1842 / 318 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

legenheiten hinreißen zu lassen. Von einigen Ostindischen Blättern war der Zug des General England mit den dem Ge: neral Nort entbehrlichen Truppen von Kandahar nah Sind durch die angeblichen Absichten des General-Gouverneurs auf das Pendschab gedeutet worden, wogegen aber jenes ministerielle Blate nachweist, daß diese Operation des General England nur den Zweek habe, eine möglichst große Anzahl von Truppen den Corps von Pollock und Nott zur Stúge dienen zu lassen, da, sobald General England die ihm bestimmte Stellung eingenommen haben werde, alle zwischen ihm und dem in Afghanistan operirenden Corps stehenden Truppentheile dem leßteren nöthigenfalls Ver-

stärfungen würden zusenden können , ohne daß dadur die so un-

cus} Verbindung mit Ostindien zerrissen würde,

uch bei dem Jrländischen Repeal- Verein betheiligen sich

Frauen, sie treten aber nicht als Rednerinnen auf, wie die Char- tistinnen. Jn der leßten Sißung des Repeal-:Vereins zu Dublin wurde außer mehreren Kindern, worunter eines erst 24 Stunden alt, gegen Erlegung des Betrages von 1 Pfd. auch eine Miß Eliza Mac Dermott, die in einer sentimentalen Zuschrift ihre An- sichten über die Repeal entwickelt hatte, als Mitglied aufgenom: men. Der galante Daniel O’Connell bemerkte dabei, das sey in der That eine Ehre, indem diese Dame ein so edles Blut in ihren Adern habe, als irgend eine fürstliche Familie, denn sie stamme direft von den alten Jrischen Fürsten von Coolavin. Er trage deswegen darauf an, daß der Secretair beauftragt werden solle, sih möglichst anzustrengen, zu Entwerfung eines Danksagungs- Schreibens an die Fürstin Mac Dermott für ihr Pfund und ihr liebes Gesiche. Dies wurde unter lautem Jubel beschlossen.

Die Times versichert, daß der erhöhte Amerikanische Zoll gänzlich seinen Zweck verfehlt habe. Die fremden Produkte scyen dadurch so theuer geworden, daß sie gar keine Käufer finden könn- ten; sle müßten deshalb wieder zurÜckgezogen werden und erhiel: ten nah dem Geseß den Zoll zurück, so daß der Staat nicht allein nichts gewonnen, sondern auch noch die Kosten fúr die Zoll- Einrichtung verloren habe.

In Liverpool fand in leßter Weche ausländische Wolle in bedeutender Masse willige Käufer, jedoch nur zu sehr Me Preisen; Schottische Wolle ward wenig beachtet, und die Ge- schäfte beschränkten sih auf die besseren Sorten. Jm Ganzen wurden dort dieses Jahr 10,711 Ballen Schottischer und 27,021 Ballen ausländischer Wolle eingeführt. Jn Leeds findet in: und ausländische Wolle selbst zu sehr edrúckten Preisen wenig Käu- fer, da die Fabrikanten bei der Schwierigkeit des Absaßes und ihren beschränkten Aufträgen mit dem Einkauf des Rohstoffs sehr zurühalten. Jn Huddersfield, Rochdale und Bradford liegen die Handels- und Fabrik-Geschäfte ebenfalls sehr danieder.

Zu Gibraltar sind zwei neue Batterieen aufgeführt worden, welche den Namen der Königin Victoria und des Prinzen Al- brecht führen.

Jn Jamaika herrschten, nah Berichten vom 27. September, wieder Klagen über Mangel an arbeitenden Händen, da die ier ger, denen nach ihrer Freilassung kleine Grundstücke angewiesen worden waren, den größten Theil ihrer Zeit auf deren Bebauung verwendeten. Eben \o beklagte man in Jamaika ferner, daß die Parlaments-Akte über freien Handel mit Haiti so dunkel abgefaßt sey, daß es zweifelhaft wäre, ob auch die Britisch - Westindischen Inseln daran Antheil nehmen könnten; daß die Verordnung des Geheimen Rathes, welche in Folge jener Parlaments-Akte erlas sen worden, darüber schweige, ob Haitische Schiffe in die Häfen der British-Westindischen Kolonieen einlaufen dürften; und daß daher der Handel der Westindischen Kolonieen mit Haiti nicht eher eróffnet werden könne, als bis nâhere Nachrichten aus | dem Mutterlande eingegangen wären.

Belgien.

Brüssel, 11. Nov. Die Repräsentanten-Kammer hat gestern

ihre permanenten Kommissionen gebilder, Der Finanz: Ministe hat darauf das Budget von 1843 vorgelege. Es beträgk 112,818,742 Fr, Einstweilen sollen auf alle Steuern Zusaß-Cen#Ÿ timen gelegt werden, :

Deutsche Bundesstaaten.

Sprache verweisen , auf diese Art die Lateinische Sprache unter den Rang einer diplomatischen herabschen , «somit die Sächsische Nation ihres diplomatischen Verbandes entkleiden zu wollen . 4) Nicht minder scheint daraus, daß die Stände der Sächsischen Nation lieber die Lateinische als idre Deutsche Muttersprache zugestehen wollen, zu

Verhandlungen , ndlichen Kenntniß-der Gesche und die haltun des Verbandes zwischen sämmtlichen Nationen dieses

i fürfienthums, als vielmchr nzig und allein die Unterdrückun Muttersprache der Sächsischen Nation beabsich

können sich die Gefertigten um so weniger fügen

den Ständen selb unterm 30. März 1838 dem Kb Repräjentation hervorgeht, daß die Möglichkeit des Nationalität vorzüglich in dem freien Gebrauche der Muttersprache be- gründet sey, und mit dem Aufhdren der Nationalität nothwendig auch die Stützen des Throncs sinfen Gefertigten mit dem wahren Geiste der Union durchaus bar, daß die Sächsische Nation zur Erlernung von drei Sprachen ge- zwungen werde, während die Mitbürger der Ungarischen und She er Nation sich nur ihrer Muttersprache bedienen und sch ganz ohne Mühe und Zeitverlust zur Bekleidung êffentlicher Aemter fähi machen kön- nen. Jn Anbetracht der vorausgescbickten Umstände sehen sih daher die Gefertigten nenerdings zu der Bitte genöthigt, daß der König bei Bestätigung des alsbald hinaufzusendenden Gesch - Artikels zu bewilligen geruhen möchte: 1) daß neben die in Ungarischer Sprache zu verfassenden Gesehe auch der Deutsche Text hinzugefügt werde ; 2) daß die Sächsische Nation in allen ihren Korrespondenzen, ob diese nun bürgerliche oder religidse Angelegenheiten betreffen , die Deutsche Sprache gebrauchen fônne. Aus diesem Gesuche ist es Flar, daß weder der Ungarischen noch der Szekler Nation irgend cine Entwürdigung zugeht.-- Wenn übrigens die Latcinische Sprache der Ungarischen niht zur Verkleinerung gereicht, so läßt sich dies um so weniger von der Deutschen behaupten, indem diese niht nur zur Ausbildung der Staatsbürger mehrere Hülfsmittel bietet, sondern auch zum wechselseitigen Verkehr der Nationen und in deren Rechts- sireîten wesentlich nothwendig ist.-//

Schweiz.

