1842 / 215 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

S E Dia pee mea; pern fit rve U sri E

j benusen zu fönnen glauben, um darzuthun, fee lege E e bi seluen Vorschlägen hauptsächlich, wenn

ine Feindschaft gegen Herrn Walter, den

s IO e ver Os be E perEntie ehe. feiadseage

Beziehungen zu ihm auch im Verla dey V uo s a Tage gekommen sind, e leiten

fas s E e d Muhlen E R D Dar E

p Pdotein S Sas, dlsen wiede Lewes und Bridport, so

ryn und Nottingham. n Roebu> nicht 8, dur die Resolutionen des Herr

afyiet w E eas L die geseßwidrige Uebereinkunft schon in

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ten ist, die durch dieselbe anerkannten Mitglie- der rey Aa Hale haben, eine neue Wahl also nicht nöthig isk; eben #0 ist auch in Reading, Harwich und Penryn feine neue Wahl nöthig, weil dort noch Alles in statu quo ist, wie vor den geseßzwidrigen Conventionen, die in Bezug auf diese Wahlorte nicht in Kraft getreten sind, also die ursprünglich ge- wählten Mitglieder ihre Siße behalten haben. Nur für ES ham fehlt no< ein Repräsentant, und hier tritt Herr Walter àls Kandidat unter sehr günstigen Aussichten auf, für ihn allein würde also die Annahme der Roebu>schen Resolution wegen Ausseßung der Wahl-:Ausschreiben nachtheilige Folgen gehabt haben. Ob die- ses Raisonnement der Tory-Blätter in den Thatsachen begründet ist, mag eben so wohl dahin gestellt bleiben, als die Frage, ob es nit den Whigs sowohl wie den Tories im Allgemeinen gans an- genehm ist, durch die Art und Weise, wie Herr Roebu>k zu Werke u gehen gesucht hat, der fonsequenten Durchführung des einmal

gonnenen súrs erste wenigstens Überhoben zu seyn.

London, 30. Juli, Die Königin und Prinz Albrecht hiel: ten gestern, in Begleitung des Erbprinzen und der Erbprinzessin von Sachsen-Koburg, zu Windsor eine Musterung über das 2te Leibgarde- Regiment ab. Jhre Majeskät, welche ein prächtiges Reitkleid und darúber den Hosenband-Orden trug, und die beiden Prinzen waren dabei zu Pferde. Obersk Reid, der Commandeur des Regiments, hatte sich sehr schmeichelhafter Aeußerungen von Seiten der Königin über die Haltung der Truppen zu erfreuen.

Gestern erhielt im Oberhause die Armen-Bill die dritte Lesung, und im Unterhause wurden verschiedene Subsidien für die Regie- rung und ein neues Wahl - Ausschreiben für Nottingham geneh- migt. 5 Aus statistischen Angaben geht hervor, daß der Húlfs-Verein in Manchester 10,132 Familien oder 45,591 Personen untersküßt hat, und daß 2000 Familien dort noch ohne Unterstüßung bleiben. Davon lebten 2040 Familien oder 9179 Personen in meistens dumpfen Kellern ohne Zugang von Luft. Eine andere Untersu- hung ergab, daß 2000 Familien oder 8866 Personen nicht mehr als 5 Sh. 31 Pee: die Woche zu leben hatten, dabei waren sie im Besiß von 22,147 Pfandzetteln, worauf sie 2780 Pfd. 14 Sh. 4 Pce, geliehen hatten.

Der „Twed“ hat Nachrichten aus Jamaika vom 26. Juni überbracht, welche Über die heftigen Regengüsse klagen, von denen die Jnsel heimgesucht worden is, und welche den Transport des Zu>ers nach den Verschiffungs-Orten wesentlich behinderten. Als der „Twed“ am 14. Juni Cap Haytien passirte, bot dasselbe den traurigsten Anbli> dar, und die noch übrigen Bewohner der zer- sidrten Stadt waren in fortwährender Besorgniß vor den Erd- sidßen, die no< immer, wenn auch in {wächerem Maße, die Gegend heimsuchten.

Belgien.

Brüssel, 30. Juli. (K. Z.) Aus dem Texte des Vertrags vom 16. Juli, wie er der Repräsentanten-Kammer jeßt vorgelegt worden, is zu ersehen, daß die Zugeständnisse Belgiens an Frank- reih noch weiter gehen, als der Minister des Jnnern in seinem Schreiben an die Gouverneurs, durch welches zuerst der Znhalt des Vertrags bekannt wurde, angegeben hatte. Der Abzug von 7 pCe. am Gewichte bei der Berechnung der Einfuhr - Gebühren Französischen Salzes, die Anwendung des Französischen Tarifs auf auf den Transit der Schiefern, die Oeffnung des Gränz - Amtes Menin für diesen Artikel, die Gleichstellung der Französischen M mit den inländischen auf den diesseitigen Binnengewässern, das Verbot des Transits von Garn und Leinewand irgend eines dritten Landes , endlich die Bedingung, daß Belgien keinem anderen Lande für Wein, Seidenwaaren und Salz günstigere Be- dingungen gestatten darf, als dur diesen Vertrag an Frank- reich gestattet sind, alles das sind Stipulationen, die theils Bel: giens freie Bewegung in Zoll - und Handelssachen beschränken, theils mit pecuniairen Opfern verbunden sind, die auf irgend eine andere Weise gede>t werden müssen. Jndessen geht die Kammer, wie es scheint, schnell úber Alles hin, um nur zum Abschlusse zu fommen, Nur Ein Punkt fand in den Sectionen Anstand. Jn dem betreffenden Geseß: Vorschlage, den die Kammern anzu- nehmen haben, heißt es nämli<h im zweiten Artikel, der Kd- nig sey ermächtigt, die an Franfreih durch den zweiten Artifel des Vertrags zugestandenen Ermäßigungen auf Wein und Seidenzeuge auch andexen Ländern zu gewähren. Dieser Artikel ist namentlich mit Rücksicht auf die Jeßt in Deutschland angeknüpften Unterhand- lungen abgefaßt, da hier besonders der Wein ein Gegenstand von Konzessionen Seitens Belgiens werden kann. Aber gerade die-

