1842 / 109 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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Handels-Vertrages zur Sprache. Man hatte ziemlich allgemein eglaubt, die Deputirten Cataloniens wúrden in dieser Angelegen- eit das Wort nehmen, allein es scheint, daß der Minister:Präsi-

| dent ihnen in einer besonderen Zusammenkunft die Zusicherung

Erpevmion bezüglichen Dokumente waren. Sollte diese Angelegenheit ein Gegenstand gs De werden, so hoffe ih, daß man auf die Sache in ihrem vollständigen Umfange gros wird, und zwar nicht blos auf Grund der dem Hause schon vorliegenden Papiere, son- dern au<h auf Grund derjenigen, die sich no< im auswärtigen Amte befinden; und ih für mein Theil werde dann vor der strengsten Unter- suchung der Handlungsweise des vorigen Ministeriums hinsichtlich Afgha- nistans nicht zurü>beben. Was einen meiner edlen Freunde betrifft, ih meine Lord Aukland, für den iene Ereignisse besonders niederschla- gend seyn müssen , so kann ih versichern, daß nie Femand seine

mtspflichten r erfüllt hat als er. Lord Aukland hielt die Expedition nah Afghanistan für ndthig zur Sicherheit unserer Fndischen Herrschaft, und ich glaube, mein edler Freund hat Recht gehabt. Jedenfalls fînd wir, ih und meine früheren Kollegen, be- reit, uns mit der Politik, welche gu der Expedition nach Afghanistan führte, zu identifiziren.-/ (Beifall.)

Dieselbe Erklärung gab auch Sir John Hobhouse ab, der unter dem vorigen Ministerium Präsident der Ostindischen Kon- trolle war. „Wenn“, sagte er am Schluß, „Lord Aufkland nicht zu jener Expedition Lond hâtte, so wäre er ein Verräther an seiner Pflicht gegen \ein Vaterland und gegen die ihm übertra: gene Verwaltung Ostindiens gewesen.“

London, 13. April. Die durch Lord J. Russell’s Amen- dement zu den Resolutionen Über die Einkommen-Steuer veran- laßte Debatte ist auch in der gestrigen Sißung des Unterhauses noch nicht beendigt worden. Nach Herrn Buller nahm Herr Borthwi> das Wort; als er aber etwa eine halbe Stunde ge- \sprochen hatte, wurde die Versammlung, da es schon nach Mit- ternacht war, so unruhig, daß er auf Vertagung der Diskussion antrug, um am nächsten Abend seine Rede zu Ende zu bringen, was denn auch bewilligt wurde.

Niederlande.

Aus dem Haag, 15. April. Das Journal de la Haye enthält einen Artikel, in welchem es si< Über diejenigen anslän: dischen Blätter beschwert, die so viel Nachtheiliges úder Hollands finanzielle Zustände verbreiten. Um zu beweisen, welchen Kredit vielmehr die Niederländische Regierung genieße, führt das genannte Journal an, daß, nachdem dieselbe fürzlih ein Anlehn von sieben

tillionen Gulden eröffnet, nicht weniger als für 59 Millionen Gulden Anmeldungen eingegangen seyen, obwohl diese Anleihe Über | pari negozirt worden, was seit mehreren Jahren in Holland nicht vorgekommen. |

dadurch Stillschweigen auflegte. Da sie aber diese beruhigende Erklärung ihren Kommittenten nach Catalonien berichteten, so blieb die Sache nicht verschwiegen, und der Deputirte für Fercl de la Frontera, Herr S an<hez Silva, welcher die Jntere/ ndalu- lens durch die ausschließliche Begünstigung der ZJndusftrie Cata-

verpflichtet habe, den gegenwärtigen Cortes einen Geseß - Entwurf | úber die Einfuhr fremder Baumwollenwaaren und die Ausfuhr | einheimisen Kornes vorzulegen. Bei dieser Gelegenheit berief | er sih auf die von Sir Robert Peel im Parlament aufgestellte | Behauptung, daß der Antrag, einen Handels-Vertrag mit Eng-

aufgenommen worden wäre, erinnerte an die großen Verbindlich- feiten, welhe Spanien gegen England, als seinen einzigen aufrich- tigen, politischen Freund, hâtte, und zog daraus den luß, | Spanien bei Abschließung eines Handels - Vertrages mit dieser

werde. Der Minister-Präsident erwiederte darauf, die Re-

| loniens niedergeseßten Kommissionen zu prúfen, um eine beskimmte Ansicht Úber eine Frage, bei welcher so verschiedenartige Interessen ein: ander durfreuzten, fassen zu fönnen. Indessen werde fie den betref:

eines Handels - Vertrages mit England als bevorstehend an digt. Dies ist unbegründet. Man hat aus dieser

reß ofen auseinanderseßen, wie sih diese Sache verhält. Regierung sieht sich dur einen Artikel des Geseßes vom 9, Juli 1841 genöthigt, einen Geseß - Entwurf Über Baumwollenwaaren

England alle möglichen Vortheile gewinnen wollen. Pflicht der Regierung, dee zu sorgen daß nicht nur j Zweig L | der Industrie, fondern alle gleichm Úßt werden. e wir Belgieu. A slc pes Brússel, 16. Mae Der mae Sande agde ge heute | die neuen ifffahrts-Verträge zwischen Belgien und Oesterreich | und E Ile und r ca mte f ris | Interessen seiner Provinz lebhaft vertheidigt und die Aufrechthal- | tung der dortigen Baumwollen - Manufakturen für eine Lebens-

Deutsche Bundesstaaten.

| frage erflärt hatte. t T Múnchen, 15. April. Se. Majestät der König trafen am | Bekanntlich erschien vor einiger Fei in dem Constitucio- Sten d. M, auf der Reise nah Rom wohlbehalten in Rimini ein. | nal von Barcelona ein gegen den

dni E Franzosen Fee:

i j | li i , He beleidigender Artike t der Au :

Vor den Thoren der Stadt Forli begegneten sich Se. Majestät | A E T Ea S Qlireg. ha jolge A Kitt obi berlegten Reclamation des dortigen Französish

en Vice- Konsuls | befahl die Regierung dem Fiskal, jenen Artikel dem Preß:Ge- X>*X Frankfurt a. M., 16. April. Direkten Mittheilungen | Khdorkréngérithte zu übertveisen.

