1901 / 149 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

A <lusses vor Ablauf von zwei Jähren nah dém Eintritte eri A bei, der dem Betleztch unmittelbar vorgeseßten |

: hörde. anzumelden. Die Frist gilt“ au<h dann als ewahrt, wenn die Anmeldung bei der für den Wohnort des Enti ädio;ungsbere<htigten zuitändigen unteren Verwaltungs- behörde erfolgt ist. Jn solchem Falle is die Anmeldung un- verzügsih an die {aländige Stelle abzugeben und: der __VBethe-ligte davon zu benachrichtigen. Nach Ablauf dieser Frist ist der Anmeldung nur dann ‘Folge zu geben, wenn zuglei glaubhaft bescheinigt wird, daß ne den Mtarttch begründende Folge des Unfalls erst später bemerkbar geworden oder daß der Berechtigte von der Ver- [Uen seines Anspruhs dur<h#außerhalb seines Willens iegende Verhältnisse abgehalten w#&den ist, und wenn die An- meldung innerhalb dreier Monate, nahdem eine Unfallfolge bemerkbar geworden oder das Hinderni für die Anmeldung weggefallen, ertra ist. Jeder Unfall, welher von Amtswegen oder dur<h An- meldung der Betheiligten einer vorgesezten Dienstbehörde be- fannt wird, ist sofort zu untersuchen. Den Betheiligten ist Gelegenheit zu geben, selbst oder dur< Vertreter ihre Juter- essen bei der Untersuhung zu wahren.

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Soweit vorstehend nichts Anderes bestimmt ist, finden auf die nah 88 1 bis 3 zu gewährenden Bezüge die für die Be- theiligten geltenden Bestimmungen über die Pension und über die Fürsorge für Wittwen und Waisen Anwendung, Auf die Bezüge von Verwandten der aufsteigenden Linie und von Enkelin finden diese Bestimmungen entsprechende Anwendung.

10.

Die in den 88 1, 2 ihuaia Personen können, auh wenn sie einen Anspruch cu Pension oder Rente nicht haben, einen Anspru<h auf Ersaß des dur< den Unfall erlittenen Schadens gegen die Betriebsverwaltung, in deren Dienste der Unfall sih ereignet hat, überhaupt niht, und gegen deren Betriebsleiter, Bevollmächtigte oder Repräsentanten, Betriebs- oder Arbeiteraufseher nur dann geltend machen, wenn durch strafgerichtlihes Urtheil festgestellt worden ist, daß der in An- \pru< Genommene den Unfall vorsäßlih herbeigeführt hat.

Der hiernach qulässi e Anspruh ermäßigt sih um den- jenigen Betrag, welcher den Berechtigten nah dem gegen- wärtigen Geseße zusteht.

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Die in dem Z$ 10 t Sicten Ansprüche können, auh ohne daß die daselbst vorgesehene Feststellung dur strafgericht- liches Urtheil stattgefunden hat, geltend ga werden, falls diese Feststellung wegen des Todes oder der bwesenheit des Belceenden oder aus einem anderen in seiner Person liegenden Grunde nit erfolgen kann.

12.

Die dem Verleßten oder dessen Hinterbliebenen auf Grund des S$ 1 des Geseßes, betreffend die Verbindlichkeit zum Schadenersaße für die bei dem Betriebe von Eisenbahnen, Bergwerken 2c. herbeigeführten Tödtungen und Körperver- legungen, vom 7. Juni 1871 (Neichs-Gesehbl. S. 207) gegen Eisenbahn-Betriebsunternehmer zustehenden Ansprüche gehen auf die Betriebsverwaliung, welhe dem Verleßten oder dessen Hinterbliebenen auf Grund des gegenwärtigen Geseßes oder anderweiter reichsgeseßliher Vorschrift Pensionen, Kosten des Heilverfahrens, Renten oder Sterbegelder zu zahlen hat, in Be dieser Bezüge und vorbehaltlih der Bestimmungen des [rtikels 8 des Gesehes vom 20. Dezember 1875 (Neichs-Geseßbl. S. 318) über. 7 ; j

Weitergehende Ansprüche als auf diese Bezüge stehen dem Verlehten und dessen Hinterbliebenen gegen das Reich und die Bundesstaaten nicht zu. j i j

Die Haftung anderer, in dem $ 10 nicht bezeichneter Personen bestimmt sich na<h den sonstigen Cle eien Vor- prt. Jedo<h geht die Forderung des Entschädigungs-

erehligten an den Dritten auf die Betriebsverwaltung insoweit über, als sie zu den im Abs. 1 gedachten Zahlungen auf Grund dieses Geseyes verpflichtet ift.

S 13.

. Auf die in den 88 1, 2 bezeichneten Patienten finden die reihsgeseßlihen Bestimmungen über Unfallversicherung keine Anwendung. 8 14

Staats- und Kommunalbeamten sowie deren Hinter- bliebenen, für welhe dur< die Landesgesehgebung oder durch statutarishe Festseßung gegen die Folgen eines im Dienste erlittenen Betriebsunfalls eine den Vorschriften der S8 1 bis 7 des gegenwärtigen Gesehes mindestens gleihkommende Für- sorge srteonen ist, steht wegen eines solchen ei fv ein reihs-

esehlicher S auf Ersaß des dur< denselben erlittenen Schadens nur nah Maßgabe der 88 10 bis 12 des gegen- wärtigen Geseßes zu. Auf sol<he Staats- und Kommunal- beamten sowie deren Hinterbliebene finden die reihsgesehßlihen Bestimmungen über Unfallversicherung keine Anwendung.

