1842 / 26 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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Beschleunigung des Baues einer Eisenbahn von Paris nach der | ein Spalier bilden, dur< welches der Kdnig und seine Begleiter Spanischen Gränze über Tours, Bordeaux und Bayonne, mit | hindurchgehen ‘werden. S Die des der der E und n einer Abzweigung nach Nantes, und die Bn Fes für die | Schule des Marine-:Asyls sollen sh unter dem Befehl des Lieu- ersten Arbeiten an dieser Bahn zu bewilligen. ie Versammlung tenants Rouse auf den Stufen zwischen der gemalten Halle und ernannte eine Kommission, bestehend aus den Herren Tesnières, | der Kapelle aufstellen. An den Thoren edes die Lieutenants Gouin, Wüstenberg, Laurence und Binau, welche aufgefordert | Tuer, Felton, de Montmorency und Casey die Wache haben. wurden, diese ARg ennen bei der Regierung zu betreiben. | Durch das dstliche Thor werden nur Personen eingelassen, die

Börse vom W. Januar. Die Französischen Renten wa: | mit Billets versehen sind, und das westliche Thor is für die Ein- ren heute etwas mehr t, Es hieß, Herr Thiers habe | und Ausfahrt der Equipagen der Königlichen Familie und der heute in der Deputirten - Kammer das Wort genommen. Auch | Kabinets-Minister und Botschafter bestimmt. Alle Marine: und war das Gerücht verbreitet, der König befinde sich unwohl. andere Offiziere werden bei dieser Gelegenheit in ihren Parade- An der Börse wurde mitgetheilt, die Portugisische Regierung | Uniformen erscheinen und die Jnvaliden und Zd linge in ihren werde demnächst einen Theil des Rü>standes ihrer Schuld bezah: | besten Kleidungen. Die östliche Seite des großen Plaßes vor len. S Jn Folge dessen erhob sich die 5 proc. Portugisishe Schuld | dem Hospital wird den Familien der Offiziere und den gegen um 1 pCt. Billets einzulassenden Personen angewiesen seyn, Die Einlaß: karten wird der Gouverneur ausgeben. Der König von Preu- ßen und die mit Allerhöchstdemselben kommenden Gäste werden übrigens das Greenwich - Hospital nicht in näheren Augenschein nehmen, sondern sich gleih nach ihrer Landung über Camberwell und Wandsworth and Schloß Windsor begeben. Der Landungs- plaß und der zu den Königlichen Equipagen führende Weg wer- den mit einem farmoisinfarbenen Teppich bede>t p . Es sind zum Freitag auch die Musik-Corps der Königlichen Marine-Trup- pen und der Königlichen Artillerie, so wie einige Detaschements Kavallerie und eine Abtheilung der Haupt-Stadt-Polizei, nach Greenwich beordert. Leßtere wird von dem Ober-Konstabler des Orts, Herrn T. Fisher, und den Lokal-Behörden unterstÜßt werden.

Gestern früh is Geheime Rath Bunsen von hier nah Ostende abgereist, um seinen Souverain dort zu begrüßen und nah Eng: land herüber zu geleiten. i

Jn Windsor sind bereits einige Königlich Preußische Bagage- Wagen angekommen.

Es is jeßt das zweitemal, daß einer der Könige von Preu- ßen nah England zum Besuch kömmt. „Man wird sich erinnern“, ro ur al j sagt ein hiesiges Blatt, „daß im Jahre 1814, kurz nach der er- Sinne des Wortes überfüllt waren, sondern daß sogar die zu den | sten Abdankung des Kaisers Napoleon, als die Stadt Paris von Tribünen führenden Gänge mit Personen, die, ungeachtet daß sie | den verbündeten Heeren beseßt war, Se. Majestät Friedrich Wil: Eintrittskarten besaßen, nicht vordringen konnten, besest waren. | fe IIL dieses Land in Gesellschaf des Kaisers Alexander von

Um zwei Uhr bestieg Herr Guizot, bleih wie man ihn no< | Rußland besuchte. Die meisten unserer Leser werden noch der nie gesehen hatte, die Tribüne. Man versichert mich, der An: | prachtvollen Feste gedenken, welche bei dieser Gelegenheit im Früh: griff des Grafen Jaubert am vorhergehenden Tage gegen ihn, | ling und Sommer 1814 hier stattfanden. Die Königlichen Gâáste habe den Minisker der auswärtigen Angelegenheiten so schmerzlih | wurden damals zu wiederholtenmalen im Carlton:Palast von Sr. betroffen, daß die Aerzte ihn abriethen, gestern das Wort zu neh: | Königl. Hoheit dem Prinzen Regenten (nachmaligem Georg IV.) men. Aber Herr Guizot bestand darauf zu sprechen, und der An: | festlich bewirthet und auch von den Londoner Bürgern zu einem fang seiner Rede beweist zur Gen“ge, daß er das Bedürfniß | glänzenden Bankett eingeladen, welches mit auserlesener Pracht fühlte, seinem Unwillen gegen Herrn Jaubert, seinem ehemaligen po: | în der Guildhall gegeben wurde. Kdnig Friedri<h Wilhelm 1V. litischen Freunde, Luft zu machen. i besucht England in friedlicheren und nicht so gewichtigen Zeiten,

Ich will hierin dem Minister der auswärtigen Angelegenhei: | aber wir zweifeln nicht, daß Se. Majestät eben ps herzlich wird ten nicht folgen, denn die Persönlichkeiten gehdren nicht in das | empfangen werden, wie fein erlauchter, allgemein betrauerter Va- Gebiet einer unparteiischen Berichterstattung. Aber vom rein ber: | ter vor 28 Jahren.“ tenden Standpunkt aus muß ih erwähnen, daß das Resultat der | Die Gesandten von Portugal und Hannover haben als Fa- Rede des Herrn Guizot den Erwartungen seiner Freunde nicht | milien : Gesandte Einladungen zur Taufe, zum darauf folgenden

anz zu entsprechen scheint. Denn abgesehen davon , daß er rú>- | Frühstú> und zum großen Bankett am Abend der Taufe mit dem

ichtlich der orientalischen Frage mit anderen Worten das nämliche | Beif gen Girplinaiii: daß man erwarte, sie bis zum 26sken in Schloß Windsor verweilen zu sehen. Sie werden somit zu den Festlichkeiten der folgenden Tage nicht ugezogen,

