1842 / 29 p. 3 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

raum zwischen den Zonen aufgehoben, und also auf der ganzen Strecke von den Afrikanischen Küsten bis nah Brasilien und der Insel Cuba erlaubt. Schließlich erklärte der Minister, daß Alles, was geschehen sey, den einzigen Zwe> habe, einen Handel zu un- terdrüd>en, der eine Schmacd für die Menschheit sey. Er leugne nicht, daß die Conventionen, die über dien egenstand abge- flossen wären, Uebelstände und mögliche Tuche und Ge- fahren enthielten. Aber er behaupte auch, daß sich in denselben Bürgschaften und die Mittel, gegen jene Gefahren zu kämpfen, vorfänden. „An d nen is es“, so schloß der Minister, „an Jhrer Regierung is es, sich jener Bürgschaften zu bedienen; aber fügen -Sie-sich “in -die-Uebelstände, fügen Sie sich in die Mißbräuche, fämpfen Sie gegen das Uebel, nur verzichten Sie nicht auf das Gute. Schwächen Sie nicht jeßt in den Händen Jhrer Regie- rung die Mittel, die man ihr vor zehn Jahren gegeben hatte, um fenes herrliche Werk der Emancipation unserer tmenschen zu verfolgen, jene Mittel, die niemals zu irgend einem Mibbrauche Anlaß gegeden haben, der des Lärmens werth wäre, den man jeßt daoon macht.“ (Beifall im Centrum.)

Hexr Dupin meinte, man müsse die Frage nicht entstellen und \ih nicht von ihr abbringen lassen. Es handle sich nicht darum, die philantropischen Ansichten und Aeußerungen des Mi- nisters zu bekämpfen. Niemand in dieser Kammer sei Anhänger der Sklaverei; alle Welt wolle die Abschaffung derselben. (Bei-

fall.) Wenn man L so sey es nicht über den Zwe>, soudern |

Uber die Mittel. Frankreich wolle den Zwe>, aber ohne von den Regeln dès Seerechts abzuweichen. Ueber die Conventionen von 1831 und 1833 lasse sich nichts sagen, da sie einmal beständen, und wenn dieselben auch unvdrütn e Bestimmungen enthiel- fen, so wären doch die Vorsichts - Maßregeln darin nicht vernach- lässigt worden. Die Frage sey jeßt nur, zu wissen, ob man sich bei dem Traktat von 1841 darauf beschränkt habe, die frühe- ren Bestimmungen zu erneuern und zu bestätigen, oder ob die- elben nicht auf eine Weise ausgedehnt worden wären, die die Gefahr für die Zukunft vermehrten, und für den Französischen . Handel Veriegenheiten herbeiziehen könnten, denen sich eine wohl: beratheue Regierung nie ausseßen müsse, wenn sie Herrin ihrer Macht und ihrer Souverainetät bleiben wolle, Der Redner machte nun auf die Unterschiede ausmereiam, die zwischen den früheren Conventionen und der von 1841 stattfänden. Man habe die Durchsuchungszonen gerade da erweitert, wo die wich- tigsten Französischen esipungen lägen, Es sey dies ein großes emmniß, ein großer Nachtheil für die Französischen Junteres- sen; man habe ferner die verdächtigenden Umstände ver- mehrt, und dadur<h die Schiffe manchen unnüßen Chika- nen ausgeseßt. Den Zutritt der drei anderen Kontinental- Mächte und die Art, wie derselbe geschehen sey, fand Herr Dupin am bedenklichsten. Jn dem Traktate von 1831 sey “gesagt worden, daß die übrigen Mächte aufgefordert würden, dem- elben beizutreten. Wenn dies geschehen wäre, wenn die anderen Mächte in der That einer schon bestehenden Convention ihre Zu- stimmung gegeben hätten, s0 würde in der Lage der Dinge nichts verändert worden seyn. Jede e wäre in ihrem Rechte ge- bliebeñ, und hätte sich den anderen Mächten gegenüber vertheidi- "gen können. So sey es aber nicht geschehen. Die Mächte hât- ten nicht eine bloße Zustimmung geben, sondern kontrahirende Theile werden wollen, und deshalb habe man einen neuen und veränderten Traktat abgeschlossen. s sey ein Traktat zu fünf, einer jener Verträge, für die man jeßt eine nur zu große Vor- liebe E Solche Verträge zu Vier und zu Fünf wären sehr gut, wenn sie günstig wären; aber sie wären hundertmal schlim- mer als ein Vertrag zu Zweien, wenn sie Gefahren darböten. Ja , so chloß Herr Dupin, wir wollen die Abschaffung des Sklavenhandels ; wir wollen ihn verhindern, wenn es möglich is; wir wollen gern die Polizei Über unsere Schiffe führen, wir haben sogar, indem wir gewisse Vorsichts- Maßregeln trafen , die Rechte zugestehen können, welche in den Verträgen von 1831 und 1833 ver- zeihnet sind; aber wir dürfen uns nicht von den damals festgesch- ten Vorsichts-Maßregeln entfernen; und wenn dies bereits gesche- hen ist, so darf die Kammer es nicht billigen; wenn es aber noch nicht geschehen, d. h. wenn der Traktat noch nicht ratifizirt worden ist, so muß man die Bemerkungen und die Berathungen der Kam- mer berü>sichtigen. Jedenfalls is die Frage jeht aufgehellter , als sie in der Kommission war. Dort wollte man uns nichts mittheilen, und obgleich man uns auch jeßt noch nicht den Text des neaen Traktates mitgetheilt hat, so wissen wir doch wenigstens, daß er nicht zu- friedenstellend für uns ist. Es if daher unumgänglich Po I: in die Adresse einen Paragraphen cinzurü>cn, der Frankreich Über die Unabhängigkeit und über die Ehre unserer Flagge zu beruhigen im Stande ist; dies is eine Frage, die nichts mit der über den Sklaven Ra emein hat ; die Ehre des Landes ist dabei betheiligt, und ciner olchen Frage können wir ni<ht aus dem Wege gehen. (Lebhafte Beifall zur Linken.) : Nachdem Herr Villemain in einer gedrängten UebersichE noch einmal die wesentlichsten Argumente des Herrn Guizot wie derholt hatte, bestieg Herr Thiers die Rednerbühne, um sich das Amendement und gegen den Traktat von 1841 auszusprechen. Jch will nicht, hob Herr Thiers an, gegen die Verträge von 1831 und 1833 sprechen; dicselben existicen und sind ausgeführt, es * ist nichts mehr dagegen zu sagen. Fndeß billige ih fie m t durch- 3 weg... (Mehrere Stimmen: „Aber Sie waren Minister, # als der zweite abgeschlossen wurde.-/) Man sagt mir, ih sey Mi- nißer des Handels gewesen, als der Vertrag von 1833 abgeschlossen wurde. Ich erwiedere darauf, daß der Vertrag von 1833 dem von t nur die Bürgschaften hinzugefügt hat, derea man sich heute L inte um den neuen Traktat verzeihlih zu machen. (Beifall zur El 4 Der neue Vertrag kompromittirt Über alles Maß hinaus Bec Leo ie früher nur wenig gefährdet waren. Man sagt , das er Reutralen, für welches seit drei Fahrhunderten gckämpft worden is, sey durch den neuen Traktat nicht gefährdet Aber man sehe, (uelQes Schauspiel die Welt darbietet! Frankceich, welches mit Amerika Krieg geführt hatte, weil lezteres die Neutral isgab willigt geht darein , ein Recht zu erweite gg a gui 0 ved ete Mg 0e uses "d Ameri leser Widerfiond Ame rifa widerseßt sich nicht blos i L au< der bloßen Vorzeigung der. Schif YuQungs « Rechte sondern Amierika: Wir verlangen nicht , daß ihr euer England sagte zu Sklavenhandel verbieten lasset; aber erlaubt 2 durcbsuchen und den Nationen, die gemeinschaftlich einen Traktat abgetens/ daß fünf einem Schiffe, welches vielleicht eure Flagge uste len baben, von gung seiner Papiere verlangen , um zu sehen, o Arie Vor- das t hat eure Flagge zu führen. Dies hi es in der That gber Amerika erwiederte, daß es nicht einma may ein Schiff welches seine Flagge führe, ga nut sehe, wie jenes Amerika, das wir einsi, we P Wenn der es das Recht der Neutralen unterstüßte, A chti er Trâg eit, sich so fes zeigt, und wie wir dagegen nah den Krie ge ns tene zuk. Behauptung derselben Sache geführt haben, \o ruhig, fo beistim- mend , so zufrieden zeigen; wenn ich sche, wie Franttde nachgiebt, nd wie Amerika allein Widerstand leistet , s0 muß ih es tief un innig ernan - daß sich die Zeiten so sehr verändert hab

