1909 / 36 p. 1 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

Deutscher Reichsanzeiger

Und

Königlich Preußischer Staatsanzeiger.

Der Sezugspreis beträgt vierteljährlih 5 40 S. Alle Postanstalten uehmen Bestellung anz für Berlin außer den Postanftalten und Zeitungsspediteuren für Selbstabholer

auch die Expedition SW., Wilhelmftraße Nr. 32.

Eiuzelne Uummern kosten 25 -S§-

Insertionspreis für den Raum einer 4 gespaltenen Petit- zeile 30 _, einer 3 gespaltenen Petitzeile 40 „s. Juserate nimmt an: Deutschen Reichsanzeigers und Königl. Preußischen Staats- anzeigers Berlin SW., Wilhelmstraße Nr. 32.

die Königlihe Expedition des

M 36.

Berlin, Donnerstag, deu l

E

1, Februar, Abends.

/ 1909.

Fuhalt ves amtlichen Teiles: Ordensverleihungen 2c.

Deutsches Reich. Mitteilung, betreffend eine Ermächtigung zur Vornahme von Zivilsiandsakten. : Erste Beilage:

Vebersicht der Prägungen von Reichsmünzen in den deutschen Münzstätten bis Ende Januar 1909.

Königreich Preußen. E Ernennungen, Charafkterverleihungen, Standeserhöhungen und sonstige Personalveränderungen. E Bekanntmachung, betreffend das Vorlesungsverzeihnis der Universität in Berlin für das Sommerhalbjahr 1909. êanntimacung, betreffend eine wertlos gewordene Potsdam- P agdeburger Eisenbahnobligation. : / onalveränderungen in der Armee und in der Kaiserlichen arine. :

F

Seine Majestät der König haben Allergnädigst geruhi: dem Kreisarzt Dr. Richard Laschke zu Schroda, dem Marinestabszahlmeister Karl Unger und dem Amtsgerichts- sekretär a. D., Rechnungsrat Franz Diehl zu Ehrenbreitstein en Roten Adlerorden vierter Klasse, 2 : dem Fabrikbesißer August Werkmeister zu Berlin, dem Fabrikdireftor Joseph Thissen zu Düren, den Prokuristen Joseph Shmiß und Wilhelm Dortans zu Aachen, dén Eisenbahnlokomotivführern a. D. Bernhard Funk zu Norden, einrih Henze zu Bünde im Kreise Herford und Friedrich

¿Ql omer zu Osnabrück den Königlichen Kronenorden vierter

asse,

_… dem Lehrer und Kanior Friedrich Wiemann zu Jänickendorf im Kreise Jüterbog - Luckenwalde den Adler der Inhaber des Königlichen Hausordens von Hohenzollern sowie

dem Gemeindeforstaufseher Friedrich Bethe zu Ne im Kreise Northeim, dem Gemeinde- und Amtsdiener Franz Schade zu Kühnhausen im Landkreise Erfurt, dem Kirch- vater, Auszügler Gottfried Wurst zu Porshwiß im Kreise Steinau, dem pensionierten Eisenbahnstationsdiener Friedrih Behrens zu Rotenburg in Hannover, dem pensionierten Bahnwärter. Joseph Niehoff zu_Hörstel im Kreise Tecklenburg, dem Seilermeijter August Treichel zu Köslin, dem Werkmeister Theodor Voß, dem Gürtler Karl Schmidt, dem Kutscher Heinrih Kühn, sämtli zu Berlin, dem Werkmeister Hubert Schäfer zu Rieden im Kreise Mayen, dem Hausmeister Karl Hazelhoff am Louisenhospital in Aachen, den Sqriflsezern Wilhelm Münch und Rudolf Schweißhelm zu Erfuri und dem Vorarbeiter und Eisendreher Joseph Brammerß zu Aachen das Allgemeine Ehrenzeichen zu verleihen.

Deutsches Reich.

