1842 / 22 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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troffen wird. Zwar wurden bisher die Drucker oft mit in An- klagen wegen Preßvergehen verwickelt, aber seit elf Jahren war nie eine Verurtheilung gegen sie erfolgt, sofern sie nachzuweisen vermochten, daß sie bei dem Drucke der strafbaren Schriften die für ihr Gewerbe geltenden reglementarischen Vorschriften beobach: tet, Ob die frühere Praxis oder die durch den gestrigen Ausspruch des Geschworenengerichts begründete Fie der Französi: schen Preß-Gesebgebung mehr entspreche, ist hier nicht der Ort zu untersuchen. Genug, daß die Beskrafung des Druckers des Charivari eine Neuerung is, welche die Lage der Französischen Presse, um die sich ohnehin seit einiger Zeit eine Menge großer und kleiner Gefahren häufen, bedeutend zu erschweren droht.

Die Zahl der Bewerber um die beiden durch den Tod der Herren Duval und Freyssinous erledigten Pläße in der Akademie is, wie gewöhnlich, sehr groß. Unter den Kandidaten für den Sessel des Leßteren stehen die Herren Pasquier und Alfred de Vigny obenan. Es bedarf kaum der Bemerkung, daß der Kanz- ler der Pairs-Kammer, obgleich seine Verdienste um Sprache und Literatur nicht eben erwiesen sind, viele Chancen vor seinem jun- gen Konkurrenten voraus hat, Um den Plaß des Herrn Duval ewerben sich in erster Reihe die Herren Alexander Dumas und he doch ist die Wahrscheinlichkeit des Erfolges für den

eßteren,

« « Paris, 16. Jan, Selbst die ministeriellen Journale verhehlen es sich nicht, daß, wenn die Pairs - Kammer bei ihrem Entschlusse, den Redacteur des Siècle, Herrn Chambolle, vor ihren Schranken erscheinen zu lassen, beharre, ein Konflikt fúr sie darcus entstehen fönne. Die Presse sucht in einem sehr gewundenen und sehr dunklen Artikel, dessen eigentlicher Zweck {chwierig zu errathen ist, die Rechte der edlen Kammer in dieser Beziehung darzulegen und erinnert an frühere Beispiele dieser Art. Das Recht der Kammer besteht allerdings, ja, noch mehr, die Vernunft will, daß der wahre Schuldige bestraft werde, wenn man seiner habhaft werden fann. Die gegenwärtigen verantwort- lichen Gérants sind faum etwas anderes, als die ehemaligen ver- antwortlichen Herausgeber; es sind Figuranten, stumme Perso- nea, die nur dazu da sind, um dem Geseke zu genügen und im Falle der Verurtheilung ins Gefängniß zu wandern. Die thätige und intelligente Person bei dem Journal is der

aupt - Redacteur; er ist der Kopf und die Seele aller

ournal-Artikel; seine Arbeiten, so wie die, welche er seinen Mit- arbeitern überträgt, gehen aus seinem Kabinette in die Drudckerei, und der verantwortliche Gérant R und liest die Artikel erst am folgenden Morgen, wenn er das Journal auf dem gewöhnlichen Wege. erhält. Herr Pérée z, B., der Gérant des S iècle, hat niemals sechs Zeilen für das Blatt redigirt, welches er täglich in blanco unterzeichnet; er hat mit der Redaction nichts zu schaffen, und er weiß nicht, was in dem geistigen Bereiche des Journals vorgeht. Als er den infriminirten Artifel las, wegen dessen er vor dem Pairshofe erscheinen soll, da glaubte er gewiß nicht, daß derselbe solche Folgen haben werde. So ist also die Kontrolle des Gérant über die Redaction durchaus null und illusorisch, sie existirt nicht und hat niemals existirt, Damit sie stattfinden könnte, müßte der -Gérant Kenntnisse, Talente und Einsicht besiben, die denen des Haupt - Redacteurs mindestens gleich, wenn nicht über- legen wären; dann hörte die Autorität dieses Leßteren auf, und das Journal wâre unendlichen Zerwoürfnissen und inneren Zwistig- Ls ausgeseßt, die seinem Gange und seinem Einflusse shäden würden. ;

Es geschieht zuweilen, daß der Gérant zugleich Haupt-Redac- teur ist ; dies ist der Fall mit Herrn Bertin, der das Journal des Débats redigirt. Aber dann is es der Haupt-Redacteur, ‘der sih zum Gérant macht, aber nicht der Gérant, der sich zu den Functionen eines Haupt-Redacteurs erhebt. Diese Verschmelzung findet sich Úbrigens nur bei den ministeriellen Journalen, die keine Prozesse zu fürchten haben und niemals einen lebhaften Angriff gegen die Regierung wagen. Bei allen Journalen, die der einen oder anderen Nüúance der Opposition angehören, ist die Person des Haupt-Redacteurs von der des Gérant verschieden; der Lebtere, wir wiederholen es, ist im gemeine ein unbedeutender Mensch, ein bloßer Namenleiher, der allen Gefahren ausgeseßt ist, die mit einer heftigen, excentrischen oder unschicklichen Redaction verbunden sind, Herr Aubry-Foucault, Gérant der Gazette de France, ist z, B. ganz einfach der Kammerdiener des Herrn von Genoude, des Eigenthümers und Haupt - Redacteurs dieses legitimistischen Blattes. Herr Aubry-Foucault, der die Hälfte seines Lebens im Gefängniß zubringt, um für die Thaten seines Herrn zu büßen, fann faum lesen und weit entfernt, eine Kontrolle úber die Re- daction des von ihm unterzeichneten Journals zu üben, steht er vielmehr in absoluter und materieller Abhängigkeit von Herrn ven

enoude.

_Man sieht, daß wenn man den Gérant allein belangt, dies Niemanden weiter trifft, als einen Menschen, der einwilligt, ge- gen eine gewisse jährliche Geldsumme von Zeit zu Zeit ins Ge- fängniß zu wandern, Was die Geldstrafe betrifft, so wird die- selbe weder von dem Gérant, noch von dem Haupt - Redacteur, sondern von den Actionairen oder den Eigenthümern des Unter- nehmens bajghit und der Redacteur, der einzige Schuldige, ent- geht aller Strafe.

