1909 / 36 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

Württemberg.

Bei der Generaldebaite über den Etat in der Zweiten Kammer nahm gestern der Ministerpräsident Dr. Weizs äer Bezug auf eine Aeußerung des Abg. Elsaß (Volkspartei) über den Ausschuß des Bundesrats für auswärtige An- gelegenheiten und führte, „W. T. B.“ zufolge, aus:

Dieser S ist am Leben, er hat im Laufe der lten Jahre

bei einigen sehr wihtigen Anlässen, und zwar, wie ih sagen darf, zur vollen Befriedigung aller Beteiligten gelebt. Der Aus\{chuß ist in erster Linie das Organ zur Information der in ihm vertretenen Bundesstaaten über den Gang ter auswärtigen Angelegenheiten. Gin häufiger Zusammentritt des Ausschusses war anfangs mit Schwierigkeiten verknüpft. Es erfolgten deshalb s\{rift- Ti und mündlich Mitteilungen, und zwar in außerordent- li großer Zahl. Dur vertraulihe Mitteilungen sind wir befser informiert gewesen, als wenn wir auf die Berichte eigener Ge- fandten in St. Petersburg und Paris angewiesen gewesen wären. Im November is nun der Auëshuß zu einer historischen Sitzung zusammen- getreten. Jn dieser hat der Reichskanzler, der für die Leitung der auswärtigen Politik die Verantwortung trägt, und der damit die swierigste, ehrenvollste, aber au dornenvollste Aufgabe hat, in einem nahezu vierstündigen Vortrag ebenso eingehende wie inter- effsante, in manchen Punkten aufklärende vnd, ih möchte hinzu- fügen, beruhigende Erklärungen abgegeben. Die anwesenden Minister waren in der angenehmen Lage, dem Reichtkanzler ihr bollständiges Vertrauen für die Art und Weise, wie er die auswärtige Politik führt, sowie ihre volle Uebereinstimmung mit den von ihm entwidelten Grundsätzen - auszusprechen. Die Stellung der deutschen Regierung zu dem »großen öfsterreichish-ungarishen Freunde haben wir alle begrüßt. Jh habe Grund, anzunehmen, daß dec Aus\{chuß in Zukunst in regelmäßigen Perioden in Berlin zusammentreten wird. Ih halte das für eine Sache von hohem Werte, und zwar befonders deshalb, weil dann das Ausland erkennen wird, daß es nit bloß über die äußerliche, sondern auch über die innere ges{lossene und entshlofsene Einigkeit des friedfertigen Deutschland cinen Zweifel nicht haben kann. Das halte ih für den größten Wert des Aus\{usses, und deshalb begrüße ih es, wenn er wieder reaktiviert wird.

Samburg.

Jn der gestrigen Sißüng der Bürger] chaft wurde über den Koehlbrandvertrag verhandelt. Nah dem Berit des „W. T. B.“

A gab der Bürgermeister O’Swald als Vertreter des Senats einen

1 Rückckblick über die bts- herigen Verhandlungen zwishen Hamburg und Preußen in dieser Frage und sagte, es* befremde, daß man troß großen Entgegen- kommens Hamburgs im Preußischen Abgeort netenhause mit neuen Forderungen hervorgetreten sei, die geeignet seien, das Zustande- kommen des Vertrages zu gefährden. Hamburg ükernehme bei Annahme des Vertrages eine verhältnismäßig größere finanztelle Last. Nachdem der Redner, der ih für ten Vertrag aussprach, auf den Nußgen hingewiesen haite, der mehr noch als für Hamburg für den gesamten deutshen Handel aus der rorgesehenen Regelung der Frage h ergeben werde, empfabl er die Ueberweisung des Vezutrages zur «üfung an einen Ausshuß von 16 Mitgliedern. \

Ein dahin gehender Antrag wurde einstimmig angenommen.

