1923 / 96 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

auch die Verantwortung für diesen Erlaß. Aber das eine möchte ih Jhnen doch sagen: ih Habe diesen Erlaß erst kennen gelernt, als er in der Oeffentlichkeit bekannt gegeben wurde. F stehe zu feinem Fnhalt; ih leugne es nicht. (Zuruf bei den Kommunisten: Pfui Teufel! Große Heiterkeit rechts.) Jh will nur sagen, daß ex aus dem. Rahmen JFyrer Beweisführung ein wenig her- - ausfällt (Widerspruch rets), und daß Sie sih_ {hon andere Argumente su<hen müssen, um gegen mi<h vorzugehen. - (Zuruf rechts: Das ist alles, was Sie dazu sagen? Nur diese Redens- árten?) Herr Abgeordneter Schlange, Sie müssen es mix schon überlassen, zu beurteilen, was ih. zu sagen habe und was ih zu unterlassen habe. (Zuruf rets: Sie haben eben nichts darauf zu sagen!” Große Unruhe.) Jh weiß niht, was Sie wollen.

Der Herr Abgeordnete Bäd>er (Berlin) glaubte die heutige Gelegenheit niht ungenußt vorübergehen lassen zu sollen, um meinen Mitarbeiter, Staatssekretär Freund, der leider heute wegen Krankheit verhindert ist an unsern Beratungen teilzunehmen, eins auszuwischen. (Zurufe bei der Deutschnationalen Volkspartei: Wieso denn?) Warum haben Sie denn den Staatssekretär

Freund und ausgerechnet ihn genannt? (Zuruf bei der Deutsch-

nationalen Volkspartei: Als ‘den Leiter Fhrer Personalpolitik!) Herr Abgeordneter Bäder legte Gewicht darauf, festzustellen, daß der Staatssekretär Freund unter vier Regierungen feine Tätig- keit ausgeübt habe. (Sehr richtig! re<ts.) Nun, was fagen Sie denn zu den deuishnationalen Beamten, die auch keine Skrupel darin gefunden. haben? (Zurufe bei der Deutschnationalen Volk3- partei.) Fa, es ist in der Tat ein Unterschied: der Staats- sekretär Freund hat sih den politishen Notwendigkeiten angepaßt (aha! bei der Deutschnationalen Volkspartei); es gibt aber eine Reihe von deutshnationalen Beamten, die sih heute zwar von der

Republik bezahlen lassen (sehr wahr! links), die. es aber do<h:. mit | ihrem Gewissen vereinbaren können, daß sie nicht diesem Staate, ' wie sie es ges<hworen haben, mit voller Hingabe- dienen, (Sehr wahr! im Zentrum und links. Große Unruhe und Zurufe |

rechts: Besser als Sie! Beweise! Zurufe bei dex. Ver. Sogz.- Dem. Partei: Die Meineidigen sigen da drüben! Erregte Gegenrufe bei der Deutschnationalen. Volkspartei.) Ja, ih

\<weige; ih rede nur. dann, wenn ih glaube, daß es einen Sinn .

hat. Oder glauben Sie, ih bilde mir ein, Sie zu überzeugen? (Zurufe bei der Deutschnationalen Volkspartei: Das. werden Sie

au< nicht können!) E A Meine Damen und Herren, es ist richtig, i< bin nicht auf :

alle Fälle eingegangen, . die hier von dem Herrn Abgeordneten Schlange mit bezug auf meine Beamtenpolitik vorgetragen sind. Fh glaube, es genügte die Anführung oder. Zurü>weisung derjenigen Fälle, auf die*ih hier näher eingegangen bin, um er- kennen. zu lassen, . von welchem Rechts- und Wahrheitsboden aus