O Paris, 20. Jan. Die gestrige Sigung in der Deputir- ten-Kammer gleicht wahrhaftig der Schlacht von Toulouse, wo beide streitenden Theile sich den Sieg zuschrieben. Wer das aus- gezeihnete Redner: Talent des Herrn Guizot näher kennt, der mußte die Nachricht, derselbe werde die Tribüne besteigen, um seinem Versprechen gemäß der Kammer über die vom Kabi- net vom 29, Oktober befolgte auswärtige Politik verlangten Aus- fünfte, zu geben, der mußte, sage ich, eine solche Nachricht mit Freuden aufnehmen; denn selten bot sih für einen Minister eine bessere Gelegenheit dar, als Staatsmann und Redner in gleicher Weise sich ervorzuthun. Der Orient mit seiner mysteridsen Zukunft, Spanien mit seinen blutigen Kämpfen, seinen politischen Factionen, und dem neuesten Etikettestreit, Großbritanien mit sei: nen Ansprüchen auf die Herrschaft der Meere, und seiner Politif in Konstantinopel und Alexandrien, dies waren die in- tecessanten Gegenstände, die, abgesehen von der Beredsamkeit des Sprechers, die Aufmerksamkeit der Kammer gestern zu fesseln hatten. Der Zudrang des Publikums war auch in der That so groß, daß nicht nur alle Tribúnen der Kammer im wahren

sagte, was er bei der Adreß-Diskussion in der Pairs-Kammer ge- sagt hatte, und daß die AuszÚge der diplomatischen Depeschen die er gestern vorlas, nichts enthalten, was im Wesentlichen nicht ) Die trefflichen Musif-Chdre- des Königlichen Garde- Kavalle: schon befannt wäre, so findet man in der gestrigen Rede eine viel: rie-Regiments und des 72sten Regiments Hochländer, die zu Wind- leicht zu warme Apologie der Britischen Allianz, die nie inden wahren | sor in Garnison stehen, haben den Befehl erhalten, bei dem gro: Tendenzen der Kammer lag, weil die überwiegende fonservative | ßen Bankett in der St. ESeors - Halle am Abend der Taufe zu Partei immer eine andere Richtung, nämlich die Allianz mit | spielen. Sie werden die (fif:Gallerie am Westende des Saa- Deutschland, verfolgt wissen wil. Das Kabinet vom 15. April, | les, dem Königlichen Thron gegenüber, einnehmen, die zu dieser welches das einzige war, das seit der Juli - Revolution während | Eger patt bedeutend erweitert wird Sämmtliche auszufüh- drei voller Jahre seine Existenz behauptete, verdankte dies | rende Musifkstú>ke sind vom Prinzen Albrecht aus den Wer- vorzüglich der Gleichgültigkeit für die Allianz mit Großbrita: fen von Beerhoven, Ries, Mendelssohn, Auber, Labißky und nien und seinem Streben mit den nordischen Mächten in | Musard ausgewählt worden. Die beiden Chdre, welche beroins ein besseres innigeres Einverständniß sich zu seßen. Graf | Molé, die Personification des konservativen Prinzips in der Pairs-Kammer, und Herr von Lamartine, der Chef der Konser: | vativen in der Deputirten-Kammer, sollen die Allianz mit Groß-

britanien immer als Uropie betrachtet haben, weil die wechselseitigen

materiellen Jnteressen, die die Haupthebel des Thuns und Lassens

der größten Anzahl von Jnstrumentalisten bestehen, die jemals in

spricht sich daher eine außerordentliche Wirkung. 16 Klarinetten, 4 Flôten, 2 Oboen, 5 Fagotten, 6 Hörner, 3 Ser-

Es werden

britanien die Möglichkeit benehmen. Nach der Meinung des Herrn GuneE De i aa a jeßt fas immer m der De blieb und in der Praxis haufig widerlegt wird, soll die Gleichheit der George Hayter, Geschichts- und Portraitmaler der Königin, politischen Verfassung das Band der Nationen bilden. Mithin | hat Befehl Soden Le Taufe Zat zu seyn, um Ante soll Franfreih zuerst mit England und dann mit Spanien und | Skizze der Gruppe von Königlichen und anderen boben Personen Portugal Bündnisse schließen. Jch will nicht weiter das nur all: | zu entwerfen, die während der heiligen Handlung den Taufstein zubefannte Thema der Britisch - Französischen Allianz entwi>eln, umgeben, wonach er dann spâter im grdßten Maßstabe ein pracht-

sammenwirken. Die Herren Tutton und Rix werden abwechselnd dies Orchester dirigiren.

ih wollte nur der Thatsache gedenken, daß diese Allianz in Frank- | volles historisches Gemälde dieser bedeutungsvollen und interessan- |

reich eigentlich nie und am wenigsten jeßt recht populair war und | ten Scene ausführen soll.

S ; und daher kam es vielleicht, daß von Seiten der minifteriellen | Der heutigen Times zufolge, würde der Prinz von Wales

ags: die Rede des Herrn Guizot weniger beklacscht wurde, als | in der Taufe wahrscheinlich die Namen Albrecht Eduard erhalten.

le Opposition sich dagegen erhob. Die Morning Posk zeigt an, daß der Contre-Admiral Großbritanien und Irland. Cochrane von der Admiralität Befehl erhalten habe, seine Flagge

i d unverzüglih nah China abzugehen. London, 19. Jan. Die Fregatten „Warspite“ und „Vin: P Nun l T di j Jug k dictive“ sind gestern Mittag von pet e E iee Saa Der John Bull spricht die Meinung aus, daß an eine Be-

