1842 / 300 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

fleinen Zahl derer gehört, welche die ministerielle Kandidatur ein- ráumten und sich vor den Wählern zu Gunsten jenes so unpopu- lairen und so antinationalen Traktats von 1841 aussprachen, Wahrscheinlich hat man diesen Muth belohnen und ihn als ein nachahmungswürdiges Beispiel parlamentarischer Hingebung auf-

stellen wollen.“

Durch Königliche Ordonnanz vom gestrigen Tage ist der Ge- neral Carbonnel an die Stelle des Generals Jacqueminot zum Chef des Generalstabs der Nationalgarde des Seine-Departements

ernannt worden.

Das Siècle will wissen, daß dem General Pajol die dur< den Tod des Grafen Delaborde erledigte Stelle eines Adjutanten des Königs angeboten worden sey, daß derselbe sie aber abge-

lehnt habe.

Der General Ventura ist gestern früh von Paris nach Mar- seille abgegangen, wo er si<h am 1. November einzuschiffen ge- denft, um über Aegypten und Bombay nach Lahore zurú>zu-

fehren.

Auf der Rhede von Bordeaux brach am 21sten d. am Bord des Amerikanischen Schiffes „Havre“ Feuer aus und konnte, troß der angestrengtesten Bemühung der Mannschaft, nicht gelöscht werden, Das schóne, 431 Tonnen haltende Schiff brannte ganz ab.

Die heute hier eingegangenen Nachrichten aus Algier vom 15ten d, enthalten nichts Näheres über die Expedition des Gene-

ral Bugeaud.

77 Paris, 23. Oft. Die Frage von der Fortdauer oder Aufhebung des gegenseitigen Durchsuchungs- Rechts wird in den nächsten Monaten zur Entscheidung kommen. Bekanntlich bedarf es zur Ausübung des fraglichen Rechtes von Seiten der Kriegs- Marine der einen Nation gegen die Kauffahrer der anderen eines besonderen Patentes der Regierung des Staats, gegen dessen Flagge die bestehenden Traktate gehandhabt werden sollen. Da nun die Französischen Patente der Englischen Kreuzer nur bis zum Februar künftigen Jahres gültig sind, s0 müssen sle bis da- hin entweder erneuert werden, oder das gegenseitige Durchsuchungs-

AE: Man versichert, daß der Englische Gesandte, Lord Cowley, seit seiner Rü>kkehr nach Paris diesen Punkt bereits angeregt habe, aber es verlautet noch nichts Úber den Jnhalt der ihm von Herrn Guizot gegebenen

Recht hört thatsächlich auf, fortzubeste

Antwort.

Das Ausbleiben aller amtlichen Nachrichten über die Expe- dition des Generals Bugeaud fängt an, Besorgnisse zu erregen. Außer einigen furzen Privat-Mittheilungen über den Verlauf der Expedition während der ersken fünf oder sehs Tage fehlt es bis jeßt an jeder irgend zuverlässigen Botschaft aus dem Haupt- Quartiere des General - Gouverneurs, Ein Gerücht, daß er das Fort Hamza erreicht und beschlossen habe, von dort am 22sten d. M. den Rü>kweg nah Algier anzutreten, kommt aus zu unsicherer Quelle, um Glauben zu verdienen. Ob-

gleich die Kolonne des Generals Bugeaud zu stark i, um von den Arabern in ihrer jeßigen Desorganisation etwas Ernstliches

befürchten zu müssen, so muß das Schisal derselben doch einige

Unruhe einflôßen, weil man weiß, daß der Regen in der ersten

Hâlfte dieses Monats nicht aufgehört hat, in dem Innern von Algerien in Strômen zu fallen, so daß die gewdhnlichen Wirkun- gen eines solchen Witterungs-Zustandes sich ohne Zweifel auch jekt bei dem Expeditions-Corps des Generals Bugeaud durch verhee- rende Krankheiten fühlbar gemacht haben. Man glaubt, daß die Erlaubniß zur Gründung einer Trappisten - Kolonie in Algerien von der Regierung ohne Berücksichtigung der persönlichen Ansicht und des amtlichen Rathes des Generals Bu: geaud, ertheilt sey, und will daher stark bezweifeln, daß jene An- lage von Seiten des General-Gouverneurs allen den Borschub

und alle die Unterstüßung finden werde, ohne welche ihr Gedeihen tro6ß alles Fleißes, aller Ausdauer und aller Entsagung der zur Kolonisirung bestimmten Mönche ziemlih problematisch ist. Der Marschall Soult, heißt es, hat dur< sein Verfahren in dieser Angelegenheit den General Bugeaud für die ohne Autorisation des Kriegs-Ministers erfolgte Veröffentlichung des Bugeaudschen Buches über Algerien bestrafen wollen.

Die Gemälde: Gallerie des verstorbenen Banquiers Aguado, die reichste Sammlung von Werken Spanischer Meister, welche sich im Privatbesiß befand, wird demnächst stückweise an den Meisk- bietenden verkauft werden. Es is lebhaft zu bedauern, daß die Erben des ungeheuren Vermögens des Herrn Aguado man schlägt seine Hinterlassenschaft auf 60 Millionen Fr. an sich zu arm finden, um den von ihrem Erblasser gesammelten Kunst: schaß fúr sich und das Publikum zu bewahren.

Großbritanien und Jrland.

London, 22. Oft. Se. Kaiserliche Hoheit der Erzherzog Friedrich von Oesterreich hat sich auf seiner Reise durch das In: nere des Landes auch nah Schottland begeben. Nächsten Dienstag wird derselbe hier in London zurü> erwartet.

