1842 / 322 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

Secretair im Departement der inneren Angelegenheiten und Bru- Bal eines der Häupter des sogenann- artei Dufaure-:Passy. Sie wissen, daß

der des Herrn Hippolyte fen Tiers-parti, oder der

in der leßten parlamentarischen Session diese sich trennte,

nisterium, sagt man,

toine Passy

zu bewirken, um so die nächste parlamentarische Session herzustellen.

Großbritanien und Jrland.

Loudou, 12. Nov. Jhre bis vierzehn Tage in Walmer Castle verweilen.

Aus Berichten vom Vorgebirge der guten Hoffnung ort - Fahrzeuge chifbruh ge- Der „Abercromby“ hatte 500 Mann Truppen an Bord; sle wurden gerettet; auf dem „Waterloo“ waren 300 De- portirte, nach Vandiemensland bestimmt; 143 derselben fanden

vom 19, September erfährt man, daß die Trans „Abercromby“ und „Waterloo“ in der Tafelbai litten haben,

ihren Tod in den Wellen.

Der Standard findet es ziemli seltsam, daß die Pariser Journale mit solcher Ausführlichkeit Úber die Politik und die Mo- im Gegensaß zu affen in „Daß sle“, sagt dieses Blatt, „den Feldzügen in Afghanistan und China mehr Aufmerksamkeit widmen, als wir ß

Kriege gegen Abd el Kader, würde leicht erklärlich seyn, un- 1 ter der begründeten Vorausseßung, daß Frankreich gegen England | und Englands Militairwesen weit eifersüchtiger ist, als Ce |

1EN

ralität der Englischen Kriege in Asien sprechen, der Kürze, mit der sie die Fortschritte ihrer eigenen Afrifa abhandeln.

dem

in Bezug auf Frankreih nnd dessen Militairwesen. aber die Französishen Journale lischen Kriege in Asien widmen, während sie nen Feindseligkeiten in Afrika

nalen jedoch feinesweges antworten. die Kriege zu vertheidigen, welche wohl sie sich jeden

wir mehr als einmal uns freuten, im Stande zu seyn, die ârgsten Fabeln der Ostindischen Blätter aus authentischer Quelle widerle- gen zu fönnen. Dem sey aber wie ihm wolle, jedenfalls ist noch nie erzählt worden, daß selbs die Regimenter, die aus Eingebornen zusammengeseßt sind, welche in Afghanistan im Englischen Dienste stehen, in wilder Grausamkeit auch nur irgend einigen Razzias gleich gekommen wären, die, wie amtlih verkündet worden ist, auf Bieres Befehl unternommen und selbst zum Gegenstande des uhms gemacht wurden.“

In einem Artikel über die Wichtigkeit der Britischen Kolo- nieen fúr den L A Erzeugnisse des Mutterlandes führt der Standard aus ontgomery Martin?s „Geschichte der Kolo- nieen“ an, daß seit dem Aahre 1818 in England über 55 Millio- nen Pfd. St. in ausländischen Staats-Anleihen angelegt worden seyen, von denen jeßt nur die Hälfte Zinsen trage, und daß die Zahlung der Zinsen auch dieser Hälfte aufhören würde, wenn ein allgemeiner Krieg ausbräche. Hätten aber die Geldbesißer Eng: lands jene 55 Millionen Pfd. St. nicht in Staatspapieren an- gelegt, sondern zur Förderung des Handels und der Jndustrie in dem reichen Ostindien verwendet, so würden die Erfolge davon England zu weit größerem Vortheile gereicht haben. Die Anlei- hen für fremde Staaten, welche seit 1818 in Großbritanien auf- genommen wurden, sind nah dem Werke Montgomery Martins

folgende:

Zahr. Staat. Betrag. pCt, Ausgeg. Anleiher, 1818. Preußen. 95,000,000. 5. 72. N. M. Rothschildt, 1821. Spanien. 1,500,000, 56. Haldimand.

1822, Rußland. 3,500,000, 82, N. M. Rothschilde. 84, N, M. Rothschildet,

Preußen. 3,500,000, Columbien. 2,000,000, 84, Herring, Graham  und Comp,

Chili. 1,000,000. Hullett , Gebrüder. Peru. 450,000, 88, Fry u. Chapman. 1823, Spanien. 1,500,000, 307, Campbell u. Comp. Portugal. 1,500,000. 87, B. A. Goldschmidt 82.

und Comp.

Oesterreich. 2,500,000, N. M. Rothschilde,

41824, Peru. 750,000, 82, Fry u. Chapman.

Neapel. 2,500,000, 925. N, M. Rochschilde. Mexiko. 3,200,000, 38, 59.

B. A. Goldschmidt Griechenland. 800,000. 884,

und Comp. Loughnan u. Comp. Columbien. 4,750,000, 1,000,000, 85, 75,

B. A. Goldschmidt und Comp.

Baring, Gebrüder. 3,200,000. T. Wilson u. Comp. 2,000,000, 85, 5,900,000, 75. 1,000,000, He

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Buenos-Ayres. Brasilien.

, Brasilien. Dânemark, Griechenland. Guatemala, Guadalaxara. Meriko.

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¿geringe wirklich empfangene Summen doder "Schuldscheine Úber den 20—30fachen FSo- hatte er z, B. von einem Schneider SKleider erhalten und dafür Schuldscheine über 2100

N. M. Rothschildt. 1,428,571. 60.

Barclay. Herring 41832. Belgien. 2,000,000. 5, 75 N. M. Rocthschildt. E denmachen lieferte, Lord Huntingtower, ein noch junger Mann, # kunft ertheilen, und es ergab er den geringsten Theil jenes Betra- 2 Von einem anderen Schneider, dem er einen W 780 00 Pfd. gab, behauptet der Lord e:

