1842 / 148 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

Durch den Traktat vom 13. Juli waren wir in die Europäische Uebereinstimmung zurü>gekehrt, die Ruhe stellte sich, sowohl im Jnlande, als im Auslande, wieder her, und die Opposition war auf ihre abgenußten Declamationen úÚber den Frieden um jeden Preis beschränkt! Da bot ihr das Durchsuchungs-Recht, an wel: ches man seit zwölf Jahren nicht gedacht hatte, einen neuen Anlaß zum Geschrei. Die Opposition wagte anfän nur einige {Úh- terne Aeußerungen Über diesen unbekannten Gegenstandz sie schlug ein Amendement zur Adresse vor; sie fand Verbündete, auf die sie nicht gezählt hatte; die Sache wuchs auf eine Weise, die die Opposition selbst Úberraschte. Aus der konservativen Par- tei selbst erhoben si<h Stimmen, um die öffentliche Meinung zu beunruhigen, um die nationale Empfindlichkeit zu reizen. Man begnügte sich nicht mit der feierlichen Versicherung des Ministe: riums, daß es den Traktat nicht ratifiziren würde. Man suchte mit vieler Mühe alte und neue Thatsachen hervor, um daraus eine Masse von Anklagen zusammen zu stellen, die den Unwillen des Publikums rege machen wollten. Man bot Alles auf, um die Verhältnisse zwischen Frankrei und England zu stbren, und um eine Frage zu verschlimmern, mit deren ruhiger und friedlicher Ló- sung das Ministerium beschäftigt war. Die Gelegenheit war zu schön, als daß die Opposition sich dieselbe hâtte sollen entgehen lassen; die Handels-Frage und die Traktats-Frage verschwinden, es ist fast eine Kriegsfrage, die man anregt, und die Opposition schmei- chelt sich, in diesem Durchsuchungsrechte endlich eine Waffe gefun- den zuhaben, um das Ministerium, die konservative Partei und die Polí- tif der Ordnung und des Friedens tödtlich zu verwunden! Und wir, wir sollten uns jener Verblendung zugesellt haben! Wir Konservative, wir hâtten unsere Grundsäße dem eitlen Wunsche aufopfern sollen, daß unsere Gegner unseren Patriotismus und unsere Unabhängig: keit lobten? Wir hätten die Treulosigkeit begehen sellen, Herrn Guizot der linken Seite und dem Herrn Thiers preiszugeben! Um eine Unpopularität von einigen Tagen zu vermeiden, hätten wir mit an der Sturmglo>e ziehen und die alten Phrasen der linken Seite gegen den Frieden und gegen England in den Mund neh- men sollen! Nein, wir haben es nicht gethan, wir haben es nicht thun wollen, und wir rühmen uns dessen. Wir glauben unsere Pflicht als fonservatives Journal erfüllt zu haben. Unsere Auf- gabe ist es nicht, um jene Art von Beifall zu betteln, der nur der Opposition zufallen fann, jener ephemere und werthlose Beifall, den man immer haben fann, wenn man ihn aufsucht. Unsere Aufgabe if es, den Dank des Landes dadurch zu verdienen, daß wir seine dauernden Jnteressen beständig, und nöthigenfalls gegen das Land selbst, vertheidigen. Die Kammer hat sich ausgesprochen ; der Traktat von 1841 wird nicht ratifizirt werden ; für die Durch- suchungs-Frage is dies das wesentlihe. Es bleibt nun noch die ministerielle und die Partei:Frage Übrig, hinsichtlih welcher wir uns in den Stand geseßt haben, die linke Seite mit Vortheil zu bekämpfen; wir haben ihren Zwe> enthüllt, wir werden nicht auf- hôren, dem Lande zu zeigen, daß sih hinter dem Durchsuchungs- rechte Herr Thiers mit der linken Seite gegen das Ministerium und die konservative Partei, und die Politik des Krieges gegen die Politik der Ordnung und des Friedens verborgen hielt.“

Der König hat dem Herrn Rumpf, Hamburgischen Minister- Residenten-am Hofe der Tuilerieen, eine Summe von 20,000 Fr. zur My der Abgebrannten zustellen lassen.

Dem Moniteur parisien zufolge werden die beiden Söhne des Jnfanten Don Francisco de Paula binnen kurzem in Paris erwartet.

An die Stelle des Marschall Clauzel hat das Wahl-Kollegium

von Bethel den ministeriellen Kandidaten, Herr Ternaux mit 251 gegen 159 Stimmen gewählt. i Es sind, wie die ÞP resse mittheilt, Depeschen des Don Carlos an die Führer der in Catalonien gegenwärtig wieder umherstrei- fenden Guerillas aufgefangen worden. Es geht aus denselben hervor, daß Don Carlos fich noch immer als König betrachtet. Jn einer dieser Depeschen wird der „Königlichen Armee“ erbffnet, daß Se, Majestät die Abdankung Cabrera?s von seinen Functionen als Kriegs - Minister angenommen und dieses Portefeuille dem General Alzaa Übertragen habe.

Die Mehrzahl der Personen, welche in Folge der vor kurzem stattgehabten Entde>ung geheimer Pulver- und Waffenvorräthe verhaftet wurden, ist in den leßten Tagen wieder auf freien Fuß gestellt worden. Die Zahl der bei der Untersuchung Betheiligten

beläuft sich noch auf 4 oder 5.

