1842 / 38 p. 1 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

en sch neben diesen auch andere Gewerbzweige in Preußen he Mom größerer Selbstständigkeit und Productions- F higkeit.

Nicht besser erging es der Sächsischen Zndustrie mit dem weiten Nachbarlande Oesterrei. Die große Kaiserin Maria Theresia und ihr niht minder großer Sohn Joseph Il, ahmten die Handels-Politik Friedrichs U. nah und verschlossen gleichfalls ihre Staaten der fremden Einfuhr, Doch währte es hier länger als in Preußen, ehe das angenommene Prohibitiv- System gün- stige Folgen für die Erstarkung der einheimischen Jndustrie ent- faltete, wahrscheinlih deshalb, weil die größere Fruchtbarkeit der Oesterreichischen Länder die Bevölkerung derselben vorzugsweise auf Erzeugung von Ackerbau-Produkten hinwies und sie die Noth- wendigkeit der Manufaktur- Thätigkeit weniger empfinden ließ. Allmälig indessen schlug diese leßtere auch dort Wurzel, und be- fonders Böhmen ward seit dem Ende des vorigen Jahrhunderts der Siß einer kräftig aufstrebenden ei, welche den großen Markt, den ihr die ausgedehnten Besitzungen des Kaiserstaates eróffneten , mit den meisten der Artikel versorgte, in welchen frü- her daselbst die Sächsischen Fabriken mit ihr konkurrirt hatten,

Diese Beschränkungen des Sächsischen Handels mit den Nachbarstaaten waren allerdings für die Sächsischen Gewerbe- treibenden und Kaufleute höchst empfindlich, indessen beugten sie ihren Muth nicht, sondern spornten nur ihren Speculationsgeist zu neuen Anstrengungen an. Der Sächsische Kaufmann ent- deckte neue Kanäle zum Vertrieb der Erzeugnisse der Sächsischen Jndustrie; der Sächsische Gewerbsmann erfand neue Gegen- stände des Handels; er wetteiferte in der Eleganz und Güte der

Waaren mit den berühmtesten Manufakturen der Ausländer und suchte ihnen úberdies durch Wohlfeilheit den Vorrang abzuge- winnen. Waren seinen Waaren die Preußischen und Oesterrei- chischen Märkte verschlossen, so schickte er dieselben in entferntere Gegenden, und Rußland, Jtalien, die Levante, Spanien und Portugal wurden reiche Abzugskanâle für die Sächsischen Ma-

nufakturen. Ss erhielten sich, unter mancherlei Abwechselungen und

Schicksalen, die Sächsischen Fabriken und der Sächsische Handel Mie Gde das Ende des vorigen Jahrhunderts, bis zu den Jah- ren 1793 und 1794.

Um diese Zeit aber begann eine größere Gefahr die Sächsi- {e Jndustrie zu bedrohen. Die Engländer, um die Alleinherr- schaft der Meere zu behaupten, suchten auch den Alleinhandel des festen Landes an sich zu reißen. Sie waren durch ihren folossalen Seehandel, durch den ausschließlichen Verkehr mit ihren Kolonieen und durch viele andere günstige Umstände in den Besiß überreicher Kapitalien gelangt, durch die Fortschritte ihres Maschinenwesens, welches eben damals (durch die Erfindungen Arkwrights, Cromp-

tons u. A,) einen außerordentlichen Aufschwung genommen, in |

den Stand gesebßt, eleganter, schneller und in jeder Hinsicht vor- theilhafter zu fabriziren, als ihre Kivalen auf dem Kontinente, endlich vor jeder fremden Konkurrenz im eigenen Lande durch hohe Ein- fuhrzólle geshÜßt, bei der Konkurrenz auf den ausländischen Märk- ten zum Theil durch Ausfuhr-Prämien für die fertigen Fabrikate und durch Ausfuhr-Verbote, welche alle Rohstoffe und die meisten Halbfabrikate zu Gunsken der Jndustrie im Lande zurüchielten, unterstüßt. Bei so günstigen Werhältnissen mußte es wohl den Engländern gelingen, ihren Waaren ein unbestreitbares Ueberge- wicht auf allen den Märkten zu verschaffen, welche ihnen nicht dur förmliche Prohibitivmaßregeln versperrt waren. Auch Sach: sen entging diesem Schicksal nicht, Von den Mitteln, deren sich die Engländer bedienten, um ihren Zweck zu erreichen, so wie von

152

Waaren anzubieten, seine Musseline, Kattune, Nankings, Pikehs, Manchester, Kasimirs u. \. w. Er machte sehr gute Preise, aber noch immer war ihm die Konkurrenz der Sächsischen Waaren im Wege. Unterdessen war den Britischen Ministern baares Geld ndthig, besonders für das Ausland, zur Bezahlung fremder Trup- pen, zu Bestechungen Fer und da und dort, u. s. w. Man gab den Cabrikanten von irmingham, Manchester und anderen - nufakturstädten Gratification über Gratification für die Ausfuhr ihrer Waaren, um den dreifachen Zweck zu erlangen, 1) baares Geld nach England zu bringen, 2) ihre Manufakturen wenigstens in einiger Thätigkeit zu erhalten, weil man sonst die Verzweiflung von mehreren hunderttausend Menschen fürchten mußte, und end- lich 3) die Manufakturen Deutschlands zu Grunde zu richten, da dieses Lebtere von dem Ersteren unzertrennlich war. Der Sâch- sische Fabrifant sah sih nun gendthige, auch seine Preise tiefer und immer tiefer herabzuseßen, Er litt, doch mehr noch litten seine Arbeiter, welche bei den täglich steigenden Preisen der nothwendig: ]sten Bedürfnisse sich kaum noch des Hungers erwehren konnten. èun aber machten die Englischen Fabrikanten so große Bestellun- gen von Baumwolle in Triesk und bezahlten sie so theuer, daß die unsrigen in die äußerste Verlegenheit kamen. Sie kauften Uberdies allerwärts und selbst in Leipzig alle Vorräthe dieses Ma- terials auf und Aa uns dadurch in die Nothwendigkeit der empfindlichsten Aufopferungen. Ueberdies verkauften sie ihre Waa-