diese Fälle vorgetragen: worden | sind; - (Zurufe bei dex. Deutsch-

nationalen Volkspartei.) —-F< muß leider- dabei bleiben. Wenn jemand sich darin zu korrigieren hat, bin ih es nicht, sondern der Herr Abgeordnete Schlange-Schöningen (sehr richtig! "bei der Ver. Soz.-Dem. Partei), dex alle diese Fälle in einer „ganz ent- stellenden Form vorgetragen hat. (Sehr richtig! bei der Ver. Soz.-Dem. Partei. Widerspruh bei der Deutschnationalen Volkspartei.) Fh rufe alle Mitglieder des Hauptausschusses, die diesen Erörterungen beigewohnt haben, zu Zeugen dafür an, daß nicht ich, sondern der Herr Abgeordnete Schlange gerade in diesen Sragen ein Zerrbild der Verhandlungen gegeben hat. Der Brief des Herrn von Auwers, der von mir im Hauptausschuß des Landtages zur Sprache gebracht worden ist, ist erst nah der Ver- abshicdung vorgefunden worden; er hatte mit der Entlassung des Herrn von Auwers aus dem Staatsdienst überhaupt nichts zu tun. (Lebhaste Zurufe bei der Deutschnationalen Volkspartei.) Sie haben das vorgetragen. Er ist mir von dem obersten Beamten der Provinz Ostpreußen mitgeteilt worden als neuer Beitrag dafür, in welhexr Art der Landrat von Auwers seinen Kreis Stuhm in den [leßten Monaten - verwaltet hat: (Fort- dauernde Zurufe- bei der: -Deutschnatioalen Volksparei.) Wenn das Staatsministerium aus politischen Gründen Beamte entfernt hat, so hat es nah einer alten Gepflogenheit, die bis in die Zeiten des ersten preußischen Ministerpräsidenten zurü>reicht, davon Ab- stand genommen, dem Landtag dafür nähere Aufklärung zu geben. (Sehr wahr! links. Zurufe bei der Deutschnationalen Volks- partei.) Jch komme gleih darauf, Herr Abgeordneter Baeckér, wenn ih Fhre Behauptung untersuche, daß ein gesundes Be- amtentum unter meiner Amtsführung gar nicht mehr aufkommen bie A tent Ebenso. verhält es. sih mit der Bemerkung des Herrn Abgeordneten Sc{lange-Schöningen über die Entlassung des Herrn Landrats" von Braun. J< habe, um das nochmals kurz festzu- stellen, der Os!preußendeputation, die mi vor einigen Wochen aufsuchte, um. zu erfahren, welche Gründe die Entlassung des Herrn von Braun veranlaßt hätten, erklärt, daß für- die Entschließung des Staatöministexiums nur der eine Grund bestimmend gewesen pre, däß. ex nämlich. gegenüber den: Angriffen, .die ‘ein: Amts- vorsteher gegen die Amtsführung -des - Herrn Oberpräsidenten der Provinz. Ostpueußen eingeleitet habe, nicht die notwendige Zurückweisung, gefunden hat. Fh habe erst, nahdem- die Kreuz- zeitung und andere. deutshnationale Blätter die ganze Angelegen- heit in-einer sol<hen Weise verzerrt - hatten, daß diese Blätter glaubten, den Obexrprssidenten. oder mich der Lüge | zeihen zu. können, im Hauptausshuß des Landtags ; davon. gesprochen," daß: in dex Tat auch no< anderes Material gegen den“ Landrat vot Braun. in Gerdauen vorgelegen. hätte. t T i - Wie diejer Landrat, den. Sie in Shuß úehmen, seine Geschäfte geführt hat, dasür nur zwei Säge aus den amtlichen Fefistellungen bzw. den: Erfsärungen : des Landrats von Braun! Es - wird da berichtet: ; A „Durch; den - Kreistagsbeschluß vom 28. Juni : 1912" und ‘einen: „auf Grund dieses Beschlusses vom Kreisausschuß mit mir áb- „geschlossenen, Vertrag vom 11, Juli 1912 ist mir“ seinerzeit eit “zinsloses; niht.-rüctzahlbares Darlehen oder Vorschuß zur Be- c [haffung cines Automobils, gewährt worden in Höhe von rund ;,14 000: Mark. : ' ‘6 | Eiu nicht rüc{zahlbares, zinsloses Darlehen ist für die Beschaffung! ejnes Automobils. gewährt worden! (Lachen und Zurufe links): Was würden Sie. sagen, wenn heute ein Kreisausfchuß mit einer

sozialdemokxatishen Mehrheit einem Landrat gegenüber so generös!