Die Pairs-Kammer scheint, um einen Konflikt mit der De- fuletene Kammer zu vermeiden, die Reclamation des Herrn Cham- volle nicht annehmen zu wollen; sie könnte es, nach gewissen frü- heren Beispielen, sehr gut thun, So bestrafte man in dem ersken Prozesse, der nach der Juli : Revolution vor dem Pairshofe ge- führt wurde, den Verfasser eines infriminirten Artikels der G a-

zette de France und nicht den G

rant. Jn einem Prozesse des Drapeau blanc unter der Restaur i i ati

der Herausgeber freigesprochen und de Verfasser des DOnOAE et

urtheilt. Wenn daher im gegenwärti nicht mit in den Prozeß ver iLA A and Chambolle weil seine Stellung als Deputirter Schwierigkeite In dies nur, könnte, die der Pairs-Kammer eben nicht angenehm bats Q hren Der Charivari, ein kleines, zu gleicher Scie d wie peaca unverschämtes und verleumderisches Journal, ist von d eures verurtheilt worden, und zwar der Gèrant zu 4000 Fr @ N und zweijährigem Gefängniß, und der Drucker zu 2000 Fr De afe und sechs Monaten Gefängniß. Wenn der Gérart p lattes nicht weiß, was vorgeht, \o weiß es der Dru, nes weniger und die Verurtheilung des Leßteren ist dem bisher be- folgten Gebrauche zuwider. Man bemerke es wohl, daß diese erurtheilungen äußerst streng sind und daß der wirklich Schul- dige, derjenige, welcher den Artifel redigirt hat, darüber lacht; er steht hinter dem Vorhange und bei der gegenwärtigen Gesekgebung kann ihn vor den Assisen keine Strafe treffen. Die Geldstrafen fönnen allerdings in gewissen Fällen von den Richtern \o hoch angeseßt werden, daß das Eigenthum des Journals dadurch affi: zirt wird. Auf diese Weise ist die Tribüne eingegangen, jenes wüthend republikanische Journal, welches in den wenigen Jahren

seines Bestehens an vierundzwanzig Prozesse und Geldstrafen zu

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bezahlen hatte, von denen die geringsten zuleßt niemals unter 10,000 Fr. betrugen. Der Gérant dieses Blattes, ein ruinirter Tuchhändler, der in seinem Leben nicht eine Zeile geschrieben hatte,

Marast, derselbe, welcher gegenwärtig unter dem Schuße eines anderen verantwortlichen Grant, den National redigirt. Alle diese Fictionen in der Preß-Gesebgebung gestatten nicht, das Uebel an der Wurzel ‘anzugreifen, und 1elbst7die September-Geseße sind nur schwache Mittel zur Unterdrückung desselben.

Morgen, am Montag, wird die Pairs-Kammer sich über die Reclamation des Herrn Chambolle aussprechen,

Herr von Salvandy wird in wenigen Tagen in Paris ein- treffen, wenn nicht etwà àn dem Gerúcht etwas Wahres is, daß

in’ der Hoffnung, durch die Vermittelung Englands diese An- gelegenheit nach dem Wunsche des Französischen Kabinets ausge- glichen werden dürfte, Wir glauben diesem Gerúchte nicht, Der G von Glúksberg, zweiter Botschafts-Secretair, welcher als Geschäftsträger in Madrid geblieben, - ist der Sohn des Herzogs von Decazes, ein ganz junger Mann von höchstens 21 —22 Ja : ren, ohne Erfahrung und folglich wohl wenig für eine so s{wierige Stellung geeignet, selb wenn er sich beinahe passiv verhält, És fann ein Zwischenfall eintreten, der einen erfahrenen geübten Mann erfordert, und der Herzog von Glüsberg kann weder die eine noch die andere dieser Eigenschaft besizen.

Großbritanien und Jrland.

London, 15. Jan. Die Berichte aus Sudburyhall über das Befinden der Königin Wittwe lauten sehr befriedigend. Be- reits werden Ansftalten zu ihrer Abreise hierher getroffen, wo sie zum 21sten in Marlboroughhouse erwartet wird.

Die T imes meint, daß unter die Gegenstände, welche man in nächster Session vor das Parlament bringen werde, nothwen- dig auch die Eisenbahn-Unglúcksfälle und die Mittel gehören múß- ten, das Publifum dagegen zu schúßen, und ist Úberzeugt, daß die konservative Verwaltung eben so eifrig, ‘als ihre Vorgängerin, danach trachten werde, die vernünftigen Anforderungen des Pu- blifums in diesem Punkte möglichst zu befriedigen, Das genannte Blatt sagt dann weiter: „Der Verlauf der Zeit hat nur die An- sichten derjenigen bestätigt, welche auf die Nothwendigkeit legisla- tiver Einschreitung hiñwiesen. Wir haben wiederholt die Haupt- punkte der in voriger Session von Herrn Labouchere eingeführten, aber nicht mehr zur Annahme gelangten Bill gutgeheißen, und wir hoffen, jedenfalls der durch diese Maßregel vorgesehenen Sicherheit

theilhaftig zu werden. Dabei verdient jedoch eine in Herrn Labouche-.

re’s Bill nickt berúcksichtigte Frage Erwägung, die nämlich, ob das bestehende Geseß, falls Eisenbahn - Unglücksfälle durch Nachlässig- keit oder schlechte Geschäftsführung der Bahngesellschaften oder ihrer Diener entstehen, genügende Bestrafungen der Sldigen feststellt? Nach der Erfahrung des leßten Jahres muß diese Frage verneint werden, und jede Gesekgebung in Bezug auf die Eisenbahnen muß unvollständig bleiben, welche diesem Mangel nicht abhilfe. Die bloßen Geldbußen sind unzureichend; die Schuldigen sollten wegen Tödtung fkriminell belangt und it den geseßlichen Gefängnißstrafen belegt werden. Eben so müßte das Geseß dahin abgeändert werden, daß den nächsten Verwand- ten der auf Eisenbahnen verunglückten Personen von der Gesell: {aft eine angemessene Geldentschädigung zu leisten wäre. Da die meisten Unfälle aus s{chmuübßiger Knauserei entspringen, so N eine solche Bestimmung gewiß ein wirksames Abhülfemit- tel seyn.“ - R e O

