1901 / 120 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

E E P N E E A ES E

L E E E A O T E n E

Prótokollé würden an dás Ministeriuii dés Äeußern geleitet werden, welches nicht ermangeln werde, berechtigte Anjprüche nahdrü>li< zu vertreten. Das Haus beendete sodann die Generaldebatte über die Jnvestitionsvorlage und nahm Artikel 1 auch in der Spezialberathung an.

Der Wasserstraßen-Ausshuß des Abgeordneten- haujes hat die gesammt: Vorlage angenommen. _ :

Ein im Abgeordnetenha fe eingebrachter Geseßentwurf, betreffend die PensionsversiherungvonPrivatbeamten, unterwirft alle im Privatdienst gegen ein Monats- oder Jahresgehalt Angestellten mit einem jährlichen Mindest- bezuge von 600 Kronen der Versicherungspfliht. Den Gegen- stand der Versicherung bildet die Anwartschaft auf eine Rente und zwar im Falle der Erwerbsunfähigkeit auf eine Alters- rente, im Falle der Stellungslosigkeit auf eine Unterjtußung, endlich auf Wittwenpension. Die Versicherungsbe'träge werden theils dur<h Prämien, theils dur<h Umlagen, welche von dem Dienstgeber bezw. dem Versicherten getragen werden, auf- gebracht.

Großbritannien und FrlanD.

Ueber den Verlauf der gestrigen O beider Häuser des Parlaments meldet „W. T. B.“: Im Oberhause gab der Staatssekretär des Auswärtigen Amts Lord Lansdowne die Erklärung ab, daß die Differeuzen zwischen den Mä@whßten und der Pforte „wegen der fremden Post- anstalien die ernste AufmerksauKü der betheiligten Mächte in Anspru nähmen. Die britishe Regierung sei durchaus ents<losjen, auf einer hinreihenden Genugthuung für das Verhalten der türfishen Beamten und auf einer förmlichen befriedigenden Verpflichtung der Türkei hinsichili<h der Zukunft zu bestehen. Sie werde feine Abmachung als befriedigend ansehen, die Großbritannien nicht in dieser Angelegenheit eine Stellung gebe, wie sie die anderen Machte schon besäßen. Auf cine Anfrage Lord Spencer?s erwiderte Lord Lansdowne, obwohl der Fortschritt in den chinesischen Friedens- verhandlungen nicht ein besonders schneller zu nennen sei, so sei man jegt doch einer Beendigung der Verwi>kelungen bedeutend näher, als zur Zeit der früher von ihm gehaltenen Rede. Der Staatssekretär wiederholte sodann die von dem Unter-Staatssekretär des Auswärtigen Lord C ranbourne im Unterhause gemahten Mittheilungen über die Bestrafungen der {huldigen Chinesen. Außerdem hätten die Mächte die Suspendierung der Zivildienftprüfungen in mehreren wichtigen Städten gefordert. Feder junge Chinese fei bestrebt,-in den Zivildienst zu treten. Daher werde eine Unterbrehung der Prüfungen eine {were Strafe sein. Es werde über die Unzulänglichkeit der erlangten Vergeltung geklagt ; er gebe zu, daß man in mancher Hinsicht hinter dem Wünschens- werthen zurü>geblieben sei. Die Regierung sei“ aber nicht eneigt gewesen, ihre Truppen auf unbestimmte Zeit in Shina zu belassen. So sei man s<hliezli<h zur Ueber- einstimmung über die gemeinschaftlih zu fordernde Ent- \{ädigungs]umme von 450 Millioncn Taels gelangt. Was die Zahlungsart betreffe, so wünsche die britishe Regierung, jedwede Ab- machungen zu vermeiden, dur< welhe China gezwungen sein könne, Sonderverpflihtungen gegenüber einzelnen Mächten einzugehen, Ver- pflihtungen, welhe spezielle Festlegung chinesisher Einkünfte oder Verpfändung <hinesishen Gebietes bedingten. Sie hoffe, die Mächte würden fi< damit begnügen, ihre Forderungen auf gemeinsame Grundsaße zu baßieren, sie aus gemeinsamen Hilfsquellen zu de>en und Sicherheiten schaffen, die für alle von gleihem Werthe scien, sowie {ließli< bei Verzögerung der Zahlung durh gemeinsame Aktion die Zahlung einzufordern. Eine gemeinsame Garantie der Mächte habe die britische Regierung beanstandet. Der Plan, welchen sie den übrigen Mächten zur Er- wägung vorgelegt habe, sei der, daß China den betreffenden Mächten Bonds zahlen folle je nah der Höhe seiner Schuld an die betreffende Macht. Diese Bonds könnten in einer Reibe von Jahren dur< Zahlung von Kapital und Zinsen getilgt werden. Es follte möglich sein, für diese Bonds gewisse Quellen chinesisher Einkünfte zu bézeichnen, dcren Ertrag in Zwischenräumen an einen Verwaltungsrath abgeführt werden follte, der seinerseits das Geld zu empfangen und unter die Gläubiger- Mächte zu vertbeilen baben würde. An der Auferlegung oder Er- bebung <inesis{er Steuern würde dieser Nath nicht betbeiligt sein. Der Vortheil eines solchen Abkommens liege darin, daß, falls China seine Verpflichtungen verabsäume, es dies den Mächten gegenüber gemeinschaftliÞ< zu vertreten haben würde und daß dies durch jenen Verwaltungsrath erfolgen müsse. Die britishe Regierung hoffe, daß die Mächte diesem Plane zustimmen würden. In diesem Falle solle die Einwirkung auf China au<h wieder eine gemeinschaftliche und nicht eine solche der einzelnen Mächte sein Falls bei dem Verfolgen dieses Planes die Zahlung von China in Bonds zu ibrem Nennwerth eingetrieben werde und falls es au mögli sei ein Abkommen zu treffen, das günstig aufzunehmen die Regierung berei sei, nämlich nicht sofort den vollen Betrag dieser jährlichen Zahlung einzu fordern, so sei es flar, daß Chinas Position dadurch sehr bedeutend gebessert und es ihm leichter gemacht werde, den Ansprüchen zu begegnen, als wenn es zum Hilfsmittel einer Anleibe gezwungen würde. 3000 Mann der britishen Truppen würden4hina sofort verlassen, und für später hoffe er, daß er nur eine solde Streitmacht dort zu belassen brauche, als nôêthig sei, wäbrend der Uebergangsperiode gute Ordnung zu garan tieren, bis die Regierung im stande fei, die britischen rnisonen auf die Zahl zu reduzieren, roelhe für die Gesandtschaftswache und für die zwishen dem Meere und Peking zu unter baltenden Stationen erforderli< sei. Was den Tientsiner Streitfall be- treffe, so kônne er sagen, daß die vernünftige Lösung der Frage, die sih lediglich um einige Eisenbahnschwellen gedreht babe, um so befriedigender sei, als fie zu der Hoffnung Anlaß gebe, daß fünftig ähnlide Schwierigkeiten mit ähnliher Mäßigung und gesunder Bernunft würden behandelt werden Bezüglich des Anbringens isisher Schilder und Grenzsteine dur die russischen Behörden, das