wäre? Jh bin der festen Ueberzeugung, Sie würden von leicht-- sinniger Vergeudung der Kreismittel sprechen. * (Zuruf rets:

Seemann!) Jh sprehe von Herrn Landrat von Braun! (Zu- rufe re<ts: Das ist {hon lange her!) Eine andere Bemerkung aus dem amtlichen Protokoll: Weitere Feststellungen konnten zu diesen Punkten einstweilen nicht getroffen werden. Es sei nur no<h bemerkt, daß Herr von- Braun ‘in der Zeit vom September bis Dezember 1920 vom Kreisbauamt Baumaterial (Bretter, Kantholz, Balkeù, Weichenschwellen usw.), das: zum großen Teil aus Heeresbeständen bestand, gekauft hat, und daß die Beträge von ihm erst am 3. Fanuar 1923 mit den aufgelaufenen Zinsen bezahlt worden sind, was aktenmäßig. feststeht. i (Hört, hört! links.) Wie würden Sie einen - oz-aldeémokratishen Landrat charakterisieren, der größere Posten aus. alten Heeves- beständen vom- Kreise im Fahre 1920 kauft und erst ar 3. Januar 1923 bezahlt? (Zuruf links: Schieber! —: Abg. Bae>er-Berlin: Das wird wohl etwas anders liegen!) J<h stelle fest, Herr Abgeordneter - Baecker, daß Sie, ohne - irgendeine Grundlage für eine andere Darstellung des Falles zu haben, jeßt sagen: Der Fall wird wohl etwas anders liegen. (Abg. Bae>ter-Berlin: Fh stelle fest, daß ih andere Grundlagen habe! JFhre amtlichen Be- hauptungen sind für mich. keine Grundlagen!)

Sie haben dann weiter folgende Forderung aufgestellt: Wir fordern, daß der Minister des Fnnern ein - Disziplinarverfahren gegen Runge beantragt. Der Landtag im allgemeinen und die deutshnationale Fraktion ist kein Konvent, Ob ein Grund zum Einschreiten gegen den Polizeipräsidenten vorliegt, ob insbesondere ein Disziplinarverfahren gegen ihn- eingeleitet werden. muß, das ‘müssen Sie schon dem pflihtmäßigen Ermessen des zuständigen Ressortministers und des Staatsministeriums vorbehalten. (Zu- rufe rechts.) Meine Herren, sd wie ih deutshnationale Landräte

Beamten ‘zu ‘stellèn, dié anderen Parteien entnommen sind. Mit Jhréèr Heye gegèn Beamte aus sozialdemokratishen Kreisen werden Sie bei mir nux da’ etwas erreichen, wenn Sie Jhre Behaup- tungen über die Unfähigkeit odèr Charakterlosigkeit eines solchen Beamtèn mit Tatsachèn zu belegen vermögen. Zeitungsheye allein wird mich zu einem Einschreiten gegen sol<he Beamte nicht ver- anlassen. (Bravo! links.) t :

t Der Herr- Abgeordnete Bae>er hat dann weiter ausgeführt, daß ‘eint ‘gesundes Beamtentum- für Preußen erst dann zu er- warten sei, wein die Berufung ‘von politishen Beamten nicht