Mit dieser etwas zweideutigen Erklärung begn

und der Prinz Luitpold, die Beide aus ihren Wagen \prangen | und sich umarmten. |

ie vorauszusehen war, hat

y aus Wien zufolge, wird d IBNE Graf von Münch-Bellinghausen | a S als keine Veranlassung zur Klage darbietend erst im Monat Mai die Rü>reise hierher antreten. | freigesprochen.

N Durch die von einem E dahier zum Besten des | Der Herr Zerman, der sich hier auch als Kommandant des Küklner Dombaues veranstaltete Lotterie weiblicher Arbeiten können | Hafens von gy unrèrzeichnete, ‘war gestern noch hier, wird beinah 600 Fl. der Förderung dieses Nationalwerkes überwiesen | aber ehestens nach Frankreich / zurü>fehren. Er hat die Vorsicht werden. | gehabt, die geschmiedeten Dokumente, die ihn als verabschie:

Die Sammlungen zur Bestreitung der Kosten des Gutenberg: | deten K. K. Fregatten - Capitcin der Kriegs : Flotte darstellen Fust-Schbffer-Monuments in der leßteren Zeit haben auch ein sollten, zu vernichten, Die Orden trägt er hier fortwährend. Es günstiges Resultat erzielt, und es werden die sämmtlichen Kosten ) bedarf wohl faum der Bemerkung, daß nur solche Personen, die

ioti i itbáraer bald ganz gede>e | mit den Verhältnissen des Kabinets, für dessen Beauftragten E V R E R T A | Zerman sich Ddetein suchte, vollklommen unbekannt sind, seinen

| Angaben mehr oder weniger Glauben schenften. Der Franzbsische ê Luxemburg, 13, April. Daß die Leder-Zufuhr in Frank- | Geschäftsträger, Herzog von Glú>sberg, erklärte ihm bereits vor furt bedeutend gewesen seyn muß, kann man aus den Transpor- | vierzehn Tagen ine Gesicht, er halte ihn für einen Abentheurer. ten schließen, die in diesem Artikel aus dem Großherzogthum da: Abends. Jn der heutigen Sißung des Kongresses zeigte hin gegangen sind. Schon vor dem 1. April befanden sich gegen | es sich, daß die gestern von dem Ministker:Präsidenten in Bezug 300 Ballo Ballo durchschnittlich 200 Pfd.) auf dem Wege | des Handels - Vertrages gegebenen Aufschlüsse keinesweges befrie: nach der Preußischen Gränze, Es war dies - hauptsächlich Sohl- | digend gefunden wurden, und daß die große Mehrzahl der Depu- leder aus den Kantonen Wilß und Klerf des Oesling, indem sh | tirten dafür gestimmt ist, diese wichtige Frage sofort zur Erledi- die Gerbereien der Hauptstadt Luremburg, so wie Remichs und gung zu bringen. Der Deputirte Sanchez Silva u. A. trugen Ettelbrú>s, vorzugsweise mit Bearbeitung des Kalbleders beschäf: | darauf an, daß die Regierung aufgefordert werden solle, noch in tigen. Dies hat auf die hiesigen Lederpreise bedeutend eingewirkt, | der gegenwärtigen Legislatur den Cortes den in Frage stehenden indem das Pfund im Durchschnitt um 10 Sous (4 Sgr.) gestie: | Geseh - Entwur über die Einfuhr fremder Baumwollenwaaren gen ist. | vorzulegen. Obgleich der Finanz-Minifter sih der Diskussion die- Auf der Frankfurter Messe \oll das Oeslinger Leder, das | ses Antrages widerseßte, beschloß der Kongreß mit 193 Stimmen häufig mit dem Ausdru> Lü>er Leder bezeichnet wird, sehr ge: | gegen 6, daß dieselbe stattfinden solle. Morgen wird sie erdffnet se en IT e m LE E es een | werden. bekannt ist. Es ist in dieser Beziehung bemerkenswerth, daß se | : die Luxemburger Gerbereien nicht ine Staude sind, die wilden | Moldau und Wallachei. Hâute in der Güte wie die des Oesling zu bearbeiten, noch viel | Das Siebenbürger Wochenblatt enthält folgendes weniger aber gilt das von dem nahen Diedenhoven und dem weiter | Schreiben aus Bukare st vom 18. Mârz: „Jn aller Eile benachrich- gelegenen Meß, das sich auf diesen U fast gar nicht | tige ih Sie, daß gestern gegen Abend der Ephor der Schulen und einlassen fann, Das Wasser soll in jenen Gegenden, selbsk mit | Redacteur des Courrier valaque als Stifter einer Verschwörung Benußgung der besten Luxemburger Lohe, alle Versuche vereiteln. | verhaftet wurde. Dr. Tavernier, derselbe Tavernier, der si< vor _ Aus Diekirch wird berichtet, daß sh die Besorgnisse, welche | einigen Jahren im Angesichte von ganz Europa durch seine famo- bei der Nachricht von dem Anschlusse des Großherzogthums an | sen Reiseskizzen 1c. mit so viel eclätantem Erfolge auszeichnete, hat den Deutschen Zoll-Verein bei den meisten Gutsbesibern laut ge: | sie entde>t. Er kommt gestern zu seinem, dem Franz sischen, Ge- worden wären, durchaus nicht bestätigten. Das Vieh, heißt es | neral- Konsul Billecocq, und zeigt ihm an, wie ihn E... au in im Diekircher Wochenblatt vom 9. April, wird von unseren Deut- | diese Verschwdrung verwickeln gewollt, und giebt ihm alle Details, en Nachbarn sehr gesucht, besonders die Schweine, die in Heer: deren er habhaft geworden. Billecocq räth ihm, alles Das dem den von 150—200 Stú> angekauft und in die Vereinsstaaten | Fürsten mitzutheilen, sie begeben s< Beide dahin, und einige Dirtaueet ns R Lesagen n eid f irie I | Sacnnás später waren (iutuztige Papiers E... .'s versiegelt, und ( g gekauft. en so finden Pferde und Hornvieh gu- | ine Person unter sicherem Gewahrsam.“ ten Ábsab in Preußen, wogegen die Ferkel no< immer von den | R R si Türkei el.