O Paris, 24. Mai. JZ< hoffe, daß man in Deutschland den Brief, welchen der Constitutionnel vor drei oder vier Tagen veröffentlichte, und dem zufolge sich gegenwärtig eine Damen- Coalition bilden soll, um die alten Deputirten durch junge Volksvertreter zu erseßen, für nichts anders, als für einen Scherz angesehen haben wird. Denn mehr ist es nicht. Ein Spaßvogel hat den Einfall gehabt, dem alterthümlichen Constitutionnel einen Bâren aufzubinden, den dieses Blatt im vollen Ernst weiter verbreitete. Es läßt sich zwar nicht leugnen, daß unsere Damen, die vor zwei oder drei abren von nichts als vom Puß und mit- unter vom Jockey : Klub und Sport sprachen, sih gegenwärtig leider nur zu sehr mit der Politik befassen; ih fenne mehrere dieser Staatsmänner en cotillon, welhe während des verflossenen Winters regelmäßig einmal jede Woche. einen sogenannten politischen Salon hielten, worin Ministerien zer- siórt und neu gebildet, den parlamentarischen Käwmpfern die Bürgerkrone ertheilt und die Deputirten en herbe aufge- führt wurden. Ein ehemaliger Minister des Jnnern war die Seele dieser politischen Damenzirkel, vermuthlih um sich. von den lästigen Kammer- Verhandlungen dur eine wißige und geistreiche Unterredung, die in Frankreich überall herrscht, wo Damen den Scepter führen, zu erheitern. Allein es is nie diesen Damen ein- gefallen, ihren Wirkungskreis so weit auszudehnen, daß sie dffent- lich als Wahlmäkler auftreten Seim. Eine dieser“ Damen, deren politischer Salon dieses Jahr àußerst gewählt und glänzend war, bemerkte mir mit vielem Scharfsinn, daß, wenn der weibliche Ein- fluß in Staats-:Angelegenheiten sich eines sicheren Erfolges erfreuen wolle, die Haupt-Bedingung seyn müsse, daß er immer mysteriós bleibe und nur gleich einer unsichtbaren milden Fee einwirke. Das diesjährige Wettrennen in Chantilly, welches am 19ten, 20sten und 21sten d. M, stattfand, i, ungeachtet der günstigen Witterung, ege glänzend als gewdhnlich ausgefallen. Die Abwesenheit der Herzoginnen von Orleans, von Nemours und der Prinzessin Klementine war Ursache, daß die eleganten Damen sich nur sehr sparsam dabei eingefunden hatten und dadurch diesem este die Glanzseite benahmen. Die Herzogin von Orleans, die sonst bei dem Wettrennen in Chantilly die Honneurs im König- lichen Jagdschlosse macht, blieb diesmal in Paris, weil sie mit jeder Stunde der Ankunft des Großherzogs Gustav von Melenburg: Schwerin, ihres Oheims, entgegensah und nach so langer Tren- nung ihn gleich bei seiner Ankunft in Paris bewillfommnen wollte. Der Großherzog ist nun gestern hier eingetroffen und in den Tui-

lerieen abgestiegen.

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den Geistes - Zustand Victor Hugo's ausgestreut, -die Pms nicht den geringsten Grund haben. Eben so unri ist es, da Victor Hugo“ als Kandidat für die nächsten Wahlen in einem Arrondissement von Paris auftreten will. Weder in Paris noch in den Provinzial - Wahlkollegien strebt der Dichter von Notre- Dame nach der Deputation, da seine Erhebung zur Pairs:Würde ziemlich gewiß zu Jeg Team. Auch befindet sich Victor Hugo 9 aris t in Marseille, um sich dort nach dem Orient ein- iffen. auch nicht so bald verlassen, da einer seiner Söhne seit zwei Mo- naten gefährlich franf liegt. Von seinem I den Orient zu bereisen, hat er zum erstenmale durch die Zeitungen sprechen gehört, da er daran bis jeßt noch nie dachte. , eute beginnt in der Pairs- Kammer die Diskussion über den Geseß- Entwurf in Bezug auf die Errichtung eines gerichtli- chen Noviziats, worin junge Jüristen für ihr künftiges Richteramt praktisch ausgebildet werden sollen, Dieser Geseß-Entwurf wird im Luxembourg leicht durchgehen; dagegen steht ihm aber in der Deputirten- Kammer ein heftiger Widerstand bevor, weil die Op- position darin nur- die Pflanzschule des Nepotismus zu erblicken glaubt. Er 40 Úbrigens erst in der nächsten Session in die Deputktirten- Kammer.

T4 París, 24. Mai. Die gestern hier eingetroffenen Hayti- schen Blätter geben unve Details Uber die Ereignisse, welche die Eröffnung der fsion der Repräsentanten - Kammer in Port au Prince begleitet haben. “Die Hauptstadt der schwarzen Republik war seit vierzehn Tagen mit viertausend Mann Truppen militairisch besese. Starke Abtheilungen von Soldaten lagerten auf den Hauptpunkten der’ Stadt, und auf dem Plate vor dem Sißungs-Lokale der Repräsentanten waren Kanonen aufgepflanzt. Die Aufregung des Volks und die gegen dieselbe gerichteten Sicher- beits - Maßregeln waren hauptsächlich durch die Frage veranlaßt : ob vier Mitglieder der Repräsentanten-Kammer, welche während der vorigen Session, ihrer heftigen Opposition wegen, ausgestoßen, aber von neuem gewählt waren, ob diese ihre Sibe in der Legis- latur jeßt wieder einnehmen würden oder nicht. Die fraglichen vier Deputirten gehörten der Partei der Schwarzen an und ihre Sache war also zugleich die der Masse des Volks gegen die Mulatten- Aristokratic. Am 4, April versammelten s< die Repräsentanten, siebenunddreißig an der Zahl, in ihrem gewöhnlichen Sißungssaale. Nachdem der provisorische Alters:Präsident und zwei provisorische Secretaire ernannt waren, wollte die Kammer, wie gewöhnlich, ihre Arbeiten mit der Prüfung der Vollmachten beginnen, als der Prâsident das Wort nahm, um die Frage zu stellen: ob die vier im vorigen Jahre ausgestoßenen Deputirten an den Berathungen theilnehmen dürfen oder nicht. Die Mehrheit der Versammlung: entschied dahin, daß auf diese Frage jeßt nicht eingegangen werden fônne, da vor der Untersuchung der Vollmachten Überhaupt keine gültige Beschlußnahme denkbar sey. Der Präsident beharrte leichwohl auf seinem Antrage, und als er sih endlich überzeugt atte, daß er damit nicht durchdringen werde, verließ er mit zehn anderen Deputirten den Sißungs-Saal. Die Versammlun ließ über das wm Ie e E aufnehmen, das der Regie- rung abschriftlich zugesendet wurde. i

D bten, Nachmittags 4 Uhr, wurden die Zugänge zu dem Repräsentantenhause mit Truppen beseßt. Am Morgen des fol: genden Tages versammelte sich die gouvernementale Viinorität in aller Frühe im e prote, und als“ sich die Mitglieder der Majorität an der bre elbefetis wurde hnen erklärt, daß man sie nicht zulassen werde, ehé si&éitè. von ‘der Minorität abgefaßte Erklárung unterzeichnet häâben.“ “Die sämmtlichen Mitglieder der Majorität verweigerten | die ihnen“ abverlangte Unterschrift und zogen sich in das Haus des Deputirten Ponthieux zurü>. Von hier aus machten sie noch einen Versuch, in das Sißungs - Lokal einzudringen, aber sie wurden von dem den Eingang bewachenden Offizier höflich zurü>gewiesen. Ein großer Volkshaufe, der sich inzwischen auf dem Plaße versammelt hatte, ward darauf mili- tairish auseinander getrieben, wobèi einige Verwundungen und mehrere Verhaftungen vorkamen.

