1842 / 337 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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; der ungeschwächten Macht der Britischen Herrschaft thätlich úber- # zeugt worden, ja mit Zurü>lassung unserer Gefangenen, nur die-

5 ihn ausgesandt, einigermaßen s{hmälern,

‘F diens, der großen Entfernung der Regierungssiße der Nachbar-

der Globe nun an, der Staats- Einnahmen zu 2,500,000 nesischen

Pfd. St., die für den

wahrscheinlih gut unterrichteten Que

China zu Sir sprechen treu bleiben will, baldigst befreien muß.

shwunden ist.“

Sir Robert Peel hat eine Kommission zusammenberufen, welche sich mit Verschönerungsplänen für London beschäftigen soll.

Der Lord-Mayor steht an der Spise,

Die neuesten Berichte aus Lissabon vom 21. November

melden, daß die Regierung am Tage zuvor einen Wahl- Sieg in der Hauptstadt davongetragen habe, und daß auch in Estremadura die Wahlen zu ihren Gunsten ausgefallen seyen. Der ödbffentliche Kredit fing auch an, sih zu befestigen, und die Kapitalisten kfauf- ten die neuen Schabkammerscheine. Die Tarif-Frage zwischen Portugal und England war noch nicht weiter vorgerú>t, Der Prinz von Joinville hatte, widrigen Windes halber, seine Reise nach Brasilien noch nicht antreten können.

Das Paketschiff „Patri> Henry“ hat neuere Nachrichten aus New-York überbracht, die bis zum 7. November reichen, indeß wenig von Bedeutung enthalten, außer dem Gerücht von einer nahe bevorstehenden Kabinets-Veränderung. Auch wird wieder- holt, daß Herr Webster, der jeßige Staats -Secretair, zum Ge- sandten in Paris bestimmt sey. Als Kandidaten fúr das Staats- Sekretariat werden die Herren Cushing, Spencer und Upshur genannt. Die Britische Ratification des dur< Lord Ashburton mit den Vereinigten Staaten abgeschlossenen Traktats war in New-York angekommen und mit Freudensbezeugungen aufgenom- men worden. Ferner heißt es, daß der Präsident entschlossen wäre, die von Mexiko bedrohte Unabhängigkeit der Republik Texas nöthi- genfalls mit Gewalt aufrecht zu erhalten, zu welchem Zwe>e die in Westindien skationirte Escadre verstärkt und vor San Juan de Ulloa konzentrirt werden solle, Diefe Nachrichten giebt indeß nur der New York Herald, ein nicht immer sehr glaubwürdi- ges Blatt. Laut Berichten aus Campeche vom 14. Oktober war in Yucatan Alles ruhig, doch erwartete man stündlich einen Angriff der Mexikaner. Die Einwohner der Jnsel Carmen hatten sich für die Wiedervereinigung mit Mexiko erklärt. Es hieß wie- der, daß Santana in Person kommandiren werde; 700 Mexikaner waren zu Champtoon, zwölf Leguas von Campeche, gelandet und pt nie d sich dort. Yucatan hatte 1300 Mann gegen sie ab- gesandt.

Es soll nâchskens eine direkte Dampfschifffahrt von Sou- thampton nach Konstantinopel in Gang gebracht werden.

5 London, 29. Nov. Die eben hier erschienene Procla- mation des General - Gouverneurs von Jndien, worin er die Zu- rüzlehung der Britischen Truppen von Afghanistan, nebst den ihn hierzu vermögenden Gründen angiebt, hat hier außerordente- liches Aufsehen erregt, und muß es în der ganzen Welt, Es is eine der freimúthigsken Staatsschriften, die man in neueren Zeiten gesehen, und is zu entschieden in ihrem Tone, um als die bloß persönliche Ansicht des Lord Ellenborough und nicht vielmehr als die Ansicht des Kabinettes betrachtet werden zu können. Als solche enthält sie zuvörderst eine entschiedene Mißbilligung des ganzen Unternehmens gegen Kabul, und zweitens einen aufs deutklichske ausgesprochenen Entschluß, die Gränzen unserer Jndi- schen Besißungen nicht weiter ausdehnen und überhaupt mit allen Nachbarn in Frieden leben zu wollen, Meiner Meinung nach spricht dies Dokument ziemlich allgemein die Gesinnung der Bri- tischen Nation aus, Wenn auch Viele, bei unserer nothwendigen Unwissenheit der wahren Verhältnisse und aeblendet durch den siegrel- chen Zug nah Kabul und Kandahar, den Krieg anfangs gebilligt hatten, so haben die mancherlei Lehren, die wir seitdem darüber erhalten, worunter die Versicherung, daß wir diesem Unternehmen großentheils auch die Einfkommen-Steuer zu verdanken haben, un- sere Ueberzeugung sehr verändert. So macht uns auch die Hoff- nung, bald wieder diese unbeliebte Steuer los zu werden, Alle sehr friedfertig, so sehr es auch der Eigenliebe fißeln mag, wenn man, wie vorige Woche, die Tower: Kanonen ihr Freudeufeuer brummen hôrt, Die Whigs werden demnach ihre Sache nur noch ârger machen, wenn sie Lord Ellenborough?s Entschließung zu tadeln suchen; nur wenn es sih bestätigen sollte, daß derselbe wirklich den Rückzug befohlen hatte, ehe die Afghanen gezüchtigt und von

ses fann seinen Ruhm und die Popularität der Verwaltung, die l Jndessen was auch sein Wunsch seyn mag, wird es ihm bei der großen Ausdehnung Jn-

- staaten von dem seinigen, und der daraus entstehenden Schwie- rigfeit, die vielen politischen Agenten, die er immer halten muß, gehbrig zu beaufsichtigen, höchst {wer werden, in jenen Regionen einen allgemeinen Frieden zu erhalten, Und wären auch die Agen- Ln 609 so weise und redlih, und hätten sie und viele andere

“vis und Civil-Beamten nicht ein \o unmittelbares Interesse am Kr egsstande, \o ist es doch nicht leichter, mit Staaten, welche oft keine andere Regel kennen als Gewalt, und denen daher jede t e eg a gilt, fon Länge Frieden zu erhalten.

