1842 / 298 p. 1 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

8 Cent, pro 100 Kilogr, während das im Steinkohlenfeuer ge- Ce E isb Eisen in unseren Häfen nur 22 Fr. 88 Cent. fostete, also ein Unterschied von 25 Fr. 30 Cent. stattfand; aber dafár betrug der Eisenzell, der vorzüglich auf dem Englischen Ei- sen lastete, 113 pCt, E

Nach einer eben so gewissenhaften als gründlichen D fand die betreffende Kommission diesen Zoll zu hoh. Sie rie daher der Regierung, den Zoll auf das Gußeisen um ein Drittel und den auf das Stabeisen um ein Fünftel zu reduziren, doch für das leßtere den bestehenden Zolltarif no< durch fünf Jahre dauern zu lassen. Dieser Rath wurde nur theilweise ese Man vertagte jede Art von Zollverminderung auf das Gußeisen und schlug den Kammern vor, die von der Kommission an erathene Verminderung eines Fünftels auf das im Steinkohlenfeuer ge- hâmmerte Eisen in zwei Fristen einzutheilen, nämlich: 1 Zehntel mit Anfang Januar 1835 und das zweite Zehntel am 1. Januar 1840 eintreten zu lassen.

Diese Modificationen wurden in den Geseß-Entwourf vom 17. Mai 1829 gebracht, der aber nicht zur Diskussion kam, bekanntlich weil er in Folge eingetretener politischer Ereignisse vertagt und erst im Jahre 1835 angenommen wurde. Aber anstatt diese Re- duction, wie der Geseß-Entwurf vom Jahre 1829 vorschlug, in zwei Fristen vorzunehmen, führte sie die Ordonnanz vom 10. Oftober 1835 mit einemmale aus und verminderte zugleich den Zoll auf Gußeisen um einen Fr. Diese Maßregel wurde mit einiger Ausdehnung durch das Geseß vom 2, Zuli 1836 be- státigt, welches Geseß noch jeßt in Wirksamkeit ist und demzu- folge die Verminderung des Zolls auf Gußeisen auf 2 Fr. und des Zolls auf Stabeisen auf ein Viertel festgeseßt is. Demnach betragen die gegenwärtigen Zölle 7 Fr. pro 190 Kilogr. auf das rohe Gußeisen und 18 Fr. 75 Cent. auf Stab.isen.

Diese Maßregeln, die den allgemeinen Jndustrie- Jnteressen unstig sind, scheinen niht im mindesten die inländische Metall: Andustrie beeinträchtigt zu haben. Zur Zeit, als die Kommission von 1828 niedergeseßt wurde, gab es in Franfreich :

Gußeisen Stabeisen 5 Metr. Ctr. Metr. Ctr.

393 Hochöfen, mit einer Production von 2,209,177 1295 Hammerwerfke 1,513,878

Jm Jahre 1834 zählte man

502 Hochöfen mit einer Production von 2,690,636 1687 Hammerwerke

Jm Jahre 1839 zählte man

569 Hochöfen mit einer Production von 3,502,000 2022 Hammerwerke 2,318,000 Also in einem Zeitraum von eilf Jahren hat sich die Production des Gußeisens um 58 pCt. und die des Eisens um 53 pCt. ver- mehrt. Der Betrag der Einfuhr dieser Artikel war in den näâm-

lichen Epochen folgender : Gußeisen Stabeisen

Metr. Ctr. Metr. Ctr. Jm Jahre 1829 wurden zum Verbrauch ein- geführt 77,996 55,421 R Jahre 1834 103,362 64,329

a h O 160,456 55,910

Daraus ergiebt sich also, daß, wenn im Verbrauch fremden Gußeisens eine Vermehrung eintrat, die Einfuhr des Stabeisens dagegen beinahe fortwährend die nämliche blieb, und daß übrigens die gesammte Einfuhr des Eisens nicht 4 pCt, der inländischen Production betrug.

__Was den Preis anbelangt, so giebt ihn der Bericht der Kom- mission vom Jahre 1828 folgendermaßen an: Gußeisen 18 Fr. 64 Cent. pro 100 Kilogr, Stabeisen 48 - 18 - «40 -

, Die amtlichen Berichte, die von der Bergwerks - Verwaltung für den Markt von Paris im Jahre 1839 hierüber geliefert wur- den, waren

fúr das Gußeisen 15 Fr. 44 Cent. pro 100 Kilogr. fúr das Stabeisen 37 - 73 - - 100 - Im Jahre 1841 ergaben sich folgende Preise: für das Gußeisen 14 Fr. 92 ent. pro 100 Kilogr. fúr das Stabeisen 34 : 37 - - 100 - also zwischen beiden Jahren findet man eine Preis-Verminderung von 20 pCt. auf das Gußeisen und 284 pCt. auf das Stabeisen.

Die Französischen Eisenhämmer haben in der neuesten Zeit

vielfahe und bedeutende Verbesserungen erfahren, wovon unten gesprochen werden soll. Die Regierung hat nach Kräften diesen Aufschwung unserer Metall-Jndustrie begünstigt, und es ist bekannt, was sie thut und zu thun vorhat, um durch die Erleichterung der Wasserstraßen und Verminderung der Wegesteuer den dringendsten Bedürfnissen dieser Jndustrie zu entsprechen. Wohl ist es wahr, daß mittlerweile auch die Englischen und Belgischen Eisenhämmer sich vervollflommnet haben; um sih davon zu über- zeugen, braucht man nur die Vermehrung ihrer Ausfuhr zu be- trachten, worüber wir offizielle Dokumente besizen; denn Bel- gien, welches im Jahre 1831 nur kaum 27,325 metrische Centner Gußeisen ausführte, hatte im Jahre 1838 an 62,000 ausgeführt; und England, welches im Jahre 1829 174,000 metr. Ctr. Guß- eisen und 637,000 metr. Ctr. Stabeisen ausführte, hat im Jahre 1839 552,000 metr. Ctr. Gußeisen und 1,386,000 metr. Ctr. Stabeisen ausgeführt.