Der Standard, der fúr ein Organ des Ministeriums gilt, enthält folgenden Artikel hinsichtlich einer jeßt etwa ausführbaren partiellen Herabseßung des Zinsfußes der Britischen Staats: huld: „Der Geldüberfluß treibt die dentlichen Papiere höher hinauf, als sie seit 1825 standen. Die jeßige Lage der Bank, was den Baarvorrath in ihren Kellern betrisft, und der fort- dauernd günstige Stand der Course zu denen des Kontinentes haben unter den Geldmännern die Anficht wieder aufgewe>t, daß es die Pflicht der Regierung sey, aus diesen Umständen Vortheil zu_ ziehen und eine Herabsezung der Zinsen von einem Theile der offentlichen Schuld zu bewerkstelligen, Man hebt hervor, daß in einer Mi f fast alle Arten von Erzeugnissen einen bedeutend geringe- Eb ewinn bringen, fein haltbarer Grund vorgebracht werden

agg 28 M gerade die bffentlihen Fonds unberührt blei- Gu w ten. Auch wúrde durch das angedeutete Verfahren weder eine Ungerechtigkeit begangen , no< der Schaskanzler in irgend erhebliche Schwierigkeiten verwi>elt werden; denn angenommen daß man die 34 proc. Sto>s zur Herabsegu 3 C / hlte, so könnten sich die < ui ug auf 3 pCt, aus: wahlte, n sich die Jnhaber nicht eflagen, wenn sie nah den Bestimmungen der getroffenen Uecberei ( den. Jedenfalls sind die befugtesten Beurtheiler der Ansicht, daß die Zins: Herabseßung jeßt mit weniger Gefahr, die Handels-Geschäfte dadurch später zu beeinträchtigen oder zu be: hindern, durchgeführt werden fann, als dies bei irgend einer Re- duction früherer Zeiten der Fall war. Eben so allgemein hält man dafúr, daß diese Zins-Herabsegung bei dem jeßigen Zustande des Einkommens nicht blos ein gesezmäßiges Mittel zur Vermin- derung der Ausgaben, sondern daß es auch Pflicht der Minister sey, die Gelegenheit nicht entshlüpfen zu lassen.“

Sn Rochester wurden dieser Tage die Wähler der Stadt zu einer Versammlung eingeladen, als deren Zwe> in den Anschlagzet- teln die Bildung einer unabhängigen Partei bezeichnet ward, welche weder den Whigs noch den Tories Einfluß auf sich gestatten solle. Etwa 150 Personen, worunter Chartisten, Sozialisten nebst einigen Whigs Und Tories, fanden si< in dem bezeichneten

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ten des Pr

Rochester wurde alsdann auf bessere Zeiten vertagt.

in Windsor Geheimeraths-Sißung seyn soll.

Der neue Französische Gesandte bei den Vereinigten Staaten, Herr von Pageot, is mit seiner Familie hier eingetroffen und will

sich nächsten Sonnabend nah Nord-Amerika einschiffen.

det. Die Bau- und Einrichtungs - Kosten

nicht überstiegen. Niederlande.

e

wir uns heut nur auf folgende Betrachtungen beschränken.

Haus Oranien einen größeren Werth hatten, als die glänzendsten

Palâste, denn sle sollten bis auf die spätestens Generationen die glorreiche Erinnerung an die militairischen Großthaten eines seiner Kinder verewigen. Man vergesse nicht, daß der Palast in Brüs:

sel fich no< in demselben Zustande befand, worin er war, als sein edler Besißer ihn verließ, als ob er jeden Augenbli> die Rü>kehr seines Herrn erwarte. Man vergesse nicht, daß der Anbli> dieses Palastes beständig ein Vorwand zur Emeute, ein Versammlungspunkt, ein Anker der Hoffnung fr diejenigen war, die, unerschütterlich in ihrer Treue gegen die ehemalige Ordnung der Dinge, si nicht entschließen fonnten, ihre Hoffnungen aufzugeben, so lange sie, dem Palaste gegenüber, welchen jeßt der legitime Souverain Belgiens bewohnt, den Palast erbli>ten, dessen Besißer nach ihrer Ansicht allein das Recht hat, in Belgien zu regieren, Alle diese Betrachtungen mußten für das Haus Oranien dem beständigen Besiß jenes Ei- Q einen unshäßbaren Werth verleihen, wenn nicht unsere Regierung bei der Ecledigung dieser Angelegenheit von dem Wunsche wäre geleitet worden, beiden Ländern und dem gesammten Europa zu beweisen, welchen Werth sie ihrerseits darin seßt, zu einem fe- sten und dauernden Schlusse zu kommen. :

„Niederland, das die edlen Gesinnungen seines Königs kennt, wird nicht danach fragen, um welchen Preis er sein Eigenthum, das durch so viele Erinnerungen ihm so theuer seyn mußte, abge- treten hat, Es wird in dem von seinem Souverain dargebrachten Opfer einen neuen Beweis seiner Liebe zu seinen Unterthanen se- hen, die ihrerseits so viel Liebe zu ihm deli es wird darin, eben so wie Belgien, den lebhaften Wunsh Wilhelm’s 11, erken- nen, den Traktat, wodurh wir die Unabhängigkeit Bel: giens und die neue Ordnung der Dinge daselbst anerkannt ha- ben, nicht nur nah seinem strengen Wortlaute auszufüh- ren, sondern denselben au<h auf die edelmüthigskte Weise und mit der ihm eigenen Redlichkeit auszulegen. Die Handlung, welche der Observateur, durch Vorurtheile geblendet, nicht zu würdigen wußte, ist daher eine stills<weigende, aber gleichwohl sehr bedeutungsvolle Bestätigung, die Wilhelm von Oranien dem Traktat ertheilte, den der ehemalige König der Niederlande unter- zeichnet hatte, Belgien und Niederland werden die hohe Bedeu- tung dieser Handlung nicht verkennen und beide werden darin das charafteristische Merkmal wahrnehmen, das dieselbe für jeden Un- partelischen hat, nämlich ein neues Pfand der Sicherheit für die Zukunft, ein neues Opfer zu Gunsten des Friedens und der Sta- bilität beider Länder zu seyn.“

Deutsche Bundesstaaten.