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(Garnifî

die Regierung der Ansicht, daß, wenn freistebe, cine solde Schaustellung ibrer vorzunehmen, die gleihe Freiheit aud von der gefordert werden könne. Hinsichtli< der Nord- i Stellung unverändert. Jüngît "ei das Gerücht ut, Graf voa Waldersce sei im Begriff, eine militärische edition in großem Maßstabe in einiger Entfernung von Peking zu unternehmen, und wünsche dazu die Kooperation der alliierten Mächte Glüd>licherweis I jedo< ergeben, daß eine Nothwendigkeit I pedition niht bestanden hal Die Regierung habe von Andbeginn an kein Geheimniß aus ihrer Abneigung gemacht, in irgend eine Expedition fern von Peking hineingezogen zu glaube, dieses Gefühl werde von anderen Mächten getheilt, n elche wünschten, daß der Augenbli> kommen möge, wo sie ihre Truppen zurüd>ziehen oder bedeutend vermindern könnten: er boffe, wenn die Frage wieder im Hause aufgeworfen werde, werde es si< zeigen, daß die Regierung niht uneingedenk der großen Interessen Grofibritanniens gewesen und daß ein Fortschritt in der gewünschten Richtung gemacht sei. Hierauf nahm das Haus den Antrag an, eine Kommiffion zur Berathung der Formel für den Verfassungs- LRE des Kontgs eyen. Vas Haus vertagte sih dann bis zum

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ac... 2 as Mas Staatselretar des Aeußern

Lord Cran in Bean ung vershiedener Anfragen eine |

allgemeine Erfläçung ü ie nests<hen Angelegenbeiten ab. Derselbe bencerkte cinleitend, daß er bedauere, dies thun w müssen, denn eine so!che Erklärung erscheine als eine ziemlich feierliche Angelegenbeit, und 62 Wirklichkeit sei garnichts Feierl-<es an der Sache Die Frage, voelhe die Regierung bei den Verhandlungen neuerdings am meisten iz-teressiere, sei die der Entschädigung. Er habe dem Hause bereits mitge!beilt, daß es nah Ansicht der Regierung von Wichtigkeit sei, bei b

i ¡keit sei, bei der Festseyung des Betrages und der Zahlung weile der Entshädiguag im Auge zu behalten, daß Groëbritanni M Drama von

werden. Er |

Handelsinteressen in keiner Weise beaachtheiligt würden. Die Absicht der Regierung fei, die Entshägungsforderungen zu mäßigen und at becinträctigten. Ss bie) Absicht habe die Re

ni einträhtigten. „Sn dieser t ie gierun unablässig die Erböhung der cinesishen Einfuhrzölle au 10 %/% vom Werthe, als Mittel, eine Sicherheit für die Leistung der Entschädigung zu schaffen, bekämpft. Sie habe es ab- gelehnt, irgendwelchen derartigen Es en zuzustimmen, und erflärt, daß Großbritannien zu einer folchen m Ta der Zölle lediglih in Verbindung mit den Handel berührenden Verbesserungen im chinesischen Finanzwesen, wie Abschaffung der Likin-Abgaben, bereit sein würde. Was die Herabseßung der Entschädigungëssumme betreffe, so habe {ih dies als eine s<wierigere Angelegenheit erwiesen. Man müsse si ver- gegenwärtigen, daß es mehr als einen Weg gebe, um solche Ermäßi- gungen zu erreichen, und daß die Zahlungsweise für die Beantwortung der Frage, wie \<wer China belastet sei, wesentlih mit in Betracht fomme. Was den Vorschlag betreffe, daß die Entschädigung mittels einer von den Mächten garantiertén Anleibe bestritten werden solle, fo sei die Verpflihtung der Chinesen, die Entschädigung zu zahlen, unzweifelhaft eine gleiche für alle Chinesen, und wenn es je nothwendig werden sollte, was hoffentli<h ni<ht der Fall sein werde, Gewalt zur Eintreibung anzuwenden, so würde es die gemeinsame Gewalt aller Mächte sein müssen. Die gegen die gemeinsame Garantie erhobenen Einwendungen seien fo in die Augen springend, daß die Regierung nichts damit zu thun haben wolle im Hinbli> Liu daß der britishe Kredit höher stehe als der irgend einer anderen Macht, und Großbritannien nur einen kleinen Theil der gefammten Entschädigungen beausprulze. Es würde wahnjinnig gewesen sein, die Anleihe gemeinsam zu garantieren. Was die Besirafung der hochgesiellten Beamien, welhe für die Ermordung von Europäern und den Angriff auf die Gesandtschaften verant- wortlih seien, angebe, so seien se<s Personen zum Tode verurtheilt worden; hiervon seien drei hingerihtet worden, den anderen dret sei gestattet worden, Selbstmord zu begehen. Drei Beamte seien verbannt und ‘zweien na<h ihrem Tode ihre Ehren ent- zogen worden. Was die Verbrecher in den Provinzen betreffe, fo sei die Bestrafung von 150 Personen gefordert; diese Forderung sei in Anbetracht des verruchten Charakters der Morde niht übertrieben; sie sei von den Mächten, mit Ausnahme von Rußland, gemeinsam gestellt worden. Im Ganzen träten die Dinge 1n China jeßt in eine friedlihere Phase, und es sei zu hoffen, daß Großbritannien in ni<t allzu langer Zeit im stande sein werde, seine Streitmacht zurü>zuziehen. Dies hänge davon ab, wie weit die <inesishe Regierung in der Erfüllung der zahlreichen For- derungen der Mächte gehe. Schon seien über 3000 Mann britis<heTruppen angewiesen worden, die beseßten Gebiete zu räumen. Es sei zu hoffen, daß in nächster Zeit eine noch größere Truppenmacht werde zurü>gezogen werden. Was die Tientsiner Streitfrage bctrefffe, so werde man ih erinnern, daß die Frage des Nechtstitels einer fünftigen Prüfung vor- behalten bleibe. Die britishen und russishen Truppen seien von den strittigen Punkten zurü>gezogen worden; am 18. Mai sollten gewisse Aufschriften und Grenzsteine auf dem Boden errichtet worden jein, welher von der chinesishen Bahnverwaltung als der ihrige beansprucht werde. „Wir haben keinen Grund zu glauben“, fuhr Lord Cranbourne fort, „daß dies mit Kenntniß der russis<hen Regierung gelSehen sei.“ Es habe si< oft in China ereignet, daß russische Behörden Dinge gethan hätten, von denen er Grund zu haben glaube, daß sie gegen den Wunsh der russishen Regierung geshehen seien. Die Angelegenheit sei zur Kenntniß der russishen Regierung gebra<ht worden, deren Antwort dahin gegangen sei, daß die Prüfung dieser Frage verschoben werden müsse, bis wihtigere mit dem britis<en Vertreter gepflogene Unterhandlungen beendet seien. Die Lösung der Frage werde eine Untersuchung an Ort und Stelle erheischen, die hoffentlih von Erfolg degleitet sein werde. Auf eine weitere Anfrage erklärte der Unter- Staatsfekretär des Aeußern Lord Cranbourne, der britische General-Konsul in Tientsin habe berichtet, daß am 4. Mai ein Schlépp- und Leichterschiff, welbes die britishe Flagge geführt, eine deutshe Pontonbrü>ke angefahren habe. Die deut]<en Sol- daten bâtten Feuer auf den Scblepper gegeben und 2 Chinesen verwundet: später seien sie an Bord L pra und hbâtten die

