht den Sozial- demokraten sehr sympathis< ist, aber do nicht überall die gleiche Hochachtung erfährt. Wir können zu den Anregungen des Ministers noch keine Stellung nehmen, aber i< glaube doh, daß hier ein gang- barer Weg vorliegt. Wenn der Abg. Leinert nicht begreift, warum man die Wünsche der Bergarbeiter nah Einführung von Arbeitergruben- fontrolleuren nit erfüllt, fo entgegne ih ihm, daß wir hier nicht bestimmte Wünsche zu erfüllen haben, sondern vom geseßgeberishen Standpunkt aus die Dingz zu beurteilen haben ; wir haben nicht be- stimmte Sentiments zu erfüllen, hinter denen möglicherweise be- stimmte politishe Motive stehen. Die Behauptung“ ist \kandalös, daß die Bergherren mit ihren Arbeitern nicht einmal so verfahren, wie man es auf dem Lande mit dem Vieh tut. Einen fol<hen Ton kann ih nur bedauern, bisher ist dieser Ton und diese Gesinnung hier nicht zu finden gewesen. (Abg. Hoffmann (Soz.): Ist aber not- wendig !) Man hält manches für notwendig, wenn man glaubt, im Mittelpunkt dieser Notwendigkeit zu stehen. Wenn die Berg- werksverwaltung bestimmten \{<weren Vorwürfen ni<ht wider- \prochen haben foll, so frage i<, was hätte es ibr gegenüber den sozialdemokratis<hen Blättern genügt ? Der Abg. Leinert hat es verweigert, seine Gewährsmänner zu nennen, da fie sonst auf die s{<warze Liste geseßt würden. Wenn jemand dur seine Aussage in der Lage is, eiwas zu bezeugen, und si< davon zurü>thalten läßt aus derartigen Gründen, so ist das ein Zeichen, daß es ihm niht um die Sache, sondern um Agitations\toff zu tun war. zweifele, ob na< den Aus- führungen des Abg. Leinert die Arbeiter mehr Zutrauen zu ihm als zu dem Handelsminister baben werden; denn M! der Agitation ndet immer weniger Anklang, wie , eine Reihe ernster Gewerk- steten es hon deutli< zum Ausdru> gebracht hat. Das ist be- zeihnend für den Rückgang Ihrer Partei. Der „Vor- wärts* teilte mit, daß #i< bei dem Grubenunglü> fofort ein Mann vorgedrängt habe, der eine patriotishe Ansprache halten wollte. Dieser Mann sei der alte Arbeiterfeind Hilb> gewesen! Ja, dieser Herr ist aber hon seit zwei Monaten estorben, und er ist au< niemals ein Arbeiterfeind gewesen. Der „Vorwärts“ hat ihm fogar einerzeit, allerdings im Stile des Abg. Leinert, einen Nachruf gewidmet ; O zeigt also, daß dort mindestens eine sehr liederliche Redaktion herrscht. Der Redner verliest ein Vertrauensvotum von Steigerbeamten, das diese ihrem Generaldirektor Morsbach beim Abschied ausgestellt haben, und weist im Ans{luß daran es zurü>, daß der Abg. Leinert auch seiner- seits mit Nennung der Personen, die an der Grube Radbod inter- essiert seien, eine s<warze Liste aufgestellt habe. Er fährt fort : diese Namensnennung beweist, wie die Sozialdemokratie in wissen- schaftlicher Hinsicht seit den Tagen Karl Marx? herabge]unken ist. Marx hat jederzeit betont, daß Kapital notwendig sei, und daß das jedes Kind wissen müsse; “Abg. Leinert folllte si also erst einmal von Herrn Bernstein darüber unterriGten lassen. Was die Forderung eines Reichsberggeseßes betrifft, so halte ih es für gleihgültig, ob die Normen für den Bergbau auf Reihs- oder Landedgeseß beruhen. Wenn ih troydem mit meinen Freunden wünsche, daß die Materie bei den Einzelstaaten bleibt, so ist dafür der Grund, daß wir in den Einzellandtagen eigentlih auf den Lauf der Sozialpolitik so ziemli< ohne Einfluß sind, daß aber in der Bergarbeiterfrage no< ein gutes Stü>k Sozialpolitik zu bea>ern ist, und daß wir uns das niht nebmen lassen, sondern hegen und pflegen wollen. Wir sind nit der Ansit, daß wegen der Zusammenseßung des Reichstags dort allein ein besseres Berggeseß gema<t werden könne, fondern daß auch dieses Haus es niemals an jozialpolitis<hem Empfinden und Gewissen hat fehlen lassen. Au< wir wollen hier Sozialpolitik im Sinne der Besserung der Verhältnisse der Arbeiter- bevölkerung treiben unter Rü>sichtnahme auf alle wirtschaftlichen Verhältnisse, - niemandem zuliebe und niemandem zuleide. - Soziale Gerechtigkeit is der Gesichtspunkt, der au<h die Beratungen dieses Hauses leiten soll.