Am folgenden Tage kam’ indessen eine einigermaßen regel: mäßige Versammlung der Repräsentanten zu Stande, zu der je: doch den vier oben erwähnten Deputirten der Zutritt verweigert wurde, Nach mehrtägigen stürmischen Debatten und mehreren im höchsten Grade \kandaldsen Scenen, râumten noch einige andere Mitglieder der Opposition freiwillig das Feld, und die Regierungs- Partei feierte endlich, in der Sißung vom 13ten, einen vollstäan- digen Triumph, indem sie den Beschluß zu Wege brachte: daß die vier im vorigen Jahre ausgestoßenen, und noch zwei andere De- putirte, in die Kammer nicht zuzulassen seyen, und daß sie úbers haupt nie wieder in die gesekgebende Versammlung des Landes eintreten fônnen. Es wurde außerdem beschlossen, daß die in der Si6ung vom 13ten nicht anwesenden Mitglieder nur dann zu den ferneren Berathungen zugelassen werden sollen, wenn sie jenen Be- {lüssen beitreten.

Großbritanien und Jrlaud.

London , 24, Mai. Der Graf Mensdorf, General ‘in Oesterreichischen Diensten ," Oheim der Königin Victoria und des Prinzen Albrecht, und Schwager der:Herzogin von Kent, kani gestern mit seinen vier Söhnen, den/ Grafen Hugo, Oberst-Lieute: nant, Alphons, Major, Alexander und Arthur, Capitainen in der Oesterreichischen Armee, vom Kontinent hier an. Sie stiegen im Bu>ingham- Palast ab und begaben sich gegen Abend nach Clarc- mont, wo Jhre Majestät und Prinz-Albrecht sich befinden. Der Morning Po st zufolge, wären äuch Besuche von Seiten des Königs und der T der Belgier, der Prinzen von Joinville und Aumale und des Erzherzogs Friedrich von Oesterreich am Hofe der Königin zu erwarten. O

Die Zahl der Tories, welche geskern in der Majorität gegen den Antrag ihres Parteigenossen, Hervyn- Miles, stimmten, betrug 218, die der Liberalen 162. Jn der: Minorität stimmten 97 To- ries und 16 Liberale. Hätten die Liberalen gegen Sir R. Peel gestimmt, d würde er eine Majorität von 67 Stimmcn gegen sich

ehabt haben. j

dey Ehe das Unterhaus sich gestern über den Tarif zum Ausschuß bildete, stellte Herr Callaghan den Antrag, daß auf alle einzufüh- rende Fabrikate ein gleicher Zoll wie auf das rohe Material, aus welchem sle verfertigt werden, gelegt werde, und daß,-so lange le- bendes Vieh mit einem festen gol belegt sey, man au für gesal- enes Fleisch einen verhältnißmäßigen Zoll fesiseßen möge. Dieser L raa dessen Hauptzwe> die Gleichstellung der Zölle von Vieh und gesalzenem Fleish betraf, ward nah kurzer Diskussion ohne Abstimmung abgewiesen. :

Jm O e hat si< der Herzog von Richmond, der be- kanntlich zu den U etern des Agri e Dee ui ehört, bei Gelegenheit der Einbringung einer Petition sehr unzufrieden mit dem beabsichtigten Zoll von Schlachtvieh und Fleisch geäußert.

Man hat in lezter Zeit mehrere gehässige Gerüchte über

Die Times tadelt das Be ‘der Französischen Kammer hinsichtlich der Durehsuchungsrecses «Frage und stellt Frankreich

Herr Victor Hugo is in Paris und wird die Stadt '

und Amerika in diesem Fall auf gleiche Linie. Es liege forthin flar am Tage, bemerkt sie unter Anderem, daß in demokratischen Staaten, wo die dffentliche Meinung, von einer ausschweifenden Presse irregeleitet, den Vorurthcilen des Volkes eine Úberwiegende Autoritäe über die diplomatischen Beziehungen des Staats ver- leihe, das Versprechen der redlichsien und die Beschlüsse der er- leuchtetsten Staatsmänner in jedem Augenbli> durch eine erzwun- ene Einstimmung n das Volksgeschrei dem Bruch und der Auf- ebun S n0cE seyen. Der Sun dagegen äußert sich über E esrage in Betreff des Durchsuchungs - Rechts folgen: ermaßen :

„Was Frankreich betrifft, so is die Streitfrage Über den Durch- T Lees mob L Ende. e. lange die e Generation lebt,

wird weder Frankreich den Vertrag ratifiziren , no< Nord-Amerika AiNDIE annehmen. Was bleibt demna<h G nien zu thun übrig? Soll es etwa für sich allein den Vertrag mit Gewalt durch-