T. Wilson u. Comp. Ricardo. 600,000. 3,200,000, und Comp. 8, Fry u. Chapman. s ' 1 o... De D z Siding, imnisnmme dieser Anleihen beträgt 55,794,571 Pfund f der im- Betrage von 200,000 Pfd, St. Bank 5 und jet in Haft sigt, mußte nämlich über die Art Lund Welse, # unterstúßten Aussagen, daß erth wirklich empfangen, sondern meistens für Waaren-Bez nur dann und wann eine Juinee als hen empfangen zu haben, und für ein 0,000 Pfd. St. lautenden S San

artei vom Kabinet indem Herr Dufaure sih als Kandidat der Opposition fúr die Práâsidentschaft der Deputirten:Kammer stellte. Das Mi- hoffe durch die Ernennung des Herrn An- eine Aussöhnung mit dem Herrn Hippolyte Passy, Und durch diesen die Aussöhnung des Tiers-parti mit dem Kabinet zersplitterte ministerielle Majorität fr die

Majestät die Königin wird zwölf

ganze Seiten dem Eng- fúr ihre eige- faum gelegentlich einmal ein paar Zeilen haben, erscheint unbegreiflich, Wir wollen den Pariser Jour- Unsere Sache is es nicht, England unternommen hat, ob- alls eben so gut rehtfertigen lassen, als Franfk- reichs Kriege auf der Súdküste des Mittelmeeres. Auch wollen wir nicht behaupten, daß der Krieg in Afghanistan stets so geführt worden sey, wie eine civilisirte Nation Krieg führen sollte, obwohl

Schule) und gewisser Zegrlohre vor; und um ihr Werk nicht halb

2280

or die von der orshläge zu verwerfen. Er weges fúr ein Ultimatum, tere Unterhandlungen ofen bleibe, schon am nächsten Tage fe Herabseßung der Zölle auf mentritt des Parlaments erfolgen. Das erwähnte Londoner seßt hinzu, in der Hauptstadt gehe die daß es mit dem Vertrage zu Ende sey. Sir R. Peel is auf ( Anfange des nächsten Monats nach London zurückehren.

Belgien.

sondern glaube, daß die Frage

Brüssel, 15. Nov. Geseß-Entwurf in Bezug auf den zwischen Spanien und Belgien

Seite Graf von Briey, Minister der auswärtigen Angelegenheiten, und von Spanien Don Salustio do Olozaga. Artikel 1. Die Spanischen Schiffe genießen in den Belgischen Häfen die gleichen Rechte, wie die anderer Mächte, eben so verhält es sich mit dem Schelde- Zoll; die Belgischen Schiffe genießen in Spanien und den ZJnseln gleiche Rechte, wie die anderer Völker, d. h. so wie es Fbestanden, als Belgien noch zu den Niederlanden gehörte, wie dies j den 20, April 1840 in Madrid“und den 21. Juli 1840 in Brússel be- Fstimmt worden. Art, 2, Der jegt in Spanien bestehende Zoll- arif wird zu Gunsten Belgiens geändert, und Hanf und Lin- engewebe, in Belgien fabrizirt, (12 bis 18 Fäden) zahlen 1600 ealen vom Spanischen Centner, 19 bis 26 Fäden zahlen 4770 ealen vom Spanischen Centner, 27 bis 29 Fäden zahlen 6620 ¡SRealen vom Centner, gekreuzte Linnen- und Hanfgewebe, in der Wten Klasse des Spanischen Zoll-Ansaßes begriffen, zahlen die 1ste attung 1700 Realen pro Centner, die 2te Gattung von mehr Fuls einer Vare Breite 2400 Realen pro Centner, fúr die geweb- Fen Stücke der erwähnten Artikel 1500 Realen pro Centner. lrt. 3, Der König von Belgien macht sich anheischig: M) Jn Anwendung des Art. 2 des Geseßes vom 6. August 1842 Averden die den Französischen Weinen gewährten Vortheile auch Den Spanischen bewilligt, (Siehe den Traktat mit Frankreich vom 16. Juli 1842.) 2) Das Spanische Olivenöl wird um ? weniger Zoll entrichten, wofern es über Meer eingebracht wird. 3) Pomeranzen, Citronen, Feigen, Trauben, Mandeln, Nüsse und andere Früchte zahlen auch 2 weniger als jest. 4) Der Transit- handel mit Deutschland, was Wein, Oel und die erwähnten Früchte betrifft, ist frei, Der Traktat is auf fünf Jahre abgeschlossen, mit halbjähriger Aufkündigung. Die Ratifications - Zeit ist auf fünf Monate festgeseßt.

General Vandersmissen hat in Mastricht einen Pas erhalten, um sich nah Aachen begeben zu können, Man fügt hinzu, er habe ihn auf die Aufforderung erhalten, Holland zu verlassen. Man versichert, der General werde sich nach Hamburg begeben, Der Belge widerlegt das Gerücht, daß dem General auf An- suchen seiner Gläubiger die Möbel saisirt worden seyen, denn er habe durchaus feine Schulden hinterlassen:

Die Palâste, welche die Regierung dem König Wilhelm ab-

efauft hat, haben hon ihre Bestimmung, Das Palais des rinzen von Oranien soll dem Kronprinzen übergeben, das dem Caudenberg gegenüber die Residenz der Prinzessinnen werden und Tervueren an den Grafen vonFlandern fomnien. Dánetrark.

Scbleswig, 10. Nov. (Alt. M.) Mit der vierzehnten Sibung der Schleswigschen Stände - Versammlung beginnen die Vorberathungen über die Geseß-Entwürfe und Propositionen auf den Grund der Comité-Berichte, und die zuleßt erschienenen Num- mern der Stände-Zeitung (bis Nr. 36), liefern auch schon meh- rere Schlußberathungen und Abstimmungen. So fand in der 16ten Sißung die Schlußberathung und Abstimmung über den Geseß-Entwurf wegen Betreibung des Buchhandels satt, deren Resultat war, daß die Amendements sowohl des Comités als ein- zelner Abgeordneter mehrenthelils mit großer Stimmen - Mehrheit verworfen und schließlih der Geseß-Entwurf mit 29 gegen 12 Stim- men angenommen wurde, Dle Opposition gegen den Geseß:Ent- wurf war eine zwiefache. Ueber das Prinzip, daß die Betrei- bung dieses Handels nicht an eine Konzession gebunden seyn sollte, war man sich, in Uebereinstimmung wit dem Geseß - Ent- wurf, einverstanden, Aber das Comité (Graf Moltke, Etatsrath Hensen und Kanzlei - Secretair Claussen) wünschte in Ueberein- stimmung mit einer Minorität des Holsteinischen Stände-Comité?s, daß das Recht zu der Betreibung dieses für Sitten und Bildung so wichtigen Bewerbszweiges an gewisse Bedingungen in der Per- son des Unternehmers !geknüpft werde, damit die Gesellschaft einiger- maßen gegen eine leichtsinnige und gewissenlose Betreibung desselben gelidece sey, und schlug zu diesem Zwecke den Nachweis gelehrter

