1842 / 349 p. 3 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

2407 Beilage zur Allgemeinen Preußishen Staats-Zeitung. F 349.

Ö E T O E E R E I

-Vereins- ahre 1843—45. Aus der gestiegenen und no< immer zunehmenden Einfuhr | trachten , {0 haben die Vereins-Regierungen wohl billigerweise

witd ritttzper t r ipteu ti uar: Rd ms ausländischen Eisens an und für sich läßt sich eine Benachtheilicuns Anscad C e Maden auf Veränderungen in der Besteuerung

(Schluß. Vergl. das Hauptblatt.) der inländischen Eisenhütten noch nicht folgern ; eine solche Folge: des fremden Eisens einzugehen, welche fär die Eisen verarbeitenden

2, Eisen. rung wúrde nur dann zutreffen, wenn jener Einfuhr wirklich eine Gewerbe um so nachtheiliger werden könnten, als schon der jeßige

Verminderung der inländischen Eisen - Production gegenüberstände. | Zollsaß des gewöhnlichen ges{hmiedeten Eisens von 1 Rthlr. und

In gleicher Art, wle hinsichtlich des baumwollenen Garns, |.Es läßt sich aber vielmehr annehmen, daß die außerordentliche Zu- | mehr noch der Sas von F Réhlr. pro Ctr. für façonnirtes Schmie-

besteht auch in Betreff des Eisens ein Widerstreit der Jnteressen | nahme des Eisenverbrauhs während der leßten 10 bis 20 Jahre | deeisen als verhältnißmäßig bedeutend anerkannt werden muß.

mehrerer vereinsländischen Jndustriezweige, nämlich einerseits des | in leihem Maße, wie die Einfuhr fremden Eisens, so auch die Während demnach in dem neuen Zoll - Tarife das Roheisen

Eisenhütten-Betriebs und andererseits derjenigen Gewerbe, welche | inländische Eisen-Production gesteigert haben müsse. Jn welchem | beim Eingange zollfrei und der Zollsaß des gewöhnlichen geschmie-

Roh- und geschmiedetes Eisen weiter verarbeiten; während für | ungleich hbheren Grade gegen sonst das Eisen gegenwärtig Anwendung | deten Eisens unverändert geblieben ist, sind bei dem Artikel „Eisen“ jenen ein wirksamer Schub gegen dié Konkurrenz des Auslandes in Anspruch genommen wird, begehren diese die möglichste Erleich-

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unvermeidlich verbundenen Unbequemlichkeiten, Weiterungen und Kosten für den Fabrikanten dürften in ihrer Gesammtheit von solchem Belange seyn, daß es in vielen Fällen zumal, wenn die Versendungen, wie häufig vorkommt, nur in kleinen Posten beste- hen nicht verlohnen würde, sich denselben zu unterziehen, um zum Genusse einer Ausfuhr-Vergütung zu gelangen, deren Betrag, namentli<h bei den gemischten Waaren, ire G und Kosten kaum aufwiegen möchte, Die Absicht, durch eine Ausfuhr- Vergútung die Belastung der Baumwollen-Manufaktur mit einem erhdhten Eingangs-Zolle vom Garn wieder auszugleichen, würde sonach vielfach unerreiht bleiben und diese Zoll - Erhöhung den wichtigen Gs nach dem Auslande dur< Erschwerung und Ge- fährdung der Konkurrenz auf fremden Märkten empfindlich treffen.

Wenn nun hiernach eine höhere Besteuerung des baumwollenen Garns schon um deswillen äußerst bedenklich seyn würde, weil solche mit den Jnteressen der Baumwollen - Manufaktur in der

Berliner Börs Den 16, Dezember 1842.

Pr. Cour. Brief. | Geld.

an baumwollenen und aus Baumwolle und Leinen gemischten Stuhl- und Strumpfwaaren. 88,001 Ctr. 100,766 » 97,768 » 87,013 »

373,518 Cer.

an gezwirntem 2c. und gefärbtem Garn.

20,043 Cer. 26,153 » 22,371 » 20,173 » 88,710 Cer.

Fonds. Actien. |s

1037} Bel. Pots. Eisenb. 102//) do. do. Prior. Obl. Msgd. Lpz. Eisenb. 93 925 | do. do. Prior. Obl. Brl. Anh. Eisenb. 102 1017 do. do. Prior. Obl. 102 1015 | Düss.Elb. Eisenb. do. do. Prior. Obl. Rhein. Eisenb. do. de. Prior. Obl Berl. Frankf. Eis.

St. Schuld-Sch. *) Pr. Engl. Ob1.30. Präm. Sch. der Seehandlung. Kur- u. Neumärk. Schuldverschr. Berl.Stadt-Obl. *) Danz. do. îun Th. Westpr. Pfandbr. Grossh. Pos. do. do. do.

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1044 1022

zusammen oder iín rundem Durchschnitte

jährlich 22,200 »

102 105 101

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findet, ergiebt sich ohne tieferes Eindringen in die verschiedenen Lebens:

nur folgende zur Berichtigung resp. Vervollständigung dienende verhältnisse schon auf den ersten flüchtigen Bli>k. Abgesehen von 9 z gung gung

Abänderungen eingetreten.

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115,600 Ctr.

100z

Was nun die Gründe betrifft, welche die Vereins-Regierun- gen bestimmt haben dürften, die begehrte Erhöhung des Eingangss Zolles vom fremden Garn nicht eintreten zu lassen, so ist wohl mit Wahrscheinlichkeit anzunehmen , daß diese Maßregel mit den Interessen der nah Vorstehendem so wichtigen Baumwollen- Manufaktur unvereinbar erachtet worden seyn müsse.