| endigung des Krieges mit China nicht zu denken sey, bis man Einfu e begeben sich zusammen nach Ostende; um dort die | 40,000 Mann Daditt A binseats und im Jnnern des welche béftanrlich cte Zen Enge t Mgi 1 Â E ae D Bevölkerung gegen ihre Tatarischen Herr- ( . ed wird, er zum Aufstande bringe. Hh Lm U sich diesem Geschwader nicht anschließen, Der nôrdliche Theil von London wurde am vorigen Sonn: Majestät beim Ger Spitt von Nore vor Anker legen, um Se. | abend Abends durch sechs bis acht Bursche in Erstaunen gesebt, ren, Der „Firebrar erfahren nah dem Seegebrauche zu saluti- | die eine Mittheilung über Ludwig Philipp's Tod ausriefen, Sie gehen, u N ps g] sollte gestern Mittag nach Ostende ab: | verkauften für 1 Penny ein Blatt mit etwa 30 Zeilen, in denen warten; das Dampfschif Ankunft des Preußischen Monarchen zu | gesagt war, so eben sey ein Courier eingetroffen mit der Nachricht, , weil man in dem Au Les jedo<h um 4 Uhr no< in Woolwich, | ein Schuß abe den Kbni getroffen und wahrscheinlich getödtet; haftes an seinen Maschine e wo es abfahren wollte, etwas Schad: | ganz zuverlässig sey diese Angabe jedo<h no< nicht, man warte water“, vom Capitain Wash entde>te. Das Dampfboot „Shear- | aber ängstlih auf weitere Nachrichten. Man glaubt, daß die Bur- reit; es soll den „Firebrand" {2 befehligt, lag zur Abfahrt be: | sche durch diese Lüge eine bedeutende Summe gewonnen haben. ghtning“ hat den Befehl erh genten: auch das Dampfboot Der Age erklärt das neulih erwähnte Einschreiten des Fis- \{ließen, da es sich au aier Lee sich dem Geschwader e fus ge en den Nachlaß des ift Schriftstellers Theodor als sehr tücvtig bewährte. Die Beiehiern angestellten Probefahrt | Hoo fr um 0 unzulässiger, da dieser nicht selbst den Kassen: on gon Woolwich fie l gan di Sun Lr t DES begangen, E nur durch Oa Ee einem Farbi- er Ankun en en Diebstahl möglich gemacht habe. aber, daß eine Ehrenro der Kdni ote erlassen, man glaubt g “A Ölote d f Guta M au S O egi „Die Freitag in Greenwich aufgetel ég ied. Marine-Truppen am | Britischen Fonds sind heute wieder etwas höher gegangen, und . Majestät an diesem Tage oder doch am Monan die Ankunft | Geld is, Kapitalien in Folge der Dividenden - Zahlungen in abend erwartet, wenn die Schiffe durch kei rgen des Sonn: | Ueberfluß vorhanden sind, bei der jeßigen Geschäftsskto>ung aber Umstand in ihrer B aufgehalten werden, Außer rhergesehenen nicht vollständige Verwendung finden können, zu 3 bis 4 pCet, Sor t werden s i m Prinzen | leicht zu haben. Auf dem Markte der auswärkigen Fonds sind ir Robert Stopford, der Gouverneur deg Greenwich-Hosrrdl besonders die Portugiesischen bedeutend hdher gegangen, und die und das diplomatische Corps nah dem Landungs begeben gd darin gemachten Ankäufe waren sehr beträchtlich. Dies rührt E Doiditas werven 2210 ee dor Zal Dre Lis Green | Fader ine beendi, Poreugals her, melde die Bons, Jn - , , un er em n rer erun en ieutenants Rivers und Bedford cingaum. das Viered aufgestell gung ihrer Fo gen hoffen ood und anderen Sechelden

eyn; die, welche unter Nelson, Collin gefochten und einen Arm oder ein Bein verloren haben, werden

L London, 18. e Grundsteinlegens déé hiesiZen Bbele fiatt, due

eierlichkeit des Albrecht die

in der vorigen Woche mehrere Proben gehabt haben, werden aus |

| P. / y E s j | pents, 3 Ophicleides, 6 Posaunen, 5 Trompeten und 2 Klapphör- | einer Nation sind, einem Bündnisse zwischen Frankreich und Groß: ner nebst Baß, Pauken, Trommeln, Ieiéaneia und Cte, | j

Hauptperson spielte uad von Volk und Behdrden auf eine Weise empfangen wurde, welche zeigt, wie sehr man ihn zu s weiß. Die Zeitungen theilen den ganzen Vorgang bis ins kl insle De: tail mit; ih will daher nur darauf aufmersam machen, daß nicht nur-Peel die Börse als eine Friedenshalle pries, sondern selbst der greise Held. Wellington bei dieser Gelegenheit jedes Lob seiner krie- gerischen Tugenden ablehnte, und den Wunsch ausdrü>te, daß wenigstens während seiner noch übrigen Lebenszeit keine andere Feier als fúr Gegenstände des Friedens stattfinden möge.

Diese Mäßigung verdient um so mehr Beachtung und Ver- ehrung, da unsere Rivalen, die Yankies, bei keiner Gelegenheit den Mund öffnen, ohne von der Möglichkeit eines Krieges mit Eng- land zu sprehen. Dies war E besonders der Fall bei den leß- ten Debatten im Senate zu Washington, also unter den Nota- bilitäten der Nation, wo man über die ung Amerikanischer Sklaven in Britischen Häfen als über Verleßung eines heiligen Völkerrechtes klagte, und nichts anders abzusehen schien als Krieg, wenn wir uns nicht dazu verskänden, das Recht Amerikanischer Bôrger auf Menschenfleisch unseren Den n entgegen anzuerken- nen. Aber bei all dieser männlichen M Ao st unsere-Regie- rung aufs äußerste gefaßt, indem sie in Arsenalen und Schiffswerf- ten unausgeseßt arbeiten läßt, entschlossen, eine Seemacht aufzu: stellen, welche dem Krieg schnell ein Ende machen müßte. Die Yankies haben unstreitig im Sinne, im Fall wir ihren ungerech- ten Forderungen nicht nachgeben, durch zahllose Kaper unseren Mul zu vernichten. Sie vergessen aber, daß die ungeheuere

enge unserer Kriegsschiffe, besonders aber der Dampfschisfe, welche bei dem zu erwartenden Fortbestand unserer Trbete eb Verhältnisse mir allen Staaten Europas, ganz gegen sie zu Gebote stehen würden, schon das Kapern erschweren, aber das Heimführen der gekaperten Schiffe unmöglich machen würde; denn der erste Schritt würde, wo die Zerstdôrung ihrer Häfen nicht thunlich, die strengste Blo- fade derselben seyn.

Aber wäre ihnen auch unsere Macht und Hülfsmittel niche so sehr überlegen, so dürfte do fein Britisches Ministerium dem Rechtsgefühl der Nation dur<h Nachgiebigkeit gegen jene Forde: rungen zu nahe treten. Denn obgleich meines Wissens unter allen Englischen Blättern freilich nur der Sun unser Recht leugnet, von allen verdächtigen Schiffen in den Afrikanischen Meeren, wenn sie die Flagge der Union führen, den Beweis ju verlangen, daß sie zu dieser Flagge wirklich berechtigt sind, so habe ich doch no< feinen Engländer gefunden, der die Ansprüche der Amerikaner aufs Gegentheil anerkannt hätte. Und daß wir ihnen in unseren Häfen Personen, die sle für ihr Eigenthum erklären, festhalten und den Banden der Knechtschaft zurü>geben sollten, darein würde England nicht willigen, und gälte es einen Kampf auf Leben und Tod.

Belgien.