i n man auf die Wirkung rechnen, - chen die Mäßigun gegen Afghanistan nah so iéleaten Siegen und noch mehr die Dem thigung des Mittelreichs emacht hat und es unbedingt wagen, sowohl das Britische ais das ndische Heer so wie auch die Marine zu vermindern, Fúr die Indischen Finanzen wird dieses besonders wichtig seyn, besonders wenn noch dabei wie Lord Ellenborough hofft, die Mittel sih ergeben, die Verbes- serungen im Junern des Landes vorzunehmen, wonach man so lange vergebens gestrebt hatte. Denn der Mangel an guten Land- straßen und sonstigen Verbindungsmitteln war isher ein Haupt- grund, warum der dortige A>erbau und Handels - Verkehr nicht viel thâtiger geworden, Ein langer Friede würde, bei dem in

Großbritanien herrschenden Wunsch, in Jndien uns von Amerika

unabhängig zu machen, hierin Wunder bewirken. Man glaubt,

daß die Regierung unsere Armee um 10,000 Mann vermindern werde; doch wird versichert, Pottinger sey beauftragt, ehe er un-

wie Sir Robert Peel das Del E Krieg wahrscheinli<h no< erforderlichen Kosten zu 41,200,000 Pfd, St. angegeben habe, und fährt dann fort: „Der Minister schlug die Jahres-Einnahme aus der Einfkommens-Steuer zu 3,771,000 Pfd. St. an, was jedoch na< allgemeinem Geskänd- niß weit unter dem wirklichen Eeecage ist, und wir erfahren aus en, daß jenem Anschlage noch

eine Million hinzugefügt werden muß. Nimmt man indessen den Ertrag auch nur zu 4 Millionen an, so ergiebt sih doch, die von Jean 45 Millionen hinzugerechnet, eine Summe

von 82 Millionen, welche das Defizit weit Übersteigt, wegen dessen . Peel der Nation eine Steuer auferlegen zu müssen be- klagte, von deren gehässiger Last er sie jest, wenn er seinem Ver- Die Nation möge sich jedo bereit halten, ihre Pflicht zu thun, damit Sir R, Peel nicht durch ihre vorausgeseßte Gleichgültigkeit ermuntert werde, jene Maßregel fortbestehen zu lassen, nachdem die Nothwen- digkeit, welche er bei ihrer Einführung zum Vorwande nahm, ver-

prinzen wird eine erhöhte Apanage (230,000 Fl.) und für die Ei-

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zu besuchen und dem dortigen Herrscher einen Vertrag abzunöthi- gen, wenn au<h nicht, um unsere Kauffahrer freizulassen, doh unseren Seeleuten, die auf seine Küsten verschlagen würden, eine menschlihe „Behandlung zu versichern. as indessen ganz zuverlässig, ist, daß die fleineren Fahrzeuge, besonders die Dampfschiffe, vor Tier Rü>kehr, der ganzen Handelswelt den Liebesdienst erweisen werden, die Malayischen Seeräuber zu un- terdrü>en, welche sogar dicht bei Singapore Raubnester haben sollen. Einige Dampfschiffe sollen sogar in dem Jndischen Meer bleiben, und beständig dieses gefährliche Gesindel Überwachen, wel: ches bei dem lebhaften Verkehr mit China, welcher si<h vorberei- tet, unerläßlich ist, Dennoch skeht zu erwarten, daß bis gegen Ende Mai der größte Theil der Chinesischen Expedition wieder in England seyn wird. N n der Heimath ereignet sich jeßt wenig; aber es bereitet sich Vieles und Großes vor. Das Fabrikwesen, welches schon früher, wênn auch sehr langsam, sih wieder zu heben angefangen hatte, hat dur<h die Nachrichten von Jndien und China einen Anstoß erhalten, welcher allmälig eine Rü>kehr zur früheren Thä- tigkeit erwarten läßt, wenn auch mit Gefahr, daß abermals zu viel erzeugt wird, und dann eine gefährliche Rückwirkung eintreten dürfte, nter den Gutsherren gewinnt inzwischen die Ueberzeugung immer mehr Boden, daß die Britische Aristokratie ihren Reich: thum einzig und allein der Thätigkeit des Kaufmanns und des Fabrifanten zu verdanken habe, und mit Handel und Gewerbe selbst zu Grunde gehen müsse. Die Morning Post kämpft freilich noch dagegen anz; aber die Times hat gestern sogar ein Schreiben von Manchester in diesem Sinne aufgenommen, worin der Ver- fasser, der sich „Konservator“ unterzeichnet, droht, daß die Kon- servativen von Lancashire in Masse zur League übergehen würden, wenn sich niht bald Hoffnung zeige, daß Peel die Getreide:-Skala aufgeben würde. Die Times sollte sch an die Spie dieser kon- servativen Bewegung gegen das Korngesebß stellen, um jenes Uebel zu vermeiden; denn wirklich hâtten bereits mehrere Konservative zu dem Leaguefond von 50,0900 Pfd. St. subskribirt, Auch in Schottland bereiten sich Wunderdinge vor. Die Konferenz der Geistlichkeit, welche eben stattgefunden, hat eine Reihe von Beschlüssen bekannt gemacht, des wesentlichen Jnhalts, daß wenn die geseßgebende Gewalt nicht in kurzer Frist, die Kirche vor der Einmischung der zeitlichen Gewalt in die Einseßung oder Abseßung der Geistlichen Einhalt thue, Alle (354 an der Zahl) fich vom Staat trennen und ihren Pfründen entsagen würden! Dieser Anspruch der Kirche auf gänzliche Befreiung von der Staatsgewalt in rein geistlichen Arten, zeichnet sich als befriedigend vor den pfäffischen Bestrebungen des Mittelal- ters aus, Denn während sie für si< selbst das Recht behauptet, nah Gewissen handeln zu dürfen, gesteht sie zu- gleih dem Staate dasselbe Recht zu, und ist daher weit entfernt, demselben mit Bann und Jnterdikt zu drohen, wenn derselbe es in seiner Verantwortlichkeit vor Gott für Recht erkennen sollte, die Ertheilung der Pfründen an Bedingungen zu knüpfen, welche die Kirche nah ihrer Ueberzeugung nicht annehmen zu dürfen meint, Jch weiß nicht in diesem Augenbli, wie viele Pfründen - die Schottische Kirche hat; aber die obige Zahl ist gewiß bei wei- tem mehr als die Hälfte der angestellten Pfarrer. Auf jeden Fall ist es feine alltägliche Erscheinung, 354 Männer aus Gewissens- gründen bereit zu sehen, allen zeitlichen Gütern zu entsagen.