Artikel 2.

Dies Geseh tritt mit dem Tage der Verkündung in Kraft. Dasselbe kommt in Bayern nah näherer Bestimmung des Bündnißvertrags vom 23. November 1870 (Bundes- Gesebßbl. 1871 S. 9) unter TIl $ 5 jur Anwendung.

Soweit Staats- und Kommunalbeamte der im Artikel 1 8 1 bezeichneten Art beim Jnkrafttreten dieses Gesehes zufolge einer dem Gesehe vom 15, März 1886 genügenden landesgeseß- lichen oder statutarischen Fürsorge von der reihsgeseßlihen Unfallversicherung ausgeschlosscn snd, behält es hierbei bis zum L ate 19083 sein Bewenden.

Urkundlich unter Unserer Höchsteigenhändigen Unterschrift und beigedru>tem Kaiserlichen Jnsiegel.

cben an Bord Meiner Yacht „Hohenzollern“, Cux- Haven, 18. Juni 1901.

(L. 8.) Wilhelm.

Graf von Posadowsky.

In Da uli d. J. mal in Ee tra (Hessen) G von eihsbank-Hauptstelle in Frankfurt a. Main ab- e Neichsbank-Neben stelle mit Kasseneinrihtung und dech tem Giroverkehr ‘eröffnet und zuglei<h ermächtigt au< Wechsel auf Bad Nauheim einzuziehen.

Königreich Preufen.

“_Geses, i betreffend die Aufhebung der Ziffer 8 der Zusäß- ae D E R zu dem durch Allerhöchste Kabinetsordre vom 29.. Februar 1840 für die preußishen Staaten genehmigten Tarif zur Er- hebung des Chausseegeldes für eine Meile von 2000 preußis<hen E sowie die Aufhebung Lin E E Ee E Tes Nekierungs räfli essishen Gebie eilen de : - Bea) b acirte Wiesbaden geltenden geseßlichen

Bestimmungen.

Wir Wilhelm, von Gottes Gnaden König von Preußen 2c. verordnen, unter Zustimmung der beiden Häuser des Landtages Unserer Monarchie, was folgt: :

1) Die Ziffer 8 der Zusäßlihen Vorschriften zu dem dura? oflechbie Kabinetsordre vom 29. Februar 1840 für die preußishen Staaten genehmigten Tarif zur Erhebung des Chausseegeldes für eine Meile von 9000 preußishen Ruthen mrd aufgehoben.

9) Die Artikel 104, 107, 109, 112, 113, 262 bis 273, 275, 277 bis 279 des Großherzoglich hessischen olizeistraf- geseßes vom 30. Oktober 1855 und die Nr, 1 bis 3, 5, 7 bis 13 des Artikels 6 der Landgräflich hessischen Verordnung, die Bestrafung der Chausscegelddefraudationen sowie die polizeiliche N über den Gebrauh der Chausseen betreffend, vom 1. August 1842, werden für die ehemals Großherzoglih und Landgräflih hessischen Gebietstheile des Regierungsbezirks Wiesbaden aufgehoben.

Urkundlich unter Unserer ges Unterschrift und beigedru>tem Königlichen JFnsiegel.

Gegeben Berlin im Schloß, den 29. Mai 1901. (L. S.) WilhelmR.

Graf von Bülow. von Thielen. Schönstedt. von Goßler. Graf von Posadowsky. von Tirpiß. Studt. von Podbielski. Freiherr von Hammerstein.

Ministerium der öffentlichen Arbeiten.

Bei dem Ministerium der öffentlichen Arbeiten ist der bisherige Eisenbahn-Sekretär Otto Schuchardt zum Ge- heimen expedierenden Sekretär und Kalkulator und der bis- herige te<nishe Eisenbahn-Sekretär Rudolf Schmidt zum Geheimen Revisor ernannt.

Ministerium der geistlihen, Unterrichts- und Medizinal-Angelegenheiten.

Am Schullehrer-Seminar zu Koschmin ist der bisherige fommissarishe Lehrer, Konrektor Dr. Wil>e als ordentlicher Seminarlehrer endgültig angestellt worden.

Finanz-Ministerium. Königliche General-Lotterie-Direktion. Bekanntmachung.

Die Ziehung der 1. Klasse 205. Königlich Preußischer Klassen-Lotterie wird nah planmäßiger Bestimmung am 5. Juli d. J. früh 8 Uhr ihren Anfang nehmen. Das Einzählen der sämmtlihen 225000 Loose- Nummern nebst den 9500 Gewinnen gedachter 1. Klasse wird {hon am 4. Juli d. J., Nahmittags 2 Uhr, dur die König- lihen Ziehungs-Kommissarien im Beisein der dazu besonders aufgeforderten Königlichen Lotterie-Einnehmer Herren Aron, Giese, Leibfried und Dahms von hier, sowie Kießmann aus Gnesen öffentli<h im Ziehungssaal des Lotteriegebäudes stattfinden. Berlin, den 26. Juni 1901. e Königliche General-Lotterie-Direktion. Strauß. Ulri <.

Ministerium für Handel und Gewerbe.

Das Prädikat „Professor“ ist verliehen worden:

den Oberlehrern Mehig und Nedelkowits an der Königlichen Baugewerkshule in Breslau, Himmel und Germer an der Königlichen Baugewerkshule in Stettin, Woite und Geyger an der Königlichen Baugewerkschule in Cassel, Thiel und Just an der Königlihen Baugewerkschule in Münster, Stephan an der Königlichen Baugewerkschule in Görliß und Gravert an der Königlichen Baugewerkshulée in Höxter.

