1842 / 149 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

schreiten, habe aber Grund, zu glauben, daß man seinem Rathe folgen werde.

Uaterhaus. Sißung vom 24, Mai. Das Unterhaus feste heute die Berathung Über den Tarif im Ausschusse des gan- zen Hauses fort, nachdem zuvor einige andere Angelegenheiten kurz besprochen worden waren. Unter Anderem fand sich Sir Robert Peel aus eigenem Antrieb veranlaßt, ‘dem Capitain Elliot, dem frúheren Britischen Bevellmächtigten in China, der jeßt zum Ge- neral-Konsul in Texas ernannt ist, eine Art von Ehren-Erklärung zu geben. Er sagte, daß, welche Ansichten er auch Über dessen Verfahren in China hegen möge, er doh, nachdem er jeßt seit Capitain Elliot’s Rückkehr nach England nähere Bekanntschaft mit ihm gemacht, sich zu der Erklärung gedrungen fühle, daß seine Jntegrität und seine Talente ihn des volllommensten Zutrauens in Betreff der ihm übertragenen oder noch zu übertragenden Ge- \châfte würdig machten.

Dié Tarif-Debatte wurde durch Herrn Miles eröffnet, wel: cher seinen am Abend vorher nur allgemein gestellten und bekannt- lich vom Hause verworfenen Antrag, das Schlachtvieh bei der Ein- fuhr nicht nah der Stúckzahl, sondern nah dem Gewichte zu ver: zollen, mit näherer Definirung wiederholte, indem er verlangte, daß das Schlachtvieh zu 5. Sh. 6 Pce. für den Centner verzollt werden solle. Sir Robert Peel erklärte sich mit wenigen Wor- ten gegen diesen Antrag, der nah längerer, wentg interessanter Debatte mit 209 gegen 44 Stimmen verworfen wurde. Es folgte nun eine Reihe anderer Amendements, die zum Theil von den Antragstellern zurÜckgenommen wurden, wie der Antrag des Major Vivian, das aus Kanada eingeführte Schlachtvieh und Fleisch eben so hoh wie das aus fremden Ländern einge- führte zu verzollen, oder mit bedeutender Majorität durch- fielen, Leßteres geschah unter Anderem mit dem Antrag des Herrn Smith O’Brien, den für Schweine beabsichtigten Einfuhr-Zoll von 5 Sh. vorläufig unbestimmt zu lassen; es er- flârten sich gegen dieses Amendement 121, für dasselbe nur 32 Stimmen. Alderman Humpherey erklärte sich gegen den be- absichtigten Einfuhr:Zoll von den bis jeßt zollfrelien Hummern und rettete dadurch dies Lieblingsgericht der Londoner wenigstens vorläufig, wiewohl Sir Robert Peel auf dessen Qualität als Luxus- Artikel hinwies und Herrn Gladstone bemerklich machte, daß bis jeßt die Hummer-Schiffe keine Passagiere oder Waaren als Retourfracht mitnehmen dürften, dieses Verbot aber in Folge des neuen Einfuhrzolles aufhdren solle, wodurch der Verkehr be- deutend gewinnen werde. Nachdem sich Lord Ho wick und die Herren Hume und Wakley auch gegen den Zoll e L I hatten, erklärte Sir Robert Peel, den Arkikel vorläufig aus- seßen und fernerer Erwägung vorbehalten zu wollen. Dagegen erwies er sih unerbittlich gegen das Begehren des Alderman Humphere y, auch den Steinbutt zollfrei einpassiren zu lassen, und der ministerielle Vorschlag in Betreff des von diesen Fischen zu erhe- benden Einfuhr-Zolles wurde daher angenommen. Auf eine Frage des Herrn C. Buller, warum Lachs einem Zoll von 10 Sh. für den Centner unterworfen sey, während andere Fische nur mit 5 Sh. belastet worden, erwiederte Sir R. Peel, daß die übrigen mit Zoll belegten Fische lauter Seefische seyen, währen die Lachs- Fischerei auf Flüssen betrieben werde und, mit Vertrauen auf das bisher bestehende Verbot der Lachs - Einfuhr, auf lange Jahre ge- pachtet sey, daher auch Jndividuen, Corporationen und wohlthätige Institute bedeutende Kapitalien darin angelegt hätten. Bei dem Artikel Obst machte Herr Baring Vorstellungen gegen die Er-

hóhung des Zolls auf Aepfel. Sir E. Knatchbull bemerkte zur Rechtfertigung dieser Erhöhung, daß das vorige Ministerium in seiner Zoll - Bill den Schubzoll auf Aepfel ohne vor- n e Anzeige heruntergeseßt und daß man damals diese

eránderung erst entdeckt habe, als die Bill ins Oberhaus ge- langt sey, wo denn Lord Melbourne auf die dagegen gemachten Einwendungen versprochen hätte, den früheren Zoll im nächsten

ahre wiederherzustellen; da dies aber nicht geschehen, so sey der

chuß in dem jeßigen Tarifplan zum Theil wiederhergestellt wor- den. Lord J. Russell behauptete dagegen, die Kollegen Lord Melbourne?s seyen sich nicht bewußt, daß das vorige Ministerium in dieser Hinsicht irgend eine Verpflichtung eingegangen wäre, außer daß se eine nochmalige Erwägung des betreffenden Zolls versprochen hâtten, und diese Untersuchun fv durch eine Kommission vorgenommen worden, welche sich aus den Zeugét-Aussagen überzeugt habe, daß die Veränderung im Allgemeinen für: den Konsumenten von Nußen gewesen, ohne dem Produzenten verderblich zu werden. Mehrere Mitglieder drangen noch in Sir R. Peel, er solle nach- geben, aber er glaubte, die E gebiete ihm, bei dem fesk: geseßten Schukßzoll zu beharren. ei der Abstimmung darüber, ob der Zoll , Aepfel blos 5 pCt. des Werthes betragen solle wie jeßt, oder ob er auf 6 Pce. für den Bushel gestellt werden solle, wie Sir R. Peel es vorschlug, ergaben sich indeß nur 51 Stimmen für das Amendement und 1140 für den ministeriellen An- trag, so daß dieser mit einer Majorität von 59 Stimmen ange-

nommen wurde.