ildung (wenigstens des Besuchs der Sekunda in einer gelehrten

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zu thun, glaubte es auch die Leihbibliotheken (auf die in neuerer Zeit auch die Aufmerksamkeit anderer Staaten hingelenkt worden) in den Bereich ihrer Begutachtung ziehen zu müssen, obgleich der Geseß-Entwurf sich auf sie gar nicht bezieht, und für diese die Beaufsichtigung und Kontrolle der Ortsobrigkeit und des Predi: gers in Anspruch nehmen zu können. Diese gewiß aus einer eh- renwerthen Gesinnung Mesenven: aber im Kieler Korrespon- denzblatt mit elner Art von Schauder aufgenommenen Vor- {läge fanden allerdings auch in der Versammlung einen heftigen Widerspruch, der sich aber zum Theil wenigstens nicht sowohl auf die Tendenz derselben, als auf das: Mißliche und Fruchtlose ihrer Anwendung bezog. Von einer anderen Seite wurde der ganze Geseß-Entwurf als nußlos bekämpft, aus dem Grunde, weil an- geblich der Buchhandel faktish schon ein freies, d. h. an keine Konzession gebundenes Gewerbe sey und die etwa darüber obwal- tenden Zweifel auf administrativem Wege erledigt werden könnten,

Deutsche Bundesstaaten. München, 14. Nov. Jn den Räumen des Ständehauses herrscht bereits große Thätigkeit. Die S ge Coms hat diesen Morgen ihre Wirksamkeit begonnen. Von den Mit- gliedern der zweiten Kammer waren schon einige 50 zugegen, ein großer Theil der noch fehlenden is diesen Vormittag (viele mit der Eisenbahn) angekommen. Von den Reichsräthen haben sich mehrere, namentli aus der Kiasse der Standesherren und Erb- lichen, wegen Krankheit und linbeter Hindernisse entschuldigen las: sen, doch sind bereits jeßt {hon mehr Mitglieder eingetroffen, als nach verfassungsmäßiger Bestim ung zur Konstituirung der ersken Kammer erforderlich sind. A ‘ere werden noch erwartet. Se. Kaiserl. Hoheit der Herzog von2enchtenberg wird, wie er melden

J. u. A. Powles. W. Ellward d. J, rz Peru. j 616,000. _4829. Brasilien, 800,000, N. M. Nothschildt i und Wilson. R: Vor dem hiesigen Bankerottgericht wurd # verhandelt, welcher ein Beispiel “van allerleichtsinniosten SE # wie er diese ansehnliche Masse Schulden fontrahirt hatte, Aus- sich aus seinen meist dutch Beweise ges in:Geld oder Betrag 00 Pfd, Set, Pfd. ausge: er chuldschein bezog er im G ) H in baarem Gelde, E Fn ah der Worcester Chronicle hat ein großes Londoner

ließ, falls nicht ein absonderlid inderniß eintritt, gegen Mitte

aus dorthin berichtet, Graf Aberdeen habe einer Deputation der einhändler dieser Tage erklärt, daß die Regierung sich entschlossen Portugiesischen Regierung eingesandten Tarif- halte jedoch diese R feines-

r wei- Sollte übrigens der Tarif auch estellt werden, so würde doch feine ortugiesishe Weine vor dem Zusam- Haus allgemeine Ansicht dahin,

ein Landgut abgereist und wird erst zu

Die Journale enthalten bereits den

abzuschließenden Handels-Trakftat. Commissaire: Von Ee

Dresden, 16. Nov. (L, A. Z.) Auch die erste Kammer hielt heute ihre @e Prâliminar-Sißung unter Leitung der Ein- weisungs - Kommissare, welche während des leßten Landtags dag Direktorium der Kammer bildeten. Diese Sißung war vornehm- lih zu der Wabl dreier Mikglieder bestimmt , von denen der Kö: nig eins zum Stellvertreter des Präsidenten ernennt. Den Leß- teren selbst ernennt bekanntlich der König aus der Mitte der Herr- schafts - oder Ritterguts-Besißer in Gemäßheit des §. 67 der Ver- fassungs-Urkunde. Die Wahl jener drei arer traf den Re- gierungs - Rath Albert von Carlowiß mit , den Freiherrn von Welck mit 23 ‘und den Geheimen Justizrath Bürgermeister Dr. Groß ebenfalls mit 23 Stimmen.

Dresden, 17. Nov. Jn der heutigen zweiten Präliminar- Sißbung der zweiten Kammer wurde durch Mittheilung des Ge- sammt-Ministeriums vom 16. November bekannt gemacht, daß der König aus den vorgeschlagenen Abgeordneten den Appellations: Rath Dr. Haase zum Präsidenten und den Ober - Steuer- Profu- rator Eisenstuck zu dessen Stellvertreter ernannt hat. Nachdem der Präsident aus dem Königlichen Schlosse, wohin er sich zum Behufe seiner Verpflichtung begeben fette, zurückgekehrt war, ver: pflichtete er seinerseits den Vice- Präsidenten und die Mitglieder der Kammer, theils durch Handschlag unter Verweisung auf den früher geleisteten Eid, theils durch Abnahme des Eides. Bei der nun folgenden Wahl der Secretaire ergab sich gleich. bei der ersten Abstimmung für den Secretair des vorigen Landtags, Stade- richter Dr, Schröder aus Rochlis, Abgeordneten für den zweiten städtischen Wahl: Bezirk, unter 74 Abstimmenden die absolute Ma: jorität von 68 Stimmen. Dle Wahl des zweiten Secretairs fiel mit absoluter Mehrheit von 40 unter 73 Abstimmenden auf den Kreis-Amtmann Rothe aus Schwarzenberg, Abgeordneten für den zwölften städtischen Wahl: Bezirk, Nachdem noch die Verloosung der Pläße skattgefunden, vertagte der Präsident die Kammer bis zum 21. November und bezeichnete als Tagesordnung zunächst die Wahl der Deputationen.