Franzosen gekauft werden. Sämmtliche für das Großherzogthum ernannte Preußische | 23. März. Die Pforte hatte den Hier kleineren Mächte nachstehendes Cirku-

Zoll-Beamten haben den i ; id wirklich nit | Konstautinopel, geleistet, indem sie darin ome aci tube E E v affreditirten Gesandten der n aas E n wollten. auideiden aus dem Preußischen Beamten: F Fon wam 10 Zuli wegen der Dardanellen-Sperre einlud: en en. i | age vom 13. Zuli wegen : : barbber erfalgen m Orponnt auf e Ensdesbung, Be Ls 22 Waben (2 ri Seh t De Bene Wie verlautet, wird der k _| Freunden hierdurch freundscha / ßische Regierung, mit Bestimmun 06D Pleibendee Wohnsiy hes | det Daa Reiches, u Gn g E (7-4 Sei khiffe in Luxemburg, der katholischen Militair : Gemeinde der Garnison | F Tant üestbtofen Vleibt - nis sich die hohe Pforte im rieden be- überwiesen hat, spätestens in sechs Wochen hier eintresfen, ' findet, erneuert und bestätigt worden dur cinen Spezial - Vertrag, Bei der gegenwärtigen Tie bige, Juspizirung dur< den | abgeschlossen in London am 13. Juli v. H zwischen den Bevollmäh- General von Holleben wurde die hiesige Jnfanterie bereits mit | tigten der hohen Pforte und denen der fünf erlauchten Mächte (des den eingeübten neuen Griffen ihrer Waffe vorgestellt, über deren | cinq illustres puissances), Da nun in diesem Vertrage fesgeseßt if,/ e R ae B Gee Ie Cie | B din eee Verblnisen vestnbei, mbgcidelt werden i r Gele t orte in Freundschafts - Ver en b C Ee m E | fs , um sie dadur einzuladen, sich danach zu richten, so hat man, Spanien. s em ßheit Beet Befpuarnlen und u dex Ads, die DAS O Madrid, 7. April. Jn der gestri gen Sißung des Kon: | die N no< mehr zu { gresses fam endlich vf Frage Ves mit England abzuschließenden j hee T fee va dime um das gegenwärtige Memorandum an

| gab, es sey fein solcher Handels: Vertrag im Werke, und ihnen | d i E Lon f ) | versammelten sich zu einem Consilium, in welchem einstimmig be-

chluß, daß | ' Türkischen Minister unterzeichnet

|

Die Allg. Zeitung, die dieses Aktenstú> in Französischer Sprache enthält, berichtet außerdem: „Da dieses Cirkular weder unterzeichnet, no<h an jede Legation einzeln En war, so fan: den sich die Repräsentanten der Mächte zweiten, dritten und vier- ten Ranges dadurch beleidigt. Die 11 Vertreter dieser Mächte

| schlossen wurde, dem Reis Efendi, jeder einzeln, in folgender Er-

struction fúr die Dragomane das Unschi>-

wiederungs-Note als eines Cirfulars fühlbar zu machen: „An

liche der Abfassung

| Se. Excellenz den Reis Efendi, Sarim Efendi. Der Unterzeich-

| loniens fúr beeinträchtigt hält, fand für angemessen, in der gestrigen | | Es des Kongresses die Regierung daran zu erinnern, daß sie sich | icht

j j

land abzuschließen, von der Spanischen Regierung zuvorkommend |

| Macht nothwendigerweise große Zugeständnisse zu machen haben |

| gierung hâtte noch nicht hinlänglich Zeit gehabt, die Arbeiten der | | verschiedenen zur Untersuchung des Zustandes der Jndustrie Cata- |

fenden Geseß - Entwurf zu gehdriger Zeit den Cortes vorlegen. | Dann Aigne Vet Minister: „man hat in diesen Tagen den Abu 4 erun: |

ngabe | eine Parteiwaffe gemacht, und aus dem Sinn, in welchem dieses | Gerücht verbreitet wurde, muß man annehmen, daß es nur ge- | | schah, um die Gemüther aufzureizen. Jch muß deshalb dem A: | ie

| diesen Traktat dem Cirkular beizufügen.

nete fühlt sih veranlaßt, auf das Cirfular vom 5. e d. J. Folgendes zu bemerk.n: 1) Giebt es nah den Beschlüssen des Wiener Kongresses unter den Souverainen feine bevorzugten oder vor anderen privilegirten Mächte, daher auch die Stelle „les lénipotentiaires des cinq illustres puissances“ unpassend befun- fen rourde und von Unterzeichnetem nicht anerkanntk werden kann. 2) Wird zur Unterzeichnung eines Traktats aufgefordert, dessen Jnhalt Unterzeichneter ignoriren muß, Es gebietet die diploma- tische Form und die allen befreundeten Mächten schuldige Achtung, 3) Muß es Unterzeich- das Cirkular von feinem

"p daher er 4 solches als nicht offizielle Mittheilung keine Rücksicht nehmen kann. 4) Darf die hohe Pforte nicht ignoriren, welhe ihr befreundete Mächte Repräsentanten in Konstantinopel akkreditire haben, weshalb es Unterzeichneten befremdete, ein allgemein abge- faßtes Cirkular ohne besondere Adre und Bezeichn er: halten zu haben. Nach allem diesen is es “e e Würde der von Unterzeichnetem repräsentirten Macht, auf ein solches als nicht

offiziel zu betrachtendes Aktenstü>, wie besagtes Cirkular, offiziell u erwiedern und den Beitritt zuzusagen.“ Die 11 Dragomane der kleineren Mächte begaben sich mit dieser beschwerenden Note zu dem Neis Efendi. Tags darauf erfolgte von der Pforte ein zweites unterzeichnetes und wohl adressirtes Memorandum, ganz in dem Sinn und der Form, wie es verlangt worden war. Obi: ger Ausdru> des Artikel 1 wurde in les plénipotentiaires des cinq puissances verwandelt. Die Repräsentanten schi>ten nun

netem hdchst auffallend erscheinen,

| dieses Cirkular ihren betreffenden Regierungen und erwarten von

| vorzulegen, und hat für die Ausfuhr Spanischer Produkte nach | : Denn es is |

| sle die Interessen des Auslandes über die G chen stellen.“ gte sich der Kon- | reß, nahdem noch Herr Mata, Deputirter für Barcelona, die |

dort die Antwort.“

Inland.