Lausanne, 8, Nov. (Schweizer Bl) Hier bestehen fleinere Gesellen: Vereine, deren Mitglieder zum größeren Theil besser sind als ihre Lehren, Sie greifen im Grundsaß jedes Eigen- thum an, zeigen sich übrigens ehrlich und brav. Fröher verging fein Mentag, ohne daß sich nicht die Deutschen Arbeiter wie wilde Thiere in den Straßen und Kneipen s{hlugen, Dermal sind die Streiche selten, der Unterricht hat sih verbreitet, die Sitten haben sich veredelt, Ein Fortschritt aber is der doctrinaire Hoch- muth nichk zu nennen, mit welchem die Führer dieser Vereine ihre Grundsäße, ihre Verachtung von Jedermann, der sie nicht theilt, aus- sprechen, so wie ihre Unkenntniß der Grundlagen der menschlichen Gesell- schaft, des Eigenthums und der Ehe. Sie blühen in den Städten der Waadt nur durch fremden Wink, Jüngst soll si ein Abgeordneter der Pariser Kommunisten vor den Verein in Lau- sanne gestellt und ihm seine Unthätigkeit vorgeworfen haben. Die Deutschen, von einem Waadtländer Üüberredet, stießen aus ihrem Verein alle Mitglieder, die ihre Grundsäbe nicht theiltcn, 32 an der Zahl, aus, Diese wollen an den Richter gehen, weil sie um ihren Antheil an dem was die Gesellschaft besist, gebracht wor- den. Schöner Kommunismus! Bursche zum Land hinaus! Die Schweiz hat den Deutsch-Französischen Propagandismus satt. Von der Doktrin zur That is der Uebergang leicht, wenn auch im Anfang nur allmälig,

Bern, 6. Nov. (A... Z.) Jn, der westlichen Schweiz be- schäftigt man sich jegt weit mehr mit Eisenbahnen, Straßen- und luß - Correctionen, als mit Verfassungs: Fragen, die der größte heil der Bevölkerung, der Gewerbfleißige sowohl als der arbeit-

als aus der von estandes eincr

same Handelsmann, als múßize Fragen ansieht. Die schon im vo- rigen Jahrhundert beabsichtigte Verbesserung des Laufes der Aar und der Zihl ist ein Vorhaben, dem seit ungefähr zwanzig Jahren

. die frúhere und die gegenwärtige Regierung ihre volle Aufmerk sam-

“Feit schenkten, Die gegenwärtige hat von einem sehr einsichtsvollen, in

Bern als Direktor des technischen Büreaus, des Bau-Departements

t angestellten Polnischen Flüchtling sehr beachtenswerthe Entwürfe erhal: Æ4 ten. 2# äuf mehrere Millionen Franken 2 zelnen Kantons kaum angemessen, andererseits reichen auch die zu 2E diesem Behuf vorzunehmenden Arbeiten,

Allein einerseits scheinen die Kosten der ganzen Arbeit, welche anskeigen, den Kräften eines ein-

so wie der dadurch zu

X hoffende Gewinn an Verbesserung des Landes weit über die Grän:

Douglas, Sohn des Herzogs von Hamilton, stattgefunden.

Desterreich.

Deputirten in Siebenbürgen in der Landtags - Sißung am 12, September hinsichtlich des neu entworfenen Sprach-Ärtikels gegebene und mit der diesfälligen Repräsentation dem König un- terbreitcte Sonder-Meinung mit, welche von hohem Jnteresse ist: ¡So wie sich die Übrigen Stände mit dem Geseb- Artikcl, welcher unlängst mittels Königlichen Reskripts vom 1. August 1842 bestätigt worden is , nicht beruhigt haben und zum größten Theil auf dem zuerst beantragten Gesehes - Vorschlage beharren , cben so muß auch die Sächsische Nation bei den Wünschen, welche sie in ihrer am 1. Februar l. F, den Ständen übergebenen und sonach dem Kdnig unterlegten Sondermeinung weitläufîger angeführt hat, beharrend, um so mehr sich neuerdings binaufwenden , da dieselbe nicht einmal so viel Merkmale der Allerhdchsten Gnade erlangen konnte, als de- ren sich die obbelobten Stände rühmen können. Daher bemerken die unterfertigten Deputirten der Sächsischen Nation mit Berufung auf ihre erwähnte Meinung in Betreff des leßten diesfälligen Be=- schlusses der Stände in Kürze Fol endes: //1) Die Sächsische Na- tion findet sich hinsichtlich der ufrehthaltung ihrer Nationalität in großer oan, da sie sieht, daß die Landesstände, dem Bei- jpiele Ungarns folgend, die Ungarijche Sprache wiederholt zur alleini- gen diplomatischen Sprache zu erheben wünschen. Fn Ungarn zielt der Eifer, womit man die Ungarische Sprache überall einführen will, geradezu auf die Verschmelzung der Nationen zu Einem drper; aber eine solche Verschmelzung, wenn sie auch mit der Verfassung des Kd- nigreihs Ungarn vereinbar seyn sollte, widerstreitet offenbar der Ver- fassung dieses Großfürsenthums, welche auf das Sysiem der drei Na- tionen gegründet is und die Unverleßbarkeit dieser drei leichberechtig- ten Nationen gewährleistet, 2) Auch der Umsiand fteigert die Be- sorgniß, daß die Stände selbst in dem Augenblicke, wo dieselben durch den Kdnig mit der ausgedehntesten Ausübun der Ungarischen Sprache beglückt werden , der Deutschen Sprache fi der dsentlichen Verwaltung durchaus keinen anderen Play anweisen wollen, als die Mitte der Sächsischen Nation, dagegen aber die Ungarische Sprache ganz unumwunden für die National- Sprache anschend , die Idee zu wccken scheinen, als ob in Siebenbürgen nur von Einer Naîjon die Rede seyn könnte. Dieses Bestreben, besonders in einer Zeit, wo die arien zu einer Vereinigung mit Ungarn laut zu werden be- innen, is von. zu großer Wichtigkeit, als daß solches unbeachtet ge- assen“ werdeaäkdnnte. 3) Auch das kann ferner nicht mit St1illschwei= el: Ubergangen werden, daß die Stände, indem sie im ersten Punkte die g Sprache für die ausschließlich diplomatische Spr erflären, im fünften Punkte

