1843 / 70 p. 2 (Allgemeine Preußische Zeitung) scan diff

Vortrags theilte der Redner noh einige, das altenburger Laud betreffende statistische, landwirthschaftliche und nationalöfonomische Notizen mit. Ihm folgte Dr. Crusius, der zweite Vorstand, der mit beredten Worten schilderte, wie glücklich das kleine alten= burger Land unter Herzog Joseph?s Regierung und den erleuchteten Be- hóördea des Landes sei. Ueber leßteren Punkt verbreitete sich auch in einem mehr humoristishen Vortrage Staatsrath Fischer von Birken= feld, welcher dem anwesenden Prinzen ein dreimaliges Lebehoch brachte. von Breitenbauh aus Ranis hielt hierauf einen Vortrag über das Schwanken der landwirthschaftlichen Dogmen, daß man vor 2000 Jahren in vielen Punkten eben so weit gewesen als jeßt, und daß diese Schwankungen nur vermieden werden fönnten durch Errichtung von Versuchswirthschaften und Anstellung zahlreicher fomparativer Versuche, deren Resultate dann der Oeffentlichkeit zu übergeben wären, Zum Schlusse sprach noch Roßmäßler von Tharandt über Botanik,

% Aus Süddeutschland, 31. Aug. iso lus sucht sih in einer besonderen, unter dem Titel : „vorläufige Ap- pellation an das Wahrheit wollende Publikum“ zu Darmstadt bei Leske erschienenen kleinen Flugschrift gegen den Vorwurf zu rechtfer- tigen, als habe er durch seine ohne Wissen und Wollen des Versa|- sers veranstaltete Herausgabe der Vorlesungen des Geheimen Rathes von Schelling sich einer Handlung schuldig gemacht, die geseßlich als Nachdruck zu betrachten sei, Aus dem Tone der kleinen Schrift geht hervor, daß der Verfasser von einer gewissen Erregtheit nicht frei gewesen itz wir wollen auf die Anschuldigungen, die er in diejer Stimmung erhebt, nicht eingehen. Die Hauptsache bleibt Paulus eigene Entschuldigung; diese hat uns jedoch keinesweges befriedigt. Die Thatsache, daß er „ohne Genehmigung des Autors einen Ab druck von nachgeschriebenen mündlichen Lehrvorträgen““ veranstaltet hat, der nah $. 2 des preußischen Nachdruck - Verbotes „dem Nach=# drucke gleih geachtet“ und daher gleich diejem verboten is, scheint uns so leiht sich nicht beseitigen zu lassen, Das Raisonuement, dem die Rechtfertigung beruht, is übrigens wie wir dies bei dem alten jederzeit s{lagfertigen ders erwarten konnten. Er beruft sich darauf, Werke nicht blos einen l auch eine Menge Berichtigungen gegeben habe, wodurch das Ganze in seinen positiven und negativen Bestandtheilen jein Geistes - Eigen- thum geworden seiz er vergleicht seine Besißnahme der von 1hm ab-= gedruckten Vorlesungen der Besibnahme der Marquesas -Jnfeln durch die Franzosen und behauptet, bei jener meyr Mühe gehabt zu haben, als die französishe Regierung bei der lebten. Dabei vergißt er aber, daß die Marquesas-Juseln nah dem herfömmlichen Völkerrechte, wie alle nur von Wilden beseßten Landstriche, res nullius waren und als solhe primo occupanli gehörten, was sich denn doch wohl guf die Vorlesungen des Geheimen Rathes von Schelling nicht anwenden läßt.

Mehr scheinbaren Grund hat es, wenn Herr Professor Paulus zu seiner Vertheidigung sich darauf beruft, daß er es als seine Pflicht

solle. Am Schlusse seines

Herr Professor Pau=

Streiter nicht an daß er in jenem

erachtet habe, die in den Vorlesungen aufgestellten, ihm irrig scheinen- den Behauptungen zu widerlegen, und daß er, um seinen Gegner festzuhalten, kein anderes Mittel aufzufinden gewußt habe, ais daß er denselben mit seinen eigenen Worten redend einführte, was durch den Abdruck der Vorlesungen geschehen sei. Aber auch dieser Grund dürfte bei \chärferer Erwägung nicht stichhaltig sein; denn wenu wix zugeben wollen, daß es Herrn Professor Paulus sreigestanden hütte, die Hauptstellen aus den Vorlesungen zum Zwecke der Widerlegung wörtlich anzuführen, so folgt daraus doch noch keinesweges das Recht, das Ganze abdruen zu lassen. Schon deshalb nicht, weil dieses zum Zwecke der Widerlegung nicht nothwendig war. Wie viele philoso- phische Systeme sind n ihren irrigen Bestandtheilen auf das gründ= liste widerlegt worden, ohne daß man die Bücher, die jene Systeme enthielten, für nöthig gefunden hätte, 1n extens0 der Widerlegung einzuverleiben? Und wohin sollte es führen, wenn jedesmal bei der Widerlegung cines Buches dieses selbt wieder unt, abgedruct wer= den dürfte? Wäre damit nicht dem Nachdruck Thür und Thor ge- öffnet? Könnten nicht unter dem Vorwande einer Widerlegung die werthvollsten Werke nahgedruckt werden, sobald man sich nur die Mühe nicht verdrießen ließe, eine gewisse Masse von Bemerkungen hinzuzufügen, die sich das Ansehen einer Widerlegung aven i Wir sind weit davon entfernt, Herrn Professor Paulus eines |v= hen Verfahrens fähig zu halten. Jhm is cs mit jemer Widerlegung ohne Zweifel Ernst. ( j genügende Bürgschaft für das Gelingen, Was ihm unseres Dafürhaltens bei seiner Rechtfertigung am meisten zu Statten kommt, ist der Wortlaut des Großherzogl. he|- sishen Geseßes gegen den Nachdruck, dessen erster Artikel ¡„würt= lihe Auszüge eines ganzen Werkes“ „als beiläusige Bestandtheile oder Beilagen anderer Schriften“ für „erlaubt“ erflärt, Vie Schrift, welhe von den preußischen Behörden vorläufig als Nachdruck mit Beschlag belegt worden, ist zu Darmstadt erschienen, und derselben fämen daher, sofern eine Beschlagnahme nicht blos der nach Preu ßen versandten Exemplare, sondern der ganzen Auflage beantragt werden sollte, die Bestimmungen der Großherzoglich hesischen Geseß= gebung zu gute. Die Anwendung, die Herr Professor Paulus von die= sen Bestimmungen macht, dient uns aber nur zu einem neuen Be- weise, wie seyr es zu bedauern 1|t, daß auch nach dem Beschlusse der Bundesversammlung, welcher den Nachdruck innerhalb der Grän=- zen des deutschen Bundes im allgemeinen verbietet, die Gescbe ge- gen den Nachdruck in den verschiedenen Bundesstaaten noch so sehr von einander abweichen, daß in dem einen etwas als zulässig erschet- nen kann, was in dem anderen verboten ist, Uebrigens sind wir weit davon entfernt, der Entscheidung der preußischen Gerichte vor- greifen zu wollen, müssen indeß doch gestehen, daß wir die Unbe= \timmtheit, die Herr Professor Paulus (S. 13 seiner Flugschrift) an dem yreußishen Geseße rügt, in demselben nicht zu finden vermögen.