Oesterreich-Ungarn. :

Jm ungarischen Abgeordnetenhause beantwortete “gesiern der Ministerpräsident Dr. Wek erle eine Juterpellation,

_betressend die Erteilung einer Konzession an die ungarische “Kommerzialbank zur Errichtung einer bosnischen Agrarbank, bezüglih welher der österreihishe Finanz- minister “erklärt hat, daß durh diese Konzessionierung das Interesse Oesterreihs verleßt werde. Der Ministerpräsident erklärte „W. T. B.“ zufolge: ; i

Durch diese Konzession, die einem ungarishen Finanzinstitute er- teilt worden set, habe man ein altes Versäumnis na@gebolt, da bisher bloß österreihishe Banken in Bosnien das Feld behauptet bâtten. Ungarn habe das Recht auf voUftändige Parität in Bosnien. Er, der Miniflerpräsident, werde bestrebt sein, bezüglich der wirtschaft- lien Jastttute und der Verkehrsanstalten Bosniens den Grundsaßz leider Behandlung zwishen Ungarn und Oefterreih zur Geltung u bringen. l : a Die oppositionellen Parteien in Kroatien ee ein Manifest, in dem sie, obiger Quelle zufolge, die Einführung des allgemeinen Stimmrechts und die Ein- berufung des seit “einem Jahr sistierten Landtags fordern. Zum Schluß wixd in dem Manifest erklärt, daß die Dppositions- parteien den Kampf gegen das gegenwärtige Regime, das sie als verfassungswidrig bezeichnen, fortseßen werden.

Rußlaud. e a hat, EE B Es E E ufolge, in ihrer ‘gestrigen Siyung mit einer P blen der Gemäßigten Rechten, dem Polnischen Kolo und der Partei der Friedlichen Erneuerer gebildeten Majorität ‘nach heftigen Debatten beschlossen,* den Entwurf wegen Ab- schaffung der Todesstrafe einer Justizkommission zu über- eben. Einen Antrag der Kadetten, diese Kommission zu einem Bericht im Plenum binnen Monatsfrist zu verpflichten, hat die Duma abgelehnt. / ;

Türki,

Nach einer Depesche des „W. T. B.“ ist der Kommandeur des zweiten Armeekorps Nasim-Pascha zum Kriegsminister, der“ bisherige Kriegsminister Ali Riza-Pascha zum Ober: kommissar in Aegypten, der frühere Direktor der Marine- akademie Hassan Hus ni-Pasha zum interimistishen Maritièminister, der Katasterdirektor und frühere Botschafter Zia-Pascha zum Unterrichtsminister ernannt worden.

Serbien. \

Der Kriegsminister Zivkowitsh hat, den Belgrader Blättern zufolge, seine Demission gegeben, weil weder die Regierung noch die Skupschtina genügendes Entgegenkommen für die unabweislichen Bedürfnisse der Armee zeigen.

Jn der gestrigen Sißung der Skupschtina richtete der Abg. Perit fc (Fortschrittler) an den Ministerpräsidenten die Anfrage, ob die Regierung das Hervortreten des Kronprinzen . in den Fragen der auswärtigen Politik, insbesondere dessen kriegerische Reden billige. Wie das „W. T. B.“ berichtet, erwiderte der Ministerpräsident, Peritsh möge, falls er der Frage besondere Bedeutung beimesse, eine Jnuterpellation über diesen Gegensiand einbringen.

Schweden.

Beide Kammern haben gestern, „W. T. B.“ zufolge, die Wahlreformvorshläge mit großer Mehrheit endgültig angenommen. Dagegen stimmten die Sozialdemokraten und einige andere Abgeordnete. Die Reformen - beruhen auf der Grundlage der Proportionalwahlen zu beiden Kainmern des allgemeinen Wahlrechts zur Zweiten Kammer und einer starken Demokratisierung der Ersten Kammer sowie einer be-

deutenden Derabsedung der kommunalen Wahlskala. Der

Bu für die Wählbarkeit zur Ersten Kammer ist auf Kronen herabgeseßt worden.

Afffien.

Nach einer Meldung der „St. Petersburger Telegraphen- agentur“ ist von den Aufständischen in Nescht eine provisorische Regierung eingeseßt worden. Leben und Eigentum der Aus- länder sind nicht bedroht, aber die telegraphische Verbindung ist noh unterbrochen, und man befürchtet, daß die europäische Post Verzögerungen erleiden wird. Gestern abend sind 400 Reiter mit einem Geshüß von Teheran nah Rescht ab-

gegangen. Afrika.

Wie der „Temps“ aus Mogador meldet, hat am

Montag ein Gefecht zwischen den Anhängern des Kaid

El Hadji und dem Stamm Uled Aissa stattgefunden,

in dem beide Parteien zahlreihe Tote und Verwundete verloren.

Parlamentarische Nachrichten.