X Brandenburg, 17. April. Das heutige qus Sr. Majestät des Kaisers von Rußland, der vor 25 Jahren das, bei uns in Garnison stehende 6te Kürassier-Regiment als Chef über- nahm, ist für leßteres und die Stadt Veranlassung der freudigsten Feier gewesen. Seine Majestät der Kdnig trafen schon gestern Abend um 9 Uhr in der festlich illuminirten Stadt ein, wo bereits der Kaiserlich Russische General von Mansuroff und der Fürs? Baratinski, so wie die hohe Generalität und die früher aus dem Regimente geschiedenen Offiziere von nah und fern versammelt waren. Nach der Vorstellung derselben, so wie der Geistlichkeit und der Behdrden geruhten Seine Majestät die Geschichte des Regiments aus den Händen des Obersk - Lieutenants von Dassel anzunehmen, und erlaubten dem Magistrat und den Repräsentanten der Bürgerschaft, ein Exemplar der Medaille zu überreichen, welche die Stadt auf das Jubelfesk hatte prägen lassen. Se. Majestät nahmen davon Kenntniß, daß dieser Ausdru> der Verehrung für den erhabenen Chef des Ne- iments bereits nach St. Ny abgegangen und die Medaille Thea Tages zuvor an sámmtliche Offiziere und Mannschaften des Regiments vertheilt war, als ein Zeichen des innigen Juteresses der Stadt an demselben und als ein Pfand künftiger gegenseitiger Eintracht. Mit einer alle Herzen gewinnenden Gnade geruhten Se. Majestät, die Stadt mit der Anerkennung einer richtigen Auffassung der Feier zu beglu>en und solche in den buldreichsten Worten auszusprechen.

Heute ° e wurden wir noch durch die Ankunft der Prin- zen Karl und Albrecht Königliche Hoheiten überrascht, die mit Sr. Majestät dem Könige und dem ganzen Regimente dem Got- tesdienske im Dome beiwohnten. Die A E und Höchsten Herrschaften geruhten, nach demselben die eben in Reparatur be- griffene Katharinen: Kirche, die sich unter den ähnlichen Bauwer- ken der Mark durch Größe und Schönheit auszeichnet, in Augen: schein zu nehmen. Auch waren Se. Majestät 6 nâdig, an der hier im glü>lichen Fortschritte begriffenen Seiden-Fabrication be: sonderes ZJnteresse gu nehmen, und Sich Produkte derselben, die den höchsten Beifall gewannen, vorlegen zu lassen.

Nach der Parade des Regiments, die Seine Majestät in der St. Annenstraße abnahmen, geruhten Allerhöchstdieselben das Of- fizier-Corps um Sich zu versammeln, ein Schreiben Sr. Ma: jestät des Kaisers an das Regiment vom ergreifendsten Jnhalte so wie die Avancements vorlesen zu lassen, und die Offiziere in Worten anzaireden, die die höchste Begeisterung für den König und R eruf erwe>ten.

ei der Tafel, die Se. Majestät im militairish dekorirten Lokale der Bürger: Ressource gen, und zu der die Generalität, die früheren Kameraden des Regiments und dessen Offiziere, \o wie die nächsten Ritterguts - Besißer, die Geistlichkeit und Behör:

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den befohlen waren, tranken A A Den die Gesundheit | u

des erhabenen Chefs, Kaisers von land, der Preußischen und Russischen Armee und des r auch die Bürgerschaft dur< ein Lebehoch für, alke Kur- und Hauptstadt.

Se. Majestät und die Königlichen Prinzen verließen gegen Abend die Stadt mit der für Alle beglü>enden Versicherung, einen

freundlichen Eindru> von der Feier mitzunehmen.

re liebe, gute,

ie Eisenb D lands i ilitairischer Die \senbahnen Siian n militairi\s{

Vor kurzem is in Dresden eine“ kleine Schrift erschienen, welche eine der interessantesten Zeitfragen von einem eigenthüm- lichen Gesichtspunkte aus behandelt. Sie führt den Titel: „Die Eisenbahnen als militairische Operations-Linien betrachtet von Pz.“ Der Verfasser is der dur mehrere militairische Werke rhmlich be: fannte Hauptmann-Pöllniz in den. Die Basis des ganzen Wer- fes beruht in dem Satze: „da heut zu Tage unter den Europäischen Armeen eine merkliche Verschiedenheit in Betreff des Nachrichten: wesens und der Truppen- Bewegung nicht mehr stattfinde, so müsse man die beiden leßteren wenigstens in besonders wichtigen Momenten künstlich beschleunigen, und wer diese Mittel zuerst nach einem großen Maßstabe anwende, sey unbestreitbar im Vor- theile.“ Nachdem das Wesen der militairischen Operations-Linien, der Rômer - Straßen, der Militair - Straßen Napoleon's und der heutigen Eisenbahnen kurz erörtert worden, bespricht der Ver:

Se. Majestät erfreuten

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Bewegung der Truppen auf den Eisenbah- nen, zeigt, daß mit 18 Lokomotiven (wovon 6 als Reserve), 120 Personen-, 12 Last- und 11 Pferde-Wagen, eine Infanterie -Bri-

e von circa Mann und zwar in 6 Doppelzügen, als dem

aximum eines Echelon, bequem fortzuschaffen sey; eben so eine 6 pfünd. Fuß - Batterie mit 36 Wagen in 3 Lokomotivzúgen, eine 42 pfünd. Batterie in 4 Lokomotivzúgen, eine reitende Batterie mit 47—60 Wagen in 4—s Lokomotivzügen. Die Fortschaffung der Kavallerie dagegen hat große Schwierigkeiten, indem ein einziges Regiment von 750 Mann und 830 Pferden gegen 150 Wagen mit 12 Lokomotiven erfordert, Durch Pferdekraft auf Eisenbah: nen wird viel weniger mit größerem Zeit:Aufwande geleistet, als durch Dawmpfkraft, natürlich aber viel mehr, als beim Marsche auf Land- straßen. Bei Fortschaffung von Ariillerie stellt sich der Gebrauch der Pferdekraft jedo< besser, am besten beim Transport eines Munitionsparkes, weil eine feve schnelle Bewegung dessel: ben weniger nöthig, die Gefahr einer Explosion viel a und eine ziemli<h große Zah! Pferde verwendbar ist. in Corps von 20,000 ann (ohne Kavallerie) mit 48 Ge- shüben bedarf also 100 Lokomotiven (wovon 32 als Reserve) mit 810 Wagen in 6 —7 Echelons, so daß z. B. das Transport- Material, wie es in Belgien am Schlusse 1840 bestand, über- flüssig hinreichte, ein solches Corps gleichzeitig fortzuschaffen. Dasselbe z. B. von Leipzig über Weimar, Gotha, Fulda, Hanau, nach Mainz (Bahnlänge von 60 Meilen) gerichtet, trifft am dritten Tage Vormittags (im Nothfalle oar am 2ten Tage spât Abends) in der Festung ein. Viel gún stellt sih aber das Verhâle- niß bei der Benußung von Rückfahrten heraus, wo sich viel grdó- ßere Tcnpoentmnalten in weit kürzerer Zeit auf das Operations- O bringen lassen, da die Bahnen niemals in ihrer vollen Länge, ondern nur auf Stre>ken von 40—50 Meilen zu schnellen Ope- rationen benußt werden fönnen.