München, 23. Okt. Der gestrige Ball des Preußischen Gesandten war einer der glänzendsten, die man seit langer Zeit bei ähnlichen Fest:Anlässen gesehen. An dem Portale des Odeons,

egen die Ludwigsstraße zu, erhob sich ein Triumphbogen, welcher is gegen 8 Uhr, um welche Zeit die hohen Herrschaften angefah- M A in dem reichsten Brillankfeuer erglänzte. Auf der Höhe a en strahlten die beiden verschlungenen M und darunter das

ayerische und Preußische Wappen, zur Seite die Namenszüge

Saale im zweiten Sto>e eines Wirthshauses zusammen. Da die Chartisten bei weitem die Mehrzahl bildeten, so wurde ein Schuhfliker aus ihrer Mitte um Prâsidenten gewählt. So- fort verlas derselbe von einem Stú>e Papier eine Rede, worin er Tories und Whigs tüchtig mitnahm und die Nothwendigkeit der Ernennung eines Comité’'s folgerte, damit eine dritte Par- tei gebildet und die Bürgerschaft in Stand geseßt würde, einen re<tlichen Mann, welcher die Sache der Armen vertrete und auf allgemeines Stimmrecht und geheime Abstimmung hinarbeite , ins Unterhaus zu senden. Ein Tory, Herr Payne, erklärte, daß er sih der Bildung eines auf solchen Grundsäßen fußenden Comi- ts widerseßen músse, Einer der Chartistenführer, der zur Rech-

sidenten saß, sprang augenbli>lih auf und verlangte mit furchtbarem Geschrei, daß man den Tory auf der S telle aus dem Fenster werfe. Dies gab das Zeichen zum Losbruch der Par- tei-Erbitterung, und ein regelmäßiger Kampf begann ; Tische und Stühle wurden umgestürzt und zerbrochen, und ein Auftritt folgte, der sich nicht beschreiben läßt. Die Polizei eilte endlich herbei und stellte dur<h Abführung des radikalen Redners nah dem Stations- hause die Ruhe her. Die Bildung einer unabhängigen Partei in

Der Kanzler der Schaßkammer kehrt am 24sten von der Jn- sel Wight hierher zurü>. Sir R. Peel und Sir J. Graham werden ebenfalls zu Anfang nächster Woche erwartet, da am 26sten

Ludwigs und Theresens. Die innere Anordnung und Ausschmü>ung des Fest: Lokales wurde durch reiche Beleuchtung und den Glanz der hóôchst zahlreichen Versammlung gehoben, unter welcher man, neben dem gesammten hoffähigen Adel und sehr vielen Offizieren, auch mehrere Notabilitäten aus unserer Gelehrten- und únst- lerwelt bemerkte, Auch auf die Gallerie war gegen Karten der Zutritt für Zuschauer gestattet. Die Polonaise wurde von Sr. Königl. Hoheit dem Prinzen Wilhelm an der Hand Zhrer Maje- stät der Königin eröffnet, da Se. Majestät der König durch Katarrh abgehalten wurde, dem Balle beizuwohnen,

Die seit Anfang voriger Woche hier anwesenden Oesterreichi: schen Erzherzoge Karl und Albert, Söhne des Erzherzogs Karl, erfreuen sich bei Hof und in der höheren Gesellschaft jeder. ihrem Range gebührenden Auszeichnung, Sie widmeten die meiste Zeit ihrer Anwesenheit der Besichtigung unserer Kunsk- Anstalten und sonstigen Merkwürdigkeiten.

è Luxemburg, 22. Oft. Unserem Athenäum, das, einige leiht zu verbessernde Mängel abgerechnet, als eine gute Anstalt betrachtet werden fann, steht eine Umwandlung bevor, von der man sich jedo<h wenig Vortheile versprechen mag. Eine. Schul- Kommission hat nâmli< gegenwärtig Konferenzen, in denen sie über den Plan berathet, die Klassen der Anstalt zu reduziren und Fafultäten mit derselben in Verbindung zu bringen; mit anderen Worten, man beabsichtigt in dem mit 170,000 Seelen bevölkerten Ländchen eine sogenannte Luxemburger Universität zu bilden. Die Jdee soll vom Direktor des Athenâums und einem Professor der

Die neuen Königlichen Stallungen nebst Reithaus in Wind- sor, zu deren Erbauung das Parlament bald nach der Thronbe- skeigung der Königin 70,000 Pfd. St, bewilligte, sind jeßt vollen-

Gaben jene Summe

Aus dem Haag, 23. Oft. Die gegenwärtige Abtretung der den Königen Wilhelm I. und Wilhelm 11. gehörenden Privat- besibungen in Belgien hat zu einer Polemik zwischen Holländischen und Belgischen Blättern Anlaß gegeben, Das hier erscheinende Tieuwsblad bemerkt in dieser Beziehung: „Der Brüsseler Observateur begleitet die Nachricht, daß seine Re ierung alle Besizungen, die bisher das Haus Oranien in Belgien besessen, er- worben habe, mit der unpassenden Bemerkung, daß unsere Sou- veraine_ nur gegen einen Preis, der wenig UneigennÜßigfkeit von ihrer Seite beweise, in die Abtretung gewilligt hätten. Als wir dies lasen, haben wir uns natürlich zuvörderst gefragt, wodurch wohl eigentlich fúr das Haus Oranien die Verpflichtung entstehe, uneigennüßig gegen die Belgische Regierung zu seyn? Unsere Ab- sicht ist wahrlich nicht, Wunden wieder aufzureißen, die im Be- griff sind, zu vernarben; indessen können wir nicht umhin, auf die unpassende Bemerkung des Observateur zu antworten, indem

„Wenn das Haus Oranien sich wirklih entschließen konnte, seine Privat: Besißungen für irgend einen Preis an Belgien ab- zutreten, so isk dies von seiner Seite ein Entschluß, den Belgien und Holland mit der größten Dankbarkeit aufnehmen sollten; es ist ein großmüthiges Opfer, das es sich auferlegt hat, um, wie es aufrichtig wünscht, die Beziehungen zwischen beiden Ländern auf einen guten Fuß herzustellen und nach und nah Alles aus dem Wege zu räumen, was das gute Vernehmen und das gegenseitige Vertrauen stóren könnte, Alles Gold, das Belgien in diesem Augenbli>e dafúr zu bieten im Stande wäre, würde die Wich- tigkeit eines solchen Opfers nicht aufwiegen; denn man vergesse nicht, daß die schónste von den Besizungen, in deren Veräußerung der König gewilligt, ein Geschenk war, das die Dankbarkeit eines ganzen Volkes dem Helden darbrachte, der auf den Feldern von Waterloo mit seinem edlen Blute die National-Unabhängigkeit hatte erringen helfen. Man vergesse nicht, daß jene Besißungen für das

Anstalt, einem Franzosen, ausgegangen seyn, und erfreut sich der

Unterstüßung eines biesigen einflußreichen Regierungs - Mitgliedes, dessen Charakter insofern ehrenwerth ist, als er in seiner Vorliebe fúr das Französische alt geworden, dieselbe nicht gleich Anderen verleugnet, sondern stets offen zu erkennen gegeben hat.