B e

rliner Bör Den 5. Februar 1842.

ren mit jeder Messe wohlfeiler, und wir, wir mußten endlich unsere Arbeiter müßig gehen lassen, Diese wurden Bettler, der Fabrikant aber, nachdem er den größten Theil seines Vermögens zugeseßt hatte, sah sich am Rande eines trostlosen Abgrundes. Un- terdessen rühmten sih die Engländer, von der nicht bedeutenden Ostermesse 1799 zwölf Millionen baares Geld weggetragen zu haben. Noch hielten sich unsere Wollen-Manufakturen in einem leidlichen Zustande. Unsere Kasemirs, unsere Tüffel, Halbtücher und Wollenzeuge wurden bei der Wohlfiilheit ihrer Preise noch immer abgeseßt. Dies war es, was der Engländer fürchtete, und so erhielten unsere Wollhändler Bestellungen Uber Bestellungen, Auf einmal war der hohe, die Fabriken erdrúckende Preis der Wolle wieder da, und unsere Tuchmacher, dieser gewerbthätige Theil unserer Nation, lassen muthlos ihre Arme sinken.“

Jn diesen Bedrängnissen, wo auf der einen Seite die be- quemsten und vortheilhaftesten Absaßwege dem Sächsischen Handel versperrt wurden, auf der anderen demselben im eigenen Lande eine erdrückende Konkurrenz erstand, bewährte sich dennoch aufs glänzendste die Lebenskraft und Ausdauer eines aus der allgemei- nen Geistesbildung der Nation hervorgegangenen, in ihren Sitten und ihrem Charakter tiefgewurzelten und unter einer milden Regierung er- starften Sinnes für gewerbliche Thätigkeit. Die Mannigfaltigkeit der in Sachsen neben einander bestehenden Jndustriezweige machte es den Sächsischen Gewerbtreibenden möglich, sich, ohne allzu große Verluste oder Stockungen der Arkeit, aus einem Gewerbe herauszuziehen und in ein anderes zu werfen. So trat bei dem Verfalle der Leinwandweberei in den 90ger Jahren in vielen Ge- genden Sachsens die Baumwollenweberei an deren Stelle, und zwar zuerst als Lohnweberei auf den Dörfern; viele von diesen Handwebern suchten auch den Erwerb, der ihnen in Sachsen ent- ging, bei den Bbhmischen Fabrikanten, welche eines Schußes gegen die Englischen Manufakturwaaren genossen. Die Genügsamfkeit der Sächsischen Arbeiter, so wie der glückliche Umstand, daß die meisten der- selben, neben ihrem Tagelohn,“ noch ein kleines Grundstúck oder sonst einen Neben-Erwerb besaßen; zu dem sie in den Zeiten der Noth ihre Zuflucht nehmen konnten, gestattete den Fabrikherren, durch Wohl- feilheit der Preise die Vortheile einigermaßen auszugleichen, welche

den Wirkungen, welche diese Jnvasion der Englischen Manufak- tur-Waaren in Deutschland und besonders in Sachsen auf die Manufakturen dieses leßteren Landes äußerten, giebt uns ein Schriftchen aus der damaligen Zeit („die Englischen Waaren auf der Leipziger Messe“ Leipzig 1802) ein sehr deutlihes Bild; wir führen daraus die folgende Stelle an: (S. 12, f.)

„Schon lange sah der Englische Kaufmann mit Eifersucht auf die Sächsischen Fabriken. Zwar konnten wir, in Ermangelung so mancher Hülfsmittel, die jenem zu Gebote stehen, unseren Waaren nicht die außere Eleganz geben, wie der Englische Manufakturist, aber in innerer Güte standen sie den seinigen nur wenig nach, ja sie úbertrafen sie wohl noch. Dabei waren sie unendlich wohl- feiler. Der Russische, der Polnische Kaufmann kaufte unsere Waa- ren eben so gern wie jene; unsere Nachbarn geizten nach unseren Erzeugnissen und führten sie, aller Verbote ungeachtet, bei sich ein, Im Lande selbst war der Verbrauch Englischer Zeuge äußerst mà: big. Jch weiß die Zeit, da in Leipzig kaum drei oder vier Hâu- ser mit Englischen Langwaaren handelten. Nun wurde im Laufe des Krieges Frankreich, Holland, Spanien, die Niederlande, Jta- lien für die Englischen Waaren gesperrt; es blieb ihnen „am Ende nur der arme Norden und das gutmüthige Deutschland übrig, das eben aus lauter Gutmüthigfeit fich einem Jeden hingiebt, der es benußen will; und nun war fein Markt bequemer als die Leipzi- ger Messe. |

„Auf einmal erschienen sie zu Haufen. Der stolze Britte er- niedrigte sich, in hdchst eigener Person unseren Schneidern seine

gemeiner Anzeiger

Bekanntmachungen.