Die inländischen Spinnereien haben, wie oben gezeigt wor- den, zu dem jährlichen Garhbedarfe der Baumwollen-Manufaktur von 561,700 Ctr. nur 194,000. Ctr., also niche viel Über ein Drittheil des Gesammtbedarfs geliefert, und der Grund dieser Erscheinung liegt weniger im Preise, als darin, daß die Mehrzahl der inländi: schen Spinnereien, nah dem Urtheile Sachverständiger, zur Zeit noch nicht auf der Stufe technischer Fertigkeit steht, um ein Fa- brifat zu erzeugen, welches dem ausländischen, insbesondere dem Englischen Gespinnste, rü>sichtlih der Feinheit, Gleichheit, Glätte und Festigkeit des Fadens gleih käme. Würde nun der Ein- gangs-Zoll auf fremdes Garn um 2 Rthlr. erhöht, so wären zwei Fâlle denkbar: entweder gelänge es den inländischen Spinnern, ihrem Fabrikat die von ihnen bei höherem Zollschube zugesicherte Vollkommenheit zu geben und dadurch das Englische Garn vom inländischen Markte zu verdrängen, oder es träte keine wesentliche Verbesserung des inländischen Garns ein, und die Weber :c. im Zoll - Vereine wären sonach genöthigt, den größten Theil ihres Garnbedarfs auch ferner aus England zu beziehen. Jm ersteren

Falle würden die inländischen Spinner natürlich den Preis ihres Fabrifats in der Art reguliren, daß sie dem Preise des Englischen Garns den Betrag der Beziehungskosken und den Eingangs - Zoll von 4 Nthlr. pro Centner hinzurechneten, und ihre jeßige Lage

würde sih dadurch wesentli<h verbessern; in dem zweiten Falle hâtten die inländischen Spinner von der Zoll-Erhöhung nicht den mindesten Vortheil. Was dagegen die inländischen Weber 2c. be- trifft, so würde denselben in dem einen, wie in dem anderen Falle tos Material zu ihrer Fabrication um 2 Rthlr. pro Centner ver- theuert.

Es fragt sich nun, ob die inländishe Baumwollen-Manufak- tur eine solche Vertheuerung ihres Materials ohne Nachtheil würde tragen können, und diese Frage scheint, auch selbst dann, wenn der Betrag der Zoll-Erhöhung auf die in das Ausland ab- zuseßenden Fabrikate in der Form eines Rüfzolls, wie vorge- schlagen worden, erstattet werden sollte, aus folgenden Gründen verneint werden zu müssen.

Was zuvörderst den Absaß im Julande betrifft, so würden die Manufakturisten die Vertheuerung ihrer Fabrikate um 2 Rthlr. pro Ctr. weder dur eine verhältnißmäßige Erhöhung des Preises, noch durch eine Herabseßung des Arbeitslohns auszugleichen ver- mögen, denn, obwohl ein Preis-Aufschlag von 2 Rthlr. für den Centner baumwollener Waare, auf die einzelne Elle berechnet, nur ein sehr geringes Objekt ist, so würde derselbe doch bei dem V r- faufe im Großen nicht ausführbar seyn, weil bei Bestimmung des Preises der inländischen baumwollenen Waaren der Preis der Englischen Fabrikate stets mehr oder weniger maßgebend ist und eine Erhöhung des erskeren daher eine vermehrte Konkurrenz der Eng- lischen Waaren, ungeachtet des auf denselben ruhenden, allerdings nicht unbedeutenden Eingangs-Zolls, zur Folge haben würde. Wäre es aber auch mögli, eine etwanige Vertheuerung des Fabrikats auf den Preis desselben zu schlagen, so würde eine solche Preis- steigerung die Consumtion vermindern und demnach in dem einen wie in dem anderen Falle der Baumwollen-Manufaktur ein Nach- theil erwachsen, Der Arbeitslohn aber is gegenwärtig schon so herabgedrú>t, daß eine weitere Ermäßigung desselben nicht füglich stattfinden und am wenigsten gewünscht werden fann.

Hinsichtlich der zur Sicherung des Absaßes nah dem Aus- lande in Vorschlag gebrachten Bewilligung eines Rü>zolls erge- ben sich, sowohl was das Prinzip dieser Maßregel, als deren prak- tische Ausführbarkeit und Wirksamkeit anlangt, mancherlei faum zu beseitigende Bedenken. Zuvörderst is zu bemerken, daß, da eine Unterscheidung der ausgehenden Waaren, je nachdem dieselben ausländisches oder im Jnlande gesponnenes Garn enthalten, nicht möglich ist, die Ausfuhr-Vergütung mithin für alle Waaren ohne Unterschied gewährt werden múßte und die Staatskasse sonach in den Fall fâme, da zu zahlen, wo sie nichts empfangen hat, bei dem Boi! schlage nicht lediglih von einem Rü>fzolle, sondern auch von einer dem bffentlichen Einkommen zur Last fallenden Ausfuhr- Prämie die Rede seyn würde.

Sodann liegt die Frage sehr nahe: wie es mit den aus Baumwolle und anderen Materialien gemis<ten Waaren rú>- sichtlich der Ausfuhr:Vergütung zu halten seyn würde? Sollten dergleichen Fabrikate von dem Benefiz ausgeschlossen bleiben , so würde solches deren Absaß nach dem Auslande geradehin unmög- lih machen; sollte dafür die nämliche Vergütung, wie für rein baumwollene Waaren gewährt werden, so würde die Staatskasse Opfer zu bringen haben; daß es unausführbar sey, die Menge des in der Waare enthaltenen Baumwollen-Gespinnstkes zu ermit- teln und danach in jedem einzelnen Falle den Betrag der Ausfuhr-

Vergütung zu bestimmen, liegt auf der Hand; es würde demnach faum ein anderes Mittel übrig bleiben, als" die Vergütung fúr gemischte Waaren nach einem geringeren, etwa auf die Hâlfte des vollen Saßes zu normirenden Durchschnittssaße leisten zu lassen wobei jedoch zu bemerken is, nicht nur, daß die auf diese Weise willkürlich arbitrirte Vergütung der Menge des in einer Waare enthaltenen Baumwollen-Gespinnstes \{hwerlih jemals ganz genau entsprechen und daher fast ohne Ausnahme entweder der Fabri: fant nicht vollständige Entschädigung ethaltén oder die Staat e zu viel zahlen würde, sondern auch, daß damit der Speculation der Weg gezeigt wäre, schwer ins Gewicht fallende Artikel mit wenigen baumwollenen Fäden zu fabriziren,