Belgien.

Brüssel,-29, Nov.::Die-Repräsentanten-Kammer hat heute mit Ausnahme einer Stiñnime einstimmig den Geses-Entwurf an- genommen, welcher den mit*Spanien geschlossenen Handels - Ver- trag sanktionirt. j

Deutsche Bundesstaaten.

Múnchen, 29. Nov. (Bayer. Bl.) Jn der heutigen Situng der Kammer der Abgeordneten überreihte und motivirte der Herr Minister des Jnnern einen Geseßes- Entwurf über die Gast- und Schenkwirthschaften in der Pfalz, welcher zum Zweck haf, die den sittlichen Zustand in jener Provinz gefährdende Menge solcher Wirthschaften theils zu mindern, theils wenigstens ihrer weiteren Vermehrung Schranken zu seßen. Darauf seßte der erste Secretair seinen Vortrag über die von Mitgliedern der Kam- mer eingegangenen Entlassungs- Gesuche fort, und zwar wird die erbetene Entlassung aus Gesundheits - Rüsichten gewährt den Abgeordneten Pfarrer Mayer aus Edenkoben , Buchhändler Enke aus Erlangen, Bürgermeister Hoffmann zu Blieskastel und Hammerbesißer Herrschmann zu Plankenhammer; der Abgeordnete Johann Lang aus Landau erhâlt dagegen nur einen sehswöchentlichen Urlaub, und der Abgeordnete Dekan Bökh von hier wird unverzüglich einberufen, Nachdem die Kammer darauf noch die Anträge des ersken Secretairs wegen des Dru>es der Protofolle, wegen der UnterstÜßung der Redacteure von Zeitungen und deren etwaiger Vertreter, Behufs der schnelleren Veröffent- lichung der Verhandlungen u. s. w. genehmigt hatte, übergab der erste Präsident dem zweiten das Präsidium, um alsbald in seiner Eigenschaft als Finanz-Minister einen Geseh-Entwurf einzubringen, betreffend die Erwerbung des Wohnhauses und der Sammlungen Göthe's zu Weimar auf Kosten des Deutschen Bundes als eines Deutschen National-Denkmals,

Folgende Herren sind zu Regierungs - Commissairen für die Dauer des Landtags ernannt. Ministerium des Aeußern: Mi- nisterial-Râthe von Bezold und von Fink; der Justiz: Ministerial- Rath Lehner; des Jnnern: Ministeríal-Räthe von Mayr, von Ze- netti, von Vol6; der Finanzen: Ministerial- Räthe Kleinschrod und Wanner; des Krieges : General-Major von Kunz und Ober- Kriegs-Commissair Habel.

Die in der zweiten Kammer vorgelesene Nachweisung der Staats-Rechnungen für die leßten 3 Jahre ergiebt eine Ersparniß von 17 Millionen Gulden. Für Se. Königl. Hoheit den Kron-

senbahn eine jährliche Budgets - Position von 1,200,000 Fl, be- antragt.

Kassel, 30. Nov. (Kass. Ztg) Versammlung der Stände. Jn der gestern, am 29, November, Nachmittags, unter dem Vorsiße des Vorstandes des bleibenden ständischen Aus- schusses, Herrn Schwarzenberg, gehaltenen vorbereitenden Sibung, welcher 36 vorläufig für legitimirt erachtete Mitglieder beiwohnten, wurde zur Wahl der zu dem Amte eines Präsidenten und Vice- Präsidenten hôchsten Ortes vorzuschlagenden Mitglieder geschritten, welche die Herren Obergerichts - Direktor von Baumbach, Ober- Bürgermeister Eberhard, Ober:Bürgermeister Regierungs-Rath Arnold, Obergerichts-Anwald Schwarzenberg und Stadt-Secretair Wippermann traf.

Hamburg, 2. Dez. Die Bürgerschaft is den gestern er- wähnten vom Senate gemachten neun verschiedenen Anträgen

sere Expedition die Chinesischen Gewässer verlassen läßt, Japan

sämmtlich beigetreten.

Jtalien.

Ancona, 19. Nov. Am Uten d. traf die Prinzessin von Oldenburg hier ein und reiste bereits am 15ten auf dem Dampf- boot „Otto“ ab. Während ihrer kurzen Anwesenheit erhielt die Prinzessin den Besuch ZJhrer Kaiserl. Hoheiten des Herzogs und der Herzogin von Leuchtenberg, welchen die Prinzessin einen Augen- bli> vor ihrer Abfahrt erwiederte,

Spanien.

Paris, 29. Nov. Telegraphische Depeschen aus Spanien:

I. Perpignan, 26, Nov. Olot und die Umgegend haben die Junta anerfannt.

I. Barcelona, 24, Nov. Das Bombardement, welches heute um Mittag anfangen sollte, ist suspendirt worden; die Junta war in Unterhandlung mit van Halen, der die gefangenen Regi- menter reklamirte. Die Franzosen und andere Fremden waren an Bord Französischer Schiffe. Die Konsuln aller Mächte hatten protestirt (wohl gegen das Bombardement); die Konsuln von Franfreih und England waren noch am Lande; die übrigen befan: den sich an Bord des „Meleager““,

I, Barcelona, 25, Nov. Die Stadt is no< immer von ‘dem Bombardement bedroht. Die National-Garde willigt ein, daß die gefangenen Truppen sih zu van Halen begeben, Les ohne Waffen, nach dem Buchstaben der Capitulation. Die Frem- den sind no< immer an Bord der Französischen Schiffe. Campre- don erkennt die Junta an, Das Unternehmen des Terradas in Lampourdan is verunglú>t. Zu Saragossa, in ganz Arragonien, I und Andalusien war es, nah den leßten Berichten, noch ruhig.

Madrid, 23, Nov. Man erwartet heute hier mehrere Re- gimenter, die bei der ersten Nachricht von den Ereignissen in Bar- celona von der Portugiesischen Gränze zurü>berufen wurden,

Es heißt, Herr Olozaga und mehrere Deputirte der Coalition wolle so lange die Unruhen dauern, einen permanenten Klub

en.