: ; / : F zen des Kantons Bern hinaus. verwittweten Großherzogin Stephanie, mit dem Marquis vonzy daß die verschiedenen Kantons-Regierungen niemals zu einer aus- Æ führbaren Uebereinkunft zu gelangen vermochten, #0 überließ die

M Regierung von Bern vor einigen Jahren. das ganze Ge-

Siebenbürgen. Unter der Ueberschrift „Landtags-Akten“ s ft

theilt der Erdelyi Hirado nachstehende, von den Sächsischen |#

ache dagegen die S4hsische Nation bei i Korrespondenz mit dex Dikasterien auf den Gebrauch der Lateinischen

Da aber die Erfahrnng zeigte,

einer aus verschiedenen Kantonen zusammengeseßten - Gesellschafe. Diese f esumpfüngs - Gesellschaft zog den durch seine schönen Arbeiten in ündten berühmten Ingenieur La Ricca zu Rathe, der einen sehr großartigen und fühnen Entwurf ausarbeitete, um die Aar in den Bielersee zu lei- ten. Es steht nun zu erwarten, was fúr Vorschläge diese Gesell: schaft an die Regierungen bringen werde. Jmmerdin läßt sich die Verwirklichung bei den bedeutenden Summen, die sie in Anspruch nimmt, schwerlich in nahe Aussicht stellen. Die Eisenbahn zwischen Thun und Bern scheint wieder etwas ins Stocken gerathen zu seyn, wenigstens hört man weit weniger davon sprechen. Dem Vernehmen nach sollen die Unternehmer auf die früher beabsich- tigte Berufung des Herrn Negrelli Verzicht geleistet Und sich an einen Engländer zu wenden beschlossen haben.

Spaníen.

Madrid, 3. Nov, Die Deputirten der Coalition haben bereits ihr Programm für die nächste legislative Session verdfs fentlicht; es ist von dem Prâäsidenten Aleon und dem Secretair Garrido unterzeichnet, ‘und es sind darin mancherlei Wünsche auf- estellt, die annehmen lassen, daß die Coalition dem Ministerium deftige Fedrige vorbereite. So wird hauptsächlich auf Erspar- niß im Haushalte, auf Unterdrückung von Mißbräuchen, die einen großen Theil des Ertrags der Einkünfte verschlingen, auf Beseiti: gung des verderblichen Systems, nah welchem der Schaß fast nur von Anleihen lebt, gedrungen.

ss Paris, 10. Nov, Die zwischen dem Finanz: Intendanten von Catalonien und dem Ayuntamiento von Barcelona obwaltenden Schwierigkeiten dauern fort, und man sieht mehr oder weniger ârger- lichen Folgen derselben entgegen. Der Mon, Iotendanit gehorcht nur den gemessenen Befehlen der Regierung, indem er alle geseßlichen Mittel aufbietet, um die Zahlung der zum Theil seit drei “Jahren rückständigen Steuern von dem Aountgimiento zu erzwingen, dessen gesammte Schuld an den Staatsschasß auf nicht weniger als 4 Millionen Realen angeschlagen wird. leitung eines Executions : Prozesses gegen die Munizipal: Behörde jeg arcelona als sehr wahrscheinlich und nahe bevorstehend. Um ein solches Aeußerste wo möglich zu vermeiden, hat der politische

folgen, daß die Stände nicht so schr die Erleichterung der ameztlden . recht-* 1 roß- g der tigen. Diesem Bestreben nig tnterbreiteten.

müßten. 5) Schlicßlich halten die r unverein--

Man betrachtet die Ein-- |

«

| haft zu prüfen und zu erledigen.

treibung der Steuern auf sich nehmen, aber die Junta hat, ohne sich lange zu besinnen, mit einer peremtorischen Weigerung geant- wortet. Da übrigens das System, fraft dessen die städtischen Behörden die Erhebung der S taatssteuern zu besorgen haben, ziemlich oft zu Verlusten, Verzögerungen und Weiterungen Anlaß egeben hat, so hat die Regierung einen Anfang zu seiner Ab- schaffung gemacht, indem se versuchsweise in einer gewissen An- / zahl von Ortschaften die Beitreibung der direkten Abgaben an Finanz- Beamte übertragen. Daß aber diese Reform bei dem schroff ausgebildeten Munizipalgeiskte Spaniens auf große Schwie- rigfeiten stoßen werde, läßt sich leicht voraussehen.

Die Rechts - Fakultät von Saragossa hat ein Schreiben an die Regierung gerichtet, in welchem sie ihren höchsten Bei- fall úber die in leßterer Zeit erfolgte Reform des juristischen Stú- dienplanes ausspricht, und in dem sie außerdem ihre große Zufrie- denheit mit der Verschmelzung der bisher gesondert bestehenden Fakultäten des fanonischen und des Civilrechts zu erkennen giebt,

Moldau und Wallachei. Nachrichten aus Belgrad zufolze, war Emin - Efendi am 1. November Abends Belgrad gegenüber angekommen und, mit strenger Beobachtung aller Sanitärs - Vorschriften, auf das von Kiamil Pascha ihm entgegengesendete Boot übergetreten. Die Publication des Großherrlichen Berats, welchen Emin Efendi mitbringt, sollte dem Vernehmen nach am 7. November erfolgen.

Túrkei. E

Eine Beilage zu dem in Smyrna erscheinenden Jmpar- tial giebt folgende Details Über die furchtbarcn Verheerungen, von denen die Stadt Pergamus am 15. Oktober durch eine Ueber- shwemmung heimgesucht worden ist: „Die RegengÜsse der leßt- verflossenen Tage scheinen viel stärker im Jnnern gewesen zu seyn, wenn man nach dem urtheilen soll, was sich in Pergamus zuge- tragen hat. Gestern angekommene Briefe melden, daß diese 20 Lieues nördlich von Smyrna gelegene Stadt am vorigen Sonnabend der Schauplaß eincrUeberschwemmung gewesen is, wie man sie seit Men- schengedenken in diesem Lande nicht erlebt hat. Der Strom, der mitten durch die Stadt unter einer alten, aber noch soliden Brúcke, von Genuesischer Bauart, läuft, ist in kurzer Zeit so angeshwollen, daß in Weniger als einer Stunde fast die halbe Stadt in Trúm- mern lag. Das ganze Türkische Viertel ist weggeschwemmt wor- den, und über vierhundert ZJndividuen, Männer, Weiber und Kinder, sind dabei umgekommen, Mehrere Personen fkletterten, um dem Tode zu entrinnen, auf die Dâcher oder auf Bâume, wurden aber bald durch den ungestümen Andrang des Wassers fortgerissen. Ganze Viehheerden sind verschwunden; Arbeiter auf den Feldern sind gleichfalls umgekommen. Das Haus des Gouverneurs und das Gefängniß, beide von festerer Bauart als die Übrigen Gebäude, fonnten der Gewalt der Fluthen nicht wi- dersktehen. Die unglücklichen Gefangenen, die fih darin befanden, haben alle das Leben verloren. Hundert und funfzig Häuser und eine große Anzahl von Kaufläden sind zerstört worden und ganze Familien, die noch vor einigen Tagen in einem gewissen Wohl- stande lebten, befinden sich in diesem Augenblicke im schrecklichsten Elend. Der volle Umfang des Unglücks ist zur Stunde noch nicht

genau bekannt.“ Meriko.