Auf dem hiesigen Fondsnarkt werden die lesten Bdrsen-Nach- richten aus Amerika al®& sehr'ungúnshg betrachtet, und als Folge davon wurden vorgestern ansehnliche Massen von Fonds durch Spekulanten zu Markte gebracht. „Die Mäkler“, bemerkt der Globe, „ohnehin immer sehr empfindlich, sind es besonders jeßt, wo der Preis unter dem Einflusse des Regierunge-Mäklers feht! der abermals sehr bedeutende Beträge von Consols zu 885 gegen Banknoten verkaufte, Sie legen auch auf die zahlreichen Artikel der Amerikanischen Blätter Über das von England in Anspruch genommene Durchsuchungs-Recht großes Gewicht; wir vertrauen jedoch, daß diese Aufregung in Amerika sich bald legen wird, wenn die dortige Regierung von der bevorstehenden freundschaftlichen Sendung Lord Ashburton?s Kunde erhält. Auf die Nachrichten von den fortdauernden Streitigkeiten an der Gränze ist wenig Gewicht zu legen; am schlimmsten ist die unglüliche Lage des Amerikanischen Geldmarktes bei fortdauernder Entwerthung aller Papiere, deren unser Land eine so große Masse besißt, und die jeßt beinahe unverfäuflich sind.“

Die Times sieht mit gespannter Erwartung der Wieder-

beseßung des durch den Tod des Dr. Shuttleworth erledigten Bischofs-Sißes von Chichester, des ersten, der unter dem jeßigen fonservativen Ministerium zu beseßen is, entgegen. Nachdem sie gezeigt, daß gegenwärtig in der Englischen Kirche ein ungewöhn- liches und weitverbreitetes Verlangen herrsche, thätig zu wirken, und man damit umgehe, die Sanction der geistlichen Behörden fúr diese Wirksamkeit zu erhalten, und daß die Kirche von der Möglichkeit eines so ernsten Kämpfes, wie sie während der leßten fünf Jahrhunderte keinen bestanden, bédroht werde, empfiehlt das genannte Blatt dem Ministerium an, fúr den erledigten Siß nur einen solchen Mann zu wählen, der mehr als gewöhnliche Bil- dung habe, der weise, ernst, &térgish sey, der sich zum Gebieten eigene und zugleich Vertrauen einflöße. Der Courrier des Etats Unis meldet, daß ihm zwei wichtige Dokumente aus Wajhington zugegangeu seyen; das eine ist der Plan einer Regierungs-Bank , in welchem die in der Bot-- schaft angedeuteten Jdeen über ? dieses Jnstitut näher entwickelt werden. Der Name, den dieses Jnstitut erhalten soll, ist „Schaß: fammer der Vereinigten Staaten“, Das andere Dokument ent- hält die bereits erwähnten Vorschläge zur Erhöhung des Zoll-Ta- rifes in einigen Punften, um das Defizit in der Jahres:Ein- nahme zu decken. Es is dabei Rúcksicht genommen worden, daß die Erhthung sih genau in den Schranken halte, welche die ge- genwärtigen Bedürfnisse der Regierung Und die Beachtung der gehörigen Sparsamkeit in der Verwaltung R D

Die Durchschnitts-Preise des Ms während der am 7ten abgelaufenen sechs Wochen sind auf 62 Sh. 11 Pc. der Quar- ter gefallen, und der Einfuhrzoll ist daher auf 24 Sh. 8 Pc, ge: stiegen. Die Korn-Märkte zeigen úberall im Lande noch keine wiederkehrende Lebhaftigkeit. Hier in London wird die Specula- tion durch die großen Vorräthe ausländischen Getraides in den Kornbbden gehemmt, welche von neuen Unternehmungen ab- schrecken. Es cheint sehr zweiselhaft, ob während des Frühjahrs ein bedeutendes Heruntergehen der Einfuhr:Zblle zu erwarten steht.

L Mehrere der bedeutendsten Kaufleute in der City wollen den ord + Mayor ersuchen, dag er seinen Mitbürgern anempfehlen dge, Bs Tag der Taufe des Kronprinzen als Feierta zu bege-

» Der Globe seßt voraus, daß ein solches eispiel, voli dev

City gegeben, i j i are Bd Hauptstadt und im ganzen Lande Nachah-

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Deutsche Bundesstaaten.

München, 16. Jan. Das neueste, gegen vier Bogen skarke Regierungs: Blatt bringt die „Kanal-:Ordnung“, enthaltend die von Sr. Majestät genehmigten und Verwältung des Ludwigs selben und die sonstige Benußun seßung und Erhebung der“ Gebú

Heute verschied unser E pomuk Freiherr von Fraunber bensjahre, nachdem er vor vier Wochen sein 50j Jubiläum gefeiert hatte,

“_ Hannover, 17. Jan, Se. Majestät der Kdnig sind“ von Othfresen gestern halb 6 Uhr Abends zurückgekehrt. Des Köni von Preußen Majestät waren daselb tags angelangt, nahmen mit Sr, Dejeuner ein, und seßten nah etwa zwei Stunden die Reise nach England fort.

Hannover, 15, Jan, (Hannov. Ztg.) Stände - Ver- handlungen der zweiten Kammer. Als bei Fortse udengeseß ein Mitglied zu F. 4, die Ehen betreffend, brachte: „Die Ehe edingung erlaubt, da Ehe stammenden Kinder in der christlichen Religion unterrichtet und erzogen werden“, oder wenigstens, „die Ehe zwischen Juden und Christen bleibt zwar verboten, doch zwischen Juden und Christen, ohne absi sigen Geseße abge seßt werden“,

ist im Gefängnisse gestorben; sein Haupt - Redacteur war Herr ie Einrichtung fffahrt auf dem: der Kanal-:Anlagen, c) die Fest-

immungen über a

anals, b) die Sch

Bamber Joseph Maria

ihm der Befehl elun worden sey, in Bayonne zu bleiben, .| a

ald nah 11 Uhr Vorm ajestät unserem Könige ein

kung der Debatte

wischen Juden

und Christen i die aus dieser

fann eine im Auslande

chlossene Ehe oben sich viele Stimmen insbesondere gen den ersten Saß, den man auch als abgedroschen bezeich- nete. Man wies zuerst darauf hin, daß die allgemeine katholische Kirche niemals eine Ehe zwischen Christen und Nichtchristen dispen- sirt habe; daß die Verschiedenheit der Religion nach ihren Lehren eines der 15 Ehehindernisse sey, welche die Eingehung einer Ehe mache; dann aber schilderte man auch abge- olgen einer Ehe zwischen Juden und Christen als se Erziehung der man betrachtete