_Dem Kaiserlihen Gesandten Scheller-Steinwarß in Adis-Abeba ist auf Grund des 8 1 des Gesezes vom 4. Mai 1870 in Verbindung mit 8 85 des Geseßzes vom 6. Februar 1875 für das Gebiet von Abessinien die Ermächtigung erteilt worden, bürgerlich gege S E von Reichsange- hörigen und unter deutshem Schuße befindlihen Schweizern vorzunehmen und die Geburten, Heiraten und Sterbefälle von solchen zu beurkunden.

“Königreich Preußen.

Der Königli ; E s T Betten E eraltonsul Friedr. Wilhelm Delius

Minifterium der geistlihen, Unterri S ; ts U Medizinalangelegenheiten. und

. Der ordentliche Professor, Geheime Medizinalrat D

RE u Bredlau in in gleicher Eigenschaft in die as i / 2

A werden. S Wilhelms-Universität zu Berlin

z er bisherige Rektor Johannes Freita i

ist zum Kreisschulinspektor in Xanien Det Bs)

Königliche Friedrich Wilhelms-Universität. Bekanntmachun. Dás Verzeichnis der Vorlesungen an der hi e persiät für das am 16. April d. J. E b von heute ab bei dem i iversitäts- gebäude für 60-2 A ben erpedell im Universitäts- Berlin, den 10. Februar 1909. Rektor der A Bd Wilhelms-Universität. : a

Hauptverwaltung der Staatsschulden.

Bekanntmachung. * Die zum 1. Juli 1896 gekündigte 4 prozentige Potsdam-Magdeburger Eisenbahnobligation Lit. À vom 1. Januar 1846 Nr. 6177 über 200 Taler ist troß des in den Jahren 1897 bis 1899 wiederholten öffent- lihen Aufrufs nicht zur Einlösung vorgezeigt worden. Gemäß 8 7 des Privilegs vom 17. August 1845 C Seite 572) ist die Obligation nunmehr wertlos geworden und jeder Anspruch aus derselben an den Staat erloschen. Berlin, den 4. Februar 1909. Hauptverwaltung der Staatsschulden. von Bischoffshausen.

Personalveränderungen.

Königlich Preußische Armee.

Beamte der Militärjustizverwaltung:

Dur Allerh öchsten Abschied. 26. Januar. Hirsch- berg, Kriegsgerihtsrat bei ‘der 31. Div., auf seinen Anirag mit Pension in den Ruhestand verseßt.

Durch Verfügung des Kriegsministeriums. 29. Januar. Scchaupen steiner, Kriegsgerihtsrat bei der Kommandantur Königs- berg, zur 1. Div.,, Dr. Reis, Kriegegerichtsrat bei der 37. Div., jur Kommandantur Königsberg, verseßt. z

Beamte der Militärverwaltung.

Dur Allerhöchste Patente. 27. Januar. Blumen- faat, Lemcke, Rechnungsräte, Geheime Registratoren, Nicolai, Rechnungsrat, Geheimer expedierender Sekretär im Kriegsministerium, beschäftigt im Militärkabinett, der Charakter als Hofrat, Streit, Geheimer Kanzlciinsp.,, Geheimer Kanzleisekcetär vom Kriegsminifte- Hume, ita im Militärkabinett, der Charakter als Kanzleirat, verliehen. Í

Durch Verfügung des Kriegsministeriums. 20. Ja- nuar. Hankel, Rechnungsrat, Garn. Verwalt. Direktor in Oldenburg, auf seinèn Antrag mit Pension in den Ruhestand

verseßt. i;

22. Januar. Müller, Garn. Verwalt. Oberinsp. in Halber- stadt, auf feinen Antrag mit Pension in den Ruhestand verseßt.

26. Januar. Lange, Kajserneninsp. in Bromberg, auf seinen Antrag mit Pension in den Ruhestand verseßt. 7

27. Januar. Bergmann, Geheimer Kanzleisekretär vom Kriegsministerium, der Charakter als Geheimer Kanzleiinsp. verliehen.

29. Januar. Kienihß, Geheimer Baurat, Militärbauinsp. in Gleiwiß, auf seinen Antrag mit Pension in den Ruhestand verseßt, Koch, Kaserneninsy. in Mainz, als kontrolleführender Kaserneninjp. nach Wiesbaden verseßt.