Meriko, im Aug. (L. A. Z.) Die religióse Duldung bricht nun auch in unserer Republik wie in den anderen Staaten von Mittel: und Süd- Amerika sich endlih Bahn und macht die alte Römische Geseßgebung, die während der Spanischen Herr- schaft hier als unverleßlich galt, immer mehr verschwinden. her war bei uns das alte Spanische Geseß in Kraft, nach wel- chem nur Katholiken das Mexikanische Bürgèrrecht mit allen seiz nen Folgen erwerben konnten, und kein Keber durfte eine Mepxi- fanerin heirathen, wenn er nicht vorher seinen Glauben öffent- lich im Bußgewande abgeshworen hatte, Diese beiden bisher gúltigen Gescte hielten viele Fremde, besonders die Eng- länder, ab, sich hier bleibend niederzulassen. Nun hat sie der Prâsident Santana aufgehoben. Mexiko is allen Ausländern ohne Unterschied des Glaubens gedffnet, Je: der kann sich bei uns anfaufen und, ohne seinen Glauben zu ver- leugnen, mit einer Eingebornen sich verheirathen. Wie zeitgemäß und zweckmäßig diese Aufhebung alter Geseze aus den finsteren Jaßrhunderten des Papsithums war, zeigte sich bald. Kaum war das neue Geseß gegeben, als viele Ausländer sich bei uns bleibend niederließen und Mexikanerinnen heiratheten. Bei unserem geseg- neten Lande wird diese Einwanderung immer mehr zunehmen, und Mexiko, aus seiner Absperrung von anderen Völkern erlósk, wird die Einsichten derselben in seinen Schooß aufnehmen und sch da: durch geistig wie numerisch stärken.

China.

Macao, 26. Juli. Das Canton Register veröffentlicht folgende Kaiserliche Proclamation in Betreff der Barbaren: /¿Jch, der Kaiser, habe, da das Opium wie Gift in China cin- sirômt und Elend úber das Volk bringt , in früheren Fahren in Edifkten meine ausdrücklichen Befehle niedergesandt , die cs in jeder Provinz streng verboten, Von neuem und zum dritten- male habe ich mit der unablässigiten Soearatt flavre und deut- lihe Befehle und R Loo erlassen, und da Canton der Ort war, wo die ausländischen Barbaren handelten, so ertheilte ich Lin- Tsihseu ausdrüdlichen Befehl, sich dahin zu gee diese Angelc- genheit zu untersuchen und fie zu erledigen. Die Barbaren aller Nationen gchorchten der Beschränkung bereitwillig und auf- richtig und machten sich durch Versprechungen verbindlich ; blos der rebellische Englische Barbar Elliot machte unter dem Vor- wande der Vernichtung des Opiumjuxes die Prâätension , Unruhe zu erregen. Lin wurde wegen seiner schlechten Leitung sogleich degra- irt und nah der Gränze verbannt. Dennoch \{chlich sich im 6ten Monat des 20sten Jahres von Taoukwang der genannte Rebvell ragen- gleich in die Gewässer der Provinz Schekiang, nahm heimlicherweise die Stadt Tinghai in Besiß und ging dann zur See nach Tintsing, die Ueberreichung einer Bittschrift ankündigend. Fch, der Kaiser, be- trachte China und die auswärtigen Nationen mit gleichem Herzen und gleichem Sinn und halte es für wichtig, Leute aus der Ferne gúülig und mild zu behandeln, und da ich nicht dachte, daß seine (Elliot’s) ersten Gedanken Rebellion wären, und damit er seine Beschwerden angeben und darlegen könne, nicht aber der Handel seines Landes ohne alle Rücksiht verworfen und abgeschnitten werde, befahl ich Keschan, von neuem nah Canton zu gehen und die Thatsachen wahr- en. Ferner ergriff} der General Elepu, Kommissar der Provinz Schefiang, den Bardbaren-Offizier Gantihhai Anstruther) und viele Andere, rettete sie durch ode Gunst vom ode und \endete se, als vgs ee geräumt worden, in ihx Land e Allein der genannte Barbar - listig und trügerish , ih rehend und -wendend stets mit unersättlicher Begierde bettclnd und die. fricdlichen Absichten und Reden Keschan's , der keine gehbrigen Vertheidigungsmittel vorbereitete, klar erkennend , be- rief am Ende Truppen und griff zuerst nah einander die Forts bei Tschakeo und Takeo (Schuenpih und Tykockto) an, tôdiete

Chef der Handels - Junta antragen lassen, sie: mdge wieder wie früher ehe das Ayuntamiento e: diese Befugnis nos, ‘die Bei:

meine hohen Offiziere und sidrte meinen s{hwarzhagrigen Stamm an den Küsten; und die Ursachen der Stdrung "und des Krieges sind

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durch das eigennügige Verkaufen von Opium- von Seiten der rebelli- dura des s Landen; außerdem bat er dienlich

und insgeheim wendete er trôgerische Mittel

heit den Rücken und machte alle meine Be cin solches Benehmen waren Gdtter wie e Kaiser, befadl T ee É je zieren, Truppen vorzu

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9 Als der Rebellen-erdrückende General Jih in Canton eintraf, kamen die rebellischen Fremdlinge rattengleich in die inneren Gewässer, spionirten um die Provinzial-Hauptstadt herum, und der Grund, wes- halb die hohen ziere dann ihre Truppen versammelten, lag in dem gcizigen und gierigen Verlangen nah ten Rebellen, der, au der Hongkau