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absolut unmögli sehen davon, die hochst verderblich; man hielt eine wahrhaft rel Kinder aus einer solchen Ehe für rein unmögli sie, wenn die Ehegatten noc irgend etwas auf ihren Glauben hielten, als eine unversiegbare Quelle des häuslichen Unfriedens und der Ge- wissensangsk; man legte allen denen, welche eine solche Ehe gestatten würden, einen höchst gefähriichen Jndifferentismus zur Lask; und sprach die Hoffnung aus, daß man auch hier bei alter guter Deutscher Sitte bleiben, und die Religion achten, daß man sich nicht in dieser Hin: sicht den. modernen Ansichten der Französischen Phil werde. Auf der anderen Seite wurde zugegeben, : zwischen Christen und Juden nicht zu denken sey, so lange nicht eine rein bürgerliche Ehe sanctionirt werde; allein, Beispiele Englands, Frankreichs, Nord:Amerifa's, glaubte man gerade in der Geskattung einer solchen gemischten Ehe das sicherste Mittel zu einer Erhebung und Veredlung der Juden, zu einer immer mehr fortschreitenden Vereinigung der Juden mit den Christen zu finden; man meinte, daß auch ohne Jndifferentismus der Philosophie ein Einfluß auf die Religion nicht versagt werden könne ;- und daß eine Verschiedenheit der Lebens- und Religions: Ansichten keinesweges einen solchen Einfluß, auf das Glück der Ehe selbst zu verbieten sey. Der Antrag, eben sowohl als der eventuelle, wurde abgelehnt, nachdem in leßteren noch bemerkt war, theils daß eine einmal ung gegangene Ehe niemals und unter keinen Umständen eine gültige rlih sey, eine solche Bestimmung Absicht, gegen die hiesigen Ge-

ie hingeben die dis Ehe

hinweisend auf die

werden könne, theils daß es ge ausdrúcklich auszusprechén, da d seße zu handeln, bei einer im Auslande geschlossenen Ehe in den seltensten Fällen sh werde nachweisen lassen, der hiesige Staat auch ohnehin kein großes Jnteresse dabei habe, solche Familien hierher zu ziehen.

Biberach (Württemberg), 14. Jan. Minuten nach 1 Uhr, wurde hier ein hefti Er war mit einem donnerähnlichen Getöse ver gungen, von Súden nach Osten gehend, dauerten mehrere Sekun- den und waren so heftig, daß die Fenster zitterten, die Häuser er- schüttert wurden und einzelne im Zimmer stehende Gegenstände Bald darauf fiel Schnee, der heute no

heute früh 7 Uhr 26. 5,6“. Die höher súdlih gelegenen Häuser fühlten den Stoß und die nachfolgenden Schwingungen viel heftiger, als die in der Tiefe.

Weimar, 7. Jan, (Prot of. Extrakt.) Unser Landta entwickelt eine anerkennenswerthe Thätigkeit; kaum daß er si Ferien gestattet, seßte er mit Eifer seine n der 13ten und den folgenden Sißun- gen kamen die, das Verhältniß der Kriegs-Kasse und. das tairwesen betresfenden Punkte der hôchsten Propositions Vortrag und zur Berathung. Der Abgeordnete „Jedenfalls bleibe es höchst wünschenswe Staats-Regierung bei der hohen Bundes-Versammlung auf Ver- minderung des so kostspieligen Militairstandes hingewirkt werde; dem Vernehmen nach, au Staaten laut geworden, weshalb es nicht überflüssig seyn dürfte, wenn derselbe von Seiten der Großherz sandtschaft unterstúßkt werde.“ Mehrere

eichen Wunsch

Heute Nachts, 25 er Erdstoß verspúrt. unden ; die Schwin-

schwankten. Das Barometer mometer ist 6

Das Ther-

drei Tage Weihnachts- Verhandlungen fort.

chrift zum , daß von Seiten der

dieser Wunsch sey, in anderen lichen Bundestags : Ge- aben einen rah: „Er nglih nöthig sey, hindurch zu unterweisen stande mitgezählt werden

bgeorduete Der Landmars

nne sich noch nicht Überzeugen, daß es unumg den Rekruten in jedem Falle 6 Monate und einzuüben, ehe er in dem fertigen Be dúrfe, wenn er nur sonst in kürzerer Zeit cingeübt werden könne. Daß dies möglich sey, beweise die Thatsache, daß bei uns der Rekrut bisher viel kürzere Zeit unter den Waffen Bundes - Kontingent bei der leßten chen Erfordernissen in Rúüksicht auf militairische vollflommen entsprochen h

zu erfennen.

estanden und dennoch Uns d nspection Zes bundesgeseßli- eder Beziehung, namen

a E Einúbung der Mannschaft, Es dürfte daher die Bitte ausge- sprochen werden können, daß die vorgeschriebene Uebung der jun- n Mannschaft in keinem Falle kürzere, aber auch nit längere eit dauern möge, als erforderlich sey, den in der Natur der ache, dem Zwecke liegenden und geseßlich ausgesprochenen An- forderungen vollkommen zu mit diesem Vorschlage einv

amburg, 15. Jan, Es hat sich hier ein Klub von

en Männern is en 18 und 30 Jahren stff alle dem Kau

Wurm und Dangel, die Doktoren Rießer und liedern ernannt. Diese Herren halten dort Vorlefuñgen els-Wissenschaften ic, Professor Wurm hat den

enúgen. Der Landtag erklärte sich

bildet, sie

annsstande an und ha

r zu ihren

wit der Opiumfrage erdffnet, An solchen Abenden, wo keine Vor- lesungen t ris mt finden Conversationen in fremden Sprachen, von Kundigen geleitet, statt. Sie haben einen Theil der ehemaligen Börsenhalle gemiethet, welches Lokal zu diesem Behuf am Neujahrstage mit Reden erdffnet wurde.