A Paris, 29, Nov. Wir erhalten heute Briefe aus Ma- drid und Barcelona, Die ersteren gehen bis zum 22sten l. M, Die leßteren sind um einen Tag frischer. Am Vorabend der Ab- reise des Regenten, melden die Berichte aus Madrid, versammelte sich das Conseil der Minisker, um zwei wichtige Fragen definitiv zu entscheiden. Die erske Frage betraf das Bombardement von Barcelona. Van Halen erklärte in seinen Depeschen , daß er es nicht auf sih nehmen wolle, ohne dazu besonders. von der Regie- rung ermächtigt zu werden, das Bombardement von Barcelona zu beginnen. Es sey dies ein gefährlicher Schritt, der höchstens dazu dienen werde, die Gemüther der Catalonier gegen die Re- gierung no<h mehr zu erbittern, Nach längerer Bera- thung entschied das Kabinet unter dem Vorsize Espartero's, daß van Halen ermächtigt werden soll, ohne Zögerung und ohne Gnade die Stadt Barcelona zu bombardiren, da- mit, wenn der Regent daselbst angekommen wäre, die Er- stúrmung und Bezwingung der Stadk soglei betrieben werden fönnte. Der Courier, welcher dem General-Capitain diese Ordre Úberbringen soll, ist in der Nacht vom sten auf den 21sken ab- gereist und wird somit erst in der Nacht vom 23sten auf den 24sten an den Ort seiner Bestimmung angekommen seyn. So erkläre

sich, wie nach der telegraphischen Depesche, welche der Messager von gestern Abends veröffentlichte, das Bombardement von Barce- lona erst am 24sten um Mittag anfangen sollte, Auf das Ein- schreiten sämmtlicher Europäischer Konsuln hat indessen van Halen die Eröffnung des Kanonenfeuers gegen die Stadt provisorisch aufgeschoben, weil unter Anderem der Französische Konsul ihm -vorstellte, daß es unmöglich wäre, 3000 und mehr Französische Unterthanen, die gewöhnlich in Barcelona residiren, in so kurzer Zeit am Bord der Französischen Schiffe in Sicherheit zu bringen, bevor die Stadt bombardirt werde. Jm Vorbeigehen gesagt, sind,

laut Berichten aus Barcelona, die Eingeborenen daselbst weit we-

niger als die residirenden Fremden über das zu beginnende Bom- bardement der Stadt in Allarm verseßt worden, - Ein Korrespon- dent von Barcelona versichert, daß die e<ten Spanier so wenig das Bombardement befürchten, daß, als die Stadt Cadix von der Französischen Flotte bombardirt wurde, die Weiber von Cadix ganz lustig durch die Straßen wandelten, und ein Schimpflied sangen, worin die Franzosen als läârmende Fanfarones verspottet wur- den, Gewiß is es, daß Espartero darauf rechnet, daß bei seiner Ankunft vor Barcelona van Halen die Feindseligkeiten so weit ge- trieben haben werde, daß er selbst mit leihter Mühe die Stadk werde bezwingen können.

Der zweite Punkt, wovon ich oben sprach, die Aufldsung der Cor- tes, woran, wle Sie aus dem Bericht der parlamentarischen Verhand- lung in der Sißung vom 22sten ersehen können, Niemand mehr in Madrid zweifelt, Daß eine solche Maßregel einen hefti- gen Widerstand bei den Cortes finden würde, war gleich vor: auszusehen. Um indessen den Lärm der Volks-Repräsentanten zu beschwichtigen, wurde Herr Olozaga in seiner Eigenschaft als Prà- fident der Deputirten-Kammer eingeladen, sich in die Mitte des Con- seils zu begeben, Dort wurden ihm die Gründe vorgelegt, welche die Auflösung der Cortes unerläßlih machen. Der Regent er- suchte ihn, die Verlegenheit der Regierung nicht durch den Wider- stand der Kammer noch mehr zu ershweren, Herr Olozaga ver- sprach, seinen Einfluß auf die Kammer zu Gunsten der Regierung zu verwenden, und als in der Sißung vom 22sten die Deputirten Motta und Las Navas die Minister über die beabsichtigte Auf- lósung der Cortes, die sie eine ungerechte Ma epe! und elne Ver- lekung der Constitution nannten, zur Rede stellen wollten, ver- wehrte ihnen Herr Oas das Wort, und unterdrú>te auf diese Art den Sturm, welchen die Catalonischen Deputirten im Einver- ständniß mit mehreren Gliedern der Coalition an jenem Tage zu erregen beabsichtigten. Der Minister des Jnnern verlas dann das Dekret der Bertagung der Cortes, welchem Dekrete, wie man glaubt, in einigen Tagen die definitive Aufldsung des Parlaments folgen wird.

A Paris, 29, Nov. Wir erhalten au Weg die Mittheilung einer Proclamation, welche die Central-Junta von Barcelona am 22sten l. M. erlassen hat, und wovon das Spanische Original in unseren Händen sich befindet, Die Pro- Sa i A lautet gef par:

panier. Fhr seyd Zeugen der glü>klichen Ereignisse vom 15tén l. M. gewesen. Eine heilige Pflicht dat uns in die i Nothwen- digkeit verseßt, die Waffen gegen eine ungerechte unterdrücl'ende Re- ierung zu kehren. Wir beweinen die vielen Opfer , welche in die- jem Kampfe unterlagen, und möchte der Himmel zugeben, daß: sie

ie einzigen wären, womit die edle un wir die Jnitiative ergriffen , ee lede N avon

len uns, allen Sdhnen des

außerordentlichem

beschlossen würde. Wir bhbeeis Vaterlandes den allgemein ver-

breiteten Jrrthum, daß die Central - Junta von Barcelona

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en wolle, zu benehmen. Nur die C C E

Schlauheit und d bringen, die w Eu Es egierung ju unters Den, welche die alleinige Ur-

en Dran ist, und \o viel Elend über den glor-

N jen f Pee E Vaterlandes brachte. Von jedem Provinzial- oder Partei-Fnteresse befreit, und nur nach unserer aufrichtigen Ueber- ugung handelnd, haben wir uns zur Aufgabe gemacht, den Unmuth

lee Parteien in einen gemeinsamen Zorn, gegen jenen Mann, der dur die Macht der Waffen sich zu utiserem Diktator aufwarf, und ns mit der Kette des Bittermuthes umftri>t hält, zu vereinen. Die

f nsultative Junta ist aus Männern gebildet worden, welche durch ib Kenntnisse und soziale StFang besonders hervorragen, es ist dies S Bürgschaft, die wir zu Gunslen dem Prinzip der Einigkeit und E Bruderliebe, die für dle Nation so nothwendig sind, darbieten. s iebt nicht cinen Spanier, welcher nicht gus daß eine Reform