Nichtsdestoweniger sind die Preise in England nicht besonders gewichen, Jm Jahre 1828 waren sie für das Gußeisen von 9—W Fr., in demselben Jahre fúr das gehämmerte Eisen 16 Fr. 25 Cent. bis 17 Fr. 50 Cent., während das rohe Gußeisen heut- zutage zu 10 Fr. 50 Cent. und das Stabeisen zu 17 Fr. verkauft wird, WDelzin steht der Mittelpreis des Gußeisens auf 12 Fr. D ent. und der des Stabeisens auf 23 Fr., obwohl eine niedere

00 gor um 19 Fr. 90 Cent. hier und dort verkauft wird,

G L Lan nun den bestehenden Tarif, der 70 pCt. auf das Guß-

Q sel N pCt. auf das gehâmmerte Eisen beträgt, unverändert

Ñ li < s aag zum großen Vortheil der industriellen, landwirth:

schaftlichen und Handeis-Juteressen einer neuen Verminderung un-

terziehen ? Zu „bemerken ist noch hierbei, daß das Schwedische

Eisen, welches 77 der Einfuhr in Franfreich bildet (von den 56,000

metr. Centnern, die im Jahre 1840 ein efú ni

: (s 51,000 Schwedi geführt wurden, waren nicht wemger - sches Eisen), im Jahre 1834 in Sto>>- holm 24 Fr. 55 Cent. pro 100 Kilogr. kostete heutzut her

25 Fr. L Laue. ents »- YEUtzutage -aBer

Im Falle eine Verminderung des Eisen-Tarji zu welcher Epoche müßte sie in Wirksamkeit tee e g t teressen der inländischen Industrie zu gefährden? E N Wäáre es. vielleicht nicht besser , anstatt eine allgemeine Zoll-

1,771,638

schmiede-:Waaren erwähnt werden, Diese fünf Handels-Artikel sind von der Zoll - Verminderung, welche ese Mac-Lon und Gußeisen im Jahre 1835 und 1836 erfuhren, ausgeschlossen worden; dem- nach besteht zwischen ihnen und den beiden leßteren ein merklicher Unterschied in dem gegenwärtigen Zoll-Tarif. as Eisenblech, welches auf Französischen Schiffen eingeführte wird, zahle 40 Fr. pro 100 Kilogr. natúrlicher Stahl 60 Fr. und gz9o ener das Doppelte davon; eiserne Handwerkszeuge zahlen nach erschiedenheit der Gattung 50—200 Fr. Nägel und Messer- schmiede-Waaren sind durchaus verboten, Es entsteht daher die Frage, ob dieser Zoll : Tarif mit dem gegenwärtigen Stand und den Bedürfnissen der Fabrication im Einklan steht oder nicht, und ob derselbe nicht eine verhältnißmäßige Verminderung, wie der des Stabeisens und Gußeisens im Jahre 1835 und 1836, erfahren sollte, und im Falle beide leßtere Artifel eine neue Be- Wnstigung erhielten, ob diese dann mas verhältnißmäßig auf das isenbleh, Stahl, Handwerkszeuge, âgel und Messerschmiede- Waaren zurü>wirken müßte?

Die vorzüglichsten Verbesserungen, welche seit funfzehn Jah-

ren die Eisen-Jndustrie in Frankreich erfuhr, sind folgende: Brennmaterial,

1826—1827, Erster Versuch um zur Läuterung des Gußei- sens Steinkohlen anstatt der Holzkohlen zu verwenden. Erfindung der sogenannten Läuterung der Champagner, die später in Bur- gund, Perigord, Normandie 2c. eingeführt wurde.

1828, Anwendung der Kohlenblende zum Guß des Eisens. Dieser Versuch gelingt nur schwach, und erst im Jahre 1837 wird dieser Brennstoff mit vollklommenem Erfolg benußt.

1830— 1835. Anwendung des Torfes in den Eisenhämmern des Departements des Landes und in den Kupfer: und Zinkhâm- mern des Departements de l’Eure.

1835. Anwendung des grünen Holzes statt der Holzkohlen in vielen Eisenhämmern der Departements Haute - Saône und Doubs, so wie des getro>neten Holzes. Daraus entsteht eine große Ersparniß für gewisse Fabricationen.

Künstliche Vorrichtungen.

Seit 10—15 Jahren Umbau der meisten Hochöfen, die nicht nur höher als frúher gebaut wurden, sondern zwei Luftröhren statt einer erhielten. Neu angelegte Blasbälge, die jeßt eine vier- bis fünfmal grdßere Quantität Luft in die Hochöfen treiben. Jn vielen Ortschaften wurden Dampfmaschinen als treibende Kraft statt des Wassers eingeführt.

1832, Anwendung der warmen Luft (was seit 1829 in Schottland eingeführt wurde) bei den Hochöfen des Departements Jsère. Dieses Beispiel ward bald in anderen Gegenden befolgt, der Erfolg davon is verschieden, do<h im Ganzen glü>lich.