nach“ politishen ‘Gesichtspunkten erfolge. (Abg. Bae>er-Berlin: |

Das hat Herr von Kardorff gésagt!) Jch ivollte da eine gewisse Uebereinstimmung der Meinungen zwischen Jhnen und mir fest- stellen, Herr Abgeordneter Bae>ker. Wenn Sie darauf hin- weisen, daß diese Behauptung niht von Fhnen stammt, sondern daß Sie da ein Wort von Herrn von Kardarff zitiert haben, so fue ih mi<h dèr großen Uebereinstimmung, die von Fhnen über den Herrn Abgeordneten von Kardorff zu mir reicht. Aber, meine Hérrèn, Sie* véxkentieu ‘eine sehr géwichtige politische Mission, die die nahrevólütionäten Ministerien zu ‘leisten hatten und heute noh zu leisten haben. Weil nämli<h untex dem alten Regime die Berufung der politishen Beamten ledigli<h nah politischen Gesichtspunkten erfolgt ist (sehr richtig! links), weil kein „Fremd- körper“ aus den Reihen des Zentrums, der Sozialdemokratischen Partei und selten Außenseiter der Nationalliberalen Partei be- rufen und geduldet wairden, deswegen muß erst einmal diese falsche politishe Orientierung aus dem Beamténtum herausgebracht werden (sehr richtig! links), muß zunächst eine gewisse Parität her- gestellt werden. Und was ih im Ausshuß {hon des öfteren er- flärt habe, daß au<h ih den Tag herbeisehne, wo frei von allen politishen Gesichtspunkten nur na< derx Tüchtigkeit der vor- handenen Anwärter, nur nah der Tüchtigkeit der Bewerber ent- schieden werden könnte, das möchte ih au<h hier wiederholen. Das wird aber nit früher der Fall sein, als bis wir, durch die heutigen verfassungsrehtlihen Bestimmungen begünstigt, einen, sagen wir mal. Nachwuchs ‘der Arbeiterschaft und insbesondere der Sozial- demokratischen Partei erreicht haben. (Sehr wahr! links.) Wenn wir von der Sozialdemokratishen Partei und ihren Anhängern, vom Zentrum und seinen Anhängern, von der Demokratischen Partei und ihren Parteifreunden verlangen, daß in den Zeiten der nationalen Bedrängnis, der wirtschaftlihen Not alle Volks- kreise sih in die Mitverantwortung für diese Zeît einfügen, dann haben wir die Verpflichtung,“ die früher beliebte * Ausschließung dieser Kréise zunächst wettzümathen. (Sehr* wahr! links.)

.! Und nuti, méêiné Herren, als Eideshelfer für Herrn Bae>ker,

| die „Deutsché Allgemeine Zeitung“! J<h beneide Sie um diesen Bundesgenossen wirklih -niht. (Sehr gut! links.) Der Herr

Abgeordnete Schlange hat vom politishen Rowdytum gesprochen.

(Sehr gut! links.) Gleich und gleih gesellt sih gern. “(Sehr gut! | links.) Dieser politishe Redakteur in der „Deutshen Allgemeinen Heitung“ fühlt eine ‘Art Geistesgemeinschäft mit dem Abgeordneten , Schlange. Jh glaube, es liegt niht im Futeresse der Autorität | der“ Rêéichs- und Staatsbehörden, wenn ih über die interne Be-

handlung rehtsgerichteter Organisationen und linksgerichteter Störenfriede hier ausführlich im einzelnen berihte. J< will au<

| jeh eine gewisse Reserve beibehalten. . Aber die Behauptung des

Artikels, daß nieine Stellungnahme und meine Maßnahmen ohne Fühlungnahme mit meinen preußischen Ministerkollegen getroffen seièn, daß die ganze Aktion gegen die Freiheitspartei: ohne Fühlungnahnie mit der Reichsregierung. erfolgt sei, verpflichtet:

mich“ do, hier von der Tribüne des Landtages folgende Fest- | stellungen zu, mahen. Ohne daß ih auf Gxund der Bestimmungen ' der Verfassung verpflichiet wäre, die Maßnahmen meines Ressorts ; meinen Kollegen im Staatsministerium mitzuteilen für diese ' Maßnahmen bin ih dem Landtage. allein verantwortli<h —, habe ' ih es aber doch für meine, Pflicht als Koalitionsminister gehalten, weil diesen Maßnahmen recht oft: ejne große politische Bedeutwag zukommen, von- jedem meiner beabsichtigten Schritte vorher dem ! Staatsministecrium- Mitteilung zu machen. (Hört, ‘hört! ‘bei der- |