V Tie Baud Subhastation.

s ; Kammergericht zu Berlin. Das in der Holzmarktsiraße Rr. 20 biersel bele- D. ene, im Hypotheken - Buche :

Vol. X1I. pag. 265. No. 195. verzeichnete, gerichts-Regisiratur-Assisienten Weidener gehdrige Wohnhaus nebs Zubehör , schäßt auf 15,256 Thlr. 14 Sgr. 4

dem Stadt |werth von

bge- Pf., ¡ufolge ce) Or, 7 Pf.

gisiratur einzusehenden Taxe, soli am 13. März 1842, Vormittags 10 Uhr, an ordentlicher Gerichtsstelle subhastirt werden. Der vorstehend auf den 13. März 1842 anbe- beträgt. auf einen Sonntag fällt, in Gemäßheit der Be- Seme des 5: 5. Tit, 8. der Prozeß- Ordnung, einzusehen, olgenden Tage ais Montag, den 14. März 1842, evalten werden. A am 20, Dezember 1841, Kbnigl. Preuß. Kammergericht.

Nothwendiger Verkauf. ÉtniaiiSd Kammergericht zu Berlin. Die Erbpachts - Gerechtigkeit an dem im Teltow- Storkowschen Kreise belegenen Kbniglichen Amts-

Vorwerke zu Reichenwalde soll

den Engländern ihre vervollflommneteren Maschinen und ihr aus- gebreiteter Welthandel verliehen, Endlih war auch der Nach- ahmungs- und Verbesserungstrieb der Sächsischen Gewerbtreiben- den nicht müßig, von den genannten Vortheilen ihrer gefährlich- sten Konkurrenten sih so viele anzueignen, als nur immer in ihrer Macht skand. Die neuen Erfindungen der Englischen Mechanik fanden ihren Weg bald nah Sachsen, Und bedeutende Maschinen- spinnereien nah Englischem Muster für Wolle und Baumwolle wurden schon in den Jahren 1798—1799 an mehreren Orten

des Landes errichtet. (Schluß folgt.)

R E L Ta DA

Meteorologische Beobachtungen.

L

M —————

Morgens Nachmittags 6 Ubr. 2 Ubr.

342,0 L’ Par. [342,4 7“ Par. | 343,19” Par. + 0,7°R.|+ 16°R. | 1,1°R. 11° R. |— 2,8 R. | 2,4°R. 81 pCt, 77 pCt. 83 pCt. trübe, trübe. trübe, NW. NW., Würmewechsel +1,8°, Wolkenzug. .. —— NW, 4,9%,

| Nach einmaliger Beobachtung.

1842,

Abends 4, Februar. |

10 Ubr.

Quellwärme 7,6° R. Flusswärme 0,0° R. Bodenwärme—0,1° R. Ausdünstung 0/025 Rh. Niederschlag 0.

Lustdruck . ... Luftwärme . .. Thaupunkt Dunstsättigung Wetter

am 27. August 1842, Vormittags 11 Uhr, an ordentlicher Gerichtsstelle subhastirt werden.

Der Reinertrag des Grundstücks von 725 Thlr. Sgr. 6 Pf. gewährt zu 5 pCt. einen Taxwerth

des Kammergerichts | und gu 4 pCt. einen Tat- Franz Ludwig Ernst | Darauf haftet ein Erbpachts - Kanon von

: ; der zu 4 j urant gerechnet, cin Kapital von nebs Hypothekenschein und Bedingungen in der Re- 8999 gat 1 Ae 6 Pf. darstellt, so daß an Werth der Erbpachts- Gerechtigkeit zu 5 pCt. veranschlagt 5513 Thlr. 12 Sgr. 6 Pf. zu 4 pCt. veranschlagt 9141 Thlr. 20 Sgr.

raumte Licitations - Termin wird, da dieser Tag gungen arate,

Die im É Zegen und ) r./ leßteres auf 9,136 Thlr. é geicbdbt/ sollen in Q e C ble. landsasilich ab

ormittags 14 schein und Kaufvedingunger"

aufbedingungen 7 tur eingesehen gungen kdnnen in der Registra

Die verehelichte borne v, Fasinska,

Tagesmittel: 342,56" Par... +0,4° R... —2,1° R... 80 pct. nw.

14,513 Thlr.

18,141 Thlr. 7 Sgr. 6 Pf. 8 Thlr. inclusive 874 Thlr. Gold, welcher,

v. Niedzalkowoska , der rzewski, die Constantia

v. Tolkacz, werden fentlich vorgeladen.

A GEtTen terer und Kaufbedin- er Kammergerichts - Registratur

ublikandum. horner Kreise belegenen Rittergüter Tillice, ersteres auf 12,076 Thlr. hofs - Fnventario , taxirt zu

ugusi 1842 Uhr, hier an dffentlicher Ge- 7 Pf. , soll Behufs der Auf

Taxen, Hypotheken- an: der

werden. Notar v. Broni ck die verehelichte Sefongarhata ge”

tur einzusehen.

Fonds. :

Pr. Cour.

Actien. Brief. | Geld.

Zef.

j

St. Schuld - Seb. | Pr. Engl. Obl. 30. | Präm. Sch. der Seehandlung. Kurm. Schuldv. Berl. Stadt - Obl. Elbinger do. Dauz. do. in Th, Westp. Pfandbr. | Grossh. Pos. do. Osdtpr. Pfandbr. Pomm, do. Kur, u, Neum. do. Sehlesische do.

a

BEEEEE I E

Bel. Pots. Eisenb. do. do. Prior. Aet. Mgd. Lpz. Eisenb. do. do. Prior. Act. Brl, Auh. Eisenb. do. do. Prior. Act. Düss Elb, Eisenb. do. do. Prior. Aer. Rhein. Eisenb.

do. do, Prior. Act.

104% 1035

6 | 1025 | 1024 v 104

48 A 1025 |

|- 11 102 | 103 d 1034 | 102 | 101;

104:

RATnLA| a | n

Gold al marco Friedrichsd’or Andere Golduün- zen à 5 Th. Discouto

W ec

hsel-Cours.