schen und im Widerstandsfalle Frankreich und den Vercinigten Staa- ten den Krieg erklären? Gott verhüte, daß wir uns solches Wahn-=- sinnes s{huldig machen! “Wir haben bereits für Unterdrückung der Sklaverci mehr Blut und Geld bingeopfert, als die gesunde Politik und das Glück der Afrikanischen Racen rechtfertigen kounten. Bur- ton behauptet sogar in seiner neulichen trefflichen Schrift über diesen Gegenstand - daß wir durch unsere kostspicligen , aber verfchlten und übel geleiteten Bestrebungen zur Unterdrückung des Sklaven- handels demselben vielmehr cinen neuen Schwung gegen hätten. Man kann uns fragen, wozu wir im vorliegenden Falle der Brili- sen Regicrung rathen würden. Wir antworten gerade heraus: zur änzlichen Aufgebung des Vertrages. Uns kdnnen aus diesem Ver- fabren weder Veranteworiltchkett no<h Schmach erwachsen. Die Schmach, wenn sie vorhanden, muß Frankreich auf sich nebmen. Ein Kricg zur Erzwingung des Durchsuchungs - Rechts würde der wahn- witigste seyn, den je eiu civilisirtes Volk unternahm; Überdies wird kcin Durchsuchungs-Recht, wie es auch gewährleisiet seyn mag, der Sklaverci jemals ein Ende machen. Wir fangen am verkehrten Ende an. Nur auf weierlei Weise kann das Aufhdren der Sklaverci herbeigeführt werden. as erste und eines christlichen Volkes würdigste Mittel besteht darin, daß man die farbige Race zu civilisiren strebt, was jedoch nicht durch n Y sionaire, sondern dur<h Handwerker und Landbebauer geschehen muß Lehrt ihre Kdnige, wie sic von ihren Unterthanen grdßeren Vortheil a können, als durch den Verkauf, und sle werden diesclben nicht euge u Sklaven verkaufen. Das andere Mittel läge darin , der Welt überzeugend zu beweisen, daß freie Arbcit wohlfeiler als Skla- ven-Arbeit i|. Niemand wird einen Sklaven kaufen, wenn er mit minderen Kosten einen Acbeiter ldhnen kann. Laßt uns also, wir wiederholen es, den Durhsuchungs-Vertrag sofort aufgeben und uns dadurch von tausend Schwierigkeiten und Gefahren losmachen, Wir können darum doch in allen Theilen der Erde unseren Einfluß eben so wirksam, wo nicht wirksamer, gegen die Sklaverei aufbieten, und wir werden sicherlih dur< Zureden und Beweisgründe viel mehr ausrichten, als uns jemals durch Gewalt möglich wäre. Dies ist eine Thatsache, von welcher wir uns nie zu innig überzeugen kdnnen.“

Die Times enthält einen längeren Artikel, um die Zdenté- tât der Britischen und der Ostindischen Jnteressen nachzuweisen und die Regierung gegen den Vorwurf zu rechtfertigen, als hte sie die Verlegenheit der Ostindischen Finanzen vor, um ihre Fi- nanz - Maßregeln durchzusesen. Vielmehr sey diese Verlegenheit wohl begründet, sowohl in Folge der neuesten Kriegs-Operationen, als wegen des hohen Zinsfußes, den man in Ostindien zonen müsse. Durch die Beschleunigung der Communicationen habe die Britische Regierung weit größeren Einfluß in Ostindien gewonnen ; indessen habe man kein Recht, Ostindien für die Britische Politik aufzuopfern, wenn man auch nicht seine Verpflichtungen Und Kredit - Verhältnisse Übernehmen wolle, Der ganze Artikel zielt - auf eine Uebernahme der Ostindischen Staats: Schuld und auf eine direkte Leitung der Angelegenheiten des Ostindischen Neiches von London aus hin. Nur \o, meint das genannte Blatt, könne man hoffen, aus einem Reiche, welches 100 Millionen Einwohner zähle, das zu machen, wozu es von der Natur berufen sey.

Der Morning-Herald erklärt, daß überall im ganzen Lande die ungewöhnliche Gedrü>ktheit des Handels fortdauere und auch wenig Aussicht auf Besserung vorhanden sey, so daß sich Jedermann blos auf die dringend nothwendigen Geschäfte be- schränke. Unter den Ursachen dieses Darniederliegens der Geschäfte führt dies Blatt an, daß England Mer etwa 6 Millionen Pfd. St. baar, als Ueberschuß seiner Einfuhr aus Rußland über die Ausfuhr dahin, an leßteres Land zu zahlen habe, was einen stehenden Ausfall in den Geldmitteln herbeiführe.

Für die Abgebrannten in Hamburg sind in Leeds in andert- halb Tagen über 7000 Pfd. St. subséribirt worden, und hier in London haben die Subscriptionen ihren Fortgang. Zu Liverpool wurde kürzlich unter dem Vorsiße des Mayor eine dffentliche Ver- Gas gehalten und darin die Eröffnung von Unterzeichnungen für die Hamburger beschlossen. Vergebens widerseßten si< ein Chartisk, Herr Macartney, und andere Redner, indem sie zu bewei- sen suchten, daß Hunderttausende von Armen im Lande seyen, die bei noch größerem und hoffnungsloserem Elende weit nähere An- sprúche auf die Mildehâtigkeit ihrer Mitbürger hätten, als die Abgebrannten in dem reichen Hamburg, dem von allen Seiten bereits die ansehnlichsken Gaben zuflössen. Neben der Hambur- ger Subscription ist Übrigens jeßt eine zweite für die Wittwen und Waisen der in Afghanistan umgekommenen Militairs erdfsnet worden.

Am Schlusse der gesines prhavs Os wurde noch Herrn Roebu, der sich als Vorfechter gegen das Bestechungswe- sen aufgeworfen hat, die Erlaubniß ertheilt, eine Bill einzubrin- gen, durch welche den Zeugen, die vor dem Ausschusse des Hauses über die von demselben schon früher besprochenen Bestechungen bei den leßten Wahlen in Harwich, Nottingham, Lewes, Penryth, Falmouth und Reading aussagen sollen, VEL tung für die von ihnen aufzuwendende Zeit zugesagt werden soll. Die Bill wurde auch sofort eingebracht und zum ersten Male verlesen.

In der Petition, welhe Lord C, Townshend dem Oberhause hat úberreichen lassen, und wodurch er die Rehtmäßigkeit der An- sprüche des Unterhaus-Mitgliedes für Bodmin, früher John Mar- getts genannt, auf den später von demselben angenommenen Titel eines Grafen von Leicester, zweiten Familien - Titels der Familie Towsnhend, bestreitet, wird zuvdrderst Mrs daß gedachter Margetts der im Jahr 1811 geborene Sohn zweiter Ehe der von ihrem ersten Gemahl, dem Marquis Townshend, dem Bru- der des Bittstellers, geschiedenen Marquisin Sara Townshend ist, deren erster Sohn vom Marquis Townshend bald nach seiner Geburt gestorben war. Von ihrem zweiten Manne, dem Brauer Margetts, war diese Dame entführt worden und hatte sich mit ihm auf die bekannte Weise in Gretna- Green trauen lassen. Das Auffallendskte bei der ganzen Sache ist, daß, sowohl der angebliche Graf von Leicester, als alle seine auf ihn folgenden Geschwister, anfänglich Margetts ge- nannt, im Jahre 41823 aber zusammen auf den Namen Towns- hend getauft und au<h unter demselben ins Kirchenbuch eingetra-

n worden sind, obschon der Marquis von Townshend seit dem Yahre 41808 nicht mit seiner von ihm geschiedenen Frau Sara Ee hatte, Zur Untersuchung dieses Falles und zur

dachforschung von Präâcedenzien hat das Oberhaus bekanntlich eine Kommission ernannt, welche sich heute versammeln wird.

aris und

ampbell gestern im Oberhause zu der pes icht Regulative eine hren rig Ae Lerg ons zu v efriedigende Antwort ert

müsse den Fragenden  les, was er s

ob man n

verweisen.