Kaiserliche Marine.

6. Februar. Wünsch, Marineoberingen. vom Stabe S. M. Linienschiffes „Wittelsbah*®, zum Marinestabsingen., Roth, Marine- ingen. vom Stabe S. M. großen Kreuzers „Gneisenau“, zum Marineoberingen, beförderl. Stechow, Kapitän zur See, Mitglied der Sgiffsprüfungskommission, unter - Zu- teilung zum MReichsmarineamt behufs Verwendung in einer Stelle für pensionierte Offiziere, Jan ben, Freg. Kapitän von der Marinestation der Ostsee, unter Zuteilung zur Marinestation der Nordsee und unter Kommandierung als Stabsoffizier bei dem Bezirks- fommando II Hamburg, auf ihre Gesuhe mit der geseßlichen Pension zur Diép. gestellt. v. Petersenn, Dberlt. zur See von der I. Matrosenart. Abteil, mit der geseßlichen , Pension, Nelles, Marinestabsingen. von der 11. Werstdiy., mit der geseßlichen Pension nebst Aussicht auf Anstellung im Zivildienst und der Erlaubnis zum Tragen der bisherigen Uniform, der Absied bewilligt.

Nichfkamlliches. Deutsches Reid.

Preußen. Berlin, 11. Februar.

Gestern gegen 128/, Uhr begaben Sich, „W. T. B.“ zu- folge, ns ajestät der König Eduard und Pur Mazestät die Königin Alexandra nah der Groß- britannishen Botschaft, wo ein Frühstück stattfand. Seine Mtajestät der König empfing nah dem Frühstück eine Depu- tation von 14 Herren der englischen Kolonie unter Führung des Mr. Louth, die eine Adresse überreichten, in deren Beant- wortung Seine Majestät der König ungefähr folgendes sagte:

Mit großer Freude habe Ih die Adresse Meiner treuen Unter- tanen in Bein E na, und Ih weiß die guten Wünsche für die Königin und Mich, die darin ausgesprohen find, wohl zu säßen. Ich habe die Gelegenheit, auf die in der Adresse hingewiesen wird, nit vergessen, und Ih freue mih des Gedenkens, daß Ich bei der Gelegenheit mit Hilfe Meiner Schwester, der Kaiserin Friedrich, dazu bei- tragen konnte, den Bau der englischen Kirche, die Ste jeßt in Berlin be- fißen, und für die ein dringendes Bedürfnis bestand, zu fördern. Der berzlihe und enthusiastishe Empfang, den die Königin und Ih in Berlin gefunden haben, wird sicher bei Meinem Volke auf der anderen Seite der Nordsee ein dankbares Echo finden und zur Konsolidierung der freundsaftli&en Gefühle zwishen thm und dem deutschen Volke beitragen, für dessen Kultur und Fortschritt im Bereiche der Kunst, Musik und Wissenshaft wir alle aufrihtige und

warme Bewunderung hegen. Sie, die Ste in dieser \{onen Haupt- stadt Ihren Wohnsiß haben, können viel dazu beitragen, um die Deutschen, unter denen Sie leben, von der Aufrichtigkeit unserer Freund- schaft für sie zu überzeugen. Und Ih weiß, daß Ich darauf rechnen kann, daß Sie in diefem Sinne Ihr allerbestes tun werden. Es war Mir ein großes Vergnügen, Sie heute hier zu sehen, und noch einmal danke Ih Ihnen für Ihre loyale Adresse.

Von der Botschaft fuhren Jhre Majestäten der König und die Königin nah dem Kaiserin Friedrih-Haus fürädas ärztliche Fortbildungswesen, nach dessen eingehender Besichtigung die Allerhöchsten Herrschaften in das Königliche Schloß zurück- kehrien. Am Abend fand daselbst im Weißen Saale -ein Hofball statt.