S Le enwärtigen Zustände nothwendig und unerläßlich is. Wir A dieselbe nicht von einem Tyrannen ecwarten, der we- s rfe wandtheit noch Fähigkeiten dazu besißt, sondern von der Vor- a lichkeit und dem Muthe , welchen die Ration in sich selbs ver- tres Wic appelliren daher an Euren Ausspruch, alle Jhr Bürger- Mili ent, Freunde und Brüder, und überhaupt an sämmtliche Spa- jer N denen die Waffen zum Schuße und Aufrechthaltung der Ge-

s he ‘anvertraut worden sind. Kann es einen heiligeren Beweggrund Les als den, die Waffen zur Vertheidigung unserer Rechte zu er reifen? Seyd JFhr nicht der vielen Lasten müde, die Jhr über- dies mit der Aufopferung Eurer eigenen Sdhne, die dazu dienen, eine ungere<hte und willkürliche Regierung aufreht zu erhalten, entrichtet? Bedarf es mehr Beweise Unserer Unterdrückung, als das traurige Loos von Tausend Familien, und die fortwährende Gefahr, worin Eure dersdulihe Sicherheit s{hwebt? Scht JFhr nicht die Armuth und das Elend aller Volksklassen, die Entblößung unse- rer Armee, den Untergang der inländischen Fndustrie und die vielen Opfer wozu eine neue Staats - Anleihe (welche in den Händen der Agioteurs bleiben wird) die Nation vorbereiten soll. Unsere Leiden sind zu sprechend , als daß man sie hier aufzuzählen braucht. Ver- einigen wir uns daher in einem gemeinsamen , eben \o chrenvollen als nübßlichen Unternehmen, und lassen wir uns nicht durch leeres

Geschwäß irre führen. Heften wir den Bli>k auf das A

nsel darbietet, und wenn wir den geme R S I Ler baben werden L werden wir mit Recht die Lorbeern

unseren Sieges und die Früchte unseres Patriotismus pflúcken können,//

O Madrid, 22. Nov. Jn der vergangenen Nacht traf aus dem Haupt-Quartier des Generals van Halen ein Ordonnanz- Offizier ein, der die 990 Meilen in 40 Stunden zu Pferde zurü>- gelegt hatte. Er überbrachte zugleich Depeschen des Französischen und des Englischen Konsuls in Barcelona an die Gesandtschaften beider Mächte. Der Englische Konsul meldet seinem Gesandten, daß einige Truppen am 19ten den Monjuich noch beseßt hielten, und daß er von Seiten der in Barcelona eingeseßten Volks- Junta veranlaßt wurde, sich nach dem Monjuich zu verfügen, um den dortigen Befehlshaber aufzufordern, das Bombardement der Stadt einzustellen.

Die Regierung hat die eingegangenen Depeschen nicht ver- dffentlicht und zeigt in der Gaceta von heute nur an, daß der General-Capitain van Halen sich am 18ten mit seinen Truppen in San Felicu de Llobregat, zwei Meilen von Barcelona befand, und die Besaßung des Monjuich mit Lebensmitteln versehen ließ. Der Gaceta zufolge, hat sich der Aufstand in Catalonien nicht weiter ausgedehnt. Die Provinzial: Deputation von Lerida rich- tete am 17ten an den Regenten eine Adresse, in welcher sie ihm die Treue der Provinz zusichert, und den Aufstand von Barce- lona mißbilligt, Die Provinzial-Deputation von Tarragona schi>te am 18ten zwei ihrer Mitglieder an den General van Halen ab, um ihm ihren Beiskand anzubieten.

Bis zum 19ten war weder in Saragossa noch in Valencia die Ruhe gestört worden.

Die drei Bataillone Provinzial - Milizen von Neu - Castilien, welche bereits aufgelöst waren, sind schleunigst wieder zu den Waffen gerufen worden,

Die heutige Sißung des Kongresses der Deputirten war von kurzer Dauer, aber ziemlich geräuschvoll. Der Graf de las Navas

und der Deputirte Lopez behaupteten nämlich, ein großer Theil È des Kongresses mißbillige die Entfernung des Regenten von der 1 Hauptstadt und hätte diese Mißbilligung in der vorgestrigen Siz- f

zung zu erkennen geben wollen, wäre aber durch den Prásidenten,

dert worden. Me fúr eine unkfluge und unpolitische Maßregel.

einen solchen Schritt könnten die Deputirten nicht billigen. Volks: Tribüne gab ihren Beifall zu erkennen, und als endlich$ die Ordnung wiederhergestellt war, verlas der Marine - Minister?

ein von dem Regenten gestern unterzeichnetes Dekret, fraft dessen

die Sißbungen der Cortes für jeßt suLpendirt wurden. i Ein Theil der Deputirten soll im höchsten Grade unzufriede

mit dem Benehmen des Präsidenten, Herrn Olozaga, seyn. 8 Man versichert, die Coalition versammle sich diesen Aben

um ein Manifest an die Nation zu richten. A ier in Madrid is fúr jest alles ruhig, und Niemand weis

sich die Vorfälle von Catalonien genügend zu erklären. L

Griechenland.

.… Athen, 12. Nov. (A. Z.) Sir E. Lyons so wie der Fran- zösische Gesandte haben dem Griechischen Ministerium der aus: wärtigen Angelegenheiten Noten Überreicht, worin sie über die Höhe der Zoll - Änsäße im Königreich starke Beschwerden führen und zugleich erklären, daß ein fernerer Verkehr mit Griechenland beinahe unmöglich würde, wenn von der Griechischen Regierung nicht eine baldige Abhúlfe geschafft werde. Es is in Folge dieser Remonskrationen eine Kommission ernannt worden, und man hofft, daß binnen kurzem die Kundmachung eines neuen Zoll-Tarifs statt- finden werde.

Der Admiral La Susse will in Salamis die Ankunft seines Nachfolgers im Kommando der Levantinischen Station abwarten. Als die Französische Flotte Beirut verließ, hatten die Gräuel im Libanon und Antilibanon den hôchsten Punkt erreicht, und man Eme sehr, ob die Türken der Verwirrung Meister werden

nnten, :

Serbien.