Soll endlich, bei der Gewährung einer Ausfuhr-Vergütun nicht den gröbsten Unterschleifen Thür und Thor a werden, so ist es einleuchtend, daß eine gegen Mißbrauch ichernde Kon: trolle würde stattfinden und die Zahlung der Vergütung nicht al; léin von dem Nachweise der dur< mancherlei Förmlichkeiten genau zu fonstatirenden wirklichen Ausfuhr der Waaren, sondern auch von einer vorgäângigen speziellen, die vollständige Auspa>ung der Waaren bedingenden Untersuchung würde abhängig gemacht wer-

den müssen, Die mit diesen nothwendigen Kontrolle-Maßregeln

That unvereinbar erscheint, so lassen sh auch außerdem den von den Spinnereibesizern zu Gunsten ihres Antrags geltend * egr d ten Argumenten no< mancherlei Gegengründe entgegenstellen. Was H erigen den von den Spinnern in Anspruch genom- menen Zollschuß betrifft, so wird zu erwägen seyn, daß der Twisk feine zum Verbrauche geeignete fertige Waare, sondern nur ein Material zur weiteren Verarbeitung is und in diesem Betracht der Zollsas von 2 Rthlr. pro Ctr. schon verhältnißmäßig hoch genannt werden kann. Sodann möchte daran zu erinnern seyn, daß die Spinnereien in der Saw bis auf die neueste Zeit, wo auch sie unter den obwaltenden ungünstigen Konjunkturen zu lei- den haben mögen, ohne allen Schubzoll bestanden und sich sogar zu einer hohen Stufe technischer Volllommenheit heraufgeschwun- gen haben; ferner, daß die Klagen über Verfall des Gewerbes und bevorstehenden Untergang, welche die vereinsländischen Spinner jeßt vernehmen lassen, von denselben schon früher zu wiederholten Malen geführt worden sind, gleichwohl aber und ungeachtet der bestimmten Ablehnung einer Éróóhung des Zollsaßes von 2 Rthlr. die Zahl der Spinnereien im Zoll-Vereine sih unter dem angeb- lich zu geringen Schuße dieses Zollsaßes, theils dur< neue und durch Erweiterung der bestehenden Anlagen, theils dur Uebersie- delungen aus dem benachbarten Auslande, ansehnlich vermehrt hat. Den natürlichen Vortheilen der Englischen Spinner läßt sich die wohlfeile Wasserkraft und der geringere Arbeitslohn in Deutsch-

aber is niht dur< Schußzdlle, sondern dur< Nacheiferung, Thâ- tigkeit und Ausdauer unschädlich zu machen. Wenn in der leßteren Zeit die Preise des baumwollenen Garns ansehnlich heruntergegangen sind, so ist dies nicht lediglich der in England über das Bedürfniß hinaus gesteigerten Fabrica- tion, sondern zum Theil auch dem den Spinnern günstigen Um- stande zuzuschreiben, daß ein allmäliges Sinken der Preise, und zwar in no< höherem Maße, auch bei der rohen Baumwolle stattgefunden hat. Die Angabe, daß in England die Einfuhr- Abgabe auf rohe Baumwolle aufgehoben sey, beruht auf einem thats chlichen Jrr- thum, da auch nah dem neuen Englischen Zoll-Tarif jene Abgabe, 2 Shill, 11 Pce. pro Ctr., wie früher, zu entrichten is. Was die mit bitten Tarif eingetretenen Zoll - Ermäßigungen auf ver- \chiedene Le E anlangt, ‘so fann erst die Erfahrung lehren, ob dadurch eine Herabseßung des Arbeitslohns in England werde herbeigeführt werden. : Sollte dies aber wirklich der Fall seyn, so ist nicht zu übersehen, daß die Rückwirkung davon auf die Deutsche Jndustrie sich „nicht blos bei der Baumwollenspinnerei, sondern bei allen fonfurriienden.Gewerbszweigen, und namentlich also auch bei der Baumwollen: ufaktur, fäblbar machen würde. Daß die schon erwähnte übermäßige L SILLE in on-

England eine den vereinsländishen Spinnern nach:heilige junktur herbeigeführt habe, mag. nicht ganz in Abrede gestellt wer- den; allein einestheils ist billigérweise nicht zu verlangen, daß die Regierungen jede vereinzelte Handels-Bewegung im Auslande der- gestalt berü>sichtigen sollen, um danach sogleich ihren Zoll - Tarif abzuändern, anderentheils hat jene Konjunktur ohne allen Zweifel die Englischen Spinnereien selbsk in viel höherem Grade nachtheilig berührt, als die vereinsländischen, und es läßt sich daher um so sicherer erwarten , daß sie nur vorübergehend seyn werde, indem die Englischen Spinnereien durch ihr eigenes Jnteresse bald gend: thigt werden dürften, ihren Betrieb auf das richtige, einen Gewinn in Aussicht stellende Maß zu beschränken.

Was endlich die von den Spinnern als ein beachtungswerthes Resultat der eventuellen Erfüllung ihrer Tarif-Antrâge bezeichnete Unabhängigkeit der Baumwollen - Manufaktur vom Auslande be- triffe, so läßt sich in der That nicht ermessen, wie eine solche Un- abhängigkeit für einen Jndustriezweig sollte gewonnen werden können, welcher Fabrikate liefert, in denen die prima materia, bier die rohe Baumwolle, ein unter allen Umständen nur vom Aus- lande zu beziehender Stoff isk.

Wenn nun der Prinzipal:Antrag der vereinsländischen Baum- wollen-Spinner auf Erhöhung des Eingangs-Zolles von dem ge- wöhnlichen baumwollenen Garn vermuthlich in Erwägung der vorstehend mitgetheilten Verhältnisse und Betrachtungen uner- fllt geblieben ist, so hat doch der weitere Antrag derselben, das in Zetteln eingehende Garn mit einem höheren Zollsaße zu belegen, wenn auch nicht in dem begehrten, doch in genügendem Maße Berúefsichtigung gefunden.