Frankrei.

: Paris, 2, Sept. Der Herzog von Montpensier i} gestern Abend in Paris angekommen und heute früh nah dem Schlosse von Eu abgereist. i

Der Herzog und die Herzogin von Nemours sind in Brest anu= gekommen. Man meldet von dort: „Die Festlichkeiten, welche hier vorbereitet werden, ziehen eine solhe Menge von Fremden nach dieser Seestadt, daß man die täglich wachsende Zahl derselben kaum noch Ne E iva O wird sür vie Nacht mit 25 Fr. bezahlt und doch hält es \{werer, sih ein Mittage ine Slafstelle® u” véts{üffeit, gessen, als eine Schlasfstell

Sohn des Königlichen Hauses würdig zu empfangen.

Lord Cowley hat im Laufe des gestrigen Tages eine Depesche von Lord Aberdeen erhalten, worin dfer ihn von der bevorstehen= den Ankunft der Königin Victoria in Treport benachriht, Von einer Reise der Königin nah Paris ist in dieser Depesche nicht die Rede. Lord Cowley i in Folge dieser Meldung nah Treport abgegangen, um e Souverainin bei threr Landung zu empfangen. Das diplo= mati V Corps hat in gleicher Weise von der Reise der Königin eine offe e Anzeige erhalten.

iesbaten kommend, in Schloß Eu erwartet,

auf F niht ohne Scharfsiun,

Abdruck der fraglichen Vorlesungen, houdern

Aber der Ernst einer Absicht is nicht immer eine

Die Festlichkeiten werden übrigens hberrli inz : nie sind von dieser Stadt solche Anstrengungen cat e E 3

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König Leopold der Belgier wird, von Die ministeriellen

; arabischen Verwaltung beschlossen ist.

è Wichtigkeit. Man glaubt in Algier allgemein, F waltung, mit Franzosen an der Spie, welche

448 Blätter enthalten auch heute noch keine offizielle Anzeige vou der bevorstehenden Ankunft der Königin von England.

Der Bischof von Troyes is in der Nacht vom Z0sten zum Z1sten v. M. einer langen und s{chmerzhasten Krankheit erlegenz er ward 82 Jahre 14 Monat alt.

Unsere Blätter machen darauf aufmerksam, daß in Paris im Jahre 1814 eine gezwungene Anleihe erhoben die Zeit der Rückzahlung auf 30 Jahre festgeseßt wurde. min dieser Rückzahlung ist im April 1844,

Der Marschall Soult und Herr Teste werden noch heute in Paris und demnächst in Eu erwartet.

Dlle. Rachel ist nah ihrer Rückkehr gestern im Théâtre français im „„Polyeuct‘“/ wieder aufgetreten.

der Stadt und dabei Der Ter=

= Paris, 2. Sept. Daß die Königin von England mit der Königlichen Familie von Frankreih auch nah Paris und Versailles fommen werde, is \o ziemli allgemein als sicher angenommen. Was aber mehrere pariser Blätter gestern von Vorbereitungen meldeten, die bercits in den “weiten Gemächern des Palais Royal getroffen víürden, wo zahlreiche Arbeiter schon seit einigen Tagen beschäftigt sein sollen, um Alles für die Aufnahme des erhabenen Gastes einzu richten, is grundlos. Bis heute i} durchaus keine außerordentliche Arbeit im Palais Royal vorgenommen worden, wo es übrigens fol her auh nicht bedü-fte, da in der fürzesten Zeit alle etwa nöthigen Einrichtungen getroffen werden könnten. Jndeß glaubt man, Jhre Maje stät werde, wenn sie hierherkömmt, mit der Königlichen Familie zusammeu in den Tuilericen absteigen und zwar die Gemächer bewohnen, welche der

König der Belgier bei seinem Hiersein gewöhnlich einzunehmen pflegt. Ebenso ungegründet is, daß bereits im Stadthause Vorbereitungen zu einem großen Feste getroffen würden, welches die Stadt Paris zur Feier der Anwesenheit der Beherrscherin der vereinigten Königreiche Hroß= britaniens zu geben die Absicht hätte. Man hat auch von Einla dungen gesprohen, welche die Präfekten des Seine-Departements und der Polizei nach Eu erhalten hätten. Das is ebenso grundlos; nur \o viel if sicher, daß der Polizei-Präfeklt, der bereits im Begriffe stand, auf einige Wochen auf das Land zu gehen, nun qausdrüdcliche

Weisung erhalten hat, vorläufig noch hier zu bleiben. Die Span * nung auf die Ankunst der Königin ist allgemein, und sie _wird allem Anschein nah sehr gut hier empfangen werden. Sollte wirklich, wie es heißt, eine große Revue der National - Garde

der Hauptstadt und der übrigen Gemeinden des Seme - Depar tements während der Anwesenheit der britischen Monarchin ver=- anstaltet werde, so würde diese “sicherlih_ besonders imposant und glänzend ausfallen und cin militairisches Schauspiel bieten, das 11 hohem Grade sehenswerth ist. Die Nationa! Garde mit ihren drei- zebn Legionen der Stadt Paris selbit , und den {ast eben jo starken Bataillonen der Banlieue kann leicht 80,030 Mann stark ausrücen, die, vereinigt mit den 30 40,000 Mann der Garnison in und um der Stadt, eine ansehuliche Armee bilden.