Velgrad, 21, Nov. (A. Z.) Heute langte Rifaat Pascha, der neuernannte Türkische Gesandte am Wiener Hofe, mit dem Dampfboot „Argo“ in Semlin an. Sogleich N sich der hiesige Pascha, Kiamil, nebs dem Serbischen Minisker Abram eronitewitk Und dem bekannten Wuktsitssh nah Semlin, um ihn zu bewillflommnen, Nach dreistündigem Aufenthalte daselbst kehrten die Herren zurú> und das Dampfboot fuhr mit Rifaat Páscha, begleitet von Kanonensalven, stromaufwärts weiter, So wie die 1 rgo“ vor Semlin angelegt hatte, kam, bevor noch die Obenerwähnten aus Belgrad in Semlin eintrafen , der no< im- mer in Semlin si aufhaltende frühere Serbische Fürst Michael mit Gefolge zu Rifaat Pascha aufs Boot und suchte in den Au-

Shaft machten, verlor der einen Mißbrauch vom Reglement gemacht habe, daran verhin- Der Deputirte Lopez erklärte die Abreise des Re- Er fúgté? inzu, die Reglerung beabsichtige die Auflósung der Cortes, unvy

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en des na< errei< bestimmten Gesandten zu lesen, ob no<

irgend eine E für ihn sey? Rifaat Pascha zu>te die Achseln und ee eigene Schuld habe ihm dies Schi>sal berei- tet, Der Fürst, kaum die Thränen zurü>haltend, zog sich hoff- nungslos zurüd>.

Der Großherrliche Berat für die Fürstenwürde des Alexander Karageorgiewits< lautet :

„Der Schdpfer der sichtbaren und unsihtbaren Dinge, unerforschliche große Gott, nach seiner ewigen Macht und Gewalt, hat Mich gewürdigt, in seiner Gerechtigkeit Mich mit anderen gro- ßen Potentaten gleichzustellen, und hat diese hohe Würde mit herr- lichen Gaben begleitet, mit welchen Fh nur Gutes auf dieser Welt schaffen soll, wie auh andere Gewaltige an Meiner hohen Pforte Schuß und Zuflucht finden. Für alles dies sage Jh demüthigen Dank dem Allmächtigen! Es is Meine Schuldigkeit, Sorge zu tra- gen für die Ruhe und Unverleßlichkeit aller der Unterthanen,

le Mein Reich umfaßt. Daher habe Jh, damit jede Ge- walt . und jedes Unrecht bescitigt werde und nur die Gerech- tigkeit walten möge, Überall Regierungen eingeseßt. Unter Anderem hatte Jh auch der Serbischen Mir unterthänigen Nation, damit sie_in voller Zufriedenheit lebe, eins den Michael Obrenowitsch zum Fürsten bestellt. Da er si< aber erlaubte, gegen Meinen Willen und gegen die der Nation verliehenen Rechte und Ge- sche zu handeln, so habe Fh Mich genöthigt geschen , ihn der fürst- lichen Würde zu entseßen. Die Aeltesten und Vornehmsien des Lan- des, wie auch die ganze übrige Nation vom kleinsten bis n größ- ten haben si<h aus den Notabilitäten des christlichen Volkes den Alexander Karageorgiewitsch zum Fürsten auserlesen (dem Jch wün- sche, daß Ee Würde ihm stets und für immer verbleibe) ; sie ha- ben erklärt, daß er im Stande sey, Land und Volk zu regie- ren und haben gebeten, daß er ihr Fürst werde. Jn Folge dessen habe Jch dem obbelobten Fürsten, auf daß er sich Meinem ge- schlihen Willen unterwerfe, das Volk dur gute Verwaltung in voller Zufriedenheit erhalte, die Treue gegen Mein Kaiser- reih bewahre, in allem kraft der Verordnungen und Weisungen der zwet die inneren Angelegenheiten Serbiens regelnden Fermaue regiere, e Meinen Willen nicht handle und die dem Lande ertheilte Ver- fal ung (Usfitaw) nicht verleße, dem Fortschreiten der Nation nicht Hindernisse in den Weg lege, sondern mit allen Kräften in allen An- geegenbetten Gerechtigkeit Úbe, #0 daß er niemals entseßt werden olle, in Kaiserlicher Gnade den 3. Ramasan 1258 die Fürstenwürde verliehen und ihm diesen wohlverdienten und wohlwollenden Berat ausgefolgt , indem Jh weiter befehle , daß der Serbische Fürst das Fürstenthum gere<ht und die Angelegenheiten des Landes púnftlich und getreulih verwalte. Der volle Senat, so wie au die an- deren Ober - Beamten und das gane Serbische Volk, soll ihn, der von Meinem Kaiserreich ernannt is, dafür erkennen, und um alle Angelegenheiten, welche dem Fürsten zukommen, befragen, seinen Worten folgsam seyn, und allen in der Verfassung begründeten An- ordnungen und Befehlen, welche ev ertheilen wird, Folge leisten und sie erfüllen. Der vielbelobte Fürst, in Unterwüärfigkeit verbleibend, mdge in wahrer Treue verharrend immer mehr so sich betragen, daß es Mir wohlgefällig sey ; und wegen dessen, was das Land bedürfen sollte, möge sih der hohe Fürs nur an Meine hohe Pforte wenden. So handelnd, soll Niemand si< in die Angelegenheiten seiner fürst- lichen Würde mengen. Dies wisset und diesem glaubet. Anfang des Ramasan 1258 (5, Oft. 1842.)//

Dstindien.

Bombay, 15. Oft. Jn einem außerordentlichen Blatt der Regierungs-Zeitung ist in Bezug auf die Siege in Afghani: ftan noch folgende (ers in den Londoner Zeitungen vom 28. No- vember mitgetheilte) wichtige Proclamation des General-Gouver- neurs auf Befehl publizirt worden:

Proc'kamat i-ón, Geheimes Departement.

Simla (Hauptquartier des General- Gouverneurs), 1. Okt. 1842.

Die Jndische Regierung ließ ihre Armee Über den Fndus gehen,

um aus Afghanistan einen Häuptling zu vertreiben, der für einen h: Feind der Britischen Fnteressen galt, und um auf seinen Thron einen F Souverain wiedereinzuseßen, der als ein Freund dieser Jnteressen und Fe Bls belicbt bei seinen früheren Unterthanen dargestellt wurde. j Der für einen Feind gehaltene Häuptling wurde gefangen ge- ommen und der als volksbeliebt geschilderte Souverain auf seinen Thron wiedereingeseßt; nach Ereignissen aber, welche seine Treue egen die Regierung, durch welche er wiederhergestellt wurde, zweifel- er durch die Hand eines Meuchelmörders den hron, dea er nur unter Empdrungen behauptet hatte, und vor wie ach seinem Dode dauerte die Anarchie immer fort.

Unglücksfälle, an Umfang mit nichts zu vergleichen, außer mit den Fehlern, aus welchen sie entsprangen, und mit dem Verrath, durch den sie vollbracht wurden, sind in cinem etnzigen kurzen Feld- zuge auf jeglichem Schauplaby vorhergegangenen Mißgeschi>ks gerächt è worden, und wiederholte Siege im Felde, so wie die Einnahme der Städte und Citadellen Gisni und Kabul, haben den Britischen Waffen den Ruf der Unüberwindlichkeit wiedergegeben.

Die Britische Armee, welche im Bess von Afghanistan ist, wird nun an den Sutled\h*) zurückgezogen werden.

Der General-Gouverneur wird es den Afghanen selbs Überlassen, inmitten der Anarchie, welche die Folge ihrer Verbrechen is , eine Regierung zu errichten,

Eittem widersirebenden Volke einen Souverain aufzudringen, würde eben so unvereinbar mit der Politik wie mit den Grundsäßen der Britischen Regierung seyn, es würde die Waffen und Hülfs- quellen jenes Volkes zur Verfügung des ersten besten Eindringlings stellen und die Last gufbürden, cinen Souverain aufrecht zu erhalten, ohne eine Aussicht, von seiner Allianz einen Nuben zu ziehen.

Der General - Gouverneur wird gern jedwede von den Afghanen selbs qulgerebene P Ung anerkennen, wenn dieselbe den Wunsch und die Fähigkeit zu haben scheinen sollte, freundschaftliche Verhält= nisse mit den benachbarten Staaten zu unterhalten.

Zufrieden mit den Gränzen , welche die Natur dem Gebiet der uen Regierung angewiesen zu haben scheint , wird dieselbe alle ihre Ansirengungen auf die Begründung und Erhaltung allgemeinen Friedens , auf die Beschüßung der Souveraine und Häuptlinge ihrer Verbündeten und" auf die Wohlfahrt und Prosperität ihrer eigenen getreuen Sil pay L aEeE iem Zal

, Die Flüsse des Pendschab und der Jndus, die Gebirgsvä}e und die wilden Volksstämme Afghanistans werden zwischen dex Briishnd Armee und einem aus dem Westen herannahenden Feinde, wenn über- haupt an einen solchen Feind zu denken ist, und nicht mehr zwischen der Armee und ihren Zufuhren die Scheidewand machen.

Die ungeheuren Ausgaben, welche für den Unterhalt einer be- deutenden Streitmacht, in einer ¿Aschen militairischen Stellung, fern es Ld Lad O En elgenen Hülfsquellen , erforder-

j / e ) ger jede BVerbesserungs-Maßr - ften pes Landee u Les S ph eg E U os

le vereinigte Armee Englands und Jndiens, dur< ihre Ausrí- stung, Mannszucht, Tapferkeit und durch die Offiziere A deten sie kommandirt wird, jeder Streitmacht überlegen, die ihr in Asien ent- gegengeftellt werden kann, wird in unangreifbarer Stärke auf ihrem

*) Der Sultledsh, der aus dem Himalaya kömmt und be Mittun, im Gebiet von Bawalpur, sich in den Indus ergießt, vil det die nordwestliche Gränze zwischen Ostindien ünd dem Pendschab, dessen Beherrscher bekanntlich jeßt mit der Jndischen Re ierung ver- bündet sind, und welches das Haupt - Cops der Briti chen Armee in Nd bei seiner Röckfkehr passiren wird. Der Sammel- plaß der Britischen Truppen am Sutledsch pflegt Firozpur zu seyn.

Anmerk, d. Red,

der

eigenen Grund und Boden stehen und das herrliche Reich welches sie erobert hat, immerdar in Sicherheit und Ehre bewahren.

Der General - Gouverneur kann, indem er auf #0 freimüthige Weise den benachbarten Staaten die friedliche und konservative Poli- tir s Regierung verkündet, keine Mißdeutung seiner Beweggründe

r<ten.

Afghanisian und China haben gleichzeitig gesehen, welche Streit- kräfte n seiner Verfügung stehen , ond mit De chem Erfolg dieselben verwendet werden können.

Aufrichtig dem Frieden ergeben, um der Wohlthaten willen, die derselbe dem Volke gewährt, i| der General-Gouverneur ene eo den Frieden zu erhalten, und wird er die ganze Macht der Britischen Regierung aufbieten, um jedweden Staat, der denselben zu brechen geneigt seyn möchte, im Zaume zu halten.

Auf Befehl des General-Gouverneurs von JFndien

5 T. H. Maddod, Secretair der Fndischen Regierung beim General - Gouverneur. //

China.

Hong Kong, 10. Sept. Aus den offiziellen Depeschen des General-Lieutenants Gough is noch einiges Nähere über die Vorbereitungen zu einem Angriff auf Nanking mitzutheilen. Es N von dem Ober-Befehlshaber der Landungs-Iruppen

erichtet:

¡Fn Tschinkiangfu blieb General Schoedde mit dem 55sten Jn- fanterie-Regiment und einigen anderen Fnfanterie-Detaschements" als Garnison zurú>, wiewohl die Stadt selbsi wegen der Masse der halb- verwesten Leichen unbewohnbar war, und die Flotte seßte am 29. Juli ihre von der Britischen Regierung entworfene, von dem Genceral- Gouverneur von Oliindien eifrig in Schuß genommene, von Sir Qua Gough und Sir William Parker aber hon vor Eintreffen der Instructionen unternommene Bewegung, den Jangtsykiang hinauf, weiter fort , nachdem, um ferneres lutvergießen zu vermeiden, eine, jedoch vergebliche, Aufforderung zur Uebergabe an den Vice- Kbnig der beiden Kiang-Provinzen, Riukihn, abgesandt worden war, welche, wenn síe angenommen worden wäre, die Möglichkeit gewährt haben würde, mit den Landtruppen Suhtschu und Hangtschan anzugreifen und mit einem Theile der Flotte den Peiho zu blokiren und den Han- delsverkehr im Golf von Petscheli zu behindern.//