Bisher wurde: von dem in Zetteln, geschlichtet oder unge- schlichtet, eingehenden Garne, in Ermangelung eines anderen darauf anzuwendenden Tarifsaßes, nur der nämliche Eingangszoll, wie von dem ungezettelten Garne, erhoben, Da aber das vom Spinn- stuhl fommende Garn durch das Spulen, Zetteln und Schlichten eine weitere Fabricationsstufe durchläuft und somit einen höheren Werth erhält, so war anzuerkennen, daß hier im Zoll-Tarif eine Lücke vorhanden sey, deren Ausfüllung zu Gunsten der Spinnerei- Besißer gerechtfertigt erscheine, wenn gleich durch höhere Besteue- rung des gezettelten, resp, geshlichteten Garns der Handweberei dieses Material vertheuert werde. Mit Rü>sicht darauf, daß jene Werths:Erhöhung im Durchschnitte etwa 50 pCe. betragen mag, ist demnach der Eingangszoll für das zu Zetteln angelegte Garn, es möge zugleich geschlichtet seyn oder nicht, auf 3 Rthlr, pro Centner festgeseßt worden,

(Schluß in der Beilage.)

Meteorologische Beobachtungen.

1842, Morgens | Nachmittags Abends 15. Dez. 6 Ukr. 2 Uber. 10 Ubr.

Luftdruck. , |340,93"" Par. 340,82" Par. |340,71"" Par.| Quellwärme 7,1° R.

Luftwärme .…. (4+ 0,4° R. |+ 3,1° R. 4+ 2,0° R.|Flusswärme 1,2° R.

Thaupunkt .…. |— 1,0% R. |+ 0,6° R. + 0/2° R. | Bodenwärme 3/8° R.

Dunatslitüigung | 89 pt, 81 pi. 85 pCt. | Ausdünstung 0/011, Rh.

Wetter heiter. heiter. | Niederscblag 0,007 Rh. SW. SW. Würmeweebsel +-3,4° SW. .1/,2° R.

Nach einmaliger Beobach(ung.

land gegenüberstellen; technische Ueberlegenheit eines Konkurrenten /

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Ostpr. Pfandbr. Pomm. do. Kur- u. Neum. do. Scllesische do.

do. do. Prior. Obl.

Friedrichsd'’or. And.Gldm.à 5 Th. Disconto.

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*) Der Käufer vergütet auf den am 2, Januar 1843 fälligen Coupon Z pCt,

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Auswärtige Börsen.

Amsterdam, 12. Dez. Niederl. wirkl. Sch. 624. 6% do. 1017. Kanz-Bill. —. 52 Span. 195. 32 do. —. Pass. —. Ausg. —. Zins). —, Preuss. Präm. Sch. —. Pol. —. Oesterr. 1084.

Antwerpen, Il. Dez. Zinsl. —. Neue Anl. 19:

Tam burg, 14. Dez. Bank- Actien 1635. Engl. Russ. 108t,

Petersburg, 9. Dez. Lond. 3 Met. 375. Hamb. 34. Paris 399. Polu. à Paris 300 Fl. 78. do. 500 Fl. 784. do. 200 Fl. 263.

Wien, 11. Dez. Bank-Actien 1613. Aul. de 1839 107%.

Königliche Schauspiele.

Sonnabend, 17. Dez. Im Schauspielhause: Zum ersten: male wiederholt: Camoens, dramatisches Gedicht in 1 Akt, von F. Halm. Hierauf: Vor hundert Zahren. Sittengemälde in 4 Akten, von E. Raupach,

Sonntag, 18. Dez. Jm Opernhause: Zum erstenmale: Linda von Chamiotiii ; Oper in 3 Abth. mit Tanz, aus dem Jta- lienischen des G. Rossi von H. Proch, Musik von Donizetti.

Pa Schauspielhause: Onkel Brand. Hierauf: Der Mili- tair-

efchl.

Königsstädtishes Theater.

Sonnabend, 17, Dez, (Jtalienishe Opern - Ems) Il Barbiere di Seviglia. Opera buffa in 2 Atti. Musíca del Maestro Rossini.

Sonntag, 18, Dez, Vorstellung der Kaiserlich Russischen De mes Herren Gebrüder Lehmann, in 3 Abtheilungen,

rse Abtheilung: Lucifer und der Küper. Komische Pantomime

in 1 Aft. Hierin: Allemande à trois, ausgeführt dur< Herrn und Mad. Gabrie und Dlle. von Brakensic. Zweite Abtheilung: Jntermezzo'?s, ausgeführt durch die Herren Whittoyne und Maurice, Artisken vom Drurylane- Theater zu London. Dritte Abtheilung: Pierot’s Luftreise. Pantomime in 2 Akten, von C. Lehmann, Vorher: Das war ich!

Montag, 19. Dez. (Jtalienishe Opern - Vorstellung. crezia Borgia. (Signora Assandri: Lucrezia Borgia. Zoja : Maffeo Orsini.)

Oeffentliche Aufführungen.

Sonnabend, 17. Debs Abends 7 Uhr, im Saale der Sing: Afademie: Konzert von Theodor Döhler, Pianist Sr, K, H. des Herzogs von Lucca. Der Konzertgeber wird folgende eigene Compositionen vortragen: 1) Fantasie Úber Thema’s aus „Wilhelm Tell“; 2) Nocturno, Etúde, Ballade und Triller-Etude; 3) Caprice úber Thema's aus der „Belagerung von Korinth“; 4) Tarentelle, Dlle, Hedwig Schulze und Herr Bötticher, welche in dem Konzert mitwirken, werden ein Duett, eine Cavatine aus Halevy's „Königin von Cypern“ und Lieder von Truhn und Küen singen. Nume- rirte Billets à 15 Réthlr. und Billets zu anderen Siß6pläßen à 1 Rehlr. sind in den Musikhandlungen von Schlesinger und Trautwein und Abends an der Kasse zu haben.