Die Schlußberichte über die gestrigen Sißungen des Reichstags und des Hauses der Abgeordneten befinden sih in der Ersten und Zweiten Beilage.

Auf der Tagesordnung der heutigen (204.) Sißung des Reichstags, welcher der Staatssekretär des Jnnern Dr. von ‘Bethmann Hollweg und der Staats-

sekretär des Reichsshaßzamts Sydow beiwohnten, stand unächst der Entwurf eines Geseßes, beireffend die Leststellung eines sechsten Nachtrags zum

Reichshaushaltsetat für 1908. Durch den Ent- wurf wird eine Erhöhung des für 1908 eröffneten Schaß- anweisungskredits von 475 Millionen Mark um weitere 150 Millionen gefordert, wofür insgesamt ein voraussitlicher Mehrbedarf für die Verzinsung von 41/, Millionen eingestellt ist; außerdem wird nacträglich angefordert der Betrag von 1718329 46, um den die Kosten der Berufs- und Betriebs- zählung vom 12. ‘Juni 1907 den veranschlagten Betrag von 3 836 609 6 tatsählich überschritten haben; beide Posten sollen auf die Matrikularbeiträge geschlagen werden.

Ueber den Verlauf der Beratung wird morgen berichtet werden.

Jn der heutigen (28.) Sihung des Hauses der Abgeordneten wurde die Besprehung des Berichts der Wahlprüfungskommission über die Wahlen der sozial- demokratishen Abgg. Borgmann, eimann, Hirsch (Berlin) und Hoffmann im 5., 6, 7. und 12. Berliner Wahlbezirk fortgeseßt. Die Kommission beantragt, die Wahlen zu bean standen und den Magistrat um Auskunft über die Art der Ausstellung der Wählerlisten zu ersuchen.

g. Dr. Hagèr (Zentr.): Die gestrigen Verhandlungen über diese Wahblprüfungen hatten zuletzt etwas temperamentvollen Charakter angenommen. Meine politischen Freunde stehen der Sache harteilos gegenüber. Unsere Stellung zur Sozialdemokratie ist dadurch gekenn- zeichnet, daß wir uns gegenüber den Sozialdemokraten. bei den Berliner Wahlen der Stimme enthalten baben. Bei den Hb T LeSeHEEN Wahl- protesten handelt es |ch erstens um ‘den Wahlterror, zweitens um die Aufstellung der Wählerlifien. Es ist ganz rihtig gewesen, daß man nit beide Proteste gleichzeitig zum Gegenstand einer Verhandlung machte. Andererseits entspriht es wentg der Pflicht und Würde des Hauses, bei einem Wahlprotest im Lande herumzulaufen und Er- gänzungen zu dem Prötest vorzunehmen. Wie der Protestpunkt betreffs der Abteilungslisten in die Akten gekommen ift, ift von unserem Stand- punkt aus gleichgültig. Wenn irgend ein Protestpunkt in/ die Akten kommt, muß die Wahlprüfungskommission ihn prüfen. Wir haben gestern die Wahl des Abz. Kölle einstimmig für ungültig crklärt, obwohl kein Protest eingegangen war, sondern ih die Fehler der Wahl dur die Akten selbst ergaben. Bezüglich der weiteren Fraze, ob der Protest wegen der Wahllisten erheblih is, meinte Herr Siröbel, daß der Regierungskommifjar in der Kommission fich nit sicher außgespro@en habe; darauf komuit es weniger an, denn das Haus ênts{eidet über die Güluigkeit einer Wahl ohne Mitwirkung der Regierung, und der Regierungsvertreter hat in diefem Fall nur cine beratende Stimme. Nicht zum ersten Male hat auch die Wablprüfungskcmmission einen strengeren Standpunkt als die Regierung angenommen, sie hat 1906 die Wahl des Abg. Iderhoff mit 11 gegen 2 Stimmen für un-