Zu Königlichen Oberlehrern find ernannt worden:

die Hilfslehrer Regierungs - Baumeister Hertlein und Negierungs-Baumeister Kewe an der Königlichen Baugewerk- s{hule in Aachen, Stein an der Königlichen Baugewerkschule in Barmen, Birnbaum an der Königlihen Bau- agcwerkshule in Breslau, Behrendt und Grüder an der Königlihen Baugewerkshule in Dt.- Krone, Kuhl- mann an der Königlihen Baugewerkshule in Hörter, Negierungs-Baumeister Heyn, Rohde und Wegner an der FenigliGen Baugewerkshule in Nienburg, Grössel an der Königlihen Baugewerkshule in Münster und Herbert an der Königlichen Baugewerkshule in Stettin. |

Zu Königlichen Baugewerkschullehrern sind ernannt worden:

die Hilfslehrer Ma this an der Ronen Baugewerk- laue in Birter und Mett an der Königlichen Baugewerk- schule in Stettin.

Angekommen:

Seine Excellenz der Staats-Minister und Minister der öffentlihen Arbeiten von Thielen, von Kiel,

‘Nichtkamlliches. Deutsches Reich. Preußen. Berlin, 26. Juni.

Seine Majestät der Kaiser und König iten gestern Abend in Eckernförde auf der Yacht „Hohenzollern“ den Vortrag des Reichskanzlers Grafen von Bülow.

eute Vormittag um 11 Uhr 30 Minuten trafen Seine Majestät an Bord der “„Jduna“ wieder in Kiel ein.

Die auf Donnerstag, den 27. d. M., anberaumt gewesene Plenarsißzung des Bundesraths ist auf Sonnabend, den 29. d. M., verlegt worden. ;

Heute hielten der Ausshuß des Bundesraths für Rehnungs- wesen, der Ausshuß für Zoll- und Steuerwesen, die vereinigten Ausschüsse für Eisenbahnen, Post und Telegraphen und für Handel und Verkehr, die vereinigten Ausschüsse für Rehnungs- wesen und für Eisenbahnen, Post und Telegraphen, die ver- einigten Ausschüsse für Zoll- und Steuerwesen und für Rech- nungswesen, die vereinigten Ausschüsse für Zoll- und Steuer- wesen und für hae und Verkehr, sowie die vereinigten Ausschüsse für Zoll- und Steuerwesen, für Handel und Per- kehr und für RNehnungswesen Sihung.

Am 24. d. M. verschied in Grunewald bei Berlin der Ministerial-Direktor im Finanz-Ministerium, Wirkliche Geheime Ober-Finanzrath Grandke. Geboren am 16. März 1835 u Jauer, trat er am 22. Juni 1858 in den Staatsdienst als

usfultator beim Königlichen Apellationsgericht zu Schweidnig. Nach bestandenem Gerichts-Assessor-Examen wurde er 1862 zu- nächst dem Stadtgericht in Berlin überwiesen und demnächst von 1867 ab nach Uebertritt in die Allgemeine Staatsverwaltun; als Justitiar bei den Königlichen Regierungen zu Gumbinnen un Posen beschäftigt. Den Feldzug 1870/71 machte er als Feld- auditeur der General-Etappen-Jnspektion der 1. Armee mit Und erhielt für diese Thätigkeit das Eiserne Kreuz zweiter Klasse am weißen Bande. Im Jahre 1872 als Hilfsarbeiter in das Finanz - Ministerium berufen, wurde er in demselben Jahre zum Regierungsrath, 1874 zum Geheimen Finanzräth, 1879 um Gebeimen Ober - Finanzrath, 1892 zum Wirklichen Ge- heimen Ober - Finanzrath und am 19. Juni 1899 zum

inisterial - Direktor der Etats- und Kassen - Abtheilung des Finanz-Ministeriums ernannt. « i

Jn allen von ihm bekleideten Stellungen, namentlih auch in dem von ihm zuleßt verwalteten verantwortungsvollen Amt, stellte er seine hohe Begabung und seine reichen Kenntnisse mit unermüdlicher Treue und Hingabe in den ‘Dienst des Staates, bis ihn vor wenigen Monaten ein shweres Leiden zur Einstellung seiner amtlichen Thätigkeit rang. ein O Ausscheiden aus einer reichen, auf langjährige Erfahrungen gestüßten Wirksamkeit hinterläßt im Königlichen Dienst eine fühlbare, {wer auszufüllende Lücke. Das Andenken des Heim-

egangenen wird bei Allen, die mit ihm gemeinsam zu wirken erufen waren, treu in Ehren gehalten werden.

Laut Meldung des „W. T. B.“ ist S. M.S. „Möwe“, Kommandant: Korvetten-Kapitän Schönfelder, am 7. Juni in Matupi angekommen und am 13. Juni nah Mioko in See Yeg aues j e

. M.S. „Habicht“, Kommandant: Korvetten-Kapitän von Koppelow, ist am 24. Juni in Sierra Leone ein- getroffen und beabsichtigt, am 2. Juli wieder in See zu gehen.

S. M. S. „Jaguar“, Kommandant: Korvetten-Kapitän Berger, ist am 24. Juni von Pakhoi nah Hongkong in See gegangen. M ;

Das Truppentransport\hifff „Hamburg ist am 24. Juni in Colombo angekommen und gestern weitergegangen. i

Der Reichs-Postdampfer „Sachsen“ ist mit 12 Offizieren und 296 Mann der 9. Kompagnien 1., 2. und 5. Ostasiatischen Infanterie - Regiments, Transportführer: Oberstleutnant Wyneken, auf der Heimreise nah Bremerhaven am 23. Juni in Foochow eingetroffen und am 24, d. M. weitergegangen.