Das Athenâum verdankt seine jeßige Verfassung dem vorigen König Wilhelm I,, der dieselbe mit vielen Kosten zu Stande brachte, und sie entspricht im Allgemeinen vollkommen den Bedürfnissen des Landes und dessen anderweitigen Verhältnissen. Nach ihr ist es zur Abegung des Staats-Examens erforderlich, auf einer Deut- schen Universität Vorlesungen gehört zu haben. Eine Bedingung, die nur vortheilhaft auf die Luxemburger studirenden Jünglinge einwirkt, und die um so wichtiger is, als diese gewöhnlich die größere Zeit doh auf Französischen Universitäten zubringen; denn indem sie genöthigt sind, wenigstens ein Jahr auf einer Deutschen Universität studirt zu haben, wird ihre Bildung dadurch vielseitiger und gründlicher, und was vielleicht noch wesentlicher is, die spä- teren Lehrer und Staats-Beamten entfremden sich nicht ganz der Muttersprache und dem Jnteresse für das Gesammét- Vaterland. Sie kommen gewöhnlih mit geheilten Vorurtheilen zurú>, wie die Professoren des Athenâums selbsk Zeugniß geben, welche auf Deutschen Universitäten theilweise ihre Studien machten. Dieses Jahr fam der Vorschlag zur Sprache, jene Bedingung aufzuheben, er wurde jedoch höchsten Orts verworfen. Es scheint nun, als wolle man sich jeßt auf eine andere Art zu helfen suchen, indem man mit dem Jnstitut die angegebene Umgestaltung vornehmen will, welche natürlich jene Bedingung des Besuchs Deutscher Uni- versitäten von selbsk ausschließen und wahrscheinlih die Lehrer wieder in ihre Functionen einseßen würde, welche vor der neuen Schul:Organisation unter König Wilhelm 1. von den akademischen Coursen entbunden wurden. L

Möchte man diesen Plan einer reiflichen Prúfung unterwer- fen, um nicht durch voreiliges Handeln in die no< im hoffnungs- vollen Aufstreben begriffene Anstalt den Keim der Verkümmerung zu legen. Die Erfahrung kann hierbei als Richtschnur dienen, daß das afademische Znstitut zur Zeit scines Bestehens Feines- weges seinen Zwe>k erfüllte, sondern vielmehr einer Auflósung von selbst offenbar entgegen ging. Wie damals, würde unter ähnlichen Umständen auch jeßt, der Mangel an Schülern bald fühlbar wer- den, zugleich auch gewiß die Realschule eine nachtheilige Rükwir- fung erleiden.

Die Versammlung der Landstände hat am 2Wsten d. ihre Sißungen wieder begonnen.

Der junge Mondeux hat' auch hier am 2Wsken eine Vorstel- lung gegeben, welche nicht allein allgemein besriedigte, sondern auch einigen der gewandtesten mathematischen Köpfe die lebhaf: teste Bewunderung abgewann. Er löste Aufgaben in 15 Minu- ten im Kopfe, zu denen diese 15—20 Minuten auf dem Papier bedurften. Sein Geisk läßt ihm die Zahlen so klar vorschweben und sein Gedächtniß spiegelt sie ihm so deutlich bis in die klein: sten Details ab, daß ihm rú>wärts und vorwärts alles lebhaft vor der Seele stehe. Zugleich hat Heinrich Mondeux einen so außerordentlichen Scharfsinn, daß ihm die subtilsten Rücksichten in Bezug auf die Zeitrechnung nicht entgehen. Es wurden ihm ge- gen 15 Aufgaben vorgelegt, die er mit einer unglaublichen Schnel: ligkeit, belohnt durch einen enthusiastishen Beifall, löste. Er hat auf morgen eine zweite Vorstellung angeseßt.

Desterreich. Wien, 20, Oft. Der mit einer besonderen Sendung hier: e beauftragt gewesene Serbische Justiz: Minister (der früheren legierung), von Radicsewitsch, hat mit seinen beiden Begleitern Wien geskern verlassen, um nach Semlin zurückzukehren, Wie man hört, is denselben aber von Seiten der betreffenden hiesigen Behörde auf höhere Anordnung bloß bis Neusaß (wo sich auch Protisch, der gewesene Minister des Aeußern, aufhält) das Reise: Visa ertheilt worden. Dieser Umstand scheint mit dem fürzlich gemeldeten Entschluß des Fürsten Michael, seine bisherigen Rath- geber und Minister von sich entfernt zu halten, im Zusammen- hange zu stehen. Auf die beabsichtigte Reise nah St. Petersburg scheint Radicsewitsch verzichtet zu haben. Fürst Milosch hat sei nem Sohn einige Tausend Stück Dukaten zur Disposition ge: stellt, Fast täglich fommen einzelne geflüchtete Serben hier an, um bei dem fürstlichen Wohlthäter Unterstüßung zu suchen. i Heute Vormittag wurden die Schlußzierden Unseres herrli- chen Stephansthurms, dessen Spiße neu aufgeführt worden, nâm-

lich Kugel, Kreuz 2c. feierlich eingeweiht.

Wien, 23, Oft. Jm Stifte zu Lilienfeld wurde am 18ten d. M. das Zubelfest der vor 50 Jahren erfolgten Einkleidung des Patriarchen und Erzbischofs Ladislaus Pyrker in den Cistercienser- Orden gefeiert. Der auch als Deutscher Dichter rühmlichst ge- nannte Greis wurde bei diesem Feste durch die Anwesenheit Sr. Kaiserl. Hoheit des Erzherzogs Johann, so wie zahlreicher Prälaten und anderer Herren Aberrafch

Griechenland.

Athen, 12. Oft. (L. A. Z.) Der König und die Königin sind am 9, Oktober Nachmittags nah einem kurzen Aufenthalte im Archipel hier wieder eingetroffen, Am 30, September (Na- menstag des Königs) haben 32 Jungfrauen, deren Aeltern oder nâchske Anverwandte im Freiheitskampfe blieben, eine Aussteuer an Grund-Eigenthum erhalten, und zwar deren 2 zu 3500, 8 zu 2500,

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1 zu 2000, 21 zu 1000 Drachmen Werth in kulturfähigen Län- dereien, Die Uebergabe der nach gener Wahl auszusuchenden und hierauf gerichtlich abzuschäßenden Grundftüke erfolgt bei Ver- heirathung der Ausgesteuerten.