serhalb wollen viele Glieder der Kammer eine solche Ermächti- gung der Regierung nicht zum Voraus geben, sondern sich die erleihung derselben vorbehalten , bis die Verträge, in denen sie eventuell stipulirt werden mag, ihrem ganzen Inhalte nach den Kammern bekannt gemacht werden. So würden also in dieser Hinsicht der Regierung die Hände weniger frei seyn was bei den angedeuteten Unterhandlungen seine Nachtheile da: ben fann. Die Verfassung will allerdings, daß jeder Vertrag, der finanzielle Stipulationen enthält, den Kammern zur Züftinmwwein mitgetheilt werde ; dieser Artikel würde indessen d Ï bindend seyn, wenn di au dann no< neen), feyn, wenn die Regierung hon vorher im Allgemeinen zu Ermäßigungen der in Rede stehenden Art are wäre, mithin rden die Kammern hierdurch nichts von dex Prärogative auf, eben, e, în denen sie zugestanden worden ju verwer- fen. Nachtheilig aber fann es, wie gesagt, für die mit ande- ren Ländern, namentli< mit Deutschland, angeknüpfren Unter- handlungen seyn, wenn sie in keiner Hinsicht frei auftreten darf, und dur Verweigerung der gewünschten Autorisation zum voraus eíne gewisse Unsicherheit auf diese Unterhandlungen E en fen wird, És is dieses bei der Belgischen Verfassung, ciner vas den Uebelständen, die da nicht ausbleiben fönnen, wo die Handlun- en der Regierung überall der Kontrole und Zustimmung der ammern unterworfen sind. Vielleicht wird nun in dem ann: ten zweiten Artikel des von der Regierung vorgeschlagenen Gesetzes eine Modification beliebt werden; die i6dbte dieses Gesebes, mithin des Vertrages vom 16. Zuli, unterliegt keinem Zweifel,

X} Brüssel, 29. Juli. Die Deputirten - Kammer, welche

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Leinwand : Jndustrié geschlossene Convention zu ratifiziten, hat in den verschiedenen Sectionen die Prüfung vor a ul und unter den gegenwärtigen Umständen, troß der für Belgien drüen- den. Bedingungen, die Nothwendigkeit-der Annahme dieser Ueber- einkunft erkannt.“ Det Verlust, den die Feiegisden Finagitn durch die Tarif - Reductiontn“ auf Wein e t lze und Ziegel erleiden“ werden, ist jährlich äuf-4:

Wir haben schon in unserem lezten Schreiben bemerkt, daß Leinwand-Jndustrie im ersten Jahre schwerlich den erwarteten Vor- theil aus dieser Convention ziehen wird, wegen der bedeutenden Einfuhren, welche England in der gewissen Voraussicht der ein- E Uwe tis s das Fpaatéeito Rwacht hac. Meh ann_ sich _jedoch der Belgische Leinwand-Handel na anfr'eid da die äußeren Umstände der Fabrication für ihn l: bedeuten j günstiger sind, wieder heben und vielleicht an Ausdehnung ge- winnen.

Jm Auslande ‘is diese Convention zienilich allgemein als ‘ein wichtiger Schritt zu einer näheren Handels-Vereinigung Belgiens mit Frankreich angesehen worden. Das Journal des Débats, welches in dieser Hinsicht seine Wünsche häufig für nahe Wirk- lichkeit nimmt und alle, wénn auch no< so zwe>widrige Spuren, für einen s{önen Weg ansieht, um zu einer unter dem Prinzipat von Frankreich geschlossenen Zoll-Vereinigung von Frankreich, Bel- gien, Spanien und Piemont zu gelangen, hat wohl den Haupt- rund zu dieser Meinung gelegt, welche dann durch die Englische Pré e geschäftig weiter verbreitet worden, um Belgien als ganz von Frankreich abhängig darzustellen. Wir können diese Meinung bei genauerer Prüfung nicht theilen, Es is allerdings Thatsache, daß der Belgische Handel seine lg p Richtung nach Frankreich erbält, indem Belgien über 75 Millionen nach Frank: reich ausführt, während dieses nur für 45 Millionen einführt. Dieses Verhältniß hat seit Jahren bestanden und is durch die gegenwärtige Convention nur aufrecht erhalten worden. Daraus erhellt aber, daß diese Uebereinkunft die Stellung Belgiens zu Frankreich nicht verändert hat; ja man darf eher behaupten, daß dieselbe ein bedeutendes Hinderniß für eine zukünftige nà- here Vereinigung wird. Denn indem durch diese Convention nur der Status quo aufrecht erhalten und Belgien dennoch ge- zwungen wird, denselben durch bedeutende Opfer zu erkaufen, so sind ihm die vorzúglichsten Mittel aus den Händen gewunden, wodurch es später von Frankreich Konzessionen für andere wichtige Jnduskriezweige hätte eute können. Auf diese Weise macht die jeßige, si blos auf die Leinwand: Jndustrie erstre>ende’ Convention den seit einem Jahre mit so größer Zurüslung und auf einer \o umfassenden Grundlage angeknüpften und seitdem unter verschie- denen Schwankungen fortgeseßten Unterhandlungen ein Ente. Der hauptsächlichste Zwe> derselben is unerreicht geblieben ; Bel- ien hat für seine Steinkohlen, Eisen, Tücher und Kattune keine erminderung des Tarifs erhálten, Frankreih hat sehr geschi>t die Noth der Belgischen Leinwand-Jndustrie benußt, um alle ge- wünschten Konzessionen zu erhalten. Die Meinung daher, daß diese Convention ein erster Se Schritt zu einer umfassenderen Handels - Vereinigung mit Frankreich sey, scheint uns daher auf einer ungenügenden Auffassung der Verhältnisse zu beruhen, wäs um so mehr erhellt, wenn man in Bezug auf Frankreich den Wechsel-Einfluß bemerkt, welcher zwischen den Steinkohlen, der Eisen-Jndustrie und der Maschinen: Jndustrie besteht. Belgien vermag z. B. jeßt die Maschinen- Leinroand bedeutend wohlfeiler als Frankreich zu liefern, weil hier die Kohlen und Maschinen zu geringerèm Preise u haben sind. Wärden aber ‘durch einen späteren Vertrag mit Sranfkreich die Eingangv-Zölle ‘auf diese Artikel herabgeseßt, so würde dadurch die Leine Jnduskrie in einen wesentlichen Nachtheil fommen oder man nüfte“ fär’ sie"eine neue Konzession erhalten, was um so schwerer dér“Fall eyn wird, als sich schon die Fran- zösische Leinen - Jndustrie heftig Über die bloße Beibehaltung des Status quo beflagt, und als Belgien, wie schon bemerkt, die Mit- tel verloren, equivalente Zugeständnisse zu machen. Auf diese Weise ist jede nähere Handels - Vereinigung Belgiens mit Frankreich shwieriger geworden. So viel ist aber gewiß, daß Belgien durch diese Convention in eine größere Abhängigkeit von Frankreich, na: mentlich in politischer Hinsicht verseßt worden is, und es fann aus den leßten Vorfällen die Lehre ziehen, daß Frankreich jedes Mittel ergreift und ergreifen wird, um diese Abhängigkeit auszu- beuten, ohne ihm den Nußen, der aus einer wirklichen Annäherung entspringen könnte, zukommen zu lassen.