London, 25. Mai. Der Spanische Finanz- Agent, Herr Borrajo, hat öffentlich erklärt, der Staatsschaß habe nicht mehr Obligationen ausgegeben, als nothwendig, um den Betrag der zur Capitalisation präsentirten Coupons zu decken, und daß nicht mehr Coupons, als solche, die im Besiß rer rechtmäßigen Eigenthümer e und zu jeder Zeit in Circulation gewesen, zur Capitali-

ation zugelassen werden sollten.

Die Morning: Chronicle berichtet aus New- Orleans, daß dort der Direftor einer Bank entflohen sey, und daß sich bei a Aeesacnnmg herausgestellt , die Bank desige nur 4090 Dol- n Ea während sie angeblich für 600,000 Dollars, in Wahr- d s G ih 1,100,000 Dollars Noten in Umlauf geseßt. Auch Le f R i i“. Fade Vir Finanznoth, welche sogar zur Protestirung di Aben Belle D I führt, herausgestellt haben, daß an 27 al gemacht haben. Union Steuer-Beamte bedeutende Kassen-

G ische Regierung hat endl i tenen Lee Ein Zinsen gemach, die in proc. Obligationen ver n, aver erst vom 1, Mai 1847 Zinsen tragen sollen.

Niederlande. i Aus dem Haag, 25. Mai. Der Kdnig ist heute von

einer nah den Provinzen Overyssel, Gröni tériommeneñn Reise hier wieder eingetroffen, Und Drenthe un-

Belgien.

X7 Brüssel, 26. Mai. Das Resultat der Provinzial-Stände, die Überall zur Hälfte wieder s eo find, ist jege befannt und bezeugt abermals den allmäl schritt der libetkälen Meinung. Die Veränderungen, die in dem Peérsoñal skattgefunden haben, sind gering, der bet weitem größte Theil der Stände-Mitglieder isk wieder ernannt, dié liberale Mei: riung jedoch in einigen Städten verstärkt worden, Jm Allgemei:

n’ Fort-

642 nen fann man bemerken, daß im Lande in der großen Mehrheit

fein ausschließlicher von Leidenschaften Fee Parermeit herrscht, e

sondern daß sich die Wähler mehr nach der individuellen Tüchtig- feit der Deputirten als nah Partei-Ansichten bestimmen. Es ift ersichtlich, daß in vielen Wahl- Distrikten liberale und katholische Depu- tirte zugleich von denselben Wählern ernannt worden sind. Man scheint sich außerdem nach dem natürlichen Prinzipe bestimmt zu haben, die Deputirten wieder zu ernennen, wenn keine gerechte Ursache zur Klage gegen sie stattfindet. Die herverskechendste unter sämmtlichen Wahlen is offenbar die mit großer Majorität voll: zogene Wiedererwählung der sämmtlichen 10 liberalen Deputirten von Brüssel. Man hatte vorher geglaubt, daß die katholische Partei das Terrain hier hinreichend kennen gelernt habe und des- halb weislich unterlassen werde, eine Kandidaten: Liste zu präsentiren. Allein man hatte ihr doch zu viel Vorsicht zugetraut; es erschien eine Liste von fünf Kandidaten, die fünf anderen austretenden illiberalen Deputirten entgegengeseßt wurden. Diese Leßteren ge- hdren der hiesigen Universität als Adminisiratoren oder Profes- soren an, was auch der Grund der gegen sie projektirten Aus- schließung gewesen zu seyn scheint. Allein nie sind die Kandi- daten der fatholischen Partei mit einer Minorität durchgefallen wie diesmal. Die hôchsle Stimmen - Zahl, die einer der- selben erhielt, war 170; die der fünf Liberalen {chwankte zwischen 800 bis 834, Vor vier Jahren, wo die Zahl der erschienenen Wähler geringer war, hatte sich das Verhältniß wie 190 zu 480 gestellt und hat sich also diesmal zu Gunsten der einen Partei fast verdoppelt. Eine etwas auffallende Thatsache is auch die Wahl von Mecheln, Siß des Erzbischofs. Die Hälfte der austretenden Deputirten gehörte der katholischen Partei an; dies- mal sind ausschließlich liberale Deputirte an ihre Stelle ernannt

worden. Es if überhaupt auch in den mittleren und selbst den kleinen

Städten der Fortschritt der liberalen Meinung von Jahr zu Jahr nicht unmerklih, und es spricht sich darin die Tendenz aus, die politischen Angelegenheiten von dem Einflusse der Geisilichkeit zu trennen. Die Regierung hat bei diesen Wahlen eine neutrale Stellung beobachtet, im Allgemeinen jedoch sih für das Prinzip der Wiedererwählung ausgesprochen.

Die Kammer hat die Diskussion úber die von der Central- Section beantragten Modificationen im Konimunal:Geseße wieder begonnen. Den Anfang machte die Erklärung des Ministers des Innern, daß die Regierung bei ihrem ursprünglichen Projekte ste- hen bleibe und keine weiteren Veränderungen verlange. Es hat diese Erklärung des Ministers bei allen Gemäßigten große Zufrie- denheit und die Hoffnung erweckt, daß auch die Majorität in der Kammer nicht weiter gehen wird. Die Stellung des Ministers ist allerdinas sehr schwierig, Verlassen von den Liberalen, die häufig ihr ZJuteresse verkennen und eine ungegründete Opposition gegen ihn machen, obgleih er mit weit größerem Eifer die Lösung der Fragen betrieben hat, auf welche die liberale Partei bisher das größte Gewicht gelegt hat, findet er auch auf der anderen Seite eine ziemlich fompafte Partei in der Kammer vor, deren Leiden- schaften sich weniger geräuschvoll kund geben, aber um so fonse- quenter auf einen Zweck hinsteuern. Herr Nothomb hat sich bisher mit Ausdauer jeder extremen Tendenz enkgegengeseßt und sich úber den Parteien zu halten gewußt. Die aufgeregten Par- teien werden ihm dies jeßt nicht Dank wissen, allein auf die Leidenschaft folgt die Ce Ueberlegung, und das Land wird in

seinem Urtheile geréchter seyn.