Fch, der Kaiser, behandele Alle mit vollkommener Aufrichtigkeit und

elwollen in meinem Buscn genährt. So sagte er, wenn habe h P eibeil erhalte, solle Friede seyn, und er wolle nicht nah anderen Orten gehen und Stdrung veranlassen. Auf diesen Grund betrachtete ich die GebEdrans der Gunst (6 Mi eine sehr unbedeutende Sache und mäkelte durchaus nicht daran. Nâr- rischer Thor eines verächtlichen Stammes. Wie kann er unternehmen, es mir gleihtbun zu wollen! Da aber mein Volk in den Küsten- Provinzen mein eifrigstes Sorgen und Denken war, mußte ich der Gewalt der Umstände gemäß handeln. Wer hätte denken können, daß der rebellishe Fremdling solch ein schlechtes Herz im Busen trage, den immel betruge und gegen die Vernunst anfämpfe! Die Provinz Lauten ward in Rule gelassen, aber die Provinzen Fubkihn und Schekiang wurden wieder bewegt wie die Wogen des Occans. Tinghai ward von neuem heimlich belauert und die Stadt wieder eingenommen und beseßt , und mein Minister Jukihn starb bei der Verthcidigun seines Vaterlandes, und meine Offiziere gaben ibr Leben hin, un viele meiner Leute wurden niedergemaht. Elliot’s Verbrechen zu zählen, is \{chwer. Jch befahl besonders dem Schrecken einflößenden General bing und Anderen , ihre Truppen vorzuführen und die Barbaren zu vertilgen. Vor einiger Zeit verließen die Räuber Ningpo, und dann le ten sie Tschapu in Asche. Als die Pläne des genannten Fremdlings in Canton vollführt waren, ging er nach Schekiang, wo er die Provinz plünderte zum Unterhalte sciner Truppen. So ist seine grausame, barbarische Anordnung. Allein das Maß seiner Bos- heit it voll, und der Himmel wird ihm nicht lange mehr Zeit gdnnen.// ¿Wenn der Himmel von oben auf diese Thaten herabblickt, werden die Barbaren sicher vertilgt werden. Welche Verbrechen hat mein Volk begangen, daß es von solchem grausamen Unglück heims gesucht wird? Bei Selbsiprüfung finde ih mein Gemüth voll Kummer und Elend, und all mein Denken is, daß jenes giftige Gewächs (Elliot) noch nicht abgeschnitten ist, und daß ih meine Unterthanen nicht retten kann. Mit \{merzlihen Gefühlen hasse und tddte ih mich selbst, daß ih meinen Pflichten nicht zu genü-

gen vermag- denn bei Tage wie bei Racht kann ich kaum ruhen. Fhr Generale, Anführer, Gouverneure, Vice-Gouverneure, Beamte und Offiziere zu Peking und in den Provinzen, ihr Diener alle! solltet den Zusiand meines Gemüths erwägen eilen und nicht an Ruhe denken , sondern die S im Auge haben und alle Selbstsucht und Heuchelei Bean damit 2 euer Name in Zukunft nicht siinke. Was die Á

die Mannschaft betrifft, die stets von der Stärke i

und von ihrem tödtlichen Geshüb reden, deren tragen sey: warum

begannen den Kampf und Fühnen Bauern unterstüßt.

benden Gemeinden; einzelne Gutsbesißer ha

Gewinn bei dem genann- X Handel bedacht, dringend bat, die Schulden Es eute an die genanuten Fremden möchten bezahlt werden. Sj ÉDHerbstes annehmen, jedoch mit : welche im vorigen Jahre durch Hagelschlag verwüstet wurden EZIn diesen is der Ertrag sehr

Mill. D als A

ziere und ausgestellt worden und hatte bereits dama rer Schiffe e Feuer schwer zu er- G fat ta Me gleich heim Anyliebader Rêuter in : | x urcht und flichen wie der Wind in Unordnung? nd dann drangen seln, daß die anderen Säle dagegen fa die Diebe ohne euer Wissen in den Fluß ein, und dann erst wur E A Wit Le rtit ihr bald eure Gefahr gewahr, und die Truppen drangen mit Eifer vor, W jogen sh nicht zurück, wurden auch von

ie Macht des Herrn und des Fremdlings F ist aber doch keinesweges gleich, und der Unterschied in der Zahl des f Volks unserer Länder is groß. Er hat zwar in Betreff meines Lan- F des eine Gelegenheit benußt, aber welche Schwierigkeit kann es ha- F ben, ibn zu besiegen? So wie die barbarischen Anordnungen der re- F 1 bellischen Barbaren beschaffen , sind die Gemüther ihnen nicht ge-#

# darzustellen, und nachgewiesen, in wel

wachsen. Die Verbindung eingeborener Verräther mit den rebellishen F

Barbaren is durch ‘die

sind sie getäuscht und bewogen worden, sich Fn mit den Räu=Ÿ bern zu verbinden, um hinreichende Nahrung für thre Familien zu#ÿ erhalten. Und so haben mittelst ihrer Habsucht die Räuber mehrer&L Ortschaften angegriffen und geplündert, und wenn die Räuber ka men, wurden jene vorausgesendet und waren also zuerst dem Tod (2 ausgeseßt , und wenn die Räuber abzogen, waren sie in der Nachhut® und in Gefahr, von den Druppen ergriffen und sogleich hingerichtet u werden, Das Volk hat ja aber doch die Eigenschaften vot} enschen und sollte zu bereuen und zum Gehorsam zurückzukehrenF wissen. F, der Kaiser, bin euer vom Himmel geseßter Herr; weni ihr nur auf das achten wollt, was euch klar vor Augen liegt, so werS det ihr in Ruhe bleiben und später nicht mit wichtigen Dingen ges siórt werden. Wäre ich sorglos gewesen gegen das breitstrômende Gifés und hätte es nicht verboten, so würde ih zunächst undankbar gewese seyn gegen meinen himmlischen Vater, von dem ich die hohe Gunst deri Herrschaft Über das Reich empfangen, und dann würde ich mich un=# fähig gezcigt haben, das Leben meines Volkes zu bewahren. Wie i|Ÿ es mir also wohl möglich, nicht meine äußerste Kraft anzuwenden, F um es abzuhalten ? // ¿Da nun die Verräther und Barbaren

jeßt Unruhe erregen und aus habsüchtiger Gier nah Gewinn täglih Mord und Raub begehen, ®

so solltet ihr, Anführer, Beamten, Soldaten, die ihr meine Gnade und F

Gunst genossen, himmlische Grundsähe und ein gutes Herz beweisen und F geei enmasien zusammengeftürzt, oder eigten doch den Wurm, der sie

die Gejseße klar machen und die Tapferen aufmuntern , und wer der À Erste zu werden srebt, soll sogleich belohnt werden, wer sih aber wei- gert, den strafet sogleich ohne Barmherzigkeit. Werden diese Befehle befolgt, welchem Angriff würden sie nicht gewachsen seyn, und welche Ortschaft würden sie nicht behaupten kdnnen! Die Beamten, welche - früher schlecht verwalteten, sind sämmtlich entlassen worden ; wenn sie jedoch ihr Verbrechen wieder gut machen und später ruhmvolle Thaten nachweisen, kann ihnen Nachsicht werden. Lassen sie aber wie- der die Gelegenheit verloren gehen, bringen sie mein Volk ins Ver- derben, begünstigen sie die Fremdlinge: dann soll mit ihnen nach dem strengsten Sinne des Gesehes verfahren werden, und ih werde ihnen keine Gnade mehr zu Theil werden lassen können. Unter der Masse meines Volkes giebt es viele kräftige Leute von Talent: reget die zu einem eechtscGasenen Eifer an, sich und ihr Land zu retten; und die Offiziere und Truppen, die verlorenen Städte wieder zu gewinnen, wichtige Engpässe gegen das Eindringen der Räuber zu vertheidigen, die Schisfe der Barbaren zu verbrennen und die Führer dieser Räu- ber zu fangen, oder alle Ausländer anzuhalten und nach den Grund- säßen der gesunden Vernunft zu behandeln und ihnen aufzugeben, daß sie den Engländern ankündigen, wenn diese bereuen und im Stande sind, im Laufe der Zeit verdienstliche Thaten nachzuweisen , sollen sie GEprages unerschöpflicher und höchster Gunst werden.-/