Großbritannien und Jrland.

In der gestrigen Sißung des Oberhauses lenkte, wie ,W. T. B.“ meldet, der Herzog von Bedford die Aufmerk- samkeit des Hauses auf die militäris en Anträge der Regierung, welche er scharf kritisierte, und brachte alsdann eine Resolution ein, in welcher erklärt wird, daß die den Rekruten dar- gebotenen Vortheile niht ausreihend seien, Der Unter- Staatssekretär des Kriegsamts Lord Raglan erklärte, die Negierung schenke der äußerst wichtigen Rekrutierungsfrage volle Aufmerksamkeit. Sollte die Zahl der angeworbenen Rekruten niht ausreichend sein für die Bedürfnisse der Armee, so werde die Regierung nicht zögern, im Parlamente ay Anträge einzubringen, welhe nothwendig seien, um eine für die Bedürfnisse des Reichs ausreihende Armee sicher zu stellen.

Im Frnangand) des Unterhauses brachte der Schapkanzler Sir Michael Hi>s Beach bei der Be rathung über Artikel 3 der Finanzbill, betreffend den Kohlenausfuhrzoll, den Antrag ein, daß für alle. Kohle, deren Werth in einer für die Zollkommissare ausreichenden Weise als 6 Shilling per Tonne niht übersteigend nach- swiesen werde, ein Zollna <laß eintreten solle, desgleichen

ür alles aus Kohlen hergestellte Feuerungsmaterial, welches nahgewiesener Maßen den oben erwähnten Werth nicht über- shreite, Der Vorschlag wurde angenommen. Danach dürften, wie angenommen werde, Kohle und Brennmaterial aus Kohle von dem angegebenen Werthe ganz vom Kohlenausfuhrzoll

befreit sein. i Im Unterhause erwiderte der Schahkanzler Sir tete p

Michael Hi>s Beach auf eine an ihn geri er habe vorgeschlagen, eine Befreiung vom ohlenaus uhr- l bis jem 1. Dezember (nit bis zum 30. September) i Abschlüssen, frei an Bord und einschließli<h der Ver- (derungen mien, zu gewähren, wel<he vor Einbringung des udgets zu Stande gekommen sind. Jn keinem Falle werdc aber die Befreiung über diesen Jeiuns hinaus ausgedehnt wee: Gretton fragte an; G M ranaR E örden gegenwärtig in anghai die Aufsi ; Stüd Land auszuüben begönnen, welches lenseits des Gebietes

liege, dessen Se von Lord Salisbury in dem Abkommen 1

mit der f f en Regierung über die französische Nieder- lassung in Schanghai festgeseßt worden seien. Der Unter- Staatssekretär des Auswärtigen Lord Cranbourne erwiderte, vor einiger Zeit habe die Regierung die Mittheilung erhalten, daß die Frage in Schanghai Kasernenbauten für ihre Truppen ausführten, bezüglih des Plaßes seien nähere Mit- theilungen noh< nicht eingegangen, ebensowenig weitere Jnfor- mationen. Erkundigungen würden eingezogen werden. Auf eine andere Anfrage erwiderte Lord Cranbourne, es sei der Versuch gemacht worden, gewisse ausgleichende Handelsvortheile in China zu erlangen als Entschädigung A die Gewährung des Fünfprozent - Tarifs. er briti he Gesandte Ee vorläufig ‘das Ansinnen unterstüßt. Die S ava Scpis tehe no< unter Diskussion. Der Staatssekretär des Krieg3amts3 Brodri> erklärte, daß nah den neuesten Meldungen in der Kapkolonie tausend bis zweitausend Mann gegen Groß- britannien unter den Waffen ständen und daß der wöchentliche Kriegsaufwand etwa auf 1250000 Pfd. Sterl. zu be- ziffern sei.

Frankreich.

Der Armee- “s\<{<uß des Senats hat, wie „W. T.B.“ berichtet, gestern die „““tährige Militärdienstzeit im Prinzip angenommen.

Jm Laufe der in der gestrigen Vormittagssißung der Deputirtenkammer fortgeseßten Berathung über das Arbeiter-Jnvaliditäts-Gesez wurden zwei neue An- träge zu dem Gesey eingebracht, von der Kammer aber abgelehnt.

In der gestrigen Sißung des Staatsgerichtshofes wurde mit der Zeugenvernehmung begonnen. Mehrere Polizei- kommissare sagten aus, daß sie gesehen hätten, wie der Graf de Lux-Saluces und Guérin zusammen nah London ge- reist oder von dort zurückgekommen seien. Der General Zurlinden erklärte, er glaube, daß der von Déroulède P rbeigeführte Zwischenfall bei dem Begräbniß Faure's nicht vorbereitet gewesen sei. Die Offiziere hätten keines- wegs daran gedacht, ihre Pflicht ju vergessen. Das Heer werde niemals pflichtwidrig handeln. Hierauf wurden der General Florentin und der Nolizeipräfett vernommen. Nach dem Verhör einiger Entlastungszeugen begann der General-Staatsanwalt sein Plaidoyer. Er beantragte, den Angeklagten schuldig zu sprechen, hob die Theilnahme des Grafen de Lur - Saluces an den revolutionären Unter- nehmungen der Liguen hervor und verlangte die Anwendung der Me des Geseßes. Die Sißung wurde sodann qge-

lossen.

