1901 / 122 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

M E t C R P A M Tos

er ias Aa S

E E M T E E L I E S vis

r

y s « E R E e O Z gy ait ad # t w G P I E p v en ay D P * wee tee M Y H g e “demie Peri 2 A Ee. att goÓ e i þ z: 4 E 4 Ante - Bewe i B Di aituk ad 2 Aa Gas M P Ei Meer

A

1 O

A Gama ht: V E E A E N M -2> ton m9 a

E

dem Monmouthtyp zu bauen. Man glaube, daß dieselben den in sie gesezten Erwartungen entsprehen würden. Jm Laufe der Debatte über den Antrag, das Haus von beute ab bis zum 6. Juni zu vertagen, riht.te Sir Henry Campbell Bannerman das rfudiea an die Regierung, über die Lage in Süd-Afrika Mittheilung zu m2chen. Der Staatssekretär des Kriegsamts Brodri>k erwiderte, jeglihe Mittheilung Lord Kitchener's bestätige, daß er mit den in Afrika gemachten O zufrieden sei. Der Umstand, daß die militärischen

perationen fich auf ein großes Gebiet erstre>ten, und daß die Buren in zerstreuten Abtheilungen aufträten, sei geeignet, den Krieg zu verlängern. Aber die militärischen Operationen seien unter äußerst geringen Verlusten auf britischer Seite ausgeführt worden, während der Prozeß der Erschöpfung des Feindes mit ziemliher Schnelligkeit gefördert sei. Die Regierung habe Lord. Kitchener jede Unterstüßung, die in ihrer Macht stehe, gewährt, und dieser werde mittels einsihtsvoller Verwaltungsmaßnahmen alles thun, um die Beendigung des Krieges zu beschleunigen. Schließlih wurde die zweite Lesung der Fin anzbill mit 236 gegen 132 Stimmen genehmigt.

FFrankreich.,

Die Bureaux des Senats haben gestern die Kommission ur Prüfung des Vereinsgeseßentwurfs gewählt. Zwölf Mitglieder der Kommission find, wie „W. T. B.“ berichtet, für und nur se<s gegen das Geseß. i

In der Deputirtenkammer brachte gestern der De- putirte Bernard (Nationalist) einen Antrag auf Abschaffung der Theaterzen}ur ein und führte aus, es würden oft Theaterstü>ke verboten, die nihts Umfstürzlerishes oder Anstößiges enthielten, während der Vorirag obscöner Lieder geduldet werde. Bernard verlangte die Dring- lihkeit für seinen Antrag. Der Unterrichts - Minister Leygues erklärte, er sei zwar ebenfalls für Absheffung der Theaterzensur, meine aber, daß die Sache nicht eilig sei, und beantrage deshalb Ablehnung der verlangten Dringlichkeit. Die Kammer lehnte die von Bernard beantragte Dringlichkeit mit 326 gegen 124 Stimmen ab und begann dann die Be- rathung eines Geseßentwurfs, betreffend die Abänderung des Gesetzes über die Sicherstellung der Arbeiter.

Vom 28. Juni bis 13. Juli finden unter dem Kommando des Admirals Gervais große Manöver des vereinigten Nord- und Mittelmeer-Geschwaders in den algerischen Gewässern statt. Den Schluß bildet eine Flottenshau über 41 Schlachtschiffe und eine große Anzahl Torpedoboote auf der Rhede von Biserta.

Spanien.

Nach einer Meldung des „W. T. B.“ aus Madrid ver- lautet dort, daß zwishen dem Minister-Präsidenten Sagasta und dem Minister des Jnnern Moret Meinungsverschieden- heiten hinsihtlih der dur< die Wahlen veranlaßten Zwischen- fälle bejtänden und daß eine Ministerkrisis mögli sei. Ferner heiße es, Moret bemühe sih, Canalejas zu bewegen, daß er das Präsidium der Deputirtenkammei übernehme.

Gestern Vormittag wurde in Barcelona eine Ver- sammlung der Republikaner abgehalten. Die Nedner hielten heftige Ansprachen und forderten das Volk auf, bei der Verkündigung des Gesammtergebnisses der Wahlen be- waffnet zu erscheinen. Zahlreiche Rufe „Es lebe die Republik !“ wurden laut.

Die Ergebnisse der Wahlen in Barcelona sind gestern vekannt gegeben worden. Es wurden gewählt: 1 Republikaner, 4 Tatalonisten und 2 Liberale.

Belgien.

Die N CDA R E DA der Nepräsentantenkammer beshloß, dem „W.“ T. B.“ zufolge, im Hinbli> auf die neue Congo-Vorlage folgende Fcagen an die Regierung zu stellen: 1) Jst die Auffassung rihtig, daß der Congo-

staat si<h das Recht vorzubehalten scheine, B.lgien jeder- geit zu einer endgultigen Entschllezung für oder gegen die Annexion zu veranlassen? Wenn ja, wie ist dies

mit den früheren bezügli<h des Congostaates abgegebenen Erklärungen in Einklang zu bringen, und wäre es nit an- gebraht, einen Zeitpunkt sowie Bedingungen festzuseßen, von denen diese Aufforderung an den belgishen Staat ab- hängig sei? 2) Würde im Fall der Annahme der Vorlage das in dem Schreiben des Königs vom 5. August 1889 vor- gesehete Recht der bedingungslosen Uebernahme rechtlih dbe- stehen bleiben und neu bestätigt werden? 3) Wie verhält es sih mit dem Congo - Domanium? 4) Wie soll es mit der Verwaltung des Congostaats gehalten werden, wenn Belgien sein Uebernahmere<ht ausübt? 5) Jst die Regierung der Meinung, daß vor der Uebernahme ein Verwaltungsgeseß für die Kolonie eingeführt werden müsse? Wenn ja, würden die geseßgebenden Körperschaften sofort mit dieser Vorlage zu befassen sein? 6) Wie würde die Lage der Coagobahn im Falle der Annahme des Grundgeseßes fowie im Falle der Annerion sein ?

Türkei,

Das Wiener „Telegr.-Korr.-Bureau“ meldet aus Kon stantinopel, die türkishen Behörden in Prevesa seien in die Wohnung eines italienishen Staatsangehörigen ein- gedrungen, hätten den Postagenten der italienishen Schiffahrts gesellschaft verhaftet und bei ihm vorgefundene Briefsendungen in Bejthlag genommen Der italienishe Geschäftsträger Gallina habe bei der Pforte sofortige Genugthuung ver langt, andernfalls würde die italienische Regierung genöthiat jein, sich dur< die Entsendung eines Krieas\chiffs nach Prevesa selbst Genugthuung zu verschaffen.

Bulgarien.

Aus Sofia wird dem „W. T. Budgetkommission in der Sobranje zwei Minister- anklagen eingebraht habe. Die eine richte sih gegen das frühere Ministerium Jvantschow und betreffe die Verlegung der Verfassung und Schädigung der Staatsinteressen in der Angelegenheit der Lieferung alter, unbrauchbarer Waggons für die Staatsbahnen von seiten einer aus- ländishen Firma. Die zweite rihte sih gegen die früheren Minister Radoslawow und Teneff und beziehe sih auf Mißbräuche, die bei dem Bau und der Einrichtung der zur Aufnahme des Naturalzehnten bestimmten Lagerhäuser vor- gekommen seien. Es verlaute, daß es den Bemühungen Ministerraths gelungen sei, ein in den Einnahmen und Ausgaben mit 95 Millionen balancierendes Budget

B.” berichtet, daß die

Schweden und Norwegen.

v W: D. B.A C Meldung aus Sito>holm, end- gültig einen Geseßentwurf angenommen, nah wel<hem das alte System der nationalen Vertheidigung nah 6 Jahren ab- geschafft und ein neues, auf die allgemeine Dienstpflicht be- ründetes System eingeführt wird. Jn Friedenszeiten soll anach die Dienstpfliht bei der Jnfanterie und dem Train 240 Tage, bei der Artillerie und der Kavallerie 365 Tage und bei der Marine 300 Tage dauern.

Dänemark.

Der König ist, wie „W. T. B.“ meldet, gestern Abend von Kopenhagen na<h Wiesbaden abgereist.

Asien.

Der General-Feldmarshall Graf von Waldersee hat, wie „W. T. B.“ erfährt, aus Peking vom 22. d. M. ge- meldet, daß nordwestlih von Wan (28km ivestlih von Paoting-fu) weitere Zusammenstöße von Theilen des Bataillons Wichura mit zersprengten Boxern stattgefunden hätten. Die feindlichen Verluste betrügen 110, die eigenen 2 Verwundete.

Afrika.

Der frühere Präsident Pretorius ist, wie das „NReuter’sche Bureau“ meldet, am 19. d. M. in Potschefstroom nach zweitägiger Krankhcit gestorben. Ueber 1000 Einwohner und Flüchtlinge hätten an dem Begräbniß theilgenommen.

Telegraphische Wettervorhersagen und Wetterkarten für die Provinz Brandenburg.

Seit dem 15. Mai kommen an allen Postanstalten der Provinz Brandenburg, abgeschen von Berlin, Wetter v orher- sagen zum Anschlag, die nah den von der Deutschen See- warte sowie’ von Stationen des Königlich preußishen Meteo- rologishen Jnstituts gelieferten Beobahtungsangaben von dem Berliner Wetterbureau aufgestellt und unter besonderer Be- günstigung von seiten des Reichs-Postamts aut Kosten des Landwirthschafts-Minister.ums sowie des Landwirthschaftsraths telegraphish verbreitet werden.

Vom 1. Juni an sollen nun au<h no<h Wetterkarten ausgegeben werden, die auf dem Wege des Zeitungs- abonnements für 4 50 3 im Vierteljahr und für 1 M 50 im Monat zu beziehen und ebenfalls für den öffentlichen An- schlag bestimmt sind. Sie sind deshalb, ähnlih wie in anderen Ländern, in einer sehr anshaulihen Weise mit blauem Unter- dru> und s<hwarzem Aufdru> hergestellt.

Da das Verständniß für solche Karten, die man meist nur in Form der schwer zu entziffernden Zeitungskarten kennen gelernt hat, no< sehr wenig verbreitet ist, und da die meisten Leser nur die beigefügte fectige Prognose berü>sihtigen, so scheint es angemessen, hier einige Worte darüber zu sagen.

Die Wetterkarten geben ein übersichtlihes Bild über die Wetterlage Europas für den Morgen des betreffenden Tages. Man übersieht aus ihnen vor allem die Bede>ung des Himmels an den verschiedenen Orten, indem die kleinen Kreise, welche die Stationen bezeihnen, um so mehr s{hwarz ausgefüllt sind, je größer der Bruchtheil des Himmels ist, der an dem betceffenden Ort dur<h Wolken verde>t ist. Außerdem geben Pfeile, als deren Spitzen man übrigens der Einfachheit wegen eben die genannten kleinen Kreise betrahten muß, die Richtung der Winde an, sowie dur<h mehr oder weniger reihe Fiederung au< dessen Stärke. Man fann sih demna schon dur einen einzigen flüchtigen Blick darüber unterrichten, wo trübes und wo heiteres Wetter herrscht, und wo die Luft ruhig oder unruhig und stürmisch ist.

Da außerdem no< die Temperaturen zur Zeit der Be- obahtung in Ziffern beigefügt sind, so sieht man zuglei, wo es warm und wo es kalt ist, und wenn man die Karte des vorhergehenden Tages daneben angeshlagen hat was immer geschehen sollte —, wo cs fälter oder wärmer ge- worden 1st, und in welhem Betrage.

Endlich, und das ist die Hauptsache, aber au der Punkt, an dem sih das große Publikum am meisten stößt, findet man no< Linien, die sogenannten JZsobaren, dur< welche alle Punkte verbunden werden, an denen der gleiche Luftdru> herrscht, d. h. an denen das Barometer, das man sich freilih n höher gelegenen Orten in einem bis zum Meeresspiegel hinabreihenden Schaht angebraht denken muß, gleid hoh steht. Die leßtere Bedingung ist selbstverständlich in Wahrheit nicht erfüllbar, sondern nur rehnerish, indem an den wirklih abgelesenen Ständen eine Korrektur angebracht wird. Man darf fih deshalb niht wundern, wenn besonders an höher gelegenen Orten die unmittelbar an einem Barometer abgelejenen Werthe niht ganz oder vielleiht nur sehr shle<t mit jenen übereinstimmen, die man aus der Wetterkarte oder aus der beigegebenen Tabelle entnimmt.

Dies ijt jedoh ein Punkt, durh den man sih nicht irre machen lassen darf und der hier nit weiter erörtert werden kann.

Diesen Linien sind nun ebenfalls P beig: fügt, z. B. 750, 755, 760 u. \. w., diese besagen, daß an den dur die betreffende Linie verbundenen Punkten der Barometerstand so viele Millimeter*beträgt, als die Zahl angiebt.

Betrachtet man nun diese Linien genauer, so bemerkt man bald, daß dort, wo sie sih am nächsten zusammendrängen, auch die Pfeile die meisten Federn zeigen, d. h. daß die Winde um jo stärker find, je näher die Jsobaren aneinander rüd>en.

__ Findet man Stellen, an denen diese Linien geschlossene Gebiete umgeben, dann muß innerhalb dieser Gebiete der Luft- dru> einen höchsten oder cinen geringsten Werth besitzen, d. h. es muß sih dort cin sogenanntes barómetrishes Maximum oder Minimum befinden. Und beachtet man die in der Nachbar- schaft vorhandene Himmelsbede>ung sowie die Windpfeile, dann sieht man, daß in der Umgebung der Stellen tiefsten Dru>s trübes, windiges oder, wie der eteorologe sagt, un- ruhiges Wetter herrscht. Auch entde>t man bald, daß die Windrichtungen mit dr Vertheilung des Luftdru>s in be- stimmtem Zusammenhange stehen und daß insbesondere gegen die Stellen tiefsten Dru>s cin Zuströômen der Luft bemerkbar ist und zugleih eine Wirbeibewegung in der Art, day diese Punkle von Winden gegen den Uhrzeiger utnkreist werden, eine Regel, die jedo< nur für die nör liche Halbkugel gilt, während auf der südlichen das Gegentheil jtattfindet. Daraus folgt aber, daß man den kommenden Wind und das kommende Wetter vorhersagen könnte, wenn man wüßte, wie die Stellen tiefsten Dru>s weiter wandern

aufzustellen.

e shwedishe Reichstag hat, nah einer: dem

biet

die

nur

Mo

und

hat

Fäll

höhe

umm

natü der

gute

auf und und

\cheir

aus geshäftli anderwärts herrshende Witterung dur< die der Karte beige- fügte tabellarische Uebersicht unterrihtet zu werden, so spredien noch verschiedene andere Gründe zu Gunsten der Karten.

sichtigen.

einiger Uebung bald zu einem Witterungserscheinungen, daß berr Es bt del ie sie erren, leiht dahin bringt, dieselbe den örtlichen Ei îim- lichkeiten vollfommen Aa y E

esehen davon, daß die rläuterung tragen, die zur ersten Einführung dienen können

eugt, daß au urch die bloße, tägliche Betrachtung beinahe unbewußt ein gewisses Verständniß gewinnen.

warmes un

1881 an werden, wie sie jeßt von Berlin aus Erfahrung gemacht, \shäßung gewonnen haben und daß das Verständniß dafür in

jolhen Anstalten angeschlagen und gesammelt, und wü: gelegentli<h au<h nur einige Stunden des Physikunterrichts

teren Wetter begleitet sind, sich verl der À Fu : beg sind, sih verlagern o an Umsay |

Auf derartigen Betrachtungen rußt die ganze wissenschaj,

lihe Wettervorhersage, und nah solhen ras ezei E Ms die Prognose festgestellt, die jeßt telcgras i nelen reitet wird.

Ÿ ver: Nun könnte man freilih fragen, warum läßt man es nj

dabei bewenden, und warum will man dem Nublik noh Karten geben, die es do nicht versteht. Publifum auß

Der Grund ist einfa der, daß die Karten bei eini

Verständniß, das A o s{hwer zu erwerben “ist, weit mehr

en, als es die beste Prognose jemals fann. Gan h davon, daß es für den Landwirth

en Rücksichten von Werth hon

ist, au<h über die

Zhrer Natur nah müssen Prognosen, die von einer

Zentralstelle aus für ein größeres Gebiet hergestellt werden immer ziemli< allgemein ntien sein.

: 1 gel Sie können unmöalig lokalen Eigenthümlichkeiten der einzelnen Orte beri die des vorhergegangenen Tages, so gelangt man na solchen Verständniß der man es unter Beachtung von beim Eintreffen der Prognose

Hat man dagegen die Wetterkarte, und sei es u

Auch wird man in Fällen, wo in der Zeit zwischen rgenbeobahtung und dem Nachmittag E Aente

rungen eingetreten sind, die der Prognosensteller niht ver muthet hat, diese bei solher Schulung nah der Glander und nah dem Gange des eigenen Barometers rihtig beurtheilen

danach die Prognose ergänzen und abändern können. Man wird nun freili< einwenden, daß dies nur dem

Fachmann nach gründlihem Studium möglich sein werde.

Thatsählih is die Sache aber nicht so schwierig. At:

Wetterkarten auf der Rückseite eine sih der Schreiber dieser Zeilen hon A davon über Personen ohne alle wissenschaftliche Kenntniß

der Karten mit der Zeit

So bringen die meisten bald heraus, daß das Vorhanden:

sein vieler Linien, d. h. vieler Zsoharen links in der ober Hâlfte der Karte, besonders wenn sie ein Gebiet tiefen Dru umshließen, d. h. britischen Jnseln ein Minimum zeigt, in der Mehrzahl de

wenn si<h vor dem Kanal oder über de

e shle<tes Wetter zu erwarten ist. Auch entde>t man leiht, daß ausgebauchte, unregelmäß

verlaufende Zsobaren im Frühjahr auf Schnee- oder Graupe: schauer deuten, während fie im Sommer die Vorboten von Gewittern find.

‘Umgekchrt kann man nach einer Karte, die re<t wenige

und ret glatt verlaufene Jsobaren zeigt, die ein Gebiet hohen Dru>s umschließen, also die Ziffern 760, 765 oder noth

re tragen, länger andauerndes und zwar im Sommer 1d im Winter kaltes Weiter vermuthen.

Thatsächlih hat man in Bayern, wo schon seit dem Jahr vielen Orten ähnlihe Wetterkarten angeschlazn on verbreitet werden, di daß sie von Jahr zu Jahr an Werth:

er weitere Kreise dringt. Freilih sind dazu au vermittelnde Organe nothwendig,

wozu in erster Linie die Lehrer an den höheren Schulen sowie an den landwirthschaftlihen Anstalten -berufen sind, die ih

rlih zuerst selbst genau unterrihten müssen, wofür ihnen soeben bei Fr. Vieweg u. Sohn in Braunschweig er

\chienene „Leitfaden der Wetterkunde“ von Professor Börnstein

Dienste leisten könnte. Würden die Wetterkarten von allen würden

die Erläuterung derselben verwendet, so würde der Sinn der Einbli>k in die Witterungsverhältnisse rash gesteigert damit erst das erreiht werden, was die Staatsregierung

mit der Einrichtung des Wetterdienstes im Jnteresse der Landwirthschaft beabsichtigt.

Auch würden dann erst die Wettervorhersagen, die ja keineswegs unbedingte Sicherheit, sondern nur gewisse Wahr-

ilihkeit gewähren, den Nugzen stiften, den sie wirkli

bringen können.

W. von Bezold.

(9

3 861 haben (4+ 1

Holz

gerin

daher

dann

und e Eisen ausfu

und wie die Gebiete hohen Luftdru>s, die von ruhigem

daher

Die Einfuhr im

hiervon Edelmetalle: 84 gegen 93.

waaren (3604), Vieh (3173), Theer, Pech 2c. (3004).

Die Gesammteinfuhr in den vier Monaten Januar 2! April betrug in Tonnen: 12763 738 gegen 12 041 422 im

Einfuhrsteigerung, nämli<h 711 956, entfällt auf Kohlen L baben stark zugenommen: Getreide (99 067), Drogen, Apotheker- un? Farbewaaren (31 016).

waaren (30 294), weniger die Einfuhr von Nummern.

Die Ausfuhr im April betrug in Tonnen zu 2 493 864 gegen 2 600 363 im April 1900, daher weniger hiervon Edelmetalle: 19 gegen 22.

Statistik und Volkswirthschaft.

Deutschlands Außenhandel im April 1901 tah dem vom Kaiserlichen Statistishen Amt herausgegebenen Aprilbeft der „Monatlihen Nachweise“.)

April

betrug in Tonnen zu 1000 kg 3 660 973 im

April 1900, daher mehr 200 89; 21 von 43 Zolltarifnummern eine Einfuhrzunahme erfahren, worunter hervorragen: Getreide 32 824), Koblen (63 771), Drogen 2c. (68 440), Abfälle (21 250) (15 509), Erdöl (5004), Wolle (5507), Flahs (4639), Mai Fr DeduUc

869 ‘gegen

die Einfuhrabnahme bei Eisen (57 237), Erden, Erzen (381 e ger bei Blei (3259), Kupfer (2800), Thonwaaren (7069), X16 und Fetten (3429), Steinen (3268) 2c. ¡s

Norjadr, Ly tallo + 29 397. Nabezu die ganze mehr 722 316; Edelmetalle: 322 gegen 397. Nahezu è Weiter

(48 312), Abfälle (39 475), Holz (39 220), Fla

ie Ei 9 542), ). Bedeutend nachgelassen bat die Eiseneinfuhr ( Serterial die Einfuhr von Steinen (31 976), Wolle (30 424), S ié, 22 weiteren Zolltari]

1000 kg: 106 499;

U L g 21 Zolltarifnummera nahmen 8 ugenommen hat hauptsächlich die Avéfubr uo verstärkte Weißzu Einen starken Rüúd>gang

bensoviele ab. (43 984) und Materialwaaren (41 318 hr nah England und Japan —).

79 247), erfuhr die Ausfuhr von Erden, Erzen (100 209), von Koblen E A Steinen (16 628), Thonwaaren (6055), während die Aun Getreide, Papier, Zink 2c. geringere Ausfälle zeigl. Die Gesammtausfuhr in den vier

C bis Monaten Januar. br [ betrug in Tonnen: 9 728 278 gegen 10 444 015 7 Nur 18 weniger 715 737 ; Edelmetallausfuhr : 145 gegen 22

von 43 Zolltarifnummern zeigen eine Ausfuhrsteigerung, von denen hervorragen: Cisen (+ 137 015) und Materialwaaren (24 887). Einen starken Ausfall zeigt die Koblenausfubr (— 478 250), ferner die Ausfuhr von Erden, Erzen (254 142), von Steinen (76 407). Weniger ist die Ausfuhr von Thonwaaren (— 18 595), von Abfällen (11 184), von Gétreide (9244), von Oel und Fetten (7823), Papier (7816) 2c. gefallen.

Zur Arbeiterbewegung.

Die Berliner Koffermacher sind, wie die „Deutshe Warte“ mittheilt, in eine allgemeine Lohnbewegung eingetreten. Sie haben den Prinzipalen folgende Forderungen unterbreitet: Erhöhung der Accordpreise um 3 bis 25 9%; Mindestlohn von 24 M für gelernte Arbeiter über 21 Jahre ; 15 9% Zuschlag für solche, wel<e diesen Lohn bereits erhalten; Arbeitszeit von neun Stunden täglich; 25 9/6 Zu- {lag für Ueberstunden. Die Fabrikanten lehnten das Verlangte im allgemeinen ab, doch forderten fie die Gesellen auf, im einzeluen mit ibnen zu verbandeln, worauf eine aus ens Arbeitnehmern bestehende Kommission mit einer solchen der Arbeitgeber nunmehr in Verbindung reten wird.

: Der Zimmerer - Ausstand zu Friedeberg i. N. (vergl. Nr. 96 d. BI.) ift, der „Volks-Ztg.“ zufolge, ergebnißlos beendet und die Arbeit bereits wieder aufgenommen worden. )

Wie der „Köln. Ztg.“ aus Madrid berichtet wird, sind, infolge eines bei Badajoz entstandenen Ausstands der Feldarbeiter, Ruhestörungen erfolgt, da die leßteren das Einbringen der Ernte dur< auswärtige Arbeiter verhindern wollen. Auch in Lebrija, Carmona, Marchena und Ecija ist dies der Fall. :

Aus Neschita bei Budapest meldet „W. T. B.“ vom gestrigen Tage, daß dort 250 Brü>enarbeiter der Oesterreihis<- ungarischen Staatsbahn-Gesellshaft in den Ausstand getreten sind. Dieselben fordern eine Herabminderung der Arbeitszeit auf 10 Stunden.

Kunft und Wissenschaft.

In der Gesammtsizung der Akademie dèr Wissen- shaften vom 9. Mai (porsißender Sekretar: Herr Waldeyer) las Herr Plan> einen Nachtrag „über irreversible Strahlungsvorgänge“. Da die in der leßten Mittheilung aufgestellte Definition der „Entropie“ eleftro-magnetisher Strablung \si< na< neueren Erfahrungen als zu eng erwiesen hat, erweiterte der Vortragende dieselbe dementsprechend und lieferte auh für den neu gewonnenen Ausdru> der Entropie den Nachweis seines beständigen Wachsthums. Herr Schwendener las einen Beitrag „zur Theorie der Blattstellungen“. Er betonte darin, daß die von Tübingen aus erhobenen Einwände gegen die Veröffentlihungen des Verfassers in der Blattstellungsfrage gerade die wichtigsten

Ergebnisse der Untersu<ung faum berührten und nur das eine Ziel verfolgten, die Anordnung seitliher Organe auf unbefannte innere Kräfte, unter Aus\{luß mechanischer Faktoren,

zurü>zuführen, was aber voraussichtli<h ni<ht gelingen werde. Herr van’t Hoff las eine weitere Mittheilung „über die Bildungs- verhältnisse der oceanishen Salzablagerungen, insbesondere des Staß- furter Salzlagers: XXII. Gips und Anhydrit, 2) Der lösliche An- bydrit (Ca 80,)“. Die Umstände, unter wel<hen aus Gips der (lös- lihe) Anbydrit entsteht, wurden darin festgestellt und dazu die Marimaltension des Krystallwassers in Gips bei dieser Verwandlung bestimmt. Diese is von der früher für die Verwandlung in Halb- hydrat ermittelten Tension vershieden, und dementsprechend zeigt der Gips eine zweite, unweit 89° gelegene Umwandelungstemperatur, bei welcher die vollständige Spaltung in Wasser und (löslichen) Anhbydrit erfolgt.

Durh den Tod verloren hat die Akademie am 16. April das

korrespondierende Mitglied der physikalish-mathematis<hen Klasse Herrn Henry Augustus Rowland in Baltimore und am 22. April

das fkorrespondierende Mitglied der philosophis<-historishen Klasse - vi —_ a: f e Herrn William Stubbs in Orford.

Die Gesellschaft für deuts<e Erziehungs- und Schul- ge\hi<te hielt gestern im Berliner Rathhause ihre 8. General - versammlung ab, welher der Bevollmächtigte zum Bundesrath, Großberzoglih s\ähsishe Geheime Legationsrath Dr. Paulsfen als Vertreter der thüringishen Staaten, der Archivar Dr. Brunner als Vertreter des Großherzogthums Baden, sowie viele auswärtige und biefige Mitglieder beiwohnten. Den Vorsitz führte der Schulinspektor Dr. Fisher-Berlin, der zunächst . des verstorbenen Ersten Vorsitzenden, ors Dr. Schwalbe gedachte und sodann mittheilte, daß die Neichs-

on im Betrage von 30000 A auch für das Jahr 1901 be-

willigt und eine Erhöhung der Subvention auf 50 000 Æ angeregt lel. Vem Bericht des Schatzmeisters, Professors Fehner war zu ent nedmen, daß die Mitgliederzahl von 762 auf 803 angewachsen ist.

Aus der Reichssubvention von 30000 (A sind im letten Jahre 21 699 J verausgabt worden, sodaß no< 2305 zur Verfügung Es erhielten aus der Subvention der Herausgeber der Ver ntlihungen der Gesellshaft, Professor Kehrbach für sich und die Hilfs fte 12600 M, der Bearbeiter eines der geplanten Werke 150 M die beiden Verleger der Schriften der Gesellschaft, Professor ah als Inhaber der Firma I. Harrwitß Nachf. und A. Hof u. Co. je 6000 A Für Mietbe, Unterhaltung und Aus- der MNedaktionsräume und für sonstige Zwe>ke wurden 234) M aus der Subvention verauêgabt. Eigene Ein- nadmen hatte die Gesellshaft 4849 A, für Honorare, Dru>- Geschäftskosten und dergleihen wurden 4370 M veraus- der Bestand erböhte sich von 158 auf 636 A Den Bericht die wissenschaftlichen Veröffentlihungen der Gesellschaft und die Tohatigkeit der Gruppen erstattete Professor Kehrba<. Die Arbeiten der „Monumenta Germaniae Paedagogica*“ sind wesent-

ak 4 AL A 1

lih gefördert worden. Von den badischen Schulordnungen liegt der ernte Band dru>fertig vor, weitere können in kurzer Frist folgen. Vie bessishen Schulordnungen werden einer kritishen Bearbeitung anterworfen; der erste Band wird im Jahre 1903 fertig werden. Wegen Bearbeitung der Schulordnungen anderer Landestbeile {weben Ferbandlungen. Von dem vierbändigen Werke über die evangelischen

ate<ismuêsversuhe von Luther ist der dritte Band unlängît fertig

’rden. Von der in Arbeit befindliden Ausgabe der ältesten zutihen Grammatifken, einem Werke, das auf fünf Bän et ift wird der erste Band erst in fünf Jahren dru>fertig; von der Geschichte æŒ geographischen Unterrichts im Zeitalter des Humaniêmus d der Reformation soll der erste Theil V

4 de beredn L L L L A H

ey 7

vom WVBerfkater, rofejor Votish-Magdeburg, Mitte dieses Jabres abgeliefert werden tofefor Stengel-Greifêwald hat eine Geschichte der französischen Z&Quigrammatiken in Bearbeitung genommen. Beschäftigt sind ferner r Schulrath Jörael-Dresden mit einer Pestalozzi-Bibliographie, der f ciessor Kvacsala-Dorpat mit einer Sammlung der bedeutendsten zaiese und Schriften der deutshen Mitarbeiter des Comenius. Von dem Pert über die Geschichte der Erziehüng der Prinzen und Prinzeffinnen aus dem Hause Hohenzollern ist der erste Band in Drnd> gelegt „er yweite wird bald folgen, Gin ähnliches Werk über die Prinzen- erzichung in Weimar wird vorbereitet, desgleichen ist - eine Schul- geschichte von Frankfurt a. M.- in Bearbeitung. Professor Bauch- R 4 veröffentlicht unter der Aegide der Gesellschaft cine Geschichte it

Cre E

ix Universität in Frankfurt a. O. Auch die einzelnen Gruppen der Gefell- sio 19 die bon Vesterreih, Bayern und Pommern, gäben Veröffent-

bungen beraus. Von der großen Bibliographie des gesammten Er- die 0705- Und Bildungöwesens in den Ländern deutscher Zunge ist der zweite, 2400 qratur des Jabres 1897 umfassende Band erschienen, in welchem werken ader, úber 6000 Aufsäye aus 440 Zeitschriften und Sammel- Neu E Zeu Verordnungen aufgeführt und besprochen sind. D. Dr. B, „orstand wurden zum Schluß der Staats-Minister Präálat Dose, der Geheime Regierungsrath Professor Dr. Slaby und der

Professor Bach-München gewählt.

Kunstausstellung der Berliner Sezession.*) 1 :

L. K. Man hat der Ausftellungêleitung vielfa< den Vorwurf emaht, daß sie ni<t ein Bild der gegenwärtigen Produktion zu geben bemüht sei, vielmehr As mit fremden Federn {müde und Werke beranziehe, die in den Nahmen einer aftuellen Ausstellung nit binein- ehören. Man verkennt dabei die Absicht, die solher Nebeneinander- fiellunia von Werken lebender Maler und verstorbener Meister zu Grunde liegt. Gerade die über jeden Meinungsftreit erhabenen Schöpfungen eines Bö>klin und Leibl ‘follen einen festen Maß- stab ábgeben für die Beurtheilung zeitgénössisher Leistung. Darin liegt Stolz und Bescheidenheit zug ei®, und mit Genugthuung darf man feststellen, daß dur folhen Vergleih die Kunst der Jüngeren nicht allzusehr benachtheiligt wird. Es ift unendli<h mehr ge-

wonnen, wenn dur< eine Darbietung auserlesener Kunst Sinn und Urtheil der Besuher ges<härft werden, als wenn die verwirrende Masse dessen, was unter dem Namen

zeitgenössisher Kunst geht, in einem bunten, unkünstlerishen Neben- einander vereinigt wird. Ueberdies handelt es sih bei Bö>lin und Leibl ledigli< um einen Aft der Pietät, um eine Huldigung, die den beiden im Vorjabre verstorbenen Ehrenmitgliedern des Verbandes darzu- bringen, Pflicht und Bedürfniß sein mußte.

Daß ihre Werke gar nit oft genug dem Publikum als Mahnung vorgerü>t werden fönnen, beweist die kleine, aber wie stets an- règende Auswahl, die man von Bö>lin's Bildern hier beisammen hat. Die frishe kleine Landschaftsstudie aus der Zeit seines ersten römischen Aufenthalts (22) zeigt den Schüler Schirmer's bereits auf dem Wege zu jener intimen Auffassung, die bei aller Anlehnung an die übliche römis<e Vedutenmalerei do< als Neues, Persönliches auf den Beschauer wirkt. Weich und warm in der Farbe, unterscheidet ih seine Malweise von der feiner weniger vornehmen Umgebung. Jn einer Kohblezeihnung aus dem Jahre 1860 begegnen uns zum ersten Mal jene lustigen Naturwesen, die fortan zum fast unentbehrlichen Nequisit seiner Landschaften werden sollten. Ernste, fast weh- müthige, aber stets sonore Töne s{lägt der Meister in der Waldidylle (21) an, “die in einer links von steiler Felswand begrenzten Vorfrüblingslandschaft eine ruhende weibliße Gestalt zeigt. Sind bier die Farben gede>, zu einer elegishen Harmonie- folge gestimmt, so leuhtet aus dem „Sommertag" (16, aus dem Jahre 1881), der bekanntli Klinger zu einer zarten Radierung inspirierte, die @olle Gluth und Tiefe des südlichen Azurhimmels. Durchsichtig und do unergründli< wirken diese Farben Böklin's; der unmittelbare Sinnengenuß, den sie gewähren, läßt sih {wer definieren; er fragt wenig na< Vorwurf und Ausführung im einzelnen, so sehr au< diese in ihrem s{li<ten, naiven Märchenton den Eindru> mitbestimmen. Die Venus anadyomene (19) wirft troß ibrer verhältnißmäßig kleinen Dimensionen monumentaler als manche Niesenleirwand. Vor ihr wird man so re<t der Innenmasse Bö>lin’scher Kunst ih bewußt. Die meisterhafte, fast strenge Raumthbeilung, die zwingende Noth- wendigkeit der Linie im Bildwerk läßt sich bier trefflih s\tudieren. Troßdem stehen au< bier die Farbenreize auf gleicher Höbe. Der grünlih s{illernde Seetangs{hleier, aus dem der kühle, blasse Leib der Schaumgeborenen auftaucht, die zarten Wolken des Himmels, von dem sich die Gestalt ablöst, die Wogen des leu{tenden Meeres sind zu einem berü>enden Farbenganzen zusammengefaßt. Mit getheilten Empfindungen steht der Böklinbewunderer vor der lezten Schöpfung des greisen Meisters, dem „rafenden Roland" (18). Die alternde Kraft der Phantasie erscheint aufgepeits<ht zu grotesfem Humor, versagt aber im Künstlerishen. Nicht, daß das Bild äußerli<h unvollendet blieb, we>t Bedenken, es ist au< innerli<h ni<t aus einem Guß. Der Galgenhumor zerflattert in bizarren Einfällen, der va>ende Zug Shafkespeare’sher Größe fehlt. Troßdem stöbert man mit wehmütbigem Bebagen in diesem Getrümmer umber und freut \i< an den Ueberresten einstiger Pracht, die niht ganz verschüttet sind. Bö>lin ist am Ende seiner Laufbahn zu einem Stoff zurü>gekehrt, der ihn vielfah beschäftigt hat. Ariostk's romantishes Heldenepvos mußte den größten RNomantiker unter den Malern des neunzehnten Jahrhunderts mächtig anziehen, und vielen seiner ‘Bilder liegt ein Motiv dieses Gedihts zu Grunde. Aber aus \pl<er Anregung er- wächst Böelin stets etwas Eigenes, er kleidet gewissermaßen seine VJdéen in das Gewand des italienis<hen Poeten. So kat er bier das Entseßen der Philister vor der Kraft des Genies unter dem Bilde der vor Roland's Zorn zurü>weihenden Bauern geschildert. Die

vornüberpurzelnden Gesellen mit ihren Zipfelmüßen und dem s\tieren Bli>k der Todesangst sind besonders drastis< gerathen. Ein Ke>er,

der dem Helden sich entgegenzustellen gewagt hat, fliegt in weitem Bogen dur die Luft, mit Schaufeln und Heugabeln retirieren die übrigen Angreifer. So viel si< von dem Bilde und seinen Beziehungen sagen läßt, so wenig befriedigt es do< den fünstlerishen Bli>k. Ihm feblt das feste Gefüge, das auch die phantastis<hsten S{öpfungen aus Bö>lin's Glanzzeit stets auszeichnet. Erscheint in dem Schaffen des Schweizers die ganze Kraft deutscher fie, d vergangene Jahrhundert fähig war, verkörvert,

F

Mhantai des L Di I

S L L T A

jo steht in Wilbelm Leibl viéëlleiht der größte deutshe Könner in tehnishen Dingen vor uns. Freilih seine in den leßten Jahr- zehnten seines Lebens fast übertriebene bhandwerklide Gewissen- haftigkeit hat oft etwas Schwerfälliges, sie beeinträcbtiat manchmal seine fkünstlerise Freiheit. Aber wenn wir in seinen älteren Arbeiten, wie z. B. dem Bildniß des Malers

Sattler (152), seb

x

en, wie fühn er zeitweilig selbst die Skizzenhaftigkeit cines Frans Hals und Velazquez zu übertrumpfen verstand, so suchen wir unwillfürli<h na< einer Erklärung sol<er Zwiespältigkeit. Sie ergiebt sih aus dem Studiengange des Meisters, für_ den die dies-

jährige Ausstellung zahlreihe Dokumente aufweist. Seine frübesten

Portrâts (zwei Oelbilder und eine Bleistiftzeihnung ohne Katalo( nummer) find befangene Leistungen, aus denen man wver- gebens die Zukunft ibres Schöpfers zu entziffern versucher

wird. Erst unter dem Einfluß Courbet's, dessen Bilder 1869 die Münchener Malerwelt alarmierten und die Leibl no< in demselben Jahre nah Paris lo>ten, bildete er jene breite, fle>ige und dunkeltêônige Manier aus, von der mehrere Beispiele sich in der Ausstellung finden. Ueberhaupt reflektiert die franzöfishe Maltecnik, wie sie am Studium der großen Spanier sich damals ausbildete, seb stark in den Werken der Pariser Zeit. An Manet's etwas kalte Farbengebung erinnert ein männlihes Brustbild (142): auch den liegenden Savovardenknaben, das Damenporträt (141), den präcbtigen Cbarakter- graubärtigen Herrn (obne Nr.) kann man \i< nur in Pari tanden denken. Aber auch in den ganz breit gehaltenen

% Le L D! eincs gra +4. L L

L

L4H

k - - Y b N J -. überrascht stets Leibl's Festigkeit der Modellierung, sein sichere

Ca A Ke Î

für das Wesentliche. In späterer Zeit geht er immer mehr den Finzelbeiten nach, die Farbigkeit wächst (z. B. in dem liebentwürdigen Bilde einer oberbayerishen Bâäuerin 156); die zablreichen Studien

F 5 ind Fragmente aus zers<nittenen Bildern geben darüber Aufs{luf Von der Wucht sciner Charakteristik überzeugen die beiden Wilderer (146): furz, die Kollektion Leibl gewährt einen vortrefflichen Ueber- bli> über die Entwi>elung und Bedeutung dieses Genies, an dem sich viele Nachstrebende aufri<bten und bilden können.

n

Gesundheitswesen, Thierkrankheiten und Absperrungs- Maßregeln.

Nach der im Kaiferliben Gesundheitsamte bearbeiteten Statistik über die Verbreitung von Thierscuchen im Deutschen Reiche während des 4. Vierteljahres 1900 ist die Maul- und Klauenseuche in 4768 Gehöften (gégen 4597 im 3. Vierteljahr 1900) mit einem Ge- sammtbestande von

77 626. Rindern .

pad . gegen 58 977 îim 3. Vierteljahr 1900, 61 326 Schafen

38 588

- e e

L ° a 4. E s É Ÿ E: 2. O. 5 E zusammen 172 602 Thiéren gegén 126 189 Thiéren im 3. Vierteliahr

1900 ausgebrochen. Die Au

rüdhe vertbeilen si auf

*) Vgl. Nr. 110 d. Bl.

19 a p ¿e

72 Regierungs- 2c. Bezirke

E L eb l Ss

1456 Gemeinden «. . . ... Ueberhaupt verseucht waren :

23 Cat i mis «

77 Regierungs- 2c. Bezirke .

E A L

1950. Gemeinden x. „.. ..+

6696 Gehöfte. . ….

599 von den im Deutschen

12 Staaten .

168 Kreise 2c. h 348 Gemeinden 2c. 676 Gehöfte

sowie von Früchten,

Nr. 100 vom 29 April 1901).

der Postdampferdienst

mehr ftatt.

Bremen, 23. Maïi.

S 5

tommend, 22. Mai a. d

Azoren

Galveston v. Ost-Asien, 22. Mai d. passiert. angek. „Köln“ 22. furt“ 22. Mai v. Bremen in Bremen in New York, „Trave“ 23. Mai in Neapel, Aden angek.

angek. v. Vigo n. Bremen abgeg. und „Oldenburg“, n. Australien gekommen.

v. Cherbourg abgeg. Dover pass. „Rhenania“, Havre abgeg. in Lissabon, n. d. La Plata, 22. Mai fommend, 22. Mai v. Havre abgeg. 22. Mai Dungeneß pass.

Dampfer „Dunottar Castle“

kommen.

in Rotterdam uud „Potsdam“, v. Boulogne sur mer angekommen.

49 Regierungs- 2c. Bezirke

d. Weser angek. „Prinz Heinrich“ n. Bremen abgeg. zprinzeß Irene“, v. Ost-Asien, 22. Mai in Suez Mai v. Baltimore n.

„Prinz-Negent Luitpold“, „Kaiserin Maria Theresia“, v. New Vork kommend, 23. Mai Scilly pa}. / „Preußen“, v. Ost-Asien, 23. Mai in Schanghai „Bonn“, v. d. La Plata und „König Albert“, v. Ost-Asien kommend, best., 23. Mai in

-

„Segovi London, 23. Mai. (W. T.

oíé f Ausreise je!tern auf Qusrelle

Rotterdam, 23. Mai. (W. Linie. Dampfer „Maasdam“, v. New York n. Rotterdam, Mittwoch

Baltimore und

L

. . gegen Z im 3. Vierteljahr 1900,

O L ¿ a

1061 - s E Æ . gegen S im 3. Vierteljahr 1900,

F D - o "

- 444 “U -

e: 1524 , ü -

é: GHGSs

Die Seuche hat anfangs an Ausbreitung gewonnen, nachher aber wieder abgenommen und- gegen Ende des 4. Vierteljahrs 1900 den tiefsten Stand während des ganzen Jahres erreicht.

Reich vorhandenen 1056 waltungsbezirken (Kreise, Amtsbezirke 2c), gegen 607 im 3. é jahr 1900. Von den bei Beginn des 4. Vierteljahrs 1900 bereits verseuchten 191 Kreisen 2x. blieben 42 von neuen Ausbrüchen verschont, während in 149 die Seuche no< weiter um si griff. wurden 266, seuchefrei dagegen 289 Kreise 2c. 4. Vierteljahres 1900 waren no< verseucht :

Seuchefrei blieben fleineren Ver- 3. Viertel=-

Neu betroffen Am Schlusse des

gegen 17 bei Beginn, i I " r

E v 494 t o , „39-4928 Ü e

H P ; Verhältnißmäßig ám stärksten verbreitet war die Seuche Ende Dezember 1900 wiederum im Regierungsbezirk Schwaben.

Rumänien. S

Die Königlih rumänishe Regierung hat die bisher für Her- fünfte aus Bassorah, dem Persischen Golf, Alerandrien und ganz Egypten bestehende le<hstägige Quarantäne auf zehn Tage ausgedehnt und gleichzeitig, abgesehen von den in Titel TV Kapitel 11 der Venediger Sanitäts-Konvention aufgeführten Gegen- ständen, die Einfuhr von Wolle, Pelzwaaren, Baumwolle, Tauwerk | Gemüsen und Konserven Pläßen verboten (vgl. „R.-Anz.“ Nr. 159 vom 6. Juli 1900 und

aus den genannten

Die bisber für Herkünfte aus Konstantinopel bestehende zehntägige Quarantäne ist aufgehoben und durch eine ärzt - liche Untersuchung erseßt worden.

Die Häfen von Konstanza und Mangolia sind geöffnet; wird wieder f Desinfektion der aus der Türkei kommenden Briefsä>ke findet niht (Vgl. „R.-Anz.“ Nr. 111 vom 10. d. M.)

Verkehrs-Anftalten.

Laut Telegramm aus Cöôln (Rhein) hat die zweite englishe Post über Ostende vom 23. Mai in Cöln den Anschluß an Zug 31 nah Berlin über Hildesheim wegen widriger See und infolge s{hle<ten Wetters nicht erreicht.

reme i. (W. T. B) Nort ampser „Gera* (Marinedienst) 22. Mai in Tfingtau, „Norderney“, 23. Mai Prawle Point pafs.,

aufgenommen, eine

Norddeutscher Lloyd.

„Freiburg“, „Aller“, n. New York, 23. Mai v. Penang

Bremen abgeg: „Frank-

„Barbarossa“ v. und „Werra“, von New Vork, v. Australien, in

Brasilien kommend, 22. Mai

Anwerpen an-

_ Hamburg, 23. Mai. (W. T. B.) Hamburg - Amerika- Linie. Dampfer „Deutschland“, v. New York n. Hamburg, 22. Mai

„Batavia“, v. New York n. Hamburg, 23. Mai v. Hamburg n.

„Valdivia“, v. Bahia n. Bremen u. Hamburg, 22. Mai „Troja“, v. Hamburg n. Mittelbrasilien, und „Etruria“ in Buenos Aires angek.

Curbaven

Westindien, 22. Mai v.

in Vliffingen eMacedonia“, v. Hamburg pass. „Savoia“, v. Ost-Asien „Holsatia“, v. Ost-Asien kommend, a“ 22. Mai v. Moji abgegangen.

B.) Union - Castle - Linie. in Kapstadt ange-

T. B.) Holland -Amerika-

Rotterdam n. New York beute in

Theater und Musik.

Königliches Opernhaus.

Mit Allerhöchster Genehmigung ging gestern zum Besten der Mildwida“, Frauenvereins zur Ünterstüßung armer Musiker- Wittwen und -Waisen, zum ersten Male an dieser Bübne Charles Lecocgq's komishe Oper „Mamsell Angot“ in Scene Seine erste Aufführung überbaupt erlebte dieses be- fannteîte der zablreiden Tonwerke des französis{en Komvonisten 1872 in Brüfsel und wurde dann im Frübjaht 1873 in Paris, sowie Ende November desselben Jahres im jeßigen Deutschen (damaligen Friedrih - Wilbelmstädtishen) Theater zu Berlin gegeben. Es hatte einen derartigen Erfolg zu verzeichnen, daß es hier bereits im Mai 1874 seine bundertîste Wiederbolunag er- fuhr, seitdem no< geraume Zeit den Spielplan des genannten

| Theaters beberrshte und seinen Gang au< über die Bübnen vieler | anderer deutshen Städte nahm D gestrige Wiedergabe | bot ein um so größeres Interesse, als sie in der denkbar | besten Besezung mit den ersten Kräften der Königlichen Vper stattfand. Die Erwartungen , mit denen man ibr daber entgegensah, wurden auch in jeder Beziebung erfüllt: das flotte Zufammenspiel und die künstleris< einwandfreien Einzelleistungen fanden dur die feinfüblige, sichere Leitung des Herrn Kapellmeisters | Walter, sowie die von Herrn Ober-Regisseur Tetlaff ges<i>t besorgte

Infcenierung und die wirksame Unterstützung. [reudigite Stimmung versetzt

rufen der Darsteller kundgab

in Scene: Gontran: Christine: Frau Herzog;

Therese

stilgemäße Das gut beset: wélche "ih | offener Scene und na jedem Aktichluß, sowie Von den letiteren

Brüll’'s zweiaktige Oper „Das goldene Kreuz“ Herr Philipp Fräulein Rotbanser

Im Königlichen Schaufspi

Herr Staminer |

| führung von Calderon's Lustspiel | fannten Besezung statt.

°

L Ms diegene Ausstattung eine ‘eute Haus wurde in die beifallé- 1 lebhaftem Applaus bei in wiederholten Hervor- machten fich besonders

S a die Vamen Herzog (Clairette Angôt) und Goeze (Mlle Lange) vers dient, welche diese Partien nicht allein mit ihrer befannten Gesangs- kunst meisterlih wiedergaben, londern au< durch frisches, fröbliches Spiel höchst ansprehend zu gestalten wußten Daéselbe gilt pon den Verren Lieban (Pomponnet Philipp (Ange Pitou), Knüpfer (Larivaudiöre). Au in den fkleineren Evisoden- kamen 1. A. Fräulein Kopka als erste Dame der Halle, sowie Herr Bollmann, letterér als Gast, in der Rolle des jungen Stzter Trenitz, zu bester Wirkung.

Im Königlichen Opernhause wird morgen das Ballet «Ascbenbrôdel* von Johann Strauß gegeben. Vorber gebt Ignaz

in folgender Besetzung Pariset : Berger : Vombardon:

Gerr G

elhaufse findet morgen eine Auf- Zwei Eisen im Feuer* in der bes

G it R R B G t Ei Oi Lat E G a E (S FE E S Et R E C E R E

2 TX 4 Ì

F

h

f

d

j

4

F

F

t 4

m Ï j

1

H

L

#2

Ü Î

Î #

| 5 i