Brüssel, 21. Jan. Se. Majestät der König von Preußen, welcher ges um 10 Uhr Morgens Lüttich verlassen, ist um 10x de bei der Station Ans angekommen; von dort ab benuste Se. Majestät die Eisenbahn; eine Lokomotive fuhr 10 Minuten voraus, um den Weg zu bahnen, dann folgte ein Convoi mit 6 Wagen, der König selbst in dem Königlichen Eisenbahnwagen, und ein zweites Convoi brachte die Dienerschaft und die Effekten der: selben. Der König war von Herrn von Arnim, Preußischen Ge- sandten am Brüsseler Hofe, begleitet. Jn Ans hatte Se. Maje-

| sfât eine Viertelstunde warten müssen: der König unterhiele sich

| mit dem Gouverneur der Provinz Lüttih und dem General Oli:

vier, Jn Mecheln traf Se. Majestät um 12x Uhr ‘ein, wo eine Lanziers - Eskadron mit Musik und 120 Mann Jäger zu: Fuß aufgestellt waren. Der Gouverneur der Bas Antwerpen, Herr von Brou>ère, Graf Baillet, Arrondissements- Kommissar, Veydt , Mitglied der Provinzial: Deputation, Saportas, Preußi- cher Konsul in Antwerpen, traten an den Königlichen Wagen. Der König sagte zum Gouverneur, er danke für den ehrenvollen

| Empfang und befinde sh ganz als gewöhnlicher Eisenbahn - Rei-

einem Zimmer des Schlosses zusammen gespielk, und man ver: |

sender. Der König fragte, wie bevölkert die Provinz sey: außer der Lombardei und einigen PEOIReN China'’s, meinte er, sey fein Land so bevölkert: der König lobte die {dne Uniform und Hal: tung des Lanziers. Herr von Brou>ère wünschte, Se, Majestät môge auf der Rükkehr Antwerpen besuchen, aber der König er- wiederte, es sey dies unmöglich, denn er werde entweder über Hol- land oder über Ostende zurü>reisen, um wieder bald in Aachen zu seyn. Um 3 Uhr wird der König in Ostende angekommen seyn. König Leopold is schon in Ostende, vom Großmarschall Grafen Aerschot und dem General Hane de Steenhuyse begleitet.

Ostende, 20. Jan. (Elberf. Z.) Die legte ,„ War- spite“ von 50 Kanonen und mehrere Dampfschiffe liegen bereits seit gestern Abend vor unserer Stadt, um Se. Majestät den Kd- nig von Preußen und sein Mefolge wahrscheinlich noch diesen Abend aufzunehmen und na< England hinüberzuführen. Ein Theil des Königlichen Gefolges ist bereits angekommen. Die Stadt ist festlich geshmü>t. Alle Konsulate und die Schiffe im Hafen und auf der Rhede haben ihre Mgaen aufgezogen, die See gebe ziemlich hoch, jedoch nicht stürmisch bewegt. er Wind ist sklich und es gewinnt somit den Anschein, als ob die Ueberfahre kurz und ängenehm seyn werde.

Deutsche Bundesstaaten.

A Leipzig, 21. Jan, Folgendes is die Haupt- Uebersicht úber den gegenwärtigen Personal-Bestand der Universität Leipzig,

| wie ihn das eben ausgegebene Personal: Verzeichniß für das Win:

2 angiebt. Bestand des vorigen Se- tudirende, nâmli<h 638 Jnländer und 265 Ausländer. Vom 1. Juli bis leßten Dezember 1841 gingen ab: im Ganzen 175, nämlih 90 Jnländer und 85 Aus: länder, Es verbleiben also: im i insel 728, nämlich 548 Jnläân:

ter - Halbjahr 1841 1 A m Ganzen 903

der und 180 Ausländer. Neu insfribirt wurden: im Ganzen 156, nâmli< 82 Inländer und 74 Ausländer. Daher Bestand : 884, nämlich 630 Jnländer und 254 Ausländer. Von diesen stu- diren: Theologie 237, Theologie und Philosophie 17, Jurispru- denz 336, Medizin 163, R 51, Gee 17 6, Philosophie 17, Pâdagogik 5, Philologie 27, Mathematik 17, Cameralia 8. Von den neu inskribirten Ausländern sind: 1 aus Havana, 1 aus Kurland, 2 aus Polen, 1 aus der Seme, 9 aus Oesterreich, 2 aus Hamburg, 2 aus Bremen, 3 aus Me>lenburg, 2 aus Nas: au, 3 aus Hannover, 1 aus Bean Lat 1 aus Zerbst, 2 aus

ayern, 18 aus den Herzoglich Säch sd: warzburgischen und Reußischen Ländern und 30 aus Preußen. Jn dem Lehrer-Per- iee en If IE en meh R ce ee

â et, feine è ein unverbürgtes Gerücht | bis birzu, daß das Ministerium die osop

oll, p che Examina für die Studirenden aller Safult A einzuführen; gewiß is, daß man ernstlih darauf

denkt, den sehr vernachlässigten allgemeinen Studien wieder denkt, Fen VT brilnahme zu verschaffen.

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Braunschweig, 24. Jan. Amtlicher Bekanntmachung zu- folge werden, weis in Folge des Nachsteuer-Geseßes einge: angenen Declarationen durchdie dazu niedergeseßte Kommission inlängli< geprüft und mit den Waarenvorräthen verglichen sind, nunmehr die vorgeschriebenen g s wr iy von heute an auf: hdren, wogegen der allgemeine. freie Verkehr mit den steuerpflich-

tigen Gegenständen eintritt.

Jtalien.

lorenz, 13. Jan. (A. Z.) Jn Lucca hat sich vor kur- em M Gescllschaft gebildet, welche die Errichtung einer Eisen- babn von Lucca nach Pisa zu unternehmen beabsichtigt. Jn die- sen Tagen wurde derselben von Seiten des hiesigen Gouverne- ments die nôthige Konzession ertheilt, indem ein Theil dieser Bahn auf Toscanischem Gebiet ausgeführt wird. nung beider Städte von einander is der von Pisa nach Livorno gleich und beträgt 11 Miglien. : i

Auf die bisher gehabte milde Witterung is pldblich der Win- eingetreten. Die Berge, zwischen welchen wir hier eingeschlossen rerer Tage anhaltend gefallenen Schnee ganz weiß und gewähren bei dem wieder eingetretenen hellen Wetter einen prachtvollen An- bli>. Sogar die Dächer der Stadt waren für kurze Zeit mit einer dünnen Schneede>e hier eine seltene Erscheinung über- zogen.

Spanien.

Madrid, 13. Jan. Der von Herrn Olozaga in der De- putirten- Kammer verlesene Adreß- Entwurf wird keine sehr starke Opposition gegen die Regierung hervorrufen. Der Paragraph, dem man mit der größten Spannung entgegensah, war weit mä- ßiger abgefaßt, als man erwartet hatte; die Kommission spricht darin den Wunsch aus, daß die Beziehungen zu den befreundeten Mächten keine Aenderung erleiden möchten, und sie läßt die Hoff- nung und den Wunsch durchbli>en, daß Frankreih und Spanien ihre wahren Jnteressen nicht verkennen und einig bleiben werden.