Die Eisenbahnen kdnnen ferner in militairischer Bing ge: braucht werden: zu schneller Beförderung von Nachrichten, Meldungen und Befehlen, wobei die mit ihnen verbundenen Telegraphen - Linien besonders wichtig sind, zu Fertlmens von Truppen, Kriegsmaterial und Lebensmitteln, zu schneller Ver- stärkung shwa<h beseßter Punkte und Gegenden des Kriegs- Schauplates, zur Verstärkung bedrohter, so wie Fut Entsabe be-

fasser ausführlich die

lagerter Festungen, zur Vertheidigung großer Flußstre>en und morastiger Niederungen , zur Konzentrirung entfernt und verein: zelt stehender Truppenmassen bei unerwartet schnellem Vordringen des Gegners mit vereinter Macht, zur leichteren Entfernung aller Kranken, Gefangenen, des entbehrlichen und hinderlichen Trosses, endlich zu unerwarteten Offensiv-Operationen. Alle Deutsche Re- ga müßten sich ein uneingeschränktes Benubungsrecht der

isenbahnen vorbehalten, die leßteren selbst aber alle gleihmäßig |

rüsichtlich der Spur- und Geleisenweite angelegt, mit doppelten Geleisen, mit möglichst geräumigen und brauchbaren Wagen, so wie kräftigen Maschinen versehen seyn. Eben so wären Sicherheits: Maßregeln fúr die Eisenbahnen durch Fortificationen, im Kriege selbs dur< Vedettenlinien, fahrende Patrouillen, mobile Kolonnen, so wie dur Milizen nöthig. Die Eisenbahnen bleiben in Zukunft die Haupt-Operationslinien alles Krieges, woas natúrlich viele Modificatio- nen in die Kriegführung bringen dúrfte. Als Grund-Zdee seines mili- tairischen Eisenbahn-Systems bestimmt der Verfasser: „daß von den Centralpunften der strategischen af 0 g, prag ee furze Eisen: bahnlinien divergirend nach der Gränze führen, damit der Feind nie wisse, wohin wir uns plôglich wenden können.“

A. Als Haupt-Operationslinten nachdem Rheine treten hervor:

1) die große Donaubahn von u bis Donaueschingen mit ihren secundairen Linien, Salzburg, München, Augsburg, Ulm,

emmingen, Bodensee, so wie zum Ober-Rhein dei Waldshut nach Kehl und Karlsruhe; y

2) die Bdhmisch : Fränkische Bahn von Prag über Pilsen, Nürnberg, Würzburg, armstadt nach Mainz;

3) die große Sächsisch-Thüringische Bahn, Dresden, Leipzig, Weißenfels, Erfurt, Eisenach, umfaßt dann das Gebirgsland zwi- (den Untermain, Kinzig, Fulda, Ruhr, und berührt den Rhein

ei Mainz, Wesel und durch die Bahn vom Main an die Sieg bei Bonn;

4) die große Norddeutsche Bahn von Magdeburg, Hannover, Minden, Osnabrü>k nah Wesel.

Jn transversaler Verbindung seht Nr. 1 mit 2 durch die Bahnen von Linz nach Prag, von München über Regensburg nach Amberg, von Augsburg na< Nürnberg; Nr. 2 mit 3 durch die Bahn von M Dresden, von Yiürnberg, Bamberg, Hof, Chemniß nah Riesa und von Plauen, Altenburg nach Leipzig, von Bamberg Über Koburg nach Eisenach, von Würzburg nach Steinau; Nr. 3 mit 4 dur die Bahnen von Leipzig nah Mag- deburg, von Gotha nach Hildesheim, von Soest nah Münster. Nr. 2 und 3 treffen bei Darmstadt und Mainz zusammen, wo Deutschland im Kampfe gegen Frankreich immer den Centralpunkt seiner Hauptmacht halten wird, und von wo der fkürzeste We nach Paris geht; Nr. 1 berührt und de>t den wundesken Fle Deutschlands.

j hen Haupt-Operations-Basis vom Osten Deutschlands er- geden sich :

1) Von vorn und nach Rußland zu: die große Bahn, welche einen Halbkreis von Lemberg, Glogau, Königsberg bildet; 2) als hintere Basis die Linie von Komorn, Wien, Budweis, Prag, Dresden, Berlin nah Stettin , mit einer Zwischenlinie von Oll: múß nah Pragz Nr. 1 und 2 verbinden sih durch die Bahnen von Komorn nach Freistadt, von Wien über Olmüß nach Oder- berg, von Pardubig Über Josephstadt, Landshut, Schweidniß nach Breslau, von Dresden über Görliß nach Liegniß, von Berlin über geantons nah Groß - Glogau, von Stettin nah Posen und

romberg. Dieses große Deutsche Neß von etwa 1200 Meilen Eisen- bahn und gegen 360 Millionen Herstellungs-Kosten ist keine Chi- máâre, wenn man weiß, daß Ende 1841 in Deutschland man

175 Meilen vollendete

166 » im Bau begriffene

124 » fonzessionirte

363 » rojektirte

193 » erbindungs-

41021 Meilen.

Die Kosten würden ih sehr vermindern, wenn man Militair zum Bau verwendete und alles Eisenwerk in Deutschland ferti en ließe. Sehr interessant ist, was der Verfasser am Schlusse seines M, pw edel h N Es Sih T agern zum uße utschlands und seiner neuen Eisenbahnen sagt, fach dem erat erscheint nächstens in Berlin bei Schropp und Comp. eine vom Verfasser nah obigem Plan entworfene Mi- litair:Eisenbahnkarte von Deutschland.