Der Bundesrat versammelte sih heute zu einer Plenar- sißung; vorher hielten die vereinigten Ausschüsse für Justiz- wesen und für Handel und Verkehr und der Aus\huß für

Handel und Verkehr Sitzungen.

Die Generalverwaltung der Königlichen Bibliothek gibt folgendes bekannt: Am 24. Februar wird der Betrieb der Druckschriftenabteilung (um 3 Uhr der Zeitschriften- [esesaal, um 6 Uhr die Leihstelle und die Benußung der Kataloge, um 9 Uhr der große Lesesaal) geschlossen. Der Zeitshriftenlesesesaal ist übrigens bereits vom 10. d. M. an nur noch bis 3 Uhr geöffnet. Vom 25. an werden keine Bücher mehr ausgegeben; entlichene Werke, soweit ihre Aus- leihefrist niht bis zum 24. einshließlich abläuft, werden bis zur Wiedereröffnung im neuen Gebäude (Dorotheenstraße) nicht Furüggesorderte können aber bis auf weiteres wochentäglih von 9 bis 3 Uhr in tet bisherigen Leihstelle zurückgegeben werden. Die Einrichtung des“ neuen Zeitschriften- und des großen Lesesaals soll tunlihst beshleunigt und die in diesem aufgestellte Handbibliothek möglichst bald wieder zugänglich emacht werden. Die Handschriftenabteilung, die

usik- und die Kartensammlung verbleiben vorläufig noch in den alten Räumen in der Behrenstraße und sind bis auf weiteres noch dem Publikum zugänglich.

Der Bevollmächtigte zum Bundesrat, Senator Dr.Fehling aus Lübe ist in Berlin angekommen.

Der Regierungsrat von Braunbehrens in Liegniß ift der Königlichen Regierung in Stralsund, der Regierungsrat von Harnier in Minden und der Regierungsrat Gizycki in Schleswig der Königlichen Regierung in Liegniß, der Nes E Fulda in Cöln der Königlichen Regierung n Schleswig, der Regierungsassessor von der Hagen in Arnsberg der Königlichen Regierung in Minden und der Re- gierungsassessor Dr. Bergenthal in Stralsund der König- lihen Regierung in Arnsberg zur weiteren dienstlichen Ver- wendung überwiesen worden.

Dem Regierungsassessor von Bredow in Potsdam ist die kommissarishe Verwaltung des Landratsamts im Kreise Westhavelland, Regierungsbezirk Potsdam, und dem Landrat von Miquel in Rathenow die kommissarishe Verwaltun des Landratsamis im Kreise Saarbrücken, Regierungsbezi Trier, übertragen worden.

Der Regierungsassessor Dr. Freiherr von Ziegesar in Bergen a. Nüg. ist dem Landrat des“ Kreises Marienburg at der neuernannte S urchardt aus

rankfurt a. D. dem Landrat des Kreises Nügen und der Regierungsassessor Shönberg in Siegburg dem Landrat des Kreises Kolberg-Körlin zur Hilfeleistung in den landrätlichen Geschäften zugeteilt worden. i:

Die E Dr: jur. Osterloh aus Breslau, Dr. rer. pol. Zorn aus Königsberg und Dr. jur. onig aus Frankfurt a. O. haben die zweite Staatsprüfung für den höheren Verwaltungsdienst bestanden.

Laut Meldung des „W. T. B.“ ist S. M. S. „Panther“ vorgestern von Swakopmund nach Lüderißbuht in See gegangen.

Sachsen.

Seine Majéstät der König Friedrih August hat ,W. T. B.“ zufolge, gestern nahmittag durh Ausgleiten au der Treppe im Königlichen Schlosse zu Dresden eine Ver- stauchung der. rechten Hand mit Bluterguß und anscheinend einen Bruch des dritten Mittelhandknochens erlitten. Das Befinden Seiner Majestät des Königs gibt im übrigen zu keinerlei Besorgnissen Veranlassung.