ültig erklärt, ‘und das Haus hat ihr beigestimmt, obwohl REaIS die Regierung den Fehler bei der Wahl für uner- heblich erklärte. Daß die Kommission die Rehte der Zensiten

mit über 3000 „6 Einkommen anders bewertet habe als die Rechte der Zensiten mit unter 3000 46, ist nicht richtig. Wir wissen, was Wakhlkreisgeonetrie bedeutet, und wir wollen verhindern, daß zur Wakhlkreisgeometrie au noch eine Wahlkreisarithmetik tritt. Die Fesistellung eines bestimmten Maßstabes für die Sieuerberechnung ist allerdings keine einfache Frage, aber wenn man das Verhalten Berlins als unzulässig bezeichnet, so wissen wir doch nicht, welchGe Gründe für Berlin maßgebend waren. Die Behauptung, daß zwar [hon für 1908, aber noch nit für 1907 die geseglihe Vorschrift: für den Arbeitgeber, das Einkommen seiner Arbeiter anzugeben, bestanden habe, ist nit ganz rihtig. Diese Vorschrift des Geseßes von 1906 ift vielmehr \{on bei der Veranlagung für 1907 in Geltung gewesen, allerdings ift 1907 noch ein Geseß ergangen, aber dieses war so_ unbedeutend, daß der Generalsteuerdirektor damals erklärte, die Aenderung sei so unwichtig, daß fie au auf dem Verwaltungswege bätte gemacht werden können. Dieser Grund hat also keine große Bedeutung ; ob es aber niht doch der Fall ist, kann ih nit beurteilen, und deshalb muß ‘eiae Beweisaufnahme statifinden. Gerade auf Anregung meiner Freunde hzt die Kommission diesen Gesihtspunkt hervors- gehoben. Wir wollen klar sehen, warum Berlin so gehandelt hat und wie es sich gestaltet hätte, wenn anders verfahren worden wäre. Es ist cin alter Grundsaß der Kommission, eine Wahl nur dann zu kassieren, wenn die vorgekommenen Unregelmäßigkeiten erheblich ge- wesen sind; der Kaufalnexus wird in nachzuwéisen sein. Das werden auch die Sozialderaokraten anerkennen müssen, denn nur aus der gleichen Grwägung ist ihr Protest gegen ‘die Wahl in SWhöneberg-Rixdorf zu erklären. Was die anderen Berliner Mandate betriff, so spielt hier der Protest des Leutnants Poÿl ein? Rolle. In feiner Eingabe vom Januar hat er den hierauf gerichteten Protest zurückgezogen; warum er es getan hat, können wir niht wissen; aber die Zurückziehung is unzweifelhaft. Nach der konstanten Praxis des Reichêtacs kann jeder Protest jederzeit obne Angabe von Gründen zurückzezogen werden. Das Einkegen bon Pro- testen ist ein Recht; es muß also: jetem Urheber cines Pretestes unbenommen sein, dieses Net zu verfolgen oder nit zu vztfolgen. Die Frage ist von dem Wahlrecht selbst ganz unabhängig. Ob das Haus in der Lage ist, event. au die acht anderen Berliner Mandate auf Grund der zu erwartenden Auskunft für ungültig zu erflären, ist eine fehr bestrittene Frage; ih weiß nicht, wie das im Rahmen unserer Geschäftsordnung gemacht twerden joll. Diese steht uns aber fo ho, daß wir nit darüber hinwegkommen können. Der gordishe Knoten darf nit in der Weise zerhauen werden, daß dabei die Geschäftsordnung in Trümmer geht. Leßtere ist ganz besonders der Squß der Minoritätsparteien, für sie is fie in erster Linie da,

dieser Nichturig noch genauer | D

fie muß also unter allen Umständen aufreht erhalten werden halten also den Vor|ch!ag der Kommission für zutreffend. ili nah dem Ergebnis der Beweisaufnahme die 4 Wahlen für ung M erklärt werden müßten, werden wir allen Vorschlägen, wie cten ufe Beschluß auf die andern 8 Mandate zurückzuwirken hätte, vollsie Z E N E kommt uns vor allem auf die Ermil