1836 1838, Verbrauch der verlorenenFlamme. Die- ses Verfahren ist das wichtigste unter allen, die zur Vervoll- fommnung der Metall- Jndustrie Aeg haben. Es besteht darin, in eigenen Röhren das aus dem Behälter sich verlierende Gas aufzufangen und es zur Läuterung des Gußeisens, oder zur Beleuchtung der Werkstätten, zu verwenden. So z, B. heißt zu Fourchambault, Chätillon u. \. w. die Flamme der Oefen mit Reverberir-Feuer die Kessel gewaltiger Maschinen.

1836 1837, Wiederherstellung der Schmiedhämmer im Departement Ariège. s

Zahl der vom Jahre 1800—1839 in Frankreich neu errich-

Verminderung auf das fremde Eisen einzuführen , nur Begünstigungen in Folge völkerrechtlicher Verträge ia e dern und für einzelne Artikel, wie z. B. Eisenschienen für Eisen- bahnen, einzuräumen? j

Dies sind die Fragen, welche jeßt zur Entscheidung vorliegen. Zum Schluß muß noch der Jndustrie des Eisenbleches, des Stah: les, der eisernen Handwerfszeuge, der Mâgel und der Messer:

teten oder neu hergestellten Hochöfen. i M Neu errichtet. eres 1811 1830 11: 4

4 1830 1839 .….…. 112 8 Total 232 16 Wenn man dazu 400 Hochöfen, die Frankreich im Jahre 1800 besaß, zählt, so findet man für das Jahr 1839 eine Gesammtzahl von 648 Hochöfen.

Aus den d, At Tabellen geht noch hervor, daß seit 15 Jahren (1825— 1839) 208 Hochöfen errichtet wurden, während în den vorangehenden 25 Jahren nur 40, worunter 12 mit Torf: Feuerung, berechtigt wurden.

- Man hat zu gleicher Zeit sich bemÜht, mittelst neuer Vorrich- tungen die Masse der Production zu vermehren. Jm Jahre 1825 lieferte jeder Hochofen in Frankreih im Durchschnitt 4200 metr. Ctr. Gußeisen. Jm Jahre 1837 war die Mittelzahl schon 7100 metr. Ctr.

Zum Schluß Production, der Frankreich während der leßten offiziellen Dokumenten hinzu.

fügen wir noch eine tabellarische Uebersicht der Einsuhr und des Verbrauchs des Gußeisens in 20 Jahre, von 1821 bis 1841, nach

Einfuhr

Jahr. Verbrauch,

Production. aus

aus England, Ländern.

Mecr. Ctr.|Metr. Ctr. Mecr. Cer.

27,284 76,712 25,405 82,622 32,610 78,222 17,991 72,295 5,460 74,226 25,843 113,534 22,279 77,945 26,197 7'601 30,508 77,996 55,107 93/282 17,529 47.481 28,582 67,999 44,795 81,399 46,708 103,362 85,494 167,992 85,349 199,617 119,582 177,592 115,316 162,793 98,790 160,456 113,209 160,945

aus Belgien,

32,182 34,307 30,496 34,261 23,888 33,848 35,895 , 38,700 29.626 29,336 26,309 31,590 34,721 38,457 56,658 93,036 53,862 36,374 31,113 50,864

1821 1822 1823 1824 1825 1826 1827- 1828 1829 1830 41831 1832 1833 41834 1835 1836 1837 41838 1839 1840 9 ersten Mon. v. 1841

2,048,294 2,059,891 2,171,965 2,242,157 2,296,778 2,249,345 2,356,890 2,295,535 2,318,351 2,440,397 2,793,998 3,115,889 3,283,617 3,494,592 3,640,793 3,662,456

1,975,999 1,985,665 2,058,431 2,164,212 2,209,177 2,171,249 2,263,608 2,248,054 2,250,352 2,360,998 2,690,636 2,947,997 3,084,000 3,317,000 3/478,000 3,502,000

191,600

104,890 | 64,120

Berlin - Potsdamer Eisenbahn.

In der VVoche vom 48. bis incl. den 24, October c. sind aus der Berlin- Potsdamer Eisenbahn gefahren 4) zwischen Berlin und Potsdam 9129 Personen 2 - - - Stegliiz 79 -

Zusammen V. RT8ONEN.

m

Meteorologische Beo

Morgene | Nachmittags Abends 6 Ube. 2 Ube. | 10 Ube, ne “e

. [329,01 Par. |330,16" Par.| 331/10" Par. + 3,6° R. -+ 9,5° R. |-+- 4,5° R. R. 10° R. |— 01° R. 73 pc«. 84 pci. 70 pc«. beiter, heiter, beiter. | Niederschlag SO. s. SO, Würmewechsel +99 840 + H R

Tagesmittel: 330,10" Par... +6,2° R... —0,4° R... 76 pci. 880

einmaliger Beobachtung. Quellwärme 7,30 R 5,59 R. MedaeganE 0/026 Rb,

————

m Lma e B ö r se, Den 25. Oktober 1842. Pr. Cour.

Beiel. | Geld.

1037 | 1033 1025 | 102

90; | 8

102 101; I 48 ins 103 | 102; 106 dd ant 1023 34 1035 | I 104% | 103 1023 L

Pr. Cour. Brief. | Geld,

122 wn a 128

u2

Fonds. Actien.