; er Neutralen nicht gefährdet is, w Ban Widerstand , und zwar einn Widerstand fv

inlicherwei inem Kriege D nd fast wahrscheinlicerweise zu einem Thiers cvenfalls als eine ernste e

Beeintrá tigung der Handels - Fnteressen, so wie er überhaupt den

und Würde erhoben, welche

E Tone ihrer Tiraden suchen. kengen Angelegenheiten gewinnt außerdem unermeßlich durch e die

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Traktat von 1844 einen ganz im Englischen Sinne geschriebenen Vertrag. nänüte. Die eciprozitt: E Us Liers äe Chimaire, iveil die En e Marine ein so bedeutendes Uebergewicht an Schiffen habe, daß alle Vortheile auf ihrer Seite seyn würden , besonders da

die Zonen aufhdren und das Our Bts Been auf den ganzen cer au

Ocean und auf das ganze JFudis ehnt werden soll. Wenn ers das-Kreuzen ae Fen Bourbon und Madagaskar e lodi wäre, dann würde man unter dem Vorwande des Sklavenhandels die Franzdfischen Sie anhalten , so oft..man wolle. Herr Thiers er- wähnte einen kürzlich Ia Fall, wo ein Schif, der „„Mara- bout// aus Havre, wegen Bretter , die es, geschüßt dur ein Certifi- kat des Franzdsischen Konsuls, an Bord hatte, angehalten und fslatt na< Cayentie, wohin es bestimmt war, na< Bahia und dann nach Rio Janeiro geschleppt worden «r Es bleibe dem -gekaperten Schiffe allerdings nun die Frambseche erichtsbarkeit , aber man habe doch nicht verhindern kdnnen, daß es Hunderte von Meilen weit von scinem Bestimmungsorte geführt worden sey. „Eure Bürgschaften sind nich- tig‘, rief Herr Thiers aus; ¿sie verbúr en höchstens das Leben un- serer Matrosen. Das ist der große Dienst, den Jhr der dw dsischen Marine geleistct habt ; rühmet Euch dessen, wenn Fhr wollt !// (Mur- ren im Centrum. Beifall zur Linken.)

Diese leßte Aeußerung rief eine Entge nung des Herrn Guizot hervor, der dem vorigen Redner erklärte, daß sle Beide an dem Traktat von 1833, unter dessen Einfluß der obige Fall vorgekommen sey, S genommen hâtten. Wenn dabei etwas zu rühmen sey, so könne si< Herr Thiers desselben eben so gut rühmen, wie Herr Guizot. Durch eine Replik des Herrn Thiers ward Mee persönliche Streit noch eine Zeit lang ver- längert. Herr Berryer wollte hierauf das Wort nehmen; aber das Centrum drang auf Verschiebung der Debatte bis Montag. Die linke Seite widerseßte sich und wollte die Erdrte- rung heute fortseßen und’ zu Ende bringen; aber bei der Abstim: mung erflärte sich die Kammer fúr die Verschiebung. Der Prä- sident zeigte no< an, daß Herr Jacques Lefebvre ein neues Amendement vorgeschlagen habe, welches folgendermaßen laute : „Wir haben auch das Vertrauen, daß Jhre Regierung, indem sie zur Unterdrü>ung eines verbrecherischen Handels mitwirkt, die Interessen unseres Handels und die Unabhängigkeit unserer Flagge vor jedem Eingriff zu bewahren wissen wird.“

Paris, 23. Jan. Das Amendement des Herrn Billault, welches zu der Debatte in der geskrigen Sißung der Deputirten- Kammer Anlaß ogrbao hat, beschäftigt alle Journale, Der größere Theil Dent en behauptet, daß, wenn es gestern zur Ab- stimmung gekommen wäre, die Minisker eine Niederlage erlitten haben würden. Jn der That scheint das Ministerium einzusehen, daß irgend etwas geschehen müsse, um durch eine patriotische Aeußerung in der Adresse die Kammer über den Durch- suchungs ‘Traktat zufrieden zu stellen; anders läßt sich das Gegen - Amendement des Herrn Jacques Lefebvre, eines der eifrigsten Anhänger des Ministeriums, nicht erklären, Dieses Amendement weicht Übrigens so wenig van dem des Herrn Bil- lault ab, daß wenn der leßtgenannte Deputirte mit dem seinigen durchfallen sollte, die linke Seite sich wahrscheinlih dem des Herrn Jacques Lefebvre anschliéßen wird, falls das lebtere nicht noch \o ausgelegt werden sollte, daß man die Kammer sagen lassen will, in dem abgeschlossenen Traktate wären die Jnteressen des Handels und die Unabhängigkeit der Flagge hon vor jedem Ein- griff sicher gestellt worden.