Mannschaft an Land gebra<ht. Die Angelegenheit sei dur<h den in

Tientsin kommandierenden britischen General dem deutschen General -

mitgetheilt worden, und der leßtere babe in seiner Antwort das Be- dauern über den Vorfall auésgedrü>t und versprohen, Maßregeln zu treffen, um der Wiederkehr eines ähnlichen Vorgehens für die Zukunft vorzubeugen. Der Staatssekretär des Kriegsamts Brodrid> erklärte die Nachricht der „Review of reviews“ für durhaus unwahr, daß cine Schildwache gefangene Buren auf St. Helena ers<ossen habe.

Das Haus seßte sodann die Berathung der Finanzbill fort. Der Unterantrag Sir Henry Fowler's, welcher ih gegen die Finanz- vorschläge der Regierung, namentli<h die Vermehrung des Heeres, rihtete, wurde mit 300 gegen 123 Stimmen abgelehnt. Die irischen Nationaliften sowie einige Radikale enthielten sih der Abstimmung.

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Hierauf wurde die Debatte auf morgen vertagt.

Vor der Kommission zur Prüfung der Ent-

| shädigungsforderungen der aus Süd-Afrika aus-

gewiesenen Personen erklärte gestern der Vertreter der niederländischen Ersazansprüche, Bissch op, er könne auch jeßt die von ihm in Aussicht gestellte wichtige Erklärung im Namen der niederländishen Regierung noch ni<ht abgeben und sei auh leider no< niht im stande, irgend einen Reklamanten zur Vernehmung über die Umstände seiner Aus- weisung wvorzuführen. Nachdem auch andere auf Anfrage des Vorsißenden erklärt hatten, daß fie ihre Zeugen noch nicht bereit hätten, wurden die Sihungen bis zum 3. Juni vertagt. Der Vorsißende Milvain sprach die Hoffnung aus, doß nah Pfingsten die Vorführung der Zeugen niht mehr werde auf sih warten lassen. Den Kommissaren sei daran gelegen, möglichst s{hnell mit den Arbeiten vorwärts zu kommen. Frankreich.

Jn dem gestern abgehaltenen Ministerrath kündigte, wie „W. T. B.“ meldet, der Minister-Präsident Wal de>- Nousseau die demnächst#ne Veröffentlihung eines Gelh- b"<hes über die Chinafrage an und fügte hinzu, die <inesishen Bevollmächtigten hätten der Abgrenzung des diplo- matischen Viertels in Peking in dem Umfange, wie es die Vertreter der fremden Mächte beschlossen hätten, zugestimmt.

Dem Senat is ein Gesegentwurf zum Schuß der öffentlihen Gesundheitspflege zugegangen. Wichtigere Bestimmungen desselben betreffen die Mittel zur Bekämpfung der Tuberkulose. :

Bei Beginn ihrer gestrigen Sißung schritt die Depu- tirienkammer zur Ausl oosung des Bureaus und bildete dann die Budgetkommission, dercn Mitglieder u. A. Nouvier, Lo>roy, Cochéry, Guillain und Truillot sind. Die Méhrheit der Kommission ist ministeriell ; alle wünschen, daß das Budget noch vorAblauf des Jahres genehmigt werde. Die Frage der Einkommensteuer-NReform wurde kaum be- rührt. Die Kommission is der Ansicht, daß diese Frage getrennt berathen werden müsse und nicht gleichzeitig mit dem Budget behandelt werden dürfe.

Der Deputirte Graf Casiellane theilte dem Minister des Auswärtigen Delcassé mit, daß er ihn über die lehten Vorkommnisse in Meh nah der Reise des Ministers nah St. Peteröburg, zu interpellieren wünsche.

Gegenüber einer Meldung belgisher Blätter, daß die am Zinder betheiligten franzöfischen Offiziere

_oáß sie die Interessen des Handels-

Vertreter |

Voulet und Chanoine no< am- Leben seien, erklärt des Kolonial-Ministerium, es bestehe kein Zweifel über den Tj derselben. Augenzeugen, welche bei deren Begröbniß zuge gewesen, seien gegenwärtig in P und die Nichtigfe; threr Aussage könne nicht in Zweifel gezogen werden.

Rußland.