¿-Die Hauptsache ist, das Opium abzuhalten , damit ih das Le- ben des Volkes schirme. Der Widerstand gegen den Feind hat zum Zweck, das Leben des Volkes zu schirmen. J, der Kaiser , habe Nacht und Tag sorgsam zu denken und muß auf die geringsten Klei- nigkeiten achten, Jhr Minister solltet euch Alle vereinen , die Sache zu leiten und die Druppen zum Kampf anzufeuern und Pläne zu ent- werfen, wie das Volk zu bewegen, sih den Truppen anzuschließen, ohne Unordnung oder Uebereilung. Wenn die Civil - und Militair- Behörden so verfahren , so können wir die elenden barbarischen Ge- wächse vertreiben , sie in die Tiefe des weiten Meeres versenken und dem Volke des Reichs den Genuß der Segnungen des Friedens und der Ruhe gewähren. Dies betrifft die Leitung der Angelegenheiten hinsichtlich der Barbaren von Anfang bis zu Ende, denn mein Haupt- Gedanke is , das Volk gegen Unglück zu \chirmen. Ein besonderer Befehl! Laßt ihn fern und nahe bekannt machen! Achtet dies! Jm Aten Monat, am 27sten Tage (5. Juni).//

Armuth des unwissenden Volks veranlaßt F worden oder entsprang aus dessen trauriger Noth, und durch GewinnÆA f

2 Nicht alt,

will SGesinnung ; diese erbte er von ihm so ‘Würde.

“Meht er da, als sey er es, auf den aller Au doch sieht er #0 einfah, anspruchslos aus,

Felder, so wie dem

Die halbgebrochenen Augen gen Himmel Himmel und scheint gewaltsam den himmlischen Segen auf das Haupt 4 gee e I auf den Stufen des Thrones knicenden Sohnes herabflehen “Zu wolle

f n. Gebet erhôrt sey. Philipp selb schein Zu seyn. Mechanish Regierung und Segen an,

altihen sollte. V # Tden sich Karl süßt, nicht mehr stark genug, #W stehen: eine symbolishe Handlung. Segen - dessen

Mm Blik/ als nähme er an dem, was um ihn Pen nur als zuschauend erscheint ,

Sh F) “4 9

Inland. Trier, 10. Nov. Dureh die der Bestellung der

aaten Witterung des Fe Monats verleitet, hat nan mit der Weinlese sehr gezögert, Erst Anfangs der zweiten Hälfte Oftobers begann dieselbe in den weisgtten Weinbau trei-

egenen Weinbergen noch länger gezögert, und dabei inf Üüte ohne Zweifel gewonnen. Jeßt ist die Lese über=?

ll beendigt. Hinsichts der Quantität ist das Ergebniß verschieden ¿ Allger1einen kann man den Ercvas u 2 bis 7 eines volle Ausschluß derjenigen Weinberge

gering, in einigen fast auf nichts2 eduzirt.

Xinem Jahrgange auf gleiche Stufe zu stellen. Bestimmte Preise F “And n niche e A Weinbauer erwartet einen hohen

Preis, zu welchem sich bis jeßt keine Käufer finden.

Der Handels - Verkehr mit dem Großherzogthum Luxemburg M belebt sih immer mehr und mehr. Auffallend ist es, daß von den | Luxemburger Weinen, die im Allgemeinen den diesseitigen Mosel: |?

und Saar- Weinen nachstehen, mehr eingeführt, als von diesseiti- gen Weinen dorthin ausgeführt worden is. Den Aeußerungen der Luxemburger nach, hat man diesseits, im Vertrauen, daß an dem Luxemburger Theile der Mosel nur sehr shlechte Weine wachsen, von hier aus geringe Weine zu hohen Preisen nach Luxemburg versendet, die wenigstens fürs erste den Wein der Un- termosel in Mißkredit gebracht haben.

Et E S ———

Wissenschaft, Kunst und Literatur.

Die Kunst - Ausf\tellung von 184L. Fünfter Artikel. (Vergl. St. Zt g. Nr. 281, 289, 292 und 310.)

Die Belgischen Bilder. Gallait und Biefve. Seit unserem lehten Berichte hat die Ausstellung unerwartet einen f

47 bedeutenden Zuwachs von zwar nur wenigen, aber so ausgezeichneten k S Gemälden erhalten, daß dadurch fast alle übrigen, mit Ausnahme des P das Volk zu retten FSHuß von Lessing, in den Hintergrund gestellt werden. Das Gemälde F g jeßigen Drangsale von 45 F hier schon früher, bevor es nah dem Orte gin Bestimmung abging, E A E De 8 Falls den Worten Brederode's horchend. Auch er wird selbs| weniger “von ihnen ergriffen, aber seine feinen Mienen enchm sie ihm sind, und daß er lauscht, we umher schon gegenwärtig machen. “runde bewegen sich die Männer zweiter Ordnung, in denen der Ge- ¿Danke schon zur That geworden zu seyn scheint. [Aber die neuerwartete Freudenzeit ; alle 17 Provinzen reichen sich so sagen durch den ganzen Saal die Hände als Zeichen der Vereini-

Ro senfelder, aus der Reformations-Geschichte Danzigs, war“

s die gebührende Anerken- efunden. Vorzugsweise aber sind es die beiden großen Belgi- ¡chen Gemälde , welche sowohl durch ihre kolossale Größe, wie durch die Mâchtigkeit der Darstellung, die Menge der Zuschauer so schr fes- cer zu nennen sind. ¡ Wir haben in den früheren Artikeln wiederholt die P EOE keit zu zeigen gesucht, hisiorische Gegenstände in würdevoller Weise ) her Gefahr unsere Kunsi schwebt, in eine leere Tändelei mit Farben und Formen zu versinken, wenn sie hiervon absrahirt. Die beiden genannten Gemälde mdgen nun ein Beweis seyn, welcher großarti en Entwickelung diese Darstellungs- weise fähig ist, und welches weite Feld der Wirksamkeit unseren Künst- ern sich erdf}nen würde, wenn.-sie-in Fhnlicher Weise die bedeutend- sten Momente, namentlich der vaterländischen Geschichte, behandeln wollten. Allerdings erkennen wir es gern an, daß ein Künsiler ohne Auftrag sich nicht leit an ein Gemälde von o bedeutenden Dimen- fonen wagen wird; allein auch im kleineren Maßstabe erkenúit man

der sißenden Wachsth Tägin von Un ume der sehr gut stehenden Winter- (n solche einfache Wahrheit der Darstellung, wie in d müssen wir die Malweise des Bildes, so wie scine ganze ordnung, in eine nähere Verbindung mit der neueren Fran , F Schule seyen, namentlih auch in der etwas gelblichen Färbun en in ihren abge-F jedo zu verkennen , welchen bedeutenden Einfl ländischen Vorbilder auf einen Niederländischen ten, der einen vaterländischen Segenga G darstellt. Viel bestimmter diese Nieder