Herr Kindt ist vor Lu nach Paris zurückgekehrt. Die Verhandlungen n Paris dürftcni .jedoch ihr längskes Stadium durchlaufen haben. Diè Regierung wünscht ein Ende von dieser schón so sehr in die Läângé gezogenen Angelegenheit zu sehen, und wenn Herr Kinde auch nicht gerade mit einem Ultimatum abgereist isk, so hat er doch den Auftrag erhalten, entschieden auf eine Been- digung der Verhandlungen dringen. Die Hoffnung nach dieser Seite hin scheint jedoch verschwunden; die Regierung soll deshalb auch seit einiger Zeit thätigere Verhandlungen mit dem Deutschen Zoll-Verein angeknüpft haben, die freilich manchen Schwierigkei- ten unterliegen, jedoch ein günstigeres Resultat erwarten E

Die Flamändischen Literatoren suchen sich immer mehr mit der Deutschen Literatur zu befreunden und versuchen, die Meister- werke der leßteren in ihre Sprache zu verpflanzen. So eben er- scheint von Herrn Vleeschhouwer die Ueberseßung des ersten Theils von Göthe, in welcher sich viele gelungene Partieen befinden sol- len. Wir werden dieser Literatur in kurzem einen besonderen

Artikel widmen. Dánemark.

Kopenhagen, 26. Mai. Diesen Abend um 9 Uhr findet die Vermählungs - Feier Sr. Durchlaucht des Prinzen Christian von Schleswig: Holstein-S onderburg-Glúcksburg mit Jhrer Durch- laucht der Prinzessin Louise Wilhelmine Friederike Karoline Auguste Julie von Hessen in Gegenwart Jhrer Majeskäten des Königs und der Königin, der übrigen Mitglieder des Königshauses, der resp. Hofdamen und Hof-Kavaliere, der Geheimen Staats:Minister, des diplomatischen Corps, so wie der Departements- und Regi- ments-Chefs, statt.

Unterm 26sten d. M. ist den betreffenden Behörden in den Herzogthúmern durch die Schleswig-Holstein-Lauenburgische Kanz- lei, in Folge Allerhöchsten Auftrages Sr. Majestät des Königs, Folgendes zu erkennen gegeben koorden: Durch die thätige Theil- nahme, mit welcher die Bewohner der Herzogthúmer zur Linde- rung des großen Brand-Unglücks der Stadt Hamburg beizutra: gen bestrebt wären, entsprächen dieselben völlig den Erwartungen, zu welchen Se. Königl. Majestät nach dem schon öfter von ihnen bewährten Wohlthätigkeitssinn und bei den vielfachen freundschaft- lichen Beziehungen derselben zu jener hart betroffenen Stadt Sich be- rechtigt gehalten hätten. Jnsbesondere erblickten Allerhöchstdieselben auch in der Bildung von Húlfs - Vereinen für diesen Zweck ein angemessenes Mittel, die Kräfte der Einzelnen zur gemeinschaftlichen Hülfsleistung zu vereinigen. So wie daher die Sammlungen, welche von solchen Vereinen veranstaltet würden, die g Billigung fänden, so sey es auch der Wille Sr. Königl. Majestät, daß den hierauf gerichteten Bestrebungen der Vereine von Seiten sämmtlicher Behörden die möglichste Förderung und Unterstúgung zu Theil werden solle.

Die Brandversicherungs - Summe sämmtlicher Gebäude in Kopenhagen beträgt nach der leßten Rechnungs-Ablage 54,339,900 Rbthlr. Silber.

Deutsche Bundesstaaten.

m Dresden, 28. Mai. Aus der so eben ausgegebenen Stamm-: und Rang: Liste der Königl. Sächsischen Armee vom Jahre 1842 theilen wir zunächst einige interessante historische Notizen mit:

Kurfürst Johann Georg [I. organisiete 1681 zuerst ein ste- hendes Heer, wovon größere Abtheilungen vor Wien und auch

auf der Halbinsel Morea (in Vênedigs Solde) mit rühmlicher Tapferkeit n di Türke ù Vou mwmnere Organisa urid grbßere Stärke erhiele (bee vie Armee uncer Kurfürst Frie:

drich August l. (August Il, von Polen), welcher in der Zeit von 1697 bis 1730 den Generalstab, das Jngenieur-Corps, das ade- lige Kadetten - Corps und die Leib: Grenadier: Garde errichtete. Der Gesammtbestand betrug 1730 30,000 Mann (Normal: bestand der Armee bis zur Theilung Sachsens). Kurfürst Frie- drich August Il, (August Ul, von Polen) stiftete zwar in der Zeit von 1736 bis 1742 den Militair St. Heinrichs-Orden, die Erzie- hungs-Anstalt súr Soldaten: Knaben zu Annaburg und die Jnge- nieurs-Akademie; allein das Heer sank während der vielen Feldzuge in Polen, gegen Frankreich, die Türken und ge- e. Preußen in den Schlesischen und 7 jährigen Kriegen von einem höchsten Bestande an fast 52,000 Mann bis —_ 16,000 Kombattanten herab. Troß der ungünstigen Verhältnisse errich- tete doch Prinz Xaver als Administrator des Landes 1766 die Artillerie- Akademie. Erst nah dem Hubertusburger Frieden er- folgte unter Friedrich August die völlige Wiederherstellung der Armee. Was dieselbe in den Französischen Kriegen geleistet, isk bekannt, Den Anforderungen der Zeit suchte man 1806. durch Anstellung von Königl, Flügel-Adjutanten, Bildung einer Militair: Plan- Kammer und Formirung einer reitenden Batterie, #0 wie 1809 eines Schúßen-Corps und zweier Jäger - Bataillone, zu ge- núgen. Aber schon ein Jahr später erfolgte eine totale Reform des Heeres, Bildung von 2 Regimentern leichter Jnfan- terie, eines Generalstabes, Einführung der Muster: Jnspectionen 1c. welche sich auch auf die Bekleidung und 1811 auch auf das