In der heute stattgefundenen zweiten Práäliminar-Sißung der ersten Kammer wurde derselben durch Mittheilung des Gesammt- Ministeriums vom 16. November bekannt gemacht, daß der Kd- nig den Kreis - Direktor zu Budissin, Herrn von Gersdorf auf Grödig, zum Präsidenten der ersten Kammer und den Re ierunge- Rath von Carlowiß zu dessen Stellvertreter ernannt habe. Die Wahl der Secretaire fiel durch absolute Stimmen- Mehrheit von 36 Stimmen auf den Amts - Hauptmann Freiherrn von Bieder: e und durch 41. Stimmen auf den Bürgermeister Ritterstäde aus Pirna.

Detmold, 15, Nov. Die Landstände unseres Fürstenthums, denen diesesmal sehr wichtige Propositionen vorliegen werden, sind auf den 7, Dezember zum Landtage berufen. Die desfallsige Pu- blication fürstlicher Regierung lautet also: „Nachdem Serenissi: mus fúr ndthig erachtet haben, einen Landtag auszuschreiben, ‘und zu dessen Eröffnung Termin auf den 7. Dezember d. J. angesegt worden, au die Convocations- Schreiben an die Landtags-Abge- ordneten erlassen sind; so wird, auf höchsten Befehl, dieses hier- mit zur allgemeinen Kenntniß gebracht. Detmold, den 8. No- vember 1842, Fürstlich Lippesche Regierung. Eschenburg.“

Es if den hiesigen Unterthanen abermals ein Contributions- Simplum für den Monat November erlassen, welhes im ganzen Lande dankbar anerkannt wird. Das Regierungs - Blatt ent- hâlt darúber folgendes R ra atent: „Von Gottes Gnaden, Wir Paul Alexander Leopold, regierender Fürst zu Lippe, Edler Herr und Graf zu Schwalenberg und Sternberg 1c. 1c, Auch im gegenwärtigen Jahre gestattet es der gute Zustand der Landes- Kasse, Unseren getreuen Unterthanen, dem Antrage der Landstände gemäß, das elfte Contributions-Simplum zu erlassen, Wir verordnen daher, daß im nächsten Monate November keine Grundsteuer in den Aemtern unseres Fürstenthums erhoben werden soll, Gegeben Detmold, den 25, Oktober 1842, Leopold, Fúrst zu Lippe. W., A. Eschenburg.“

Desterreich. Die Ofner und Pesther Zeitung mel: det aus Peterwardein, daß daselbst am 1ften d. M. , 5 Uhr Nachmittags, der Serbische Fürst Michael Obrenowitsch mit sei- nem Adjutanten Milutinowitsch sammt Gefolge eingetroffen, im Gasthof abgestiegen ist, und nach furzem Aufenthalte seine Reise am 3ten ins Banat auf das Landgut seiner Schwester fortgeseßt hat. Auch der Oheim des Fürsten, Jeffrem Obrenovitsch, war in Peterwardein angekommen, und befindet sich gegenwärtig in Neusak,

Schweiz. Schweizer Blätter geben nachstehende Uebersicht der im Jahre 1841 nah Rio Janeiro ausgeführten Schweizer Waaren: Baumwollen-Zeuge für 1,290,000 Franz. Fr. Bedruckte Taschentücher 508,000 - - 500,000 - -

Pesth, 8. Nov.

Calicots Damen- und andere Kleider von facon- nirtem Musselin

u Shawls von Tüll und Musselin Dergleichen für Negerinnen Seidenwaaren

- -

Van

Bijouterie-Waaren 0 Außerdem Spieldosen für 16,000 Fr.; Liqueure für 10,000; Kâs 20,000 Fr.; Papier 20,000 Fr.; rothe und weiße Weine 1500 Fr. ; Champagner 2500 Fr.; seidene Schuhe 8000 Fr, ; Tragbänder 15,000 Fr.; Gemälde und Kirchen-Verzierungen 2000 Fr. ; Tafel: Linnen 120,000 Fr., und verschiedene andere Gegenstände, zusam- men 1,082,000 Fr. Jm Jahre 1842 betrug die Gesammt-Aus- fuhr der Schweiz nach Brasilien 4,500, Fr., wovon etwa dur Franfreih und 4 über Hamburg und Antwerpen gegangen sind. Diese Waaren haben 20 pCt., also ungefähr 900,000 Fr. an Zöllen zahlen „müssen; außerdem muß man die Kosten und Kommissions-Gebühren zu 15 pCt, annehmen,“

Spanien.

Madrid, 7. Nov. Der Regent hat Herrn Gomez Be- cerra zum Präsidenten des Senats ernannt. Für die Präsident- schaft der Deputirten-Kammer stellt die Coalition Herrn Cortina, die ministerielle Partei dagegen Herrn Fernandez de los Rios auf. Unter den Projekten, welche die Regierung den Cortes vorlegen wird, nennt man 1) die Verminderung der Armee auf 60,0009 Mann; 2) den Entwurf zu einem Handels - Vertrage mit Eng: land und 3) den Plan zu einer neuen Anleihe.

O Madrid, 7. Nov, Die amtliche Gaceta erklârt gestern den Plan, die Minderjährigkeit der Königin zu verlängern, welchen

fri hier eintreffen, n ;.? Siß in der Kammer zu

die meisten hier erscheinenden Blätter dem Regenten zuschreiben

E Nation gee ' M Spanische Necion is durchaus ‘von der Erhabenheit der Gesin:

"en Feinden,

Eng d eie der Königin Jsabella 1. auf seine Schultern nohm, is un:

des Privatlebens stdren. : i i M cuicios und Ce Königin hegt, entfernt jeden, seinen Pflichten,

Îdie er gewissenhaft erfúllen wird, E Dr Gene Gedanken von

M seinen Grundsäßen und der felerlih beschwornen Treue abtrünnig

R 2E

Glanz den geringsten Schatten zu werfen?