>sfall, welcher Fürzlich auf der Eisenbahn zwischen

Der Unglú n "Persailles stattgefunden fr , veranlaßte den Lord e

age an den Lord-Kanzler, absichtige, um das Ver- Der Lans erwie-

eilen und andels - Kammer er selbst gestern

dern.

erauf feine

an den Prásidenten der

n fônne, sey, da

frúh in einem Waggon einge Mayen v oco erd d . quemlichfkeit davon mpf Nr Versailler Eisenbahn hat unter den

Das Un

erregt,

und mehrere eschi>t, um úber die U

unft Zu e ndent der Times will

lU> auf L lschaften die grbßte Aufmerksamkeit

; 9 A Englischen Eisenbahn derselben haben Beamte nach Paris ab-

achen des Ereignisses ganz genaue Aus- daß die Regierung das

in e 7 ; onischen Jnseln liegende Scharfschüßen - Regiment eee Se Hy Ren Pomias senden und auch die in jeder der drei afte

n befindlichen zwei Regimenter leichten

âsident Sten Fubvalts S HecfscbügenNegieenter umwandeln solle,

weil diese

ae in Jndien am meisten fehle und gegen die lan-

inten der Afghanen am brauchbarsten sey. 9 die ‘Britischen Kaufleute in Smyrna haben sich an Lord

Aberdeen gewandt, um durch seine Vermittelung eine s<nellere Verbindung zwischen England und der Levante mittelst Dampf-

\chiffen E Sie behaupten, daß ohne eine solche Ver-

kehrs : Erleichte

die Fabrikate des

rung die Britischen Manufakturwaaren bald durch Kontinents gänzlich von dem dortigen Markte

würden verdrängt werden,

Von Gra Fregatte „Akba

fuhr dieser Tage die neuerbaute Dampf-

vegen Falmouth ab, wo sie die Flagge des Com-

r“ na

modore Pepper auspflanzen wird, der unter Admiral Parker den Befehl über sämmtliche Kriegsschiffe der Ostindischen Compagnie, welche gegenwärtig in China dienen, úbernehmen soll. an rechnet, daß die Fregatte den Weg bis Singapore, wohin sie als- bald die Fahrt antreten wird, in 85 Tagen zurü>legen kann. Die Schaßkammer - Scheine sind bedeutend im Preise gewi- chen, weil der Zins auf dieselben von 24 Pce. auf 2 Pce, für den Tag herabgeseßt worden is, wodur<h 85,000 Pfd. jährlich erspart

werden.

ie Consols dagegen sind sehr fesk. Das Whig-Mini-

sterium hatte den Zins auf Schaßkammer - Scheine früher von 1% Pce. auf 27 Pce. erhdht, so daß also die Reduction auf 2 Pce. die Mittelstraße zwischen jenen beiden Extremen bildet.

Der Mör

der Dood is gestern gehängt worden. Er hat bis

zum leßten Augenbli>e seine Unschuld betheuert und behauptet, daß Jane Jones sich aus Eifersucht gegen Susanna Butcher selbst

entleibt habe.

Er starb mit vieler Resignation, nachdem er noch

vorher den Segen des Himniels auf diejenigen herabgerufen hatte, die ihn zum Tode führten.

Dänemark.

Kopenhagen, 25. Mai. „Es freut uns, berichten zu kön- nen“, sagt drelandet, „daß die 4 von uns erwähnte,

von einem Ha unserer tüchti Auslande Cos

ndelshause in Corsoer in Verbindung mit einem sten See- Offiziere projektirte Weltumseglung im es Interesse erregt hat. Freilih sind von den

Agenten in den verschiedenen Ländern noch keine Nachrichten ein- gekommen, weil die bestimmte Zeitfrist noch nicht verstrichen ist ; doch sind bei dem Schiffsführer während seines kurzen Aufent-

háâltes in Berli nung erregen,

n eine Menge Vorfragen gethan, welche die Hoff- daß das Unternehmen einen erwünschten Fort-

ang haben wird, Unter denen, die im Auslande das meiste Yunteresse dafór gezeigt, dürfen wir vorzugsweise Se. Majestät

den König von

Preußen bezeichnen, Höchsktwelcher eben so, wie der

Dänische König versprochen hat, Naturforscher auf seine Kosten mit der Expedition zu senden.“

Der Bischof Tegnér is nah Norwegischen Blättern von seinem leßten Rü>fall jeßt so weit hergestellt, daß er mit seiner Familie das Bad Gustavberg zu besuchen gedenkt.

Múnchen, 24. Mai.

Deutsche Bundesstaaten. Der Ertrag der unter dem hiesigen

Handelsstand für die Verarmten in Hamburg veranstalteten Samm-

lung soll namhaft seyn. 2000, 1000, 500 2c, Fl,

Hannover, 24, Mai. men nach, wird sich

begeben und dort mindestens bis An

Es erscheinen dabci Subscriptionen von 2c

i, (Hamb. Korr.) Dem Verneh: des Königs Majestät Übermorgen nach Deßau ria Zuli verweilen, um sich

der Feler sowohl seines eigenen Geburtstages (5. Juli), wie des-

jenigen des Kronprinzen verweilt auch schon seit etwa aht Tagen in Deßau,

27sten d.) zu entzichen. Der Kronprinz An seiner

Verlobung is natúrlih nicht zu zweifeln, wiewohl offiziell darber noch immer nichts fund gethan ist und auch vor Ablauf des Trauer- jahres nicht werden wird, Dann aber, hôrt man, also etwa Mitte Juli, würde die erlauchte Verlobte Sr. Königlichen Hoheit in Be- leitung ihrer durchlauchtigsten Eltern jene Residenz dur< Jhren

esuch erfreuen, und nicht minder solle die Vermählung des hohen

Paares dann b

Karlsruhe, 23. Mai.

aldigst gefeiert werden.