Es scheint, daß es die Absicht des Königs is, alle Glieder seiner erlauchten Familie bei Gelegenheit der Anwesenheit des erhabenen Gastes um sih zu Eu zu vereinigen; denn der Herzog von Monk: pensier, der vor einigen Tagen ersk der Einweihung und Enthüllung der Statue Heinrich?s [V. zu Pau beigewohnt und daselbst cinen glänzenden Empfang gefunden hatte, ist, durch den Telegraphen ge- rufen, bereits gestern auf dem Wege nach Eu, wo er in diesem Augenblicke {on eingetroffen jem muß, hier durchpa|sirt, und ein Brief aus Havre will wissen, die Abfahrt des Prinzen von Joinville habe, neben dem gestern angedeuteten Zwecke, auch noch die Bestimmung, den Herzog und die Herzogin von Nemours, die sih in diesem Au genblicke zu Brest befinden, von dork guf dem „Pluton““ nach Su z1 führen. N : : Auf der Polizei ck Präfektur sind eine außerordeutlih große An- zahl von Püsseu nach Dieppe und Trepork verlangt und ausgefertigt worden, und cs würden wohl noch weit mehr Personen nach Eu fst begeben haben, wenn nicht der fast zur Gewißheit gewordene Besuch der Königin Victoria hierselbst viele abgehalten hätte, die Reise dahin zu machen. Alle Berichte aus Cu stimmen darin überein, daß schon vorgestern eine so große Masse von Fremden dort zusammengeströmt war, daß Jeder nur froh sein darf, irgend ein lleines Pläbßchen bei Privaten zu finden, wo er für die Nacht ein Obdach erhält.

Nach deu neuesten Nachrichten aus Algier vom 20fften, insbeson dere nach Privatbricefen, die von diesem Datum eingetroffen sind, wußte man daselbs positio, daß der Marschall Bugeaud in der Eigen

haft als General-Gouvernenr wenigstens noch ein Jahr daselbst ver- die Bildung einer fogenanuten

bleiben würde, und außerdem, daß Die leßtere Nachricht, welche

von dem General-Gouverneur selbst bestätigt worden ist, ist nicht ohne daß eine arabische Ver: vollkommen die Sprache, ¡Sitten und Gebräuche des Volkes kennen, das allmälig anu die Herr- ischaft des französischen Gesebes gewöhnt werden soll, uur gute Re- sultate haben könne, Das Projekt dazu befand sich seit lange schon in den Cartons des Ministeriums, und man wünscht allgemein dessen baldige Verwirllichung im Juteresse der nenen Kolonie, Jedes län=- gere Zauderu damit könnte nur Nachtheil bringen. Der größere Theil der arabishen Stämme hat sich unterworfen,, und man könute ihnen daher eine Organisation geben, welche vielleicht den doppelten Zweck erreichte, neuen Empörungen von Seiten dieser Stämme vor- zubeugen und zugleich den Sturz der Macht Abd el Kader?s zu vol- lenden, die sich vorzugsweise noch auf diese bald da bald dort aus= (rechenden Unruhen stüßt, welche das unvermeidliche Resultat eines permanenten Zustandes der Unordnung und mitunter selbst der Anar chie sind. Wenn einmal die arabische Berwaltuig fräftig organisirt ist, sollen neue Bataillone aus Eingebornen des Landes unter dem Kommando junger und lräftiger französischer Dssiztere gebildet werden, die im Juteresse des Landes gute Dienste leisten werden, Man glaubt allgemein, daß der General-Lieutenant de Lamoricière, der unter allen französischen Generalen in Afrika unstreitig derjenige 1k, der am be- sten die Sprache, Sitten und den Charakter der Araber fennt, an die Spiße der arabischen Verwalkung gestellt werden wird, Offiziere aller Grade, die dur längeren Dienst în Afrika das Land genau kennen gelernt, dessen Verhältuisse studirt haben, sollen ihm zur Unterstübung beigegeben werden, und außerdem sollen einflußreiche Landesein- geborne dieser Verwaltung heigeordnet werden.

Nachschrift kurz vor Postschluß. | e Rouen auf Dampfschiffen abgefahrenen Truppen, deren mein gestriges Schreiben erwähnte, sind nach den heut aus Eu eingetrossenen Be- rihten von gestern bereits daselbs angelangt, desgleichen eine Reiter= Abtheilung von Amiens her, Nach den Befehlen des Königs mußte Alles auf heute zum Empfange der Königin Victoria bereit sein, weshalb überall eine außerordentliche Thätigkeit herrschte. Ueberall ‘überwachte das scharfblickende Auge des Monarchen selbst alle zu * treffenden Vorbereitungen, und er entwidelte dabei eine Thätigkeit, ‘die am besten beweist, wie sehr er sich noch seiner vollsten körper= lichen und geistigen Rüstigkeit und Regsamfkecit erfreut, Nach seinen Anordnungen gehen alle Arbeiten mit einer staunenswerthen Rasch- heit von Statten, Ju den Gemächern des Schlosses, welche Jhre briti- \he Majestät selbs bewohnen wird, war {on gestern Alles bereit. Die Ankunft der Monarchin wurde noch immer für heute, wahrscheinlich

Die von Havre und

in einer der Nachmittagsstunden erwartet, Es muß einen großartigen Anblickck gewähren, wenn die majestätise Flotte der Königlichen Ma= rine von England, welhe Jhrer Majestät als Ehrengeleite dient, vor dem Hafen von Treport eintrisst und dort auf die Salutschüsse der französischen Schiffe und Küsten-Batterieen antwortet, Aber gewiß noch großartiger muß der Augenblick sein, wo die Souveraine zweier der mächtigsten Reiche Europa's, der eine ein ehrwürdiger , viel und hartgeprüfter, aber desungeachtet noch nah \o vielen Stürmen, die er ausgehalten, unerschütterter, rüstiger Greis, der andere in der Person ciner im vollen Glanze jugendlicher Schönheit und Liecbens= würdigkeit strahlenden Königlichen Frau, zusammentreffen,

Die Königliche Familie von Frankreich wird unter einem \{mudcken Zelte, das unmittelbar bei dem Landungsplabe zu Treport errichtet worden is, die Ankunft der Königin Victoria erwarten, welche durch eine cigens mit eben so viel Geshmak als reich ausgeshmücte Barke von der Yacht „Victoria und Albrecht‘“’ nach dem Landungsplabe ge= führt werden wird. Von dem Zelte aus werden dann die Hohen Herrschaften, König Ludwig Philipp der Königin Victoria zur Seite, in einem herrlichen, von acht prächtig geschirrten Rossen gezogenen Staatswagen, die kurze Strecke nah dem Schlosse Eu zurücklegen. Auf diesem wird als Zeichen ritterlicher Aufmerksamkeit des Königs die Königliche Standarte von England neben der dreifarbigen Flagge von Fraukreih wehen. Die nach Eu gerufenen Trupyen-Abtheilunge1n bilden auf dem ganzen Wege von Treport bis Eu Spalier für den Königlichen Zug. Kurz nach der Ankunft zu Eu werden Ihrer bri= tischen Majestät die dort anwesenden Minister, Generale, Staats- Würdenträger und sonstigen Personen von Auszeichzung, die anwesen= den Mitglieder des diplomatischen Corps U. |+ 1, vorgestellt.