Verantwörtliche Sgriftleiter: Direktor Dr. T yrol, Charlotten - Verantwortlich für den Unzelgénteil: Der Vorsteher der Geschà

Vereinigten Sozialdemokratischen Partei.) JFnsbésondere habe ih

schon im Herbst des vergangenen Jahres darauf aufmerksam : gemacht, daß: ih zur: Ausräumung dex Schwiérigkeiten, die \si<

dur :Entde>ung einiger Selbstshußorganisätionen ergében hätten,

| mich mitdem Reihswvehrminister und dem Reichsminister des

' Innern in Verbindung. geseßt hätte, um zu versuchen, durxh Rück- sprache mit den Reichsressorts diese Schäden abzubiegen, die dém : Reich und: Preußen ‘erwachsen: mußten, wenn die Organisationen ohne. behördliche Aufsicht und ‘ohne Kontrolle dex Staatsorganë ‘ihre Tätigkeit weitex ausübten: Diese Haltung habe ih béi-

das Mißtrauensvotum stimmen. Er hat mir aber milde

14 ; ¿ zet Abgeordneter Dr. Bredt mih zu unre<ht beschuldigt hat, alf:

behalten, bis in die Märztage hinein, in denen die Auflösun Deutschvölkishen Freiheitspartei erfolgte. J< habe au< H M der Auflösung dieser Partei, wie ih hier feststellen möchte, d Versuh gemacht, meine Kollegen im Staatsministerium zu d: richten. Diese Unterrichtung ist deshalb nit erfolgt, nit 2 der Ministerpräsident zum Reichstag mußte, sondern weil ex é einer gemeinsamen Kundgebung der Reichs- und preußi Regierung in Sachen Oberschlesien abberufen wurde, und s meine Kollegen vom Staatsministerium nicht wünschen, daß N hochpolitishe Angelegenheit ohne Anwesenheit des Ministe präsidenten erörtert wurde. Die Dinge drängten aber, deny stand der Putsch bevor. (Zuruf bei der Deutshnationalen Volks partei.) Es freut mi, daß Sie den Herrn Müller-Labezs ba so gering{häßig behandeln. Fh wünschte nur, daß es Jhrem Ein, fluß auf Jhre Nahbarpartei, die Deutschvölkische Partei, hon vor dem 23. März gelungen wäre, die Leute von ihren Putschabsichten abzubringen. (Sehr wahr! bei der Vereinigten Sozialdemo- kratishen Partei.) Aber Sie haben ja gar keinen Versuch dazy unternommen. Jh habe alles getan, um das Einvernehmen mit meinen Ministerkollegen herzustellen, und es ist nicht rihtig, waz in der „Deutschen Allgemeinen Zeitung“ behauptet wird und waz heute nahmittag der Abg. Bae>er wiederholt hat, daß die Maß: nahme Preußens getroffen worden sei, ohne daß das Reichs, kabinett davon Kenntnis gehabt hätte. Jh habe mit meinem Kollegen Oeser, den ih heute nahmittag hier äuf seinem Plage gesehèn habe, in den Vortagen der Auflösung den ganzen Fragen- komplex ausführlih duxrhgesprohen. (Hört, hört! bei der Ver. einigten Sozialdémokratischen Partei.) Jh befand mich in voller Uebereinstimmung mit dem Herrn Kollegen Oeser, dem zils

und Beamte in Schuß nehme, wenn sie ungerehtfertigt angegriffen | ständigen Reichsminister des Junern, als ih beabsichtigte, die

twerden, ebenso hâbe ih auch die Verpflichtung, mich vor diejenigen

Deutschvölkishe Fréiheitspartei aufzulösen. (Hört, hört!) Weni ih das bisher nit mit dieser Deutlichkeit gesagt habe, so um des: willen, weil i< gewohnt bin, die Maßnahmén, die ih zu treffen habe, mit eigener Verantwortung zu de>den. Jh suche keine „Mit. schuldigen“, wie Sie es bezeihnen würden. So liegen die Dinge, und das Reichskabinett wäre davon bin ih fest überzeugt —, wenn ihm alles Material unterbreitet ‘worden wäre, mit mir cinig gewesen über die Notwendigkeit, hier den Staatsgerichtshof vor die Entscheidung zu stellen, ob cine so staätsgefährliche Organi- sation in diesen kritischen Zeiten geduldet werden könne. Glauben Sie doh nicht, daß ih mih gegen ällgemeine politische Bestie- bungen, oder, wenn Sie wollen, gegen die JFdeale der Deutsh- völkishen Fretheitspartei auflehune. J< glaube, meine gauze Vergangenheit bürgt dafür, daß ih" nicht glaube, mit polizei lichen Maßnahmen einer geistigen Bewegung Herr werden zu können. (Sehr rihtig! bei der Vereinigten Sozialdemokratisheu Partei. Zurufe bei den Kommunisten.) Nein, nein, die Vorwürfe heben sih gegenseitig auf. (Erneute Zurufe bei deu Kommunisten.) Nein, nein, ih habe von diesex Stelle ans im vergangenen Herbst alle politishen Parteien, insbesondere die éxtremen Parteien, dringend gebeten, Eelbsterziehung, Erzichung ihrer Mitgliedèr zu treiben, damit ih nicht die unangenehme Auf- gabe habe, mit dem Polizeisäbel dreinzushlagen. J< fühle mih am glü>lichsten und ruhigsten, wenn ih n i<t zur Hilfeleistung bei politishen Parteien hier oder dort aufgerufen werde. "Fh bin der lebte, der der Deutschvölkischen Freiheitspartei in der Durchseßzung ihrer politishen Ziele irgendwelhe Schwierigleitei bereiten möchte. Aber wenn ih dur< das Studium des Mate- rials, das bei den Hausfuhungen bei den Parteigängern der Deutschvölkishen Freiheitspartei gefunden wurde, nicht nur zu dem bloßen Verdacht, sondern zu der Ueberzeugung gelange, daß weiteres Zuwartèn angesichts der Tätigkeit dieser Partei zun offenen Bürgerkrieg führen werde, dann würde ih meine Pflicht als preußischer Polizeiminister gröblichst vernahläfsigen, wenn ih

nicht in leßter Stunde ganz energish zugreifen wollte. (Sehr

rihtig! bei der Vereinigten Sozialdemokratischen Partei.) Nichis anderes habe ih getan. Wenn si< der Staatsgerichtshof in deu nächsten Tagen über das Mäterial wird {lüssig werden müssen, dann wird ex davon bin ih fest überzeugt mit mir die Ge fährlihkeit dieser Partei anerkennen, die genau so wie dit Nationalsozialisten in Bayern sih bemühte, ohne Zuhilfenahme der behördlihen Stellen über die „Novemberverbrecher“ Geri zu halten, die si< bemühte, an Stelle der ordnungsmäßig z1 sammengeseßten Regierung ein Regimeût zu errichten, das s die deutsche Arbeiterschaft, die republikanishen Parteien Preußen und Deutschland unter keinen Umständen gefallen assen würden. Wenn ih eine wichtige Funktion in diesen kritischen Tagen auszuüben habe, so ist es die, daß ih meine ganze Krâsh meine ganze Zeit und mein ganzes Vermögen 'einzusegen ley um ‘den Bürgerkrieg zu ‘verhindern. (Sehr richtig! bei ber Vet‘ einigten Sozialdemokratishen Partei.) Die Auflösung der E völkishen Freiheitspartei lag auf dieser Linie meiner M (Zuruf bei den Konimunisten: Die Leute find aber alle wie d freigelassen!) J< bin kein Justizbeamter. Damit fann ! den Herrn Abgeordneten Bae>er wohl verlasse. i