Kadetten - Corps erskreckte. Die großen Verluste der Sächsischen Armee in den Feldzúgen von 1812 und 1813, indem 10 Regimen:

ter fast bis auf den Namen erloschen waren, erheischten eine aber- malige Umgestaltung, in Folge deren nach außerordentlichen An- strengungen es S ward, 40,000 Mann aufzustellen, die größ: tencheils als 3tes Deutsches Armee-Corps unter dem Herzog August von Sachsen- Weimar 1814 in Holland und den Niederlanden fochten. Die in Folge des Wiener Friedens herbeigeführte Thei: lung der Truppen gebot eine abermalige Formirung derselben um so schleuniger, als 16,000 Mann neues Kontingent am wie- der begonnenen Kriege gegen Frankreich Theil zu nehmen Bs Die mannigfachen Mödificationen und BUGSABER die seitdem unser Truppen-Corps bis auf den heutigen Tag über sich ergehen sah, würden vollständig zusammengestellt allein schon einen nicht uninteressanten Beitrag zu den Fortschritten des modernen Kriegs- wesens liefern. Wir erwähnen hier nur die Verbindung der Jn- enieurs- und Artillerie-Akademie in einer Militair-Akademie 1816, rrichtung der Armee-Reserve 1817, die neue Corps-Organisation in Folge der Bundes-Bestimmungen 1820, die Umformung der Kavallerie, Einföhrung des neuen Militair-Strafgeseßbuches, des General : Kriegsgerichts 2c.1822, Errichtung einer Straf - Tom- pagnie 1823, odification- und Erneuerung der Statuten des Militair St. Heinrichs-Ordens 1829, die Perkussionirung der Ge- he 1830, der Linien-Gewehre 1836 und der Kavallerie-Feuer: offen 1838, die Verwandlung der Militair:Akfademie in ein Ka- detten : Corps und eine Artillerie - Schule, so wie in Folge der neuen Staats-Verfassung die Bildung eines Kriegs-Ministeriums und Uebertragung des Armee:Befehls an einen kommandirenden General - Lieutenant 1831, Haupt-Veränderung in der Militair: Bekleidung 1832, Errichtung des Ober: Kriegsgerichts, der Militair: Bildungs- und Militair - Straf - Anstalt 1835, Auflösung der Muster: Jnspectionen 1841, und Vermehrung der Jnfanterie um 600 Mann 1842. j Der Rangliste zufolge, besteht das Kriegs: Ministerium aus 1 Chef GEREe General - Lieutenant von eri und Wallwib), 2 Geheimen Kriegsräthen und 4 Offizieren. ZJhm sind zunächst das Ober- Kriegsgericht, Stabs: und Gouvernements- Kriegsgericht, die Artillerie-, Kasernen- und Medizinal: Direction, die Plan-Kam- mer, das Dresdener Garnison: Hospital und die Milit¿ir-:Vorraths- Anstalt untergeordnet, so wie ein dienstleistender General: und 2 Flügel-Adjutanten. Kommandirender General-Lieutenant is Herr von Cerrini di Monte Varchi, unter ihm der General-Kommando: stab. Ueberhaupt zählt die Armee 6 General-Lieutenants, 6 Ge- neral- Majors, 15 Obersten, 14 Oberst - Lieutenants, 38 Majors, 123 Rittmeister und Hauptleute, 141 Ober - Lieutenants, 155 Un- ter-:Lieutenants, 19 Junker. Das ganze Corps besteht aus einer Reiter-:Brigade von 1 Garde: und 2 leichten Regimentern, zusam: men gegen 2000 Mann, dem Jngenieur -Corps mit 150 Mann, dem Artillerie- Corps in einem E Fuß-Artill:rie, einer rei- tenden Artillerie: und einer Train-:Brigade, dazu das Haupt-Zeug- aus 2c. zusammen 1370 Mann, der Garde-Division zu 370 Mann, 2 Brigaden mit 4 Regimentern Linie, zusammen 7580 Mann, und ciner Halbbrigade leichter Jnfanterie gegen 2200 Mann, Dazu 30 Mann Generalität, General - Kommando, Stab 2c. er- weist zusammen 13,700 Militairs, wovon das Bundes- Kontingent

12,000 Mann betrágt.

Karlsruhe, 26. Mai. Gestern hatte der neuernannte Kö- niglih Preußische außerordentliche Gesandte und bevollmächtigte Minister am hiesigen Hofe, Oberst von Radowis, die Ehre, Sr. Königl. Hoheit dem Großherzog in feierlicher Audienz seine Kre- ditive zu Úberreichen, und wurde hierauf zur Großherzoglichen Ta-

fel gezogen.

amburg, 27. Mai. (Hamb. Korr.) Durch ein Schrel- ben s hier abftedielréen Kaiserl. Russischen Ministers, Geheimen Raths von Struve, ist dem Senate das roßmüthige Geschenk seines hochherzigen Monarchen von 50,000 Rubeln Silber offiziell angezeigt und der Betrag sofort in Wechseln dem Unterstüßungs: Vereine zugestellt worden. Viele Sorgen werden dadur gem dert, viele Thränen Nothleidender und Hülfsbedürftiger durch dfe sen, wie aue c es von ges U zufließenden Bewe der edelsten Menschenliebe gemildert werden. Gestern Abend verließ uns, von den Segen lin e iber i e! , Stadt begleitet, der Herr Stadtrath Ga Wirklichen Geheimen

auh nah der Abreise Sr. Excellenz Provinz Sachsen, und des

Präsidenten der i Ba en ermeister Franke von Magdeburg die wohlwol- lenden Absichten Sr. Majestät des Königs von Preußen und der