Zt.

S4. Scbuld-Seh.*) |: Pr. Bogl. Obl. 30. | 4 Prüm, Seb. der Seehandlung. Kur- u. Neuwärk. Secbuldverschr. Berl. Stadi-ObI.*) Dauz. do. in Th. Westp. Pfandbr. Grossh. Pos. do. | 4 Ostpr. Pfandbr. Poum. do. Kuer- u. Neum. do. |< Seblesische do,

Bel. Pots. Eisenb. do. do. Prior. Obl, Md. Lpz. Biseub. do. do. Prior. Obl. Bel. Aub. Bisenb. do. do. Prior, Obl. Düiss Elh. Kiseub. do. do. Prior. Obl. Rheiu. Eisenb, do. do. Prior. Obl. Beel.-Fraukf. Bis.

Friedrichsd’or 13 Andere Goldmün-

gen à 6 Th. 9 Disconto. 3 4

2, Jaguar 1843 fillizen Coupou 4 pCt,

Pr. Cour. Thlr. su 30 Sgr. Brief. | Geld,

123;

drtifiaamieciiaenieendi B E

*) Der Käufer vergütet auf deu am

Wechsel-Caours.

1

6 2434/6 24 79% A

Leipzig in Couraut im 14 Thl. Fuss. - Fraukfurt a. M. WZ.... eee I

Auswärtige Börsen. Amsterdam, 21. Okt. Niederl. - wirkl. Sch. 52k. 6% do. 10L%. Kanz-Bill. —. S4 Span. 157. 3% do. —, Pass. —, Ausg. —. Zins, —. Preuss. Pröm. Sch. —. Pol. —. Oesterr. 108). Antwerpen, 20. Okt. Zinsl. —. Neue Anl. 15} Br. Paris, 20. okt. 52 Rente fin cour. 119 5. 3%, Rente fin cour. 80.25.

Aul. de 1841 —. 52, Neapl, fin cour, 108. 45. 5% Span. Reute 22. Pass. —. Wien, 20. oki. 5% Mei. 109. 4°, 100%. 3% 76%. 24% —- 12 —, Bank-Actien 1621. Aul. de 1834 140%, de 1839 109%.

Königliche Schauspiele. Mitéwoch, 26, Okt. Jm Schauspielhause : Befehl: Antigone, Tragbdie von Sophokles. Anfang der Vorstellung um 7 Uhr. Donnerstag, 27. Okt, Jm Opernhause: Die Erholungsreise, Hierauf: Der hinkende Teufel. (Dle. Fanny Elßler : Florinde, als De Pla è reise der Plâße: Ein Plaß in den Logen des ersten Ranges 1 Rthir. 10 Sgr. 1c. 9 Í p Im Schauspielhause: 1) Clémence, ou: La fille de lavocat. 2) Le tyran d’une femme,

Königsstädtisches Theater. Mittwoch, 26. Okt, (Ztalienische Opern - Vorstellung.) [a Sonnambula. (Die Nachtwandlerin.) Opera in 2 Atti. Mürica del Maestro Bellini.

Preise der Plâße. Ein Plaß in d remden- Loge: 1 Rthlr. 10 Sgr. 2c, , m E A

Textbücher, in Ztalienischer und Deutscher Sprache, sind im Billet-Verkaufs-Büreau und Abends an der Kasse à 5 Sgr,

zu haben. Der Anfang der Jtalienischen Opern- Vorstellungen is um Der

Auf Allerhöchsten

halb 7 Uhr. Die Kasse wird um halb 6 Uhr geöffnet.

Donnerstag, 27, Oft. Prinz und Apotheker, oder: leßte Stuart.

Freitag, 28. Oft, Zum erskenmale: Der Muttersegen, oder: Die neue Fanchon. Schauspiel mit Gesang in 5 Abth., nach dem Französischen des G. Lemoine, Musik von Proch, (Erste Ab- theilung: Muttersegen. Zweite Abtheilung: Das Leiermädchen. Dritte Aden: Die Entführung. Vierte Abtheilung: Der Treubruh. Fünste Abtheilung: Die He)

Fuylome n: Die Marquise von Sivry, Mad. Adami. Hektor- Achilles Bouicard, Commandeur einer befestigten Citadelle in Savoyen, der Marquise Bruder, Herr Be>mann. Andrée, Herr Stdlzel. Das

räulein von Elbée, Mad. Eichenwald. Marcell, fie des Dorfes, A Hänsel. Loustalot, Pächer, Herr Eichenwald. Martha, seine Feau, Mad. Urbane>. Marie, ihre Tocher, Dlle. Kindler. Chonchon, Savoyardin, Mad. Be>mann. Pierre, Jaquot/, Charlotte, Fand ee, Savoyarden, Herr de Marchion, Herr Grobe>er, Herr Barts®/ le, Beriss, Laro aue, Bee f has ute der Ee, vors

annsberg. Lafleur, Bedienter, Here He . Marquis, err achly. Eine Kammerfrau- Dle. Radmann.