Wien in 20 Xe

Breslau Leipzig in Couraut im

Frankfurt a. M. WZ........

Petersburg

Präm. Sch. —,

Antwerpen, 3I. Jan.

Auswürtige Börsen.

Amsterdam, I. Feber.

Kavz. Bill, 25x. 57 Pol. —.

Kurz

2 Mi.

3 Me.

2 Mi.

2 Mi.

t 2 Me.

100 Thlr. | 2 Mie. 14 Thl. Fuss.. 100 Thule. | S Tage C f 2 Mi. 1 SRbI.! 3 Woch.

Niederl. wirkl. Schuld 61/27. 6% do. 1005.

6 Spau, 22, Pacs. —. Ausg. —. Zinal, 51, Preuss,

Oesterr. 10573.

Zinsl, 5%. Neue Aul. 213,

Frankfurt a. M., 2. Febr. Oesterr. 55 Met. 1094 G.

1% 245 G. Bank-Act, 1996. 1994, Loose zu 500 Fl.

101; v. 1435. 1433. Preuas. Präm. Sch. 824 G. do. 45 Aul. 1025 G, Poln. Loose 774 G. 52, Span,

24257 6.

Aul. 244. 24. 24% Woll. 50%. 604. Eisenbahn - Actien.

103% G. Köln- Aachen 96 G. Hamburg, 3. Febr. London, 29, Jan. Ê la.

sive Bh. Ausg. Sch. 125. 5% Hou, 101. 23% 514. 5%

Tauvusbahn - Act. 3814. 381, Leipzig - Dresden

Evsgl. Russ, 1093, Neue Anl. 24%, Pas-

Port. 337. 3% 193.

Bank - Actien 1650, Cous. 32 894. Be

Engl. Russ. —. Bras. 604, Chili —. Columb. 215. Mex. 29. Peru 15. Paris, 31. Jan, 52 Rente fin cour. 118. 55. 32 Rente fn cour. 79. 35.

Anl. de 1841 fin cour. 79, 80,

245. Passiíve 57. Wien, 31.

12 L

Sonntag, 6. Febr.

Lonjumeau.

Im Schauspielhause: Michel Perrin,

Bank-Actien 1631.

107,

Jan. 57 Met. 1074. 42 99x, 32 _—_, 23% Anl. de 1834 1407. de 1939 108k.

5% Neapl. au compt. 5% Span. Rente

Königlihe Schauspiele. Im Opernhause: Der Postillon von

der Spion wider Willen.

Hierauf: Der Polterabend.

Montag, 7. Febr.

Juan Maiquez,

Hierauf: Zum Erstenmale :

Im Schauspielhause: Zum Erstenmale: chauspiel in 2 Abth., von Heinrich Smide. Die Frau im Hause, Lustspiel in 3

Abth., von A. P.

Dienstag, 8. Febr. Jm Opernhause: Jm Schauspielhause:

Sonntag, 6. Febr.

Montag, 7.

Dienstag, 8, Febr. Eremit vom Berge Prazzo, oder: seite, oder: Die lang verfolgte Unschuld. Dramatisch-melodramatischer aller Rettungsstúcke und aller

Czaar und Zimmermann. Le mariage de Figaro,

Königstädtisches Theater.

Der Verschwender. Cenerentola.

Roderich und Kunigunde, oder: Der Die Windmühle auf der West- und zuleßt doch triumphirende Galimathias als Parodie gewöhnlichen Theatercoups, mit be-

Febr.

liebten Musikfstúcken versehen in 2 Akten, von Castelli, nebst einem Prolog. (Neu einstudirt.)

Oeffentliche Aufführungen.

Montag, 7. niglichen Schauspielhauses : Cour zum Besten des Vereins zur Unterstú ger Lehrer, unter Leitung des Herrn Franz

niglihen Musik- y m Hotel

Soirée des Königl, Kapellmeister M d

Verantwo

Marienwerder, den 27. Dezember 1841. Civil-Senat des Kdnigl, Ober - Landesgerichts.

Gerichtliher Verkauf zur Auflösung der Gemeinschaft, Stadtgericht zu Berlin, den 28. Oktober 1841.

as in der Jerusalemerstraße Nr. 36 und 37, an 2 Ee der L D ieLirale belegene Gasthofs-Grund- stück zum goldenen Adler, der Wittwe Schmidt und der unverehelichten Fiedler gehprig nebst dem Gast-

/ dsung der Gemeinschaft, am 22, Juli 1842, Vormittags um 11 Uhr, Seuihtófelle subhastirt werden.

Taxe und Hypothekenschein sind in der Registra-

Febr., Abends 7 Uhr, im Konzertsaale des Kd-

Großes Vokal- und VAlTeRARE: ung hülfsbedürfti-

ißt und des Kdö-

Direktors Wieprecht.

de Russie: Zehnte E Abonnements-

er,

rtlicher Redacteur Dr. F, W. Zinkeise n,

Gedruckt in der Deer schen Geheimen Ober-Hofbuchdruckerei,

azowiecka, so

Thlr. 27 Sgr.

Civil- und die Damen ; das Fahren; Besorgung und Unterhal- R ea e

auf der welche vor dem Eintritt regelmäßiger Hülfe der Kun T atinedig werden ; der Ankauf x Be mi

und Dressur der Pferde.

für die Preußischen Staaten.

missarius Helene v. Grzuczlewska , geborene v. Mazo- wieska/ eventualiter deren unbekannte Erben, wie auch folgende ihrem Aufenthalt nach unbekannte Real- Interessenten , als: der Constantin Roman v. Bro- nis, die Wittwe Nepomucena v. Dabska, geborene

eter v. Whbezecki alias W0- a Franziska v. [ wie die v. Mazowieckische Familie und der Nicolaus i zu obigem Termin hierdurch df-

Literarische Anzeigen.