Heute sind auch die ausgezeichnetsten Mitglieder des Orchesters der großen Oper, so wie der fomischea Oper, dahin abgegangen, um dort eine große musikalische Production zu geben. Die Mitglieder des Gymnase- Theaters, welche dort eine theatralishe Vorstellung zu berufen sind, waren schon gestern dahin vorangegangen. Kurz,

geben 5s wird Alles aufgeboten, um der Königin Victoria die wenigen Tage ires Aufenthaltes auf französischem Boden fo angenchm als möglich (n machen. Die Bevölkerung des ganzen französischen Küstenstriches wird der Königin sicherlich cinen uicht minder freudigen Empfang be reiten, denn dort, wo mau im beständigen Verkehr mit den britischen Nachbarn ist, sind an sich hon die Vorurtheile gegen England nicht in dem Maße vorhanden, wie im Innern von Frankreich.

Grofsbritanicn und Irland.

Die Nachrichten von der See-Exkursfox der Königin gehen bis zum 3lsten Morgens, wo Jhre Majestät sich noch in den Docks von Devonport befand. Am 3Ujten Bormittags hatte die Königin Schloß Edgecumbe verlassen und sich wiederum an Bord der Dampfsacht begeben, wo sie ein Lever hielt, dem die in Plymouth anwesenden Lords der Admiralität so wie die Lords Abe1

deen und Liverpool beiwohnten, Durch den Grafen von Aberdeen wurden hier der Königin zwei Bewillkommnungs = Adressen der Mu- nizipalitäten von Devonport und Plymouth überreicht. Mittags be suchten die Königlichen Herrschaften die Städte Devonport, Stonun house und Piymouth, wo die dortigen Garnisonen, #o wie die niglichen und städtischen Behörden ihnen den feierlichsten Empfang bereitet hatten. Die Nacht brahte Jhre Majestät an Bord der Dampfjacht zu. Jn den lebten d

Londou, 2, Sept.

Tagen hatte das \chönste Wetter die Fahrt begünstigt, und die Königin, wie heute von einen Korrespondenten ver Times an Bord der Königlichen Dampfjacht gemeldet wird, sich auf der ganzen Reise stets eines außerordentlichen Wohlscins erfreut, Dée gestern gegebene Nachricht, daß dieselbe einen Anfall von Seekrankheit gehabt habe, dürfte damit widerlegt sein. Prinz Albrecht indeß hatte einen leihten Anfall von dieser Krankheit, war aber bald davon wi(c= derbergestellt. Von der Königin wird die große Herablassung gegen die Schiffsinanuschaft am Bord der Dampfjacht gerühmt, mit welcher sie sich bei ihren Promenaden auf dem Det derselben über Schisss- Angelegenheiten zu unterhalten pflegt. Die Auzahl der am Bord befintlihen Personen, die Matrosen und Militair Besaßung mit ein gerechnet, beträgt 300, Sollte das Wetter so günstig bleiben, o is nach der Meinung des Korrespoudenten der Ttmes mcht zu êr warten, daß „die Königin des Oceans ihr eigenes Element“ so bald verlassen wird. Das nächste Ziel der Reise is Falmouth, von wo aus die Königin auf dem Kanal zurückkehren und der französischen Küste sich nähern wird,

Als gestern in der Versammlung des Stadt-Raths der City vou London über die dem Ex =- Regenten von Spanien zu überreihende Bewillkommnungs =- Adresse die Frage gestellt wurde, ob dieselbe an „den Regenten“ oder an dei „eneral Espartero“ gerichtet werder sollte, sprach fich die Mehrzahl der Versammlung für das erstere aus. Der Lord-Mayor {loß sich dieser Ansicht der Mehrzahl an und gab dafür folgenden Grund! Jch würde dem Einwurfe, den man gegen diese Form der Adresse erhebt, mich anschließen, wenn wüßte, daß unser Land den Geueral Espartero nicht als Regenten vou Syanien anerkannt hätte, oder daß irgend eine andere Negie= rung, deren Regent derselbe nicht ist, in Spanien von uns anerkannt worden wäre. Da ich aber glaube, daß keine andere Regierung von der Krone unseres Landes anerkannt ist, als die des Generals Cjpar tero, so fühle ih mich berechtigt, den der Versammlung gestellten Autrag des Deputirten Peacock zu unterstützen.“ Der Antrag wurde darauf angenommen und die Adresse in spanischer Sprache abgefaß!.

Die leßten Nachrichten aus Amerika briugen die Nachricht, daß im Fllen Deegn unter 12S. B, und 105° 5 W, L..Elne \chöne fruchtbare Fusel, 40 englische Meilen von Nordost nach Südwest sich erstreckend, entdeckt worden is. Sie ist nah ihrem ersten Entdecker, d. h. denjenigen, der sie als noch niht guf der Karte ver- zeichnet fand, Cadres Jsland, hengnnt worden,

talien

Bologuüua, 27. Aug. (A. Z.) Die von unseren Truppen 11d Bolontairs hart bedrängten Jusurgenten sollen sich größtentheils zer- streut haben. Jhre Haupt - Anführer, die Gebrüder Muratori vou Bazzano, hatten sich auf tosfanisches Gebiet geflüchtet, wurden jedo von dort wieder zurückgewiesen und irren nun unbewaffnet im Bes birge umher. Cine Abtheilung des ersten Fremden -Regiments hatte gegen Toskana zu einen Gränz-Kordon gebildet, ist nun aber abbe- rufen wordenz die übrigen Detaschements desselben Regiments sind nach Bologna zurückgekehrt, ohne einen Mann verloren zu habey, Der Dieusteifer, den diese Truppen, so wie die päpstlichen Volontairs (Nationalgarde) bei diesem Anlasse bewiesen, wird sehr gerühmt. Li Bevölkerung der Romagna soll sich vom besten Geiste beseelt gezeigt haben. Mehrere der früheren Berichte werden nun als gänzlich grund- los oder wenigstens sehr übertrieben bezeichnet. So namentlich die Angabe, es sei eine Mine entdeckt worden, die das Pulver - Magazin in die Luft sprengen sollte, wobei unfehlbar auch ein bedeutende! Theil der Stadt dasselbe Schicksal gehabt hätte. Dies Gerücht mochte vielleiht dadurh veranlaßt worden sein, daß die Munition nah S. Michele in Bosco gebracht wurde, um die {hon vor drei Jahren beschlossene Revision des Pulverthurmes endlich ins Werk zu