E E aa atis Marktpreise

vom Getraide. Berlin-/ den

F die T4 Gui Sia 4 de: Weizen 2 thlr. 10 Sgr., auch 2 Rthblr.; Rog- en L 'Rtble, 22 Sgr. 6 Pf./ auch 1 Rthlr. 21 Sgr.; große Gerste { Réhlr. 414 Sgr. 11 Pf./ auch 1 Rihlr. 9 Sgr. ; kleine Gerste 1 Rthlr. 10 Sgr., auch 1 Rtblr. 8 Sgr.; Hafer 1 Rt lr. 5 Sgr., auch 1 Rthlr. 1 Sgr. 3 Bled Erbsen 2 Rthlr. 20 Sgr., auch 1 Rthlr. 28 Sgr. 9 Pf. Zu as ser: Weizen 2 Rtblr. 10 Sgr., auch 2 Rthlr. 7 Sgr. 6 Pf; Roggen 1 Rthlr. 23 Sgr. 2 Pf.; große Gerste 1 Rthlr. 7 Sgr. 6 V ; kleine Gerste 1 Rthlr. 5 Sgr. dds 2 O able, 8 ab Es tve: (5 S as o ro i; gr. auh 9 Rthblr. 1 r. Der Centner Heu 1 Rthlr. 10 Sgr., auch 1 Rthlr. 5

Verantwortlicher Redacteur Dr, F. W. Zinkeisen. Gedru>t in der De>erschen Geheimen Ober - Hofhuchdruderet,

Allgemeine

Preußis<e Staats-Zeitung.

Berlin, Donnerstag den 27a Oktober

Inhalt. Nachrichte

n.

e Ausschüsse. Sihung vom 21. Oktober. Annahme der vorgeschlagenen Vermehrung der Salzverkaufs-Stellen. á Rußland O Tai in Do etersburg. Rückkehr des Kai-

fers. Der Bra asan. ich. Paris. Die Verhandlungen mit Belgien und der Frankrei 2s - Traktat. Gas - Beleucbtung. Gerichtlicher Frrthum. Vermischtes. Brief aus Paris. (Der Widerstand dal etten Bx 'Zrland, London, - Ihre Majesdt in ge rland. . Sre ne O mdanden. Klagen über die fremden Tarife. Samm-

lung Händelscher Manuskripte. Vermischtes. Schreiben aus |

London. (Der Durchsuhungs-Vertrag,) | Niederlande. Haag. Die encralsiaaten und die Provinzial-

stände. Der Vertrag m bgeschlossen. Schweden und Norwegen. Stockholm. Schwedische Handels- |

tliche Aindis,

Neue Handelsstadt in Angermanland. es Bundesstaaten. Regensburg.

in Kelheim. Gialien, U n VRL Versammlung der Jtalienischen Natur-

forscher. Ï i Spanien. Briefe aus Paris. (Das Geburtsfe| der Königin ; die Vormundschaft; Gelduoid. Carnerero; die Tabac(k's- abrik in Santander ossen. S e L / Darstellung der Ereignisse in Sir

Worte Sr. Majestät

Serbien. Schluß der historischen

Serbien. j i Türkei, Konstantinopel. Mehmed Ali's Wünsche.

Stratford Canning und Riza Pascha in der Syrischen

enheit. gend Berlin. Allerhdchste Kabinets-Ordre, die Censurfreiheit der über 20 Bogen starken Drucischriften betreffend. aitinieo von Meyer-

isenschaft, Kunst und Literatur. Aufführun eere Robert der Teufel. Jubel-Vorstellung der Madame Schröck.

Amtliche Uachrichten.

| cie in allen Russischen Häfen mit den dortigen gleichgestellt. | t |

Angele- |

1842.

rung dieses Unterschiedes erscheine eben nur die Herabsezung der Transportkosten durch vermehrte und gehörig vertheilte Salz: faftoreien und die Freiheit der Konkurrenz beim Kleinverkauf das

itel. geeignete Mitte ward der Wunsch ausgesprochen, daß durch den

Dabei aber dgli i antitäten von Salz auf den Fakto- Verkauf möglichst kleiner Quan j Raabe an

reien, der ärmeren Klasse der Konsumenten d

den geseßlichen Preisen erleichtert und der Zwischenhandel beschränkt

werden möge.

Frage: |

Maßregel, ] ; Erzielung eines mäßigen Salzpreises

den sey,

inzuwirken , einverstan-

ergab 87 bejahende und 14 verneinende Stimmen, und der An-

“paß V s troffen werden môge, um das Salz auf den Fak daß Vorsorge getroffen wer , S en Fak- toreien in möglichst fleinen Quantitäten käuflich zu machen, ward einstimmig beschlossen.

Zeitungs-Uachrichten. Ausland.

Rußland und Polen.

St. Petersburg, 20. Oft. am 17ten d. M. wohlbehalten in Zarekoje-Selo eingetroffen.

‘gut offiziellen Berichten aus Kasan können wir jeßt anzei: gen, daß außer dem Hauptgebäude der Universität und dem Kli- nifum, noch folgende den sind: 1) das Gebäude, mische Theater; 3) das Bibliothek-Gebäude ; für die Dienerschaft ; 5)

Kronik des Tages.

Se. Durchlaucht der Landgraf und Jhre Königl. Hoheit die Frau Landgräfin Wilhelm zu L en und Hdchstderen Tochter, die Prinzessin Auguste, sind nach Stralsund ab-

gereist.

Der Notariats-Kandidat Johann Ge orge Bakes ist zum Notar für den Friedensgerichts-Bezirk Luderan im Landgerichts: Bezirk Koblenz, mit Anweisung seines ohnsißes in Lügterath, ernannt worden.

Ständische AusS<hüsse. O

Berlin, 22. Oft. Jn der Sißung vom 2lsten d. M. war zunächst die Angelegenheit wegen Realisirung des, von des Königs Majestät Allerhöchst verheißenen Steuer-Erlasses durh Herab- seßung der Salzsteuer, zum Berat bestimmt.