Bei E. S. Mittler (Stechbahn 3) is zu haben : Selbst - Unterricht im Reiten.

A. D. Vergnaud: Praktischer Unterricht in der

Reitkunfst erren und Damen,

für H nsbesondere zur Selbsibelehrung. Enthaltend : Die L “shilitair- eitshule; die Reitschule für

unden Pferdes ; orgung des Pferdes e die Thtevarineidiens ichen Rente

; die eichnun Mit Abbildungen o ver e. 8, geh. Preis 20 Sgr. Diese Schrift über die Reitkunst ist eine in jeder Bezichung wahrhaft empfehlenswerthe, insbesondere r jeden Dilettanten der Reitkunst, dem daran ge- egen is, nicht nur ein gutes Es mit Anstand zu reiten und die ästhetishen Regeln der Re ns völlig zu eigen zu machen, sondern auch jedes P nach seinem Charakter und Temperamente richtig zu behandeln und das Vergnügen zu haben, ein rohes, junges Pferd zu bändigen ,- stets vollkommen seiner R S grn isn s alen Gai arten eon en oder einzufahren. n bejons erer Abschnitt cnthält die Reitkuns für Damen,

Allgemeine

Preußische Staats-Zeitung.

Me 38.

Inhalt.

Amtliche Nachrichten. aunkreih. Paris. Ganneron’'s Vorschlag über die nkompa- tibilitäten. Verurtheilung der Mod e. Briefe au? Paris. Der Vorschlag des Herrn Ganneron und das Ministerium. as Budget fúr 1843. Die Verurtheilung der Mode.) Großbritanien und Jrlaud. London, Nachrichten über den A alt Sr. Majestät des Diune von Preußen in Windsor und Reudon, Die Englische Presse über die Spanische und A rage aus Anlaß der Franzd ischen Kammer - Debatten. Erfkld- rung über die Dauer des Handels-Traktats zwischen England und Brasilien. Herzog von Cleveland +. Vermischtes. Belgien. Brüssel. Zweck des bekannten Komplottes. Ant - Fey en. Rückehr des Niederländischen Finanz - Ministers aus Schweden und Norwegen. Drontheim. Großes Feuer. Deutsche Bundes Arti my Hannover. Erste Ee Kom- petenzfireit des Fürsten von eaen und seiner Eigenbehdrigen, wegen des Gesehes über die Abl sung. Osnabrâcd. Städ- tische Verfassung. Schwerin. Ab nderung des Rekrutirungs- Gesches. Karlsruhe. Abgeordneten-Kammer. p A e t e die Milizen. riechenland. ; 0-Universität. re Athen. (Regulirung der Griechischen Bisthümer 5 Pren

ur Geschichte des Handels und der Fndustrie des @ ; l y sen U fen leßten 50 Jahren. (S ugs e des Kdnigreichs Sach

Wissenschaft, Kunst und Literatur. Franz Lißt’'s Konzerte.

—————— Amtliche Nachrichten.

Kronik des Tages.

Se. Majestät der König haben Allergnädigst geruht :

Dem Kreis : Deputirten im Lübener Kreise rafen von Ldben auf Nieder - Rudelsdorf, die Schleife zum Rothen Adler- Orden dritter Klasse; dem Ober : Mühlen : Bau : Jnspektor und Schiffs:Abrechner Dittrich zu Königsberg, so wie dem vorma: ligen Regiskrator beim General - Auditoriat, Kriegsrath Hoff hierselbsk, den Rothen Adler: Orden vierter Kla ez; desgleichen dem jg ital): +4 Schubert zu Kolbis, im reise Wolmir stede, die A d vine A mit Ou ri zu ben an und

em ments: Arzte Und außerordentlichen Professor in der medizinischen Fakultät der hiesigen Friedrich Wilhelme.Uaivee De A olff, den Charafter als Geheimer Sanitäts - Rath bei: zulegen. i

S R D T T E ETE E Zeitungs -Uachrichten. Ausland.

Frankreich.

Paris, 1. Febr. reaus der Deputirten-Kammer geben heute den Stoff zu den Be- trahtungen der Journale. Der wichtigste von den zur Verlesung genehmigten Vorschlägen is der des Herrn Ganneron über di sogenannten Jnkompatibilitäten. Man würde sih wundern müs- sen, daß die Verlesung dieser Proposition von sämmtlichen Bú- reaus genehmigt worden ist, wenn man nicht erführe, daß die Minister in ihren Büreaus erklärt haben, sie wollten sich der Ver- lesung in dffentliher Sißung nicht widerseßen, weil ihnen daran elegen sey, jenen Vorschlag von der Rednerbühne herab zu be- tampfen. Nachstehendes is der Text der Ganneronschen Pro-

osition:

N on: 1, Die Mitglieder der Deputirten - Kammer, welche am Tage ihrer Crnenuung nicht besoldete, dfentliche Beamte sind, köôn- nen es, so lange sie Mitglieder der Kammer sind und noch ein Jahr nach Ablauf ihres Mandats, nicht werden.

Art. 2. Diese Bestimmung fêndet keine Anwendung auf nach- stehende dffentliche Aemter: Minister, Botschafter und Gesandten; Unter-Staats-Secretairen, General- Direktoren, General-Prokurato- rent beim Cassationshofe, beim Rechnungshofe und bei dem Kdnig- lichen Gerichtshofe von Paris; Ober-Befehlshaber der ariser National-Garde, Gouverneur der Franzdsischen Besißungen in Afrika, Großfanzler der Ehrenlegion, Gouverneur der Bank.