Bei Eröffnung der Stände- Ver-

(ammlung verlas der Großherzogliche Commissair Staatsrath Frei:

herr von Rúdt

das nachstehende Allerhöchste Reskript: „Leopold

: # von Gottes Gnaden, Großherzog von Baden, Herzog von Zährin-

gen. Wir beauftragen hiermit Unseren Präsidenten des Ministe- riums des Jnnern, Staatsrath Freiherrn von Rüdt, den auf den

20, Mai d. J,

rem Namen zu eröffnen. Staats - Ministerium am 19,

Rúdt.“ und Königl. Hoheit len,

hnen Durchlauchtiger,

geehrte Herren zu eröffnen: sen erachten, auf diesem durch die Auflösun Versammlung vor 1843 veranlaßten Landtage, Höchstihren getreuen

einberufenen Landtag den 23sken d. M. in Unse- Gegeben zu Karlsruhe in Unserem ai 1842, Leopold. F. F. von fuhr sodann mit folgenden Worten fort: „Se. der Großherzog haben mir weiter gnädigst befoh- ochgeborene, Hochwohlgeborene, Hoch:

daßi Höchstdieselben für angemes- / der vorderen Stände- rledigung der Budget-Arbeiten für 1842 und tänden nur

die auf diesen Gegenstand bezäglichen Geseß - Entwürfe, nebst dem

besonderen fúr den Eisenbahn delberg bis zur Schweizer - Gränze thätigst betrieben werden

au, dessen Fortseßung von La oll,

durch Hdchstihre Regierung vorlegen weitere Geseß-Vorschläge

aber dem nächsten ordentlichen Landtage vorbehalten zu lassen. Seine Königliche Hoheit der Großherzog erwarten, daß G

die Berathun gründlicher Es men werden,“

neuerwählten Kammer - Mitglieder von

nisteriums des benen Förm beei

ie dieser wichtigen Gegenstände , unbeschadet einer rterung, mit möglicher Beschleunigung vorneh- Nach dieser Er ffnung wurden die sämmtlich em Präsidenten des Mi-

nnern in der verfassungsmäßig vorgeschrie-

digt, worauf Freiherr von Rüdt den Landtag im

damen des Großherzogs für eröffnet erklärte, Am 2lsten d. war die vorbereitende

ißung der zweiten Kammer gehalten worden.

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Gegenstand derseiben war die Bezeichnung des Alters-Präsidenten und der provisorischen Secretaire. s erskerer wurde proklamirt der Abgeordnete Weßel, als lebterer die Abgeordneten Bassermann, Blankenhorn-Krafft und Schanzlin.

Die gestrige Aufführung des Don Juan zum Besten der ab- ebrannten Hamburger, welhe zu verdoppelten Eintrittspreisen stattfand, hat eine Einnahme von 1497 Fl. geliefert, wovon nach bzug der Kosten ein Ertrag von etwa 1400 Fl, für den bezeich- neten Zwe> übrig bleiben wird. .

Herr Oberst von Radowiß aus Berlin ist vorgestern hier ein- getroffen.

amburg, 26. Mai. ier K.) Vorgestern Mittag traf Se. Königl. Hoheit der Gro herzog von Me>lenburg-Schwe- rin im tiefsten Jnkognito hier ein. Nachdem der junge menschen- freundliche Fürst die hiesige Brandstätte in Augenschein genommen hatte, trat Se. Königl, Hoheit die Rüreise wieder an.

Einer von heute datirten Anzeige der (Bieberschen) Brand- Versicherungs-Association zufolge, hat sich diese Gesellschaft in Ge- mäßheit des $. 20 ihrer Verfajsungs - Artikel, da die Einzahlung des ganzen Einschusses nöthig wird, aufgelöst,

Foigende Polizei-Bekanntmachung ist hier erschienen : ¿Während des großen Unglücks, wodurch ‘diese Stadt heimge- sucht worden ist, war die Hülfe fremder Arbeiter im höchsten Grade willkommen und nüßlich, und haben dic nachbarlicthen Behörden, welche für solchen Beistand augenbli>lich ‘mit dem größten und liebe- vollsten Eifer gesorat- sich auch dadur< Ansprüche auf die dauerndste und innigsie Dankbarkeit dieser Stadt erworben. Da jedoch in dem gegenwärtigen Augenbli>ke cine Hülfe bei den tan Tage- lôhner-Arbeiten kein Bedürfniß mehr ist, so wird dieses hierdurch bekannt gemacht, und werden die resp. auswärtigen Behörden freund- lich ersucht, ihre Angehörigen , welche die Absicht haben möchten, sich zu solchem Zwecke hierher zu D CTA bei etwanigen dazu sich zecigenden Veranlassungen davon gefälligst in Kenntniß schen zu wol- len, unter der Anzeige, daß solchen ohne vorgängige Genehmigung der unterzeichneten Behörde hierherkommenden Ärbeitern die Wei- sung ertheilt wird, sich nah ihrer Heimath zurüctzubegeben. Ham- burg, den 26. Mai 1842, Die Polizci -Behöôrde.‘/

Es i gestern abermals ein Schleppkahn (Elise) mit Klei- dungsstú>en, Lebensmitteln und anderen sehr wohlehätigen Arti- feln für unsere Abgebrannten hier angekommen, welcher von dem Vereine zur UnterstÜgung der Abgebrannten zu Berlin abgesandt worden.

In Folge einer Vorstellung des Herrn George Delaval ist von dem Königl. Hannöverschen Elb-Zoll-Amte der Stader Zoll auf die Geld-, Zelt-, und Decken - Sendungen aus London für Hamburger Nothleidende sofort erlassen worden.

Der Prásident der General -: Steam. - Navigation - Company, Herr M. Wolverley Attwood, hat im Namen dieser Compagnie 200 Pfd. und als Práäsident der Jmperial-Gas-Association 105 Pfd. für die Abgebrannten Hamburgs unterzeichnet. Auch haben dieselben, auf den Vorschlag des Präsidenten, sich bereit erklärt, e Sendungen für Hamburgs Höúlfsbedürftige frei zu Über- nehmen.