Eisenbahnen zählte.

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Willenschakt, Kunst und Citeratur.

Berlin. Zu der musikalishen Soiree, welhe am Sontiabend von dem Violin- Virtuosen, Herrn Ernsi, îm Saale der Singaka-

Se. Majestät der Kdnig von Hannover, so wie einige andere hohe Personen, mit ihrer Gegenwart beehrten, hatte sih, wie zu erwarten war, ein sehr zahlreiches und für die ihm dargebotenen Kun zentse eas empfängliches Auditorium eingefunden. Die Soiree begann mit einem | Ries, Leopold und Moriß Ganz zusammen vortrugen. Fn diesem Musikstü> erfordert besonders die Menuett für die erste Vio- line eine außerordentliche Fertigkeit und Sicherheit in der Hdhe. Der Vortrag des Stúc>ks war fein und grazids, und die drei Mitwirkenden unterstüßten die ersie Partie aufs beste. Herr Leopold Bete - sonst die Violine zu führen gewdhnt , hatte an diesem Abend im Quartett - Spiel die Viola übernommen

und wußte auch dies téefere Justrument gewandt zu handhaben. Wie trefflich Herr Ries die Violine und Herr Moriß Ganz das Vio- loncelle spielen, ist bekannt ; doch kônnen wir nicht unerwähnt lassen, daß der Cellisi an einigen Stellen des folgenden Trio’s vou Mendels- sohn die schönste Seite seines Spiels, um es mit einem Worte zu be-

| | jeitnen, den Gesang desselben, wteder in ihrem vollen A ent- l

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altete. An das erste Quartett reihten sich zwei Romanzen für die Violine, von Ern komponirt und vorgetragen und vom Königlichen Kapellmeisier Dr. Mendelssohn auf seinem sonoren Erardschen | Flügel begleitet. Jn diesen beiden Stücken, so wie in einer Eegie, welche später folgte, spiegelt sich Ernfi's innere Lyrik, der träumerische | Zug, der sich durch alle scine Productionen fortspinnt , der leise An- | flug von Melancholie, von dem ste durchhancht find, am entschieden- ften wieder. Die zarten Thema's sind so einfach durchgeführt, daß die Grundstimmung nie verschwindet, und doch so fesselnd und im- mer neu anregend in ihren Modulationen. Dazu die meisterhafte Begleitung von Felix Mendelssohn, die sich dem Spiel des Violinisten a cistigen Charakter und in allen -Núüancen treu und sinnig an-

)miegte. Publikum aber auch der lange entbehrte Genuß, Mendelssohn's klas- sischen Vortrag auf dem Pianoforte in seiner ganzen Selbstständig- keit und Macht wieder zu hdren. Bei aller staunenden Bewunderung, u der uns die geniale Exzentrizität eines Lißt und die studirten Ef- fiïte eines Thalberg hinreifien konnten, wird der wahre Musikfreund doch die dauerndste Befriedigung und die reinste Erhebung an einem solchen Spiel finden, wie Mendelssohn es uns gicbt. Hier gilt es immer der Sache, möchten wir sagen, dort oft nur der Form. Die größte Energie, der feurigste Aufschwung sind in Mendelssohn's Spiel stets mit der vollkommensten Klarheit, die jeder Note ihr Recht widerfahren läßt, und mit jenem richtigen Maß

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verbunden, welches die höchste Stufe in der Kunst bezeichnet. Der- selbe Geist, der in den bleibenden Werken dieses Tonkünstlers sich aus- spricht, und der in uns das Gefühl erregt, es müsse so seyn und nicht anders , die Production habe sich aus seinem Fnnern organisch noth- wendig o gestaltet , eben dieser künstlerishe Typus ift auch allem dem gufgeprägt, was er als Virtuos uns darbietet. Das Trio, wel- ches in dieser Soiree von ihm und den Herren Ernst und M. Ganz vorgetragen wurde, brachte eine große Wirkung auf die Zuhd- rer hervor und erregte gewiß in Vielen den Wunsch, daß wir dfter Gelegenheit haben mbchten, als es bisher der e gewesen, Fn- strumental - Compositionen unseres ausgezeichneten Landsmannes aus dem Gebiete der Kammer- Mustk kennen zu lernen, Den würdigen Beschluß jenes reichen musikalischen Abends machte eines der berühm- testen Quartetten von Beethoven, in E-moll, mit dem unerschdpflich quillenden, wehmuthsvollen Adagio, dem schdnsten Kommentar zu Gd- the's Gedicht „Trost der Thränen. Hter war Ernft ganz in seinem Element und der Ausdru seines Spiels so yollkommen eins mit dem Geiste der Composition, als xe sié M Fei eigenen Fnnern hervorgegangen. Lange anhaltender Aßplalis folgte besonders dem Trio, der tegie Und dem leßten Quartett, und die Versammlung eigte, obgleich die Soirée sich bis Zegen 10 Uhr ausdehnte, doch is zum Schluß die gespannteste Theilnahme. Am Donnerstag bietet sih den biesigen Musikfreunden wieder ein ähnlicher Genuß dar, mit dem zugleich cin wohlthätiger Zwe>k verbunden is , zu welchem sh wieder dieselben Kräfte vereinigt haben, und worüber dic An- zeigen am Schlusse unseres Blattes das Nähere mittheilen. 10.

Hamburg. Verein nebstPreis-Fnstitut ist cine neue für E Duo concertant für Piano und Violine oder Piano und Violoncell, ausgeschrieben worden. 20 Holländische Dukaten werden als erster Preis, außerdem aber no< 10 Holländische Dukaten als Ehrensold für das Duo mit dem (ptcdten Preise zugeftchert. Der Termin zur Einsendung der Manuskripte, welche unter der Adresse des Buchhändlers Herrn Julius Schuberth hierher oder nach Leipzig erfolgen muß, erlischt mit dem 31. August d. F. Das Nähere ersieht

man aus den hier erscheinenden Blättern für Musik, welche als Or- ors des Vereins und Preis -Jnfstituts fortlaufende Berichte desselben tefern, Gewiß verdient dies Fnstitut im nteresse der Kunst die all- gemeinfie Beachtung aller Deutschen Komponisten und Musikfreunde.