Marktpreise vom Getraide. Berlin, den 15, Dezember 1842. Zu Lande: Weizen 2 Rthlr. 5 Sgr., auch 1 Rthlr. 26 Sgr. 11 Pf. ; Roggen 1 Rthlr. 21 Sgr. 3 Pf. - auch 1 Rthlr. 20 Sgr. ; roße Gerste 1 Rthlr. 8 Sgr. 9 Pf., auch 1 Rtblr. 7 Sgr. 6 Pf. ; fleine Gerste 1 Rthlr. 13 Sgr. 2 Pf.- auch 1 Rthlr. 4 Sgr. ; Hafer 1 Rthlr. 5 Sgr., auch 1 Rthlr. 1 Sgr. 3 Pf.; Linsen 4 Rthlr. Eingegangen sind 161 Wispel 12 Scheffel. Zu Wasser: Weizen (weißer) 2 Rthlr, 16 Sgr. 3 Pf., auch 2-Rthlr. 5 Sgr, und 2 Rthlr.; Roggen 1 Rthlr. 22 Sgr. 6 Pf., auch 1 Rthlr. 21 Sgr. 3 Pf.; Hafer 1 Rthlr. 3 Sgr. 9 Pf., au 1 Rthlr. 1 Sgr. 3 Pf.; Erbsen 2 Rthlre. 5 Sgr. Eingegangen sind 1115 Wispel. Mittwoch, den 14, Dezember 1842,

Das Scho> Stroh 9 Rthlr. 25 Sgr., au<h 9 Rthlr. . Der Centner Heu 1 Rthlr. 10 Sgr., au<h 1 Rtblr. 2 Sgr. 6 Pf.

Kartoffel-Preise. Der Scheffel 28 Sgr. 9 Pf., au<h 22 Sgr. 6 Pf.

Branntwein-Preise. Die Preise von Kartoffel-Spiritus waren am 10ten 194 Rthlr., am 13ten 20 —205 Rthlr. und am 15. Dezember d. F. 203 20>; Rthlr. frei insHaus geliefert pro 200 Quart à 54 pt. oder 10,800 pCt. nach Tralles. Korn-Spiritus: ohne Geschäft.

Berlin, den 15. Dezember 1842.

Die Aeltesten der Kaufmannschaft von Berlin.

An die Lef\er.

Die vierteljährlihe Pränumeration der Staats-Zeitung beträgt 2 Rthlr. Preuß. Cour. für das Jnland. Bestellungen für Berlin werden in der Expedition selbst (Friedrichs - Straße Nr. 72) gemacht, und jeder innerhalb der Ringmauer der Stadt wohnende Pränumerant erhält das Blatt durch die Stadtpost, schon den Abend vor dem ange- gebenen Datum, frei ins Haus gesandt, Aus- wärtige, des Jn- oder Auslandes, bewirken ihre Be- stellungen rechtzeitig bei den resp. Post-Aemternz wer dies versäumt, kaun nicht mit Gewißheit die Num- mern erwarten, die vor der hier eingegangenen Anmel- dung erschienen sind.

Für einzelne Nummern des Blattes is der Preis 2 Sgr.

Verantwortlicher Redacteur Dr. J, W. Zinkeisen.

Lu- ignora

Tagesmittel; 340,82” Par... +-1,8° R... 0,1° R... 85 pet. sw.

Gedru>t in der De>er schen Geheimen Ober-Hofbuchdru>erei. Beilage

m besseren Verständniß wird hinsichtlich der bisherigen Be- steuerung der bei der vorliegenden Erörterung in Betracht kom- menden Gattungen fremden Eisens die Bemerkung vorangeschi>t,

n für den Be wf ihres Materials. u

daß

a, Roheisen von jeher zollfrei eingelassen worden ist,

b, bei E e Ln Eisen aber, je nah der Qualität desselken, ¿wei verschiedene Zollsäße zur Anwendung kommen, welche für 1)} Flacheisen Über %; Zoll Stärke, Quadrateisen über % Zoll

im Quadrat und Rund- oder vielkantiges Eisen über F Zoll im Durchmesser 1 Rthlr. pro Centner, dagegen fúr 2) dergleichen Eisen von geringerer Stärke bis zu jenen Dimensionen einschließlich, desgleichen für alles façonnirte Eisen in Stäben 3 Rthlr. pro Centner betragen, j z Die inländischen Eisenhütten-Besißer glauben, daß durch die zunehmende Einfuhr und die A Bes Srse des Englischen und Belgischen Roh: und Stabeisens ihre Existenz bedroht und der vóllige Untergang der vereinsländischen Eisenproduction nur da- durch abzuwenden sey, daß das fremde Roheisen beim Eingange besteuert werde; wobei sie jedoch, da mehrere unter ihnen das selbs gewonnene Roheisen weiter zu Gußwaaren oder geschmie- detem Eisen verarbeiten, für unerläßlich halten, daß gleichzeitig mit der Besteuerung des fremden Roheisens auch eine Erhöhung des jeßigen Zollsaßes von 1 Rthlr. für das gröbere Stabeisen statt- finde. Demgemäß is von ihnen beantragt worden, das fremde Roheisen mit einem Eingangszoll von 15 oder do< mindestens 10 Sgr. pro Centner p belegen und den Zollsaß von 1 Rthlr. für Stabeisen auf 15 Rthlr, zu erhbhen, und es wird zur Be- gründung dieser Anträge Folgendes angeführt. „Die Einfuhr vom Auslande in den Zoll-Verein habe be- tragen: an Roheisen an Stabeisen im Jahre 1836 .……... 95,876 Cer. 172,399 Ctr.

» » 153,821 156,252 » 277,058 375155 » 301,451 » 590,074 »

1841 986,373 550,091 »

und es sey mithin in diesem se<hsjährigen Zeitraume die Einfuhr des Roheisens auf das Zehnfache und die des Stabeisens auf mehr als das Dreifache gestlegen, Wegen seines wohlfeileren Preises finde das fremde Eisen überall willige Abnehmer und ver- drânge, je länger, desto mehr, das inländische Eisen, obwohl dasselbe von besserer Qualität sey, als namentlich das Englische, vom Markte, Eine Abwehr der fremden Konkurrenz durch weitere Ermäßigung der Preise fúr das inländische Eisen sey nicht thunlich, weil das Englische Eisen fúr einen geringeren Preis nach Deutschland ge- liefert werden fönne, als hier die bloße Erzeugung des Eisens koste; dies habe seinen Grund nicht etwa in einem Mangel an Jndustrie bei dem inländischen Hüttenbetriebe, sondern lediglich in den natür- lichen Vorzügen der ausländischen Eisen - Production, namentlich in England, wo man Erze und Steinkohlen, beide in vorzüglicher Qualität und zu billigen Preisen, nahe beisammen finde, und wo daher der Hüttenbetrieb, durch den vorhandenen Kapital- Reich- thum und wohlfeile Communicationsmittel unterstüßt, sich zu einem großartigen Standpunkte aufzus<hwingen vermocht habe,“