__ Dem Verfasser des eben erwähnten Amendements, Herrn Billault, läßt man schon längere Zeit, aber besonders jeßt, die Gerechtigkeit widerfahren; er -mit einem bedeutenden redne- rischen Talent den Vortheil ‘einer ‘großen Schärfe in seinen Jdeen und die seltene Tugend verbinde, die Rednerbühne nie um bloßer Phrasen willen, sondern’ stets zur Darlegung positiver und praf- tischer Dinge zu besteigen. Herr Billault scheint in die Reihe der Mánner einzutreten, die man fúr vorkommende Fälle als Mini- sterial-Kandidaten betrachtet. Er ist erst 35 Jahr alt und einer der treuesten Anhänger des Herrn Thiers.

Das legitimiskische Journal la Mode ist heute wegen zweier Artifkèl, in denen man Beleidigungen gegen die Königliche Fa- milie erbli>t, in Beschlag genommen worden.

T7 Paris, 23. Jan. ag o sich die Verhandlun-

gen der Deputirten - Kammer e erstenmale bis zu jener Höhe fähig ist, auch einem gleichgültigen

Publikum zu imponiren, und die das Jnteresse, das man nicht freiwillig giebt, zu erzwingen vermag. Diesen höheren Charakter

| entlehnte die gestrige Sißung indessen mehr ihrem Gegenstande, | als der Behandlung desselben durch die verschiedenen Redner, und

so verdanft auch das Ministerium nicht sowobl dem von seinen beidenSprechern entwi>elten Talente, als der Natur der Sache, welche es vertheidigte, den unbestreitbaren Triumph, den es davongetragen, Damit soll jedoch keinesweges gesagt seyn, daß name.tlih Herr n unter seiner Aufgabe geblieben. Seine Rede war ge-

|| messen und dennoch schlagend, und sie fand in der glücklichen Zusammen- stellung der ihr zu Gebote stehenden thatsächlichen Argumente die

Stärke, welche viele andere parlamentarische Redner nur zu oft lediglich in dem Bau der Phrasen und in dem deklamatorischen Die Rede des Ministers der aus:

ergleihung mit der auf sie folgenden Rede des Herrn Thiers. Nie find diese beiden rivalen Staatsmänner ein- ander mit #o ungleichen E gegenüber getreten, nie ist der Sieg des Einen von ihnen so vollständig gewesen als diesmal. err Thiers wurde gestern von seinem Talent so gänzlich im tiche gelassen, daß man dreist sagen darf, jene Worte haben der Regierungs- Handlung, die sie bekämpfen wollten, wesentlichen Vor- {ub geleistet, Seine Rede war der Sache nach nichts anderes, als eine Reihe kleiner Plänkeleien- gegen den von Herrn Guizot geführten Beweis, daß der Traktat vom 20. Dezember 1841 im Wesentlichen nur eine Bestätigung der Traktate von 1831 und 1833 enthalte, und daß das darin von neuem anerkannte gegen- seitige Durchsuchungsrecht weder“ die Ehre der Französischen Flagge noch die Jnteressen des Französischen Seehandels bloßstelle, Da Herr Thiers den Gründèn des Ministers der auswärtigen Ange- legenheiten nichts Stichhaltiges faigroegm eden weiß, so übergeht er sie mit völligem Stillschweigen und hält fich an die allgemeinen Declamationen, welche schon hundertmal gegen das Durchsuchungs: Recht erhoben und die eben dur< die Berufung des Herrn Gui jot auf die in den Traktaten stipulirten Garantieen definitiv ent- râftet sind. Doch ich irre mich, Herr Thiers hat auch zwei neue Beschwerden gegen den Vertrag von 1841, Beschwerden, an welche vor ihm Niemand gedacht hat, und die nach ihm kaum irgend ans den Muth haben wird, zu erneuen. Er Va das nisterium an, „die Privilegien der Französischen Sprache

du angr haben“, und zwar, indem es eingewi Dei vie S 20, Dezember) wider dey. biadéeigeit Ge

s einer Fran ; {di |

Englischen Expedition abgefaß ins iegt & icht Le bet aspruo durch diese ducbien Konzession das van Frankreich ) genommene Uebergewicht in diplomatischen Dingen

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fáhrdet wird? Dies ist indessen nicht das einzige antinationale Zu- i ndniß, welches das Kabinet vom 29. Sha dem Auslande bei der Erneuerung der Traktate von 1831 und 1833 gemacht, Herr Guizot hat auch, wie Herr Thiers meint, zugegeben, daß in dem Vertrage von 1841 die Längenbestimmungen näch, dem Ve- ian ‘von Greenwvich festgestellt werden, während früher diesen chnungen der Meridian von Paris zum Grunde gelegt wurde. Der Vortrag des Herrn Guizot steigerte sich in den Schlup- worten zu einer wahrhaft hinreißenden Beredsamkeit. Die Verdächtigungen des Englischen Emancipationsstrebens wur- den von ihm mit einer Kraft und einer Wärme zu-Schanden ge- macht, wie sie sich bei ruhigen syskematischen Geistern, wie Herrn Guizot, selten vereinigt finden. Das is das gewdhnliche Hülfs: mittel fleiner Charaftere, die Motive der Handlungen zu verläumden, deren Größe sie eben so wenig leugnen kdnnen, als fbig find, fcb dieselbe zum Muster zu nehmen, Man erkennt in Frankreich den Grundsaß der Emancipation an, aber man scheut die Anstrengung, welche dazu erforderlich i, ihn ins Leben überzuführen , un

man hat zur Entschuldigung des ewigen Zôgerns die «Behaup tung erfunden, daß Englan

nur deshalb das Signal zur Auf- fevuns der Sklaverei gegeben, weil es vorausgesehen, daß die brigen Staaten dur< die Nachahmung dieses eispiels den Ruin ihrer Kolonieen herbeiführen würden. Und “über dieser Ve- rufung auf den Britischen Ey ist die Emancipatións: e in Frankreich beinahe eingeschlafen, ohne daß sich die sonst eit ändelsuchende und schlagfertige Opposition sonderlich darüber be- lagt, ohne daß selbst die absolut demokratische Partei lebhaft gedrungen fúhlt, an die endliche Aufhebung jener empdrendsten aller denfbaren Ungleichheiten zu mahnen. ir betrachten die gestrigen Worte des Herrn Guizot als eine Bürgschaft dafür, daß die Regierung in diesem Punkte die Ehre der Franzdsischen Nation und die Pflichten unseres Jahrhunderts ernstlicher zu Herzen nimmt, als ihre Gegner.