Das Handschreiben, welches der Kaiser, wie ge berichtet worden ist, an den Reichsrath gerichtet ber E denkt, nah einer Meldung des „W, T. B.“ aus St. Petera- burg, zunächst der Gründung und der geseßgeberishen Aufgaben des Reichsraths, durch dessen Thätigkeit die Kraft und die Wohl: fahrt des Reiches auf eine unershütterlihe Grundlage gestellt werden follten. Das Schreiben erinnert daran, daß dem Reichs- rathe i. J. 1810, wie es schon bei seiner Gründung bestimmt worden, eine dauernde E gegeben worden sei, und daß der Kaiser Nikolaus I. im Jahre 1842, unter Aufrecht erhaltung der Grundideen der leßteren, die jeßt gültige Ver- fassung des Reichsraths Lialten habe. a diese Ver- fassung, nahdem fast 60 Jahre verflossen seien, den ver- änderten Verhältnissen und Bedürfnissen niht mehr genüge befiehlt das Schreiben eine Revision derselben unter Bei: behaltung ihrer Hauptgrundsäße, welhe der Regierungsform des russishen Reiches entsprächen, und unter Hinzufügung ciniger Bestimmungen über die Behandlung besonders wichtiger und fomplizierter Geseßentwürfe. Sodann gedenkt das Hano- schreiben no< der glänzenden Wirksamkeit des Reichsraths

unter der Regierung der vier russishen Herrscher des abge--

laufenen Jahrhunderts.

Nach einer Meldung aus Helsingfors vom gestrigen Tage sind die wegen der Demonstration am 18. Februar, am Jahrestage der Veröffentlihung des Kaiserlichen Manifestes an den finländis@ea Senat, angeklagten Personen zu Geld- strafen von 75 bis 115 und zur Tragung der Gerichts- kosten verurtheilt worden.

Spanien.

__ Die catalonische und die republikanische Partei in Barcelona, deren Niederlage bei den leßten Wahlen amitlih anerkannt worden ist, beabsichtigen, dem „W. T. B.“ zufolge, bei der amtlihen Verkündigung der gesammten Wahl: ergebnisse öffentli<h Protest zu erheben.

Belgien.

_Im Senat sprach gestern, wie „W. T. B.“ berichtet, bei der Berathung über eine Petition zu Gunsten Transvaals Lafontaine (Sozialist), welcher die Petition unterstüßte, von der Nothwendigkeit der Einsezung eines Schiedsgerichts, wies auf den von der Repräsentantenkammer angenommenen Ar trag hin und forderte die Regierung auf, in diesem Sinne bei der britishen Regierung vorstellig zu werden. An- dere Redner, welche ebenfalls zu Gunjsten der Petition sprachen, ergingen si<h in heftigen Ausdrücken gegen das Verhalten der britishen Armee in Süd - Afrika, Der Minister des Aeußern de Favereau protestierte gegen die ungerehten Behauptungen bezüglih der Engländer und fuhr alsdann fort: Großbritannien habe die Zivilisation in alle Länder der Welt getragen und überall die persönliche Gewissensfreiheit und das Privateigenthum vertheidigt. Viele von den Thatsachen, welche in Transvaal vorgekommen sein sollten, seien übertrieben oder erfunden. Außer Zeitungsartifeln lägen feine Beweise vor; die Regierung könne uiht die Schriite thun, zu welhen man fie auf- fordere. Das Ende des Krieges sei zwar sehr erwünscht, aber die Regierung lehne es ab, der britishen Regierung eine Lektion zu erthcilen und die Lage Belgiens bloßzustellen. Der Minister shlug alsdann vor, die Petition an das Ministerium des Aeußern zu überweisen. Mehrere Redner unterstüßten den Antrag. Der Antrag Lafontaine wurde hierauf mit 37 gegen 22 Stimmen abgelehnt und die Ueberweisung der Petition an das Ministerium des Aeußern angenommen.

Türkei.

Aus Konstantinopel vom gestrigen Tage berichtet das Wiener „Telegr.-Korresp.-Bureau“, daß in dem dortigen Arsenal mehrere hundert Seeleute gemeutert hätten, welche, nabdem sie eine achtjährige Dienstzeit geleistet, Urlaub verlangt hätten. Die Meuterer hätten im Arsenal einigen Schaden angerichtet. Ein Adjutant des Sultans habe si als- bald in das Arsenal begeben ; es sei ihmgelungen, die Unzufriedenen zu besänstigen und die Ruhe wieder herzustellen. Das Gerücht, daß cine Anzahl der Meuterer von den Truppen verwundet worden sei, sei unrichtig.

Der griechishe Metropolit in Prevesa Kosmas, welcher sih in Janina in Haft befand, hat die Erlaubniß erhalten, nah Prevesa zurü>zukehren. Die Pforte behauptet, der Mutessarif von Prevesa habe das Vorgehen des Metropoliten falsh gedeutet.

S

Serbien.

Anf das Glü>kwunsh-Telegramm des Königs und der Königin zum Geburtstage des Kaisers von Ruß- land hat Allerhöchstderselbe, wie „W. T. B.“ aus Belgrad erfährt, telegraphisch seinen tiefen Dank für den liebenswurdb gen Glü>wunsch übermittelt.

Bulgarien.

Wie dem „W. T. B.“ aus Sofia berichtet wird, ver anshlagt das Budget die Einnahmen auf 93!/, Millionen, die Ausgaben auf 96 Millionen. Von lehteren cntfallen 21 Millionen auf das Kriegsbudget, 31 Millionen auf den Dienst der Staatsschuld.

Asien. i;

Von dem General-Feldmarschall Grafen von Wald erse ist, wie „W. T. B.“ erfährt, aus Peking die Meldung n Berlin cingetroffen, daß die von der füdlichen Demarkation® linie gemeldeten Boxerbewegungen nach Mittheilung des Generals Bailloud dur<h <hinesishe Truppen mit STf01g bekämpft würden. Bei der Explosion in Kalgan eien 200 Chinesen verunglü>t. Der Rü>kt ansport der deuten Verwundeten sei im Gange. g

Die „North China Daily News“ melden, wie den! „Neuter'schen Bureau“ aus Schanghai b richtet wird, pa ein an Li-Hung-Tschang und an den Prinzen ere gerichteter Kaiserlicher Erlaß auf das Bestimmteste den shleuni - Abschluß der Friedensverhandlungen verlange, damit der na<h Peking zurü>kehren könne.