Die ersten Schiffe der Flotte langten am 5ten , der Rest erst am 9, August vor Nanking an, und es begannen nun die Vorberet- tungen zum Angriffe auf die Stadt, welche den Friedens-Abschluß berbeigetGhrt haben. Die Zahl der Einwohner dieser Stadt wird auf eine Million angeschlagen, die Zahl der darin befindlichen Trup- pen soll 6000 Tataren und 9000 Chinesische Soldaten betragen, außer der schr zahlreihen aus den Einwohnern selbsi gebildeten Miliz. Die Stadt hat 20 Englische Meilen im Umfange und war deshalb, troß ihrer zwishen 28 und 70 Fuß hohen Mauern und der Kanäle, Vorstädte, Sümpfe und Seen, welche die Annäherung an vielen Punkten erschweren , leicht zu nehmen, indem man dieselbe nur an verschiedenen Punkten zugleich zu bedrohen und dadurch einer Kon- zentrirung der großen Truppenmacht, welche die Garnison bildete, vorzubeugen brauchte.// ;

¿,General Gough hatte 4500 zuverlässige Soldaten unter scinem Befehle, welche zur Erreichung seiner Absicht genügen konnten, indeß beschloß er, im Verein mit dem Admiral Parker, um der Wiederho- lung der Grâuelscenen von Tschapu und Tschinkiangfu vorzubeugen, zuvor durch eine bloße Demonsiration die Chinesen wo möglich zur Nachgiebigkeit zu vermögen, während indeß zugleich alle Vorkehrun- gen getroffen wurden, um nöthigenfalls durch Beschießung der Mauern von Seiten der größten Schiffe der Flotte und Erstürmung der Werke von Seiten der Landtruppen Herr der Stadt zu werden. Die beabsichtigte Demonstration wurde im Verein mit dieser Maßnahme zu einem direkten Angriffe, dadurch bewerkstelligt , daß die Brigade Saltoun nebst Artillerie und Sappeure ausgeshifft wurde und sich am 11. Au- gust und den folgenden Tagen in einem fünf Englische Meilen von

er Stadt entfernten Dorfe festseßte, von wo aus sie zugleich, im Fall einer entscheidenden Bewegung von der Seeseite her, die die Brigade Bartley unternehmen sollte, den Haupt-Angrif kräftig hât- ten unterstüßen können. Diese Maßnahmen hatten den gewünschten Erfolg, denn schon am 17. August erhielt General Gough von Sir Henry Pottinger die Nachricht, daß Friedens-Unterhandlungen einge- eue seyen und die Feindseligkeiten daher vorläufig eingestellt werden müßten.

Der Erfolg dieser Unterhandlungen nach zwölftägiger Dauer ist bekannte,

Al

Bonn, 29. Nov. Gestern hat Dahlmann vor 400 Zuhd- rern seine Vorlesungen erbffnet, Rheinische Blätter theilen seine Rede mit, der wir die schlagendsten Stellen en:

, ¿Man erzählt von einem alten Weisen, wie er den Göttern täg- lich dankte , daß er als Hellene und als Athener geboren sey. Ich danke dem Himmel, daß ih ein Deutscher geboren, und pas er meine Zukunft mit dem Preußischen Staate verbunden hat. M g

leicht manche Formen vergänglih, mehr Erfindung als Durchbildung und mag das sichere Geleise für vieles Nothwendige no< funden seyn. Für die Schule so vieler Thaten und Leiden 1 nichts zu s{wer. Die Hand, die über Alles entscheidend waltet, gehödrt einer Brust an, în der Hochherzigkeit schlägt. Dieses Glaubens lebe ich und daran halte ih. Wohl weiß ih, daß ih einen Boden hier be- trete, welchem von allen Zerwürfnissen Deutschlands, politischen und kirchlichen , die Spur nicht fremd geblieben. Hier geziemt es sich, die Gemeinsamkeit festzuhalten, welhe alle Guten auf Deut- hem Boden zusammenhält. Keine der Schranken, welche an menschlicher Kurzsichtigkeit haften, hinderte Niebuhr, sich hier

der glänzendsien Erfolge zu freuen. Wie weit entfernt bin ih von einem so bochstehenden Manne! Allein ich darf es sa-

gen, die innere Bewegung treibt mich eben #0 wohl als die Verehrung : die Freundschaft, die mich mit ihm verband, wurde nie auf die Dauer gefidrt, oft verjüngt durch die Erfahrung, daß unsere Wege sich in einem ganz verschiedenen Flußbette vereinigten. Meh- rere Ucberzeugungen sind, an denen ih hafte, während Niebuhr dieselben Dinge mehr na< der Schwierigkeit ihrer Vollbringung maß. Niebuhr, aus dem Dunkel der Zeiten, die er erforschte, hell hervorgegangen, Überblickte mit gleicher Fertigkeit und Frische die Staatslagen. Keiner trug mehr Zweifel in Finey Bruft an dem gesammten Gange, an dem Fortschritte des Menschengeschlehts im Ganzen und Großen , als dieser Mann. Aus diesem Glauben, der mir von Jugend auf zur Seite stand, entnahm ih den Mutb, in der schwierigen Bahn der Politik lcehrend und in einer Weise auf- zutreten , welche von den bisher angefangenen sich wesentlich unter- M Folgendes is die Art und Weise, wie i< die Dinge ansehe.

¿Vor Allem is der unreife Enthusiasmus abzuthun. Die Staatssachen werden von uns entweder bersehen oder mit zerstd- render end aufgefaßt. Es scheint fast, der Deutsche wolle cher alles Andere langsam ergründen, nur die Lehre vom Staate nicht. So fügt es sih, daß zu denen, welche zum Staate nft kommen wollten, der Staat mit aller Macht gekommen ist. Dle Deutschen haben siegreih die Waffen ge en den dußeren Feind ge- führt. Jm Friedenswerke blieben sie el der Mittelmäßigkeit stehen. Ueber die leitenden Jdeen der Zukunft i no< immer Streit. Kein Wunder. Wie Deutschland in der Geschichte der Europdi- schen Staaten vermißt wurde, so gehörte au< die Wissenschaft vom Staate zu der wenigft glücklichen, bis sie dur< den Untergang des Deutschen Reiches ihren historischen Gehalt verlor; bdufig formale, luftige Theorieen; es wurde, wenn ih mi so ausdrü>en darf, Staat mit dem Staate getrieben; mit s{<werfälliger Einseitigkeit entwe-

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