Art. 3, Das durch den ersten Artikel ausgesprochene Jnterdikt ist auf diejenigen Deputirten nicht anwendbar, welche ein Amt wie- der antreten, welche sie während der Dauer ihres legislativen Man- dats aurgegeben Latten. /

Art. 4. Diejenigen Deputirten, welche in dem Augenblick ihrer Ernennung Beamte sind, können , außer den im Art. 2. bezeichneten

dllen, kein anderes Avancement erhalten, als ein durchaus regelmd- iges und schrittweises, in der hierarchischen Ordnung des Dienst- Imones dem sie angehören. , Art. 5. Die Functionen eines Deputirten sind unverträglich mit den Functionen des General-Prokurators, General-Advokaten und des Subslituten bei allen anderen Gerichtshdfen als den oben erwähn- ten; ferner mit denen der Fngenieurs en chel, der gewdhnlichen Fn- enteurs, der General - Secretaire, der Direktoren, der D visions- hefs und der Beamten sämmtlicher Ministerien.

Art. 6. Die Präsidenten und Richter der Tribunale erster Fn- stanz können von den Wahl - Kollegien der Arrondissements, in wel- úes fe ihre Functionen ausüben, nicht zu Deputirten ernannt

Art. 7. Diese Bestimmungen treten bei den nächîen allgemeci- nen Wahlen in Kraft. G 4 pee,

Dieser Vorschlag, der von dem Ministerium gewiß auf das Aeußerste bekämpft werden wird, enthält den Keim zu einer Ra- difal-Reform. enn er angenommen würde, so ließe sich mit iemlicher Wahrscheinlichkeit Aeranoiten, daß die unter seinem Ein-

zusammentretende Kammer so ganzlich frei von ministeriellem Einflusse seyn würde, daß den ferneren Reform- Vorschlägen nicht mehr Einhalt gethan werden Fkdnnee. Herr Ganneron würde sich alsdann rühmen dürfen, auf friedlichem Wege eine zweite Juli: Revolution herbeigeführt zu haben,

Berlin, Montag den 7ta

Geskern erschienen Herr von Saint-Philbert, verantworcli Hevarogee des Journals la Mode, und Herr Broug, Tee rucker jenes Journals, wegen zweier infriminirter Artikel jenes Blattes vor den hiesigen Assisen Tros einer sehr beredten Ver- theidigung des Herrn Berryer sprah die Jury das S uldig aus, und der Herausgeber ward zu zweijährigem Gefängniß und 6000 Fr. Geldstrafe und der Drucker zu dreimonatlichem Gefäng-

niß und 2000 Fr. Gelck\\trafe verurtheilt.

Börse vom 1. Februar. Die Liquidation hat ein nicht unbedeutendes Steigen der Französischen Fonds hervorgebracht, Die 5proc. Rente hat heute zu 118.75 und die 3proc. zu 79,85 geschlossen. Die pekulanten sind also, wie es scheint, durch das vorgelegte Budget fúr 1843 über die Finanzen des Landes beruhigt.

» Paris, 1. Febr. Die Búreau?s der Deputirten-Kam- mer haben die Verlesung der Propositionen Ganneron und Ducos genehmigt. Das Ministerium hat sich nicht dagegen opponirt, aber zu gleicher Zeit erklärt, daß es von der Rednerbühne herab jene Vorschläge bekämpfen würde, Es hofft auf diese Weise einen vollständigeren Sieg zu erlangen, der von allgemeinerer Wirkung seyn wird, als wenn die Debatte schon in den Búüreau's erstickt worden wäre. _Es ist dies ein sehr gewandtes Manöver und zu gleicher Zeit eine der parlamentarischen Jnitiative dargebrachte Huldigung. Das Resultat der zu erwartenden Erörterung scheint uns nicht zweifelhaft. Man wird den schon durch unfruchtbare air vg eere Ss us einige hinzufügen. So ver-

e Deit mic unnüßen Kämpfen zum größten Nachtheil fär die wahren Interessen brs Landes, E Ne a / Die legitimistische Wochenschrift la Mode ist in der Person ihres Géranten und ihres Druckers zu bedeutenden Geld - und Gefängnißstrafen verurtheilt worden. Es scheint, daß die Jury auf der Bahn beharren will, die sie neulich bei dem Preßvergehen des Charivari betreten hat, und daß sie fúr alle Folge die Drucker für die infriminirten Artikel mit verantwortlich machen will. Wir haben schon gesagt, daß dieses System logischerweise ganz unzulässig, und daß es in materieller Hinsicht unmöglich if, daß der Drucker von all den Journal : Artikeln Kenntniß nehmen fann, die durch seine Pressen gehen; noch weniger aber ist anzus nehmen, daß er im Stande if, die Strafbarkeit jener Artikel zu beurtheilen, Eine große Anzahl der hiesigen Drucker haben df- fentlich die Unmöglichkeit einer Kontrolle von ihrer Seite ausein- andergeseßt, und man muß sagen, daß das gute Recht dieses Mal

——_—————

Die gestrigen eat angay in den Bü- |

auf ihrer Seite Jufeyn scheint, ; er Finäñj-

fúr 1843 vorgelegt. Die Rede, die er bei dieser Gelegenheit hielt, ist ziemlich flar und verständlich, Vorzüge, die dergleichen Entwicke- lungen nicht immer eigen sind, Die Einnahmen für 1843 werden auf 1284 Millionen geschäge; und die da ergeben ein Defizit von 27 Millionen Fr. Wenn man dieses Defizit mit dem vom Zahre 1842 vergleicht , so ergiebe sich eine Verbesserung in dem finanziellen Zustande von 88 Millionen Fr. Die Debatten werden später ergeben, auf welche Weise diese so bedeutende Reduction erlangt wird, und ob man si bei den Ver- anschlagungen feiner zu großen Täuschung überlassen har.