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Jnuland.

Koblenz, 26, Oft. Die Rhein- u. Mosel- Zeitung publizirt nachstehende Allerhöchste Kabinets-Ordre: „Die durch die Verhältnisse gebotene Beschleunigung Meiner Reise nach Neu- chatel nöthigte Mich zu Meinem Bedauern, dur< Saarlouis zu eilen, ohne von den getroffenen Empfangs - Feierlichkeiten nähere Kenntniß zu nehmen und länger unter den Bewohnern dieser Stadt zu verweilen. Nichtsdesktoweniger habe Jch den guten Sinn, welcher sich überall fund gab, wohlgefällig bemerkt, und es ist Mir Bedürfniß, dies der Stadt Saarlouis nachträglich zu erkennen zu

eben und auszusprechen, daß sie Mir wie jede andere Stadt der Rheinprovinz werth und theuer is. Sie haben dies der Stadt Saarlouis bekannt zu machen und die Ordre zur öffentlichen Kenntniß zu bringen.

Sanssouci, den 20. Oktober 1842,

y (gez) Friedrich Wilhelm. (n den Ober: Präsidenten von Schaper zu Koblenz.“

Schweidnit, 25. Okt. Zum diesjährigen am 19ten und 20sten d. M. abgehaltenen hiesigen Herbst - Wollmarkt sind auf hiesiger Stadt - Waage 249 Ctr. Wolle abgewogen und außerdem no< circa 256 Ctr. anderwärts gewogene Wolle aus hiesiger Umgegend zum Markt gebracht worden, so daß über- haupt gegen 505 Ctr. Wolle zum Verkauf aufgestellt worden sind, deren Käufer, inländische Fabrikanten und Handelsleute, solche mit 42 bis 46, 48 bis 55 und 60 bis 75 Rthlr. bezahlt haben, und ist das zum Verkauf gestellte Quantum schon am ersten Markt- tage vergriffen gewesen,

S Friedland (in Ober-Schlesien), 17. Okt. Die hie- sige kleine evangelische Gemeinde entbehrte seit 200 Jahren der Wohlthat einer eigenen Kirche und eines eigenen Geistlichen. Zwei und eine halbe Meile von der nächsten evangelischen Kirche entfernt, fühlte sie diese Entbehrung vielfach und \<merzli<. Unserem gegenwärtigen Grundherrn, dem Königlichen Kammer- herrn und Landschafts-Direktor Grafen von Burghauß, war es vorbehalten, ein evangelisches Kirchen-System aufs neue hier zu begründen. Auf seine Verwendungen hatte der Hochselige König dem anzustellenden Geistlichen eine jährliche Zulage von 250 Rthlrn. bewilligt, des jeßt regierenden Königs Majestät 1300 Rthlr. zum Bau der Kirche Allergnädigsk zugewendet, und nachdem die wenig bemittelte Gemeinde zur ferneren Salarirung des Geistlichen, durchdrungen von dem Segen des Unternehmens noch jährlich circa 50 Rthlr, aufgebracht hatte, führte unser Grundherr dieses Beginnen im Uebrigen aus eigenen Mitteln zu einem glúlichen Ziele, Eine in geschma>vollem Styl erbaute massive Kirche er- hebt sich auf einem erhöhten Plaß in Mitten unseres Ortes, ein gerâumiges Pfarrhaus und ein freundliches Küsterhaus stehen ihr zur Seite, und das Ganze isk durch kleine Gâärtchen und Anlagen verbunden und eingeschlossen, Die Weihe dieses Kirchleins ward zur Nachfeier des Königlichen Geburtstages auf - den 16. Oktober, als an einem Sonntage, festgeseßt, und während an d:e- sem Tage die Gemeinde, zuerst in der neuen Kirche versammelt, mit tiefer Rührung ihre Gebete dem höchsten Herrn im Himmel emporsandte, mischten sich mit ihnen die Gefühle des innigsten Dankes für die Wohlthaten, die der Hochselige König sowohl als der jeßt regierende erhabene Monarch diesem Beginnen zuge- wendet, so wie die heißesten Wünsche für dessen Wohl. Schon am Abend des 15ten sah man aus den Fenstern jedes kleinen Büúrgerhauses leuchtende Kerzen die Feier des für jeden Preußen so wichtigen Tages verkündigen, während von den Zinnen der Thürme des Schlosses und der katholischen Pfarrkirche zahlreiche Lampen weit in die Nacht hineinstrahlten. i

Magdeburg, 23. Oft, Jn kurzem haben wir von einer unserer hiesigen Buchhandlungen ein Werk zu erwarten, auf welches wir uns im voraus aufmerkfsam zu machen erlauben. Der Bischof Dr. Eylert in Potsdam, welcher länger als 30 Jahre dem Ag@felpeit Könige Friedrih Wilhelm Ill. nahe stand und durch dessen besonderes Vertrauen begnadigt wurde, hat nämlich die Absicht, den von ihm so hochverehrten, hochgeliebten Monarchen in einer Reihe Skizzen der Welt zu zeigen, wie er war, in der ganzen Erhabenheit und Liebenswürdigkeit seines Charakters. Na- mentlich dürften diese Skizzen dem dereinskigen Geschichtschreiber zu einer vollständigen und ausführlichen Lebensgeschichte des unver- geßlichen Monarchen ein höchst willfkommener Beitrag seyn.

Hamburgs Handel in den lezten drei Fahren.

A Samburg, 26. Oft. Jn diesen Tagen ist hier ausge- geben worden: Statistik des Hamburgischen Handels in den Jahren 1839, 1840 und 1841, von Dr, Adolph Soet- beer, Hamburg bei Hoffmann und Campe. 1842, (27 Bogen.)