seben,

Spanicn

ckXck Paris, 2. Sept. Die augenblickliche Ruhe in Barcelona ist einem gewandten Manöver des Obersten Prim zu verdauken, wel= her die beiden gefährlichsten Mitglieder der Junta, die Herren Bena= vent und Queralt aus der Stadt zu entfernen gewußt, und dadurch die ganze Junta gesprengt hat, welche jeßt nur noch zwei anwesende Mitglieder zählt, und die sich selbs zum ferneren Handeln unfähig fühlt, Die Herren Benavent und Queralt uebs| dem Secretair des Ayuntamiento und einem Bataillons Chef der National-Garde gehen nah Madrid, um der Regierung die politischen Forderungen der Barceloneser anzutragen und die Gründe geltend zu machen, welche die Hauptstadt von Catalonien für diese Forderungen hat oder zu haben glaubt. Es handelt sich vor allen Dingen darum, die Regie- rung zu vermögen, daß sie die Provinzen, das heißt die Provinzial- Junten, darüber befragt, ob man konstituirende Cortes oder ob man eine Central-Junta einberufen solle. Es bedarf nicht der Bemerkung, daß Barcelona noch immer entschieden für die Einberufung der Central-=

Junta ist, in deren Mitte es einé größere Rolle spielen zu fönnen hofft, als in den Cortes, und deren Ansichten aller Wahrscheinlichkeit nah mehr mit den seinigen überein=

stimmen würden, als die Meinungen der Majorität eines regel- . mäßig erwählten Kongresses. Für den Fall aber, daß die Regierung sich \chließlich weigerte, den Provinzial = Junten jene Frage zur Ent {eidung vorzulegen, hat die Deputation den Auftrag, mit dem größ ten Nachdruke darauf zu bestehen, daß die Wahl - Versammlungen dur die Regierung aufgefordert werden, ihren Repräsentanten in den Cortes ein verpflihtendes Spezial-Mandat in der Volljährigkeits= Angelegenheit zu geben. Es is bekaunt, daß Barcelona die Ministe= rial-Erklärung vom 8ten v. M., durch welche die Großjährigkeit der Königin, vorbehaltlich der Bestätigung durch die Cortes, ausgesprochen wurde, mit der lebhaftesten Unzufriedenheit aufgenommen hat, und daß die dort vorherrschende demokratische Partei von Anfang an kein Hehl daraus gemacht hat, daß sie Alles aufbieten werde, um die Vollziehung einer Maßregel zu verhindern, welche das Heft der spa= nishen Politik nothwendigerweise wieder in die Hände der Königin Christine liefern würde. __ Der Erfolg der Sendung jener Deputation wird nun ohne Zwei= fel auf das weitere Schicksal des öffentlichen Zustandes in Barcelona den größten Einfluß haben, wenn man nicht inzwischen wirksame | Anstalten zur Bändigung des aufrührerischen Geistes dieser Stadt trifft. „Die Anhänger der Junta“, heißt es in einem Schreiben aus Barcelona vom 25. August, „beharren fortwährend in ihrem Geiste der Unordnung und der Anarchie, und sie sind jeden Augenblick be- reit, eine sich etwa darbietende Gelegenheit zu benußen, um ihre Ver= suche zu erneuern, auf welche sie dies Mal nur verzichtet, weil sie nicht den erforderlichen Anklang bei der Masse der Bevölkerung ge- funden haben.“ Um der Gewalt im Nothfalle mit Gewalt begeg- nen zu können, was bei der gegenwärtigen Schwäche der Besaßung von Barcelona ganz unmöglich sein würde, hat man aht Bataillone Linien - Truppen nah der Hauptstadt von Catalonien in Marsch geseßt. Aber was hilst die Zahl der Truppen, wenn diese nur auf eine Gelegenheit warten, um sich gegen die vffentlihe Gewalt zu er- klären, in deren Dienste sie stehen? Es is im höchsten Grade un- wahrscheinlich, daß die neue Besaßung von Barceloua, bei den noch so frischen Erinnerungen des leßten Pronunciamiento dieser Stadt, dahin gebracht werden könnte, die Waffen ernstlicher gegen das Volk zu führen, als die vorige Besaßung dieselben unter den größten offi- ziellen Beifallsbezeigungen der neuen Regierung und der neuen Be= hörden geführt hat. i Ï

N A U! er - , wle A O e in Barcelona einigermaßen cs M A ; tens M auf einc Beranlassung, um A E o Mh t U a vo n neuem zu entwassuen. Vie Vfst ziere desse en sollen bereits durch das Versprechen ihrer Zulassung in der Armee gewonnen sein. Der General Arbuthnuot soll sih fort- während in der Citadelle eingeschlossen haben, und der Oberst Echalecu ist noch immer auf dem Schlosse Monjuich. :

Por ga

___A Lissabon, 21. Aug. Die Weinbau-Gesellschaft des Ober- Duro ist nun dem Geseße vom 21, April gemäß wirklich konstituirt und als diejenige erflärt worden, welcher die von den Kammern bewilligten 150 Kontos Jahres = Unterstüßung zugewendet werden sollen. Die Befugnisse dieser Gesellschaft sind vou großer Ausdehnung, da die ganze Ausfuhr von Portweinen, unter ihre Kontrolle gestellt, nicht blos die Bestimmung derselben ihrer Qualität nach, sondern auch die Jestsebung der auszuführenden Quautität anheimgegeben is, Die portugiesischen Weinbauer und Weinhändler, denen so noch cine bedeutende Geldhülfe von der Staatskasse zufließt, finden natürlich | ihre Lage wesentlich gebessert, und dic Hoffnungen der Parteien, dort das Mißvergnügen über den etwaigen abermaligen Abbruch der Un= terhandlungen mit England bis zu einer Explosion zu bringen dürften wohl abermals getäuscht werden, / E i

Das so wichtige Geseb, über die Erbauung eines großen das ganze Land überziehenden Straßennebes, is nun, mit der niglichen Sanction versehen, zur Oeffentlichkeit gebracht worden ‘und für den Vollzug desselben sind bereits mehrere vorbereitende Anord- nungen getroffen. An die Civil - Gouverneure aller Provinzen sind Befehle erlassen worden, die Listen der Steuerpflichtigen anzufertigen, welche nah dem Geseße zu Bezahlung der zu diesem Zwecke bestimm ten Steuer verbunden sind. Jm nächsten Finanzjahre foll dann mit Erhebung derselben begonnen werden,