Großbritanien und Jrland. -

London, 22. Jan. Es ist nun die offizielle Anzeige von Seiten des Ober - Kammerherrn Zhrer Majestät erschienen, daß die Taufe des Prinzen von Wales am Dienstag, den 26sten:d., in Windsor M werde. Wie verlautet, steht es ot auch fest, daß der Zug nach der Kapelle am Tauftage die Straßen von Windsor nicht berühren, sondern si< aus dem Haupt-Eingang in die Staats-Gemächer über das obere Viere> durch das neue Por- tal zwischen den York- und Lancaster - Ihúrmen und von da auf dem fürzesten Wege nah Kardinal Wolsey?s Halle begében wird. Eine Schwadron Kavallerie, aus 50 Mann nebst einem Capitain und 2 Subaltern - Offizieren bestehend, wartet seit gestern -Abend zu Datchett auf die Ankunft Sr. Majestät des Königs von Preu- ßen, um Allerhdchstdenselben mit allen üblichen Ehrenbezeigungen nah dem Schloß zu geleiten,

Der „Shearwater““, der vorgeskern Abend von Ostende abge- gangen war, um die Nachricht nah England zu bringen, daß Se. Majestät der König von Preußen sich erst geskern Abend einschif- fen wolle, langte gestern frúh in Margate an; dies Dampfboot war nach seiner Ankunft zu Ostende nur zwei Stunden dort ge: blieben und dann sogleich zurü>beordert worden. Die Smupen der Königlichen Artillerie, der Königlichen Marine und ein De- casedement des Leib-Garde-Regiments, die bei der Landung Sr. Maje- stät zu Greenwich in Parade aufgestellt seyn werden, kamen âlle schon vorgestern und gestern frúh dort an ; sie wurden jedoch in Folge jener Nachricht für die. les dssene' Nacht noch in. ihre Quartiere zu: rü>beordert und werden héute gegen Mittag wieder in Green- wich eintreffen, da Se. Majestät um 1 oder 2 Uhr erwartet wird. Eine zahllose Volksmenge war gestern den ganzen Tag über be- reits in Greenwich versammelt, Die beiden Fregatten „Warspite“ und „Vindictive“- Hätten, zuerst ‘des ‘dichten Nebels und dann des widrigen Windes halber, Ostende nicht zur rechten Zeit erreichen fönnen, sie ‘sind daher vor Margate am Eingange des Königin- Kanals vor Anker liegen geblieben, wo sie den Köni von Preu- ßen erwarten, um Se. Majestät im Vorbeifahren mit einer Kb- niglichen Salve zu begrüßen.

Die Kabinets-Minister werden sich am 24sten zur Tauf-Feier und den damit verbundenen Festen na< Windsor begeben und am 29sten hierher zurü>kehren. An die Minisker des Jnnern und des Schaßes sind viele Anfragen gelangt, ob die Königin am Tauf-Tage in sämmtlichen Theatern der Hauptstadt unentgeltliche Vorstellungen für das Publikum anordnen werde. Nah dem Standard is darauf eine verneinende Antwort ertheilt worden.

Jn den Staatszimmern zu Bano (or sind befkann(lih, aus Anlaß des Besuchs Sr. Majestät des Königs von Preußen, mehrere Veränderungen und Verschdnerungen vorgenommen worden, von denen die Blâtter jezt nähere Beschreibungen enthalten. An der großen Treppe, dicht vor der herrlichen Statue Georg's TV. von Chantrey, sind sechs Kandelaber aus MieS pan , jeder mit sechs Armen, aufgestellt. Die vier Nischen in jéder E>e ne mit Bannern, Helmen, Panzern und anderen kriegerischen Trophäen ver- ziert. Der große Vorsaal oben an der Treppe L alls mit vielerlei Rüstungen, mit vier sehr großen seidenen Bannern, in j der E>e eines, mit Bronzen, Kiffen und Bänken, die ‘mit gesti> tem Plúsch bede>t sind, und mit sechs rei vergoldeten giganti- schen Kandelabern dekorirt. Das daran S WŒaterloo - Zim- mer, dessen Wände mit reichen eichenen Schniß-Arbeiten und vie- len s{ônen Gemälden von Sir T, Lawrence, Sir W, Beechey, Sir D, Wilkie, Sir M. A. Ente und W. Pikersgill geschmüd>t sind, isf neu aufgepußt und verschönert worden. Der Teppich, der aus einer besonderea Art von Garn gewebt ist und denen aus den S von Axminster am meisten gleicht, hat in Elisabethinischen

eldern die Sterne des Bath: und des Hosenband- Ordens, mit der Normannischen Rose abwechselnd. s Ne ivird von fúnf sehr großen vergoldeten Leuchtern, in Spiegel - Ni Le: hend und mit den St. Georgs-, St. Andreas- und St, Patri>s- Orden in erhabener Arbeit verziert, und von acht kleinerèn ver- tfteten Kandelabern in verschiedenen Theilen des Saales seine eleuchtung erhalten. Es hat lauter eichene, reih mit Schnig- werk verzierte und mit hochrothem, gesti>tem Plúsch bekleidete Möbel. Der große Empfangs-Saal, dessen si die Königin am Abend des Banketts als Pub - Zimmer bedienen wird, is im Style des Zeitalters Ludwig's XIV. dekorirt. Hier n- den sich se<s Felder von Gobelins, welche die Haupt : Aben- teuer von Jason und Medea darstellen. Es stehen in diesem immer vier Leuchter von geschliffenem Glase und -Amalgam., u jeder Seite des Eingangs sind auf zwei vergoldeten Pie- deskalen bronzene weibliche Figuren aufgestellt, welche jede einen weig von acht Lichtern Me Die Wände diéèses Zimmers nd mit se<s prächtigen Trümeau- und Kamin- Spiegeln von mehr als 20 Höhe ge >t. Das öôstliche Fenster if mit rhângen von hochrothem Atlas-Sammet verziert, und unter dem- elben fleht die beruúhmte Vase, welhe Georg 1V. vom Kaiser (lexander zum Geschenk erhielt. Die Möbel find lle reich ge- (nit und vergoldet, die Tische von Eichenholz, die has und mit hochrothem Atlas-Sammet bekleidet. Der Teppich ist