Es fällt hier allgemein auf, daß der Regent fast vollflommen isolirt lebt und außer vier bis fünf Adjutanten Niemanden bei sich sieht. Man glaubt, er wolle sich gänzlich von allen Parteien

fern halten. Griechenland. i

_— Athen, 26. Dez, Nachstehendes ist, nah der Mittheilung Englischer Blätter, die Note der Griechischen Regierung an die Gesandten der drei Mächte Großbritanien, Frankreich und Ruß- land in Bectreff ihrer Differenzen mit der Pforte : A

¡Als die Griechische Regierung die Note empfing, welche Sie in in Ubereinstimmung mit Fhren Kollegen unterm 20. Mai (1. Juni) d. F. an dieselbe richteten, so wie die zweite Kollektiv-Note, dic sie mir am 27. September (9. Oktober) mittheilten, in Bezug auf die noch unerledigten Angelegenheiten der Türkei, ward nicht sogleich eine Antwort ertheilt, weil die Regierung in ihrer Erwiederung Fhnen zu- r sämmtliche Maßregeln, die sic zu treffen im Sgr war, und die

j ngelegenheiten, mit deren Erledigung sie sich be- | dleblielung dieser Ai e ‘fann Fhnen Ri Ge anetannt seyn, |

âftigte, mittheilen wollte. j 2 7 Kabinet, in dem ih ein Mitglied zu seyn die Ehre habe, vom

ersten Augenbli>e seines Amts-Antritts an der Prüfung dieser Fragen und der angemessensten Art ihrer Erledigung mehrere Wochen gewid- met hat. er König theilte die Ansichten seines Minister - Rathes, entschied alle die- wichtigen Fragen , und es wurden demgemäß zur Ausführung der Befehle Sr. Majestät die gecigneten Maßregeln er- griffen. Es freut p hnen wie Jhren Kollegen dieselben in Be- Mas hrer Kollektiv-Röten jeßt offiziell mittheilen zu können.

Erlauben. Sie, daß ih mit einer Darstellung des Verfahrens be- ginne, welches die Griechische Regierung vom Änfang an in Bezug auf die Angelegenheiten der Türkei in Griechenland beobachtet hat,

und welches für die Unterthanen der Pforte ungemein günstige Fol- gen An, hrem Grundsaße, die Protokolle und Verträge zu be- e: zu

enen die einstimmigen Beschlüsse der Schußmächte in den Türkisch - Griechischen Angele enheiten Veranlassung gegeben, vom Anfang an stets getreu , cfadl die Griechische Regierung dem Unterzeichneten, als Königlicher Kommissar die Festungen Negropont, Athen, Caravala und Zeituni in Besiß zu nehmen, und eine Procla- mation zu verdfentlichen, in welcher sie der Muselmännischen Be- vdlkerung den Genuß derselben Vortheile zusicherte, die den christli- hen Unterthanen Sr. Majestät des Königs von Griechenland gewährt worden sind. Die Artikel der Protokolle in Bezug auf die Answan- derung in ernsie Erwägung ziehend, hat die Griechische Regterung < n t blos darauf beschränkt , den Osmanischen Einwohnern des Köni che freiwillige Auswanderung auch nach Ablauf der zu die- sem Behu in den Protokollen bestimmten Zeit noch vollständig frei- zustellen, sondern sîic hat ihre Toleranz in diesem Punkte so weit aus- gedehnt, daß es noch in gegenwärtigem Augenbli>e, wie Jedermann weiß, in der Macht eines jeden Osmanen sieht, ofen auszuwandern, und mit der Gewißheit, zu diesem Zwe>ke von den zuständigen Be- drden jede mögliche Untersiüßung und Erleichterung zu erhalten. le Pforte hat dagegen ein entgegengeschtes Verfahren beobachtet. Sie hat nicht blos nie eingewilligt , Familien , welche auszuwandern wünschten und berechtigt waren, nach Ablauf der zu diesem Behuf in den Protokollen bestimmten Zeit dazu Erlaubniß zu geben, sondern hat auch Alles gethan, um die Schritte Derjenigen zu hemmen, welche während der vorgeschriebenen Zeit die Absicht auzuwandern anzeigten, so cas sie dem Fnhalte der Protokolle in diesem Punkt nie Genüge eleistet. Da sie nicht zu erklären vermochte, sie wolle sich den im \ondoner Protokolle vom 30. Januar 1836 in Betreff der Auswande- rung vorgeschriebenen Maßregeln nicht fügen, umgi 9 sie deren Aus- führung dadurch, daß sie erst am leßten Tage vor Ablauf der Zeitfrist ne e At E vis die EPlperpeitre S L s E G absenden nn e Fermans dergestalt abfaßte, daß der Beide nd selb die Worte des Protokolls vollständig verändert und entstellt waren. i Z i dem Wunsche, den Autufen muselmännischer Besißungen in Gricchenland die für solche Verträge erforderliche Sicherheit zu ge- wdhren und demgemäß im nteresse der Verkäufer als Unterthanen der Pforte solche Unterhandlungen sehr zu erleichtern , errichtete die Griechische Ma gleich nach ihrer A eine Kommission, um die Berechtigung der Verkäufer zu prüfen und in jedem einzelnen alle nah vorg ngiger Yafung eine bestimmte Erklärung auszustel- en, als Beweis, daß dieses Grundstü>k nicht zu denjenigen gehöre, welche dem Griechischen Staate durch die Protokolle verliehen seyen, und daß die A keine Ansprüche Ea mache. Da die Ge- rihtshdfe alle Rechts\sachen A der Reihenfolge ihrer Eintragung auf der Liste und dem Datum ihrer Anmeldung erledigen, wünschte die Regierung zur besonderen Begeniqung der osmanischen Unter- thanen den Verzdgerungen abzuhelfen, welche bei der großen Menge der Geschäfte von einem solchen Verfahren unzertrennlich sind, Sie erließ demgemäß ein besonderes Ge chi kraft dessen jede persdnliche Nechtssache in der irgend ein Osmanischer Unterthan, sey es als Klä- er oder als Beklagter, betheiligt erscheine, für dringend erflärt wurde, oda der Gerichtshof obald ein Muselmann ihm seine Sache vor eleg e augenblicklich zu verhandeln verpflichtet war, während jede ähnliche Sache wischen Griechen nach ihrer Eintragung in die Register des Ge- richtshofes ihre Rei enfolge abwarten mußte. Fn Uebereinstimmung mit wiederholten Ansuchen der Kommissare der Pforte, und bescelt von der wohlwollendsten Absicht gegen alle Osmanischen Unterthanen, wil- ligte die Griechische Regierun ald daraufein, alle persdnlichen Rechts- sachen der Türken den gewdhnlichen Gerichtshdfen zu nehmen und ste der zur ré<ung ühet alle dinglichen Rechtssachen zwischen