Die : na A gab vor kurzem einige Auszüge aus Dieterici’s neuestem Werke Über die Handels - Statistik des Zoll: Vereins, der ersten Fortsesung des Buches, mit welchem der ver- diente Verfasser im Jahre 1836 die Mittheilungen über diese für Deutschland so wichtigen Verhältnisse eröffnete. Bis dahin hatte man in Deutschland, während Frankreich, England, Rußland, Danemark alljährlich amtliche Publicationen úber ihre Handels- Statistik veranstalteten, diesem Gegenstand nur geringe Beachtung geschenkt, und das reiche Material, welches sich im Lauf der Jahre in den Zollstâtten aufhäufen mußte, blieb größtentheils Geheimniß der Behörden und Beamten, ohne der Wissenschaft und dem lesen: den Publifum zu gute zu fommen, welches sich mit einzelnen zer- streuten Bro>ken begnügen mußte. Noch weniger aber als in den Städten des Binnenlands geschah in den Deutschen Seestädten, deren A auf den Handel angewiesen ist, für die Verbreitung statistischer Kenntnisse über die Zustände eben dieses Handels, Dem Verfasser der oben genannten Schrift gebührt das Verdienst, hierin für Hamburg die Bahn gebrochen zu haben. Seine erste Schrift, „über den Handel Hamburgs“, erschien im Jahre 1839 und bezog sich auf die Ergebnisse der Jahre 1836, 1837 und 1838. Dies neue Buch bildet hierzu die erste Fortseßung und umfaßt die Zahre 1839 bis 1841, über welche wiederum, und zwar jeßt schon in reihlicherem Maße als im ersten Bande, handelsstatistische Uebersichten gegeben werden. Das Jneeresse derselben wird be- sonders erhöht dur die gelegentlich eingeschalteten Vergleichungen mit ähnlichen Verhältnissen anderer Städte oder anderer Jahre,

Statistische Zahlen, na>t und allein hingestellt, haben in der Regel nur für den, der speziell mit der Sache vertraut ist, oder nur für einzelne besondere Fâlle und Zwe>e einen Werth; erst die Zusam- menstellung mit anderen, auf analoge Verhältni len seßt den gewöhnlichen Leser in den Stan u verbinden, ein bestimmtes, Urtheil zu bilden

ßten si< Vergleichungen mit

Die Auszfige, welche seit sern angefertigt werden, it niht genügen, handelsstatistische Uebersichten zwar oft die einzige, niemals aber eine nugsam zuverlässige Quelle. Jn den meisten Staaten, wo die hoch find, müssen in der Regel, des Schleichhandels oder sonstiger Defrauden wegen, gewisse Ab

ss)e bezüglichen Zah- d, einen deutlichen Begriff damit und die todten Ziffern zu beleben. Bei dem vorliegenden Werke mu anderen Plâgen fast von selbst ergeben. einigen Jahren aus den hiesigen Zoll-Regi fonnten dem Verfasser bei seiner Arbeit Register an si< sind fúr überall die hauptsächlichste,

zúge oder Hinzufügungen Jn Hamburg, wo die Zölle sehr niedrig sind, ist eben deswegen die Kontrolle eben so gering Revision findet gar nicht statt, die Declaration auf Bürger-Eid genügt und so ß auch hier, wenn nicht aus bösem Willen, so doch aus Nachlässigkeit oder Ungenauigkeit, vielfacher Mangel vorauszu- Dazu kömmt aber noch, da ú j nicht und Ein- und Ausfuhr- Zôlle ebenfalls für einige Waaren und daß zur Anfertigung von V zeichnissen úber die ein-, dur< - und ausgeführten Waaren ein statistisches Búreau, wie in anderen Ländern, bei uns nicht vorhanden is. Ueber die Einfuhr erscheinen zwar, und das jebt fast täglich, sehr ausführliche Listen im Dru>, aber die Zusam- menstellung und Herausgabe derselben ist ein bloßes Privat-Unter- nehmen, und über die Ausfuhr wird gar nichts dieser Art publi- Sowohl in jenen Einfuhrlisten, als in den Zoll - Registern Uber Einfuhr, Ausfuhr und Durchfuhr werden alle Waaren nach der zahllosen Mannigfaltigkeit der Verpa>kungsweise aufgeführt, so daß eine úbersichtliche Zusammenstellung der Quantitäten aus jenen Listen und Registern, wenn sie auf i machen soll, außerordentlihe Schwierigkeiten haben würde an- ders als z. B. im Zoll - Verein, wo der Zoll nah dem Gewicht bezahlt wird, eine Uebersicht also schon durch das Zusammenzählen der Gewichts-Angaben erlangt werden kann. vorhandener Uebersichts - Tabellen hat der Verfasser die Tabellen anderer Länder zu Hülfe nehmen müssen, um danach das einheimi- sche Material zu ergänzen; namentlich sind für die Ausfuhr aus Hamburg nach anderen Pläßen die Publicationen der dortigen Be- hörden oder der dort angestellten Hanseatischen Konsuln über die dortigen Einfuhren, und andererseits die Mittheilungen der hier angestellten Konsuln (z. B. über die von ihnen legalisirten Mani- Das in dieser Beziehu rial der dem Verfasser zu Gebote stehenden hiesigen Kommerz:Bi- bliothek wurde gleichfalls ausgebeutet und auf diese Weise eine Arbeit zusammengestellt, welche allerdings von dem Hamburgischen ch allen seinen Richtungen ein zusammenhängendes, leicht es, anschauliches und möglichst vollständiges Bild ge-

Der eigentlichen Handels-Statistik, welche die zweite und dritte Abtheilung des Buches ausmacht, is eine erste Abtheilung voran- geschi>t, welche gewissermaßen als Einleitung dient. mit einem Bli> auf die Lokalität, die Elbe und die Häfen, be- schreibt dann die Zoll - Verfassung und die zum Nuzen des Han- dels getroffenen. Einrichtungen, und läßt hierauf vollständige Ab- drú>e der noch gúltigen Handels: und Schifffahrts - Verträge, so wie der seit 1838 publizirten auf Handel und Schifffahrt bezúgli- Den Beschluß dieser Abtheilung des Handels und der Schiff- lauter Wönsche den Vertretern

gemacht werden.

ß hier Transito - Zolle gar

erhoben werden,

ollständigfeit Anspruch Jn Ermangelung feste) benußt worden. reichliche Mate- Handel na übersehbar währt.