Jtalien.

Nom, 1. Jan. (A. Z.) Man wird sich erinnern, mit wel: cher Au mett der Großfürst-:Ihronfolger von Rußland bei seiner Anwesenheit vor drei Jahren hier aufgenommen wurde, auch daß sih nachher die Verhältnisse zwischen Rußland und dem Heiligen Stuhl viel freundschaftlicher gestalteten, so daß an einem Uebereinkommen nicht mehr zu zweifeln war. Der Kaiser, dieses alles berücksichtigend, wollte dem Papst ein Zeichen seiner persón- lichen Hochachtung an den Tag legen und übersendete eine Vase von Malachit, in Skt. Petersburg earbeitet, in der Farm jener bekannten im Vatican von Rosso antico, nur

edeutend größer, indem diese zu jeder Seite 6; Palmen wißt.

Das Piedestal is aus einem Stúck Jaspis und mit die- em ist die Vase 74 Palmen hoch. Der apsk, der durch dieses Freundschaftszeithen des Kaisers angenehm überrascht gewesen eyn soll, hat es in der Vaticana aufstellen lassen. Der erste Se- cretair der hiesigen Russischen Gesandtschaft, Herr von Krievzoff, welcher die Ehre hatte, dieses Geschenk, wahrscheinlich das erste, das ein Russischer Kaiser hierher gemacht, dem Papsk zu úber- geben, hat von diesem eine goldene Dose mit dem Bildniß Sr. Heiligkeit in Brillanten erhalten. Ein großes in Silber gearbei- tetes Kruzifix, welches, wie das Gerücht sagte, von St. Peters- burg mitfolgen werde, ist nicht init angekommen,

Türkei.

Konstantinopel, 29. Dez. (L. A. Z,) Die Griechischen Angelegenheiten scheinen noch immer keine günstigere Wendung nehmen zu wollen. Die Ernennung JZzzed-Pascha?s zum Groß: wesir hat bei der Griechischen Regierung einen nicht zu beschrei- benden Eindruck erzeugt. Nach drei hinter einander gehaltenen Sißungen des Minister-Raths soll entschieden worden seyn, der Pforte hinsichtlich des streitigen Besißthums Türkischer Untertha: nen Alles zu bewilligen, und ist am 18. Dezember ein darauf Be- ju9 habender Königlicher Beschluß unterzeichnet, Die ganze

acht wurde im auswärtigen Departement Alles vorbereitet, diese wichtige . Beschlußnahme zu veröffentlichen, um die ungestúmen, doch zaghaften Griechen zu beschwichtigen, Bei der Pforte ist in- deß nichts Zuverlässiges darüber eingegangen, und kann man bei den in Griechenland herrschenden Leidenschaften und der Partei- wuth auf nichts mit Bestimmtheit rechnen, da selbst gefaßte Be- schlússe im Augenblick ihrer Vollstreckung widerrufen wurden, Die Pforte hat den Griechischen Konsuln zu Kandia und Pre- vesa das Exequatur, wie ich bereits gemeldet, verweigert, jeßt ist dies auch der Fall mit dem von Salonichi. Jn Jassy und Ga: lacz sind die Griechischen Konsuln auf wiederholte Klagen abge- seßt und durch den Capitain Voineskos für erstere und den Ma- jor Athanasiadis fúr leßtere Stadt erseßt. j

Die Bewegungen der Türkischen Armee dauern fort; künftige Woche marschiren das 1ste und 2e Garde: Jnufanterie- und das 4ste Garde- Kavallerie - Regiment im vollzähligsten Zustande nach Adrianopel. Zu derselben Bestimmung bat das 1e Artillerie: „Regiment Ordre erhalten, sich marschfertig zu halten. Jm Arse- nale wird ununterbrochen gearbeitet, und eine neue Flotten-Abthei- lung von Linienschiffen liegt zum Auslaufen bereit. Wohin? weiß man noch nicht.

Neuere Briefe aus Salonichi melden die Zusammenziehung sámmtlicher Macedonischen Landwéhren bei dieser Stadt unter Ali-Bey., Ein Theil der Wälle der Citadelle, die Salonichi do- minirt, is niedergerissen, und an deren Stelle drei Batterien von acht Geschügen jede errichtet, Der Pulverthurm, so wie der Blutthurm, die beide die Rhede vert eidigen, sind ausgebessert und stark armirt worden.

Vereinigte Staaten von Nord-Amerika.

___ New-York, 24. Dez. Man hâlt es für höchst wahrschein: lich, daß der gegenwärtige Kongreß eine zweckmäßige National: Münze begründen werde. Der vom Präsidenten beantragte Plan wird, wie man glaubt, die Basis des neuen Systems seyn, nach welchem man ungefähr die Kreirung von funfzehn bis zwanzig Millionen Dollars gegen Silber umzuseßendes oder für Abgaben anzunehmendes Papiergeld autorisiren würde. Es würde in Zet- teln von fünf bis tausend Dollars besktehen. Auch werde, meint der New-York Herald, wahrscheinlicherweise die Ausgabe von Certififaten fúr Depositen von Silbergeld, in entfernten Zeiträu- men rúdckzahlbar, stattfinden; die Ausgabe von Wechseln sey aber weniger wahrscheinlich, Das genannte Blatt, welches die An: nahme dieses Planes schon als gewiß annimmt, hegt die sangui: nischsten Höffnungen davon für die Wohlfahrt des Landes.

Man scheint in Texas in einiger Besorgniß zu seyn úber den Ausgang der Differenz mit Frankreich, derbeigesühre durch einen Streit, der neulich zwischen dem Französischen Konsul, Herrn von Savigny, und dem Präsidenten Lamar stattgefunden hat; doch hofft man, daß der neue Präsident, General Fousien, diese Differenz beilegen werde.

Nachrichten aus Venezuela vom 8, November zufolge, herrscht in Neu-Granada allgemeine Anarchie,

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Das Durchsuchungs- Recht zur See.