Dánemark.

Kopenhagen, 29, Juli, Jm weiteren Verlaufe der (ge- stern erwähnten) Mittheilung, die der Königliche Kommissarius den Provinzialskänden inRoesfk ilde über die ständischen Aus-

\<Ússe gemacht, heißt es: ¿Was ihre Zusammensetßung betrisst, so würden die Mitglieder durch alle vier Stände-Versammlungeu zu ernennen seyn, aber die Ernennung würde doch unter Königl. Seneuntayso gescheben müs- sen, so wie Se. Maijesiät auch gesonnen sind, Sich Selbst die Wahl einzelner Mitglieder vorzubehalten, mit besonderer Rückscht darauf, daß Er auch gewisse Stellen in den Stände - Versammlungen selbst beseßt, und daß namentlich die Universität und die Geistlichkeit allcin dur<h Mitglieder repräsentirt werden, die vom König ernannt wor- den sind, Die solchergestalt gewählten Ausschússe würden nicht sür das ganze Sexennium, soudern nur für die Zeit von einer Versammlung zur anderen dauern; wodurch denn den Ständen Gelegenheit (ten wer- den würde, jedesmal nah den Veränderungen, die inzwischen vorge- gangen seyn möchten, und e ia I derjenigen, die se am passendfien fänden, die Angelegenheiten wahrzunehmen, die diesen Aus- \<üssen anvertraut werden dürften, die Wahl zu erneuern. Aber \o wie die Ausschüsse folglich nicht' für die ganze Wahlperiode gewählt, werden müssen, so wird es dagegen in einzelnen Fällen geschehen kdn- nen , daß sie etwas úber deren Ablauf fortdauern, indem nämlich der von den in jedem Sexennium zuleßt gehaltenen Stände-Versammlun- gen ernannte Ausschuß in Wirksamkeit bleiben kann, bis die neuge- wählten Stände zusammenkommen. Obwohl diese Ausschüsse vornehm- lih hinsichtlich der Angelegenheiten, die den ganzen Staat gemein- schaftlich betreffen, von Bedeutung seyn würden, so {ld}e dieses doch nicht aus, daß sie auch zusammengerufen werden könnten, um die nur einzelne Provinzen betrefenden Angelegenheiten zu erwägen, namentlich dürfte es bisweilen nüylich seyn, daß sie (die Dânischen) zur Be- IaETRg von Sachen zusammengerufen würden, die nur Dänemark Zeir fen, worüber aber einungs-Verschiedenheit zwischen den beiden Dänischen Stände-Versammlungen stattfände, so wie au< nah Um- änden, Veranlassung gefunden werden dürfte, das Bedenken der urse einzuholen, ehe eine Sache den Ständen selbst vorgelegt w rbe. Aber in keiner Hinsicht würde die ständische Wirksamkeit erd diese Aus\chüisse beschränkt werden, indem die Stände auch fer- nerhin über alle ‘egenstände u vernehmen seyn würden, die gegen- wärtig zu ihrem Wirkungskreis gehdren, obne daß sie durch die Aus- e irt werden kbnnten. Die dur mehrerwähnte Ausschüsse anlaßten Kosien wären übrigens auf dieselbe Weise wie die Úbri- gen Pen Tee Baben besireiten, noch ve - regung werden ommen tee, w S I ade fr beni y enb id mte Meinung äußern werde, So wird es auszumachen

af dem 26sten d. M. in außerordentlicher Sißung zusammen- fen worden, um zunächst die mit Frankreich in Bezug auf die

eyn, welche Anzahl von den einzelnen -Ve | - nannt werden foll- in welcher Hinsicht 19 diee nee (ammlungen er-

illion Fr. angesGlagtn. j e

daß es wünschenswerth seyn würde, die Zahl derselben für jede gleich aner w E dürfte dncedinas Verschic ens dafke sprechen, daß von Hänemark im Ganzen mehr Mitglieder als von den Herzogthümern

ndem namentli< das Königreich eine grd-

fee V, E und î ßere Beiträge zu den Tes. us- be ert; aber da d erzogthümer fich \{<werli< durch die e te Einrichtung gesichert finden dürften, insofern ihnen n iche“ An timmen mit dem Königreiche cin-

erdumt wird, so ist zu wünschen , daß cine Gleichheit dieser Art attfinden mdge. Wie groß die Zahl muthmaßlich im Ganzen seyn dürfte, daruber wird das Comité, welches niedergeseßt werden dürfte, t E ae S A E uben E A, weise da eselbe nicht sehr groß, aber au i Eben so wird es in Erwägung gezogen werden k vis ob a Mus