T+F Paris, 1. Febr. trifft die Presse mi den

egen verlangten Kredite

Ein harter Schlag nah dem anderen Mund der Tribunale, zum Beweise, daß die bestehende Gesebgebung über Preß -: Vergehen durchaus nicht ungenügend is, um den schriftstellerischen Uebermuth im Zaume zu halten, daß es vielmehr nur an den Personen, seyen es die Anwälte der bffentlichen Sache, oder aber die Richter selbst, gefehlt hat, wenn bisher manches strafbare Wort ungeahndet, ja wohl selbst unbemerkt hingegangen ist, Jebt scheint man also förmlich darauf auszugehen, den Grundsas6 der Mitverantworc- lichfeit des Druckers für Preß: Vergehen zu rechtlicher Regel zu erheben, und somit dem bloßen Gewerbsmanne eine intelleftuelle

ber:Aufsicht zur Pflicht ju machen, die ganz gewiß weit lâstiger seyn

ürde, als die ngstlichsteCensur, wenn sie dbeedauve verwirklicht wer-

en fönnte, Eine Kontrolle, bei welcher man mit Freiheit und

ermögen interessirt is, muß natürlich in demselben Maße strenger eyn, als eine im Staats-Jnteresse gehandhabte Censur, in wel- chem die Selbstliebe in der Regel mächtiger in dem Menschen is, als die Rücksicht auf das bffentliche ohl. Wäre es daher möglich, die juristische Verantwortlichkeit der Drucker thatsächlich zur Grundlage einer wahren Kontrolle aller Druschriften zu machen, so wäre damit eine weit máächtigere Garantie gegen Preßmißbräuche gefunden, als*in den meisten anderen Europäischen Staaten existirt, Aber dieser Zweck ist ganz gewiß in der gegen- wärtigen Verfassung des dffentlichen Geiskes und des Druckwe- sens in Frankreich unerreichbar; seine Realisirung is bei der un- ermeßlichen Masse des vorhandenen Drucfstoffs und die durch das Geseß sehr beschränkte Zahl der Drucker eine materielle Unmöglichkeit, Dagegen läßt es sich wohl annehmen, daß bei fernerem Beharren die Justiz auf dem eingeschlagenen Wege ei: nige Journale von besonders schreiender Farbe, und einige politische Schriftsteller von notorisch heftigem Charakter und Styl künftig auf Schwierigkeiten stoßen, welche in der Furcht des Druckers vor Mitverfolgung und Mitverurtheilung ihren Grund haben. Da: durch mag denn wohl einzelnen Exzessen vorgebeugt werden, aber

egen den Geist und die Wirkung der Oppositions- Presse úber- Sauoe scheint damit was gewonnen. Schon sind einige Provin: zial-Blâtter mit weißen Spalten nach Paris gekommen, und wenn die Pariser Journale dieses Beispiel etwa nachahmen, wenn sie von Zeit zu Zeit eine große, angeblih durch das Veto des Drudckers ver- anlaßte Lücke zur Schau tragen, so dürfte dies nicht ohne Wir: fung bleiben Denn es läßt sich nicht verkennen, die Idee der Preßfreiheit hat hier tiefe urzeln geschlagen, und die Antipathie gegen Alles, was den Maßregeln gegen die Presse o sieht, zu welchen die Restauration ihre Zuflucht nahm, ist fähig, selbst Tausende von denen aufzuregen, die nie ein gedrucktes oder geschriebenes Wort gelesen haben, und auch nie ein solches lesen werden, Mit weit größerer Sicherheit läßt sich die Extravaganz eines Theiles der agespresse durh mora: lische Mittel bekämpfen, um so mehr, als sie selbst durch ihre Un-

Februar

1842,

redlichfeit das Publifum gegen sich verstimmt, und durch ihren Mangel an Jdeen das allgemeine Erkenntniß ihres U v zum Schaffen, vorbereitet hat. ó nvermögens

Großbritanien und Jrland.

London, 31. Jan. Vorgestern früh begab sih Se. Majez stât der König von Preußen in Begleitung dis Da Atbreibe: des Herzogs Ferdinand und des Prinzen Leopold von Sachfen: Koburg, so wie einiger Personen des Hofskaats, nach dem Home: Parf, um den Evolutionen des 72sten Hochländischen Regiments, welches vom Oberst Arbuthnot befehligt wird, beizuroohnen. Der König fuhr mit Prinz Albrecht in einem Phaeton, die übrigen Herrschaften waren in Kutschen. Die Königin und mehrere ihrer Öâáste sahen dem militairischen Schauspiel von den Fenstern des