Stadt Berlin gegen E obdachlose Bevölkerung mit eben 0

Unisicht als Thätigkeit vertreten hak. E Loe die Verhältnisse unseres Stadt-Theaters veröffentlicht

err Dr. J. C. Knauth folgende Erklärung: L B Beibid nach haben sh über die erhältnisse, welche zwischen der Direction und dem Personale des Stadt-Theaters ob- walten, irrige Ansichten, insbesondere im Auslande, verbreitet, Des- halb bâlt es der Unterzeichnete, welcher die Freude gehabt hat, eine auf die unveränderten Umstände berechnete neue Uebereinkunft zwischen

e, t bschlusse zu bringen, für scine Pflicht, den den Beide ige t ebe infu ¡u verbsentli L OL gebe

i e Monate Juni , bis März 1843

M N A E Cour. und M E den Monat be- tragen, zum vollen Belaufe, die Gagen zwischen 50 und 100 Mark vür ebenfalls mit 50 Mark Cour., dîe zoge Gagen und sonstigen [umente aber nur zur Ci arattirt. Ergiebt indessen die Ein- nähme dieser zehn nate einen Ueberschuß über die #0 reduzirten

das eine Fleine Anzahl L gründlich im Englischen unterrichtet.

eher ausgedehnt als

1 während seiner ganzen Verwaltung Journale und B

: Flopâdie, der von Europa: handelt.

¿ on der Direction zu bestreitenden Kosten, Honorare der Gase ‘ale zue t gements oe U arem e t)/ / Snde

E Umfange Fa ellenden ebershusse, die reduzirten Gagen ne 2 weise vervollständigt: Erst wenn cine solche Vervollstän- ur —— “gr aat - Belaufe stattgefunden haben wird, ck- 9 ic Direction zu ciner Entsagung für die Benußung wg V ehdrigen Fnventars gelangen. Die kontcaktlichen Urlaube U i s Y ge fortlaufender vorläufig reduzirter) Gage in Kraft. Die Mi icd r baben, G rwägung der mit der jeßigen für das Thea- t ] ‘uni ünstigen Zeit außer rhâltniß stehenden Lasten der Di- eo R ibnen proponirte Uebereinkunft angenommen und die reet beilhaftesten ihnen von auswärts gemachten Anerbietungen aus- ais en. Hoffentlich wird die Theilnahme des Publikums an dem be imischen Kunst-Fustikute nicht so sehr erschlaen, daß die in Aus- sicht estellten Opfer zur Wirklichkeit werden, und so wird durch Matt Pee Vertrauen von beiden Seiten die vorliegende Ucbergan s- Periode ohne nact en Nen De f p 2 cine n übe *. wiew rivat-I / dennoch mit anderen hochbe-

bleiben, die pstituten unseres gemeinsamen Vaterlandes rühmlich zu

günstigten X hte. Malta.

wetteifern vermo

alta, 16. Mai. (L. A. Z.) Am 11. Mai traf Prinz 26a von Preußen mit seinen beiden Sbhnen auf einem Nea- politanischen Dampfschiffe hier ein, beobachtete aber ein strenges Jncognito als Graf von Glaß. Der Admiral stellte eines unserer schönsten Dampfschisse und ein Kriegsschiff zu seiner Verfügung, der Prinz lehnte dieses Anerbieten jedoch ab und willigte nur in eine ihm zu Ehren veranstaltete Parade der Garnison, Am 13, Mai ging der Prinz wieder nach Sicilien ab.

Chili.

Valparaiso, 10. Dez. (Franz. Bl.) Die Ausfuhr des bekannten Düngers, des Guano, ist in Peru verboten worden. Der in Lima residirende Englische Konsul, Herr Wilson, hat ge- gen diese Maßregel reklamirt. Von den Peruanern insultirt , ist er genöthigt gewesen, an Bord der Französischen Kriegsbrigg „Adonis“ zu flüchten. Diese Nachrichten sind durch Dampfboot hierher gelangt und werden höchst wahrscheinlich eine kräftige De- monstration von Seiten des Kommandanten der in Chili statio- nirten Englischen Fregatte „Präsident“ veranlassen.

China.

Macao, 14. Februar. (A. Z.) Der Handel in Canton geht fort, weil die Nothwendigkeit stärker ist als alle Kriegs-Ge- brâuche; dagegen is das Landvolk in der Gegend um Canton sehr feindselig gegen die Engländer gestimmt. or Allem erbittert wurden sie dadurch, daß die Soldaten einige Gräber aufgebrochen, und die verkrüppelten Füße einiger Chinesischen Damen, die sie darin begraben fanden, mitgenommen haben. Bei der großen Hei- ligkeit der Gräber in China, welche unter feinen Umständen geöff- net werden, is dies in ihren Augen ein Gräuel und ein Akt der Barbarei, der um Rache zum Himmel schreit, Man bringt von Zeit zu Zeit gedruckte Proclamationen nah Hongkong, welche von Privat-Personen erlassen werden und das Volk zur Vertilgung der Barbaren ermahnen, von der Regierung Waffen für das Voik verlangen und dergleichen. Der Vice - König von Canton, Dschisching, soll die Truppen aus dem Jnnern, die er mit- gebracht hatte, zurückgeschickt und neue in der Provinz selbst angeworben haben, um von dieser populairen Bewegung Nußtben zu ziehen. Man erprobt die Stärke und Gewcandtheit dieser Rekruten durch große Steinscheiben mit einer Handhabe, welche die Kandidaten zum Militairdienst aufheben und über ihren Kopf \{wingen müssen, und es sollen sih Tausende von Land- leuten in dem Hof der Wohnung des Kommandanten von Can- ton zusammendrängen , die Probe zu bestehen. Die Contrebande von Eurcpäischen Waffen scheint ebenfalls sehr lebhaft zu seyn ; sie werden von Macao aus durch die innere Wasserstraße nach Canton gebracht, sind aber großentheils von so schlechter Fabrication, daß die Chinesen angefangen haben, einen großen Theil der Liefe- rungen auszuschlagen. Das Land is überschwemmt von Balladen mit großen Holzschnitten, welche Dampfböte darstellen, besonders den Schiffbruch der „Atalanta“, und die Niederlagen der Barbaren

in Knittelversen beschreiben, in denen die historische Wahrheit nicht

viel mehr respektirt wird als in Europäischen Bülletins.

_ Man sagt in Macao, daß der berühmte Kaiserliche Kommis- fair Lin, welcher vor einigen Monaten zum General-Jnspektor der Bauten am gelben Fluß ernannt worden ist, im Begriff sey, ein Werk über die Statistik von Europa, an dem er schon lange ar- beitet, herauszugeben. Als er näâmlih nah Canton kam, suchte er vor Allem Englische Dolmetscher und fand bald, daß die Eng: lander selbst dafür gesorgt hatten. Zum Andenken des verstorbe- nen Missionairs Morrison hatte man nämlich in Canton ein klei:

"nes Institut für den Unterricht Chinesischer Knaben in Englischer

Sprache und Literatur gegründet (Morrison Education Society), hinesischer Knaben aufnimmt und sie Es is seit dem Krieg nach Macao versest worden, und seine Wirksamkeit hat sich j | abgenommen. Lin erfuhr bald die Existenz dieses Jnstituts und zog die ältesten und besten Schüler an sich, gab vier von ihnen Stellen in der Administration, nahm den besten als Englischen Secretair zu sich und ues von ihm cher úber-

den Theil von Murray's geographischer Ency- d ) Bel seiner Verseßung nahm er alle diese Papiere mit si, um eine Beschreibung von Europa erauszugeben, und diese soll jest im Begriff seyn, zu erscheinen,

cch hoffe, Güslaff oder „Morrison finden Ze't, die Reflexionen

von Lin über Europa zu übersezen. Die Erziehungs : Gesellschaft ist sehr zufrieden mlt der Anstellung ihrer Schüler, und sie ist

seßen, namentli

bereit, den Chinesischen Vice-Königen neue Beamte und Dolmet- scher zu bilden; es is eine Art von Krieg, den benen die Chi-

nesische Civilisation führt, der um ein i Opiumfrieg. Ó gutes besser is als der

Inland.

Berlin, 29, Mai, Nachstehendes ist die in der Gesek - Sammlung enthaltene Allerhöchste Kabinets-Ordre, die D dung und Wirkung der bei Beamten- Verbrechen im Allgemeinen Landrecht vorgeschriebenen Strafe der Degradation betreffend:

ieoist Ihren Bericht vom 26sten v. M. will Jch, nah dem bei

S T

per Nevi on des Kriminal-Rechts vom Staats-Rath gemachten Vor- es ge, die bei Beamten=-Verbrechen im Allgemeinen Landrecht vor- id riebene Strafe der F GatoR dahin näher bestimmen, da R Strafart nur gegen Beamte im unmittelbaren Staatsdien h erurth 74 seyn und ihre Wirkung darin bestehen soll, daß der dazu N eilte Beamte S der Dea in eine mit geringerem Ein- ider verbundene Stelle einer niederen Beamten - Klasse unter- lung u dente, Las lies Bestimmung durch die Geseß-Samm- e è Berlin; den 31. Mâtz 1842. E Friedrich Wilhelm.

An die Staats-Minister Mähler und von Rochow.

643

„_ Die. ferner in der. Gescß-Sammlung enthaltene Verordnung Uber die Erweiterung des Posenschen landschaftlihen Kredit-Ver- eins lautet in der Einleitung und in den ersten sechs Paragraphen folgendermaßen : ¡Vir Friedrich Wilhelm, von Gottes Gnaden, Kdnig von Preußen 12e. 2c. thun kund und fügen hiermit zu wissen :

Nachdem die im aure 1836 stattgehabte General-Versammlung des Posenschen landschaftlichen Kredit - Vereins den Wunsch zu er- kennen gegeben , den Beitritt zu demselben auch noch nachträglich denjenigen Gutsbesißern , welche von demselben nach der Vorschrift des §, 23 der Kredit-Ordnung vom 15. e 1821 ausgeschlos- sen waren, zu gestatten; Wir auch, nah Anhörung Unseres Staats- Ministeriums, diesem Wunsche in Gnaden stattzugeben geruht haben, und hierauf die General - Versammlung vom Jahre 1840 über den Gegenstand die verfassungsmäßige Berathung und Beschlußnahme gehalten hat, so verordnen Wir nunmehr hierdurch Folgendes :

§. 1. Den Besißern adlicher Güter im Großherzogthum Posen, welche dem bestehenden landschaftlichen Kredit-Vereine bis zum Schluß dieses Systems noch nit beigetreten sind, oder vor der Publication dieser Verordnung durch Löschung ihrer ganzen Pfandbriefschuld be- reits aus demselben wieder ausgeschieden waren, wird der Betîtritt j demselben innerhalb fünf Fahren, vom Tage der Publication dieser Verordnung an gerechnet, hiermit annoch gestattet. ah

§. 2. Wer im Laufe dieser fünfjährigen Frist seinen Beitritt nicht er- klärt, so wie derjenige, der nicht vor Ablauf dersclben und nicht läng- stens bis zum darauf folgenden Weihnachts-Termine die Hindernisse, welche der Bewilligung und Eintragung der Pfandbriefe entgegenste- hen, wenigstens so weit zu beseitigen vermag, daß nach einer darüber besonders beizubringenden Beschcinigung der Hypotheken-Bchörde der Hypothekenbuch-Zustand des Gutes zur Eintragung von Pfandbriefen vollständig vorbereitet ist, bleibt für immer von der Theilnahme an dem Verbande ausgeschlossen und findet eine Ausnahme hiervon nur allein für den Fall statt, wenn der Beitretende zwar den vorstehenden Erfordernissen genügt hat , aber dennoch die Ausfertigung und Ein- tragung der Pfandbriefe lediglich deshalb, weil das Tarxgeschäft noch nicht beendigt worden , binnen der festgeseßten obigen Frist noch nicht hat stattfinden können. |

F. 3. Die landschaftlihe Kredit-Ordnung für das Großherzog- thum Posen vom 15. Dezember 1821, nebst deren späteren Declaratio-

Werkes das Publikum keine Bürgschaft, welche die Gegenroarr bereits zu gewähren vermag, zu vermissen glaubt, Vor Allem aber gewährt eine solhe Befriedigung, die jeßt bei dem schon so weit vorgeschrittenen Baue, wo ein bedeutender Theil der Ausga: ben schon gemacht ist, und die noch zu machenden in ihrer Schâz- Jung faum noch eine irgend erhebliche Jrrung zulassen, sich immer icherer herausstellende Ueberzeugung, daß, wie überraschend billig auch, im Vergleiche bei weitem zu den meisten anderen Eisenbahn- Unternehmungen, der ursprüngliche Kosten - Anschlag für unsere Bahn erscheinen möchte, dieser dennoch überhaupt nur um eine sehr mäßige Summe überschritten werden wird. Nach einer vom Herrn Ober-Wegebau- Jnspektor Neuhaus unter dem 14. November 1841 überreichten definitiven Uebersicht sämmtlicher Kosten dürften die veranschlagten circa 2,709,000 Rthlr. vielleicht auf etwa 3,000,000 Rthlr. steigen, und diese Ueberschreitung hat nicht etwa in Jrrthúmern, die dem Anschlage zum Grunde lagen, sondern in wesentlichen, erst spâter als zweckmäßig erkannten Verbesserungen ihren Grund, die der Gesellschaft eben \o sehr durch eine damit zu Stande kommende Vergrößerung ihres Aktiv- BVermöbgens , als durch eine Verminderung der Ausgaben beim Betriebe der Bahn zu Gute fommen werden. Denn diese Mehrausgabe hat die Folge:

1) daß statt der ursprünglich projektirten Holzbahn eine aus mas- siven Schienen bestehende eine viel p Sicherheit und Dauerhaftigkeit gewährende und in der Folge viel geringere Reparatur-Kosten veranlassende Bahn hergestellt werden wird;

2) daß die verschiedenen Bahnhofs: und übrigen Gebäude viel soli- der und reichlicherenRaum gewährend aufgeführt werden können;

3) daß durch einen für die Anlage des Bahnhofes in den Fe- stungswerfen von Stettin und Herstellung eines aer Bollwerks in der Nähe dieses Bahnhofs bewilligten Zuschlag von 116,000 Rthlrn. dem Waaren- Transport auf der Bahn ein viel größerer Vorschub geleistet worden ist,

4) daß die Summe für Anschaffung von Maschinen, Wagen und Geräthen sich um etwa 172,000 Rthlr. erhöht hat, und damit die Nothwendigkeit baldiger späterer Nach-Anschaffun- gen beseitigt ist, und

5) daß von hier bis zur Randow eine neue, bei der grbßeren

nen, so weit nicht durch die degenwärtige Verordnung Abänderungen derselben angeordnet werden, findet auch auf die von den Neubeitre- tenden aufzunehmenden Pfandbrief-Darlchne Anwendung.

_§. 4. Sämmlliche zum Kredtt-Vereine bereits verbundene Guts- besitzer leisten ae u le mit den Neubeitretenden Bürgschaft für die neuen zu bewilligenden Pfandbrief - Darlehne in demselben Umfange, wie dieselbe in der Kredit - Ordnung vom 15, Dezember 1821 §. 2 zu b. verordnet ist.

F. 5. Die neuen Pfandbriefe werden dem Fnhaber mit drei und ein halb vom Hundert in halbjährigen Fristen verzinset und können von ihm der Landschaft nicht gekündigt werden. :

§. 6. Der Schuldner verzinset dagegen die auf sein Gut auf- genommenen Pfandbriefe von dem Eage der Ausfertigung derselben ab, mit fünf vom Hundert, und zahlt zugleich jährlich 5 pCt. des Kapitals zur Bestreitung der Verwaltungskosten.-/

Bonn, 26. Mai. (Köln. Z.) Gestern Abends um halb elf Uhr isf hier ein Erdbeben sehr allgemein bemerkt worden. Die Möbeln haben sich bewegt und schwebende Gegenstände in den Zimmern sind in schwingende Bewegung gerathen. Viele Leute haben sich sehr erschreckt und manche sind- gar aus ihren Häusern gelaufen. Wie weit sich das Erdbeben verbreitet hat, ist noch nicht bekannt. Jch werde bestrebt: seyn, darüber weitere Nachrich- ten mitzutheilen. l i

Die Berlin - Stettiner Eiseubabn. (Schluß. Vergl. St. Ztg. Nr. 148.)

: Verschiedenes. , 1) die Chaussee-Anlage von Neustadt bis Freyenwalde, welche für das Unternehmen von hoher Wichtigkeit is, scheint noch nicht ganz gesichert, indeß sind durch verschiedene Zeichnungen ansehn- liche Betrâge, welche sich zusammen und einschließlih der von dem Staate zu erwartenden Hülfsgelder von 3000 Rthlr. pro Meile und des Beitrages der Gesellschaft von 10,000 Rthlr, auf die Summe von 37,000 Rthlr. belaufen, erlangt.

2) Eine andere Chaussee - Verbindung vom Bahnhofe bei

Sesste bis Gramzow auf der Chaussee von Angermúnde bis

renzlord, welche dazu dienen soll, die Passage von Prenzlow, einen Theil Vorpommerns und Neu-Vorpommerns, der Eisenbahn auf anderem Wege zuzuführen, wird durch einen Actien-Verein ausgeführt werden, und sind die nöthigen Mittel beschafft, auch die vorläufige Genehmigung des Staats bereits eingeholt, so daß der Bau, wozu schon einige Einleitungen getroffen sind, in der nâchsten Zeit beginnen und noch vielleicht gleichzeitig mit der Voll- “n der ganzen Bahn beendigt werden kann.

3) Es is erfreulih, zu sehen, wie noch von einer anderen Seite der Uckermark ein Anschluß an die Eisenbahn dringend ge- wünscht und beabsichtigt wird: nämlich durch eine Chaussee -Ver- bindung von Templin nah Angermünde, die selbst Úber Templin hinaus seiner Zeit verlängert werden dürfte, Zu dieser Chaussee: Anlage von etwa 45 Meilen Länge sind bereits ansehnliche Mittel, etwa 80,000 Rethlr,, gezeichnet, und ist dadurch das Unternehnen beinahe gesichert.