fee seen adi Ee f ellainat ren Ks

ie verschiedenen Futeressen in den erwähnten siändischen Ausschüssen repräsentirt werden, und von diesem Standpunkt betrachtet , könnte es Manches für sich haben , “daß jede’ der verschiedenen Klassen, woraus die Versammlung besteht, auch . Jede dr. glied ernenne, -Sollte das Resultat. ergeben, 7 ß die . Wähl "von der werlamwina, als cin Ganzes ‘ausgehen soll, so müßte jedenfa bei dersclben Rü>siht darauf nomen werden, daß alle Jnteressen auf gleiche Weise repräsentirt würden, aber es if eine Frage, ob dies in gleichem Grade durch eine allgémeine Wahl erreicht werden wird, wie dur< eine Klassenwabl. Uebrigens wecden Belt verschiedenen Ernennungs- Arten mdaliGe eise auch Einfluß auf die Zahl erhal- ten; soll ndmlih die Wahl klassenwelse geschehen, so wird es vielleicht einer größeren Anzahl bedürfen, als erforderlich wäre, wenn die Wahl von der Versamm s ls cin Ganzes vorgenommen werden würde, da wohl für jede asse wenigstens zwei gewählt werden müssen. Ferner wird în Erwägung zu ziehen seyn, ob zuglei<h mit den Mitgliedern Suppleanten gewählt werden müssen. Hiefür dürfte allerdings Manches sprechen. le Zahl der Suppleanten braucht übrigens vielleicht nicht so groß als bei den Ständen zu seyn, da die Wahl uur r cin Biennium gilt, Fnzwi- schen werden au<h die Meinungen hinsichtlich der Îa l der Sup- pleanten verschieden seyn kdunen, je nahdem man von der Voraus- seßung ausgeht , daß die Wahl klassenweise oder von der Versamm: lung im Ganzen vorgenommen werden soll. Es wird demnächst die Frage seyn, ob cin Suppleant für jedes einzelne Mitglied gewählt werden muß, odex ob diejenigen, die zu Suppleanten gewählt werden, als Suppleanten für alle Mitglieder des Ausschusses oder, wenn etne Klassenwahl stattfinden sollte, als solche für die bestimmte Klasse an- zusehen sind u. \. w.‘/

Deutsche Bundesstaaten.

A Hamburg, 2. Ays: Von der Staats-Anleihe súr die General: Feuer: Kässe waren bekanntlih voti dem hiesigen Ban- quier Salomon Heine $ Millionen übernommen und außerdem no< 3 Millionen für die hiesige Börse reservirt worden. Die Anmeldungen zu diesen 3 Millionen begannen am Ende der vori- gen Woche, fielen aber von Anfang an so reichlich aus, daß gleich am ersten Tage mehr als die verlangte Summe gezeichnet war. Gestern sind nun, den vorher publizirten Bedingungen gemäß, die Zeichnungen geschlossen worden; sie haben die Summe von 25,600,000 Mark Bco. ergeben! Ein so unerwartetes Resultat macht allerdings einige Sensation; man hatte freilich geglaubt, daß mehr als 3 Millionen gezeichnet werden würden, aber acht- bis neunmal so viel durfte man unter den gegenwärtigen Umstkän- den wohl kaum erwarten. eder Unterzeichner hat 10 pCt. von der gezeichneten Summe gleich einzahlen müssen; es sind also in deri 5 agen 24 Millionen dem Verkehré entzogen worden, dennoch war von einem daraus entstandenen Geldmangel an der Börse, und von einem Einfluß auf den Stand des Diskonto kaum etwas zu merken. Das meiske muß jeßt freilich wieder zurü>bezahlt werden, da nur 3 Millionen verlangt werden, und also der Ein- shuß nur 300,000 Mark betragen soll.

Schweiz.

Veru, 27. Juli, Eidgendssishe Tagsaßung. Sibung vom 29, Juli. Das Präsidium zeigt an, die A rditeuns von Bern habe den Antrag gestellt, dem Vorort aufzutragen: Bei der Neu- chateller Regierung Auskunft über die neulich geschehene Gebiets- verleßung durch Französische Truppen zu verlangen, (S. Nr. 208 der Se, Ztg.) Neuchatel wundert sich, daß man über eine so notorische Thatsache noch Aufschluß wolle ; ‘der Deputirte erzählt den bekannten Hergang der Sache und erklärt dieselbe als eine bloße Unbesonnenheit von einem einfachen Hauptmann; will sich jedoch weiterer Erfundigung nicht widersesen. Bern stellt nun den Antrag, dem Vorort den obigen Auftrag zu ertheilen, Allein nur Aargau und Baselland sind dafúr, indem leßteres der Meinung is, daß es, wenn Schweizer si{< dergleichen auf Französischem Boden erlaubt hätten, von Seiten Frankreichs an Reclamationen und Korrespondenzen nicht gefehlt hâtte. Für Zufriedenstellung dur< die Erklärung Neuchatel's erklären sich 177 St. Es werden nun behandelt die konfessionellen Garantieen im Kanton Aargau und die Amnestiebegehren, Die Stände Luzern, Uri, Schwyz, Unterwalden, Zug, Freiburg und Appenzell J. Rh., sehen die Berücksichtigung dieser Peti- tionen als das einzige Mittel an, die katholische Bevölkerung über M Besorgnisse zu beschwichtigen und Ruhe und Frieden in den

anton Aargau zurü>zuführen. Mehrere von ihnen schildern die Lage der Katholiken im Kanton Aargau in einem sehr düsteren Lichte und die der Flüchtlinge als sehr traurig, was jedoch von anderer Seite widerlegt wird. Aargau sey ruhig, nur dann werde es unruhig, wenn sich die Tagsaßung vers. mmle, wo dann die Umtriebe wieder anfangen, Ferner wird obigen Ständen entgegengehalten, daß sowohl die Regulirung der konfessionellen Verbältnisse, als die Erlassung einer Amnestie einzig und allein in den Bereich der Kantonal + Souverainität einschlage. Allein auch diesmal war es unwöglich, eine Mehrheit zu erhalten, Und die Abstimmung fiel folgendermaßen: Für Uebermittelung der Biktt- schriften an die Regierung von Aargau mit der Empfehlung, die katholische Bevölkerung über ihre konfessionellen Verhältnisse zu beruhigen, 65 St.; dagegen 11 St., die anderen beziehen sih auf ihre Voten oder reserirenz dieselben mit der Empfehlung einer Amnéstie zu übermitteln 74 St., dagegen 8 St. die anderen wie

oben. Italien.

(Leipz. Allg. Ztg.) Die Augsburger Allgemeine Zeitung enthäle nachstehendes Schreiben aus Rom vom 23, Zuli: „Gestern Vormittag war das o lange angekün- digte geheime Konsistoruum im last des Quirinals, in welchem der Papst in feierliher Rede die Sachlage der Ka- tholifen in Rußland vortrug. Sle erhalten ugleich die aus dem Staats: Secretariat vom 22, Zuli datirte Allocution sammt Men neunzig Beilagen, die, bis aufs Jahr 1812 zurü>gehend, eine ausführliche Darstellung der Beschwerden der pstlichen Regierung und der darúber mit Rußland gepflogenen Ünterhand- lungen, so wie genaue Berechnungen des Werthes der konfiszirten Fe und ihres Ertrages, in einem Kleinfolio - Band von 186 Seiten enthalten,“

Die Allocution des Papstes, von der Augsburger Allge- weinen Zeitung im Grundtext mitgetheilt, lautet: „, Ehrwür- dige Brüder! Den uns lange in der Seele wohnenden Schmerz úber die hó<s- traurige Lage der katholischen Kirche im Russi- schen Reiche haben wir Euch, ehrwürdige Brüder, Mis frù- her mitgetheilt, Er, dessen Stellvertretung auf Erden wir führen, obwohl ohne unser Verdienst, ist uns Zeuge, daß wir sogleich na< Antritt des hôchsten Amts des Pontifikats keine Sorgfalt und Mühe versäumt haben, um o vielen und so“ großen täglich | zunehmenden Uebeln, so weit es möglich sey, abzuhelfen. Wélche Frucht aber diese so" verwendeten Sorgen getragèn,, T7 die neuesten Thatsachen mehr als genug. Eins jedoch [âßt Unseren innerèn Gram gleichsam überfließen und wacht uns „nach. der Heiligkeit unseres apostolischen Amtes außer- ordentlich -besorgt und bekümmert. nâmli<, was wir unab- lâssig;gethan haben, um die fatholische Kirche innerhalb der Grän- gendes; Russischen Nelchs unversehrt zu erhalten, Len ers injenen. Gegeuden nicht bekannt geworden ist, so is das wahrhaft Aeraste geschehen, - daß bei den dort in sehr gro: ßer ¿ohl lebenden Gläubigen- dur<h die angestammte Be- trügerei- der Feinde dieses heiligen Stuhles das Gerücht Geltung fand, des heiligsten Amtes uneingedenk hätten wir ein solches Un- ald derselben mit Stillschweigen übergangen und sogar die Sache der katholischen Religion fask gänzlich preisgegeben. So ist die Sache bereits dahin gekommen, daß wir fast ein Stein des An- stoßes und ein Fels des Aergernisses für einen sehr bedeutenden

Theil der Heerde des Herrn geworden, zu deren Leitung Gott uns eingeseßt, ja für die ganze Kirche, die auf ihn, dessen achtungsgebietende Würde uns als selnen Nach:

folgern zu Theil geworden, wie auf einen festen Felsen begründet ist. Da es- nun dahin gekommen, so fordert die Rücksicht auf Gott, auf die Religion und auch auf uns durchaus, daß wir selbsk den Ver- dacht einer so verderblichen Schuld weit von uns weisen. Und dies ist der Grund, weshalb wir die ganze Reihe der Bemühungen, die wir in dem erwähnten Reiche für die katholische Kirche unternommen, in elner besonderen Darstellung, die einem Jeden von Euch zuzusen- den, zu veröffentlichen befohlen, damit nämlih dem ganzen gläubigen QOArese flar werde, daß wir das dem Aposkolat obliegende Amt in feiner Weise. versäumt. Uebrigens verlieren wir nicht den Muth, ehr- würdige Brüder, hoffend, daß der grofimächtige Kaiser aller Reu- ßen und Durchlauchtige König von Polen nah seiner Billigkeit und dem erhabenen Sinne, der ihn auszeichnet, unsere und des ihm untergebeñen katholischen Volkes fortwährende Bitten gnädig gewähre. Auf diese Hosfeung geslúßt, laßt uns unterdessen nicht aufhóren, Augen und Hände mit gläubigem Gebete zu dem Berge zu erheben, von dem uns die Hülfe kommen wird, den allmächfi- gen und allbarmherzigen Gott zugleih inbrünstig anfléhend, daß er seiner schon so lange leidenden Kirche die: ersehnte Hülfe recht bald gewähre.“

Neapel, 21. Juli. (A. Z) Das Zusammenstoßen der Dampfschisfe ist jebt leider so häufig, daß es als ein ganz gewdhn- liches Ereigniß angesehen wird, aber dessenungeachtet jedesmal all- gemeinen und gerechten Unwillen erregt, und es wäre in der That sehr zu wünschen, daß. die Capitaine, welche sih eine solche unver- zeihliche Nachlässigkeit, wobei das Leben so Vieler in Gefahr fómmt, zu Schulden fommen lassen, exemplarisch bestraft wúr- den, denn sonsk steht zu befürchten, daß sich ähnliche Unfälle im- merfort wiederholen. Es handelt sih hier von den beiden kürz: lich aus England eingetroffenen Königl. Dampfschiffen „il Lilibeo“ und „il Peloro“, von denen ersteres am 18ten Abends von Palermo hierher und leßteres von hier dahin abging. Sie begegneten si< um 1 Uhr nach Mitternacht auf spiegelglattem Meer, bei schönster Mondhelle, wo man meilenweit kleine Fischerbóte auf dem flin- fernden Wasser schaukeln sieht, hatten alle beide, jedes seine drei Fanale oder Laternen aufgeste>t und fuhren, sellte man es glauben, gleihwohl in vollem Lauf auf einander, ohne daß auch nur ein einziger Schrei dem Stoße vorangegangen wäre! Der „Peloro“ wurde sehr bedeutend in den Flanken, der „Lilibeo“ aber nur an dem Vordertheil leicht beschädigt, kurz, es hâtte eine Wiederholung des „Pollux“ abgegeben, wäre der „Peloro““ wie dieser so tief im Wasser gegangen. Jedes der Schiffe hatte 30 bis 40 Passagiere an Bord, wovon 13 mehr oder min- der schlimm zugerichtet worden sind, da der Stoß gerade auf die große Kajüte ging, Die Verlegenheit der Capitaine und die Angst der Passagiere waren, wie man sich leicht vorstellen kann, gleich groß. Da der „Peloro“ ganz auf die Seite gelegt wurde, so wurde beschlossen, daß der weniger beschädigte „Lilibeo“ rechtsum machte und seinen Leidens-Gefährten ans Schleppthau nahm, in der Hrffndag: dem Neapolitanischen Geschwader unter den Be- fehlen Sr. Majestät des Königs, an dem der „Lilibeo“ Abends zuvor vorbeigefahren war, zu begegnen, was denn auch nach einer zwölfstündigen Fahrt Mittags 2 Uhr der Fall war. Die beiden Dampfer nâhertèn sich dem Schiffe, an dessen Bord sich der König befand, welcher sich sogleih an Bord der Dampfschiffe be- gab und sämmtliche Passagiere ohne Ausnahme ihres Ranges in Höchsteigener Person einlud, an Bord seiner Fregatte zu kommen, welche Aufforderung die Meisten, namentlich die Berwundeten und Verstúmmelten, annahmen, wo ihnen dann auch die sorgfältigste und liebreihste Pflege zu Theil wurde; den Uebrigen stellte Se. Majeskât das die Escadre begleitende Dampfschiff „il Flavio Gioja“ zur Verfügung, welches geskern hier ankam, Die Passagiere kôn- nen das außerordentlich leutselige und menschenfreundliche Beneh- men des Neapolitanischen Monarchen, der Jedem zu helfen bemüht war, nicht genug loben.

Palermo, 18. Juli, Die Königliche Familie hat uns ge- stern Abend wieder verlassen, um nah Neapel zurü>zukehren. Die Feske sind jeßt beendigt; sie waren úberaus glänzend und ge- räuschvoll, wozu die Anwesenheit des Hofes und einer Menge Frem- der nicht wenig beitrug. Zur hiesigen Sitten-Geschichte gehört, daß dèr hier ansássige Preußische Kausmann Ferd. v. Sprenger dieser Tage Abends meuchelmörderisch angefallen worden is. Einer tödtlichen Verwundung entging derselbe nur dur den Umstand, daß der Dolchstich auf den Hüftknochen stieß und abglitt. Der unbekannte Thäter entwischte.

Spanien.

Madrid, 23. Zuli, Zwischen dem Regenten und dem Jn- fanten' Don Francisco de Paula scheint nicht das beste Einver- niß zu herrschen, denn der Leßtere hat noch nicht die Erlaub- i vareRen können, der Königin seinen ältesten Sohn vorstellen rfen.

Ein Dekret in der Gaceta zählt die während des Bürger- [rens angelegten Befestigungen auf, die theils beibehalten, theils erstórt werden sollen, Zu den erskeren gehdren das Schloß von

olina de Aragon, das Fort von Guadalajara und die Befesti- gungen der wichtigsten Städte in den zwölf Militair-Distrikten.

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Türkei.

Konstantinopel, 13. Juli, (Oestr. Beob.) Ueber die (in unseren Blättern erwähnten) Vorfälle in Tripolis sind ferner nachstehende Anzei eingelaufen :

¡Wie authentische Berichte aus Tripolis melden, haben der aus den Zeitungen bekannte Scheich von Kassan, Abd el Dschelil, und sein Bruder, Suif en Naßer, bereits vor 10 bis 12 Jahren den Pfad der Unterthäuigkeit verlassen. Jn der Absicht, sich Tripolis zu be- mächtigen, überschritten sie das vorbengnute Gebiet, und gelangten bis Urkuls, wo sie die Einwohüer zu gewinnen suchten und durch mehrere Jahre Überall Schandthaten verübend, herumsirciften. Un- geachtet der schon früheren Versuche, diesc Rebellen zum Gehorsam zurü>zuführen, und einer vor dem“ durch die Truppen des Gou- verneurs von - Tripolis vollzogenen Züchtigung derselben, haben e “si< innerhalb der Gränzen von Kassan, wohin sie . in

olge ‘dieser ‘militairischen peditéon zurü>üchten mußten, keinesweges ruhig : verhalten „. wohl aber im Vereine mit -ih- ren Genossen bald da - hald dort Raub, Plünderung und andere Grâuel si<h erlaubt. - Solchem Uebel: mußte, dem Willen der hohen s) gemäß, gründlich gesteuert werden. Der besagte Gouverneur ammelte daher ein Armee - Corps, und ließ durch dieses die Re- bellen, nach allen fruchtlos gebliebenen Aufforderungen in gütlichem Wege, mit Energie bekänipfen. Das Resultät des Kampfes war: Tödtung Abd el Dschelil's und seines Bruders Seif en Naßer, wie noch mehrerer Anderer von seinen Leuten, von denen außerdem eine gewisse Anzahl gefangen genommen worden; und so ist es denn dem benannten Statthalter gelungen, jene Einwohnerschaft von aller Bedräugniß zu befrcien.//

Vereinigte Staateu von Nord-Amerika.

New-York, 16. Juli. Die neuen Schwierigkeiten, die sich în den Unterhandlungen zwischen Lord Ashburton und der Regie- rung der Vereinigten Staaten über die Nordwesk-Gränze erhoben haben sollen, wurden, hiesigen Blättern zufolge, dur< die Unzu- länglichkfeit der dem Britischen Gesandten ertheilten Jnstructionen und der in Folge derselben von ihm gemachten Anerbietungen ver- anlaßt. Diese Anerbietungen sollen nämlih im Grunde nichts enthalten, als den Vorschlag zu einer Abtretung des von England in Anspruch genommenen Landstrichs gegen Bezahlung in Geld, ein Auskunftsmittel, welches diesseits keinen Beifall zu finden scheint. Nach dem New York Herald wäre der Verlauf der Unterhandlungen nämli<h im Wesentlichen folgender gewesen. Lord Ashburton hätte vorgeschlagen, daß eine neue Grânz- linie gezogen werde, unter Berúfsichtigung des Wunsches Großbritaniens, ‘der von seiner Seite den Streit haupt\äâch- lih motivirt, nämlih der unmittelbaren Verbindung Kanada?s mit seinen anderen Nord-Amerikanishen Kolonieen, und daß für diese Konzession zwar keine Territorial- Abtretungen oder Han- dels - Begünstigungen Britischerseits bewilligt, dagegen aber alle Kosten, welche die Aufnahme der neuen Gränze verursachen werde, von Großbritanien getragen werden sollten. Dieser Vorschla solle indeß von den Amerikanischen Commissairen, ohne daß dieselben ihn auch nur in Erwägung gezogen, verworfen worden seyn, worauf die Commissaire von Maîne, unter Widerspruch eines ihrer Kollegen , des Herrn Preble, der auch hauptsächlih Schuld daran gewesen, daß der Schiedsspruch des Königs der Nieder- lande nicht zur Annahme gelangte, den Vorschlag gemacht hätten, den ganzen nordwärts vom St, John-Flusse belegenen Landstrich, den die Vereinigten Staaten als ihr Eigenthum reklamiren, an Großbritanien abzutreten, sona Neses en Vereinigten Staaten die freie Schifffahrt auf dem! Stk. Zohn zufichern und zu- gleih in die Abtretung des zwischen der jeßigen Gränze von Maine und dem Skt. John liegenden, im Britischen Besiß befindlichen Territoriums willigen wolle. Auf diesem Landstriche liegt die Stadt Frederi>ston. Lord Ashburton?s Znskructionen sollen ihm aber, wie obengenanntes Blatt behauptet, vorschreiben, in die Abtretung auch nicht eines Zoll- breites von Gebiet nordwärts von der Gränzlinie, welhe Groß- britanien als die richtige ansieht, einzuwilligen. Mit dem Berichte dieses Blattes Úber den Stand der Verhandlungen stimmen die in dem New York American und dem New Vork Expreß enthaltenen Mittheilungen über diesen Gegenstand überein. Beide glauben das Ende der Unterhandlungen noch sehr fern, der erstere erklärt indeß zugleich, daß keine Besorgniß vor Störung der fried- lichen Verhältnisse zwischen Großbritanien und den Vereinig Staaten aus diesem Grunde zu hegen sey, da befanntermaßen, der bereits abgeschlossenen Convention gemäß, die Gränzfrage der definitiven Entscheidung eines befreundeten Souverains überwiesen werden solle, falls die beiderseitigen Bevollmächtigten sich nicht vereinbaren fönnten.

Der Senat hat mit bedeutender Majorität ein Geseß ange- nommen, welches bestimmt ist, in Kollisionsfällen, wie sie die Ver- haftung Mac Leod's veranlaßt hat, und wie sie die nahe Berúh- rung Kanada’s mit einigen Staaten der Union leicht wieder her- beiführen könnte, zur Anwendung gebracht zu werden. Das Geseß soll die remedirende Justiz der Vereinigten Staaten weiter aus: dehnen. Der National Jntelligencer sagt über dieses Vo- tum des Senats: „Wir freuen uns, daß der Senat die Bill angenom- men hat, welche Fürsorge trisft gegen eine unnöthige Kollision zwischen den Regierungen der einzelnen Staaten und: der Unions-Regierung in Angelegenheiten, welche, der Natur der Sache und der Verfassung nach, in den Bereich der leßteren gehören, da dieser die Beauf- sichtigung unserer Beziehungen zum Auslande, die Regulirung un- seres Verkehrs mit den fremden Mächten und die ausschließliche Befugniß zu Krieg und Frieden übertragen is. Die Annahme der Bill ist mit außerordentlicher Hartnä>igkeit und Ausdauer be- fämpft worden, aber die Argumenctation fiel entschieden zu ihren Gunsten aus, und sie ging demzufolge mit der für den Senat un- gewöhnlich bedeutenden Majorität von 27 gegen 17 Stimmen durch, Die Annahme der Bill im Repräsentantenhause durch eine entsprechende Stimmenmehrheit ist kaum in Zweifel zu ziehen,“

Daß der Kongreß jemals die Schulden der einzelnen Staa- ten für eigene Rechnung übernehmen dürfte, ist jeßt definitiv ver- neinend entschieden worden, Jm _Repräsentantenhause hat sich eine Majorität von 132 gegen 7 Stimmen dagegen erkläré, und im Senat, wo die Frage in etwas modifizirter Gestalt vorgebracht worden is, wird eine ähnliche Entscheidung erwartet.

Der Senat des Staats Pennsylvanien hat die im Repräsen- tantenhause dieses Staats angenommene Steuer-Bill, welche den Gouverneur zu einer Anleihe von 870,000 Dollars ermächtigen sollte, verworfen, und mit dieser Verwerfung ist alle Hoffnung verloren, daß der Staat die im August fälligen Zinsen seiner Schuld bezahlen werde. Ueberhaupt haben die zahlungsunfähigen Staaten noch gar feine Vorkehrungen getroffen, ihren rpflichtungen nach- zukommen, und da die Legislaturen derselben erst im Winter wie- der zusammentreten, so ist bis dahin von ihnen auch keine Maß- ns der S Miel i

ine von schre>lichen Folgen begleitete Explosion eines Dampf- schiffes hat an der Mündung des Missouri Mde Auf “al Dampfschiffe „Edna“ nämlich, welches Auswanderer von St, Louis

den Missouri hinauf bringen sollte, sprang kurz nach der Abfahrt,

Dampfkessel, und die ganze Masse des siedenden ssers wurde mit solcher Gewalt über das Verde> des Schiffes ausgegossen, daß 63 von den Passagieren, fast lauter Deutsche, auf das jâm- merlichste verbrannt wurden. Die meisten waren wie geschunden, und zwei oder drei sind bereits ihren Wunden erlegen; für das Leben mehrerer Anderen is man in Besorgniß. Ueber eine in ihren Folgen noh verderblichere Explosion, welche bei Montreal stattfand, berichtet der Montreal Courier: „Das zerstdrte Schiff war der‘ „Shamro>“, ein Dampfschiff mit einer Hochdru>- Maschine. Es hatte 120 Englische, Jrländische und Schottische Auswanderer am Bord, von denen 48 unverlekt geblieben, 18 ver- wundet in das Hospital zu Montreal geschafft worden sind und 54 vermißt werden.“

Eentral : Amerika.

Nach Honduras- Zeitungen vom 11. Juni hatte Lopez die Prásidentur von Guatimala aufgegeben, und Rivera Paz, sein Nachfolger, hatte sich bald darauf durch die gewaltthätigen Maß: nahmen Carrera's, des die Truppen befehligenden Generals, ge- nbôthigt gesehen, seinem Beispiele zu folgen. General Marazan, der Gegner Carrera?’s, befestigte indessen seine Macht in den bei- den Staaten Nicaragua und Honduras immer mehr, und es schien,

wie es scheint dadurch, daß die fe bes fe beigétt wurden, der

als ob der Glüsftern Carrera's, der in San Salvador und Gua- timala herrscht, dem Erbleichen nahe sey.

Die Jamaica Dispatsch vom 1. Juli berichtet, daß das Britische Kriegsschiff „Electra“ nah San Juan de Nicaragua abgegangen sey, um diesen Hafen Guatimala’s zu blofiren. ie Veranlassung dazu war nicht bekannt, man sucht sie indeß in Miß- handlungen, welche einige Engländer, der verstorbene Herr Bell und seine Genossen, von den Behörden jenes Staates erlitten haben.

Meriko.

Mexiko, 18. Zuni, Der Kongreß soll sih versammeln, um eine neue Constitution zu entwerfen.

Santana hat 8000 Mann Truppen zu Jalapa versammelt, [e denon er von Vera-Cruz aus einen Einfall in Texas machen wollte.

Inland.

Trier, 28. Juli. Die heutige Nummer des Amtsblatts enthält folgende Bekanntmachung hiesiger Königl. Regierung in Betreff der Besoldung der Elementar- Lehrer im diesseitigen Re- gierungs-Bezirke : ; N

¿Wir finden uns veranlaßt, folgende aktenmäßige Notizen über die Verbesserung der Elementar-Lehrer- Besoldungen unseres Verwal- tungs - Bezirks zu verdffenilichen: Jm Jahre 1816 betrug das ge- sammte Einkommen der damals vorhandenen 623 Elementar - Lehrer Stellen 54,144 Rthlr. 4 Sgr. 1 Pf.; gegenwärtig beträgt das Ein- kommen derselben Stellen 84,479 Rihlr. 27 Sgr. 9 Pf. demnach mehr 30,335 Riblr. 23 Sgr. 8 Pf. Das gesammte Einkommen der seit 1816 neu errichteten Éianeniar- Schulen, 274 an der Zahl, be- trägt 29,835 Rihlr. 26 Sgr. , demnach werden zur Besoldung des Lehrer-Personals gegenwärtig 60,171 Rthlr. 19 Sgr. 8 Pf. mehr auf- gebracht als im Jahre 1816. Jm Jahre 1840 waren 175 Schulen vorhanden, deren Einkommen nicht 90 Rihlr. erreichte. Seither ist dieses Gehalts- Minimum für 115 Schulen , und für mehrere is ein hdheres aufgebracht worden ; auch steht zu erwarten, daß der Betrag von 90 R'thlr. für die no< übrigen Schulen bald bewilligt werden

nienschiffs - Capitaine, 120 Lieutenants, 500 Schiffs-Fähnriche, im Ganzen auf 1120 Offiziere

wird. -— Vorhanden find Lehrerstellen : 60 unter 90 Rthlr., 372 von 90 bis 120 Rihlr. , 253 von 120 bis 160 Rthlr., 111 von 160 bis 200 Rthlr., 66 von 200 bis 250 Rthlr., 29 von 250 bis 300 Rthlr., 6, deren Einkommen mehr als 300 Rihlr. beträgt. Die Wohnung und die Gemeinde-Nußbnießung ist hierbei nicht in Anrechnung gebracht worden. Trier, den 26. Juli 1842, Königl. Preuß. Regierung.‘

Die Französische Marine.

Considérations sur la Marine, par M. le Baron Tapinier, Membre de la Chambre des Deputés, du Conseil d’Amiraute, Directeur des Ports etc. 41 Vol. grand in 8vo. 1841.

(Zweiter Artikel.)

Personal- Art. Galeeren -Sklaven. Aufwand des Materials, Vertheilung der disponiblenSeemacht.

Jn dem ersken Artikel haben wir die allgemeinen Ursachen der Vermehrung der Französischen Marine vom Jahre 1822 bis auf die gegenwärtige Zeit angegeben, Wir wollen nunmehr zu einigen Details Übergehen, die gewisse organische Modificationen in gewissen Zweigen des Dienstes kennen lehren werden. Die Ordonnanz vom 29, November 1815 gestattete den ehemaligen Offizieren, welche ausgewandert oder aus anderen Ursachen seit 1790 aus dem Dienste getreten waren, den Eintritt in die Marine. Die Zahl der Offiziere war folglich unbegränzt; allein das Cadre derjenigen, welche e e erhielten, sollte auf 100 Li-

Sregatten- Tapitaine, 400 Linienschiffs-

sih reduziren. Uebrigens waren die Generale, deren Zahl sich auf mehr als 300 belief, hier nicht mit einbegriffen. Dieser Ueber- {uß führte eine Reaction herbei, und seit 1817 reduzirte eine Ordonnanz den Cadre der Offiziere. Jn dem Budget für 1822 waren 1158 aufgeführt, worunter 6 Vice- Admirale, 12 Contre- Admirale, 70 Linienschiffs-Capitaine, 80 Fregatten-Capitaine, 330 Linienschiffs-Lieutenants , 440 Fregatten-Lieutenants und 220 Ele- ven, Jn der Folge wurde der Grad der Fregatten-Capitaine ab- geschafft und drei verschiedene Admirals - Grade geschaffen. Die Ordonnanz vom 4. September seßte endlich die Zahl der Of- fiziere wieder auf 100 Linienschiffs - Capitaine, 200 Korvetten - Ca- pitaine, 900 Linienschiffs-Lieutenants, 600 Schiffs-Lieutenants und 300 Eleven fest, was mit 33 Generalen einen Stamm von 1733

Offizieren und Eleven bildet.

Die Marine-Artillerie is ein Jnstitut, das bis ins 17te ahr- hundert hinaufreicht. Sie hat vielfache Veränderungen D. um die Zeit des Amerikanischen Krieges bestand sie im Ganzen aus 5400 Mann. Bis zum Jahre 1820 erlitt sie noch drei neue Modificationen, zu welcher Zeit das Corps aus 6226 Offizieren, Unteroffizieren und Soldaten bestand. Jm Jahr 1822 betrug der Effektiv:Bestand nur 4371 Mann, die în 8 Bataillone vertheilt waren. Noch andere Veränderungen fanden satt, bis endlich im Jahre 1835 eine Königliche Ordonnanz die Marine-Artillerie auf 1 Regiment von 12 Compagnieen, zusammen zu 1358 Mann, Of- fiziere, Unteroffiziere und Kanoniere, auf 5 Arbeits-Compagnieen und 40 Offiziere ohne Truppen fesksezte. Hierbei blieb man jedoch nicht stehen, und im Jahre 1840 wurde das Regiment der Ma- rine-Artillerie um 28 Tesrgageniain vermehrt. ir uen en nicht auf die Geschichte der Marine- Jnfanterie eingehen, die