Der Semeur, ein wegen seiner Tendenzen und seines Ern- stes überhaupt sehr ties Journal, welches seinem religid- sen Charakter zufolge, eigentlih nur die Jnteressen des Protestan- tismus in Franfreih vertreten will und sich weniger auf politi- sche Diskussionen einläßt, enthält in seiner uns zuleßt zugekomme- nen Nummer einen lesenswerthen Artikel „über das Durch- suchungsrecht zur See.“ Die Frage wird hier naturlich nur von dem Franzd sischen Standpunkte aus betrachtet ; wir glau- ben aber, den fraglichen Artikel hier um so mehr mittheilen zu dürfen, weil er gerade Ansichten enthält, welche wahrscheinlich noch entschiedener und schroffer hervortreten werden, wenn die Sache der Gegenstand einer, wie es scheint, ziemlich ernsthaften und hef- can batte in den Kammern werden wird. Er lautet, wie

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„Jm Jahre 1814 richtete Frau von Staël einen Aufruf an die zu Paris versammelten Souveraine, um von ibnen die Ab- schaffung des Negerhandels zu erlangen, den die Englische Re- gierung seit sieben Jahren in Verruf erklärt hatte.

Im Jahre 1815 erklärte der Kongreß in Wien den Sfkla- venhandel für abge chaft. ú r e 1822 bildete der Sklavenhandel eine der fünf allgemeinen Fragen, die auf dem Kongreß zu Verona zur Sprache

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gebracht wurden, Eine Denkschrift des Herzogs von Wellington wurde daselbst den fünf Mächten überreicht. Herr von Chateau- briand, den Herr von Montmorency mit der Beantwortung be- auftragt hatte, sprach sich folgendermaßen darúber aus:

¡Diese trügerische Denkschrift, welche das Elend der Schwarzen beklagt , verbirgt unter ihren sehr gerehten Beschwerden drei Über- mäßige Forderungen: Die Forderung des Durchsuchungs - Rechts aüf den Schiffen; die Forderung, den Negerhandel dem Seeraub

leichzusehßen , um alle Marinen der Welt ungestraft anzugreifen ; die Forderung, den Verkauf der aus Europdischen, von Negern bebauten

olonicen kommenden Waaren zu verbieten, d. h. das aue ge Je Privilegium, jenen Waaren die Erzeugnisse Fndiens und Großbri- taniens zu substituiren. /

Die Antwort der Französischen Bevollmächtigten lautete in Bezug auf das Durchsuchungs-Recht folgendermaßen :

¡Seeräuber können achtbare Flaggen führen; Frankreich weiß nicht, ob einige Räuber sich der seinigen bedient haben; nur ohne sein Wissen kdnnen die Schande und das Verbrechen unter der Fran- dsischen Flagge Schuß finden. Was das Durchsuchungs - Recht hetrifft, so würde es die nachtheiligsten Folgen haben, wenn die Fran- zösische Regierung jemals darein willigen könnte; der National-Cha- rakter der beiden Völker, der Franzosen und Engländer, sicht dem entgegen. Frankreich erkennt die Freiheit der Meere an, für aile Flaggen , Peicer legitimen ect uta sie auch 4ngevhren mödgen ; es verlangt für sh nur diejenige Unabhängigkeit, die es an anderen achtet und die seiner Würde angemessen if. //

Ueber die Gleichstellung des Sklavenhandels mit Seeraub drückten sie sich in folgender Weise aus :

¿Eine Erklärung, welche alle Regierungen verpflichtete, die für den Seeraub fesigeseßten Stral auf den Negerhandel anzuwenden, und die somit in ein allgemeines Geseß der civilisirten Welt um- gewandelt würde, ist cin Gegenstand, det/ wie es den bevollmäch- tigten Ministern Sr. allerchristlichen Majestät scheint, außex der Kompetenz einer politishen Versammlung licgt. Wenn es sich darum handelt, die Todesstrafe festzuschen ,- so sind es, je nach der Natur der Regierungen, die richterlichen oder die legislativen Kôr- perschaften, welche darüber zu bestimmen haben.//

Dies waren die Prinzipien Frankreichs bis zum Jahre 1831, Zu dieser Zeit wurde zwischen Frankreich und England eine Con- vention abgeschlossen, um das gegenseitige Durchsuchungs - Recht festzustellen und zwar 1) längs der Westküste von Afrika vom Grünen Vorgebirge bis zu Lat. S, und Long. 30° W. Paris; 2) um die Jnsel Madagascar herum, in einer etwa 20 Lieues breiten Zone; 3) in derselben Entfernung von den Küsten von Cuba, Puerto Rico und Brasilien. Bei diesem Traktat, der durch die Convention vom 22, März 1833 noch einige Erwei- terungen erhielt, hatte Frankreich offenbar die Absicht, den Neger- handel an den Küsten, wo er beginnt, und an denen, wo er endigt, u blofiren. Es wollte die Einschiffung und die Ausschiffung der

teger verhindern. Es hatte hier von Seiten Frankreichs und seiner Regierung Aufrichtigkeit zum Grunde gelegen; und welche Einwürfe auch Übrigens gegen jene Conventionen erhoben werden fönnen, so muß man doch anerkennen, daß der Wunsch, dem ab- scheulichen Negerhandel einen entscheidenden Schlag zu verseßen, dazu dienen konnte, den sehr reellen Nachtheil zu übersehen, ein Recht zu heiligen, welches, ungeachtet der stipulirten Gegenseitig- feit, doh nur hauptsächlich von England ausgeúbt werden mußte.

Diese Englische Regierun seßte so großen Werth darauf, daß sie bald Unterhandlungen ctadaie, um die Gränzen, innerhalb welcher das Durchsuchungs-Recht. gestattet war, weiter auszudeh- nen. Seit dem Jahre 1836 suchte sle Oesterreich, Rußland und Preußen, für welche diese Frage weit „weniger Interesse hat, zu bewegen, den mit Frankreich. getroffenen Anordnungen, welchen sie noch eine weitere Ausdehnung geben wollte, beizutreten. Seitdem ist nichts unterlassen worden, um die Abschließung des Vertrages zu beeilen, der am 20, Dezember vorigen Jahres im Foreign Of: fice zwischen den fünf großen Mächten unterzeichnet worden ist. Dieser Traktat gestattet den Schiffen, welche die Flagge einer die- ser Mächte führen, das Recht, alle Schiffe zu durhsuchen, welche des Sklavenhandels verdächtig sind; er macht die Polizei gegen den Negerhandel zu einem Theil des allgemeinen Völkerrechts von Europa; er legt den fontrahirenden Mächten die Verpflichtung auf, sobald wie möglich Geseße vorzuschlagen oder anzunehmen, die den Sklavenhandel dem Seeraub gleichstellen, wie es das Engli- sche Geses thut, und die Todesstrafe gegen denselben auszuspre- chen, wie es dieses Geseß will.