Darauf vertagt sih das Haus. i Minister für Handel und Gewerbe ‘Delbrü>:

Meine Herren! I< möchte bloß zu einem der Gegenstände, die auf der Tagesordnung der heutigen Sizung standen, und ¿war zu der Interpellation, betreffend die Linderung der Arbeiislosigkeit, die Bitte aus\spre<en, mir zur Beantwortung dieser Interpellation bis Ende nähster Woche Zeit zu lassen. Ih würde diese Interpellation jederzeit haben beantworten können, wenn nicht dieses Radboter Un- glü> über uns hereingebrohen sein - würde. Ih bin seit vorigen Donnerstag Tag und Nacht in dieser Sache aus\{ließli< beschäftigt und i< nehme an, daß es auh Ihren Wünschen entspricht, wenn ih

C R L E S E E

die Leitung der Untersfuhung in der Hand behalte, wenigsten bis die ersten Erörterungen abges<lofscn find.

Z> inister Abg. Leinert (Soz) bemerkt persönli: Ih will dem M die Namen nennen, Gee er_mir vie Peter gibt (Présite von Kröcher bemerkt, daß das nit persönlich ist), I@ L enitén der Sache zu dienen, wenn ih bemerke, daß ih die A yer- will. (Präsident von Kröcher: Das Dienen ist au beit lang N Der Abg. Friedberg sagt, ih hätte zwei Sue Fried- nits Wesentlies gesagt. Das ist unrichtig, denn der Abg. berg s 1 e ged S zu wie Tbe Stunde f g. Dr. Friedberg (nl.): abe nur ein \prochen und gesagt, daß ber Abg. Leinert in zwei Stunden nur abso ut Unrichtiges B hat. band 0 Uhr. Schluß 41/5 Uhr. Nächste Sizung Sonnaven ror (Fortseßung der Besprehung der Jnterpellation; Gefeß E den Wohnungsgelozushuß, die Gebühren der M d die beamten, das Kommunalsteuerprivilegium der Beamten UnL2 Haftpsliht der Beamten.)

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Gesundheitswesen, Tierkrankheiten und Absperrungs maßregeln.

Rußland. bat dic Die russis<e Kommission zur Bekämpfung der Pestgefab: E Insel Formosa, die Stadt Bagdad und die Stad tau; Japan) für pestfrei, die Städte Hongkong, Chan die hanjan und Utschan in China, die Stadt HFusan un SFnsel Makanosima (Korea) für <olerafrei erklärt.

Italien. Ver- Die italienis<e Regierung hat dur fanitätepolizeilihe its ordnung vom 15. d. M. der Hafen von Singapore (

Settlements) für <oleraverjeut erklärt.

Verkehrsanstalten. î

Der Verkehr auf dem Kaiser Wilhelm-Kanal in Nechnungsjahre 1907/08. Jahr Es ift eine volkswirtshaftlih interessante Tatsache, daß das hin- 1907, das fast von Beginn an den Keim der Krise in sich ag die sichtlih des Verkehrs meist no< Höchstziffern aufweist. # v Verwaltung des Kaiser Wilhelm-Kanals verzeichnet für d iffer. gangene Jahr die hö&ste bisher erreichte Verkehrs- und Einnahme Nach dem Verwaltungsberiht des Kaiserlichen Kanalamts fe 0 Rechnungsjahr vom 1. April 1907 bis zum 31. März 1908 der Gesamtverkehr auf dem Kaiser Wilhelm-Kanal : t im Rechnungsjahre Schiffe Registertons neito 1906/07. . 309198 5 963 125 1907/08 . . 4/94: 998 6 423 441. is mit Der Verkehr hat somit der Tonnage na< 1907/08 im Vergles um dem des Vorjahres um 7,72% (1906/07 gegenüber 1905/0 “lid 2,87 9/0) zugenommen. Nahezu die Hälfte aller Schiffe, 1240 15 941, warên Dampfer; tie auf diese entfallende Tonnage (v 061 t det beträgt nahezu 70% der gesamten Tonnage. Am meisten wm Verkehr von Leitern und Schuten, der Dampferverkehr aber rhr wenigsten gegen das Vorjahr zugenommen. Der Durchgangt= der von Leichtern und Schuten wu<hs nämli< gegen 1906/0. und Tonnage na< um 20,06 9%, der der Segelschiffe um 11,03 /e mit jener der Dampfschiffe nur um 7,60 9/6. Eine Gage hierfür L ino Sicherheit kaum zu geben. Es is mögli, daß diese Ers Ge Sin mit der Ausbildung des über unsere großen Häfen, namentli Z burg, gehenden Teilladungsrerkehrs und dessen Weiterleitung her kleineren Häfen zusammenhängt. Allein darf diese Annahme She nit in Rechnung gestellt werden, Das beweist \<on die Tatsa en daß der Verkehr von Mafsengütern, die für einen fol<hen gebroG h Beh Mee in Frage kommen, si gleichfalls re<t beträd gesteigert hat. Die Herkunft und Bestimmung der Schiffe (nah der Tonnag) veranschauliht die folgende Tabelle für die Hauptverkehrsbeziehuns