Vor dem Beginn dieser Berathung that sich der Wunsch der Versammlung kund, die Gesinnungen des Dankes für die huld- reicht verfügte Einberufung der vereinigten Ausschüsse in einer besonderen Adresse an des Königs Majestät auszudrü>en. Auf die Bemerkung des präsidirenden Finanz:Ministers aber, daß der Geschäftsordnung gemäß, seine Leitung sich nur auf die Senctuen Úber Gegenstände seines Dienst-Ressorts beschränke, beschloß die Versammlung auf den Antrag eines ihrer Mitglieder, die Dank- fugung für die Gabe des Königlichen Vertrauens in dem Proto- folle úber die Tages-Sißung niederzulegen.

Nach Anleitung der bereits in der Allg. Preuß. Staats- Zeitung abgedru>ten Denkschrift gelangte sodann die Frage we-

en des Steuer-Erlasses und zunächst die zur Begutachtung der

Bersammlung gestellte Frage über die M abe ents zur Er- zielung eines mäßigen Salzpreises im Kleinverkauf zur ausführlichen Erörterung.

Es wurden mehrere, von dem in der Denkschrift angedeute- ten Verfahren abweichende, Vorschläge gemacht, wovon derjenige die meiste Untorsiühnog fand, daß, anstatt die Salzfaktoreien zu vermehren und die für den Zwe> disponibel gemachte Summe von 180,000 Rthlr. hierauf zu verwenden, es wirksamer seyn dürfte, den Detaillisten einen angemessenen Rabatt beim en gros-Einkaufe zu bewilligen, mit der Verpflichtung, das Salz beim Klein-Ver- kaufe an die Konsumenten genau zum festgeseßten Durchschnitt der Faktorei- Preise abzugeben. Man ging hierbei von der An- sicht aus, daß ohne diese Maßregel, wenn auch den Detail : Ver- käufern der Bezug des Salzes noch so sehr erleichtert werde, die ihnen unentbehrliche Provision doh immer nur von den Konsu- menten in kleinen Quantitäten allein getragen werden müsse, also gerade der ârmere Theil der Bevölkerung höher besteuert bleibe, als der wohlhabende, welcher den unmittelbaren Einkauf seines Bedarfs in der Faktorei bewerkstelligen könne.

Diesem Vorschlage ward jedoch entgegengestellt, daß die Be- willigung eines Rabatts entweder zu dem Mißbrauch führen würde, denselben unter dem bloßen Vorwande des Wiederverkaufs en detail von solchen S ufern in Anspruch genommen zu sehen, welche nur den eigenen Bedarf damit zu de>en beabsichtigten, oder daß der Rabatt nur auf einzelne privilegirte und unter Kontrolle zu stellende Detaillisten würde beschränkt werden müssen, was eine Uebertragung des Monopols auf einzelne Privat-Personen in sich \hließen würde, ohne Bürgschaft dafür, daß der kleine Konsument für den fixirten Preis auch wirklich richäiges Gewicht und unge- fälschte Qualität erhalte. Da bei der Erhebung der Salzsteuer zugleich eine Waare abgegeben werde, so sey ein Unterschied zwi- schen dem en gros- und dem Detailpreise, wie bei jedem anderen Verbrauchs: Artikel, unvermeidlich, und zur möglichsten Verringe-

e

Waschhaus. binette, die

die Dienerschaft, Die Rettung - des

schaftlichen und Kunstschâge, Instrumente, Bücher, und der musterhaften Selbstverleugnung des Rektors der Univer- sität, Wirklichen Staatsraths Lobatschewßkij, des Jnspektors Achmatow, der Chefs der verschiedenen Anstalten, so wie der Beamten und Studenten, welche sämmtlich unter der persónlichen Leitung des Kurators des Kasanischen Lehrs- Bezirks, Geheimen | Raths Mußin- Puschkin, von 10 Uhr Morgens bis 11 Uhr in der Nacht, d. h. bis zu der Zeit, wo für die erhaltenen Universi: táts-Gebäude nichts mehr zu fürchten blieb, rastlos thâtig waren.

Frankreich. 94, Oft, Der König der Belgier wird bis zum im Schlosse von St. Cloud bleiben und sich dann mit dem Herzoge von Nemours nach der Gränze begeben, um der feierlihen Erdf\nung der Eisenbahn von Tourcoing beizuwohnen. Man glaubt, daß der König Leopold alsdann nach Paris zurü>- fehren wird, um sich neuerdings mit dem Handels: Traktat zu be- schäftigen, da die Unterhandlungen vor d f Teste zu keinem entscheidenden Resultate führen können. Der Courrier de la Gironde, der durch seine Mitthei- lungen aus Paris jeßt mehr als je die Aufmerksamkeit in Anspruch nimmt, enthält in seinem neuesten, Blatte Folgendes: „Die Bel- gische Angelegenheit is bis zur Rü>kehr des a Teste vertagt. Man versichert, daß einige Mitglieder des mentlich Herr Guizot, den die Schwierigkeiten, welche sich dem Zoll - Vereine entgegenstellen, erschre>en, anfangen zu schwanken. Herr Duchatel hat sich jeßt den Gegnern des Traktates zugesellt. Der Graf Molé, mit dem der König Leopold Fürzlich cine lange Unterredung hatte, ist durchaus günstig gestimmt für die Union, zu der unter seinem Ministerium der erste Plan entworfen wurde. Indeß hat er dem Könige der Belgier nicht verheh(t, daß der Zoll: erein nur etwas auf Kosten der politischen Individualität Bel: giens zu Stande kommen könne. Herr Thiers hâlt mit seiner Meinung zurú>, was auch Herr Rossi in der Revue des deur Mondes sagen móge. Seine Neigung und seine Antecedentien sprechen nicht zu Gunsten der Union, aber da er gern seine óôfo- nomistischen Grundsäge seiner politischen Stellung aufopfert , so wird er sih nicht aussprechen, bevor nicht der passende Augenbli> efommen ist. Was die Kammern betrifft, so ist die Ansicht der eputirten - Kammer vielleicht ungewiß, wird feindselig gegen den Zoll-Verein gesinnt seyn. Man be- schäftigt sich im Mee der auswärtigen Angelegenheiten ernstlich mit der vollständigen j ) es ets Herr E bietet als Ersaß für die Auflösung der Verträge von 1831 und 1833 einen Handels - Traktat an. Da- durch würde die Schwierigkeit auf eine für beide Länder nüsßliche Sr gelôst werden. l ces ha Commerce liest man:

Deputirten der Departements, de! t Plan eines Zoll-Vereins mit Belgien \o schr bedroht finden,

Paris, 13ten k. M.

u organisiren. 1 Kollegen, welche ohne Zweifel sich den, eine des wie

leich bereitwilli

Die demnächst durch namentlichen Aufruf bewirkte Abstim- | Straßen,

| mung úber die i \ ob die Versammlung mit der in der Denkschrift vorgeschlagenen | tres repräsentiren. Um ganz Paris mit Gas zu erleuchten, mü/- durch Vermehrung der t auf die | sen no< ungefähr 4900 Gaslampen eingerichtet werden.

» | der sih Didier nannte, zu fünfjähriger Zwangsarbeit.

Se. Majestät der Kaiser ist |

Baulichkeiten der Hochschule erhalten wor- | in welchem sich das physikalische Ka- binet und das chemische Laboratorium befinden; 2) das anato: | 4) der östliche Flügel | die Badestube fúr die Studenten und das | Außerdem sind unversehrt erhalten worden: alle Ka- | Bibliothek und sogar alle astronomische und magne- tische Jnstrumente. Abgebrannt sind : 4 Gebäude, undzwar: das astro- nomische Observatorium, das Haus des Rektors, das Haus in welchem | die Beamten der Universität wohnten, und der westliche Flügel für | róßten Theiles der Uni- | versitäts-Gebäude, die Erhaltung der vielen und v pp troh fannt. inera- lien u. s, w. verdankt die Universität dem ausgezeichneten Eifer

der Rü>kehr des Herrn

abinettes, und na: |

aber die Pairs- Kammer |

Abschaffung des Durchsuchungs- |

Wir wünschen Herrn Guizot den besten

„Ein Journal meldet, daß die deren Jnteressen sich durch den sich zu Paris versammeln, und sich zu berathen beginnen, um einen Widerstand gegen die Pläne des Hofes und des Herrn Guizot Wir bringen diese Nachricht zur Kenntniß ihrer Pflich full lche i die Jnt Sia Lai Anhà Vereins: Jdee zu verständigen

t zu erfüllen, welche ihnen die Zinteressen des Lan: en der Anhänger der Vereins: dee m diese Taktik ihrer Kommittenten auflegen. Es ist Übrigens die Sache ï D fen Seiten be pie ihr der Wähler selbsk, bei diesem wichtigen Umstande die Saumseligen

anzuspornen. Dringend ist es, daß die Deputirten das Kabinet vor der doppelten Hinreißung , vor dem Einflusse des Hofes und der Presse des Herrn Thiers, bewahren.“

Im Jahre 1836, als Herr Gabriel Delessert die Polizei-Prä- feftur von Paris übernahm , existirten in der ganzen Stadt ersi 300 Gaslampen. Herr Delessert ließ es eine {einer Hauptsorgeu seyn, diese Beleuchtungsart auszudehnen, und die Munizipal - Be- hörde unterstüßte ihn dabei nach besten Kräften. Die Zahl der Gasflammen is jeßt schon auf 4813 gestiegen. Die Zahl der läße und Quai’s, welche auf diese Weise erleuchtet werden, beläuft sich auf 640, welche eine Länge von 168,000 Me-

Man

| hoffe, in nicht gar zu langer Zeit diese Aufgabe zu lösen.

| Die gestrige Sißung des hiesigen Kriegsgerichts enthúllte ein

| seltsames Beispiel von einem juridischen Zrrthume, und es hat

| bis jeßt noch nicht aufgeklärt werden können, durch welchen ge:

| heimnißvollen Umstand ein Jndividuum sih wegen eines Berbre- chens, das es nicht begangen hatte, absichtlich verurtheilen ließ. Aus den Debatten geht Nachstehendes hervor. Jm Laufe des

| Jahres 1841 verurtheilte das Kriegegericht in Lyon einen Mann,

Derselbe

| war beschuldigt, von dem 12ten Linien-Regimente desertirt zu seyn.

| Didier widersprach der Anklage auf keine Weise, sondern räumte

| seine Schuld ein, und erklärte, daß er das Regiment zu der in

| der Klage angegebenen Zeit verlassen habe. Die vorgefor- derten Zeugen bestätigten die Anklage, und Didier, der úbrigens

| niemals beim 12ten Regiment gedient hatte, ward verurtheilt.