„Deshalb lasse sich auch nicht behaupten, daß die gegenwär- tige Bedrängniß des inländischen Eisenhütten-Gewerbes eine vor-' Úbergehende Konjunktur sey, vielmehr müsse es für erwiesen an- genommen werden, daß sich dasselbe gegen das Ausland in einem nachhaltig ungünstigen Verhältnisse befinde, und daß, wenn hier- unter nicht Abhülfe dur< angemessenen Zollschuß eintrete, dies den

änzlichen Verfall der inländischen Eisen-Production unfehlbar zur Folge haben werde.“

„Die in Anspruch genommene höhere Beskeuerung des frem- den Eisens gehe nicht über den Zwe> der bloßen Erhaltung des inländischen Eisenhütten-Betriebes hinaus ; die dadurch veranlaßte Steigerung der Eisenpreise könne jedenfalls nur ganz geringfügig seyn und werde daher den Gewerben, welche des Eisens als Ma terial bedúrfen, so wie den einzelnen Konsumenten, kaum fühlbar werden, und sey um so weniger in Betracht zu ziehen, als es sich hier darum handele, eine der wichtigsten vaterländischen Jndustrieen zu erhalten, eine Jndustrie, welche ein unentbehrliches Erzeugniß, und zwar ganz aus inländischen Rohstoffen, liefere, und deren Un- tergang nicht nur viele Tausende fleißiger Arbeiter ihres Erwerbes berauben und den Verlust bedeutender Kapitalien herbeiführen, sondern auch die Zoll-Vereinsstaateu rú>sichtlih ihres Eisenbedarfs gänzlih vom Auslande abhängig machen würde.“

Die Wichtigkeit der inländischen Eisen - Production wird von feiner Seite verkannt werden mögen, und wenn die Gefahr vor- handen wäre, dieselbe einzubÜßen, {o würde es eine dringende Pflicht der Regierungen seyn, Alles aufzubieten, um einen solchen Verlust abzuwenden, Allein, wenn das Mittel hierzu in dem Zoll- Tarif aifbnden werden soll, ist die größte Vorsicht erforderlich ; der Be- trieb der das Eisen weiter verarbeitenden Gewerbe: der Frisch- häâmmer und Puddlingswerke, der Gießereien und Maschinen-Fas briken, der Blech: und Drathfabriken, der Waffen- und Sensen- \s<miede, so wie der zahlreichen Eisenwaaren-Fabrikanten, ist nicht minder wichtig; auch in diesen Gewerben sînd, im Vertrauen auf die Stabilität des Zoll - Tarifs, große Kapitalien angelegt, sie be- schäftigen mehr Hände, als die Eisenhütten, und die Existenz ganzer T ist von der Fortdauer ihres Betriebes abhängig; alle diese Gewerbe sind mit dem Bezuge ihres Materials zum Theil auf das Ausland angewiesen, weil die inländischen Eisen- hütten den Bedarf quantitativ zu befriedigen gar niht im Stande sind; jede höhere Besteuerung dieses Materials würde daher nicht nur die gedachten Gewerbe sehr empfindlih berühren, sondern könnte sogar deren ferneres Bestehen gefährden. Eine solche Maß: regel erfordert demnach die sorgfältigste Prúfung, und wenn die Eisenhütten - Besißer über Nothstand und nahe Gefahr des Erlie- gens klagen, so wird es zunächst darauf ankommen, zu untersuchen, I wiefern diese Klagen für begründet zu erachten sind oder

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dem großen Eisenbedarf für das Maschinenwesen, welches in den leßten Dezennien eine so bedeutende Ausdehnung gewonnen hat, und für die Eisenbahnen, findet man jeßt in der Architektur eiserne Dächer, Treppen, Säulen, Thüren, Fensterrahmen, Brü>en, Ge- länder, Gitter 2c, auf den Gewässern eiserne Schiffe, in den Ge- werben die verschiedenartigsten Werkzeuge von Eisen und selbst in den Haushaltungen eine Menge eiserner De, theils zum praktischen Gebrauche, theils Produkte der Kunst und des Luxus, Jn der Landwirthschaft is der Eisen-Verbrauch auf eine überra- schende Weise gestiegen; während A>erwagen mit beschlagenen Rà- dern sonst in manchen Gegenden Deutschlands eine Seltenheit waren, bilden sie jeßt die Regel; der Gebrauch eiserner Achsen nicht blos an Kutsh- und Frachtwagen, sondern auch bei dem ge- wöhnlichen Wirthschafts - Fuhrwerk vermehrt si< von Zahr zu Jahr, und an allen A>er-Geräthschaften hat das Eisen mehr oder weniger das Holz verdrängt und erseßt.

Die Annahme, daß eine solche Steigerung des Verbrauchs au< auf die inländische Eisen-Production günstig gewirkt haben müsse, findet denn au<h wirkli<h volle Bestätigung, Jn Preußen wurden an Roheisen im Jahre 1824 nicht mehr als 716,000 Ctr. erzeugt, wogegen, nah den wahrscheinlich noch hinter der Wirk- lihfeit zurü>bleibenden Angaben der Hütten, im Jahre 1841 die Gewinnung 2,167,000 Ctr. betrugz allein in den se<hs Jahren von 1836 bis 1841 is hier die Roheisen-Production um etwa 30 pCe, und die Stabeisen-Fabrication um etwa 60 pCt, gestiegen.

Uebrigens ist hier erläuternd und berichtigend zu bemerken, daß unter den oben als vom Auslande eingeführt angegebenen Mengen Stabeisen auch die dem nämlichen Tarifsaße angehören- den Eisenbahnschienen begriffen sind, wodurch sih denn auch die SEOEE Zunahme der Einfuhr vom Jahre 1838 ab hinreichend erklärt.