Es gingen nah Es kamen von

den nebenbezeihneten Häfen: 1907/08 1906/07 e 1907/08 1906/07 ettoregistertonnen

Elbbäfen. . . . . 1196847 1098510 1170557 112138 deutsche Osisechäfen . 1122583 935625 1205739 1096 russische Häfen. . . 688302 593990 1178869 1111 britische Häfen . . . 757760 692879 502694 41% 774, niederl. u. Rheinhäfen 647292 576226 250316 248

t Aus dieser Tabelle geht 1unä<st bervor, daß der Verkehr der Off Häfen dur< den Kaiser Wilhelm-Kanal in Le Linie zugenomte hat und daß. der Anteil der Elbbäfen dem der deuts<hen Ostsee fel nahezu gleichkommt. Die britis<hen Häfen teilen mit den deutls Osisee- und den Elbhäfen den in wirtshaftliher Beziehung efáht effsanten Vorzug, daß der Verkehr ostwärts und weslwärts uns ein glei< groß ist. Bei den anderen Häfen is das Verhältnis für anderes. Für die russishen Häfen kommt der Verkehr wesiwärt "ju die holländischen und rheinis<en Häfen der Verkehr ostwärts Uf det Frage. Man hat anzunehmen, daß in der weniger in den Mifen Gen, En Verkehrêrihtung das Anlaufen von Zwischenb nôtig ist. fert Was die Ladung der Schiffe angeht, fo Gewidhtüife als solhe im Verwaltungsbericht ni I E Es fe nux e Men der ae zur Verfügung. Dem Umf na nd bier zu nennen (im Nehnunçsjahre 1907/08): e F Schiffe mit Recisietiad 9/0 (08) gesamttonras Stuten e a 2978759 35,9 i . 1077 417 16,9 844 859 13,2 Geétreid 389 769 53 Gde E ae a 59 1d. Sih Der Rest entfällt auf fonftige Ladung und in { fahrende Leider gibt die Statistik hier die WerkebreriBtung nicht an. Gere hinsichtli< der Ladung würde bei Angabe der Verkehrsrichtung nit unwesentliher S{luß gezogen werden können. um S{luß mögen no einige finanzielle Angaben folge gewasenen Verkehr entsprechend hat si< au< das finau 7 gebnis gehoben. Den Gesamteinnahmen von 3 19% 504,2 7 881,89 Vorjahre 2 945 550,41 4) stehen Gesamtausgaben von 27 1907 08 (2 697 568,08) 4 gegenüber, sovaß der Uebers<uß 506/01) 418 622,36 (gegen 247 892,33 6 im Rechnungsjahr “fg betrug. Diese Steigerung is allerdings nit so bedeuten", „n v9 man berüdsihtigt, daß der Uebers<uß des Vorjahres 64 {f S O einen Nü>kgang aufzuweisen hatte. Immer eine beträ<tli<he Eg Uebes Hub

getreten. Im R er Uebers Calig 87 Uo tehnungtjahre 1803/04 betrug d

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; d fer È Laut Telegramm aus Ratibor ist die Post aus W E aut alie in Berlin fällig ata infolge von Zugberspätu

Der chilenis<he Marineminister hat, na< einer M chn neu N S E na angeordnet für E A E <b artt z e Sthiffahrtskanälen, aghellanstra