| Trotz dieser Verurtheilung beharrte er bei seinem Entschlusse, trug

nicht auf Cassation an und ward wenige Tage darauf abgcführt.

| Jm Monat November v. J., als das 12te Linien-Regiment im

Begriff war, die Garnison von Lyon zu verlassen, verhaftete die

Gendarmerie ein Jndividuum, dessen Signalement genau mit dem

des Deserteurs Úbereinstimmte. Es war dies der wirkliche Didier,

| der den Jnstructions- Richter in große Verle enheit seßte, da we- gen des angeführten Vergehens schon ein Individuum desselben damens verurtheilt worden war. Die beiden Didiers wurden

| fonfrontirt, und es ergab sich bald, daß die Verurtheilung des

Ersteren auf einem Jrrthume beruhte. Da das lte Li-

| nien - Regiment jeßt in Paris garnisonirt, #0 ward der

| ehte Didier hierher gebracht, um als Deserteur verur theilt zu werden. Er ward gestern vor Gericht von seinem fru- heren Schlaffameraden im Regimente rekognoszirt, und auch von einigen anderen mit Bestimmtheit für den wirklichen Deserteur er-

Der ersktgenanfite Zeuge erwiederte auf die Frage des Práâ-

sidenten, ob er nicht bei dem früheren Prozesse als Zeuge vorge-

„Nein, mein Oberst. ber ich erfuhr durch einige Kameraden, daß der andere Didier, den man verurtheilt hacte, diesem nicht sehr ähnlich sähe. Er war größer. An dem Tage, wo der in Lyon verurtheilte Didier vor dem Regimente de- gradirt wurde, sah ih wohl, daß es nicht der rechte Didier war.“ Der Präsident: „Warum seßten Sie denn nicht Zhren Capitain von diesem Umstand in Kenntniß ?“

| Antwort: „Jh dachte nicht daran, und übrigens ging

| es mih auch nichts an.“ Der Präsident zu dem

| Angeklagten: „Auf welche Weise hat denn Didier, der in Lyon verurtheilt wurde, euren Namen und Vornamen und alle nähercn Umstände eurer Angelegenheit erfahren?“ Der Angeklagte: „Jch habe jenen Didier in dem Gefängnisse von Lyon gesehen, als er mit mir fonfrontirt wurde. Er sagte, daß er von meiner Lage habe sprechen hóren und die eingezogenen Erkundigungen

| benust habe, um sich verurtheilen zu lassen. „„Sie haben mich

| als Deserteur verurtheilen wollen““, fügte er hinzu, „„und ich

habe ihnen ihren Willen gelassen.“ Jch habe jenen Menschen

fruher niemals gekannt und weiß nichts von ihm.“ Der An-

| geflagte wurde zu dreijähriger Zwangs-Arbeit verurtheilt. Da

| nun 2 Personen wegen desselben Vergehens verurtheilt worden

| sind, ohne daß man bis jeßt die Betrwveggründe des falschen Didier

| hat erforschen fönnen, so wird in dieser Beziehung eine neue Un-

tersuchung eingeleitet werden, die wahrscheinlich zur Freisprechung

| des falschen Didier führen wird.

Die Fregatte „Belle Poule“, an deren Bord fich der Prinz von Joinville und der Herzog von Aumale befinden, hat am 16ten d. M. begleitet von der Korvette „La Coquette“ und dem Dampfboote „Asmodé““, den Hafen von Brest verlassen.

Jn Folge der mehrfach erwähnten Broschüre, worin von der angeblich indireften Theilnahme des Prinzen Louis Bonaparte bei der Ausgabe falscher Englischer Schaßscheine besprochen wird, soll der Justiz-Minister jeßt einige seiner Beamten nach dem Fort Ham abgeschi>t haben, um den Prinzen Louis zu verhoôren. Diese | Maßregel heißt es, wäre Wirkung einer Note, die Lord Cowley

unmittelbar nach seiner Rückkehr aus London dem Herrn Guizot zugestellt hâtte. Es is Übrigens bekannt, daß der Prinz Louis bereits gegen die in jener Broschüre enthaltenen Behauptungen | reflamirt und Vorkehrungen getroffen hat, um den Verfasser ge- richtlich zu belangen.

Der Graf Alexander Delaborde, Adjutant des Königs, Vit | glied der Afademie der moralischen und politischen Wissenschaften, vormaliger Deputirter, ist gestern in Paris mit Tode abgegangen.

An der Börse herrscht vollklommener Stillstand in den Se- schäften. Die Spekulanten scheinen sh auf keine neue Operation einlassen zu wollen, bevor nicht die Frage ber einen Zoll-Verein mit Belgien irgend eine entscheidende Wendung genommen hat.

laden worden sey:

H Die durch den Plan eines Französisch Belgischen Handels-Vereins bedrohten Fabrik-Znteressen organisi- ren in aller Stille einen mächtigen Widerstand gegen diefes Pro- jeft. Die Deputirten der Departements, welche durch die Ver- wirfklichung desselben am meisten gefährdet werden würden, stellen sich auf getroffene Verabredung schon jeßk sehr zahlreich in Part

4 : L i - Bemöhun- ein, um sih úbecr die Maßregeln zur Vereitlung de! "Wahrhaft

Paris, 21. Oft.

komisch ist der Zorn, den man von gewi T

egner des Zoll-Vereins laut werden (ß, Polirifer, die ihre

der