Aus Yokohama meldet dasselbe Bureau, der 2 Jnouye zögere no< immer, die Bildung des BEE übernehmen, weil es ihm unmöglich sei, im Hause eine Majorität zu bekommen. Drei russische

4 tumaciañ zu je 6 Monaten Gefängniß verurtheilt La. Dieselben virden. beschuldigt, E des Hafens Nagasaki in der Nähe der Befestigungen gemacht zu

Afrika. as „Reuter’she Bureau“ meldet aus Middelburg rigen Tage, bei einem von dem Obersten Scobell in der Naht zum 19. d. M. unternommenen Angriffe habe der

Kommandant Malan alle Reservepferde verloren, da 38 er-

t worden seien. Zahlreiche Buren hätten ohne Sattel zu Lech steigen müssen, da die Sättel auf der Flucht zurü gelassen worden seien. Die Engländer hätten die Verfolgung vorgestern wieder aufgenommen und seien auf eine as Buren gestoßen, welche in einer starkenStellung entde>t, aber durc einige -Geschosse aus derselben geworfen worden seien. Die Burcnabtheilung sei darauf von einer Yeomanry-Patrouille im Rü>en angegriffen, und 6 Mann scién_ fampfunfähig ge- macht worden. Aus den Kämpfen der beiden leßten Tage gehe hervor, daß die Truppe Malan's vollkommen desorganifiert sei. Unter den 80 Mann, die unter dem Befehl Lategan'’s ständen, befänden sich nur 3, welche zu den Aufständischen aus der Kapkolonie gehörten. A

Nach der in London ausgegebenen Verlustliste find im Gefecht bei Grobelaarre<hte am 15. Mai aus den Neiheu der West Australier 1 Offizier und ö Mann getödtet und 1 Offizier und 8 Mann verwundet rvorden. 1 Mann wird vermißt.

Statistik und Volkswirthschaft.

Zur Arbeiterbewegung.

In Nordhausen sind, wie die „Rh.-Westf. Ztg." vom 20. d. M. berichtet, von 2000 Arbeitern der Tabackindustrie 690 in den Ausstand getreten (vergl. Nr. 114 d. Bl.). Einigungsverhandlungen sind niht mehr im Gange. y / N |

In Leivzig haben, der „Lpz. Ztg.“ zufolge, die Gärtnerei - besißer, auf die Forderungen ihrer Gehilfen hin, eine Erhöhung des Mindeststundenlohns auf 38 bis 40 &$ und einen Zuschlag ‘von 10% für Ueberstundenarbeit bei 10stündiger Arbeitszeit bewilligt.

Aus Charleroi meldet ,„W. T. B.“ vom gestrigen Tage, daß der seit mehreren Wochen andauernde Glasarbeiter- Ausstand (vergl. Nr. 83 d. Bl.) nunmehr beendet ist. Zahlreiche Wiedereinstellungen von Arbeitern sind bereits erfolgt, und in etwa vierzehn Tagen werden vorauésihtlih alle Oefen wieder in Thätigkeit fein. f

Zu der Ausstandsbewegung der amerifanishen Maschinenbau- Arbeiter (vergl. Nr. 119 d. Bl.) erfährt „W. T. B.“ aus Washington, daß, na einer Erklärung des Präsidenten der inter- nationalen Maschinenbauer - Vereinigung, 904 Firmen, die etwa 30 000 Arbeiter beshäftigen, Vereinbarungen unterzeichnet, bezw. mit den örtlihen Arbeiter - Organisationen befriebtgende Abmachungen getroffen haben.

Kunft und Wissenschaft.

In der oberen Treppenhalle des Königliche n Kunstgewerbe- Museums sind gegenwärtig zwei Reihen von Arbeiten früherer Schüler der Unterrichts- Anstalt des Museums zu einer Aus- stellung vereinigt. Die eine, von dem Maler Paul Flanderky stammend, bietet auf 48 Blättern Zeihnungen von Ampbibien, Fishen und niederen Seethieren in der Art derjenigen, die der Künítler in einem soeben bei Georg Kühtmann in Dresden erschienenen Werke als Studienmaterial für die verschiedensten Zwecke dekorativer Kunst der Oeffentlichkeit darbietet. Die zweite Kolleftion führt aus dem Nabblaß des begabten, leider im vergangenen Winter auf einem der Havelseen verunglü>ten Malers Hugo van der Woude eine Anzahl von¡Landschaftsstudien und zum theil ausgeführten dekorativen, Entwürfen aus den verschiedensten Gebieten vor, wie Glasmalereien, Vorlagen für Gobelinwirkerei, Titelblätter, Vignetten, Fabrikmarken

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Siegelocblaten u. #. w.

Land- und Forstwirthschaft.

Der Vorsißende des Deutschen Landwirthschaftsraths, Graf Schwerin-Löwiy, bat den ständigen Aus\<hu ß dieser Körper {haft zu einer zweitägiger Sitzung auf den 18. und 19. Juni d. I. nah Nürnberg einberufen. Zu der Sißung sind außer den Mit- gliedern des ständigen Ausschusses sämmtliche Mitglieder und ftell- vertretenden Mitglieder des Landwirtbschaftsraths aus Bayern ein- geladen. Auf der Tagesordnung stehen folgende Gegenstände: 1) Die Lage der Landwirthsc(aft mit Nücksiht auf die bevorstehende Neu- ‘italtung des Zolltarifges-wes 2) Wer trägt den Getreidezoll ? 3) Rentabilität der Landwirthschaft und Industrie in den leßten

) Jahren. 4) Theilnahme an den Verhandlungen der Juternationalen lgrarfommission für die Gestaltung der Getreidepreise. 5) Entwurf Gesetzes, betreffend die Abänderung des Branntweinsteuergesetes. ntwurf eines Süßstoffgeseßes. 7) Reform der landwirthschaft- Statistif. 8) Erbebungen über die Rü>kehr der vom Lande enden Rekruten nah absolvierter Dienstzeit auf das Land. Vorgänge auf dem Gebiete der Viehversiherung. 10) Vorgänge if dem Gebiete der Feuerversiherung.

Gesundheitswesen, Thierkrankheiten und Absperrungs- Maßregeln.

Indien.

…, Fle in den Häfen von Kalkutta und Chittagong gegen

omn Mauritius kommende Schiffe aus Anlaß der Pestgefahr *an-

ordneten Maßregeln sind aufgehoben worden. (Vergl. „R.-Anz.“ 167 vom 18. Juli 1899.)

Verdingungen im Auslande,

Oesterreih-Ungarn. _91. Mai, 12 Uhr. K. K. Staatsbahn-Direktion in Wien : Liefe- 0 von Arbeitsmaschinen und Werkstätten-Einrihtungen. Näheres d Sr Fachabtbeilung_ für Zugförderung und Werkstättendienst der L Staatébahn-Direktion Wien, Administrationsgebäude XV, anaßilferstraße Nr. 132, und beim „Reichs-Anzeiger“. 5 Schweden.

Sto ah 12 Uhr. Mynt verkets expedition (Röniglihe Viünze), auf dem Ie aeS kg Kupfer. Die versiegelten Angebote müssen den Preig ag erkennen lassen, daß sie Kupfer betreffen, und müssen mus in Bz l kg in s{wedishem Gelde enthalten. Das Kuvfer erwünscht arren gegossen und Prima Raffinade fein. Analyse

y Nit zu je ciner Hälfte vor dem 15. Juni und dem tun. G it ge Ln e O nts de Ai Ma. Le « Vagsstyreilsens Hegistrator (Meg ur ienen, Een isenbahn. Direktion), Stockbolm : 5900 Tonnen <tabl- diesen Schiene 1896 und 1899, Laschen in entsprehender Anzahl zu s<wedishem nen. Angebote müssen ten Preis für 1 Tonne in | Näheres in Kongl. Jornvügssty-

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15. Juli.

alia aen CE enthalten. ¿ L abvy v Í h n hz Sar nta lichen isenbabn or (Eisenbahn-Baubureau der König

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Verkehrs-Anftalten.

Laut Telegramm aus Cöln (Rhein) hat die zw-ite englishe Post über Ostende vom 21. Mai in Cöln den Anschluß an Zug 31 na< Berlin über Hildesheim wegen widriger See nicht erreicht.

Nach Mittheilung der „Hamburger Beiträge“ finden die nächire n Abfahrten der Hamburger Post- und Passagier-Dampfer von Hamburg, wie folgt, statt:

a. Hamburg-Amerika-Linie.

Na New Vork 23. Mai Shnellpostdampfer „Fürst Bismar>“, 26. Mai Postdampfer „Graf Waldersee“, 30. Mai Schnellpostdampfer „Deutschland“, 1. Juni Postdampfer „Bengalia“, 6. Juni Schnell- postdampfer „Auguste Victoria“, 9. Juni Del apser Era 20. Juni Schnellpostdampfer „Fürst Bismar>“, 23. Juni Postdampfer „Phoenicia“. Nah Boston 1. Juni Postdampfer „Antonietta Accame“. Nach Baltimore 29. Mai Postdampfer „Bengalia*“, 12. Juni Postdampfer „Bethania“. Nach Philadelphia 1. Juni Postdampfer „Armenia“, 12. Juni Postdampfer „Assyria“. Nach Montreal 25. Mai Postdampfer „Akaba“, 4. Juni Postdamvfer „Frista“. Nah New Orleans 25. Mai Postdampfer „Polaria“. Nach Zentral-Amerika und Columbien 25. Mai Postdampfer „Cala- bria“. Nah Cuba und Zentral-Amerika 28. Mai Postdampfer „Constantia“. Nach Ost-Asien 39. Mai Postdamvfer „Sithonia“, 10. Juni Postdamyfer „Alexandria“. “”

b. Hamburg-Südamerikanishe Dampfshiffahrts- Gesellschaft und Hamburg-Amerika -Linie. Nach Nordbrasilien: 15. Q Lee „Valdivia. Nach Mittelbrasilien : 29. Mai Postdampfer „Pernambuco“, 5. Juni Postdampfer „Sparta“, 11. Juni Postdampser „Belgrano*, 19. Juni Postdampfer „Patagonia“. _ i, h A _Nach Südbrafsilien: 31. Mai Postdampfer „Desterro“, 8. Juni Postdampfer „Maceio“, 29. Juni Postdampfer „Guahyba“. : Nach den La Plata-Staaten : 23. Mai Postdampfer „Argentina“, 25. Mai Postdampfer „Macedonia“, 31. Mai Postdampfer „Cap Noca“, 5. Juni Postdampfer _eSan Nicolas*, 11. Juni Postdampfer „Dacia“, 15. Juni Postdampfer „Santos“. c. Deutsche Dampfschiffahrts-Gesellshaft Kosmos. Nach Chile 1. Juni Dampfer „Luxor“. Nach Ecuador, Zentral- Amerika, Meriko und San Francisco 5. Juni Dampfer „Memphis*. d. Rbederei Rob. M. Sloman, Union-Dampfer. Nach New York und Newport News: 12. Juni Dampfer „Pifa“, 26. Juni Dampfer „Albano“. e. Deutsche Ost-Afrika-Linie (Reichs-Postdampfer). Ostlinie bis Delagoabay und Durban und na< den östlichen L f goavay S A p VO N Häfen dazwischen: 5. Juni Dampfer „König“, 3. Juli Dampfer „Kronprinz“. Westlinie nah Kapstadt, Port Elisabeth, East London, Durban und Delagoabay: 11. Juni Dampfer „Admiral“. Ostlinie bis Beira: 19. Juni Dampfer „Bundesrath“. f. Woermann- Linie. 25. Mai Postdampfer „Paul Woermann“ na< Liberia, Accra, Lome, Lagos, Bonny, Old Calabar, Kamerun und Französ. Congo; 1. Juni Postdampfer „Anna Woermann“ nach Teneriffe, Las Palmas,

Conafry, Monrovia, Goldküste, Togo und Französis<h Benin; 5. Juni |

Postdampfer „Professor Woermann“ na< Gibraltar, Marokîo, Gorée, Bissao, Bolama, Sierra Leone, Sherbro; 9. Juni Postdampfer „Otto Woermann“ nah Bathurst, Bissao, Bolama, Sierra Leone, Shberbro ; 10. Juni Postdampfer „Alexandra Woermann“ nah Madeira, Lome, Kotonou, Lagos, Kamerun, Fernando Poo, Nio del Rey, Bibundi, Jsongo, Victoria, Kriegsschiffhafen.

g. Deutsh-Australishe Dampf\s<iffs-Gesellschaf t.

Nach Kapstadt, Melbourne und Sydney 1. Juni Dampfer „Kiel“. Nah Mosselbay, Algoabay, Sydney, Brisbane, Townsville, Makafsar, Soerabaya und Padang 25. Mai Darnpyfer „Essen“.

h. Deutsche Levante-Linie.

Nach Malta, Piräus, Smyrna, Konstantinopel und Odefsa 31. Mai Erpreßdampfer „Pera“, 29. Juni Expreßdampfer „Stambul“.

Nach Alerandrien, Smyrna und „Atbos“. Nah Malta, Piräus, Smyrna, Dedeagat<, Kon- stantinopel, Odessa, Novorossisf, Batum, Trapezunt, Samsun 15. Juni Dampfer . Lipsos“. Nach Bourgas und Varna 25. Mai Damvfer „Andros*“, 12. Juni Dampfer „Pyrgos*, 27. Juni Dampfer „Chios*. Nach Syra und Nikolajef 25. Mai Dampfer „Andros*, 27. Juni Dampfer „Chios“. Nach Kustendje, Galatz, Braila 12. Juni Damvyfer „Pyrgos“. Nach Alerandrien und Syrien 5. Juni Dampfer S Nach Mariopul und Taganrog 20. Juni Dampfer „Pylos”.

Ueber die neueste Zunahme der Flotte der Hamburg- A merika-Linie berihten die .Hamb. Beiträge“, daß im April

d. I. 6 Dampfer mit 13 392 $ dur< Ablieferung seitens der Erbauer |

und Kauf hinzugekommen sind, sodaß die Linie am 1. d. M.

104 Ozeandampfer mit ins@>ammt 499 920 Neagistertonnen in Fahrt |

hatte. Einschlieslih der Neubauten und Flußschiffe umfaßte die ge-

sammte Flotte, nah Ankauf der englischen Atlaslinie (zwischen New |

York und West-Indien) mit ihren 7 Schiffen, Mitte Mai über | die Staats - Mini Ï ib 1A LL «L A

639 000 Brutto-MNegistertonnen.

Bremen, 21. Mai. (W. T. B) Norddeuts<er Lloyd. Dampfer „Dresden“, v. Baltimore kommend, 20. Mai Dover passiert. „Straßburg“, n. Ost-Asien best., 20. Mai in Singapore angekommen.

2. Mai. (W T. B.) Dampfer „Trier“ 20. Mai v. Lissabon n. Antwerpen, „Trave“ v. Gibraltar über. Neapel n. Genua und „Halle*® v. Vigo n. d. La Plata, „Freiburg“ "21. Mai v. Havre

n. d. Weser, \dwie „Prinz Heinrich" v.

gegangen.

Hamburg, 21. Mai. (W. T. B.) Hamburg - Amerika- Linie. Damvfer „Patricia®“, v. Hamburg n. New Vork, 20. Mai v. Boulogne sur mer abgeg. Havre n. Hamburg, 20. Mai Lizard pas}. St. Thomas über Hamburg abgeg. Cruz, „Westpbalia® 19. Mai in Montreal, Montevideo angek „Hellas“, v. Hamburg n. d. 20. Mai St. Catherines Point pass. Livorno angekommen.

Singapore n. Penang ab-

„Cheruéfia*“ 20. Mai v.

La Plata best., Christiania“ 20. Mai in

Rotterdam, 21. Mai. (W. T. B.) Holland- Amerika- Linie. Damxfer „Maasdam“, v. New York n. Rotterdam, beute Prawle Point passiert. „Amsterdam“ v. Rotterdam gestern in New Hork angekommen.

Theater und Musik.

Neues Königliches Opern- Theater.

Das italienishe Opern- Ensemble ift na< einer zeit- weiligen Verlegung feiner Thätigkeit nah dem Königlichen Opernbause

wieder in das Bühnenhaus am Königéplay zurü>gekehrt, wo gestern |

als vierte Vorstellung tes diesmaligen Gastspiels Verdi's Oper „Rigoletto" in Scene ging. Die günstigen akustishen Verhältnisse diejes Theatersaals kamen der Aufführung sehr zu ftatten, namceutlich dem die Titelpartie singenden Herrn Bensaude, dessen \{önes Organ sich bekanntlich - mehr dur Wobhllaut und gute Schulung als dur< große Klangfülle auszeichnet. Gr hatte es bier nit nôthig, si< zu Aleranitvengen, und war daher

Salonik 20. Juni Damvfer |

„Constantia“, v. St. Thomas über |

„Sardinià® 20. Mai in Vera | „Etruria“ 20. Mai in | el | mit Froblod>en !*“

| Theil des Abends

| Konzert unter Mitwirkung von C)

au weniger den Intonationss{<wankungen unterworfen, welche sich. im anspru<svolleren Raume des Opernhauses zuweilen störend be- merkbar maten. Aber au< der besonders auf intime Wirkungen berechnete Gesang der Frau Sembrich, welhe, wie im Vorjahre, die fast episodis< zu nennende Rolle der Gilda mustergültig dur- Publi fam hier in allen seinen

einheiten zur Geltung und riß das ublikum, namentli<h na< der \{wierigen kolorierten Arie des zweiten fts, zu den lebhaftejten Beifalléfundgebungen hin. Herr Constantino, welcher in den vorhergehenden Aufführungen si< nit so günstig ein- geführt hatte wie der Tenorist der vorjährigen Stagione, Herr Bonci, atte gestern seinen besten Abend. Von der bereits früher ‘erwähnten, etwas flahen Tonbildung abgesehen, flang gestern seine Stimme fris und rein. In Bezug auf Spiel und Ausdru> war seine Leistung stellenweise sogar ungemein fefselnd: die Canzone „La donna è mobile“ gefiel in dieser Hinficht dem Publikum s\o sehr, daß er sie no< zweimal wiederholen mußte, was jedesmal mit anderer, gleich reizvoller Nüancierung ges{<ah. Des stimmgewaltigen Bassisten Herrn Arimondi gesangli<h und darstelleris glei trefflihe Wiedergabe des Sparafucile ist hier bereits befannt; neu war dagegen feine Gattin in der Partie der Maddalena, welche sie re<t annehmbar c "a E c S _- -_, . e 2 ée

durhführte. Insbesondere erwies sie sch in dem musifalish bedeutenden Quartett des vierten Afts als zuverlässige Stütze des Ensembles; au<h dieses fand so viel Anerkennung, daß eine Wiederholung erfolgen mußte. Die kleineren Partien waren ebenfalls angemessen beseßt und ie Chöre prâzis einstudiert: besonders gilt leßteres von dem duftig vorgetragenen Flüsterhor am Schluß des zweiten Aufzugs. Nicht minder lobens- werth war das Königiiche Orchester unter Herrn Benfaude?s anfeuernder und zielbewußter Leitung. Zum Schluß wollte der Beifall denn au fein Ende nehmen, und Blumen und Kranzspenden gab es gleichfalls

in Fülle.

Im Königlihen Opernhause geht morgen mit Allex- bêster Genehmigung zum Bésten der .Mildwida", Frauen- Vereins zur Unterstüßung armer Musikfer-Wittwen und -Waisen, zum ersten Male „Mam-'ell Angot", komishe Oper in drei Aften von Charles Lecocq, in- Scene. Die Beseßung lautet: Clairette Angot : Frau Herzog; Mademoiselle Lange: Frau Gebe: Pomponnet : Herr Lieban; Ange Pitou : Herr Philipp; Larivaudière: Herr Knüpfer; Trenitz: Herr Bollmann a. G. ; Louchard : Herr Krasa. Die Handlung begiebt sich zu Paris unter dem Direktorium um das Jahr 1797. Als Ein- lage im zweiten Akte singt Frau Herzog das „Lacblicd“ von Auber. Kapell- meister Walter dirigiert. Das Werk ist vom Ober-Regisseur Tetlaff in Scene geseßt, die dekorative Einrichtung hat der Ober- Inspektor Brandt besorgt. Die neuen Dekorationen find vom Königli(hen Theatermaler Quaglio ausgeführt, die neuen Kostüme na< den An- gaben des Königlichen Theater-Kostümiers, Malers Heil angefertigt. Preise der Pläße: I. Rang und Parquet 10 Æ; I[. Nang 6 A; IT{. Rang 4 #4; IV. Sitplay 3 4; Stehplaß 1,50 M

Im Königlichen Schauspielhause gelangt morgen Gustav Freytag's Lustspiel „Die Journalisten“ zur Aufführung. Am Frei- tag geht, neu einstudiert, Lefsing's Trauerspiel „Emilia Galotti“ in Scene. D

Im Neuen Königlichen Opern - Theater findet am Freitag die 5. italienis<e Opern-Vorstellung statt. Zur Aufführung gelangt Donizetti!s Oper „Don Pasquale“. Die Norina singt Frau Marcella Sembri<h. Der Billetverkauf findet täglih im Königlichen Schauspielhause statt. (

Im Schiller-Theater wird Herr Ferdinand Bonn im Laufe seines Gastspiels nur no< einmal, am ersten Pfingstfeiertage Nach mittags spielen, und zwar den Shylo> in Shakespeare’s Komödie „Der Kaufmann von Venedig“.

Walter Harlan's Lustspiel „Der tolle Bismar>k“, das am Sonn abend im Lessing-Theater zum ersten Mal aufgeführt wird, it in den wichtigsten Rollen beseßt mit den Damen Jenny Groß, Marie Mever, Elise Sauer, Tilly Waldegg und den Herren Adolf Klein, Grunwald, Pagay, Pfeil, Sto> und Waldow.

Im Belle-Alliance-Theater werden die aht japanischen Geisha?'s, wel<e allabendli<h ihre Original-Tänze vorführen, vom morgigen Donnerstag ab erst um 9 Ubr auftreten und den zweiten ausfüllen. Im ersten Theile findet eine Dar stellung von „Barfüßele“ dur<h das „Schwarzwälder Bauern-

Ensemble“ statt.

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voran italtot S L L L dg 2 MTENZ oe Ç E A ) T) Professor Mari I c 4 T7 4 4 »

Peters (Sopran), Frau Dr. Antonie (Alt), He

" 4! ark os Pr L @ g “f.

Ad. Walter (Tenor) und Herrn A. N. Harz ller

»,, N aolnAa » Cantato nann S Es Zum Vortrag gelangt u. a. die Cantate von Bah „D Vannormo t“ für drei Solostimmen Der Eintritt ist frei WHoOnncerwor ur drei Solottunmen. L L INITITT U Li.

Morgen, Donnerstag, Abends 7 Bernbard Irrgang in der

Mannigfaltiges.

Berlin, den 22. Mai 1901. Die Feier Feuerwehr ( Generalappyell auf Hauptwache in de und Mannschaften

nommen hatten.

von Podbielski und

Zivilkabinets, Wirkliche

Ministerial-Direktoren Dr l

von Bethmann - Hollweg, der Polizei

andere bôhere Beamte, der Ober-Bürgern Branddirektoren auswärtiger Beruféfeuerwehre Majestät des Kaisers und Königs traf pünktli Königliche Hoheit der Prinz Friedrich Heinric ein. Unter dem Befebl des Branddircktors Gi die Feuerwehr - Parade, und während Sein die Front abschritt, spielte die Musik dic sodann das Musik-Korps zur Einleitung Hvymnus „Die Himmel rübmen des ( bielt der Militär - Oberpfarrer Go hause gegenüber x

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errihteten Feld

an die Versammlung. Anknüpfent

„Dienet dem Herrn mit Freuden

gedachte der Geistliche

des {weren Berufs der Feuerwehr unk

beit, für die ibr an diesem Festtage Seine

und König, die Stadt Berlin und jeder ihrer

Ansprache folgte ein abermaliger Musikvortra2g (

des Innern Freiherr von Hammerstein folgenden

Majestät des Kaisers und Königs verlas: „Den Offizieren und Mannschaften der Feuerwehr zu Berli

biete I< an ihrem heutigen Ehrentage Meinen Kör

Leider bin Ich behindert, der Feier ibres nunmehr fünf

stebens persönlich beizuwohnen. Der Rü>bli> auf die verfloifener

Jahre weist einerseits cine ununterbro>cne !Kcihe {werer und g

voller Arbeit auf, liefert aber andererseits auch ein rubmvolles Zeugniß a

opferungsvoller, bingebender Treue, dur welche fich dic Mannf

unter der Leitung bewährter Offiziere allzeit auêgezeihnet haben

diesen fünfzig Jahren hat sich die Verliner Fcuerwebr den glän

Ruf erworben; mustergültig ist sie für die Feuerwehren

des engeren Vaterlandes, fonderu au< fast aller Läader Europas

geworden. Wie sie sih infolge ibrer ausgezcihneten Leistungci

und ibres vorirefflichen Verbaltens des besonderen Schatzes Ihrer

Majestät der Hochseligen Kaiserin un nid Augusta erfreute

o hat au< Jhre Majestät die Kaiscria und Königin, - Me

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