Die Journale des geskúrzten Whig-Ministeriums und die des gegenwärtigen Tory - Ministeriums reklamiren auf gleiche Weise fúr ihre Patrone die Jnitiative dieses Traktats; man fann aus den eben erwähnten Thatsachen ersehen, daß diese Jnitiative we- der dem Einen, noch dem Anderen angehört, und daß der Traktat nichts weiter ist, als das wieder aufgenommene Projekt des Lord Wellington, gegen welches die Regierung der Restauration auf dem Kongreß von Verona so energtfth protestirte

I RRte ist die Rolle, welche damals Frankreich spielte, auf die Vereinigten Staaten übergegangen. Aufgefordert, dem Traktat beizutreten, hat die Amerikanische Regierung sich gewei- gert und als Motiv dieser Weigerung genau dieselben Argumente angegeben, deren sih im Jahre 1822 die Bevollmächtigten Frank- reichs bedienten. England, um nichtsdestoweniger seinen Zweck zu erreichen, wollte einen Unterschied machen zwischen dem Durchsu- chungs-Recht, das die Vereinigten Staaten ihm streitig machen, und dem Recht, jedes Schiff, welcher Nation es auch angehören möge, anzuhalten, und seine Schijfspapiere abzüfordern, um zu beurthei: len, ob es auch wirklich « auf’ den Vortheil der Flagge, unter der es fährt, Anspruch machen fönne; die Amerikanische Regierung hat, theils durch diplomatische Noten, ‘theils in der lezten Bot- schaft des Prâäsidenten, gegen diese Unterscheidung protestirt. Während Herr Tyler sich auf die Nothwendigkeit strengerer Gesebe stUKt, um zu verhindern, daß man nicht den Sklavenhandel durch die Flagge der Union decke, beharrt er dabei, wie es sich gehörte daß es ungeseblich sey, ohne die förmliche Zustimmung Amerikas irgend eine Veränderung mit dem Seerechte vorzunehmen. „Es ist dies“, sagte er, „ine Befugniß, die wir ohne unsere Zustim- mung weder einer einzelnen Naïion, noch allen Nationen der Erde zusammengenommen zugestehen.“ Jn den durch Herrn Stevenson Überreichten diplomatischen Noten bemerkt man, daß die Amerika: nische Regierung zu befürchten scheint, England werde das Durch: suchungs-Recht zur Verhinderung des Sklavenhandels, welches es jeßt für gewisse Meere verlangt, als Präzedenz-Beispiel benußten, um später das Durchsuchungs-Recht fúr alle Meere zur Verfol: gung von Deserteuren zu verlangen, ein Recht, das es früher ein: mal geltend machen wollte und das so viel zu den Differenzen zwischen den beiden Völkern beigetragen hat, Lord Ashburton ist nach den Vereinigten Staaten gesandt worden, um dort die For- derungen der Englischen Regierung zu unterstützen.

Auch in Frankreich hat das gegenseitige urchsuchungs- Recht zahlreiche Gegner gefunden; es mußte so seyn, weil die Ungleichheit der beiden Marinen nothwendig auch eine Ungleich- heit der Kreuzer zur Folge hat und somit die Gegenseitigkeit an- nullirt ; diese, vollständig im Prinzip zugestanden, reduzirt sich in der Praxis auf Weniges :

Paris 1842.

¿Dies Recht//, sagt der Verfasser einer so eben erschienenen Bro-

hüre *), „hat die Tendenz, die beleidigenden Ansprüche Großbritaniens auf die allgemeine Polizei und Gesehgebung der Meere ju bestätigen und auf dem Ocean eine Art von maritimem Feudal-Wesen zu E n- den, dessen Vasall das ganze Europa, und j Frankreich zuerst, ju werden im Begriffe sticht ; es hat den Zweck, (

rung das Monopol für alle Kolonial-Waaren in die d. h. die Engländer zu dem einzigen seefahrenden Volke der ganzen Erde zu machen.//

der Englischen Regte- Hände zu geben,

England hat, diesem Schriftsteller zufolge, den Plan, die Ma-

nufaftur - Jndustrie Ostindiens, welche die Völkerschaften in Cen- tral- und Súd-Asien versorgte und die verschwunden is, seitdem jenes Land mit den Tg der Europäischen Fabriken über- \shwemmt wurde, durch eine

seßen, die eine fruchtbare Quelle neuer Reichthúmer werden solle. Es handle sich um nichts Geringeres, als der Asiatischen Welt das Monopol der Kolonial-:Produfkte der Erde zu sichern. Schon sind tropische Pflanzen daselbst naturalisirt worden, und sie gedeihen. Aber es ist nicht hinreichend zu produziren, man muß den Erzeug- nissen auch Absaß verschaffen und deshalb die eingenommenen

berlegene Ackerbau-Jndustrie zu er-

Stellungen umstürzen und die Waaren der Antillen und Ame- rifa’s, welche im Besiß des Europäischen Marktes sind, ausschließen. Dies wäre, nah dem erwähnten Verfasser, das Geheimniß des Eifers von Seiten Englands fúr die Abschaffung der Sklaverei: „Man bedarf“, sagt er, „der Arbeit der Neger nicht, wenn man 100 Millionen Hindus hat, die man beschäftigen und ernähren muß, nachdem man ihre Mittel zur Arbeit zerstört hat. Diese Ansicht nähert sich, wie man sieht, derjenigen, welche der berühmte Schriftsteller, welcher Frankreich auf dem Kongresse zu Verona repräsentirte, ausgesprochen hat.