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t abrif, von blaßrothem Gründe und mit Blumen dus N dner Le diesem Saal t mán în die Gallerie, dur<

L L In b en; auch eine e Samm vo e arlborough's bis auf Georgs Ill Zei: ten, so wie Napoleon’'s K sich-darin. Hierauf folg der Thronsaal, dessen- Wände mit „purpurnen ammet- Tapeten in welche der Stern des Hosenband -Ordens gesti>t ist, bekleide sind. Die Dee -is rei< vergoldet, in Felder getheilt und mit dem Stern ‘und Band des St. Georg's Ordens verziert. Der Thron selbst ist ganz neu, prächtig geschnibt, rel< vergoldet, mit gesti>tem purpurnen Sammet bekleidet und mit goldenen Franzen und Gallonen beseßt. An der Lehne und dem Sis befindet fich der Stern des Hosenband-Ordens, Die Draperieen und Besäße sind “hó<# fostbar und glänzend. Auf der hinteren Seite des Thronhimmels is das iché Wappen angebracht, auf der vorderen der Stern, und darüber sind massive p : Ver- ierungen mit der Reichskrone. zu diesem Zimmer befinden 4 ortraits Georgs Il, von Gainsborough, Georg's 1V. von Sir T. Lawrence, und Wilhelm’'s IV. von Sir M. A. Shee, nebst einem Gemälde von -Wesk, welches die Jnstallirung der Rit- ter ‘des Hosenband-Ordens darstellt, Zu jeder Seite des Thrones stehen zwei massive Armleuchter -aus Gold - Amalgam und vier \{ôn vergoldete Kandelaber. Jn jeder Vertiefung sind seltene und prächtige Kabinets-Schränke mit Platten von weißem Mar- mor. Die Scühle sind mit purpurnem Sammet bekleidet, auf den der Stern des Hosenband - Ordens geski>t ist, Der Teppich ist aus Wiltoner Fabrik, von purpurfarbenem Grunde, mit Ster- nen des Hosenband-Ordens verziert, und mit einer Schottischen Borte, auf welcher sih das Band dieses Ordens befindet, Das Vorzimmer des Thronsaals enthält die berühmten Gemälde von West, welche die Haupt : Kriegsthaten unter der Regierung Eduard's 111. darstellen, es hat bel aus Rosenholz mit vergol: detem Schnißwerk in Gothischem Styl; die Stühle sind mit hochrothem Atlas bekleidee. Der Teppich, ebenfalls hochroth, ist mit der Rose, dem Klee und der Distel verziert, Hieran stoßen die Zimmer, welche für den Privatgebrauh des Königs von Preußen bestimmt sind, Sie bestehen aus vier Piècen, Die erste ist Sr. Majestät Staats - Salon, dessen Wände mit Tape- ten aus hochrothem seidenen Damast, worauf das Englische Wappen, bekleidet sind; die Stühle und andere Mbbel sind von Gothischer Art, reich vergoldet und mit demselben Damast befklei- det. mit Gold : Amalgam ausgelegt, Gemälde von Rubens, prächtige

iedestale , reiche Bronzen und andere Verzierungen von fostbar- D Art. Das nâchste Gemach is zum Putzimmer Sr. Preußi- \chen Majestät bestimmt; man kennt es unter dem Namen „des Königs Raths-Zimmer“; es ist wie das frühere tapezirt und mit einem prächtigen Wiltoner Teppich von hochrothem Sam- met, eingefaßt mit einer Borte, auf welcher si< Rose, Klee und Distkel befinden, so wie mit kostbaren Armleuch- tern aus Gold - Tas Ges In diesem Zim- mer is ein fürstlicher Kabinets : Schrank mit einer Gibral: tar:Platte bede>t, Auch befinden sich darin einige prächtige alte Uen von Französischer Arbeit. Die Wände des Kabinets Sr.

ajéstät sind mit seidenem Damast bekleidet und mit Gemälden von verschiedenen Meistern geshmü>t, darunter das berúhmte Bild „die beiden Geizigen“ von Quintin Messys. Die Fenster- Vorhänge dieses Zimmers sind von gelbseidenem Damast mit hoch: rothen Einfassungen. Das S(hläfzimmer Sr. Majestät hat Ta- peten von blauseidenem Damast mit dér Namens - Chiffer A. R. in einem Kranz von Rosen, darüber zwei die Krone tragende Cherubims. Die Gemäldë von ‘alten Meistern in diesem Zimmer fe in filberne Rahmen gefaßt. Der Teppich ist aus Axminster-

et Fabrik; die {dn verzierte Wasch - Toilette aus Neapoli- tanishem Holz, ihr Geschirr von weißem, vergoldeten Porzellan. Die Bett-Ueberzúge und De>ken sind von reichem Seiden-Brokat, mit Blumen-Bouquets auf blauem Grunde; die Draperieen mit weißer Seide eingéfaßt. Auf den Pfostên befinden sih Helme, die den Betthimmel tragen, der, mit einem Büschel von weißen Straußenfedern gekrönt, einen höchsk O Anbli> gewährt. Auch die anderen Möbel dieses Zimmers sind von der fostbarsten Art. Für die Bedienung des Königs is die Pièce bestimmt, welche man unter dem Namen Puh nes der Königin“ kennt ; es ist darin eine Garderobe eingerichtet. Es folgen dann die Vandyks-Gallerie, das Audienz:Zimmer und der St. Georg's:Saal. Jn leßterem, der 200 Fuß lang ist, wird das große Bankett stattfinden; er ist auch neu aufgepußt und dekorirt. Ein prächtiger neuer Teppich aus Wiltoner Fabrik mit purpurnem Grund und Schottischer Borte bede>t den Boden. Die Gothischen Kredenztische und die Gallerieen an beiden Enden haben auch neue Verschdnerungen er- halten. Das Ganze is unter der oberen Leitung des Herrn San- der's eingerichtet worden, und die Königin hat demselben gestern bei einer Besichtigung der Anordnungen ihre vollkommene Zufrie- denheit zu erkennen gegeben.