Schlosses zu. Nach der Revúe fuhr der König über Slough auf der großen westlichen Eisenbahn nah London. Hier besuchte Se. Majestät einige dffentliche Gebäude, nahm dann ein Dejeuner bei dem Preußischen Gesandten, Herrn Bunsen, ein, vor welchem Se. Majestät in der Wohnung Jhres Gesandten den beiden Holländischen Staatsmännern Baron von Heecheren und Baron von Rochussen eine geheime Audienz ertheilten, und kehrte ges gen Abend wieder nah Windsor zum Diner bei der Königin zu- rüuck. Gestern kam der König schon frúhmorgens nach ondon, um dem Gottesdienst in der St. Paulsfirche beizuwohnen. Da man im Publikum von dieser Absicht Sr. Majestät wußte, o war ein großer Andrang der Volksmenge vor den Thüren jener Kathedrale, weil Jeder noch gern einen Plaß in der Kirche selbst zu erhalten wünschte. Jndeß wurde die Ruhe des Tages nicht gestórt, und Alles ging mit der größten Ord: nung zu. Der Bischof von London, der die Predigt hielt, hatte fs schon in der Kirche eingefunden, ehe noch die Thüren geöffnet wurden. Auch der Lord - Mayor und die Sheriffs mit ihren Frauen kamen frühzeitig und warteten in der Sakristei auf die Ankunft des Königs. Se, Majestät erschien um F auf 10 Uhr, begleitet von seinem Gefolge, dem Herzoge von Cambridge, dem Grafen von Westmoreland und anderen ausgezeichneten Personen. Der Lord-Mayor, die Sheriffs, der Bischof, der Dechant und die úbrigen Geistlichen der Kirche geleiteten den König in Prozession zum hohen Chore. Voran gingen die Chorsánger der Kirche und diejenigen Mitglieder der Königlichen Kapelle, welche bei der Kir:

nister hat deè“RKaitter geftern -das Budget

chen-Musik mitwirken sollten; dann kam der Lord-Mayor mit sei: nem Gefolge und seinem Kaplan; hierauf ein Alderman und die beiden Sheriffs mit ihren Kaplanen ; sodann der König, zu sei: ner ‘rechten Seite der ‘Derzog von Cambridge, zur linfen der Bischof von London; bara ie anderen Begleiter Sr. Majestät

und die übrige Geistlichkeit. Der König war in Civil und trug das Band des Hosenband- Ordens unter der Weste. Er nahnt seinen Plaß auf dem Stuhle des Bischofs, dem Lord-Mayor ge: Mae; und der Bischof seßte sih auf den Sis am UAltare. tach der Liturgie, bei welcher die Kirchen-Musik vortrefflich aus: geführt wurde, predigte der Bischof von London úber Mathäâus 5, 14, indemer in eindringlichen Worten die Pflichten eines christ: lichen Seelsorgers schilderte, einen Núckblick auf den Zustand der christlichen Kirche in der Reformationszeit warf, von ihren jeßi: den Hoffnungen und Aussichten sprah und mit einem würdig gehaltenen Lokte des erlauchten Monarchen {loß, der, wie der Redner sagte, nicht nur in England das Band der christ: lichen Einigkeit befestigt, sondern auch durch seine Freigebigkeit dazu beigetragen, die Verbreitung des Evangeliums in fernen Län- dern und für künftige Jahrhunderte zu fördern. Se. Majestät folgte der Predigt und dem ganzen Gottesdienst mit großer Auf: merfsamfeit und schien sehr davon ergriffen. Ehe Allerhdchsider- selbe die Kirche verließ, sprach er seine hohe Erbauung aus und sagte unter Anderem, dieser Gottesdienst sey wahrhaft göttlich ge- wesen. Als er in den Wagen stieg, wurde er von der vor der Thúr a sammelten Volksmenge mit lautem und allgemeinem Zuruf begrüßt, Der König fuhr in der Kutsche des Lord-Mayors mit diesem und dem Archivar der City, Herrn Tyrell, nach dem Mansionhouse, wo festliche Anstalten zum Empfange Sr. Majestät getroffen waren, da Aller: höchsiderselbe bei der Taufe des Prinzen von Wales - dem Lord- Mayor einen Besuch versprochen hatte. Es war ein elegantes Dejeuner à la fourchette servirt, aber nach dem Wunsche des Königs hatte man die Einladungen nur auf wenig Personen be- schränkt; es bestand aus 34 Gedecken. Unterweges schallte dem Könige überall Volksjubel entgegen, und am Eingang des Saales im Mansion-House wurde er von der Lord-Mayorin und Mistreß Fry, der bekannten Menschenfreundin, empfangen; idm voran ain- gen der Schwerdt - und der Scepter - Träger des Lord - Mator Allerhöchslderselbe sprach zu der Lord - Mayorin seine Freude ta über aus, daß er eine Gelegenheit habe, ihre Bekanntschaft zu machen, und zu Mistreß Fry sagte er in äußerst wohlwollen- dem Tone: „lch, meine liebe Freundin, es freuc mich sehr Sie zu sehen. Er führte dann die Lord - Mayorin in das Gesellschafts - Zimmer, und der Herzog von Cambridge gab der Mistreß Fry seinen Arm. Das Fräbstbe war in dem mit Gas erleuchteten und reich verzierten langen Sprechzimmer servirt und bestand aus allen möglichen Delikatessen, welche die Jahreszeit nur irgend darbot, Die Speisen waren alle falt, mit Ausnahme der Suppe. Der König ps zur Rechten des Lord-Mayor, an seiner anderen Seite Mistre Fry; zur Linken des Lord-Mayors dessen Gemahlin, dann der Herzog von Cambridge und die Úbrigen Gâfte Ein Toast wurde bei dem Dejeuner nicht ausgebracht, und es war úber- haupt jede Förmlichkeit ausgeschlossen. Kurz nach 2 Uhr nahm der Kd nig Abschied von seinen Wirthen und begab sich u i nen des Volks nach dem St. James- Staats-Zimmer des Königs von Ha E R perzog und die Herzogin use mit einem kurzen Besuch, wo mitta - tesdienst in der Deutschen Kapelle des Stk. Sanne Pala n Bot: Dr, Küpfer die Liturgie verrichtete und der Prediger Walbaum diePre- digt hielt, Hierauf machte Se, Maj, noch der Herzogin von Gloucester in Glouce er- House einen Besuch und kehrte um 5 Uhr wieder nach Windsor zurück, wo bei der Königin dinirt wurde. Heute Abend wird der König das Drurylane: Theater besuchen und

Stafford-