;¡Das Durchsuchungs-Recht‘/, fährt der genannte Publizist fort, is nur cine Evisode der gewaltigen Maßregel - weiche in einer sehr nahen Zeit die Europäer von jedem direkten Antheil an den Kolonial- Waaren ausschließen soll. Es dient dazu, den Europäischen Kolonicen zu schaden, eine eifersüchtige Aufsicht auszuüben, die Handels-Bezie- hungen zu fesseln und die Konkurrenz eines Handels-Rivalen zu ver-

nichten, indem man alle seine Geheimnisse entdeckt. Die Englischen Kreuzer begünstigen daher indirekt die große Agrikultur-Umwandlung, die in Ostindien stattfindet. Fedes Recht der Gegenseitigkeit zwischen zwei an Kräften ungleichen Völkern if eine versteckte Dienfibarkeit und eine Unterdrückung für das shwächere; und da England überall Kreuzer hat , die gegen den ganzen Europäischen Handel die Durch- suchung ausúben, jo ift es in der That die Königin der Meere, und nôthigt alle Völker zu Handlungen der Unterwerfung und der Vasal- lenschaft.//

„Seht“, schrieb Montesquieu an den Abbé Nicollini, „wie

die Engländer alle Meere bedecken; es is ein großer Wallfisch.“ Und bei einer anderen Gelegenheit rief er aus : „Die Herrschaft der Meere hat den Völkern, welche sie besaßen, stets einen gewis-

sen Stolz verliehen; denn da sie fühlen, daß sie Jedermann belei- digen können, so glauben sie, ihre Macht sey eben so unbegränzt, wie der Ocean.“ Wir führen diese Worte an, weil sie sehr gut das ausdrúcken, was wir von der gegenwärtigen Stellung Englands in Bezug auf Frankreich und die übrigen Völker den- fen. Es tráumt von der Erniedrigung aller Flotten vor seiner mächtigen Marine, wie Joseph träáumte, daß die Garben seiner Brúder sich vor der verneigten, die er gebunden. Je mehr Eifer wir fúr die Abschaffung der Sklaverei zeigen, um so mehr mússen

| wir uns gegen den politischen Vortheil erheben, den England aus

diesem großen Akte der Humanität ziehen will. Wir gehören nicht zu denen, die in den edelmÜthigen und beharrlichen Anstrengungen, deren Prinzip bei ihm die christliche Barmherzigkeit gewesen, nur eigennüßige Absichten entdecken; aber wir verkennen auch nicht die Vortheile, welche seine Regierung aus seiner Philanthropie erwar- ten konnte. Es is ein großes Glúck für den Ruhm des Engli: schen Volks, daß die Jnteressen der Humanität und sein Staats- Interesse sich zuweilen vereinigen; aber dies gute Glück findet nicht immer statt, und bei seinen Streitigkeiten mit China hat es gezeigt, welche Wahl es trifft, wenn es wählen muß: da das Staats : Jnteresse damals den Vorzug vor allen anderen er- hielt, so kann man glauben, daß es auch etwas in der Waag- schale wiegen wird, wenn diese sich auf die Seite der Humanität

flaneigt: Die wirklich religiós Gesinnten in England hatten drei-

ig Jahre lang für die Sache der Schwarzen gegen die politische

Partei gekämpft, welche sich derselben plößlich angenommen at, noch ehe sie eingesehen, welche Vortheile bre E E wachsen könnten: ihr Werk ist daher ein reines; es war eben so sehr ein Werk der Verleugnung und Hingebung, als das Beneh- men der Englischen Regierung das Resultat einer Berechnung war.

Franfreih hat sich uneigennüßiger gezeigt als England.

Während England die Verträge von 1831 und 1833 dazu be- nußte, um seine Herrschaft zur See besser zu befestigen, willigte Frankreich, durch Unterzeichnung derselben, ein, nicht an sein Staats- Interesse, sondern nur an ein allgemeineres Jnteresse zu- denken. Wir wollen hier nicht untersuchen, in welchem Falle diese Unterordnung des Staats: Jnteresses erlaubt seyn kann; der Zweck, den man zu erreichen sich vorgeseßt hatte, war ein so er- habener, daß es eines civilisirten Volkes würdig war, ihn um den Preis einiger Opfer der Eigenliebe zu verfolgen. Frankreich und England werden gute Wache halten, sagte man; wie sollte denn der Sklavenhandel nicht aufhdren ?

Diese Hoffnung is getäuscht worden : man weiß jeßt durch

die von Herrn Buxton gesammelten Zahlen : Angaben, daß der Negerhandel nur zugenommen hat. Statt zuzugeben, daß die Kreuzfahrten nicht in einem hinreichend ausgedehnten Maßstabe angestellt worden seyen, und einzuwiliigen, dieselben auf noch aus- gedehnteren Grundlagen zu versuchen, hätte Frankrtich vielleicht dieselben als genügend betrachten sollen: der Widerstand der Ver- einigten Staaten, welche jede Ueberwachung unwirksam machte, hâtte ihm dazu das Motiv und die Gelegenheit geboten. Wir glauben nicht, daß dieser Entschluß, den ernste Rücksichten ihm eingeben könnten, der Abschaffung des Sklavenhandels ‘nachthei- lig gewesen seyn würde, wenn es gleichzeitig selbst strengere Mit- tel gegen denselben ergriffen und obne B

zur Abschaffung der Sklaverei geschritten wäre. Mann fann in der That nur durch die Emancipation hoffen, dem Sfklavenhan- del ein Ende zu machen. Hâtten wir schlagen, so würden wir unsererseits das Gute ausgeführt haben, was wir beabsichtigten, und wir hätten auf dem Meere diejenige Unabhängigkeit wieder gewonnen, der, wir glauben es gern, fúr einige Zeit Gränzen „Zeseßt werden mußte, weil eine fúr eine ganze Menschenrace nöthige Erfahrung zu machen war, die aber Jeßt durch nichts mehr anempfohlen wird, und die so sehr gegen unser Staats-Jnteresse zu seyn scheint, das wir nur zu sehr aus den Augen seßen, während England sich des seinigen stets erinnert.

erzug in seinen Kolonieen

offen diesen Weg einge-

Wir wollen hier auf einen Unterschied zwischen England und

Frankreih aufmerksam machen, der, wir bekennen es, nit zu unserem Vortheil ist, Jn England is die religióse Partei die erste auf der Bresche gewesen und erst, nachdem sie die Nation von

*) Atteinte à la liberté des mers; par M. Petit de Baroncourt