Son

[Landes sehen umher , der feine Grauvella unter den hdheren Geisi-

1 voran, und sodann ein Kreis von Frauen, durch Schduheit oder

IMWuürde ausgezcichnet. Unter ihnen verweilt das Auge zu ali deë âlteren

arn. N

die Unterzeichnun des Landes dar, zehn Fahre nachdem sie dem neuen Herrscher gehuldigt : hatten. Pons hatte ian Au Freidei L dêt' : S men , welche ihnen zu halten er se geschworen hatte. An der Gúte des diesjährigen Weines wird nirgends M N des Landes mit cigenen n und bzubelfen Gezweifelt, nur is es noch etwas zu frühe, um ihn mit irgend Mos es Bare Le DYets ZEYEN S FeGA Uno (he adguyeiso

ester des Kaisers,

ur in alten Niederländischen

ieser

die alten

ä aria, Kbni, ildern sahen wr

ohne eder- aler ausúben musß-

ndische Tradition jedoch in dem zwei- S ten Bilde festgehalten, von d e Blefve cleichfalls in Brüssel. Es stellt

des \. g. Kompromisses durch die Großen

reiheit nach der anderen genom=- Obne die

wie er oft versprochen hatte, blieb er in seinem Spanien und be-

gnügte sich , zur Strafe jedesmal ein ne Das Feiner seiner Vorfahren anzutasten gewagt hatte, selb Änächtige Kaiser.

Inmißvergnügten Großen am 16. Februar 1566, Protesies in dem Hause des Grafen von Brederode zu Brüssel. Dies var der Anfang des Abfalles der Niederlande von der Spanischen Monarchie und des Sinkens dicser Macht.

ues Privilegium zu nehmen, nicht der : Endlich sollten sie noch mit der in Spanien so wohl

eglückten Jnquisition begnadigt werden. Da versammelten sich die ur Unterschrift des

Auf den Stufen einer erhdhten Sdulenhalle, welche den großen

Saal umgiebt, in dem sih die Geusen versammelten (diesen Namen Fab man thnen zum Spott, und sie selbs| behielten ihn als Ehrentitel),

Keht zur Linken der Graf Brederode selbfi, ein feuriger Mann, dessen Anrede die Versammlung noch mchr zu entflammen und in ihrem Entschlusse zu befestigen scheint. Die Vornehmfsten unter ihnen, laus

Jr namhafte Männer, sie Disch herum, bereit, Lon Marnix

nen vorgelegt hat.

hen und sigen im Vordergrunde um einen den Protesi zu unterzeichnen, den Graf Philipp Dieser selbs sißt, dem Beschauer

alb den Rúdlken zuwendend, vor dem Tische, eine kräftige Gestalt Am goldglänzenden_Harnisch, bereit, mit dem Schwerte zu besiegeln,

Was er so cben mit der Feder niedergeschrieben hat. Fecht gegenüber und schreibt so eben seinen Namen unter den

Fest, gewissermaßen ( Kih mehrere an, dasselbe zu thun, Anton von Lalaing, der Marquis pon Bergen, Graf Ludwig von Nassau und wie sie sonsi Alle heißen

Imòdgen.

sein cigenes Todes- Urtheil.

ore 2 Pro- F Neben ihm \chicken

Unter ihnen Florenz von Montigny im weißen Atlas, der

sich #o eben durch Abziehen des Handschuhes zur Unterschrift an-

Y schickt : eine so vorzügliche Gestalt, daß man annehmen möchte, sie i sey so eben aus einem Gemälde von Paul Veronese hierher verscbt

worden, wenn sîe nicht zugleih mit allen übrigen in vollster Ueber-

leicht den Geist, der ein Kunftwerk*durchdringt , und ein großartiger Geist wird nimmermehr in eine porzellatiartige Auffassungs- und Aus- (R verfallen, wie die Ausstellung deren in Menge aufwei- en kann.

Beide Gemälde, jedes von 25 Fuß Länge und 1624 Fu dhe wurden im Auftrage der Belgischen Regierung A N M hdren der Geschichte des Abfalles der Niederlande an.

Im ersten, von Gallait aus Brüssel, \chen wir die Ab- dankung Kaiser Karl’s V. zu Gunsten seines Sohnes, Phi- lipp's U. , welche am 25. Oktober 1555 in jener Stadt geschah. doch lebenssatt, hatte der Kaiser in seiner lan- gen, vieldewegten Regierung viel gehandelt, gestritten , gesiegt, und hatte am Ende sciner Loge doch mehr verloren wie ge- wonnen, obschon die Sonne nie ein grdßeres Reich beschien als das- jenige, dessen gewaltiger Herrscher er noch jeßt war. Alle seine Feinde waren von ihm nach einander besiegt und gedemüthigt worden , die Castilischen Stände nicht weniger wie die Türken, der Papst und die evangelischen Fürsten Deutschlands; diese und selb| der Kdnig von Frankreich waren seine Gefangene. Jm fernen Westen stürzten die alten Reiche der Azteken und Jnkas beim ersten Versuche seiner Unter- Feldherren zusammen und sendeten die Schätze der neuen Welt an den Herrscher der alten: und doh waren alle seine Werke über ihm selbs So inner-

innerlich zernagte , und den ev selbs wohl ahnen mochte.