Wié verlautet, will man am Tage nach der Taufe das Publikum zur Besichtigung des ZJnneren der Georg's - Kapelle und der E zulassen, welche einige Tage lang alle ihre Ausshmü>ung behalten werden.

n der 'Seadé Windsor werden Vorbereitungen zu allgemei: ner JUumination am Tauf - Abend getroffen; die Häuser werden mit en, Flaggen und Jnschriften ges<hmü>t seyn. Jn der Stadthalle soll ein großes Diner von 100 Gede>ken unter dem Vorsiße des mehr stattfinden. Tages zuvor werden 1000 Fa-

t Schildereien von prächtigen , zum egten ori?ztalishen acn und-Sâbeln, von

durchwirkt.

i ajestât dem Bankett in“ däs Puyzimmer

e diese Clem un r‘40 Fuß lang Und ‘etit- S

raß,

milien, oder mehr als ersonen, mit Lebensmitteln und ilien, od (s 4000 Pers it Lebensmi Brennmaterial beschenkt werden; jede Familie empfängt durch: \chnittlih 6 Pfd. Fleisch, 3 Laib Brod, 6 Pinten Ale und für 2 E und Kaffee. Am Tage nah der Taufe ist dffent- licher Ball im Stadthause, und am zweiten Tage großes Konzert zu wohlthätigen Zweken,

Die Königin-Wittwe, welche fast gänzlich hergestellt ist, langte fern Nachmittag aus Sudburyhall, in Begleitung des Prinzen

ard von Sachsen-Weimar, in ihrem hiesigen Palaste Marl: borough-House an. A

Die Times theilt zur Erläuterung des zwischen der Königin Victoria und dem Kdônige von Preußen beskehenden Verwandt- schaftsgrädes mit, daß beide die Urenkel der Mutter der Kd- nigin e Gemahlin Geörgs Ul., seyen, welche die Größ- mutter der verstorbenen Königin Louise von Preußen war.

Die Times erklärt es für ein durchaus ageguöndeias Ge- rücht, wel<hes wahrscheinlich von den liberalen Blättern erfunden worden sey, daß die Ostindische Hompágnis bei Belgischen oder Pre n Fabriken für 700,000 Pfd. St. Tuch zur Bekleidung ihres ilitairs bestellt haben sollte, weil sie diesen Artikel dort angebli) um 15 pCe, billiger erhalten föônne, als von Englischen Fa Wfanten: Es fielen also, fúgt das genannte Blatt hinzu, auch die qus gen hinweg, welche jene Zeitungen äus dem besagten Gerücht zu Gunsten der von üen verlangten Handels:

fe gemen gezogen hätten.

s befinden sich darin auch vier sehr reiche Kabinetsschränke, |

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efi Die Ostindische Compagnie hat, wie imes B d bei i ifen Veielungea t nie: anders als bei Britischen Fabriken ihre

Hamburg, 14. Jan, (A. Z.) Die Bergedorfer Elséribähn oll am 17. April erbdfsnet werden; dieser Tag rA ein pr fa fest seyn. De die Neuheit des Schauspiels muß eitten großen Theil der Bevölkerung Mrgs, Ältona's und der nahegelegenen Orte heranlo>en. Nächsten Sommer wird der Zug der Spazierenden, anstatt wie bisher die Elbe hinunter, die ent- egengeseßte Richtung nehmen, da die schönen Gegenden um ergedorf, wie Friedrichsruhe, Reinbe>, der Sachsenwald' u. \. w. bis Jeßt wegen der großen Entfernung von Altona und Ham- burg aus nur nes besucht wurden; selbst die Chaussee nach Bergedorf is erst seit etwa drei Jahren fertig, bis dahin war der Weg ein tiefer Sand, der die ôde Landschaft noch ermüden- der machte, Fast gleichzeitig mit der Kunststraße trat ein Däni- {hes Grânz-Zoll-Amt, dicht vor Bergedorf, ins Leben; dort wer- den alle von hier kommenden Fuhrwerke untersucht, ein Bart- ren, welches hier so gehässig is, daß es noch mehr als der fr here bodenlose Sandweg von da die Zöllner sogar eine Senats - Deputation, welche in der Staats : Karrosse, die mit Vorreitern nah Bergedorf fuhr, um

unberührt bleibe. Bald darauf wurde die Eisenbahn projektirt,

welche nun mit ihr in Parallele nahe an den Ufern der Elbe | und Bille hinläuft, und bei den Vierlanden, die zum Amte Ber: | gedorf gehdren, ausmüúndet, mithin. einen angenehmeren Anbli> |

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gewährt als die obere Sandskeppe. “Auch die Vierlande werden ih durch die Eisenbahn einer größeren Zahl von Besuchern zu erfreuen haben; doch sahen sie, schon in den leßten Sonimern seit die Dampfschifffahrt nach Hopte besteht, viele Gäste.

Jtalien.

Nom, 11. Jan, Vorgeskern war das große Sprachenfestk welches jährlich von Zöglingen der Propaganda Fide am Sonn- tage nah dem Dreikdnigsfeste gehalten wird. Fremden und Ein- belmi schen bietet dasselbe das größte Interesse dar. Nachdem die zahlreich versammelten Zuhörer eine Weile gewartet hatten, tra- ten, von der Schweizer Garde begleitet, Se. Königliche Hoheit der Prinz Friedrih von Preußen und die Großherzogin von Me>k- lenburg - Streliß mit Gefolge in den festlich gezierten Saal ein, furz darauf vier Kardinäle, mehr als zwölf Bischöfe und Präla- ten, und andere hohe Personen, unter denen man den Se- neral - Lieutenant aller Päpstlichen Truppen, Resta, er- fennen fonnte. Ein aus Philadelphia gebürtiger Propa- gandist eröffnete den akademischen Aft mit einer Lateinischen Einleitungs : Rede, in welher er namentlich Über den Zwe> des seltenen Festes sprach. Jekt erhob sich ein Redner nah dem an- dern auf der im Hintergrunde des Saales angebrachten Tribüne. Die Sprachen aller Welttheile ließen sich dabei vernehmen. Ge- rührt schieden alle Anwesenden aus dem größen Welt: Seminar. Der Prinz Friedrich von Preußen, die Großherzogin von Me>- lenburg-Streliß, die Eminenzen Und andere: hohe Personen wurden durch die prachtvollen Gänge -bis' ans Thor des Kollegiums, weil es bereits Abend war, mit Fa>eln begleitet, Gestern wurde die-

schiedene Gesandten der fremden Hhfe und viele gelehrte Männer wohnten" bei. bas 1 r :

Spanien.