er objektiven Wahrheit an. F

Abg. Dr. Pacnicke (fr. Vag.): Der Abg. Ströbel hat geen

nach dem Grundsaß gehandelt: „Ihr sucht die Menschen zu verw E sie zu befriedigen, ist chwer“. Ec hat #ich in einer Menge von Ne dingen ergangen, er hat von dunklen Machenschaften gesprochen. da meiste von seinen Behauptungen i als objektiv unwahr dur din Kollegen Fis{beckX nahgewiesen worden, so die Behauptung, alli die Herren Cassel und Rosenow von der Absicht, gegen riet 12 Berliner MaEas iu protestieren, gewußt hätten. Die S h Aronsohn und Malkewit sind fälschlich bezichtigt worden. Wabl Herren haben pflihtgemäß den vorliegenden Protest an die E prüfungskommission' abgegeben; weiter hatten sie nichts zu tun. lesen weitere Verdächtigung, daß der Protest nicht genau vorg worden set usw., is so kleinli, daß man sich damit nicht 1 der zu befassen braucht. Heute liegt uns nichts weiter vor a fratex Antrag auf Beweiserhebung. Es scheint, daß die Soziale O keine Beweiserhebung wünschen. (Widerspruch bet den Sozial kraten.) Es freut mi, das heute bon Ihnen zu hören, aus der S Ihres gestrigen Sprechers ging das nit hervor. Dann vertagen aber alle Ihre Ausführungen bis dahin, wo sie praktis sind; war ja au die Nede des Herrn Ströbel überflüssig. Die Herren e langen nun aber die Ausdehnung der Beweiterhebung auf die 8 as Kreise, weil auch gegen diese ein Protest vorliege. Damit E pas Sie etwas als bewiesen an, was erst bewiesen werden {oll A die nah unserer Meinung nicht beweisbar ist. Der Leutnant Poh G anderen Unterzeicner dieses Protestes rihtea ihren Einspru die Wabl im Wahlbezirk 12. Wellen Sinn hat die Due i kung des Herrn Pohl? Er selbst legt ihr den Sinn ni Zwei den ihr die Sozialdemokraten unterlegen. Der entstandene {t vieser ist durh Herrn Pohl selbst gelöft, der erklärt hat, daß ex 1 emeint Bemerkung nicht einen Protest geaen die anderen Wahn habe. (Zuruf bei den Sozialdemokraten: Shiebuns Ber! find niht Schiebungen, sondern die gewohnheitömäßigen und dächtigungen, in denen stch die Sozialdemokraten erb efutieren. die es so {wer maten, mit ihnen überbaupt zu Einspruchb- F 9 þ der Geschäftsordnung sagt ausdrücktlih: „Ist die Sie frist von 14 Tagen abgelaufen, so sind die Wahlen E die Geschäftsordnung können wir au n[cht mit Rüdck S wt Herren von der Sozialdemokratie durhbre(en. Nah drei Berliner es ja sehr gut, wenn gesagt wird, es müßten alle in Wakhlen kassiert werden, aber das ist eine Zumutung ofraten.) das Geseß bewußt zu verlegen. (Oho! bei den Soziale gründen Nun könnten Sie (zu den Sozialdemokraten) ja von illig © erlangen: sprechen, um die Kafsierung sämtlicher 12 Wahle zl det Aber Sie selbst haben die Wahl . in Rirxdorf beans nd, dort die Listen nah dem Stande von 1907 aufgestellt Fer Listen nach einem Maßstabe, den wir bei Aufstellung der Ber ig « bemängeln. Sie haben Jhren Lesera da draußen jon des - mögli von diesem Widerspruch berichtet, ja die Redall L mmerton wärts* hat gesagt, die Freisinnsniedertraht das ist ter o nur, raß habe ihr keine Zeit dazu gelassen, aber das Motiv isi Ri dors belle Ihnen die Aufstellung nah dem Stande von 1908 für Wt (Es wird Wahlaussi{ten gegeben hätte. (Zwisckenrufe von den S Ibnen nit gelingen, durch Zwischenrufe den Sachver balt jl in Bell Wenn also die Aufstellurg der Listen für die dritte Klasse irojden nach dem Stande vou 1908 für Sie die günstigste war, un en Sit in den übrigen 8 Berliner Kreisen die Mehrheit der Wähler Lligteitt- entschieden hat, so ist es co klar, daß Sie au keine Bi 7/0 gründe für si bean]pruchen können, damit in diesen 8 Wahlbti die Wahlen kassiect werden. Dieser Grundsaß ist au von del e schiedensten Seiten bei anderen Gelegenheiten anerkannt worde -4, Die Frage des Terrors steht jet nit zur Debatte. I aber ein Leitmotiv für die spätere Besprechung voraus I Man muß unterscheiden zwischen amtlichen, kirhlihen und yrivd Wabhlbeeinflussungen. Die ecsten beiden Arten werden allgemti® verurteilt, über die privaten Wahlbeeinflussungen kann man E schiedener Meinung fein. Man kann fie bedauern und hrs marken, einen Kassierungsgrund haben fie noch nit gegeben. Diese Stellungnahme kann sh aber ändern’ von Partei wegen die Parole ausgegeben wird : „Arbeit / dem geschäftlihen Boykott!" Das ist auh für die L kunft angedroht. Da müssen wir uns überlegen, ob das ni weiter geht als nur die falsche Aufstellung der Wahllisten. Sie (na rechts) uns do das geheime Wahlrecht, dann werden Klagen über diese At des Terrors von selbst verschwinden. e =. „Abg. Wißmann (nl.): Das ganze Haus mit Ausnahnt, Sozialdemokraten ist derselben Meinung; darum verstehe | warum wir diese langen Debatten haben, der Präsident hätte fragen können, ob das Haus dem Beschluß der Kommis 5