Sie beginnt

chen Verordnungen folgen. machen „Desiderien im Jnteresse

fahrt“ ein Sündenregister von 2 des Hamburgischen Handelsstandes, die schon von desselben (der „Kommerz-Deputation“*) angeregt und zur Sprache gebracht, zum größten Theil au<h schon von den übrigen Behör- den berü>sichtigt und in Erwägung gezogen, bisher aber bei dem allerdings etwas langsamen Gang,

zu nehmen haben noch nicht erledigt w an den Zoll - Verein und Navi unter diesen Desiderien nicht; es aber freilich auch viel weniger gefährliche Neuerungen.

Die zweite Abtheilun Uebersicht Über die Schifffahrts-Bewegun fehr im Allgemeinen, und zwar 1) über die chifffahrt, 3) Über den Landfra Beschluß macht 4) eine Uebersicht des Einfuhr- und 5) des Aus- fuhr-Handels, Hier mögen einige Auszüge Plas finden :

Die Gesammtzahl der im Hamburger Hafen angefomme- ahre 1825 betrug 2432, worunter 248 aus Transatlantischen Hâfen und 432 in Ballast; im Jahre 1841 be- trug die Gesammtzahl 3194, worunter 366 von jenseit des Oceans se Schiffe haben die hiesige Zoll:Linie be- zahlt; in die Nähe von Hamburg gekommen (ohne die Zoll -L sammen für die hiesige re Geschäfte an der hie- und zwar mit 273,522 L

2 Nummern,

den alle Reformen hier orden sind. Anschluß gations : Akte finden sich Übrigens sind lauter weniger wichtige ist die interessanteste. Sie giebt eine und den Handels-Ver- ee-Schifffahrt, 2) über <t- Verkehr; und den

nen Seeschiffe im

und 304 in Ballast; die rúhrt und den Schiffsz (Altona und Köhlbrand) sind berühren) 1319, also im Jahre 1841 Börse (die Altonaer Kaufleute machen i en Börse) 4513 Schiffe, higfeit und 29,163 Mann Besaßung. Jn Bremen 1000 Schiffe an; 1839 (na< Dieterici) in Swinemünde 1562 mit 94,133 Lask, in Danzig 1204 mit 122,607, in Pillau 1191 mit 73,272 Last.

Abgegangen sind von Hamburg, Altona und Umgegend: u. in Ballast

asten Trag- famen circa

davon nach Transatl. Plâgen

ß zu dem starken Schifffahrts- burgs Rhederei noch immer nur s{<wach, nehmen begriffen is; der Be Dampfschiffe, zu Ende des J

chiffe m. 17,148 Last. : - 18,021 :

Jm Verhältni Verkehr ist Ham- wenngleich sie im Zu-

skand war in Hamburg, ohne die

30 Fah, A 30 Fahrzeuge m. 3596 Laft. 1837... 453 E T O

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Bremens Rhederei am Ende des Jahres 1 und war gleichfalls im 5978 Last zu Ende des n Hâfen besaß zu Ende des namlich 202 Schiffe mit 25,954 gsberg 27, Die 5 Preußischen stsee zusammen besaßen 785 Schiffe

en bestand en mit circa 31,100 Last, Lübeck besaß 61 Schisfe mit Jahres 1840, Von den Preußischen H Jahres 1841 Stettin am meisten, Last; Memel 84, Danzig 80, Köni Regierungs-Bezirke an der O mit 105,347 Last 4000 Pfd.) Interessant is die pag. die Reisen, welche in den scher Flagge gemacht wurden; sie ergiebt

Zunehmen.

115 gegebene vollständige Tabelle Jahren unter Hamburgi- troß der Klagen über die

zunehmenden Beschränkungen der Rechte unserer Schiffe im Aus- lande, eine stetige Vermehrung des durch diese vermittelten Ver- fehrs; es ist in diesem Zeitraume (von 1824 bis 1841) die Zahl der jährlich in Hamburg angekommenen Hamburgischen Schiffe ganz allmälig in fast regelmäßiger Progression von 190 auf 448 gewachsen ; die Zahl der aus Transatlantischen Häfen angekomme- nen Hamburger von 55 auf 140, und die Zahl der aus Groß- britanien angekommenen von 30 auf 199,

Mit dem Seehandel Hamburgs geht, als hauptsächlichstes

Element desselben, der Handel nah dem Jnlande Hand in Hand; nur ist hier die Vermehrung, namentlih der Flußschifffahrts-Ver- fehr, noch auffallender, was auf eine verhältnißmäßige Verminde- rung des Hamburgischen Zwischen-Verkehrs zwischen anderen See- hâfen hinzudeuten scheint; Hamburg wird was auch die Gegner sagen mögen immer mehr ein vorzugsweise Deutscher Aus- und Einfuhr- Hafen. Von 1814 bis 18441 hat sich die Zahl der von Hamburg auf der Ober : Elbe versandten Lasten in stetiger Zunahme von 10,449 auf 89,817 vermehrt; bis Wittemberge passirten im Jahre 1824 niederwärts 1,808,138 Hamb. Ctr., aufwärts 1,038855; im Jahre 1841 niederwärts 4,843,348, aufwärts 2,887,146 Ctr. (worunter jedoch 1,039,517 Ctr. Stein- fohlen). Aus den leßten Angaben erhellt das erfreuliche Ver- hältniß der Vermehrung des Deutschen Ausfuhr: Handels zu der Zunahme des Einfuhr: Handels und also abermals die Ver- kehrtheit des Vorwurfs, daß Hamburg, wie die Gegner sich aus- drú>en, eine Englische Kolonie sey, die nichts fúr den Absab Deutscher Produkte thue, Hinsichtlich des Land-Fracht-Verkehrs läßt sih, weil die Angaben nicht vollständig sind, eine allgemeine Uebersicht nicht geben, und wir müssen deswegen auf die pag. 143 bis 152 enthaltenen Details selbst verweisen.