7 lich gebrochen denn das große Heilmittel aller Uebel seiner und der 2 vergangenen 4 hmähte er begeht er, so zu sagen, W dem er die geroalti

À weiten, Â

Zeiten , welches Deutschland ihm angeboten hatte, ver- einen geistigen Selbstmord, in- roße und gewaltig durhnagte Herrschaft der A unterthänigen Länder, denen seine cigenen, einst so kräf-

ultern nicht gewachsen waren, diesem Sohne anvertrauen der in Manchem sein Ebenbild war, nur nicht in der Grôdße der wenig, wie die Kaiserliche

Zeichen der lepteren bekleidet; er sicht, erichtet unter dem Thron-

tigen S Noch if Karl mit allen

ohne in seinen Miexen die

Uversicht zu zeigen, da E eben nicht schr ergriffen E js “4 nimmt er 3 rthanen alsbald Freiheit und Glauben zu L Aa an Seine shwarze Kleidung er allein hat diese dunkle Farbe ange-

E zuglei auf seine Gesinnung und seinen Charakter A Nicht sowohl die Handlung selbs, sondern i

elche diesem Gemälde sein Fnteresse ‘verleiht. S P f iR Ui Fuge auch bald die Personen zu erkennen, welche hier im Kreise ver- {immelt sind und denen die Zukunft ihre historische Berühmtheit ver-

Voran steht Wilhelm von Oranien. Er ist es, auf Fa mtd genen Süisen felt ) i man sageñ , der hilipp verlustig geht, wäre auf den üb aiser gleichmäßig berührt. Und wie cin Ge nd

gen gerichtet wären , und

Von früh an ohne innere Freiheit

ulter der

mit Morde ilage- orge r

bier nit als hardelud, bemerken wir Horn und Eg- Mont , noch ohne hervorragende Persdnlichkeit, und alle die atideren roßen, welche gleich diesen im Kampfe für Freiheit und Glauben x Leben lassen, oder mit dem Oranier das Spanische oh zerbre=

jen sollten, Doch auch andere berühmte Männer der Zie und des

nen Theil. Untex der übrigen Menge, die

d ia Wer

Stolz

L Versammlun

eigen deutlich, wie schen Eindruck sie

Y einstimmung wäre. Egmont dagegen, ein {dner, äußerlich ruhiger, etwas weichlicher Herr in mittleren Jahren, sitzt ziemlich isolirt, schr emächlich in einem rothsammtenen Vehnsessel ere Bewegung den Vorträgen zu. Er glaubte vielleicht am wenig- «

sten von allen Versammelten an das blutige Schicksal, welches ihm 4 e Oranien steht hart vor ihm neben dem Tische, gleih- L.

und hôrt ohne beson-

an- auf

Im Hinter= Sie jubeln laut auf

ng zum gemeinsamen Handeln. Es sind zum großen Theile diesel

Uch hier, wie in

jenem anderen Gemälde, ist

Gestalten die gelungenfste.

_ Die Behandlung des Gegenstandes ist in dem Gemälde von Biefve wo mödglich noch großartiger wie in dem von Gallait, jedens

| ndischen Meistern noch näher, na- tentlih den großen Holländishen Malern, welche im Auftrage ihrer sene großen Gemälde zu Ehren der Fest- Über achtzig Jahre später den Schluß des kes krônten, das gegenwärtig begonnen wurde, und welche als der der Niederländischen Kunst das Rathhaus zu Amsterdam Ste enande ged Verimands, i gleichfalls eine in si e- künsiliche Beleuchtung, wie dort die berühmte folgt in der einfachen und schen Vorgänge , sowohl in er ungekünstelten, tagesähn- t fflichen Vorbilde, welches van Festbilde der Amsterdamer Schutters gegeben hat. ir bei ihm die Figuren des Hintergrundes in Stel= um so den Blick des Zuschauers

falls steht sie den alten Niederl

}sene, mehr

Rachtwache von Rembrandt, und Biefve deh #0 großartigen Auffassung der hisiori ruhiger Anordnung der Figuren wie in d derselben, dem unÜbertre

en Lag der Helst in dem Nur wünschten w

Tung und Farbe gemäßigter zu schen, Menger von der so ausgezeichneten Mittelgruppe hinwe f der Tadel neben dem Lobe hergehe, ist ein altes ‘Beurtheilung, dessen wir uns nicht ganz entschlagen wollten : kennen wir frei, daß die Gesammtwirkung beider Gemäld

durchaus schlagen

Eindrucke zu folg Máângel um #90 lieber, da die G günsfger Aufstellung schon

ereicherung der Ausstellung hatte man sih nich daher konnte man für sie nicht von i wentger wäre es billig gewesen,

erworbenen Pläßen zu verd

chen

woh

Genuß ibrer Ausstellung,

worden ist. Das Gemälde

aligen Staatsbehörden fciten anfertigten, die

s{chmückten. Zwar nicht gerade dem u, t doch das Gemälde von Gallait

de ist, daß auch die Kritik

en. Wir unterlassen daher die Rúge emälde wegen Mangel schr benachtheiligt sind;

begonnenen Wege fortschreiten mdge. @.

Dramatische Vorlesungen.

Nach einem ree rtgen Aufenthalt in Wien is Herr von Holtei

i eit hier zu verwei- elbe durch seine frü- derungen auch un- ! l besten Andenken ge- | t minder scheint er seinerseits immer mit besonderer Neigung sich zu uns zurükzuwenden. Was nigsstädtischen Theater geleistet , konnte

wieder nach Ber

längere len. Den Freunden der dramatischen Kunst if de here poetische Thätigkeit , die er auf seinen Wan serer Hauptstadt ab und

blieben, und nich

Anerkennung von

im Vorlesen dramatischer Werke, da kümmert, was hinter den Coulissen vo

telbaren Eindruck

seine Auffassun

seltenen Gabe,

am nächsien Frei

n zurückgekehrt, um

zu gewidmet, gewiß im

Seiten des Publikums

der

tag wiederum beginnen und uns darin einige

Pen Personen, welche wir auf dem vorhergehenden Bilde erblickten. i y Wilhelm von Oranien eigentliche Mittelpankt des Bildes und unter so vielen gelungenen

zu zerstreuen. Recht der doch be- de cine so gezwungen is , diesem einzelner an érgend denn einer sol t verschen, und Anfang an Fürsorge treffen ; viel \ ihretwegen andere Gemälde von ihren rängen. Dank daher, daß uns der wenn auch in unvollkommener Weise, ges

vonRosenfelder is schon bei Gelegenheit sein rüheren Ausstellung hierselb| Gegensiand R Ae ree lättern geworden, weshalb wir auch heute einzugehen gedenken. Wir bemerken nur, jener eben eschriebenen Niederländischen wenigstens für jeßt, ein nachtheiliger if. das würdige Streben au junge Künsiler auf dem

Beurtheilung in diesen nicht aufs neue darauf daß durch die Gegenwirkung Nachbarn der Vergleich, Doch erkennen wir darin f gleicher Basis an und wünschen, daß der

er als Regisseur am Kd= zwar nicht zu so allgemeiner gelangen, als scin Talent

die Menge sich wenig um das rgeht, sondern nur den unmit= lerischen Leitung zu N E Thee Die e S an: ‘agen, unter welcher diese zu Stande kommen ;

desto lebhafterer Theilnahme und Wär :

digung hatten sich dagegen stets Vorlesungen zu erfreuen , Wi ch dages

in denen er eine so innige und feine dramatischer Dichterwerke entwickelt, im Verein mit der dieselben in ihren mannigfachen Gestalten mit charak= teristisher Nüancirung des Organs und lebendigem Ausdruck der he- terogensien Leidenschaften , Empfindungen und

ndividualitäten wié- derzugeben. Einen Ciklus solcher Vorstellungen“ wird Herr von Holtei

der

R,