© Madrid, 13. Jan. Jn der Nacht von vorgestern traf bei der Französischen Botschaft ein Courier aus Paris ein, wel- cher „dem Französischen Geschäftsträger“ den Befehl überbrachte, dem Spanischen Minister- Präsidenten eine Note vorzulesen, in welcher erklärt wurde, daß die Französische Regierung, in Betracht der von Seiten der Spanischen gegen die Zulassung des Herrn von Salvandy erhobenen Schwierigkeiten, künftighin in Madrid

nur einen Geschäftsträger beglaubigen und keinen Spanischen diplo- matischén Agenten von höherem Range als dem eines Geschäftsträgers annehmen werde. Als dieser Courier von Paris abging, konnte man dort noch nicht wissen, daß Herr von Salvandy mit Herrn Pageot Ma- drid verlassen hatte; da aber die erwähnte Depesche blos an den Fran- zösischen Geschäftsträger, ohne Beifügung eines Namens, adressirt war, so darf man wohl annehmen, daß, das Französische Kabinet voraussebte, jene beiden Diplomaten würden beim Eintreffen der Depesche bereits von hier abgegangen seyn. Der Herzog von Gläesberg las gestern Nachmittag dem Minister : Präsidenten Gonzalez die erwähnte Note vor. Leßterer erklärte, er würde ihm eine schriftliche Antwort zustellen. leiben nun die Verhältnisse

des Herrn Pageot durch einen anderen, die hiesige Lage der Dinge weniger kennenden Geschäftsträger, erreicht.

Der Englische Gesandte scheint zu glauben, daß nunmehr der rechte Augenbli> eingetreten sey, um von den Cortes das Zugeständ- niß der freien Einfuhr Englischer Baumwollenwaaren zu erlangen, und man versichert, daß Mendizabal den darauf abzielenden Antrag dem Kongresse no<h eher vorlegen wird, als die Regierung mit dem von ihr selbs ausgearbeiteten Geseß-Entwurf hervortritt. Diese hat, um den Weg zu stehende Association der Baumwollenweber aufldsen lassen; es lassen sich jedoch noch nicht die Folgen absehen, welche diese gegen eine Corporation, die einen unermeßlichen Einfluß auf die unteren Volksklassen ausübte und von der. Régierung förmlich anerkannt war, gerichtete Maßregel haben dürfte. Bereits hat das Ayun- tamiento von Barcelona gegen die Auflósung jener Association sehr ernstliche Einwendungen erhoben.

die Noten verseßt, in denen der Englische Gesandte im i seines Kabinets auf die Freilassung aller seit dem 30. Oktober 1820 in Cuba eingeführten Negersklaven besteht. Die erste dieser Noten wurde bekanntlich {hon im Dezember 1840 Übergeben. Seitdem

erichte und Gutachten von Seiten der höchsten Behörden der Jnsel Cuba einforderte, Diese sind vor einiger Zeit ein: ge angen und stimmen alle dahin überein, daß durch Zu- assung jener Maßregel, der natürli<h eine, man weiß nicht wie, zu bewerkstellizende Untersuchung über den Ur- sprung der 700,000 in Cuba befindlichen Neger- Sklaven vor- agen mußte, die weiße Bevölkerung der Jnsel, die man faum auf 400,000 Köpfe anschlagen kann, nothwendigerweise das Schlachtopfer der Neger und die Jisel {selbst eine Beute der fürchterlichsken Anarchie werden müsse. Die Spanische Regierung ist demnach entschlossen, der Forderung des Englischen Kabinets allen mdglichen Widerskand entgégenzuseßen, indem sie sich auch

darauf beruft, daß in den Iraftaten von 1817 und 1835 zwar

n noch grôßere Verlegenheit sieht sich die egierung, pur) | cam

ergnügungs-Partieen abhielt, und |

der Sklavenhandel verboten , stehende Neger-Sklaverei aufgehoben worden sey. erklärt in dieser Beziehung in demEspectador, jene Angelegen- eit sey für Spanien eine Frage der Nationalwúrde und Unab-

Deutsche Bundesf(taaten. ba

rung sollte die Aftenstü>e vorlegen, welche Herrn von Salvandy Bezug hätten, allein die Minister erflârten, diese Angelegenheit f

R ree Mißgeschi> verknüpft,

nicht- aber die -in Cuba- einmal -be- Die Regierung

ngigfeit, in welche feine frem Macht eingreifen dürfe. i m Senate verlangte gestern Herr Campuzano, die Regie- auf die Abreise des

Uebrigens war die nicht er voraufschi>te,

ey noch nicht beendigt. Herrn von Salvandy mit Ein Courier, den

des geringem

um die Postpferde zu besorgen, wurde von Räubern angefallen und seines Geldes beraubt, Ein anderer Courier mußte halb erfroren liegen bleiben, und die zur Botschaft gehdrenden Personen korn? ten nur auf Maulthieren den Weg dur<h den Schnee bis zue

Französischen Gränze finden,

Selbst in Andalusien is o viel

Schnee gefallen, daß die Orangenbäume erfroren \ind, und in Sa- ragossa is sogar der Wein gefroren.

Es wird mit Bestimmtheit versichert, der General Concha sey

nah Portugal und die Majore Marquesi und Lersundi, #6 wie der Oberst-Lieutenant Nouvilas, sämmtlich zum Tode verurtheilt, seyen nah Franfreih entkommen.