___ Geld - Angelegenheit.

Das Direktorium würde vollkommen im Stande gewesen seyn, mit der Anschlags - Summe, ja noch Unter dieser, die Eisen: bahn herzustellen, wenn nicht die oben erwähnten, im úberwiegen- den Interesse für den künftigen Betrieb gemachten Abweichungen vom Bauplan, einigen Mehrbedarf zur nothwendigen Folge haben müßten.

Nach dem deshalb mit möglichster Genauigkeit Und der Ueber- zeugung, die man irgend vor Beendigung eines so großen und viel umfassenden Bauwerks haben kann, gefertigten Ueberschlage, wird hierdurch eine Ueberschreitung des Anschlages um etwa 300,000 Rthlr. stattfinden. Um jedoch vollständig gesichert zu seyn, und um in den Stand gesebt zu werden, die vor Anfang des Be- | triebes nöthigen bedeutenden Materialien-Vorräâthe fúr den Betrieb und zu etwanigen Ergänzungen und Reparaturen anzuschaffen, und nöthige Werkstätten einzurichten, auch die Anlegung dem Unternehmen nüßlicher Communications - Straßen befördern zu fönnen, wird noch eine Summe von 100,000 200,000 Réthlr., also im Ganzen 4— 500,000 Rthlr. zu bewilligen beantragt, Das Nähere über den Stand des Rechnungswesens ergiebt sih aus der unten folgenden Nachweisung.“

Dieses is der wesentlichste Jnhalt dées sehr ausführlichen, durch me detaillirte Darstellung aller Verhältnisse sich auszeich- nenden Jahres-Berichts des Direktoriums, Aus dem kürzeren Be- richte des Verwaltungs-Raths werde noch Folgendes hervorgehoben :

„Unser Werk is in dem verflossenen Jahre zwar prunklos, aber mit frâftigen und schnellen Schritten seinem Ziele entgegen geschritten, und der günstige Stand unserer Actien, wie sich eines noch günstig!:ren während der Bauzeit nur wenige Eisenbahn-Un- ternehmunzgen erfreuten, liefert nicht nur den Beweis, daß: unsere Hoffnungen auf eine befriedigende Rentabilität unserer Bahn all-

seitig getheilt werden, sondern auch, daß in der intelligenten Lei- tung unserer Angelegenheiten und der soliden Ausführung unseres

Schwierigkeit des Terrains zwar eine Mehrausgabe von circa 30,000 Rthlr, verursachende, aber etwa eine halbe Meile nähere und daher bei dem Betriebe eine bedeutende, jâhrlih auf etwa 4000 Rthlr, zu berehnende Ersparniß gewährende Bahnlinie gewählt worden ist, wo es denn nur dur mannigfache Ersparungen in anderen Ti- teln des Anschlags möglich geworden ist, so umfassende Verbesse- rungen für die genannte Mehrausgabe herzustellen.

Der für die ganze Bahnlänge festgestellte Beamten - und Besoldungs - Etat, enthält für 248 Beamte ein jährliches Gehalt von etwa 48,000 Rthlr. Nur 9 Beamte haben 500 Rthlr. und mehr Besoldung, nur 3 Beamte 1000 Rthlr. und mehr. Die Anstellung eines Spezial-Direktors isst seit dem 1. Juli 1841 durch den Freiherrn von Reden erfolgt.

Uebersicht des Kassen-Zusktandes der Berlin-Stettiner Eisen- bahn-Gesellschaft am 18. Mai 1842.

“Dir. | der Einnahme, Titel Hef Dye S] Pf.

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Oye: f

L. \EinshÜsse aufActien, undzwar: a) Vollzahlung für 53715 Ac- tien à 200 Rehlr... 1,074,300|—|— b) Raten : Einschuß von 40 | pCe. für 8175 Actien à 80 Hei s eures, 654,000|—|— c) Einschuß zu den Vorar- beiten auf noch nicht ein- gezahlte Actien... d) bereits eingegangene Zah: lungen auf den ausgeschrie- benen 5ten Einschuß... 1677| 3/—{[1,730,077| 3 IT. [Zinsen für ausgeliehene Gel: der, einschließlich der bei den nachträglichen Vollzahlungen erhobenen Ausgleihungs-Be-

| 100|—|—

Ide. o —— E O c 1II, [Verfallene Einschússe und Con- 198/18 2 ventionalstrafen............. eite [eie lian 9,929| 5|—

IV, |Jnsgemein, bestehend in der Einnahme für veräußerte Ob- jefte und in Vergútigungen auf Seeschâden .…........... —+

Summa der Einnahme... l... 2

17,984/21| 7 „778,TINT7T 9

hu

Ausgabe,

I. |8pftinigen fúr den Bahnbau | einschließlich der Zinsen... 1,400,845) 2| 4 IT. Abschlagszahlungen auf in der Ausführung begriffene aber noch nicht abgenommene Lei- stungen und Lieferungen... III, |Vorschußzahlungen an Beamte, in schwebenden Prozessen und wegen Einrichtung des künfti- gen Bahnbetriebes.......... 844|—|—

Summa der Ausgaben... ..[..11,555,875/17/10 4 222,273¡29TI

Es sind also noch disponibel]... K

Dieser Fonds besteht in : a) Kassenbestand... [in [dan b) dem Depositum bei der

Ritterschaftlihen Bank Vier feldt iger

c) dem Depositum bei dem Banquierhause Mendels- sohn & Co. zu Berlin. l

d) Obligationen der Stadt O diee nre eie : vol bn j E fem

e) Vorschuß wegen Aufhö- hung der Silberwiese, we! chen die Stadt Stetti- zu

H are hat... j A, if Mis esgleichen wega: der Auf: dhung d-- Rahmschen per TaG welchen die andung Rahm's Söhne hieclbs zu erstatten hat. [—— 3,268] —|—

Summa wie oben e 722,273[29[TL

154,186/15| 6

2,285|25|—

154,186/13) 6

45,440/10/11 7,000 Lie

10,093 A 6

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