16 Der BurenkommandantVanlierist, vonDurban kommend, gestern mit einem Austrage für Dr. Leyds in Marseille ein- getroffen. Vanlier erklärte den dem General Botha- unterstellten Plan, den Kampf einzustellen, für durhaus unbegründet. Jn den leßten Tagesbefehlen Botha’s seien als unerläßliche Be- dingungen für! einen Friedenss{luß besonders angeführt worden: die Anerkennung der Unabhängigkeit der beiden Re- publiken und eine völlige Amnestie für die Kapholländer, welche zu Gunsten der Buren zu den Waffen gegriffen hätten. Vaniier hält die Lage augenbli>li<h, was die Buren betreffe, für sehr zufriedenstellend.

Rußland.

__ An Bord des Dampfers der Freiwilligen Flotte „Tambow“ ist, wie „W. T. B.“ erfährt, eine außerordentlihe Ge- sandtschaft des Dalai Lama von Tibet mit einem Schreiben desselben und Geschenken für den Kaiser Nikolaus in Odessa eingetroffen. Jn zwei Tagen wird sih die Gesandtschaft nah S t. Petersburg begeben.

JFtalien.

Die Deputirtenkammer hat gestern, wie „W. T. B,“ meldet, die Berathung des Budgets des Jnnern zu Ende geführt. ;

Spanien.

Während einer Prozession ist es, dem „W. T. B.“ zu- folge, gestern in Pamplona zu ernsten R eser ungen ge? kommen. Ein Soldat hatte beim Vorüberziehen der Prozession die Kopfbede>ung niht abgenommen, und es kam zu einem heftigen Zusammenstoß zwischen Soldaten und Zivilpersonen, bei dem drei Personen erhebli< verwundet und eine zah! leichter verleßt wurden. Die Prozession mußte auseinander- gehen, worauf die Nuhe wieder hergestellt wurde.

Schweden und Norwegen.

Der König hat, nah einer dem „W. T. B,“ zugegan- genen Ung aus Stockholm, gestern den Beschluß des \<hwedishen Reichstages, betreffend die neue Ver- theidigungsorganisation und das neue Wehrpflicht- gese, genehmigt. Das Protokoll hierüber {ließt folgender- maßen: „Jn Uebereinstimmung mit sämmtlichen Mitgliedern des Staatsraths billige Jh den vorliegenden Beschluß des Reichstages, erkläre jedo<h gleichzeitig ausdrü>klih, daß Jch damit die Vertheidigungsfrage nicht für vollständig gelöst halte.“

Asien.

Das „Reuter'she Bureau“ meldet aus Schanghai vom gestr! en Tage, der Prinz Tshun, das Haupt der nah eutschland ehenden Sondergesandtshaft, werde Peking am 12. Juli ver äfen und von Schanghai am 20. Juli nach Deutschland weiterreisen.

Aus Tientsin berichtet dasselbe Bureau: Nachrichten aus Taijüanfu zufolge befände si<h Tungfuhsiang, dem Vernehmen nah, auf dem Marsche dorthin; der Gouverneur von Schansi suche um fremde Hilfe nach.

Der General Voyron meldet, dag am 22. d. M. das

Transportschiff „Vinlong“ mit einem Bataillon Zuaven und einer Abtheilung Kolonial-JFnfanterie nah Toulon in See ge- gangen sei. : Nas einer Meldung aus Tigifu sind daselbst Flücht- linge von der koreanishen Grenze eingetroffen, welche becihten, da infolge der dort ausgebrochenen Unruhen drei tussishe und zwei britische Kriegsschiffe vor der Yalumündung eingetroffen seien.

Afrika. _ Vie „W. T. B.“ aus Kapstadt meldet, liegen nunmehr nähere Mittheilungen über den Kampf bei Reite vor welher in der Wegnahme von de Wet's Convoi sFyfelte. Es gehe aus denselben hervor, daß die Eng- [1 den Wagenzug überrumpelt hätten. ie Buren e geflohen; als sie aber gesehen, daß die Zahl Engländer nur gering sei, seien fie zurü>gekehrt und hätten

mit großer Verve einen Angriff gemacht, Da sie an 8 überlegen gewesen, sei es ihnen na einem verzweifelten Kampfe ‘gelungen, die Wagen E Inzwischen sei aber der

berst Delisle mit Verstärkungen eingetroffen, und das Gefecht e mit größter Heftigkeit von neuem begonnen. Die Buren

ätten unter ihren Wagen gelegen und unablässig zwischen den Rädern hindur Ev iy während ein Theil ihrer Kameraden \{hleunigst die von den Engländern weiter entfernt stehenden Wagen bespannt und fortgeschafft habe. Die Engländer seicn nunmehr zwischen Stränge und Deichsel vor die Wagen ge- sprungen und hätten nah Möglichkeit von dem Bajonett Gebrauch gemacht. Der Burenkommandant Delarey habe selbst am Gefecht theilgenommen, neben ihm sei ein Bur getödtet und sein Nachbar auf der anderen Seite verwundet worden. Schließlih habe sih der Kampf in eine Reihe von Gefehten Mann gegen Mann aufgelöst, in deren Verlauf die Buren zurü>- getrieben worden seien. Auf allen Seiten sei mit großer Tapferkeit E worden. Die Engländer hätten 71 Wagen erbeutet. Ein Offizier von de Wet's Stab sei verwundet und gefangen genommen worden.