Die Entfer: | zul

| R, berechti fan au m evn 4 - vyreoe por go rauen Maß- i | regeln zu befolgen , widerseßte s) nit os der »ließung eines ter un ungewöhnlicher und. desto ; empfinLlGerer Eifrenge Lier | B Endels «Vertragk. mit Griechenland nah den Bestimmungen der |

liegen, und selbst die niederen Hügel sind von dem während meh: | Protokolle Úber diesen Gegenstand: sondern wollte nicht einmal ein- |

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Muselmännern und Griechen bereits gebildeten gemeinschaftlichen Koms- | mission vorzulegen. Damit diese durchaus exceptionelle Lage der Dinge, | welche dem gemeinen Rechte völlig zuwiderlief, niht ins Unbestimmte rtdauere, hatte sie einen bestimmten Zeitraum fesigestelt, während | essen alle Rechtssachen dem gemeinschaftlichen Gerichtshofe vorgelegt | werden sollten. Später willigte sie ein, durch ein ausdrü>liches | Geseh diesen Zeitraum zu verlängern. Da die zur Ausführung der Urtelssprüche dieses Gerichtshofes geseßlich vorge [E Maß- cen wegen der zahlreichen Födrmlichkeiten, die in jedem Lande da- | mit verknüpft sind, ebenfalls viele Verzögerungen herbeiführten, suchte die Griechische Sara der Ungeduld der Unterthanen der erte von neuem zu entsprechen , ordnete für die Ausführung der | rtelssprüche des gemeinschaftlichen Gerichtshofes ein besonderes | Verfahren an und gestattete zu diesem Behufe persdnliche Verhaf- | tung, die das gemeine Recht Griechenlands in ähnlichen Fällen nicht

ßt. : : Während die Griechische Regierung im Jnteresse der Unterthanen der Pforte handelte, weigerté die Pforte sich nicht blos , auf ihrer

Seite ebenfalls die zu Gunsten der zur Auswanderung nach Griechen- |

willigen , irgend cine Erwähnung dieses Vertrages anzuhdren, wäh- | rend die Griechische Regierung schon längst cinen Bevollmächtigten | nach der Hauptstadt des Osmanischen Reichs abgesendet hatte, zu | dem ausdrücklichen Zwcck, Über diese Sache zu unterhandeln. 4}

Aus dem Vorhergehenden läßt sih klar erschen, wie freundlich | und günstig für die Türkei die Gesinnungen der Griechischen Regie- |