Was sodann die Preise und die Productionskosten des inlân- dischen und des Englischen Eisens betrifft, so ist vorab zu bemer- fes, daß eine Vergleichung beider zu keinem richtigen Schlusse füh- ren kann, denn das Englische mit Steinkohlen bereitete Roheisen steht dem inländischen, fask ausschließlih mit Holzkohlen erzeugten Roheisen an Qualität bedeutend nach und is ein Material von weit geringerem Werthe als das leßtere, Deshalb isk aus dem minderen Betrage der Productionskosten des Englischen Eisens auch keinesweges zu folgern, daß es den inländischen Eisenhütten unmöglich wäre, fernerhin zu konkurriren; vielmehr berechtigt die bisherige Erfahrung zu der Hoffnung, daß es dem besseren und werthvolleren Holzkohlen-Roheisen an einem sicheren Absaße zu an- gemessenen Preisen auch in der Folge nicht fehlen werde. Als

Erstens is das sogenannte Luppen- Eisen, nämlich gefrischtes Eisen in der Gestalt von Luppen oder Kuchen, welches bisher, in Cemangelung eines entsprechenden Tarifsaßzes, meistens dem Roh- eisen gleich behandelt worden seyn mag, der Tarif-Position zu dem Zollsae von 1 Rthlr. eingereiht worden. E

odann fand sih in dem jeßt noch gültigen Tarife eine Lücke in Beziehung auf solche geschmiedete oder gewalzte Gegenstände, welche nah dem Schmieden unter den Stabeisen-Hämmern oder nach beendigter Walz-Arbeit noch einer zweiten Bearbeitung durch Ueberschmieden unterlegen haben, Zan aber noch eíne rohe, unvollendete Waare sind, wie z. B. vorgeschmiedete Achsen für Eisenbahnwagen, Kurbeln für Lokomotive u, dgl., indem eines- theils diese Gegenstände nicht zu den (fertigen) E irivadéea gehö- ren und daher unter die Position 6 e. 2 des Tarifs um so weni- ger flassifizirt werden können, als die Anwendung des Zollsaßes von 6 Rthlr. eine Belastung von 60—100 pCt, des Werthes in sih schließen würde und anderentheils die dermalige Fassung des Tarifs auch nicht ihre Subsumtion unter den Zollsaß von 3 thlr, gestattet, Da dieser leßtere Zollsaß derjenige ist, mit welchem die in Rede stehenden Gegenstände nur höchstens belegt werden fön- nen, so ij die betreffende Tarif-Position (6 c.) demgemäß vervoll- ständigt worden.

3, Leinengarn,

Von einigen Seiten ist in gleiher Art und aus ähnlichen Gründen, wie zu Gunsten der inländischen Baumwollen-Spinnerei bei dem baumwollenen Garn, so auch zu Gunsten der inländischen Flachs - Spinnerei eine höhere Besteuerung des fremden leinenen Garns beantragt worden.

Der gegenwärtige Eingangs - Zoll von leinenen Gespinnsten beträgt a. von rohem Garn 5 Sgr., b. von gebleichtem oder ge- färbtem Garn 1 Rthlr. und c. von Zwirn 2 Rthlr, pro Centner, und die vorgedachten Anträge waren dahin gerichtet, zunächst den Zollsaß zu a. von 5 Sgr. auf 2 Rthlr. und in entsprehendem Verhältnisse auch die Zollsäße zu b. und c. zu erhöhen, zugleich aber, damit die inländische Leinen-Manufaktur durch diese Maß- regel nicht gefährdet werde, eine Erhöhung des Eingangs - Zolles von fremden Leinenwaaren eintreten zu lassen,

Zur Begründung dieser Anträge ist angeführt worden : „Nach- dem die Maschinenspinnerei in neuerer Zeit auch bei dem Flachs und Hanf in Anwendung gekommen sey und sich voraussehen lasse, daß dieselbe wegen ihres vorzüglicheren Fabrikats allmälig die Handspinnerei verdrängen werde, so liege hierin eine dringende

Belag dafúr mag dienen, daß der Preis ‘des Siegener Roheisens (welches auf der sogenannten Eisenmesse in Lüdenscheid verkauft wird, wo die Preise genau notirt werden) im Jahre 1835 17%; Rthlr. pro 1000 Pfund betrug, in den Fahren 1837 und 1838 auf 22% Rthlr. stieg und dann bis zum Jahre 1840 wieder auf 205 Rthlr. herunterging, auf welchem Standpunkte derselbe, we- nigstens bis zum Frühjahr d. J., sih erhalten hat.

Wohl mögen diejenigen, welche, durch den ansehnlihen Ge- winn der Eisen-Production während der leßten sehs Jahre ver- lo>t, Hútten- und Hammerwerke an Orten angelegt haben, die ihrer Lage und den sonstigen Verhältnissen nach dazu weniger geeig: net sind, bei dem Betriebe solcher Werke ihre Rechnung vielleicht nicht mehr in dem früheren Maße finden; darauf wird indessen bei Erörterung der Frage im Allgemeinen nicht Rü>sicht genom- men werden können,

Daß, in Folge eines eingetretenen Mißverhältnisses zwischen Production und Bedarf, ein bedeutendes Heruntergehen der Eng- lischen Eisenpreise stattgefunden hat, ist keine neue Erscheinung. Die hohen Preise in den Jahren 1824 und 1825 veranlaßten in England eine große Steigerung der Production; dadur<h wurde der Markt überführt, und es trat ein allmäliges Sinken der Preise ein, welhe in dem Zeitraume von 1829 bis 1833 niedriger als jeßt und no<h im Jahre 1835 mindestens eben so niedrig wie ge- genwärtig standen, Damals hegten die inländischen Eisen-Produ- zenten ebenfalls Besorgnisse für ihre Existenz, welche jedoh durch die Folgezeit s0 wenig gerechtfertigt wurden, daß gerade die näch- sten Jahre die Periode der stärksten inländischen Eisen-Production und der höchsten Eisenpreise bilden. Auch in den leßtverflossenen Jahren ist die Eisen- Erzeugung in England wieder unverhältniß- mäßig gesteigert worden, und da inzwischen dort wegen Beendi- gung der meisten Eisenbahn:Anlagen eine Abnahme des Verbrauchs eingetreten ist und die ungünstigen Handels- Konjunkturen in Ame- rifa den Absaß dahin ebenfalls vermindert haben, so mögen die Eisen - Produzenten wohl genöthigt gewesen seyn, ihre Übergroßen Vorräthe zu den niedrigsten, vielleicht die Productionskosten nicht einmal de>enden Preisen loszuschlagen, Dieses Mißverhältniß wird ohne Zweifel eben so, wie nah der Periode von 1829 bis 1835, durch Wiederherstellung des Gleichgewichts zwischen Pro- duction und Bedarf beseitigt werden, wie daraus ergynebmen ist, daß schon seit Ende des vorigen Jahres unter den nglischen Ei- senhütten-Besißkern sih Associationen zu dem Zwecke gebildet ha- ben, den Betrieb ihrer Hochöfen verhältnißmäßig zu beschränken.