Geschichte des Königl. Preußischen zweiten Kü- rassier-Regiments Königin. Nach Urkunden und

Regiment Königin, in welchem er zuvor viele Jahre Adju- tant gewesen). Zweite ganz umgearbeitete und sehr ver- mehrte Auflage. Minden, 1842, 408 S. 8.

Die erste Auflage dieser Regiments-Geschichte erfreute sich der be- sonderen Zufriedenheit des hochseligen Monarchen. Die gegenwärtige Auflage, Jhrer Malenot der Königin Elisabeth geweiht, ift cir dru> der Freude darüber, daß diese erhabene Fürstin das zweite KÜ- rassier-Regiment als Chef Übernommen. j

Dieses Regiment der Königin ist den 1. Juni 1717 von König Friedrich Wilhelm dem Ersten errichtet worden. Zweimal wurde es von dem Stifter selb| mobil gemacht, aber es rü>te niemals aus, so daß eigentlich mit den Schlesischen Kriegen ers seine Geschichte be- ginnt. Die Schlacht bei Hohenfriedeberg ward und blieb der Gipfel alles Schlachtenruhmes dieser Heldenschaar, der kein stolzeres Monu- ment geseht werden konnte, als der große König ihr in seinen histo- rischen Schriften, welche Überhaupt ihrem Wejen nach eine Verherr- lichung seiner Armee seyn sollten, errichtet hat,

Der siebenjährige Krieg fe naturlich volle Gelegenheit, sich aufs neue auszuzeihnen ; weniger der Bayerische Erbfol ekrie d

Jn den Kriegen von 1792 bis 1795 bewährte das Regiment sei- nen alten Ruhm: es verlor allein in dem Feldzuge 1792 (vom Mo- nat Juli bis Ende Dezember) 122 Mann und 248 Pferde.

7,Bei dem Ausmarsche 1806 wurde dem Regimente die Allerhöchste Gnade zu Theil, daß Jhre Majestät die Königin, als Chef des Re- iments, dasselbe, be feiner Ankunft vor Berlin, in höchsten Augen- hein nahm und dann, in der Uniform des Regiments, im Wagen

vor demselben herfuhr und es durch die Stadt führte. Jene Uniform,

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er die Ode ort: aube s nicht zig ,/ Alles war verloren, Den ferneren Theil des Krieges kämpfte das Regiment o zur

demie veranstaltet war, und die au<h Jhre Majestät die Kdnigin und |

uartett von Haydn in G—dar, welches die Herren Ern, |

Zwischen den beiden Ernsischen Compositionen wurde dem |

Vom hiesigen Nord-Deutschen Musik- | rämie, und zwar |

eigenen Erlebnissen dargestellt von Heinrich Ravenstein | (Plaß-Major in Minden, aggregirt dem zweiten Kürassier- |

cin Aus- |

nah dem Tode der Kdnigin Luise, laut ausdrú>licher Erklärung des Monarchen, den Namen derselben fernerhin führen durfte. gm Fahre 1813 dem dritten (dem Búlowschen) Armee - Corps | zugehdrig, entwi>elte das dur<h cine Eskadron Freiwimiger Fâger | verstärkte Regiment die Begeisterung, welche jener großen Zeit allge- mein eigen war; und da der Verfasser hier aus eigener Anschauung- | mit lebensvoller Theilnahme, das Miterlebte, das Miterstrebte beschret- | ben kann, so is der Vortrag rasch fortshreitend und anziehend , be- | sonders die Berichte Über den Antheil des Regiments Königin an | den Schlachten bei Groß-Beeren, Dennewih, Leipzig, an der Be- freiung Hollands, an dem Siegesmarsch dur<h Belgien, an der Schlacht bei Laon und an dem Einzug in Paris. Eben o zeichnet sich in dem (4815) erneuerten Kampfe die Erz E Schlacht bei Ligny aus, an welchem Tage, dem 16. Juni, das Regiment beinahe den vierten Theil setner gesammten Stärke verlor.

Bei der neuen E der Armee (1816) erhielt das Re- giment die Benennung „„Erfsies Dragoner-Regiment Köô- nigin//. Dasseibe feierte im folgenden Kahr, am Geburstage des Königs, in seiner alten, beständigen Garnison Pasewalk und unter der theilnehmendsten Ae der dortigen Bürger scin hundert- jähriges Bestehen. Seit dem 26. Mai 1819 heißt es „Zweites Kürassier-Regiment E Königin)“. 1820 wurde | dasselbe, bei der Stargarder Revúe, sammt den anderen Linien-Trupy- | pen, zum erstenmale von Sr. Königl. Hoheit dem Kronprinzen , als kommandirendem Generale, geführt. Seit 1833 wird der 4. Juni alljährlich, jur Erinnerung an die Thaten von Hohenfriedeberg,- | durch dffentlihe Vorlesung des zum Dank für diesen Tag dem | Regiment verliehenen Ehren - Diploms gefeiert. 1835 bekam das | Regiment aus den Händen Sr. Königl. Hoheit des Kronprinzen ein | Standarten - Band - wie der Kdnig solches den seit hundert Fahren |