ir bedauern es allerdings im höchsten Grade, daß diese 4 event. fkassiert werden sollen, während die anderen 8, lied Wahlen unangefohten bleiben müssen. Ich war als Mitt dur ommission darüber verblüfft, und mein Rechtsgefühl wak "essen verleßt. Ih glaube, es wird au niemand im Hause sein; unde Nechtsempfinden dies nit widerspri@t., Meinen Fre ablen wäre- es lieber, wenn -wir auch die anderen a äft? auf ihre Gültigkeit prüfen könnten, aber nach unserer Ge! hat ordnung ist das eben ausges{lossen. Präsiden! 1tig am 26. November dem Hause mitgeteilt, welhe Wahlen als 5 zu erachten seien, da kein Protest eingereiht sei, und das Ha Uricil ftillschweigend zugestimmt. Ein rehtsfräftiges richterlihez_ i ann auch nicht mehr angefohten werden, aber es gib

mel i i. wenigstens noch die Nebision, die es hier nicht gibt. Dos Hal

bedauern, und es Iönnte angezeigt diese Frage die von der Geschäftsordnungskomumiston whrütt Ss ob nid! id: Möglichkeit geaen werden soll, einen Beschluß des Haus tene gangig ¿u machen. Wir können uns also nur mit den 4 anges0d den Wahlen beschäftigen. Die Kommission will zunähst nur mft 096 einen Punkt Beweis erheben, der andere bleibt der Zuk" j behalten. Wir stimmen dem Beschluß der Kommission bei. Abg. Malkew (kons.): Die Ausführungen des Abg- haben bis auf den Shluß den uneingeschränkten Beifall meiner gefünden. Wenn ex \chließlich au den Beifall der Sozial cou einheimste, fo geschzh es nur, weil er auf ein Gebiet übero i N heute nit zur Diékussion fteht, die Wahlrechtsänderung auf, ; (Zrwischenrufe bei den Sojfaldemokraten.) Passen Sie nur ersu weise Jhuen na, daß Sie in der Sace so viel sollt haben, daß Sie stch bei Jhren Genossen entsuldigen bei em Wunsche des Abg. Pachnicke kann ih nit folgen, au ler bo geheimen Wahl verstehen cs die Sozialdemokraten, den 5 dem Augenblicke an, wo er den Zettel bekommt, bis zur uen frolliercen. Herr Ströbel hat mit erstaunlicher Kühn ganzen Fragen durchzinanbergeschüttelt und die nung ‘mit soaveräner Nichtachtung behandelt. ü bet den Sozialdemokraten.) Jawohl, Sie sollen_ v0 fremotra é werdeo. Herr St1öbel meint, das Haus könne der Sozia (R [fei keinen größeren Gefall:n tun als damit, die Wahlen zu kassiere ie habe den Sozialdemokraten: Vom agitatorischen Standpunkt!) dene St also zwei Standpunkte! Daß die Sozialdemokratie versie misti\@ ] punkte hat, wußten wir son lange, nit nur einen rev fi und einen radikalen, sondern aud einen einfaWes mäßigen Standpunkt, und Ste flimmen immer gegen sea b von Wahlen, wenn es |ch um Ihre Gesinnungeg ichenrufe ie (rir haben das ja im Reichstage erlebt. (Lebhaîte Zwan, S den Sozialdemokraten.) Sthreten Sie nicht so, Herr Ho ein fo le nd ja noch nit draußen! Wenn die Sozialdemokraten e haftes Interesse an der Ungülligkeitserklärung ihrer die Lage fo sollien sie uns dankbar dafür sein, daß wir sie 16 Bais man als Triumphatoren aufs neue in das Haus einzuziehen. 2

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