| rung waren, und wie sehr diese wünschte, den Vertrag genau zu be- |

folgen und die Angelegenheiten der Türkei in Griechenland rasch und | vollständig zu erledigen ; wie viele Múhe sie fich wirklich gab, nichts | zu versäumen, was in threr Macht stehe, um die Sachen zu ordnen, | obwohl sie durch die Protokolle keinesweges zu ‘allen diesen Konzessio- | nen verpflichtet war. Unter der Zahl der vielen von den Türken auf- | gr Forderungen befanden sich jedoch einige, denen die Griechi- | che Regierung mit dem besten Willen ihrerseits eben so rash wie oen | Übrigen zu genügen nicht im Stande war. Die Erledigung dieser | Angelegenheiten, Über deren Bedeutsamkeit Sie später zu urtheilen in den Stand geseht werden, konnte deshalb ers jeßt stattfinden, und de- | ren Beschaffenheit, so wie die Gründe, welche ihre Beseitigung bisher | vergägert werde ih nun Jhnen darzulegen die Ehre haben. | Î tese Angelegenheiten sind dreierlei : diejenigen, welche den Ver- | kauf von Grundstú>en betreffen, die Türken gehbrten und in der | Provinz Theben liegen; die, welche Ländereien betrefen, die in der | chemaligen Provinz Zeituni, jeßt einem Distrikte, der cinen Theil von | hthiotis bildet, im Besiße von Türken waren ; die, welche die Va- | ufs Ady in Eubda betreffen, in Betreff derer die Protokolle bestimmt | hatten, daß die Osmanischen Unterthanen befugt seyn sollten, über | die nugbringenden Rechte zu verfügen , die sie sich davon in den Vacfinames oder den Schenkungs-Urkunden zu frommen Zwecken vor- behalten hatten. Jch beabsi gei Ihnen der Reihe nah die Be- s{<lü}e mitzutheilen, welche die Griechische Regierung über alle diese | Gegenstände gefaßt und bereits in Ausführung gebracht hat. | In Bezug auf den ersten Punkt hatte die Griechische egte | rung auf Grund der Bestimmungen der Protokolle selbst den Mu- | selmännischen Einwohnern der Provinz Theben das Recht bestritten, Grundstücke zu verkaufen , die sie dort früher besessen hätten. Die | Protokolle gewähren den Muselmännern nur die Befugniß, Über | diejenigen ihrer in Theben belegenen Ländercien zu verfügen, vgn denen fie die gesehmäßigen Einkünfte erhoben, vorausgeseßt, daß der | Distrikt zur Zeit des Beitritts der Pforte zu dem Uebereinkommen | vom 3. Februar 1830 von Osmanischen Truppen beseßt war. Aber we- | der die Pforte, noch die Kommissare, mit denen diese Frage zu ver- | handeln war, erwiesen diese Beseßung; auch ‘wären sie nicht dazu im | Stande, da es allgemein bekannt ist, daß nach der am 13. September | 1829 gelteferten Schlacht von Petra dié:ODsmanischen Truppen gend- | thigt waren, die gute Provinz Theben zu! räumen und daß sie blos | die kleine Festung Caravala behtelten, die nicht dazu gehört, sondern der | Festung Negropont gegenüber liegt ; außerdem waren etwa 30 Solda- | ten am Hafen Oropo stationirt. Von dieser Zeit an fand kein Vor- | fall, keine Expedition, kein Einfall irgend einer Art von Seiten | der Türken statt, um den Zustand der Dinge, welchen die oben | erwähnte Schlacht herbeigeführt hatte, zu verändern , der vielmehr | bis zu der Zeit, als die Pforte den Protokollen beitrat, fortdauerte. | Außerdem hatte die Griechische Regterung mehrere offizielle Aften- | stücke in Händen, welche die militairishe Beseßung dur<h Griechen | bewiesen und unter Anderem zwet Erklärungen von den in Grie- | chenland beglaubigten Residenten der drei Mächte, deren cine an | die Regierung, die andrre an Hadgi-Jsmael - Bey, den damaligen Kommissar der Pforte, gerichtet war. Jn diesen Ferne ver- sichern die Residenten, welche sich an Ort und Steüe befanden und die Sachen zu beurtheilen im Stande waren, daß die Anforderungen der Muselmänner, welche früher in Theben Grundbesißer gewesen, Übertricben seyez und nur kaum auf die unmittelbar um die Festung | Karavala belegenen Ländereien aüsgedehnt werden könnten. Von dem Wunsche bescelt, alle diese Zwistigkeiten mit der Türkci deftnitiv zu erledigen und die Verbindung als gute Nachbarn zwischen beiden Ländern in genügender Weise zu unterhalten ; so wic auch durch Ge- fühle des Mitleidens für die Muselmänner, welche früher in der Provinz Theben Grundbesiß hatten und durch den Krieg zu Grunde gerichtet wurden, geleitet, willigte die Griechische Regierung, unge- achtet ihres unbestreitbaren Rechtes in dieser Sache, cin, der Pforte die beträchtliche Summe von 3,850,000 Türkischen Piastern auszu- ahlen, die zur Aushülfe und Unterstüßung der eben erwähnten Türki- schen Familien Thebens , denen chemals die fraglichen Ländercien ehörten, zu verwenden wären, um die Sache zu einer endlichen Er- ledigung zu bringen. Zufällig waren jedoch einige dieser Ländercien von ihren Besißern verkauft und die Hodgets oder Kaufbriefe det Käufern eingehändigt worden. Die Kommissare der Pforte wollten nicht- einwilligen, daß diese Hodgets für ungültig erklärt würden, tn- dem sie anführten, das Geseß und ihre Religion verbiete dies. Sie willigten jedoch ein, von der durch die Griechische Regierung angebote- nen Summe so viel, als auf die verkauften Ländereien kommen möchte, in Abzug zu bringen und den Rest anzunehmen. Was das fernere Schicksal der shon verkauften Ländereien betreffe: so stellten sie der Regierung anheim, dies mit den Personen, welche dieselben angekauft hâtten, nach Belieben einzurichten. Demgemäß kam am 3. (15 ) Sep- tember 1837 zwischen den Kommissaren der betreffenden Regierungen ein Vertrag zu Stande, der später von diesen Regierungen ratifizirt wurde, und die Pforte erklärte darauf, sowohl für sth als für ihre Unterthanen gebe sie alle Ansprüche und Rechte auf die in den er- wähnten Provinzen belegenen Ländereien auf. Dieses Dokument ist offiziell, und ward im Fahre 1838 im Regierungs-Blatte verdffentlicht. Diese Frage, welche in Bezug auf die Osmanische Pforte defini- tiv erledigt ist, bleibt demgemäß noch unentschieden in Bezug auf die bereits verkauften Ländereien, über welche die Osmanischen Kommis- sare sich nicht auf ein Abkommen einlassen wollten. Die Griechische Regierung hat offenbar gegen die Käufer dieser Ländereien dieselben Rechte, welche sie gegen diejenigen Muselmänner besaß, welche die- selben Lertautt haben. Die Käufer hatten außerdem noch das gegen sich, daß sie thren Ankauf nicht blos ohne Vorwissen der Griechischen Regierung, die durch keine Erklärung irgend einen Verkauf dieser Art in der Provinz Theben gestattet hatte, wie es in den anderen Provin- zen geschehen war, ae lossen, sondern daß sïe diese Speculation #o- par unternahmen, während die Regierung die Ländereien in Besitz hatte und ihren Besiß zu behaupten fortfuhr, so daß sie nicht einmal in gutem Glauben kauften. Da die Regierung aber wünschte, sich auch gegen diese Käufer eben so großmüthig und freundlich zu bewei- sen, hat Se. Majestät beschlossen, daß ihnen die Summen, welche sie den Türkischen Verkäufern bezahlt, im Laufe von fünf Fahren und in bestimmten Terminen Juri Edezapt, und daß ihnen außerdem ge- fin Vorleguttg der Beweise über die Bezahlung des Preises ihrer An- âufe und über die Zeit, wo diese stattfand, bei den zusiändigrn Be-

hdrden, von dem Augenbli>e der Auswechselung der Ratificationett

des Vertrages vom 3. September, für dicjenigen aber, welche erst spâter bezahlten, von dem Zahlungstage an, 8 pCt, Zinsen gewährt werden sollen. ) E Í

Ueber den dritten Punkt hatte ih bereits die Ehre, mit dem Tür- fischen Gesandten in Athen eine Unterhandlung anzuknüpfen. Die rage der Vakufs Ady von Eubda wurde schon im Fahre 1839 zwischen den ‘ommissaren der Pforte Koadi-Efendi und Said-Efendi einerseits und den dazu ernannten Griechischen Kommissaren andererseits zur Berathung gebracht. Nach vielen Schwierigkeiten war es ihnen zwar nicht möglich , die Art zu ermitteln , der jeder Vakuf angehdre, oder den Betrag zu bestimmen , auf welchen die Eigenthúmer nah den Pro- tofollen Anspruch hatten; sie vereinbarten sich jedo<h, die Geneh- migung ihrer Regierungen vorbehalten, Über ein Abkommen, na welchem die Vakufs zu dem Betrage der wahrscheiniihen Ady oder Eulats hinzugerehnet und dafür von Seiten der Griechischen Re- gierung im Ganzen eine bestimmte Summe bezahlt werden sollte. Als diese Vereinbarung der Griechischen Regierung vorgelegt wurde, fand sih, daß man die Bezahlung einer beträchtlichen Summe auf unbesiimmte, ungenaue und ungenügende Unterlagen zu bewilligen hatte. Zunächst v:rmochten die Muselmännischen Unterthanen, in deren Ramen die Kommissare der Pforte ihre Forderungen aufsiellten, keine Besiß-Dokumente beizubringen. Die Osmanischen Kommissare legten