(Alt. Merk.) Man erwartet mit dem Ehesten die Zusam- menberufung der Bürgerschaft in Hamburg. Ueber die Vorschläge, welche der Rath der Bürgerschaft vorlegen wird, lassen sich na- türlih nur Vermuthungen äußern. Das leßte Publikandum des Raths scheint auf die Anwendung dex. in der Verfassung vorgese: henen Kommission zu deuten. Jun:Betreff-der abgebrannten „Er- ben“ meint man, es würde rtwa*vorgeschlagen werden, für die auf selbigen hypothezirten Kapitalien von Seiten des Staats den Gläubigern zinstragende Obligationen: von demselben Belauf zu geben, zu welchem die Kapitalien urspränglich eingeschrieben waren und zur De>ung des übrigen Brandkassen- Werths der Häuser eine Anleihe zu machen. Man hofft auch, daß zur Beruhigung der bei der Assekuranz-Compagnie von Bieber versichert Gewese- nen, alles angewandt werden wird, um dieselbe in den Stand zu seßen, ihren Verpflichtungen möglichst nachzukommen.

Der icelhertca von Oldenburg hat dem hiesigen Unterstúz- zungs-Verein 2000 Stú> Friedrichsd'or übersandt.

Schweiz.

Zürich, 23, Mai. Jn dem Begleitschreiben, womit der apostolische Nuntius das (kürzlich mitgetheilte) Päpstliche Breve an alle Bischófe der Schweiz úbersendete, heißt es: „Der Papst hat, als höchst umsichtiger Vertheidiger der Kirchenfreiheit und als Hüter aller gottgeweihten Häuser und frommen Stiftungen, sich vorgenommen, die Rechte und Güter der Klöster nah Kräf- ten zu {hüten. Jn dieser Absicht hat er schon andere Schritte gethan, die zur Erhaltung der Klöster geeignet schienen, Einen neuen Beweis des Eifers, womit er den drohenden Sturm zu beschwören sucht, giebt er damit, daß er an jeden einzelnen der LEELEN Bischófe, welche in der Schweiz das bischöfliche

mt ausüben, ein apostolisches Schreiben richtet, auf daß in die- ser Angelegenheit das Urtheil des apostolischen Stuhls durch die Bischöfe den ihnen untergebenen Völkern eröffnet und dadurch alle Wohlgesinnten in ihrem heiligen Vorhaben bestärkt, die Schlecht- esinnten dagegen mit ihren Anschlägen- in die gehörigen Schran- fen zurügewiesen werden.“

Italieü.

Von der Jtalienischen Gränze, 16. Mai. (A. Z.) Zuverlässigen Berichten aus dem Haag zufolge hat die Holländi- \che Regierung Äk aas) p die Absicht, gegen Neapel feindlich auf- zutreten, oder, wie es allgemein hieß, Kaper auszurústen, Die im Römischen verbreitete Nachricht, daß bereits drei Sizilianische Han- dels-:Barken durch Holländische Kreuzer aufgebracht worden seyen, beruht sicherlih auf einem Jrrthum. Jnzwischen ist das Gerücht, daß Frankreich und Oesterreich in jenen Gewässern kreuzen lassen, um der Möglichkeit von Feindseligkeiten vorzubeugen, nicht ohne Grund, und eben so wahr is, daß Frankreich sich zu Vermittelung | der Differenzen angeboten hat.

A Tafiin würden gesandt werden. Zu morgen ist der Staats: ath’ zu eingeschlagenen Verfahren seine Sanction zu ertheilen, Dessenun-

Portugal.

Lissabon, 16. Mai. Graf Raczynski, der neue Preußi- sche Gesandte am Hofe Donna Maria?s, ist hier angekommen. Nach der leßten Pairs - Kreirung, die 30 neue Mitglieder in die obere Kammer brachte, besteht diese, mit Jnbegriff der 41 Pairs, welche bis zur September : Revolution vorhanden waren, Jeßt aus 71 Mitgliedern.

Wie es heißt, hatten Lord Howard de Walden und der Her- ¿og von Palmella den Handels-Traktat sowohl wie den Traktat wegen Unterdrü>kung des Sklavenhandels zum Abschlusse gebracht, und man glaubt, daß die Verträge mit dem nächsten Paketschiffe

ammenberufèn, um dem von dem Herzoge von Palmella

eachtet glaubt man, daß die Frage wegen gegenseitiger Herab-

Die

éßung des Tarifs noch längere Erörterungen herbeiführen werdé.

neigt, als Ersaß fúr die bedeutenden Reductionen, welche angev- lih Englischer Seits in Bezug auf Portugiesischen Branntwein, a

Weine und Früchte beabsichtigt werden; aber denno< sind no< manche Cas im Wege, da die Jnteressen einzelner Klassen vielfache Opposition erheben.

Für die in London zahlbaren Dividenden der auswärtigen Schuld ist dur< einen Vergleih zwischen dem Staats-Kredit- Büreau und der Bank, angeblih durch eine neue Anleihe von 100 Contos, welche die Bank dargeboten hâtte, gesorgt worden. Wie es heißt, beabsichtigt die Regierung die Ausgabe einer neuen Sorte von Papiergeld unter dem -Namen „Kupfer-Noten“; die ministeriellen Blätter indeß stellen dies in Abrede.

In Porto haben abermals drei Fallissements von Häusern, die im Weinhandel beschäftigt waren, stattgehabt; der Gesammt- Belauf ihrer Passiva wird auf 150 Contos angegeben.

Türkei.

Konstantinopel, 11. Mai. (Oest. B.) Auf dem heute in den Bosporus eingelaufenen Aegyptischen Dampfboote „El Re- id“, welches die De>ke des Grabes des Propheten zu Mekka überbrachte, sind der Sohn des dortigen Großscherifs, so wie der Sohn des gegenwärtig hier befindlichen Aegyptischen Feriks Sami- Pascha, hier angekommen.

Aegypten.