Der Finanz-Minister, Baron Tojal, entwickelt fortwährend eine unermüdliche Thätigkeit, und ist bestrebt, in die Finanz Verwaltung Orduung, Sparsamkeit zu bringen, und zugleich die dem Schatze zu Q stehenden Hülfsquellen so ergiebig als möglich zu machen. Morgen wird eine neue Verpachtung der Accisegefälle, die hier unter dem Namen sele casas bezeichnet werden, vorgenommen. Schon vor etwa zehn Tagen war eine Versteigerung derselben vorgenommen worden, ohne jedo den gewünschten Erfolg zu haben. Die Aner- bietungen überstiegen niht 12 Contos über den durhsnittlichen Er- trag der lebten drei Jahre, und da Baron Tojal überzeugt i, daß der Crtrag, den die Accise abwirft, diese Durchschuittsziffer weit übersteigen wird, so hat er, außerdem, daß seßt dies Objekt der Versteige- rung in mehrere Loose abgetheilt ist, noch erklärt, daß, wenn bei der ueuen Versteigerung ein befriedigendes Angebot der Regierung nicht gemacht E a E sei, die Accisegefälle auf eigene Regie er- Nik das menfsteitia R sicherlich nur gewinnen könnte, waltung unum; än lich I ie zue Foristyring dér Vers haben, if der Veit: mitin Wh U R d U LNAE Ju

aden, r C arum die Regierung noch nicht von d - erkannt schädli S E abzugehen vermag. System der Verpachtung der Staats-Einkünfte o eben hat der Finanz-Minister ei tos be Reis abge{hlossen, von eller Same ne a0 Con rem und ein Drittheil in bestimmten Papier i en R L Mita fn imm apieren zu liefern sind, Für die bteren is ein ganzes Jahr örist gegeben, so daß das atr uit

Haus alle Leichtigkei I 9 Io Gua Fe; htigkeit hat, sie bei dem gegenwärtigen niedrigen Stande

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Griechenland.

3 Piráus, 21. Aug. Noch immer müssen leider die Re- ductionen im Staatshaushalt den Hauptgegenstand meiner Berichte bilden. Es is freilich dadur möglich geworden, abermals eine Summe von 500,000 Fr. auf Rechnung der Zinsen und Amortisation der ga- rantirten Anleihe nach Paris abzusenden, so daß die ganze diesjährige Zahlung sich bis jeßt auf cine Million beläuft; will man aber voll- ständig bis auf Heller und Pfennig zahlen und die Regierung hat es nothgedrungen versprehen müssen \o wird man, fürchte ich, bei den bis jeßt vorgenommenen Reductionen noch nicht stehen bleiben fönnen. Zulebßt hat der Schlag das Unterrichtöwesen getroffen, Bei der Universität wurden drei Professoren, Wenthylos, Masson und Manusis, ganz entlassen. Vier anderen Professoren , Negris, Utrich, Treiber und Nikolaides Lebadeus, sind ihre von der Universität be- zogenen Gehalte oder Gehalts-Zulagen ganz gestrichen worden, jedoch in der Art, daß, wenn sie ohne Gehalt dienen wollen, sie ihre Professu- ren beibehalten fönnen. Mit den beibehaltenen Professoren hat man eine ganz besondere Operation vorgenommen, die bisher noch bei anderen Beamten nicht ausgeführt worden is; man hat nämlich einem jeden von seinem Gehalte oder seiner von der Universität bezogenen Ge- halts= Zulage die Summe von 40 bis 150 Drachmen monatlih ge- strichen, so daß also die geringste monatliche Gehalts = Zulage für einen bei der Universität als Prolessor honorarius Angestellten nur noch 60 Drachmen, der höchste Gehalt eines ordentlichen Professors aber und diesen beziehen bei weitem nicht alle ordentliche Professoren monatlich noch 300 Drachmen beträgt. Dabei darf man nicht vergessen, einestheils, daß die Professoren keine Honorare von den Zuhörern, beziehen, anderentheils, daß die Gehalte sämmtlicher Professoren, wie die der auderen Beamten, nach wie vor der allgemeinen Maßregel der Abzüge unterliegen. Ein Professor, dessen Gehalt z. B. auf 250 Drachmen heruntergeseßt is, bezieht demnah in der Wirklichkeit nur noch 229 Drachmen. Der Gehalt des Rektors von 100 Drachmen monatlich is ebenfalls eingezogen worden. Die ganze durch diese Maßregeln erzielte Ersparniß am Budget der Universität, welches bisher ungefähr 75,000 Drachmen (etwa 18,000 Rthlr.) jährlich betrug, be läuft s\ch auf 27,000 Drachmen. Ferner sind bei den Gymnasien mehrere Lehrer entlassen, und den Volksschullehrern is der bisher von der Regierung bezahlte Zuschuß (etwa 12,090 Drachmen jährlich) entzogen worden. Sie sollen freilich dafür von den Gemeinden entshädigt werden, aber das wird wohl {wer , jedenfalls nur sehr langsam durchzuführen sein. Die Waldbrände, von denen die meisten erwiesenermaßen angelegt sind, nehmen auf eine Schrecken erregende Weise überhand, und wenn das so fort geht, so werden wir wahrscheinlih in zehn Jahren keinen einzigen Forst mehr haben. Man hat sich mit den Mitteln beschäftigt, dem Uebel abzuhelfen; ob dies aber durch die neulich erschienene Königliche Ordonnanz, welche dem Angeber zwar eine Belohnung, deren Betrag aber jedesmal nach den Umständen bestimmt werden soll, erreicht werden wird, dürfte man wohl uicht ohne Grund bezweifeln. Die Regierung hatte den an sich gewiß lobenswerthen Plan, die den disponiblen Offizieren zu zah lenden Gehalte durch eine entsprehende Dotation in Staats - Lände- reien abzulösen, Der Geseh-Entwurf litt indeß im Staatsrath Schiff bruch, einmal, weil cine solhe partielle Dotations-Maßregel, so lange die allgemeine und umfassende noch nicht durchgeführt ist, allerdings etwas Mißliches hat; sodann aber auch, weil die Oppositions-Presse, die überhaupt eine große Thätigkeit entwickelt, sih sehr heftig dage- gen erklärte. Man darf wohl billiger Weise einige Zweifel hegen, ob das ehrenwerthe Mitglied der rheinishen Provinzialstände, welches neben den Niederlanden, Schweden und England auch Griechenland citirte, um die Wohlthaten der freien Presse in ein helles Licht zu stellen, si je mit der Lektüre griechischer Journale ernstlih befaßt hat.

__ Der König ist endlich vor etwa vierzehn Tagen in das neue Pa= lais eingezogen.

Eisenbaynen.

_ Breslau, 4. Sept. Der Bahnhof der Breslau-Schweidnih=- &retburger Eisenbahn, in welchem sich die ¿Zweigbahn nad) Schweid= niß ausmündet, liegt zwischen den Ortschaften Peterwiß und Kolonie Neu-Jauernick im freien Felde, unfern des Denksteins, der die Stätte bezeichnet, auf welcher während der Bunzelwiber Lagerzeit Anno 1761 König Friedrich)s des Großen Zelt gestanden hat. Auf den Antrag des Direktoriums der Breslau Schweidniß-Freiburger Eisenbahn Ge- sellschaft haben Se. Majestät der König mittelst Allerhöchster Kabi= nets-Ordre vom 1sten d. M. zu genehmigen geruht, daß jener Bahn= hof den Namen „Königszelt“ führe.

Lerlin - Frankfurter Eisenbahn. Im Monat August 1813 betrug die Frequenz: j 1) 24,220 Personen und 62 Equipagen,

woslür eingenommen wurde ..... 16,753 Rthlr. 27 Sgr. 6 Pf. D) Passagtergepäck-Ueberfrachi L GGEA 090 49 - E O Gtr: 04 Pdnilrgcht H 40 - 195 - —- 1) 6198 Ctr. 49 Psd. Gütersracht 1.409 «ch 3- —- 0) Ie Aen E 290 - 9 6 -

N DUNlMA e. 18,914 Kthlr. 10 Sgr Ft

Dic Einnahme betrug von der Eröffnung :

der Balin am 23. Oktober 1842 bis

31 Jult 1843 a ave e, E 290730 15 8 - Summa der Einnahme bis 31. August 1843 242,487 Kthlr. 25 Sgr. 8

ZJandels- und Hörsen-Uachrichten.

M Breslau, 2. Sept. Nach Spiritus i lebhafter Begehr und da die Borräthe davon sehr unbedeutend sind, so steigerte sich der Preis auf 8! Rthlr, pro Eimer, worunter Loco-Waare heut nicht zu haben ist. i

Breslau, 4. Sept, An unserem Getraide-Markt is es leblos, Preise von Weizen unverändert. Neuer weißer 49 Rthlr., do, gelber 44 Nthlr. co. Kahn. Noggen isst cher etwas höher wieder bezahlt, guter neuer unter 33 Ntblr. fco. Kahn nicht zu berehnen. Gerste 24 Rthlr., Hafer 16 Rthlr., fco, Kahn. Nüböl pr. September und Dezember 114 Rthlr, zu haben.

Stettin , 6. Sept. Nüböl und Roggen fester. Rüböl pro Sep- tember Oftober 105 Rthlr. bezahlt und Geld, Februar März 10% Rthlr, bezahlt. Roggen pro September —Oktober 37 Rihlr. Geld, 37% Rthlr, gehalten, pro Frühjahr auf 33 Rthlr. festgehalten, was auch heute noch bezahlt werden dürfte,

Heutiger Landmarkt:

Weizen. Roggen. Gerste, Hafer, Ersen. Zufuhren 16 8 4 J 1 Wispel, Pra ns 42 à 46 36à 38 26 à 8 18 à 20 32 à 36 Rthlr.

Heu pro Ctr. 15 à 20 Sgr. nah Qual. Stroh pro i Nationsbunden 84 à 9 Nthlr, s E Kartoffeln 12 à 14 Sgr, pro Scheffel,

Danzig, 31. Aug. (B. H.) Der Umsay in Getrai i ladungen nach dem Auslande sind in diesem Manaie e i

den früheren gewesen, und bei den beträchtlichen Zufuhr der Markt stets reichlih mit Proben beseßt, Dad Abi in, R

haben

bci 10 Fl. höhcren Preisen für Weizen.

Leinsaamen und 600 Tonnen Mehl, Königsberg i. Pr., 4. Sept.

angenehmer.

wurden 25

Leinöl 105 Rthlr.,, Rüböl 11 Rihlr,

g?hen noch sehr schlecht.

Talg etwas flauer.

Hamburg 3422 à 2. London 375 à 38,

mehrseitig zu herabgesezten Preisen ausgeboten

gemacht. Oelsaamen. und 155 R. B. umgescht.

90pf. Waare, wozu etwas umging.

Hanföl ohne Umsay.

Hanf. sih doch folgende Notirungen : Auss\chuß- 88 R.,, feiner Paß- Aus\chuß- 78 à 80 R., Paß- 75

Tors, gewöhnlicher, 45 R.

Paris, 2. Sept. französischen Renten heute abermals in die Höhe. gen Börse in Umlauf.

Stand der Rente: öproc. 123,50,

London, 2. Sept.

ling für den Quarter gesunken auf 12 Sh. sinken wird.

und 25,175 Qrtr, Erbsen. A Mailand, 28. Aug.

Der Umsaß auf derselben war fulgnten übergegangen waren,

neuen Erhöhung von 20 Soldi realisirt.

gewöhnlichen 1 Piemont und Frankreich geliefert hat.

Aufschlag gegen die e meisten Gattungen auf 30 pCt. ausdehnt,

Die Preise im Preise

deutend eingewirkt, gegen welche Weizen um unge um 30 Fl. pro Last gewichen i, Jn dieser Woche wurde Weizen nah Qualität mit 330 380 Fl., Noggen mit 220— 230 Fl. bezahlt. Umsay war jedoch gering, weil mehrere Eigner zu diesem Preise nicht ver- faufen wollen und sich entschlossen haben, mit ihren Gütern zu Boden zu gehen. Heute war nah dem Eintreffen der englishen Post mehr Kauflust

Obgleich das Geschäft darin nur mäßig war, #o

Feiner Reinhanf 92 à 95 R. B., feiner 84 R.z gewöhnlicher Reinhanf 84 à 87 R,, à 78 R.z schwarzer Paß- 67 R.

ter, weides alle Feld-Arbeiten peliennigh so wie auch die flauen Berichte en Stand der Preise seit den ersten Tages dieses Monats be-

ähr 100 Fl. , Roggen

Der

Die Verschiffung von Getraide, Rapp- und Leinsaamen und Mehl vom 1. bis 31. August belief sich auf 16,277 Last 8 Sch. Weizen, 3559 Last 27 Sch. Roggen, 5 Last Gerste, 253 Last 49 Sch. Erbsen, 296 Last 42 Sh.

ü erg i (B. N. O.) An unserem Getraide- markt is es mit Weizen, in Folge der leßten engl. Berichte, wieder etwas Es wurden ca. 100 Last gekauft und für bunten 131pf. 53 Rthlr., rothen 130—31pf. 50 à 51 Nthlr. pro Wspl. bezahlt. wizd noch immer stark zugeführt, findet aber wenig Käufer. ticen wurden zu 33 Nthlr. für 118pf., 34 à 22 Rthlr. für 116—17pf. ge- kauft, der größte Theil der Zufuhr aber zu Boden genommen, da die Waare zu theuer fommt und zu den jezigen Preisen Verlust giebt.