| ein paar Vacfinames vor, mit der Bemerkung, die brigen seyen von den

Flammen verzehrt worden, aber ohne Beweis, daß die fehlenden Doku- mente auf die fraglichen Besißungen Bezug gehabt, oder daß diesc Be- sißungen wirklich zu der Kategorie der Ady oder Eulats Vakufs gehörten, Ferner is zu bemerken, daß die Authentizität der vorgelegten Doku- mente nicht zur Zufriedenstellung der Griechischen Regierung erwiesen wurde, und daß die Türkischen Kommissare auch nicht erwiesen , die Anspruch Erhebenden seyen no<h am Leben. Dagegen lagen der Grie- chischen Regierung mehrere vollständig erwiesene Zeugen-Aussagen vor, aus denen hervorging, daß mehrere der fraglichen Vakufs zu der Art der Vakufs Chery gehörten und demgemäß Eigenthum der Griechi- schen Regierung geworden seyen. Der König trug deshalb Bedenken, das Abkommen zu ratifiziren. Da Se. Majestät sah, daß die ver- langten Beweise nicht beigebracht wurden, die Sache aber zu erledt- en wünschte, beschloß der Kdnig, der Türkischen Regterntts einen Weg vorzuschlagen, auf dem diese Mngetegenbet sogleih zu beenden sey, weshalb er mih ermächtigte, die Bezahlung einer Summe von 500,000 Piastern als Entschädigung für die Vakufs Ady anzubieten. Diese Summe soll binnen zwei Fahren in verschiedenen Terminen be- zahlt und von dem Betrage der oben erwähnten Eulats Vakufs in Abzug gebracht werden, welche die früheren Kommissare bereits ver- kauften, obwohl eingestanden wurde, daß die Eigenthümer nur ein be- schränktes Jnteresse dabei hatten. Da dem Osmanischen Gesandten die angebotene Summe nicht genügte, so war ich gendthigt, um Mit- theilung einiger in ihren Händen befindlicher Vacfinames zu ersuchen. Es scheint unzweifelhaft, daß diese Schwierigkeit bald beseitigt seyn wird, da sie nur einen bereits anerkannten Grundsaß berührt. Aus diesen Thatsachen ergiebt sh, daß die Griechische Regie- rung nicht blos mehr gethan hat , als die Protokolle und die abge- schlossenen Verträge forderten, sondern auch jede mdgliche Mühe anwendete, um die drei leßteren Fälle in der Gesinnung des Wohlwollons gegen die Unterthanen der Pforte zu erledigen, von der sie beseelt ist. Wenn zu ihrer Erledigung eine län- ere Zeit ndthig war, so lag die Ursache darin , daß sïe von eincr shwicrigeren Art waren. Betrachten wir aber, daß die Griechi1che Regierung bei diesem Verfahren manches gute Recht aufgab und mehr als einmal Opfer brachte, um die Fnteressen dec Pforte zu för- vern, so hegen wir das Vertrauen, daß die fcemden Mächte einschrei- den werden , damit die Pforte ihre Verbindlichkeiten gegen den Kdnig ton Griechenland erfülle; und daß ist nicht blos den Sultan yver- anlassen , die gewaltsamen Maßregeln zurü>zuanchmen , die er zum Nachtheile der Griechishen Schifffahrt getroffen hat, sondern daß sie ihn auch auffordern, in einen Handelsvertrag zu willigen, der auf dem Grundsate der Protokolle beruht und dieselben Bestimmungen enthält, welche die Pforte anderen Nationen bewelligt. Haben Sie die Güte, eine Abschrift des Gegenwärtigen an Jhre Regierung zu schi>en und empfangen Sic die Versicherung meiner Hochachtung. Athen, 8. (20.) Dezember 1841. F. Rizos.

Aegypten.

Berichten aus Alexandrien vom 26, Dezember zufolge (die der Oest, Beob. enthält), hatte Mehmed Ali Fajum verlassen, um sich nah Ober-Aegypten zu begeben, von wo er zu Anfang des Zanuar in Kahira erwartet wurde. Die fünf ältesten Schiffe waren ins Arsenal gezogen worden, und man war mit Abtakelung derselben beschäftige. Die Marine hatte sich gleih der des Sul: tans uniformirt, und die Araber wetteiferten, wer früher die Aegyp: tischen Jacken gegen die langen Röke vertauschen würde.

Brasilien.

Rio Janeiro, 21. Nov, Heute endlih sînd die

| Kammern, nach mehr als sech8monatlicher Session, von dem Kaiser

mit nachstehender Rede geschlossen worden:

„Erhabene *) und sehr würdige Herren Vertreter der Nation!

„Indem Jch die gegenwärtige geseßgebende Versammlung schließe, ist es Mir eine große Freude, Jhnen für die wichtigen Dienste, die Sie dem Lande geleisket haben, zu danken. Durch die Rúsicht auf die allgemeine Wohlfahrt bewogen, mehr als einmal das Ende Zhrer Arbeiten weiter hinauszuschieben, fand Jch Sie ausdauernd auf dem Ehrenposten, auf welhem das Vol Sie gestellt hat. Jhrer patriotischen Beharrlichkeit verdankt Bra: silien die wichtigen Verbesserungen, die es in seinen Straf- und Verwaltungs-Geseßen erfahren wird; dieser patriotischen Ausdauer verdankt man die Gewährung der nothwendigen Mittel, mit denen Sie Meine Regierung in den Stand geseßt haben, den regel- mäßigen Gang der Verwaltung fortzuseßen und ungehindert fort- zuschreiten in dem Bemühen, die verderbliche Rebellion zu beenden welche noch die Provinz San Pedro do Rio grande do Sul be- drü>t. Es is Zeit, auszuruhen, Jn Zhrer Heimath werden Sie fortfahren, sich um das Vaterland verdient zu machen, wenn Sie sich, wie Jch hoffe, bemühen, in den Gemüthern Meiner geliebten Unterthanen den Geist der Ordnung lebendig zu machen, der Sie auszeichnet, und von dem das Glú> des Landes so sehr abhängt, Die F is Mgen j : nd hiermit ießt denn das Leben einer Legislatur, welche in der Geschichte Brasiliens eine wichtige Epoche beiidnet cte Partei von Vasconcellos, die schon in der Sißung von 1837 eine bedeutende Majorität erlangt und den Regenten Feijó zur Ab- dankung gezwungen hatte, trat von vorn herein in der Legislatur von 1838—41 als die herrschende auf; daß sie im vorigen Jahre einen Augenbli> unterlag, war wohl Schuld der Schwäche des leßten Regenten Araujo Lima; er hatte Vasconcellos, dessen Uebergewicht ihm drückend seyn mochte, aus dem Ministerium entlassen ; da- durch gewann die Gegenpartei Raum, und als man dann in der höchsten Bedrängniß zu dem Unentbehrlichen zurü>kehrte, da war es freilich zu \pât; aber die Gegner fonnten ihre Macht auch nicht lange behaupten. Die Majorität, die inzwischen wieder das Ministerium erobert hatte, trat in der diesjährigen Sißung ge- bietender als’ je auf und feierte no< am Schlusse ihres politischen Lebens einen glänzenden Triumph in der Annahme der beiden Ge- seße Über die Reform des Kriminal - Prozesses und über den

__") Augustos, ein Titel, den wohl keine Kammer, kein Senat in dex Welt je geführt hat.