Herr geordneter Dr. Bredt hat mir attestiert, daß i) e kein Köalitionsminister sei, daß ih höchstens auf dem besien 2A wäre, einer zu werden. Er will mir no< eine Art Schonfri]! F räumen. (Heiterkeit.) Heute will er mit den Deutschnationaln

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stände für später in Aussicht gestellt. J< stelle fest, daß Her

sagte, daß i< mich bei meinen Ausführungen ‘über die C sierung der einzelnen politishen Parteien zu séhr auf V tit artikel stüze, daß Einzelheiten meiner Reden aus u dr beständen. “Nein, Herr - Kollege Dr.- Bredt, da irren Sie sid) | (Fortseßung in der Ersten Beilage.) U hurd ftétäll Rechnungsrat Mengering in Berlin. Verlag der Geschäftsstelle (Mengering) n A Dru der Norddeutschen Buchdruckerei und VerlagsanW- S Berlin, Wilhelmstr. 32. Bier Beilagen | 1 (eins{ließli<h Börsenbeiläge} Beilage” und Erste, Zweite und Dritte Zentral-Handelsregister- :

Amtlich festgestellte Kurse.

ranc, 1 Lira, 1 Löu, 1 Peseta == 0,80 ,4, 1 österr Id. österr. W. == 1,70 46 \<he<, W. == 0,85 4. Gld. sidd. W. Gld, holl. W, == 1,70 .4, 1 Mark Banco 125-46, 1 Rubel (alter } dg 1 alter Goldrubes. == 3,20 4. 1 Peso (arg. Pap.) = 1 Pfund Sterling

(Gold) = 2,00 S. 1

4. 1 fand. Krone = 1, m 100 Hé.) 2,16 4, o (Gold) = 4,00 6. 1 Dollar == 4,20 4, 1 Shanghai-Tael = 2,50 4,

beigefügte Bezeichnung # be- daß nux bestimmte Nummern oder Serien der reffenden Emission lieferbar sind, N

Das hinter einem Wertpapier befindliche Zeichen © hedeutet, daß eine amtliche Preisfeststeliung gegen- wärtig nicht stattfindet,

Die den Aktien in der zweiten Spalte betgefilgten ifern bezeihuen den vorleßten, die in der dritten ste beigefügten den leßten zur Ausschilttung ge- st nur oa Gewinn- erg Datum angegeben, \o ist es dasjenige des vorlegten Geschäftsjahrs,

Etwatge Trueffehler in den heutigen ursangaben werden am näch! lte „Voriger Kurs“ berichtigt

mliche, später amtlich ri otierungen werden möglichst Kurszettels als

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Börsen-Beilage

Berliner Börse vom 24. April

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un Deutschen Reichsanzeiger und Preußischen Staatsanzeiger Nr. 96.

1923

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Reihe 27—883, 1914

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do. do. Ser, 9 do. do. Ser. 7 u, 8 Oberhessis<he Provinz.

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do. do. S. 8—11 Pommersche Provinz. Aug. 6—14 ...-+ do. do. 14, Ser. 8 do. A. 1894,97 11. 1900 do. Prov. Au3g. 14. Posener Provinzial . do. 1888, 92, 95, 98, 01 do. 1895 Rhprov. Au3g. 20, 21 do. Au3g. 31-40 do. Ausg. 22 U. 28 do. Au3g. 80 do. Auzg. 5, 6, 7 do. Ausg, 8, 4, 10, 12—17, 19, 24—29 do. Auz3g. 18 do. Außg. 9, 11, 14 do. Hauskred.-Bank do. Komm,-Bank do. Landkred.-Vank Süächsishe Provinzial Au3g. 5—7

Schlezw. - Holst. A, 9 do. do. Au3g. 8 do, do, 07, 09 do do. Ausg. 6 do, do. 98, 02, 05

do. do. Westfälische Provinz. Ausg. 7 do, do. Ausg. 3-6 do. do. Ausg. 4 do. do. Aus3g. 2-4 do, do, Ausg. 2 Westpreußishe Prov.- Anl. Ausg. 6—8 do. do, Ausg. 6

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