Dem „Reuter'shen Bureau“ wird aus Barkley East vom ‘24. Juni gemeldet, Fouchi sei mit zwei Buren- kfommandos über Glenalmond hinaus vorgerü>t. Buren- patrouillen hätten se<hs Meilen von dort mit britishen Pa- trouillen Schüsse ausgewechselt.

Die „Cape Times“ meldet, das Parlamentsmitglied für Aliwal North Botha sei von den Buren gefangen genommen und wegen seiner Haltung im Kap-Parlament bei der Ab- stimmung über das Hochverraths-Geseß ausgepeitscht worden. Seine Farm sei verbrannt worden.

Australien.

__ Nach cinem amtlichen Bericht aus Melbourne belaufen sih die Vertheidigungsstreitkräfte des Australischen Bundes staates auf 61223 Mann und 15000 Kadetten.

Die geseßgebende Versammlung der Kolonie Victoria hat, dem „W. T. B.“ zufolge, gestern mit 64 gegen 17 Stimmen den Antrag auf Ausschluß des Mitglieds für Melbourne Findlay angenommen. Findlay ist der Heraus- geber des wöchentlich ersheinenden Organs der Arbeiterpartei, welches einen Schmähartikel gegen den König Eduard VII. aus dem „Jrish People“ abgedru>t hatte. Findlay erklärte, daß er die in dem Artikel ausgesprochene Gesinnung nicht theile. Die der Arbeiterpartei zugehörigen Mitglieder des Hauses stimmten gegen den Antrag.

Nr. 27 des „Centralblatts für das Deutsche Neich“, Serauggegeben im Neichsamt des Innern, vom 21. Juni, hat folgenden nhalt: 1) Konsulat- Wesen: Ermächtigung zur Vornahme von Zivilstandsakten; Ableben eines Vize- Konsuls; Erxequatur- Ertheilung. 2) Finänz-Wesen: Nachweisung “der Einnahmen des Reichs vom 1. April 1901 bis Ende Mai 1901. 9) Kolonial-Wesen : Dienstanweisung, betreffend die Ausübung der Gerichtsbarkeit im Kiautschougebiete. 4) Militär-Wesen: Siebenter Nachtrag zu dem Gesammtverzeichnisse der den Militäranwärtern in den Bundesstaaten vorbehaltenen Stellen; Aenderung der preußischen Ausführungs- und Zusaßtbestimmungen zu $ 16 der Anstellungsgrundsäßze für Militäramwvärter.— 5) Marine und Schiffahrt : Einrichtung einer zweiten Kommission für die Prüfung der Maschinisten auf Seedampfschiffen in Bremerhaven. 6) Polizei-Wesen : Ausweisung von Ausländern aus dem Neichsgebiet.

Kunst und Wissenschaft.

Für die National-Galerie sind na< den „Amtlihen Be- rihten aus den Königlichen Kunstsammlungen“ in den Monaten Oktober bis März folgende Kunstwerke erworben worden : Angekauft wurde auf der vorjährigen großen Kunstausstellling das Gemälde „Herbstabend an der Nordsee" von Eug. Düd>ker. Das in Auftrag gegebene Bildniß des Geheimen Ober-Regierungsraths, Professors Dr. Auwers von E. Hildebrand wurde abgeliefert. Der Bildhauer G. Lund lieferte die bei ihm 1897 bestellte Marmorausführung seines Gipsmodells „Klagende Psyhe“ ab. Berliner Kunstfreunde schenkten das Gemälde „Früblingslandschaft“ von Ch. F. Daubigny.

Von der Familie des jüngst verstorbenen Banquiers Herrn Felix Koenigs (Berlin) wurden aus dessen Nachlasse der National-Galerie die na<hbenannten Kunstwerke als Geschenk überwiesen und werden als „Sammlung Felix Koenigs“ dauernd im Zusammenhange auf- gestellt werden : Oelgemälde: Chr. Landenberger, „Badender Knabe“ ; A. Feuerbach, „Landschaft“ ; A. Bö>in, „Der Musiker“; K. Daubigny, gHerblland <aft"; G. Favretto, „Der einges{hlafene

. Leibll, „Der Amtmann"; E. Claus, „Februarmorgen“ ; P: Zügel, ¿Knabe mit Rind“; H. Olde, „Wintersonne“; A. Zorn, „Maja“; G. Segantini, „Rü>kehr zur Heimath“ ; A. Hölzel, „Vor Sonnenuntergang"; P. Klette, „Räucherbude“ ; derselbe, „Bauernjunge“ ; Bildwerke: P. Trubetßkoy, „Büste Segantini's*, Bronze; derselbe, „Weidende Kuh“, Bronze; derselbe, „Weibliche Figur“, Silber; F. Seebö>, „Büste Felix Koenigs?*“, Bronze; G. Elster, „Weibliche Büste“, Terrakotta: P. Ch. van der Stappen, „Mädchen aus Seeland“, Bronze; A. Rodin, „L'homme ot sa poensée“, Marmor; M. Klinger, „Amphitrite“, Marmor, sowie 161 Blatt Handzeihnungen und Aquarelle von P. Klette.

Diener“ ;

Die Hauptversammlung dér Vereinigung zur Erhaltung deutscher Burgen auf der Marksburg bei Braubach am Rhein.