Noggen Einzelne Par-

1 nd zu | e; Von Gerste wurde Last 109pf. kleine zu 25 Rthlr. gekauft, Hafer, Erbsen und Wicken ohne Handel. Für Futtererbsen wird 32 à 34 Rthlr. gefordert. Jn alten Bohnen is etwas zu 32 Rthlr. pro Wspl. umgeseßt.

_ & Frankfurt a. M.,, 4 Sept. An unserer Börse waren heute die holländischen Fonds lebhaft zu höheren Preisen begehrt, Die Königl. niederländische Regierung hat, wie ich neulih andeutcte, das Einkommen- steuer-Geseß zurückgenommen und will ein neues , die Besiger der holländi- schen Fonds nicht besonders gravirendes vorlegen *), Die Meßgeschäfste

St. Petersburg, 31. Aug. (B. N. d. O) Pottasche ohne Um- gang, Kasan à Ro. 74 zu haben, Ro. 73 aber refüsirt, Von Seifentalg wurden 100 F. zu No. 106 ge- chlossen. Weiß Lichten- Ro. 120 à 122 nah Qual, zu notiren.

Hanföl cine Kleinigkeit zu No. 9 à 10 gekauft, Paris 404 à 406.

Riga, 28. Aug. (B. H.) Getraide. Noggen ohne Frage. 116 à 117pf. furscher bedang aber doch noch 745 R, S. Pr. Mai - Lieferung wurde und erst zu 65 R. fanden cin paar Hundert Last 117 bis 118pf. russische Waare mit 10 pCt. Vor- {uß Nehmer. Gerste ohne Umsaß. Jn Weizen ebenfalls nichts

Jn Schlag-Leinsaamen wurden ein paar Partieen zu 16 | Eine Veränderung im Stande der Preise ist nicht anzunehmen. Hanfsaamen hielt sich auf 115 N. B, für 89 bis

behaupteten

Jn Folge des Bedarfs zur Liquidation gingen die

Es war an der heuti-

3proc. 82. 25.

englishen Besißungen außerhalb Europa eingeführt worden, ter sind zur Consumtion verkauft worden. Der Zoll is bis auf 15 Schil- und es ist wahrscheinlich , daß er noch bis Vorräthig sind in den Magazinen 332,169 Qrtr,

Weizen, 63,901 Qrtr. Gerste, 37,504 Qrtr, Hafer, 112,859 Qrtr. Bohnen

auch nicht eine politische Frage von irgend einiger Bedeutung

Nach einem offiziellen Berichte des General-Jn- \spectcurs der Zölle sind im vergangenen Monate, der mit dem 5ten endete, in England 97,431 Quarter fremden Getraides und nur 2315 Quarter aus

14,700 Quar-

Die Seiden-Messe in Bergamo ist beendigt, niht so bedeutend als auf der vorher- gegangenen Brescianer Messe, indem shon vor Eröffnung der ersteren 70 à 80,000 Pfund Grezen (ungezwirnte Seide) in die Hände von Spe- Demnach wurden gegen 150,000 Pfund mit einer Erhöhung bis 30 Soldi für den Grezen und mit 15 Soldi für Organzin und Tramin gegen die hon so sehr gesteigerten Preise der Bres- cianer Messe begeben, und schon in den nächsten Tagen wieder mít ciner

Organzin und Tramin, die nur in geringer Quantität vorhanden wa- ren, wurden nicht allein sämmtlich verkauft, sondern die eingetrofsenen Auf- träge konnten damit nur zum fleinsten Theil erfüllt werden, Es stellt sich nun immer mehr heraus, daß die Seiden-Aerndte nur die Hälfte einer uten Sammlung, und das gleiche Resultat, auch nur in ) Man kann annehmen, daß aus der Lombardei bereits & des Produkts von diesem Jahre in zweiter Hand über- gegangen oder in Grezen nach Frankreich und England versandt ist. Die Preise der Organzin 18 20 d. sind auf Lire 325 gestiegen, und ès is aller Anschein vorhanden, daß dieselben auch bei beschränkter Thätigkeit der Fabriken noch weiter aufwärts gehen und nicht bei dem seit Preise der Monate April und Mai, der sich stehen bleiben werden ; indem ein ofenbagrer Mangel an gearbeiteter Waare eingetreten is und die Sei- denmühlen größtentheils nur bis Oktober versorgt sind,

August und September des Jahres 1836 stellten \i{h für Organzin 18 20 auf Lire 50 à 51 daher die jeßt coursirenden um so mehr eines größeren Aufschwungs fähig sind, welche Ansicht auch die meisten Seideubesiger veranlaßt, mit den Verkäufen zurückzuhalten.

herigen

f

ür die

dessen die hier erwähnte Zurücknahme es

Gerücht derx amsterdamex órse,

*) Nach den pen hier ein ciroffenes Le mats

Berliner Bora Den 7. September 1843. e | L y 3 Fonds. [8° E On Aclien. |8 Er, Cour. Brief. | Geld. Brief. | Geld. | Gem. St. Schuld-Seb. 31 104% 103% [Brl. Pois. Eiseub.| D T 1505 Pr. Engl. 0b1.30.4| 103 Ido. do. Prior. Obl.| 4 _— 104 Präm Sch.d.Seeh.|—| 905 JMgd. Lpz. Eisenb.|— 167 Kur- u. Neumärk. | do. do. Prior. Ob. 4 | 1045 _— Scboldverschr. 35 1027 | 101% |Brl. Anh. Eisenb.|— 137 136

Berl. Stadt-Obl. 35 103% | do. do. Prior. Obl. 4 | 1045 | Danz. do, in Th.—| 48 |Oüss.Elb. Eisenb. 5 | 78 De Prnide Os) t fdo. do. Prior. Obl.| 4 95 945 Grosshb,. Pos. do. s Rhein. Eisenb. |5 75 _— L do. : E 37 101% at do. do. Prior. ObI./ 4 | 96% | 963

stpr. Pfaudbr. |35| c Brl. Frankf. Eisb.| 5 | 126% Pomm. do. 3{| 103% | 102% do. do. Prior. ObI.| 4 1043 | 1047 Kur- u. Neum. do. |35| 103% | 10235 JOber-Schlesische Seblesiscbe do. 35| 102% | 101% Eisenbahn. 4| 1115 Gold al marco. |—| T a N P E F'etedtickad'os. 4 37 c 0. do. do. Lt.B.— í B

U T 13% 13% agde. - Halber- And.Gldm.à5 Tb. —| 11% | 11 i

6 Í s s wit,

Dios 4 3 4 städter Eisenb./4| 117%