Dorthin sollen sich auch der Graf del Povar (Sohn des Marquis von Malpica) und der Her-

| zog von San Carlos vor kurzem gerettet haben.

dort Gericht zu halten, nicht chonten, so wurde beschlossen eine | Chaussee über Billwärder zu bauen, so daß das Dänische Gebiet erc | tet heute aus Burgos, Herr von Salvandy sey bei seiner Rü>-

© Madrid, 14. Jan. Das Eco del Comercio beric<h-

| reise von den dortigen Einwohnern mit finsteren Gesichtern empfan-

|

selbe Feierlichkeit wiederholt, Der Erzbischof von Salzburg, ver- |

auf diesem Fuße, so hâtte die Spanische Regierung und der ste | belaGeode fremde Diplomat Alles, was sie wünschten, nämlich | die Entfernung des Französischen Botschafters und die Ersebung |

|

|

| station einlegt.

en worden, und diese beabsichtigten bereits die Errichtung einer ewaffnungs-Junta, um jeden feindlichen Angriff zurü>zureisen, m Senat erklärte gestern der Minister-Präsident, man könne wegen der Abreise des Herrn von Salvandy ganz ruhig seyn, denn alles werde sih darauf beschränken, daß ein Geschäftsträger anstatt eines Botschafters in Spanien bleiben werde. Herr Gon- alez scheint demnach der Meinung zu seyn, daß zroischen einem otschafter und einem bloßen Geschäftsträger kein Unterschied ob- walte. Herr Olozaga dagegen, welcher sehr gern seinen Gesand- tey : Posten in Paris beibehalten hätte, soll mit der Wendung, welche die Angelegenheit genommen hat, sehr unzufrieden, und entschlossen seyn, dem Ministerium von nun an den Krieg zu machen, Diese Absicht giebt sih bereits in dem von ihm ausgearbeiteten Entwurfe der Adresse, durch welche der Kongreß die Thron-Rede zu beantworten hat, zu erkennen. Es wird darin der Regierung zum Vorwurf gemacht, daß sie dem Ausbruche des Aufstandes vom 7. Oktober ¡in der Hauptskadt selbst nicht habe vorbeugen fönnen, und daß sie, gegen die Bestimmungen der Con- stitution, Barcelona in Belagerungs - Zustand erklärt habe, ohne daß dadurch die begangenen Exzesse gutgemacht oder die jener Stadt so nothwendige Ruhe und Sicherheit hergestellt worden wäre. Auch der Senat mißbilligt in dem Entwurfe seiner Adresse den über Barcelona verhängt gewesenen Belagerungs - Zustand, während er seine Zufriedenheit darüber ausdrü>t, daß die Regierung das Blut der Aufrührer vom 7. Oktober, wenn gleich mit Sparsamkeit ver- ossen habe. Der Paragraph der Thron- Rede, in welchem die Zuversicht ausgedrú>t wird, daß die Nordischen Mächte nunmehr die Königin von Spanien anerkennen werden, wird in dem Ent- wurfe der Adresse des Kongresses ganz mit Stillschweigen über- angen. x “Gend eingegangenen Nachrichten zufolge, hat der Befehl der Regierung, daß die Association der Fabrik : Arbeiter in Barcelona sich auflösen solle, dort dieselbe Wirkung geäußert, wie die übrigen Verfügungen der Regierung, roelche gegen demokratische Corpo- rationen gerichtet sind. Die Association bleibt auf denselben Grundlagen, und nur in veränderter Form, drohend bestehen, ent- schlossen, nicht eher zu handeln, als bis die Regierung mit der Freigebung der Einfuhr Englischer Baumwollenwaaren hervortrete. Um der Regierung einen Vorwand an die Hand zu geben, die Besaßung von Barcelona no< durch mehrere Regimenter zu ver- stärken, sprengen diefDeputirten, welche den Antrag auf jene Frei- ebung machen wollen, das Gerücht aus, Cabrera und Villareal âtten der Königin Christine so eben ihre Degen angeboten, um ín Catalonien einen Aufstand zu bewirken.

© Madríéd, 15. Jan. Der Minister-Präsident, Herr Gon- zalez, hat gestern an das hiesige diplomatische Corps ein Rund- schreiben gerichtet, in welchem er darzuthun sucht, daß die Gründe, auf welche Herr von Salvandy das Begehren, sein Beglaubigungs- Schreiben nur der Königin selbst Úbergeben zu dürfen, stúßte, auf ciner bloßen Spibfindigkeit beruhe, deren Folgerungen die Spa: nische Regiernng nicht anerkennen könne. Man spricht von der Züsammenziehung einer Reserve-:Armee von 16,000 Mann in Alt-

Castilien, Túrkei.

Die Allgemeine Zeitung sagt in einem Schreiben aus Konstantinopel vom 5. Januar: „Die lekzte Konferenz des Herrn von Bourqueney mit dem Minister der auswärtigen Angelegen- heiten hat zur Folge gehabt, daß die Pforte nun gegen die Ein- sezung des Bischofs Alexander von Jerusalem förmliche Prote- Man darf jedoch deswegen nicht wähnen, daf

| Franfreich in der leßteren Zeit festeren Fuß in Konstantinopel ge- | faßt; vielmehr is neuerdings die Osmanische Regierung mit dieser | Macht gespannt , da nach den Berichten der Syrischen Pascha?s

bahnen, die in Catalonien bisher be: | | mer-zunehmen, so daß an baldige Herstellung der Ruhe in jenem Lande | faum zu denken ist.

die Jntriguen der Französischen Agenten unter den Maroniten im-

Die Pforte will, bevor sie anderweitige

| Schritte unternimmt und von der Französischen Regierung Erläu-

| terungen

|

109 die Spanische Regierung die Sache in die Länge, indem sie |

úber das Benehmen jener Agenten verlangt, noch die Resultate der Mission des gewesenen Kriegs - Ministers Mustafa nach dem Syrischèn Gebirge abwarten. Der glänzende Beweis von Uneigennüßigkeit, den die Engländer durch die Zurückberufung der Britischen Truppen aus Syrien zu geben im Begriffe sind, hat hier einen sehr guten Eindru> gemacht.“

Aegypten.

Galignani's Messenger meldet aus Alexandrien vom 6. Januar: „Der Pascha hat endlich eingewilligt, Einiges von dem “Vielen zu thun, was der leßte Hattischeriff der Pforte ihm auferlegt, Am 26. Dezember hat er seinen Seetruppen und den Offizieren seiner Landmacht die Anlegung der Türkischen Uniform befohlen. Die Tuchhändler haben daher ganze Massen Tuch ab- geseßt, und die Schneider sind vollauf beschäftigt. Die Verwirk- lichung der Nachricht, daß der Pascha eine neue Münze von glei: chem Werthe mit der Türkischen einführen wolle, scheint no< sehr fern zu seyn. Jbrahim Pascha ist no< in Unter: Aegypten und nah Kräften thätig. Er hat seinen bereits fürstlichen Be- sipungen die ganze Provinz Damanour hinzugefügt, wie denn überhaupt der Pascha und seine Familie während der lebten aae Wochen ee Privatbesis durch ungeheure Stre>en Gardes ver mehrt haben, Ein Französisches Dampfboot hat den