Nachdem bereits am Freitag und Sonnabend eine Anzahl Theil- nehmer, namentli<h aus Berlin, in Braubach eingetroffen waren, kam am Sonntag, den 23. Juni, gegen 11 Uhr der festlich ges{<hmüd>te Dampfer, wel<her die große Mehrzahl der Theil- nehmer von Koblenz bringen sollte, an dem mit einer burg- thorartigen Ehrenpforte und laggen ges{hmlü>ten Landungs- ¡late des ededitibeA Nheinstädtchens an. Zum Empfange hatten fich an der Landungsbrü>ke die Mitglieder des Vorstandes der Ver- einigung und der Orttgruppe Braubach versammelk. Unmittelbar nach der Landung begaben sich oer in gemeinschaftlichem

Fuge auf die Burg, wo sie der cister Schulte für die Stadt rau und die dortige

ppe der Vereinigung begrüßte. Um 12 Ühr ertönte die Butgglo>e und gab den Theilnehmern das jeden des Beginns der ammlung auf der großen Batterie. an bemerkte unter den Anwesenden den Negierungs-Präsidenten Wenzel aus Wiesbaden, den Geheimen Megierungsrath, Landrath Rabe aus Limburg, den Konservator der Rheinprovinz, Professor Dr. Clemen aus Düsseldorf, den Konservator für g g e Geheimen Regierungsrath, Professor Dr. Voß aus Berlin, den oriigeen des Vereins „Herold“ in Berli Aneraltentuant z. D. von Bardeleben, die Vertreter des Vereins terthumsfreunde in Cöln, des Wies- badener Vereins für auishe Alterthumskunde und Geschichts- Fer Et Genter Hten ey Bio Wine: eus Kid aus oars u er au , tandes der Vereinigung, den Geheimen

eim und die Herren des Ber Rezierenoratb von Bremen, den Banquier Karl von der

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S t SUIEERA Negierungsrath Play und den Ar@hitekten odo ar

Der Vorsigende der Vereinigung, Geheime Ober-Regierungsrath von Bremen, erbssuete die Sißung mit einer Begrüßungsrede und ertheilte dann dem Regierungsra h Plaß das Wori zu einem Bericht über die Entwi>kelung der Vereinigung. Der Referent \treifte zunächst die Gründung der Vereinigung im Sahre 1899, berührte den Erwerb der Marksburg, die Thätigkeit der Deren 2c. und berichtete sodann über die Bewegung der Mitgliederzahl. Nach einem Zugange von 107 und einem Abgange von 18 1m laufenden Jahre beträgt die Zahl der Mit- glieder zur Zeit 412, unter denen \i<h 34 Korporationen CETaA ial-, Kreis-, Gemeinde-Vertretungen) und große Vereine mit zahlreichen Mit- gliedern befinden. Dur den Tod verlor die Vereinigung vier Mit- glieder: Seine Königliche Hoheit den Großherzog Karl Alexander von Sachsen-Weimar an dessen Stelle Seine Königliche Hoheit der Großherzog Ernst Wilhelm zu treten geruhte —, den Hof- marschall Freiherrn von Buddenbro> (den verdienten Mit- begründer der Vereinigung), den Professor Dr. Lehfeldt und den Majorats- herrn A. von Carstanjen. Da viele Einzelmitglieder und Korporationen höhere Beiträge, als die sagungêgemäß verlangten 10 M, zahlen, beläuft sih die Einnahme der Vereinigung avs Mitgliederbeiträgen zur Zeit auf 4820 \( Außerdem wurden der Vereinigung rund 14 000 MÆ. dur< einmalige Schenkung überwiesen. :

Nach diesen Mittheilungen wurden sodann Huldigungs-Telegramme an Seine Majestät den Kaiser und König, an Ihre Majestät E und Königin Friedrih und an den Protektor, Seine Hoheit den Herzog Ernst Günther zu S<hleswig=- „Holstein gesandt.

ierauf ertheilte der Vorsißende dem Architekten Bodo Gbhardt das Wort zu einem Vortrage über „eine Burgen ae dur< Deutsch- land", in welhem der Rebner eine lebendige Schi derung seiner Er- lebnisse auf dem Gebiete der Denkmalspflege an zahlreichen deutschen Burgen gab. Zu nennen sind davon Schönbura bei Naum- burg, die Burg zu Freiburg a. d. Unstrut, Dornberg, Saale> und MNRudelsburg, “eian Lichtenstein und Alten- stein, Langenburg a. d. agi, Burg ertheim und Prozelten am Main, Wildenberg im Odenwald und viele andere. Die Reise führte am Main und Rhein hinunter bis zur Marksburg, dann die Lahn aufwärts und na< Berlin zurü>. Den zweiten Vortrag hielt Dr. Bodewig aus Oberlahnstein über die älteste Besiedelung Braubachs. ___ Nach den Vorträgen besichtigte die Festversammlung die Burg im einzelnen untex der sahkundigen aag des leitenden Architekten Bodo Ebhardt. Hieran {loß fi<h ein Besuch der in den Räumen der - ehemaligen Kommandantenwohnung veranstalteten Ausstellung von Plänen, Abbildungen und ru>sacen, die auf Burgenkunde und. das Studium des mittelalterlichen Befestigungswesens Bezug haben. Besonders erwähnenswerth sind von dieser Ausstellung, die auf längere Zeit in der Burg verbleiben soll, die hervorragende Sammlung von Aufnahmen mittelalterlicher Bauwerke in Preußen und von der Hohkönigsbura, welche die Köntg- lihe Meßbildanstalt (Geheimer Baurath, Prefe or Dr. Meyden- bauer) ausftellte, ferner mehrere e ältere Abbildungen von Burgen der Zeit vom 16. bis zum beginnenden 19. Jahrhundert aus dem ganzen Deutschen Sprachgebiet nebst Grundrissen, Plänen, Schnitten u. f: w. zahlreiher Burgen aus der Sammlung des Architekten Ebhardt, zu denen no< eine große As eigener Auf- nahmen des Meisters (solche von der Hohkönigsburg, Marksburg und es andere), die in dem Werke „Deutsche Burgen“ veröffentlicht sind, ommen.