und länger bestehenden Regimentern als Auszeichnung verlich. | Den Schluß des Buchs macht r r Bericht, wie der hoc<- | gefcierte Name des Regiments „K önigin// nach cinem Zeitraum | von dreißig Fahren wieder in Wirklichkeit getreten: „Einige Tage | vor Beendigung des Feld-Mandvers bci Stargard, im Herbst 1840, | wurden auch von unserem Regimente der Commandeur Oberst von Stülpnagel und der Major von Berg zur Königlichen Mittags- | tafel befohlen, bei welher Gelegenheit Fhre Majestät dic Königin | zu Höchstibrem Schmucke die Farben des Regiments (Karmoifin und | Weiß) gewählt hatten und sich hierüber gegen den Major von Berg | (der Oberst von Stülpnagel konnte wegen einex Fußverlcßung nit | erscheinen) huldreichst dahin zu äußern geruhten : „,,, Fch habe Mich | heute für Mich und für Sie geshmü>t.//// Schon diese Allergnä- | digsten Worte deutcten sehr bestimmt darauf hin, welche hohe Aus- zeichnung den Regimentern nunmehr zu Theil werden sollte, Am 19, September nänlih wurde der Schluß der Herbst-Uebungen da- durch bezeichnet, daß die gesammte Kavallerie im Trabe vor Fhren Majestäten in Parade vorbeimarschirte. Das Offizier - Corps des ee P - Bean ts Königin erhielt hierbei no<h die Wei- ung, sich nach dem Vorbeimarsche in der Nähe Sr. Majestät des Kbnigs versammelt zu halten. Als nun dieser Parademarsch von allen Truppen zur Ausführun N war, da begaben sih Se. Majestät an die Spitze der Offiziere unseres Regiments und führten selbige, im Angesichte der noch versammelten Trupven des ganzen Armee - Corps, zu Fhrer Majestät der Königin, welche im | Wagen alle diese Uebungen begleitet hatten und auch jeßt ganz in | der Nähe waren, mit den Worten : „Jch habe die Ehre, das Offi - | zter-Corps dcs Regiments &hrer Maiesiät vorzustellen.// Se. Majestät ertheilten jeßt dem Major von Berg den Befehl, je- den Offizier Jhrer Majestät namentlich zu bezeichnen, //// „So mit geruhten Fhre Maiestät dic Königin unser Regiment als et übernehmet.-// y um Zeugniß von der wa>eren historishen Gesinnung und von dem biederen und gemüthlichen Charakter des Verfassers fbnnten wir manche Stelle als besonders musterhaft auszeichnen, z. B. das Lob der freiwilligen Jäger des Regiments bei den Fahren 1813 und 1814 ; das, was Seite 234 zu Ehren des Commandeurs, Oberst-Lieutenants von Kame>ke, und der aus lauter jungen Leuten neuformirten 4ten Escadron des Regiments aufbehalten steht, und wie Seite 262 der Tod und die wahrhaft christliche Gesinnung des Rittmeisters August von Blücher erhebend und erbaulich vorgetragen wird. :

Ueberall finden wir den Verfasser von seinem Gegenstande ganz durchdrungen ; er strebt, die jedesmalige Pericde seines Regiments, welches er als ein organishes Fndividuum biographish aufaßt, in seiner Verbindung mit dem E darzustellen und so die Wir- kungen des veränderten Zeitgeistes klar zu machen.

Daß von 1731 bis 1806 das Regiment na< den Markgrafen von Baireuth und Anspach geheißen , seitdem Regiment Königin | genannt worden , daß das Regiment seine Rekrutirung aus\ließli<

in Pommern hat, daß in demselben in seinem 125jährigen Bestehen | keine Spur von schweren Verbrechen zu finden is wird mit voller | Freude hervorgehoben ; durch das ganze Buch aber tdnt die stolze Er- innerung an den Sieg bei Hohenfriedeberg wieder, und das \{<meit- chelhafte Zeugniß eines kompetenten auswärtigen Generals , daß kein Volk der Erde Reiterthaten aufzuweisen habe, wie Preußen (bei Roß- bach, Zorndorf und bei Hohenfriedeberg!) prangt als Motto bcdeu- tungsvoll an der Spike. B Ses den neuen, mehr oder minder lehrreichen und interessanten von Sen wir die Parole - Befehle des Generals Grafen von Kal>kreuth während der Belagerung von Danzig, 1807, aus; L ut 0E wéllkommenes Blatt für die Kulturgeschichte der nöthig wurden, ränze der Zeit, in welcher die neuen Kriegs-Artikel _ Vermißt haben wir in dem ganzen Buche den N L zter - Corps vom 22. Juni 1745, gegen Fe r Ge | Grafen Schmettau in das Diploma von Hohenfriedeberg, dem Kd= nige von sämmilichen Offizieren Überreicht, mit der Er lärung, daß keiner von ihnen während der Attaque (‘am 4ten) jenen General vor | oder bei einer Escadron geschen habe. Auch Über den Major von | Chasot, der, wic sein Sohn, das Unglü> hatte, einen Gegner im Duell zu tôdten, wäre biographisches Detail wünschenswerth ewesen, zumal sein ehrenvoller Wappenshhmuck hätte, sammt Gessler’'s Gra= fen-Briefe , nicht fehlen sollen. Eben so würde eine Anthologie aus Friedrichs Werken, in Bezug auf die Glorie des Regiments Königin, an ihrem Orte gewesen seyn, namentlich die klassische Stelle gus der Geschichte des zweiten Schlesischen Krieges (pag. 212): „Monsieur

I , , ° 4 . . Gessler, voyant n'y avoit aucun laurier à cueillir etc.“ und

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u’il dann die poetische Verherrlichung, welche anhebt :

»Quoi! sont-ce des dragons? sont-ce des demi-dieux, ¿ de renen. part l’ennemi devant eux ? und welche nach der glänzenden Beschreibung des glü iter« urms bei Hohenfriedeberg schließt : A : E e „Prusse, de tes héros la race est immortelle, Ce phénix dans tes camps sans fin se renouvelle, U naît dans tes périls de nouveaux défenseurs ;“

selbs die offizielle Zeitungs-Nachricht gehörte hierher, daß der König- im Mat 1751, „unter diejenigen von den gemeinen Dragonern des Batreuthischen Regiments, welche in der Fefe Bataille bei Hohen- fricdeberg gewesen sind, ein beträchtliches Geschenk an Gelde austheilert mog oran g en Zee eas Agende was Seite 63—71 aus neue ovelle eingelegt if: diese karrikirte Portraitiru rt

den hiftiorishen Sinn des Ganzen. S ,_ Endlich haben wir bei der Beschreibung der Schlacht bei Hohen- friedeberg zweierlei zu bemerken : erstens, ein Oesterreichisches Regi- ment, Graf Wurmbrand, hat (wie S. 49, offenbar nah Oeuvres Posthumes, T. Il, pag. 212, steht) der Schlacht nicht beigewohnt- wohl aber die hier vergessenen beiden Regimenter Max Hessen und Baden - Baden. Unsere andere Bemerkung betrift den Berg, welcher in der Histoire de mon tems, T. IT. pag. 206 und pag. 208 mont topaze heißt. Dieser Name findet si< nämli< auf keiner Karte, auf keinem Plane, in keiner Schlesischen Topograpbie, und keiner der unterrichtketsten Männer an Ort und Stelle, bei welcheu wir deshalb angefragt haben, erinnerte sih, den Namen Topa s

Zufriedenheit des Königs, daß alle Unteroffiziere und - den beim Friedensschlusse Ebrendegen- Troddeln bekamen, p edit -

Berg jemals gehdrt zu haben. Nun wdre es allerdings wünschens-