Das vorleßte Kapitel dieses Abschnitts giebt eine Uebersicht

der Einfuhr ausländischer Produkte, das leßte einige Details úber die Augfuhr Deutscher Erzeugnisse. Was die ersteren anlangt, so finden sich vollständige, den Zoll-Büchern entnommene Tabellen Über die Einfuhren der Jahre 1839 und 1840, Die auf dem Zoll-Büreau gemachten Declarationen freilich eine nicht ganz sichere Quelle ergeben fúr das erstgenannte Jahr einen Gesammtwerth der Einfuhr von 164,896,000 Mk. Bco., und fär das folgende Jahr 177,030,000 Mk. Bco. Alles in runden Summen und die Beiladungen fúr Altona nicht mitgerechnet. Der Verf. bemerkt einleitend, nachdem er aufdie Veränderung der fommer- ziellen Lage seit Freigebung des Handels mit den Kolonial: Ländern hin- gewiesen, Folgendes: „Seitdem hat der Hamburgische Jmport-Han- del eine andere Gestaltung gewonnen, indem von da an die direkte Beziehung aus den Erzeugungsländern immer mehr die Haupt- versorgung des Marktes übernahm. Die indirekten Beziehun- gen, theils dur< vorübergehende Konjunkturen, theils für einzelne Artikel durch gegebene handelspolitische Verhältnisse veranlaßt und geregelt, sind jedoch dadurch feinesweges ausgeschlossen, aber roeit entfernt, daß hierdurch die Waaren vertheuert würden, dienen sie vielmehr dur< ihre völlig unbehinderte Zulassung, so wie durch Benußung der Transit-Freiheit dazu, in Hamburg einen möglichsk gleichmäßig versorgten und namentlich für die Konsumenten in je: der Hinsicht vortheilhaften Markt zu bilden. Ueberhaupt haben die mit allen bedeutenden Handelspläßen der Welt, theils durch eigene Etablissements, theils durch Agenten fremder Handelshäuser unterhaltenen lebhaften Geschäfts:Verbindungen, die rasche und re- gelmäßige Communication mit den Übrigen wichtigen Stapelpläßen Europa's, die durch keine Differenz - Zölle und keine lästige Kon- trolle behinderte freie Konkurrenz aller Produkte aus allen Län- dern und unter allen Flaggen in ihrer Zusammenwirkung die na- türliche Folge gehabt, daß im Ganzen genommen, kein Handels- plaß einen billigeren, reichlicheren und vollständigeren Markt der verschiedenen Consumtions- und Fabrications-Artikel darbietet, als Hamburg eine Thatsache, deren vielseitige Vortheile für ganz Deutschland oft verkannt, selten unbefangen gewürdigt werden.“

Da diese Einfuhr ausländischer Waaren zum größten Theil

ihren Absaß im Deutschen Jnlande findet, so muß damit die Aus- fuhr inländischer Erzeugnisse in innigster Wechselwirkung stehen. Eine úbersichtliche Schäßung des ungefähren Gesammtwerthes der Hamburgischen und Bremischen Jwmporte für den Verbrauch des JZnlandes, im Vergleich mit der durch sle vermittelten Exportation Deutscher Produkte ergiebt, besonders wenn man die Resultate mehrerer Jahre zusammenzieht, eine wie man zu sagen pflegt eher günstige als ungünstige Handelsbilanz. Die Beschwerden Uber das Mißverhältniß zwischen der „Ueberschwemmung Deutsch- lands mit ausländischen Waaren“ und dem mangelnden Absabe inländischer Handels-Artifel sind in Beziehung auf Hamburg und Bremen eben so unrichtig als ungerecht, Eben so unhaltbar wie diese Klagen selbst sind die verschiedenen auf dieselben gegründeten Vorschläge zur Erzwingung eines besseren Absaßes dur< Maßre- geln von oben herab. Das Privat-Jnteresse des Kaufmanns ist am wachsamsten und scharfsichtigsten, neue Quellen des Gewinnes zu entde>en und jeden gebotenen Vortheil auszubeuten, und bedarf feiner besonderen Aufforderung, um, wo es irgend angeht, dem Absaße vaterländischer Erzeugnisse neues Terrain zu gewinnen, Die zeitgemäße ununterbrochene Vervolllommnung der einzelnen Industriezweige, strenge Reellität der Fabrikanten in der Anferti- gung und Bezeichnung ihrer Fabrikate in denjenigen Handelszwei- gen, in welchen Deutschland schon jeßt regelmäßig ausführt dann aber auch billigere und bessere, oder wenigstens gleich billige und gute Herstellung solcher Manufakturen , hinsichtlih deren die Englische, Französische und Belgische Industrie bis jeßt den Vorrang behauptet hat das sind die Haupt-Bedingungen, um allmälig eine größere Ausdehnung des Deutschen Ausfuhrhandels herbeizuführen. Bilden die für Deutschland passenden Zweige der Fabrication sih den Anforderungen der überseeischen Konsumenten entsprechend aus, so wird die Unterstüßung derselben dur< Vor- {{hússe, die Exportation und der weitere Vertrieb durch Hamburgs und Bremens Vermittelung von selbst damit Hand in Hand ge- hen, ohne daß diese Städte dazu einer besonderen Aufforderung be- dürfen, oder dafür ein besonderes Verdienst in Anspruch zu nehmen hâtten. Alles, was sie wünschen, if nur eine unbefangene Wür- digung der bestehenden Thatsachen, der wahren Verhältnisse.

Nach diesen Bemerkungen geht der Verfasser die einzelnen

Gegenstände des Ausfuhrhandels durch; er verweilt am längsten bei der außerordentlichen Zunahme des Hamburgischen Getraide- handels, die aber freilih so günstig, wie sie in den leßten Jahren gewesen, nicht fortgehen kann; dann folgt der gleichfalls sehr wich- tige Handel mit sogenanntem oberländischen (besonders Preußischem

und Anhaltischem) Nubholz, der sich gegen frühere Jahre gehoben, während die Zufuhr von Stabholz abgenommen hat; die Ausfuhr von gesalzenem und geräuchertem Fleisch, welche sich gleichfalls ver- mehrt hat, auf welche aber die neuerdings eingetretenen Modifi- cationen im Englischen Tarif einen bedeutenden (ob aber förder- lichen ?) Einfluß üben werden; der sehr bedeutende Butterhandel (dem aber von den neuen Portugiesischen Differential- Zöllen her einige Gefahr droht); die gleichfalls steigende Ausfuhr von thieri- schen Abfällen (Haut, Haar und Knochen); dann die leider bedeu- tend abnehmende Ausfuhr von Deutscher Schafwolle und von