Um 3 Uhr sammelten si die Theilnehmer zum Bea e in der großen Batterie, welches von mannigfachen Reden belebt wurde. Der

tegierungs-Präsident Wenzel brachte einen Trinkspru<h auf Seine Majestät den Kaiser und König aus. Während des Fest- mahls hatten -fi{< bei der Buroscbenk: in der Vorburg und dem Geisenzwinger Scharen von Theilnehmern eingefunden. Ein buntes Leben und Treiben erfüllte die weiten Räume der R E Burg, viele durhpilgerten au< unter sa<hkundiger Führung no<h im ferneren Laufe des Nachmittags die Innenräume der Burg. Bei An- bru der Dunkelheit flammten die Johannisfeuer auf und ließen das alte Gemäuer der Burg in magishem Lichte erstrahlen, gleichzeitig gemahnend an die Sonnenwendfeier unserer Altvordern.

Am Montag versammelten si< die Festtheilnehmer wieder am Landungsplaße und bestiegen den Dampfer, der von Koblenz no< eine Anzahl Gäste herbeigeführt hatte, zur fröhlihen Rheinfahrt nah St. Mare haen Dort fand ein gemeins{aftlihes Mahl statt, an das si< ein Ausflug na< Reichenberg ans<loß, zu dem die Kleinbahn celiGafe einen Sonderzug gestellt hatte. Mit großem Interesse besichtigten die Theilnehmer die wunder- baren Nuinen der Burg Reichenberg, die im Gegensaye zu der wohl- erhaltenen Marksburg \i<h leider in einem traurigen Zustande des Verfalls befindet. Der Architekt Ebhardt erläuterte die Ruinen an der Hand der alten Dilih’shen Pläne aus dem Jahre 1607. Gegen Abend kehrte man nah Braubach zurü>, um dort bei einem fröhlichen Abschiedsmahl die Festfahrt zu beenden und bei der Trennung {hon die Wiederkehr im nächsten Jahre zu besprechen. ,

Aus Anlaß der Dreihundertjahrfeier des Todestages des Astronomen Ty<ho Brahe läßt, wie „W. T. B.“ meldet, die Gemeinde P rag seine in der Teinkirche befindlihe Grabstätte wiederherstellen. Bei der Aufde>ung der Gruft fand man zwei Särge, die unzweifelhaft die Ueberreste Brahe's und seiner drei Jahre nah ihm verstorbenen Gattin enthalten. Beide Leichen sind noh gut er- halten, insbesondere Brahe's Bart; au< Gewand, Barett und die hohen Schaftitiefel Brahe?s sind unzerstört.

Bauwesen,

In den beiden Wettbewerben der Villenkolonie Grunewald Jus die L me nah dem „Zentralbl. der Bau- verwaltung" folgende: 1) Evangelische Kirhe. Je einen Preis von 2000 Á erhielten Negierungs-Baumeister Nîite in Halle a. d. S. und Architekt Johannes Kraaz in Berlin, einen Preis von 1000 M erlangten die Architekten Gebrüder Henninger in Charlottenburg. Die Entwürfe des Land - Bauinspektors Richard Schule-Naumburg in Halensee und des Architekten Otto Kublmann in Charlottenburg wurden zum Ankauf empfohlen. 2) Schul gebäude. Je einen Preis von 2000 Á erhielten Negierungs- Baumeister Otte (dessen Mitarbeiter Alfred Ludwig war) und Privat- Baumeister Hugo Walter. Ein Preis von 1000 A wurde dem Negierungs-Baumeister H. Dernburg zuerkannt. Der gemeinschaft- lie Entwurf der Garnifon-Bauins eftoren Richard Gerstiifets und Oskar Zeyß ist zum Ankauf empfohlen. Die Entwürfe zu 1 werden bis zum 30. d. M. in dem Neubau der Hochshule für die bildenden Künste in Charlottenburg, Hardenberg traye 33, die zu 2 bis zum 2. Zuli d. J., von 3 bis 7 Uhr, in der Villa Börmel in Grunewald, Hagenstraße 10, öffentlich ausgestelii.

Das Urtheil in dem von der MeriagsbuGLgudlung Seemann u. Co. in Leipzig ausgeschriebenen Wettbewerb um moderne st nunmehr gefällt. Es erbielt: in Abtbeilung 1, 10 m-

açaden i açade (286 Entwürfe), den ersten Preis von 800 «4 Wunibald ninger -in

in Wien, den zweiten von 300 4 S. Rubolf in Berlin; in Abtheilung 11, 12 m- deade (213 Entw : den ersten Preis von | Ger zel in München,

weiten von 400 „« Franz Polzer in Brünn; in Abtheilung 111,

6 m-Fagçade (81 Entwürfe), den érsten Preis von 1000 K A :

Prise in Klop) bei Dresden, den zweiten von 500 (A F R n München. Außerdem wurde gon eine größere Anzahl aaldeRs

Entwü kauf, bezw. öffentl i

irma Se mann „u: Go, in teipiis p nien Sammler g «e n n diesem J Sämm: E angenen Arbeîten “rind m Deuts name e zu

eit dem 24. Juni bis zum 1. Juli öffentlih ausgestellt.