Regenten verweigerten, und die Jhr mit Hülfe der Senatoren, die Jhr nicht erneuern wolltet, Überwandet.

Liebe der Armee für sich, und kann mit ihr die, welche sich Jh- F ren Plänen widerseßen, zu Paaren treiben, Wenn Zhr inmitten

rung einem unerfahrenen Mädchen übergebt, so stürzt Jhr die für

“sion, bestehend aus den Herren Don José Maria Calatrava

als Vice-Präsidenten, Gil de la Cuadra und Sagasti als stimm-

2 ten und Herrn Landero Corchado zum Vice-Präsidenten des Se- F nats ernannt, Beide sind vertraute Freunde des Ex- Ministers

e Ankunft Emin Efendi's in Belgrad ward von Kiamil Pascha ein

F Rúksendung

E Pascha is bereits von Belgrad nach Wien expedirt worden, und

verläumderische Erfindung. „Die Nation“, sagt

, „hat vermöge ihres: wichtigen-Sinnes begriffen, daß dee ade E Es unermeßliche Opfer für das Wohl der bracht hat, unmöglich einen Eingriff in die Constitution,

bei uns herrscht, begehen kann. Die

wollten, für eine

; enten des Reiches Überzeugt, und wird dem Pa- Magen des. Vegas Biederkeit, mit der er stets handelte, Gerech: Figfkei Aber Europa, welches auf uns bid fónnte assen, wenn die Regierung vor ihren erbitter-

S fbea as E ‘Perblendeten, die sich durch hinterlistige Einflústerungen verleiten lassen, oder vor den verkappten Feinden ihres

" Materlandes Stillschweigen beobachtete... Man geit die Regierung “des Regenten wegen des angeblichen Projektes, die inderjährigfeit der A dónigin zu verlängern, an. Der Mann, der die shwere Lask der Len- Geschicke des Vaterlandes währcnd der Minderjährig-

âhig, den Eid zu brechen, den er im Schooße der National-Ver- G ablegte, als er die Regentschaft übernahm. Sein Name, ein Ruf, die Achtung der Nation und seine Uneigennüßigkeit ind fúr sein Ae ndU eo Herz mét tiitre Bemeggrönve: N He

N i i t, welche

e Aer es A tiefe Achtung, die erx vor: der Consti-

ihm... Wie wäre es möglich, daß der General, der so oft

für die Freiheit und Unabhängigkeit der Nation gefochten hat, “qwerde? Der, welcher sein Blut. in hunderten von Gefechten für itutio , sollte fähig seyn, auf dessen Den fonstitutionellen Thron vergoß, st f Lo E E die ivie e n Opfer, die er seiner Königin und der Freiheit seines R tai ‘hat, der Vergessenheit übergeben, indem er allen Thaten seines öffentlichen Lebens zuwider handelte? Giebt es “etwa einen Spanier, der sich rühmen fönnte, seinem Vaterlande “so viele und so wichtige Dienste geleistet zu haben, wie der Regent des Reiches?“ u. s. w. E Diese Erklärungen sollten wohl geeignet seyn, die aufgeregten * Gemüther zu beruhigen, und die Zweifel, die man in die Nein- “heit der Absichten des Regenten seßen wollte, zu beseitigen. Das Eco del Comercio giebt heute zu, daß der Regent den rechten “Beg einschlagen würde, falls er nur seinen eigenen Eingebungen folge; allein er wäre von Personen umgeben, meint dieses Blatt, “welche auf folgende Weise zu ihm redeten: „Herr, die politische “Lage Spaniens ist im Auslande nit anerkannt, und im Jnnern nicht gesichert. Ew. Hoheit dürfen nicht vergessen, daß die ge- “Frônten Häupter sich nie dazu verstehen, zu denen, die nicht von Königlicher Abkunft sind, auf gleichen Fuß zu treten, Die Parteigänger, {welche die Ex-Regentin noch im Lande und im benachbarten Reiche hat, und das HÚlfsmittel, das sie in der Aufrechthaltung des heran, jener elenden Parodie des Gefangenen von Skt. He- lena, erblicken, dúrfen nicht aus den Augen verloren werden, so wenig wie die Erbitterung der Freunde Jriarte's*), der Haß der durch die Vorfälle von Aravaca Gesturzten, und die sehlgeschlagene + Hoffnung derjenigen, welche Euch ihre Stimmen als alleinigen

Ew. Hoheit hat die

der Parteiungen, welche das Land zerreißen, die Zügel der Regie-

die gute Sache kompromittirten Personen ins Unglúck, und er- leichtert den Triumph der besiegten Partei. Deshalb müßt Zhr Eure Regierung verlängern, und das Bündniß Jhrer Majestät mit einer Nation unterhandeln, die, eben weil sie Euch Alles ver-

dankt und Jhr ihr günstige Zugeständnisse macht, immer Eurer Gewalt, und der Wohlfahrt derer, die wie wir ihr zugethan sind, zur Stúße diene.“ z ;

E Die übrigen heute erschienenen Blätter drücken sih auf eine

ungleich heftigere Weise über den erwähnten Artikel der Gaceta aus.

Man behauptet allgemein, die Regierung habe eine Kommis:

+ (Minister-Präsidenten von 1836 1837) als Präsidenten, Vadillo

fähigen Mitgliedern, ernannt, um den Geseß- Entwurf über die Freigebung der Einfuhr ausländischer Baumwollenwaaren, wel: cher den Cortes vorgelegt werden soll, auszuarbeiten, Jch werde d meiner nächsten Briefe diesen Gegenstand ausführlicher ehandeln.

j Der Regent hat den Herrn Gomez Becerra zum Präsiden-

Don Antonio Gonzalez,

Serbien.