Uebrigens is in Beziehung auf die Eisen-Production in Preu- ßen zu bemerken, daß erst in neuerer Zeit in Ober-Schlesien An- vg zum Schmelzen des Eisens mit Steinkohlen entstanden sind, während in der Rhein-Provinz und in Westphalen, ungeachtet der gúnstigsken Gelegenheit, eben jeßt erst die ersten Versuche dieser Art gemacht werden und eine solche Zögerung sich nur dadurch erklären läßt, daß der Hütten-Betrieb nach älterer Art bisher noch lohnend genug gewesen isk, um den Reiz zu wesentlichen Verände- rungen fern zu halten. 7

Aus dem Vorgesagten dürfte sih zur Genüge ergeben, daß die Anträge der inländischen Eisenhütten-:Besizer auf neuen und erhöhten Zollschuß nicht sowohl aus einem wirkli schon vorhan- denen Bedürfnisse, als vielmehr aus der Besorgniß einer künftigen Schmälerung ihres bisherigen Gewinnes oder aus dem Wunsche, diesen Gewinn noch zu erhöhen, entsprungen sind, und da sich zur Zeit noch gar nicht auch nur mit einiger Sicherheit beurtheilen läßt, ob der gegenwärtige Zustand ein dauernder bleiben werde

Aufforderung zur Ergreifung von Maßregeln, um dem Zoll-Vereine auch in Zukunft die Bereitung des inländischen Garnbedarfs zu erhalten, zu welhem Ende es darauf ankomme, nicht nur das Fortbestehen der bereits im Vereine vorhandenen Flachsspinnereien zu sichern, sondern auch zur Anlegung neuer derartiger Etablisse- ments zu ermuntern; dieser Zwe> werde sich jedoch nur erreichen lassen, wenn der ausländischen Konkurrenz, welche (wie bei der Baumwollenspinnerei) den Vorzug technischer Ueberlegenheit und bedeutender Kapitalien habe, dur<h angemessene Besteuerung des fremden leinenen Garns rechtzeitig entgegengewirkt werde; hierzu sey um so mehr Veranlassung vorhanden, als sich voraussehen lasse, daß, in Folge der fürzlih in Frankreich getrosfenen prohibi- tiven Maßregeln gegen fremde leinene Gespinnste und Gewebe, der Zoll-Verein nicht nur seinen bisherigen Absaß dahin verlieren, sondern nunmehr auch mit den vom dortigen Markte ausgeschlos- senen Englischen Leinen - Fabrikaten werde Úbershwemmt werden; einer solchen Konkurrenz werde die vereinsländische Maschinenspin- nerei erliegen und dadurch die einheimische Leinen-Manufaktur in eine ihr Bestehen gefährdende Abhängigkeit vom Auslande gerathen.“ Daß die Maschinen - Flachsspinnerei im Zoll - Vereine eine immer größere Ausdehnung gewinnen und sich fesk begründen möge, ist allerdings wünschenswerth, denn da das Maschinengarn durch die bei dem Handgespinnstke nicht zu erreichende Gleichför- migkeit und Reinheit des Fadens nicht allein die Arbeit des We- bens abfkürzt und erleichtert, sondern auch vorzüglichere Gewebe liefert, so wird dasselbe mehr und mehr zu einem unentbehrlichen Bedürfnisse für die inländische Leinen - Manufaktur, welche ohne Anwendung dieses besseren Materials Gefahr laufen würde, ihren bedeutenden Absaß nach dem Auslande zu verlieren und selbs auf dem inländischen Markte ihre Erzeugnisse durch fremde verdrängt zu sehen. Zur Zeit aber wird im Zoll-Vereine das Maschinengarn noch nicht in einer dem Bedarfe genügenden Menge fabrizirt, und es würde sih daher nicht rechtfertigen, der Leinen - Manufaktur den Bezug eines anerkannt unentbehrlichen Materials vom Aus- lande dur< Besteuerung zu vertheuern. Auch ist zu berü>sichti- gen, daß in mehreren Theilen des Zoll - Vereins die Weber auch fremdes Handgespinnsk beziehen und desselben zur Zeit nicht ent- behren können. Das vorgeschlagene Auskunftsmittel, gleichzeitig den Eingangs - Zoll auf fremde Leinengewebe zu erhöhen, würde nur allenfalls für den Absaß im Julande, obwohl zum Nachtheile der Konsumenten, den beabsichtigten Zwe> erfüllen, für den so wichtigen Ausfuhrhandel aber, welcher allein bei der Leinwand ein jährliches Quantum von etwa 90,000 Ctr. mit einem Werthe von mehr als 10 Millionen Thalern zum Gegenstande hat, der Natur der Sache nach, ohne Wirkung seyn, und es würde mithin die inländische Leinen-Manufaktur in die Gefahr femmen, auf den raden Märkten die ausländische Konkurrenz nicht mehr bestehen zu fönnen,.

Auf der anderen Seite läßt sich auch für die inländische Ma- schinen-Spinnerei das Bedürfniß eines Schußes durch hohe Ein- gangs-Zölle nicht wohl anerkennen, Die Deutschen Flachsspinner stehen vor den Englischen dadurch in erheblichem Vortheile, daß sie den zu verarbeitenden Rohstoff im eigenen Lande in der Nähe und zu beliebiger Auswahl haben, während die Englischen Spin- ner denselben aus der Ferne, zum großen Theil aus Deutschland selbst, beziehen müssen; zu der für die Englischen Spinnereien hier- aus entspringenden Vertheuerung des rohen Materials treten bei dem Absaß von Garn in die Zoll-Vereinsstaaten noch die Kosten der Versendung und der Eingangs - Zoll von 5 Sgr. pro Ctr.

oder nur als eine vorübergehende ungünstige Konjunktur zu be-

Erwägt man nun noch, daß der Leinenwaaren-Fabrikant im All: