1901 / 148 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

Für den Fall, daß die von der t-NRi Direktion mit ber öfen See euer Sotietat einzuleitenden lungen zu dem Grg hren sollten, daß bente en Kreditverbundenen beider Kreditinstitute, welhe ihre bisher bei einer Grün F n f a i e thi N Bier Fan: E

enen, inlän au ei egründeten Feuer - Ver- gegefell s Do hriftsmäßig versicherten Gebäude beim Ab-

auf diefer cherung bei der öffentliden Feuer-Sozietät versichern, das Eintrittsgeld erlassen wird, sollen die vorbezeichneten Kredit- verbundenen verpflichtet n beim Ablauf ihrer gegenwärtigen Ver-

| ng ihre Gebäude bei der öffentlihen Feuer - Sozietät zu ver- decn *

Ministerium der geistlihen, Unterrichts- und Medizinal-Angelegenheiten.

Dem Ober - Regierungsrath D. Dr. Lahmeyer ist die Stelle als Direktor des Provinzial - Schulkollegiums in Cassel übertragen worden.

Der bisherige Präparanden-Anstaltsvorsteher Johannes Janusc<h aus Lände> ist zum Kreis - Schulinspektor ernannt worden.

Ministerium für Handel und Gewerbe. Der Lehrer an der Königlichen höheren Maschinenbau- s{hule in Breslau Förster ift zum Königlichen Oberlehrer ernannt worden.

Abgereist:

Seine Excellenz der Staats- Schönstedt, nah Cöln.

Angekommen:

Seine Excellenz der Präsident des Evangelischen Ober- Kirchenraths, Wirkliche Geheime Rath D. Dr. Barkhausen, aus Karlsbad.

und Justiz - Minister

Nichfamfliches. Deutsches Rei <.

Preußen. Berlin, 25. Juni.

Der Bundesrath versammelte si< heute zu einer Qi: Vorher beriethen dié vereinigten Aus\{hüsse für die Verfassung und für Justizwesen, die vereinigten Aus- shüsse für die Geschäftsordnung und für Justizwesen, sowie die D O Ausschüsse für Handel und Verkehr und für Justiz- wesen.

Die von der Aufsichtsbehörde Geschäftsrevision der Pommerschen Hypotheken- Aktien-Bank ist, soweit es si< um die Prüfung des Hypothekenbestandes handelt, zu einem vorläufigen Abschluß gelangt. Diese Prüfung ist von dem banktehnishen Beamten des hiesigen Polizei-Prä}fidiums unter Zuzichung einer Anzahl unparteiischer, sachverständiger Herren, zum theil auch in Gemeinschaft mit den von dem Aufsichtsrathe der Gesellschaft bestellten Delegirten vorgenommen; eine große ländliche Be leihung ist außerhalb der Kommission dur zuverlässige Sachverständige nachgeprüft. Die Schäßung der Kom- mission ist mehrfa<h bedeutend hinter den von den Bank- taratoren angenommenen Schäßungswerthen zurückgeblieben. Mit Rü>sicht hierauf mußte der Bankverwaltung Gelegenheit gegeben werden, die Abweichungen der Taxen ihrer Sachver ständigen von denjenigen der Revistons-Kommission thunlichst auf- uflären. Zu dicsem Zwe>te sind ihr 26 bejonders prägnante Lille, die zu erhebliheren Beanstandungen Anlaß geboten aben, zur „Aeußerung und zur Rechtfertigung der eigenen Schäßungsergebnisse mitgetheilt.

ie Bank ijt nah Kenntnißnahme der von der Prüfungs- kommission als maßgebend angeschenen Gesichtspunkte und na< Anhörung ihrer eigenen Sachverständigen bei der Auf- fessung geblieben, daß die Schäßungen der leßteren zutreffend eien, während dic Prüfungs-Kommission troß der gegebenen Erläuterungen der Banktaxen an ihren Ausstellungen in vollem Umfange festgehalten hat. Inzwischen hat bekanntlich die Generalversammlung der Aktionäre aus sih heraus unter Be- theiligung der Vertreter mchrerer Großbanken eine Prüfung der Gesammtverhältnisse der Bank beshlossen, wodei die Prüfung der Sicherheit der Hypotheken einen Haupttheil der Aufgabe bildet. Erst wenn diese Prüfung abgeschlossen, wird die Auf sihtsbehörde in der Lage sein, zu den obigen Schäßungs- differenzen endgültig Stellung zu nehmen.

Zst mithin die Lage der Bank vom Standpunkt der Aktionäre aus noch als ungeklärt zu betraten, so genügt do das vorliegende Material für Beurtheilung der Lage der Gläubiger, insbesondere der Jnhaber der ausgegebenen Hypothekenpfandbriefe.

Unter Zugrundelegung der Schäßungen der Kommission ergiebt fih folgendes Bild:

Die Anlage im Hypothekengeshäft betrug am 31. De- zember 1900

204 814 000 M

Hiervon befanden si< im Gewahrsam des Treuhänders 191 461 000 M

veranlaßte allgemeine

während der Nest von 13 353 000 M als sog. freie Hypotheken nicht als Pfandbricfunterlaze diente. Von den Ünterlage-Hypotheken sind seitens der Prüfungs- kommission nur 158 000 000 M

als zur Pfandbriefde>ung voll geeignet angeschen, also as Las 461 000 M ungeeignet eyt.

Dee theken zum Gesammtbetrage von 33 461 000 M T Tre e als ganz oder au< nur als zum le werthlos vom Unterlagebestande gestrichen . Die oedung erfolgte vielmchr bei 1844000 M, bis auf 100090 Æ als dur< die Grundstücswerthe Þ gech wurden, weil diese Hypotheken wegen eit der Objekte, also aus prinzipiellen Gründen, / oder siatutarischer E B gur Tung verwendet werden durften. 600 M na< Auffassung der Kommission die zulässige

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Kommis angenommenen 1 werthe, während der übrige ag in Höhe von 8017 Á über die ermittelten Werthe hinausging. Jm Ganzen find somit 8117000 seitens der Kommission als werthlos betrachtet.

Von den freien Hypotheken zum ved g gg von 13353 000 # sind 3900 Á6 als dur<h den Werth der beliehenen Grundstü>ke gede>t angesehen worden.

Seit dem 31. Dezember v. J. hat der Status der Bank erhebliche Veränderungen H ren. Es sind für den 20. Juni d. J. folgende Zahlen festgestellt :

Die Anlage im Dp engen ist auf

192 444 zurückgegangen. In den Händen des I befanden si<h hiervon M 178 437 000, von denen der Amortisationsfonds mit 4 165 000 abzuseßen ist, während ein als Pfandbriefde>ung dienender, in Gewahrsam des Treuhänders befindliher Baarbetrag von #4 283 hinzutritt, sodaß als Pfandbriefunterlage Hypotheken im Nenn-

werth von 178555 000 M vorhänden sind. An freien Hypotheken sind 14 000 000 M vorhanden. Von ihnen wérden nah der Schäßung der Kom- mission mindestens 4 Millionen Mark durch die Werthe der beliehenen Grundstü>e gedet. Die Veränderung üm Bestande der Unterlage-Hypotheken erklärt sih daraus, daß

: 14713000 Æ dur<h Zurücfzahlung oder Verkauf in Abgang gekommen sind,

während 1689000 M

hielt : Kommisiion ang hielten s jed

hinzutraten.

Nach Abseßung der seit dem 31. Dezember v. J. aus- geschiedenen Hypotheken von dem damals vorhandenen Bestand an Unterlage-Hypotheken verbleiben 176 748 000 s, von denen na<h dem Ergebniß. der Hypothekenprüfung 143 989 000 M zur Pfandbriefdeung geeignet sein würden; als ungeeignet wären mithin von dem am 20. Juni d. J. vorhandenen Bestande an Unterlage-Hypotheken 32 759 000 M abzuseßen, wenn die von der Revistons-Lommission niht geprüften, seit dem 31. Dezember v. J. hinzugetretenen 1 689 M ihrem ganzen Betrage nah als zur Unterlage geeignet angesehen werden können.

Am 20. Juni d. J. betrug der Pa e etamiaus (gegen- über einem Betrage von 181 825 600 # per 31. Dezember 1900) 174902900 M

In den Händen des Treuhändlers befanden sih dagegen

178 555 000 M Unterlagen, von denen die i vmirro: cabag mige ‘atio M8 117 000 (die Zahl ist dur die Veränderungen im Hypothekenbestande seit dem 31. Dezember v. J. - niht beeinflußt worden) als werthlos betrahtet hat. Von den Unterlagen bieten mithin nah Ansicht der Kommission

170438000 M den Pfandbriefen thatsählihe De>ung, während für

4464 900 M

die De>kung aus dem sonstigen Vermögen der Bank zu ent- nehmen wäre. Daß diese De>ung zu beschaffen ist, ergiebt sich {hon aus der Erwägung, daß allein yon den freien Hypotheken nah Ansicht der Prüfungs-Kommission vier Millionen Mark in den Grundstü>swerthen ausreihende Deckung finden.

Es kann somit, wie das auch bereits seitens des Ver- treters der Auffichtsbehördé in der Generalversammlung der Aktionäre der Pommerschen Hypotheken - Aktien - Bank vom 8. Juni d. J. ausgesprochen ist, für die Pfandbrief- besißer kein Anlaß zur Beunruhigung gefunden werden, weil die Hypothekenpfandbriefe selbst dann gede>t sein dürften, wenn den niedrigeren Schäßungsergebnissen der Prüfungs- Kommission in vollem Umfange beigetreten würde. Es läßt fich erwarten, daß die neue Verwaltung des Jnstituts Hand in Hand mit der Aufsichtsbehörde die Nekonstruktion betreiben wird, wobei es als erste Aufgabe erscheint, sobald als dies irgend ausführbar, für die Beschaffung einer den geseßlichen und statutarishen Vorschriften in sahliher wie in formeller Hinficht voll entsprehenden Pfandbriefde>ung Sorge zu tragen.

Laut Meldung des „W. T. B.“ ist der Dampfer „, Gera“ mit dem General-Feldmarschall Grafen von Waldersee und dem Armee-Oberk ommando an Bord am 23. Juni Vor- mittags von Nagasaki über Batavia und die Seychellen nah Aden E

Die Panzer-Division, Chef: Kontre-Admiral Geißler,

| ist am 22. Juni in Colombo eingetroffen und wird am 26. Juni

von dort die Heimreise E:

S. M. S. „Irene“, Kommandant: Fregatten-Kapitän Gildemeister, ist am 23. Juni in Wusung angekommen und beabsichtigt, am 27. Juni von dort na< Amoy in See zu gehen.

S. M. S. „Gefion“, Kommandant: Fregatten-Kapitän Bredow, ist am 23. Juni in Schanghai eingetroffen.

S. M. SS. „Gefion“ und „Zrene“ werden, nah dem S einiger Häfen auf der ostasiatishen Station, voraus- sihtli<h am 11. Juli in Singapore ankommen und an dem- selben Tage dort gemeinsam die Heimreise antreten.

Das Torpedoboot „S 104“ ij am 22. Juni in Elbing glü>li<h vom Stapel gelaufen.

Kiel, 25. Juni, Seine Majestät der Kaiser und König begab Sich gestern Mittag, wie „W. T. B“ meldet, auf dem Torpedoboot „Sleipner“ na<h der Außenrhede, um den Berlauf der Regatta der Sonderklasse zu beobahten, Nachmittags wohnten Jhre Majestäten der Kaiser und die Kaiserin an Bord der „Hohenzollern“ dem Wettrudern der Fähnriche, Seekadetten und Schiffsjungen bei. Abends fand zu Gen Jhrer Majestäten bei Ihren Königlichen Hoheiten dem Prinzen und der Prinzessin Heinrih im Schloßpark ein Gartenfest siatt, zu welhem dje hier anwesenden Fürst: lihfeiten, die Spi der Zivil- und Militärbehörden, die Offizierkorps mit ihren Damen 2c. geladen waren,

Heute bid begab Sih Seine Majestät der Kaiser mit Seiner Königlichen D oheit dem Großherzog von Sachsen

innerhalb der von der

„und Seiner Hoheit -dem zu Shleswig-Holstein-Sonderburg-Gl ie „Zduna“ E ‘he

die ariferi E U Gd le Katjerin auf der Yacht „Hohenzollern“.

Seine Königliche oheit ¡Be dendolle Rupprecht vo Bayern af aue Vormittag 10 Uhr 40 Minuten hier ei und begab si< sofort an Bord der „Hohenzollern“. F

Baden.

Jhre Königlihe Hoheit die e qavringesfin von S

Schweden und Norwegen hat, wie „W. V Hoi gestern von Baden - Baden die Rü>reise nad) Schweden eb

getreten.

Oesterreich-Ungarn.

Das Wahlcomits des verfassunqstreuen Groß grundbesißes Böhmens einstimmig eine Kundgebung beschlossen, in welcher ent Großgrundbestßz für den böhmishen Großgrundbesiß In der Kundgebung wird fassungstreuen (C roßgrundbesißer, welhe niht nur die Wendung in den inneren Verhältnissen freudigst i

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genomnten

T E die politishe Methode zu würdigen wüßten er diese Erfolge zu verdanken seien, die Wahlreform rage nur auf dem Boden It Verhandlung und Verein: Ae „niht nur zwischen den beiden Gruppen des Groß: grundbesißes, sondern auch mit allen jenen Faktoren, welche ae AMOage darüber mitzuentscheiden hätten, für lösbar ex- achteten.

Großbritannien und Jrland.

__Das Unterhaus seßte gestern die Debatte über das A fort. Der auf den Zu>erzoll be üglide a wurde, wie „W. T. B.“ meldet, mit 24 gegen 169. Stimmen angenommen. Der Schaßkanzler Sir Mich Judee Beach erklärte im R der Verhandlung, der ny

u>erzoll sei keine Kriegsauflage, sondern zur Det der allgemeinen Finanzbedürfnisse des Landes bestim, Es seien ihm weder amtlihe no< sonstige Einwendung vom Auslande * gegen das Zugeständniß zugegangen, ive den englischen NRaffineuren gewährt werde, um sie auf gleidhen Fuß mit den ausländishen Raffineuren zu stellen. Jm weiteren cl ul der Berathung erklärte der Schaßkanzle u dem den Kohlenausfuhrzoll betreffenden Para raphen,

die Kohle, welche auf Grund von Verträgen zur Ausfuhr

gelange, die abgeschlossen seien, ehe das Budget dem Parlament Nea egt worden sei, mit einigen Ausnahmen bis Ende Sey- tember von dem Zoll frei bleiben werde.

Frankreich.

Auf einem gestern zur Feier des Geburtstages des Generals Hoche in Versailles veranstalteten Bankett hielt der Sar Caillaux eine Rede, in welcher er, wi: „W. T. B.“ berichtet, darauf hinwies, daß der General Hohe eine Militärherrshaft verabscheut * habe. Der Nédner wider legte ferner die Angriffe derjenigen, welche behaupteten, di Regierung der Republik sei eine Gegnerin des Heeres. Kein Regierung habe fo viel für das Heer gethan wie die der Republik. Uebrigens gen das Heer ein so großes Pflicht: gefühl, daß alle Versuche, diesen Theil der Nation von dem anderen zu trennen, gescheitert seien und immer scheitern würden.

Der als Staatsgerich tshof konstituierte Senat begann gestern Nachmittag 2 Ühr die Verhandlung gegen den Grafen de Lur-Saluces. Der Anwalt des Grafen, Boyer, stellic den Antrag, daß alle Senatoren als Mitglieder des Staats: gerihtshofes fungieren sollten, da der jeßige Prozeß von dem ersten unabhängig sei. Der Staatsanwalt Bernard erwiderte, daß nur diejenigen Senatoren, wel<he im ersten Prozesse als Mitglieder des Staatsgerichtshofes fungierten, den Grafen de Lur - Saluces abzuurtheilen hätten. Nach einer Replik Boyer's wurde die Sißung unter brochen. Der Staatsgerichtshof berieth dann über den Antrag Boyer's, der, wie der Vorsißende Falliè res nach der Wieder- aufnahme der Sißung mittheilte, vom Gerichtshof abgelehnt wurde. Sodann begann der Aufruf der Zeugen, von denen sih mehrere, darunter Paléologue, nicht eingefunden hatten Es folgte hierauf die Vernehmung des Angeklagten durch der Vorsißenden. Der Graf de Lur-Saluces verlas eine lano Erklärung, in welcher er sein Bedauern darüber aussprat daß es ihm noch nit gelungen sei, die Nepublik zu stürzen Er tadelte hierin ferner den Dreyfus-Prozeß sowie die gegen das Heer gerichteten Angriffe. Schließlich s{ilderte er die Rolle, die er espielt habe, übernahm arde die volle Verant- wortlihkeit und behauptete, daß er das Necht gehabt habe, so zu handeln, wie er gehandelt habe. Der Vorsißende Fallières richtete noch verschiedene Fragen an den Grafen de Lur-Saluces, welche dieser aber unbeantwortet ließ. Die Sißung wurde dann aufgehoben.

Rußland.

Wie dem „W. T. B.“ aus Peterhof gemeldet wird, lief gestern Mittag die Yacht „Alexandria“ mit dem Großherzog, der Großherzogin Anasasia von Me>lenbura Schwerin und der Herzogin Cecilie zu Me>lenburg an Bord im dortigen Hafen unter Geschüpsalut ein, nahdem die Höchsten Herrschaften die „Swetlana“ in Kronstadt ver- lassen hatten, Zum Empfange hatten si<h der Kaiser, die Königin von Griechenland, meIrere Großfürsten und Bera D) Sr N Aen, 0jiveihs hohe Würdenträger und auch der deutsche Botschafter Graf von Alvensleben eingefunden. Nach herzlicher Deus ung seitens des Kaisers schritt der Großherzog mit Seiner 07 die Front der Ehrenwahe ab, Dann verabschiedeten sh die Me>lenburgischen Herrschaften von dem Kaiser und fuhren mit dem Großfürsten Michael Nicolajewitsh nah dessen Besigung Michailowka,

Spanien,

Die auf dem Wege nah Madrid befindlihen regiona- listishen (fkatalanishen) Abgeordneten sind, nah einer dem „W, T. B," zugegangenen Meldung, gestern in Barcelona eingetroffen und von der Bevölkerung mit den Pg Drn Zurufen: „Es lehe das freie Catalonien!“ „Tod den Dieben!“ „Nieder mit Madrid!“ begrüßt worden.

ion zu Ruhestörungen gekommen, Eine große menge empfing die Prozession mit feindlichen Zurufen,

Jn Alcoy (Provinz Alicante) ist es gelegentlih einer os N, its y n

Herzog Friedri erd : Â inanz

b ilnahme an der großen Seere atta sit Vormittags folgte Jhre Majes,

hat, dem „W. T. B.“ iufolasl

Stellung gegen die im Landtage von dem tnseroutad j jüngst eingebrachten Wahlreformvorschläge |

wird, * betont, daß die ver

ifi dem das Kruzifix und zerbrah es. Darauf kam entrih i Ffeiten; von beiden Seiten fielen Sto>schläge und wurden Steine geworfen. Die Gendarmerie mußte einschreiten. Viér Personen wurden ernster verlegt, einige erlitten leite

en. Verschnng Türkei.

Aus Konstantinopel vom 23. d. M. erfährt „W. T. B.“,

der russishe Botschafter Sinowjew habe der Pforte mit- etheilt, daß das russishe Geshwader, welhes Mitte Auli zum Besuch der bulgarischen Häfen eintreffffe, au<h die am Schwarzen Meere gelegenen türkischen Häfen anlaufen erde. 2 Der Sultan hat den Ministerrath beauftragt, die Lage an der türkis<-serbis<hen Grenze zu studieren und Ma1ßnahmen zu treffen, um neuen Zwischenfällen vorzubeugen. Bulgarien.

Gegen se<s im Zusammenhang mit dem Prozeß Sarafow verhaftete Mitglieder des macedonischen Comités, unter denen der O Dawidoff ih befindet, ist, dem „W..T. B.“ zufolge, die Untersuchung ein- gestellt worden. Es bleiben no< vier Mitglieder, darunter Sarafow selbst, in Haft.

Asien.

Dem „Reuter'schen Bur eau“ wird aus Tientsin vom

24. d. M. gemeldet, der <inesishe General Mei habe an diesent Tage die fremden Generale und die provisorischen Gouverneure der Stadt besu<ht. Der General Mei habe die Verwaltung eines bestimmten Bezirks übernommen und wolle auf Unterdrü>ung der Räuber und Boxer hinwirken. Zwei seiner Leute seien verhaftet worden, weil sie Munition fort- eschaft hätten. Die unter dem Namen „Vereinigung er Landleute“ bekannte Bewegung gewinne an Aus- dehnung. Es handle sih dabei um ausgesprochen fremden- feindliche Bestrebungen, um Borerthum unter einem anderen Namen.

Dem Beispiele der übrigen Großmächte folgend, hat, wie „W. T. B.“ erfährt, au<h die österreihis<-ungarishe Regierung die Verminderung der Seestreitkräfte in Ost-Asien angeordnet. Die Schiffe „Kaiserin Elisabeth“ und „Zenta“ werden demnächst die Heimreise antreten, das De- tachement in Peking ist auf 100 Mann vermindert worden.

Nach einer Meldung des „Neuter’shen Bureaus“ aus Manila vom gestrigen Tage hat sh der Be der auf- ständischen Filipinos, General Cailles mit seinem Stabe und 650 Mann dem General Summer ergeben.

Afrika.

Der Oberst Swayne, der Befehlshaber der gegen den Mullah kämpfenden R Truppen, meldet in einer amt- lichen Depesche, er habe den Mullah und dessen Truppen bis an die Grenzen des Mejertain - Landes verfolgt. Der Mullah sei mit seiner ganzen Habe nah Mudug, ein Theil seiner Gefolgschaft in der Richtung auf Jllig entkommen. Britische Truppenabtheilungen hätten den Mullah bis auf 36 Meilen von Mudug verfolgt und fünfzig Mann seiner Truppen ge- tödtet. Die Verfolgung sei dann aufgegeben worden, da die Pferde erschöpft gewesen seien. Der Oberst Swayne sei nah Bokstete zurü>gekehrt, um den Alighery-Stamm zu bekämpfen.

Eine Depesche Lord Kitchener’ s aus Pretoria besagt, daß seit seinem leßten Berichte über die Erfolge seiner Truppen 41 Buren getödtet, 27 verwundet und 160 gefangen genommen worden seien, 70 hätten fi<h ergeben, große Massen von Munition, 264 Wagen, viele Pferde und Vorräthe seien erbeutet worden.

Einer Meldung des „Neuter’shen Bureaus“ aus Kap- stadt zufolge, operiert der Oberst P ither mit Erfolg im Westen des Vranje-Freistaats. Eine fliegende Kolonne hat am 17. d. M. Bullfontein beseßt, ohne auf Widerstand zu stoßen. Während der Operationen wurden 8 Buren gefangen genommen, 500 Pferde, eine Anzahl Rindvieh und Wagen erbeutet. 6

Ueber das (Gefecht bei Waterkloof, 30 englische Meilen westlich von Crado>, bringt das „Neuter'she Burcau“ jezt folgende Einzelheiten: Eine Erkundigungsabtheilung der Midland Mounted Rifles, die zur Verfolgung des Kommandanten Malan ausgesandt war, {lug am Mittwoch bei Waterkloof éin Lager auf. Als der Buren- Kommandant Kruißinger davon Nachricht erhalten hatte, eilte er herbei, wartete aber mit dem Angriff bis Tagesanbruch, gerade als die britis<he Truppe fi<h zum Aufbruch anschi>te. Die Buren überschütteten das Lager mit Geschossen. Das Gefecht dauerte zweieinhalb Stunden. Der Verlust der Eng- länder betrug zehn Todte und elf Verwundete.

Kunft und Wissenschaft. M

“Keuerwerbungen für die Sammlung der Skulpturen und Gips8abgüsse der Königlichen Museen. .…_ Nach den „Amtlichen Berichten aus den Königlichen Kunst- Jammlungen* wurde im erften Quartal des laufenden Jahres [ur die Sammlung der antiken Originalskulyturen im Kunít- handel das Marmorrelief eines nah re<ts sreitenden bärtigen, in den Mantel gehüllten Mannes, der im linken Arm ein grozes Füllhorn, in der vorgestre>ten Rechten eine bâlt, erworben. Ueber und re<ts neben dem Kopfe

Relief, einst im Besitz des dal Pozzo und für ihn gezeichnet, war seit Jahrhunderten verschollen. Au< Win>elmann kannte es nur aus er Zeichnung. Es war ihm wichtig als Muster des nageahmt- rthümlichen Stils. Nah den Formen der Schrift gehört das Relief der Zeit um 200 n. Chr. an.

In der Abtheilung der Bildwerke der <ristlihen Epoche wurde namentlich die Samutuig der Bronzen in den Monaten Januar bis März durch vers{Wiedene Zuwendungen bereichert. Frau Liebermann Seerwies aus der Sammlung ihres verstorbenen Gatten die sizende Tigur eines na>ten Fischers, eine vorzü [ich ausgeführte, fharf zifelierte zronze im Stil des Giovanni da Bologna. Die Züge der grotesken Gestalt sind portraitartig. Vielleicht ist ein Hofzwerg des Großherzogs

ofimo von Toskana dargestellt. Die bekannte Figur von Giovanni da Bologna, die Architektur“, deren Marmororiginal im Bargello zu Florenz steht, kam in einem \<ön patinierten Eremplar in die Samm- ung durch die puwendung des Herrn G. M. N. Eine kleine, schr naturaliftish gebildete Christusbüste, die ein ungenannter Geber über- wies, anscheinend spanischen Ursprungs und aus der ersten Hälfte des 16, Jahrhunderts, ist um so willkommener, als spanishe Bronze- dieser Zeit von größter Seltenheit find. Herr Geheimer pegationsrath bon Dirksen schenkte eine graziès bewegte Statuette, s N eager darstellt, eine italienishe Bronze von etwa 1560, vortreff n Pierino da Vinci zuges werden darf und ein j Gegenstü> bildet zu einer néfigur desselben Stils,

die bereits in der Sammlung war. Eine interessante, in der

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pa Sale Ï Sr steht die | Weihinschrift: 1 O M SUMMO EXSUPER[AN TISSIM[O. Das |

‘überwiesen. Dargestellt ist ein Baum, an dem ein Kn

Erfindung sehr merkwürdige Bronze, die den Stil des Bellano zeigt, wurde von einem Gönner, der nit genannt zu e wünscht, abe empor- langt, um éine große Heuschre>e zu fangen. Die Sammlung der Thonmodelle wurde durch cine uwendung des Herrn James Simon um die sehr sorgfältig durchgebildete Figur einer knicenden Maria von einer Anbetung des Chriftuskindes bereichert. Die etwa eindrittel- leben8große Gestalt ist dem Charakter nah italienis<, aus der Zeit um 1560, wahrsheinliÞ die Arbeit eines neapolitanischen oder römischen Meisters. Endlich überwies Herr Professor Josef von Kopf in Rom ein Marmorrelief, das aus Spoleto stammt, ent- schieden an die berühmten Reliefs der Fassade des Doms von Orvieto erinnert und als eine der seltenen mittelitalienishen Bildwerke des X1V. Jahrhunderts eine willkommene Bereicherung der Sammlung darstellt. Das durh seine leuhtende warme ggrde ausgezeichnete Relief zeigt Christus am Kreuz, betrauert von Maria und SokaniteR

In der Junisißung des Vereins für Geschichte der Mark Brandenburg las Professor Dr. Hintze das einleitende Kapitel aus einem demnächst erscheinenden Bande der „Acta Borussica“ vor, der eine Veberfiht über dengZustand der Verfassung und Verwaltung Preußens beim Regierungsantritt Friedrih's des Großen enthalten wird. Es wird in diesem Kapitel auseinandergesetßt, inwiefern si< um 1740 no< der zusammengeseßte Charakter des preußishen Staats geltend macht, der dem Uebergang von einem Aggregat territorialer Klein- staaten zum einheitli<hen Großstaat entspriht, und in welcher Weise diefer Uebergangszustand in der Verwaltung zum Ausdru> kommt. Die Verschiedenheit des politishen Geistes im Territorialstaat und im Großstaat wird geschildert; das Charakteristishe des neuen Geistes sieht der Verfasser namentli<h in dem Hervortreten des Machtgedankens, der, gestüßt ‘auf ein stehendes Heer und ein ausgebildetes Steuer- system, nah Unabhängigkeit und Bedeutung unter den europäischen Staaten strebt, während das alte Wohlfahrtsideal des \tändisch- [utherishen Territorialstaats allmählih verblaßt. Es wird näher ausgeführt, wie diefe Verwandlung des politishen Geistes die ganze innere Struktur des Staats verändert hat, wie die ständishe Ver- fassung, die Kirchenpolitik, die Rangordnung der Staatszwe>e, die Drganisation der Verwaltung und das Beamtenthum dadurch beeinflußt worden find. Insbesondere wird die ständische Gliederung der Gesell- haft in ihrer neuen politishen Bedeutung charakterifiert als ein System politischer Arbeitstheilung, in dem die Stände gewissermaßen Organsysteme mit s\pezifishen Funktionen im sozialen Körper darste en, die bestimmt sind, zusammenzuwirken zum Zwe>e staatlicher Macht- entfaltung.

Der Geheime Archivrath Dr. Keller bespra<h die Stellung- nahme des Großen Kurfürsten zu dem Toleranzgedanken, und zwar im Anschluß an feine soeben erschienene Arbeit über den Großen Kurfürsten und die Begründung des modernen Toleranz- staates, die als zehnte Lieferung des großen Werkes „Der Pro- testantismus am Ende des 19. Jahrbunderts*, herausgegeben von Prediger G. Wer>kshagen (Berlin, Verlag Wartburg, Inh. Werner Verlag), in den Buchhandel gekommen ist. Der Vortragende, der \i< seit langer Zeit mit der Geschichte des Toleranzgedankens und ihrer Ver- treter beshäftigt, bemerkte einleitend, daß der Grundsay der Toleranz, d. h. das Prinzip, wonah der Staat niht das Recht habe, irgend einen religiösen Glauben mit seinen Machtmitteln zu erzwingen oder fogenannte Glaubensverirrungen oder Abweichun en unter das Straf- eseß zu stellen, seit sehr alten Zeiten in der Gristlichen Welt An- erade und Vertreter besefsen hat, aber von den bestehenden kir<li<hen Mächten und Autoritäten stets als eine Irrlehre bekämpft worden ist, die lediglih der Ausfluß anderer Irrlehren sei, und die ebenso wie jeder andere Glaubensirrthum bekämpft werden müsse. In der That erscheint die Lehre von der Toleranz in der Regel als Theil einer be- stimmten religiösen Gesammtansicht und einer bestimmten, in {fich ge- \{lofsenen Weltanschauung, deren Geschichte fich durch alle Jahrhunderte Decfalaen läßt. In der großen religidsen Bewegung des 16. Jahrhunderts gelang es den Vertretern dieses Prinzips nicht, ihm in irgend einem Lande eine öffentli - re<tlitde Anerkennung zu sichern. Die Oranier find dann die ersten gewesen, die dem Gedanken in Holland eine Stätte erkämpften; im Deutschen Reiche waren es zuerst die Hohenzollern, die das Prinziv zu dem ihrigen machten, und unter thnen ist es Friedri<h Wilhelm, der Große Kurfürst, ge- wesen, der füx die praktishe Durchsezung das meiste gethan hat. Nach dieser Einleitung \<ilderte der Vortragende eine Episode aus den Kämpfen des Großen Kurfürsten, nämli<h die Zeit der sogenannten Toleranz-Edikte und der Religionsgespräche (1662—1665). Schon im Jahre 1653 hatte auf Veranlaffung des Kurfürsten der Hofprediger Bartholomäus Stosh bei Gelegenheit des Land- tages eine Rede gehalten, in welcher er die Grundsatze des Kurfürsten darlegte; gleichzeitig wurde au< das Glaubensbekenntniß des Kur- fürsten Johann Sigismund vom Jahre 1614 auf Befebl Friedrich Wilhelm's von neuem veröffentlicht. Etwa aht Jahre später folgte dann das erste fogenannté Toleranz-Edikt vom 2. Juni 1662, dann das zweite vom 16. September 1664 und endlih die Deklaration vom 5. Mai 1665, in wel<er der Kurfürst öffentlih aussprach, daß er „no< nie über eines Unterthanen Gewissen Gewalt geübt, no< jemanden wegen feiner MNeligion angefeindet habe; das werde aub fernerhin niemals der Fall sein“. Beiläufig bemerkte der Vortragende, daß der Ausdru> Toleranz, soviel er habe feststellen können, zuerst in den obigen Edikten in amtlichen Gebrau< genommen worden sei. Zum Schluß schilderte Keller no< die Bemühungen des Großen Kur- fürsten, für die Anschauungen und Grundsätze, die er selbst vertrat, festen Boden in seinem Lande zu gewinnen. An diesen Vortrag {loß sih eine längere Diskussion, an der sich u. A. der Vorsitzende, Professor Sé&moller sowie der Geheime Ober - Negierungsrath Dr. RKofer, Professor Schiemafin, Professor Hintze, Oberlehrer Dr. Ts<hir< und der Referent betbeiligten.

A. F. Die Juni-Sizung der Berliner Gesellschaft für Anthropologie fand unter dem Vorsig des Professors von den Steinen ftatt, weil der Erste Vorsitzende, Geheime Medizinalratb, Professor Dr. Vir@ow, wenige Tage zuvor einen Unfall erlitten hatte, der ihn kurze Zeit das Zimmer zu hüten nöthigte. Nah Mit- theilungen vom Vorstandstisch ift die in der legten Sizung als bevorstehend

gy Feier des 25 Phrigen Bestehens des „Historischen Vereins für den Regierungsbezirk Marienwerder“ bis auf weiteres vers<hoben worden, dagegen aus Noveredo eine Einladung zur Theilnahme am 150 jährigen Jubiläum der Accademia degli Agiati(der Bedächtigen) und aus Mey das sehr umfangreiche Programm des 32. Deutschen Aathrovo- lofentages für die Tage vom 5. bis 9. August eingegangen. Als Gäste begrüßte der Vorsitzende die Professoren Schweinfurt Berlin, Boas- New York und Schmidt-Leipzig. ber einige interessante Vorlagen aus dem Museum für Völkerkunde mate hierauf der Direktor A. Voß eingehende Mittheilungen. Sie bezogen sih auf fünf Paar der Sammlung prähistorisGer Funde entnommene Gegenstände, nämlich ges<hnäuzte Kannen, Schalen mit Henkeln und Reliefdar- stellungen am Boden, ganz flache ballonartige Gefäße auf hohem,

[indrishem Fuß, und größere, ornamentierte, vasenartige Gefäße, ämmtli<h von einem <a eristif Geprige und die zusammen- gehörigen Stücke ersichtlih nah demselben Modell angefertigt, wenn au<h zuweilen von verschiedener Größe. edes aar zeigte ein Gefäß aus Thon und eins aus Bronze. Die thônernen Gefäße Famentan obne a, es Gunden aus Serdenins W ronzenen dagegen von 1s aus yern, VDodenzollern und dem Kanton Tessin. Diese Umstände erbringen den , daf in sener frühen Zeit bereits zwischen Nord- und Süddeutschland kulturelle Be- iehungen vorhanden waren, aber zweifelhaft bleibt es, ob die bronzenen Gefäße den thônernen nachgebilcet sind oder umgekehrt. ines scheint unzweifelhaft aus dem Sachverhalt hervorzugehen , daß

orz », wo man i ja den gleichen Zweeen bronzener Sesühe En May anes d th ten,

Professor von Luschan legte Schädel von ungews

ungen vor, darunter

einen mit dem Breiteninder 123, währenb der bisher bekannte breiteste, en

nicht delbeaerte hädel reltenindex von 99 nicht Diese abnormen Schädel 0 allerdings deformiert ; denn aus Guatemala, wo bei den Eingeborenen das aine Um- gestalten der gent n Schädel durch einen komprimierenden rat noch heute in Uebung ist. Von demselben Nedner wurde die Mittheilung emacht, daß die Anthropologie neuerdings si immer entschiedener der nsiht zuwende, die E des nordöstlichen Afrika seien nicht bamitischen, sondern semitishen Ursprungs. Die Gründe hierfür hätten fich theils aus anthropologishen Beobachtungen, Schädel- und Körper- messungen, theils und vornehmlih aus spra<lichen Forschungen er- geben, S in diese von den ggr) cel Ableitungen ihres Ursprungs abweichende Annahme seien an erster Stelle die alten Egypter, die Galla, Somali bis zu den S cene j Hochland bis zum Victoria-Nyanza wohnenden Massai. Selbst die errshenden Familien unter den Bantu-Negern mit ihrer höheren tatur und belleren Hautfarbe {einen A {en Ursprungs zu sein. Wahrscheinli<h bat in sehr frühen Jahrtausenden bereits eine Ein- wanderung aus Arabien stattgefunden e Den Vortrag des Abends, eine Fortsetzung desjenigen der leßten Sigzung, hielt Dr. Hubert Schmidt, Assistent am Museum für Völker- kunde, über die Neuordnung der Shliemann'shen Samm- lungen, und zwar über die des keramischen Theils, welche er über- nommen hat. (Die Ordnung des nicht keramis<hen Theils, der Metalle, Steine, Knochen, ist von Dr. Göß übernommen worden.) Für die Neuordnung der monochromen Keramik, d, h. aller Gegenstände von s{warzer oder rother oder von gelber vder brauner Farbe ‘aus gut geshlämmtem Thon, die mit feinem Thonschlamm abgezogen und mit Steinen geglättet worden, sind drei Perioden der technischen Ent- wi>elung angenommen und, wie folgt, gekennzeichnet: 1. Periode: Anfertigung aus\{ließli<h mit der Hand, primitive Art des Brandes, 2, Periode: Einführung der Töpferscheibe und früheste Leistungen derselbén, gemisht mit viel ndarbeit, 3. Periode: entwi>elte Scheibentehnik, Handarbeit sehr zurüd- tretend und nur ausnahmsweise angewandt. Diese Gruppierung ist bei der Ordnung m Rae gewesen. Man gelangt damit bis zu den fkeramishen Produkten, die bisher der 6. Stadt zugesprohen wurden, d. i. der nah der Annahme aller Sachkundigen mit dem HEUIOR Troja identishen. Wie bei dieser Neu- ordnung im einzelnen verfahren worden ist, erläuterte Dr. Schmidt an einer Menge von Beispielen und Stichproben, die mit dem Bild- werfer vorgeführt wurden und eine Vorstellung erwe>ten von der Mühsamkeit dieser Arbeit, zuglei<h aber au< von dem Scharf- finn, mit welchem sie bewältigt wird. Selbstverständlich geben die drei Gruppen nur cine ungefähre Eintbellung! innerhalb einer jeden bleiben viele Fragen zu beantworten, und manchen Sonder-Entwi>kelungen, namentli in Bezug auf das Ornament, ist cin dankbares Spezial- tudium vorbehalten. Im Großen und Ganzen verspricht diese Neu- ordnung aber die befriedigend\ten Ergebnisse. Erst jeßt wird eine gewisse Uebersichtlichkeit geschaffen, die wohlthuend gegen die bisherige, etwas wirre Entfaltung dieser keramishen Schätze abiustechen verspricht, ja, nah den vom Vortragenden gegebenen Stichproben an den Ent- wikelungen z. B. der Gesichtävase, ‘des Schnurösen-Kruges, der Kanne mit Ausguß, des doppelhenkligen Bechers, der W 2A. darf tnan von der künftigen Betrachtung der feugeornSen aminlung ebenfo einen intellektuellen wie einen ästheti]<hen Genuß_ erwarten. Bis heute hat man zwar eine hohe Meinung von den Kunstleistungen einer 3 bis 4000 Jahre zurü>liegenden Epoche, welthe uns an diesem einen Punkt im Schoß der Erde up ewalt worden sind; zu ihrer richtigen, entwi>elungsgeschichtlihen pervigung wird man aber jeßt erst gelangen. Eine ganz merkwürdige Rolle spielen unter diesen feramis<hen Gegenständen die Spinnwirtel , deren ni<t weniger als 8000 Bestandtheile der Schliemann'shen Sammlung sind. Ein s{li<tes Handwerksgeräth in den Fingern der mit dem Spinnen allein bes<häftigten Frauen, entbehren diese fleinen Thonscheiben do< fast niemals des Shmu>es, und welcher künstlerishe Shmu> ist zu- weilen auf fie verwandt! Dr. Schmidt hat au< diesem anscheinend unbedeutenden Geräth sorgfältige Sichtung zu theil werden Laien. Seine Bildtafeln der trois<hen Spinnwirtel bereiten eine Ueber- ras<hung dur< den Fortschritt von den rohesten Jelprungen im Stil des fleinen Moriy der Fliegenden Blätter, mit dem rohesten Instrument in den ungebrannten Thon eingekraßt, bis zu den feinsten, mit ent- sprechend verbesserten Instrumenten, z. B. mehrza>igen, ausgeführten, fünftleris< vollendeten Ornamentierungen. Was Tate niht alles diese s{li<ten Spinnwirtel von der Geistesverfassung der Menschen jener entfernten Tage, welche au< das cinfa<ste Geräth mit dem Auge erfreulichem Shmu> auszustatten begehrten! Eine besondere Genug- thuung sheint gerade diese Ordnung den damit betrauten Herren zu gewähren, nämli<h die Beibringung des unwiderleglihen Beweises der Bedeutung des in alten Ornamenten so haufig vorlommenden Hakenkruges, der bald als eine rohe Darstellung des fliegenden Bogels, bald als eine sol<he des Menschen gedeutet wurde. Die troishen Spinnwirtel erhärten die leytere Deutung als die rihtige in der von ihnen gezeigten Stufenfolge in der Entwi>elung dieses Ornaments. Man könnte die Frage aufwerfen, wie sih diese Neuordnung der Schliemann'shen Sammlungen mit der Pietät für ihren Stifter vertrag Darauf ift zu sagen, daß. im leßten Jahr vor seinem am 26. November 1890 erfolgten Tode Heinri Schlie- mann bereits den mancherlei Bedenken gegen die von m getroffene (Fintheilung fehr zugänglih war und daß es jedenfalls seinem hohen Wahrkheitsfinne entspriht, wenn man auf Grund sorgfältig erwogener besserer Erkenntniß jeyt Aenderungen trifft, welche den großen Werth dieser Sammlung erst in das rehte Licht stellen werden.

Theater und Musik,

_… Im Königlichen Opernhause findet morgen eine Auf- fuhrung von Noffini's Oper „Wilhelm Tell* statt. In der Titelrolle gastiert Herr Hans Mohwinkel vom Großherzoglichen Hoftheater in Mannheim auf Engagement. Den Geßler singt Herr Nebe, den Walther Fürst Herr Mödlinger, den Arnold Herr Sommer, die Mathilde Fräulein Dietrich, die Hedwig Frau Goetze, den Gemmy Frau Herzog, den Fischer Herr Lieban, den Melchthal Herr Stammer, den Leuthold Herr Krasa. Kapellmeister Walter dirigiert.

Im Neuen Königlichen Opern - Theater findet morgen keine Vorstellung statt.

Im Berliner Theater gelangt am Sonnabend der ersté Theil von Bjöôrnson's Schauspiel „Ueber untere Kraft* zum 100. Male zur Aufführung.

Das Enfsemble-Gastspiel des Theaters des Westens im Königlichen Theater in Hannover is na< vierwöchlger Dauer nunmehr beendet und hatte fich großen künstlerishen SUegE zu erfreuen. Die Mitglieder der erstgenannten Bühne sind bîs zur Eröffaung der neuen Saison am 1. September beurlaubt. Die erste Opern-Novität dürfte Professor A. Hubay's Werk „Der Dorflump* sein, ihr wird die Operette von Zamara „Die Debutantin“ folgen. Ferner sind mit dem Pariser Verleger der Oper „Der Orkan”, RaNT von Bruneau, Text von Emil Zola, Verhandlungen über den E dieses Werkes für das Theater des Westens dem Abschlusse nahe.

Mannigfaltiges. Berlin, den 25. Juni 1901.

Die unter dem Protetioras Ihrer Majestät der Kaiserin und Königin stehende Sf ftung „Töchterhort“ für verwalste Töchter von Reichs-Post- und Telegraphenbeamtan soeben ihren gram <t für 1900 veröffentlicht. das Jahr 1900, in wel<em der r Begründung der Stiftun

iterentwi>elung des Töchterborts Die Jahressumme ter fortlaufenden Beit vermehrt. Dazu kamen 5987 #4 einmal sondere Zuwendungen aus Konzert-Ue éa x, der Gesammibetrag der Gaben auf 124 252 „( stellte. fonnten 25 072 M vereinnahmt werden. Die baare

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