Von der Serbischen Gränze, 6. Nov. Gleich nach | Schreiben an den Fürsken Michael Obrenowitsch gerichtet, worin ihm Feß und Zftihar (Orden) abverlangt und die unverzügliche derselben nah Serbien im Namen des Sultans auf- | getragen wurde, Der Fürst soll auf dieses Schreiben keine Er- wiederung ertheilt haben, weshalb Kiamil Pascha sih an das Oesterreichische Kabinet zu wenden beschloß, um die Auslieferung jener Gegenstände zu bewirken. Das betreffende Schreiben des

wenn die genannten Joe! Stücke zu der Jnvestitur des Alexander Georgewitsch unumgänglich sind, so dürfte dieselbe durch die Wei: gerung des Fürsken Michael wohl um ein paar Wochen verspà- tet werden. Man spricht von einem zweiten gegen das Leben des abge- | seßten Försten gerichteten Attentat; dieses Gerücht scheint úbri- gens unbegründet und blos aus dem Bedürfniß entstanden zu seyn, die unerwartete Abreise des Fürsten von Semlin zu erflá- ren. Nach Berichten aus Neusaß im Baczer Komitate war Michael daselbst eingetroffen.

Vereinigte Staaten von Nord-Amerika.

__ O New - Yorfk, 15. Oft. Großes Aufsehen hat hier in diesen Tagen ein Urtheil erregt, durch welches, troß der herrschen- den Straflosigkeit aller eere der wegen eines plumpen Libells auf zwei Nichter angeklagte Herausgeber unserer gelesensten Zeitung mit einer bloßen Geldstrafe davongekommen ist, Der ehrwürdige Kanzler Kent, ein Mann, dessen Kommentarien über unser Recht ihm dies - und Jeuseits des Oceans \chon längst den Namen des Amerifanischen Blakstone erworben, prâsidirte selbs im Gerichtshofe bei diesem Falle. Er redete die Geschworenen an, indem er ihnen sagte: „Er könne sich feinen größeren Fluch

*) Leon Jriarte , den Espartero als Aufcührer in Pampelona

2281 r einen Staat denken, als eine so wohlfeile Zeitung, daß sie in

B Hände eines Jeden gelange, welche Tas fúr Tag ihr gewohntes Geschäft darausmache, Unwahrheiten und Skandal zu verbreiten ; eine Zeitung, von deren Bosheit Niemand befreit bleibe, deren Spalten dem Geschwäße eines Jeden ofen ständen, der Eri genug sey, den Angeber zu machen, vor deren Angriffen weder Alter, noch Ge- schleht, noch Lebensgeschäft sicher scyen, die ihre Sendlinge in den großen Städten und Ortschaften des ganzen Landes verbreitet habe, welche ihre Mittheilungen einschickten, wie man sie eins in Venedig in den Lówenrachen geworfen habe, indem sie die Ge- heimnisse des Familienkreises enthúllten, die ehrwürdigsten Stände angriffen, und selbst das Heiligthum der Gerechtigkeit verächtlich zu machen suchten.“ Die Geschworenen sprachen ihr Sch ul- dig aus, aber von den drei Richtern, waren neben dem präsidi- renden Kanzler, zwei durch allerlei Jntriguen hineingebrachte, zur ochlokratischen Partei gehörige Aeltermänner (Gewerbsleute, nicht Juristen), we!che jenen bei Fesiseßung der Strafe Überstimmten, und den Schuldigen, statt des Gefängnisses, mit einer bloßen Geld- buße von 300 Dollars triumphirend davongehen ließen.

Erfreulicher d die gestern hier erfolgte Eröffnung der großen, die ganze Jnsel Monhattan, auf der unsere Stadt liegt, mit dem ersten Lebensbedürfnisse versehenden Wasserleitung. Seit 7 Jahren hat man, bei der mit dem Anbau der von Salzwasser umgebenen Stadt immer wachsenden Verschlechterung des Brunnenwassers, unaufhörlich gearbeitet, den 38 Engl. Meilen von hier sich ergie- ßenden Crotonfluß über einen Meeresarm herzuleiten. Dies ist jeßt endlih mit einem Aufwande von 12 Millionen Dollars (18 Millionen Preußische Thaler) gelungen. Jedes Haus wird nunmehr nicht nur alles Wasser zum Trinken, Kochen, Waschen u. sw. im Ueberflusse erhalten, sondern auch, wie in Philadelphia, mit einer Badestube versehen werden können, mit geringen Kosten für die Bewohner, aber reichlichem Ersaße der allein durch unsere Stadt fúr dieses ehrenvolle und nüßliche Unternehmen aufgebrach- ten Summen. i

Jn Folge des neuen Bankerott - Geseßes der Union, haben sich in den ersken sieben Monaten seiner Wirksamkeit, bis zum 1sten d. M., în Kentucky, einem nur geringen inneren Handel treibenden Staate, allein 1270 mit 10 Millionen Dollars insol- vent erklärt, wofúr nur eine Million Deckung da ist. Sie können hieraus auf den allgemeinen finanziellen Zustand schließen, der an vielen Orten uns wieder in den Urzustand des Tauschhandels zu- rückverseßt hat. / s

Nah einer vor furzem angestellten Zählung befinden sih in sämmtlichen Vereinigten Staaten 1552 Druckereien, 447 Buch- bindereien, 148 tägliche, 1141 wöchentliche, 125 zweimal oder drei- mal wöchentlich erscheinende Zeitungen und 227 Zeitschriften, Jn den Druckereien u. s. w. sind 18,526 Menschen beschäftigt, und das in ihnen steckende Kapital betcâgt fast 6 Millionen Dollars,

2 Paris, 14. Nov. Briefe aus New-York vom 18, Of- tober erwähnen ebenfalls d:r Gerüchte von dem bevorstehenden Austritte des Herrn Webster aus dem Kabinet, und daß er in diesem Falle die Stelle des Herrn Everett, der den General Caß in Paris als Gesandter der Vereinigten Staaten ablösen würde, als Botschafter in London erhalten solle. Aber unerklärlich ist, was einige Amerikanische Journale in Bezug auf den RÉtritt des Generals Caß von seinem jeßigen Posten sagen, „daß derselbe nämlich entschieden sey, seitdem dex General die zwischen den Ver- einigten Staaten und Frankrei vorhanden gewesenen Schwierig:

err J. Q. Adams, ein Greis von wahrhaft jugendlihem Feuer- Fee Pa Logik eben so scharf und schneidend als sein Muth unershütterlih ist, hat erklärt, daß die Volks - Souverainetät ent- weder eine Lüge sey, oder das Volk von Rhode-Jsland habe das Recht gehabt, eine Regierung zu ändern, welche sih als Beschüße- rin der schreiendskten Mißbräuche erwiesen habe, unter deren alt- verjähntemn Despotismus die Ziffer der stimmberechtigten Männer au

weniger als acht pCt. der Bevölkerung herabgebracht worden

sey. Sein: Argumentation zufolge, ist der Gouverneur Dorr der rechtmäßige Gouverneur, und die eingekerkerten oder geflüchteten Mitglieder der Legislatur sind die einzigen wahren Erwählten des Volkes. Man war sehr gespannt, Vertheidiger der Besiegten diese Sieger durchführen werde.

wie der von Feuereifer glühende Theorie vor dem Tribunale der

Paraguay. Sauta Cruz de la Sierra, in Bolivien, 15. Jan. (O. P. A. Z.) Die Paraguayer verehren das Andenken des Doktor Francia, der am 20, September 1840 gestorben is, in demselben Grade, wie sie ihn lebend haßten, und gaben durch ein Dekret dem Monate September den Namen Francia. Nach des Dikta- tors Tode ward eine provisorische Regierung von fünf Mitglie- dern eingeseßt, von welchen drei für den freien Handel und zwei, unter ihnen ein Neffe des Diktators, gegen denselben waren. Ein von Brasilien alsbald abgeschickter Gesandter wurde von dieser Regierung sehr freundlih empfangen. Da machte plöóblih ein Sergeant, Vidal, eine Revolution, nahm die fünf Mitglieder jenes Wohlfahrts - Ausschusses gefangen, erklärte sich zum Gobernador von Paraguay und gab den Handel zu Wasser und zu Land frei, so daß Paraguay jeßt offen is. Dom Pedro Il. ernannte den Herrn Leverger, welcher See - Capitain in Kaiserlichen Diensten und Marine-Kommandant der Provinz Matto Grosso ist, zu sei- nem Konsul in Paraguay, und dieser sollte im Dezember v. J.

dahin abgehen. China.

Macao, 26. Juli. Ueber die Stellung der Engländer in Ningpo berichtet das Canton Register: „Das Wetter ist dort vortrefflich, Die Angabe, daß die Engländer Ningpo verlassen und es zerstört hâtten, ist unbegründet, wohl aber haben die Chi- nesen sammtlich die Stadt geräumt, denn die Behörden lassen jeden Eingebornen verhaften, der in irgend eine Berührung mit den Engländern getreten is, Besonders lästig wird das Auffan- gen der Engländer. So fuhr vor einiger Zeit ein kleines Boot unter der Brúcke bei Ningpo durch, stieß an und zerbrach die Bretter seiner Bedachung. Was erblickt die erskaunte Schildroache auf der Brúcke? Einen geknebelten und an Händen und Füßen gefesselten Engländer, Der Führer des Boots sprang sogleich Uber Bord, ward aber ergriffen, Das arme Schlachtopfer war der Bediente eines Englischen Offiziers, und der Chinese bekannte, es sey der achte Engländer, den er auf diese Weise siromaufwärts weggebracht habe. Seitdem sind schon mehrere Elende, die sich mit diesem Menschenraube beschäftigten, verhaftet und nach Tschusan geschickt worden.“

Inland.

feiten ausgeglichen habe.“ Bis, jebt hat man durchaus nichts von dergleichen Schwierigkeiten Überhaupt vernommen, und man frägt sich natürliherweise, worin dieselben „bestanden haben sollen. Offenbar beruht diese Angabe ‘auf einèên“ Jrrthum oder Mibver- ständniß, Wenn aber Herr Webster, troß seiner neulichen Versi- cherungen des innigsken Einverskändnisses mit dem inzwischen nach Washington zurückgekehrten Präsidenten Tyler, wirklih aus dem Kabinet austreten sollte, sey es aus eigenem freien Antriebe, oder daß er bemerft hâtte, daß er nicht mehr die Stellung einer per- s0na grata darin einnehme, so würde wohl Herr Caleb Cushing an seine Stelle treten, der die erste Anwartschaft darauf zu haben scheint. Bleibt aber Herr Webster, wie Viele glauben, auf seinem Posten, so hâlt man Herrn Caleb Cushing für den designirten Nach- folger des Generals Caß auf dem Gesandktschafts-Posten zu Paris.

Herr Cushing ist einer der eifrigsten und, was die Hauptsache isk, einer der gewandtesten Anhänger und Vertheidiger des Präsi- denten Tyler, der sich kürzlich durch eine tresfliche Rede in diesem Sinne an seine Kommittenten in Newburyport im S taate Massa: chussetts einen Namen und um die Sache des Präsidenten beson- ders verdient gemacht hat. Er hat durch dieselbe, wie man zu sagen pflegt, seine diplomatischen oder, vielleicht noch richtiger ge- sagt, ministeriellen Sporen verdient. Der Reihe nach ging er alle der Politik des Prâsidenten gemachten Vorwürfe durch, wies einen nach dem anderen mit allen Waffen der schärfsten Logik und der feinsten Redekunst zurúck und verfehlte dabei nicht, alle in den Rei- hen der Partei der Whigs zu Tage gekommenen Spaltun- gen der Eifersucht und dem Ehrgeize des Herrn Henry Clay zuzuschreiben, Unter anderen Mittheilungen, die er dabei machte, befand sh auch die, daß Herr Tyler gleich im ersten Augenblicke, wo er durch den Tod des Generals Harrison zur Führung des Staatsruders berufen wurde, seinem Kabinet den Vorschlag machte, bffentlih zu erklären, daß er nah Ablauf sei: ner Verwaltungs-Periode durchaus nicht nah einer Wiedererwäh- lung. zu diesem hochwichtigen Posten strebe, um feinem derjenigen, deren Ehrgeiz sich denselben als Ziel für die Zukunft ausersehen habe, hinderlich in den Weg zu treten; daß aber das Kabinet ihm abgerathen habe, irgend eine Verbindlichkeit dieser Art, die eben \0 wenig dur die Verhältnisse geboten, als räthlich sey, zu über- nehmen. Herr Cusoging ermangelte übrigens gleich Herrn Web- ster nicht, Worte des Rathes und der Mahnung zur Ein- traht und zum Vergessen des unter ihr ausgebrochenen Zwiespaltes an die Whig - Parctei zu richten. Sowohl die Rede des Herrn Webster, welhe nech immer die dfffentliche Aufmerksamkeit in den Vereinigten Staaten fesselt, als die des Herrn Cushing werden als bedeutungsvolle politische Ma- nifeste betrachtet, welche zeigen, auf welchen zahlreichen und ent- schlossenen Widerstand die Sandidatur des Herrn Clay zur Prà- sidentschast, wenn einmcl der Moment dazu eintritt , stoßen wird. Und dieser Widerskand gewinnt, allem Anschein nach, noch täglich an Stärke. Wee Clay wird nicht allein die rein demokratische Partei gegen fich haben, sondern auch die Fractionen der Whig- Partei, die unter dem Einflusse der sogenannten Virginischen Schule stehen, welche die jeßige Verwaltung durch die Herren Web- ster, Cushing und den General Scott repräsentirt. Der von den westlichen Staaten besonders e arguigle Herr Clay wird sonach eine furchtbare Coalition gegen sid!’in die Schranken treten sehen.

Aus dem Staate Rhode-Jsl@2d wird eine merkwürdige That- sache gemeldet. Die verhafteten? Viitglieder der fúr revolutionair erflärten Legislatur dieses S!S:æs werden durch Herrn John

1837 erschießen ließ, Anmerk, d, Korr.

ranffurt a. d. O., 17. Nov. Die für den Großhandel nunmehr beendigte hlesige Martini-Messe is im All- gemeinen mittelmäßig gut ausgefallen. Bei einem Vorrath von mehr als 78,000 Centner Waaren aller Art und die Anwesenheit von über 9000 Meß- Fremden war das Geschäft für Tuch und tuchartige Waaren lebhaft und die Preise fúr die Verkáufer gúnstig, da sih fein großer Ueberfluß von diesen Waaren zeigte. Auch mit Wollenzeugwaaren war der Absaß nicht unbeträchtlih. Für Leinen- und Baumwollenwaaren erklärten die Verkäufer sich nicht zufrieden. Auch für Seiden- und Halbseidenwaaren war der Absaß nur mittelmäßig. Für kurze Waaren und andere Mode- Artikel wollten die Verkäufer das Geschäft ebenfalls nicht loben. Eisen-, Stahl- und Messingwaaren fanden ziemlich mittelmäßig guten Absaßz dasselbe ließ sich auch bei den Porzellan-, Glas-, Holz- und Lederwaaren erkennen. Mit Pelzwaaren war das Geschäft bei der so früh eingetretenen falten Witterung lebhaft. Wolle war 4820 Centner eingegangen ; mit den hier schon vorhandenen Vor- râthen mochten wohl an 6 —7000 Centner auf dem Plaße seyn, Die Preise hielten sich zwischen 36—37 Rthlr, und wurde bis auf etwa 1000 Centner geräumt.

Der mit der Messe verbundene Pferdemarkt war diesmal nur mit circa 800 Pferden beseßt, von welchen besonders gute Mittelpferde von Käufern aus Schleslen und Böhmen gesucht wurden und hoch im Preise standen. Nach Luxuspferden, so wie nach ordinairen Pferden war weniger Begehr.

Wissenschaft, Kunst und Literatur. Königliche Schauspiele.

Ein neues Lustspiel, „Der Vicomte von Létorières// oder: ¿die Kunsi zu gefallen“ nach dem Franzdsijchen des Bayard von C. Blum für die Deutsche Bühne bearbeitet, welches am Mittwoch zum erstenmal aufgeführt wurde, läßt schon aus seinem zweiten Titel den Schluß ziehen, daß wir es hier mit einem Süjet à la Rokoko zu thun haben. Deecgleichen Gegeustände, aus einer Zeit, in der man vor lauter Künsten und Künstlichkeiten nicht zur Kunst selbs gelan- gen konnte, weder im Leben noch in seinen Spiegelbildern, tönnen Jeßt kaum noch anders als vom Standpunkt der Persiflage und Buffonerie zu artistischen Zwecken benußt werden. Fs es uns doch auch mit dem Rokoko-Styl in heutigen Mode-Artikeln nichts weniger als Ernsi; nur ein ironisches Spiel treiben wir darin mit unserem eigenen Geschmack. Fn diesem Sinn haben augenscheinlich der Verfasser und vielleicht noch mehr der Bearbeiter obigen Lustspiels ihren Sto} gefaßt und hehandelt. Weder sind es komi¡che Charaftere von wah- rem inneren Leben, denen wir hier begegnen, noch eine aus feinen Fntriguen gesponnene, durch ihren kunsireih verwickelten Lauf uns fesselnde und durch übecraschenden Schluß ergdßende Handlung, son- dern burleskenhafte Uebertreibung der Figuren und Situationen, mit denen eine willkürliche Laune nach Belieben spielt, um drastische Wir- fungen hervorzubringen. Dies gelingt ihr auch an vielen einzelnen Stellen, besonders in den Aktshlüssen, auf welche Alles zugespißt ist; aber das Ganze scheint doh für diese Art von dramatischer Komik zu sehr in die Länge gezogen. An ein Lustspiel, welches einen gan- jen Theater-Abend ausfüllt, macht man hödhere Ansprüche; man ver-

angt wirkliche Charakter - Entwickelung und eine Reihefolge von wahrscheinlichen Handlungen und Zufällen. Hiervon aber fehlt es dem genannten Lustspiel zu sehr, als daß uns ein dreéstundiges Aus- spinnen desselben niht am Ende ermüden müßte. Die Rollen sind alle hargirt, die Sprache größtentbeils die der Selbsi-Jronie, und mit dieser ganzen Farbe des Stuks stimmt es auch sehr wohl überein, daß der Held desselben, der Vicomte von Létorières, ein galantes und

Quincy Adams, den eifrig" Anhänger und Vertheidiger des Föôderativ- Systems und dee LZhiggismus, vertheidigt werden,

Übermüthiges Bürschchen, von einer Dame dargestellt wird,