Alexandrien, 6. Mai. (L. A. ZZ) Endlich is der Pascha wieder zurü>gekehrt; am 30. April traf er hier ein. Alle Konsuln hâben ihm einen Besuch gemacht und, wie es scheint, hat der Pascha sie gut aufgenommen. Unter den verschiedenen Aeußerungen, die der Pascha an die Konsuln gerichtet, hebt man diejenigen f vor, welche sih auf die Bebauung des Bodens, auf die VBerthei-

Kauflust nicht beleben, aber fein sebr ohnsilges Resultat; va Leit art ete I I d A chaten, während die meiste es MPiei Ld S tige harrenden Gutsbesißer zu theilen. / M

lichen Unterstüßungs - Behdrde Jhre sehr 13, und 14. Mai, so wie die auf Jhren tiefergreifenden, aus echt on 10/000 und 3300 Ee enen , Aufruf eingegangenen Summen elbe die Ehre, Jhnen für diese, der alten Schwester

freundlichen Gaben den tiefempfundensten Gen M endes

Wohl hatten sich au b ) um ihn vollenden zu helfen uns Männer aller Stände vereinigt,

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mern, und hat der ehrwürdige St. Petri- /

leßten Klange seiner Glocken , auf in Dle LaaE anae L

Erde gesenkt. Dennoch aber ist

belebt sich zu neuer Thatkraft durch die edelen, aus allen Gegenden

de (Namen Vaterlandes herbeistrdmenden Beweise Ie ere

ortugiesische Regierung scheint zu liberalen Konzessionen ge-

lung der Dörfer und Provinzen unter seine Söhne , seine Gene- rale und seine Gouverneure und auf den Entschluß bezie- hen, sogleih die Damm - Arbeiten zwischen den Nil : Armen von Rosette und Damiette vorzunehmen, damit in Zukunft das Delta regelmäßig bewässert werden könne. Man versichert, diese riesenhafte Unternehmung werde drei Jahre erfordern. Auch hat der Pascha erklärt, er werde no< 200 Nilbarken erbauen lassen zum Transport der Lebensmittel. Die Kaufleute beeilten sich ebenfalls, dem Pascha ihre Huldigung darzubringen. Sie versi: cherten, ihn wie den Messias erwartet zu haben, und er war die Artigkeit selbsk, Er versprach ihnen, Lebensmittel und Baumwolle versteigern zu lassen, ohne sih um Preise oder Zahlungs-Termine zu bekümmern. Am Tage nach seiner Ankunft erhielten vier Kaufleute 200,000 Ardebs Weizen und Bohnen von ihm, die sie sofort bezahlten, Demgemäß sind jeßt selbst diejenigen Kaufleute seines Lobes voll, die bisher der Regierung am meisten entgegen waren. Dies dürfte indessen nicht lange dauern, denn die Versprechungen des Pascha's werden selten erfüllt. Jedenfalls ist es aber besser, mit dem Pascha selbst zu thun zu haben, als mit seinem Minister Boghos-Bey, der seit einiger Zeit die Euro- pâer verabscheut und keine Gelegenheit, ihnen zu \chaden, unbe- nußt läßt. Glülicherweise hat er auch beim Pascha an Einfluß verloren. Alle Aegyptischen Flotten - Offiziere haben jeßt die Türkische Tracht angelegt, und man versichert, die Matrosen wür- den dies auch nächstens thun.

Inland.

, Verlín, 29, Mai. Se, Majestät der König haben Aller- gnädigst geruht, die Annahme: dem Wirklichen Geheimen Ober- Finanzrath Kuhlmeyer, des Groß-Comthur-Kreuzes, so wie dem Geheimen Ober-Finanzrath Pochhamme r, des Comthur: Kreuzes vom Großherzoglih Oldenburgischen Haus- und Verdiensk-Orden ; dem Wirklichen Geheimen Legations-Rath Eichmann, des Com- mandeur- Kreuzes erster Klasse vom Herzoglich Sachsen: Ernestini- schen Haus -Orden und des Groß-Tomthur- Kreuzes vom Groß- herzoglich Oldenburgischen Haus: und Verdiensk-Orden, so wie dem Geheimen Legations-Rath Bo rk, des Comthur- Kreuzes zweiter n vom Herzoglich Sachsen - Ernestinischen Haus - Orden zu geslatten.

Breslau, 26. Mai. (L. A. Z) Es sind zwar schon vi Rheinländische Wollhändler und Fabrikanten und A fin Ber: liner hier eingetroffen, aber sie verhalten sich sehr ruhig, sprechen zwar ihre Meinungen ziemlih übereinstimmend aus, daß sie ein Herabgehen der Preise erwarten, machen jedo< feine Offerten. Dies mag auch zum Theil in der noch kleinen Quantität der ein- getroffenen Wolle seinen Grund haben, indem unsere Produzenten seit einer Reihe von Jahren nicht mit solchen Widerwärtigkeiten in Rú>sicht der Wäsche zu kämpfen hatten, als diesmal, und dem eifrigsten Willen, der wahrlih unseren intelligenten Gutktsbesißern nie fehlt, bot der sto lange fehlende und so nothwendige Regen Trob; sie konnten nur spât die Schur vornehmen und mußten große Opfer bringen, um nur einigermaßen zu reussiren, Daher sind viele der eingekbommenen Partieen sehr mangelhaft in der Wäsche und können natürlich unter solchen Umständen die schwache Der geskrige Schweidnißer Markt, der

ein, sie zu er-

Köln, 25. Mai. Bei dem Verwaltungs - Ausschusse des

Dombau - Vereins is nachstehendes Schrei L stÜßungs - Behörde zu Hambu reiben von der Unter: Leser gewiß nicht ob

eingegangen, von welchem unsere ne Jnteresse Kenntni nehmen werden: G ¡¿Hochverehrte Herren! Von unserem Senate sind der dfent-

eehrten Schreiben vom

ark Beo. übergeben worden, und hat die-

den herrlichen Bau an den Ufern des egen zwei unserer eigenen Gotteshäuser in

mer seine erhabene Spiße zur unser Muth nicht gebrochen, sondern

nahme. Nehmen auch die Forderungen der Gegenwart un

nicht auf, daf es auch Hambur, 9 L A an dem Babe

jo Kraft zunächst für die shwer betrofene Vaterstadt in Anspruch,

o geben wir MOneO die Hoffnun

n der Zukunft vergönnt seyn werde, mitzu