1843 / 85 p. 1 (Allgemeine Preußische Zeitung) scan diff

Herren Feliu Balcells und Tomas Fabrejas. Die National - Miliz, auf deren zögernde Mitglieder wohl auch die Drohung der Junta mit Todesstrafe für die Saumseligen gewirkt hatte, n'mmt seit dem 7ten den eifrigsten Antheil an dem Kampfe, und hält mit den Freiwilligen- Bataillons und den zahlreichen Massen von Arbeitern, welche bewassnet worden sind, alle Punkte der Stadt, vorzüglich die Thore nah der See hin und das del Angel, den nah der See hin sich ziehenden Wall, das Fort Atarazanas, die Universität und die dertige Kaserne, die in den Wällen vorhandenen Lücken, die seit dem Juni wieder bestehen, so wie die Barrikaden am Eingange

aller Straßen beseßt. Den Angriffen der Truppen unter Prim is es -

niht gelungen, au nur einen einzigen Punkt wieder zu nehmen, Ja, es bestätigt si<, daß nicht blos auch die sämmtlichen Offiziere des Schüßzen-Bataillons von Reuß, das Prim im leßten Juni selbst or- ganisirt hatte, ihn nun im Stich gelassen haben, sondern daß auch die Soldaten der Lnien- Truppen in großer Anzahl zu den Jusurgenten überzulaufen anfangen. Ein Capitain des Regiments Constitucion, Namens Jsidro de Nieva, hatte das Signal dazu gegeben durch eine Proclamation, die er an die Soldaten erließ, und worin er sie geradezu aufforderte, nicht auf das Volk zu schießen, sondern für die Central- Junta si< zu erklären. Jn Folge davon is ein großer Theil von den vier Compagnieen des Regiments Constitucion, welhe Prim bei si<h zu Gracia hatte, nun von ihm abgefallen, So groß is die De- moralisation unter den Truppen, die neuerdings wieder zu Schieds= rihtern über die politishen Streitfragen si< aufwerfen,

Araoz, der neue von der Regierung ernannte General-Capitain, ist am 11ten mit einigen Truppen in Barcelona in die Citadelle ein- gerüd>t; aber es is zu fürchten, daß dadur die Lage der Vertheidi- ger der Regierung nicht viel gewinnen wird. Aragoz ist selbst als eifriger Progressist bekannt, und war nur auf die Versicherung hin, daß er in Barcelona gut werde aufgenommen werden, zu bewegen gewesen, den Posten eines General=-Capitains daselbst anzunehmen. Wenn er nun kaum angekommen, sogleich mit seinen Meinungs-Ge- nossen den offenen Kampf beginnen soll, is no< sehr zweifelhast, ob er die gehörige Festigkeit dabei entwi>deln wird, Daß der Kampf am 13ten noch fortdauerte, beweist der nach der telegraphischen Depesche am 13ten zu Perthuis in der Richtung von Barcelona her gehörte heftige Kanonendonner. Prim war bei der Wegnahme des seitdem

wieder verlorenen Barceloneta selbst in Lebensgefahr, eine Ku- gel durhbohrte seinen Ro>, ohne jedo< ihn selb zu ver= leben. Jn seinen ersten Berichten na<h Madrid hatte er osfen=

bar einerseits die eigene Kraft zu hoch, die Stärke der Jusurgenten zu gering angeschlagen. Denn er hat darin si<h förmlih für unge= \säumte Wiederherstellung der Ruhe und Ordnung und Ersti>kung der Rebellion im Keime verbürgt, wofern man nur soglei<h ihm das zur Bezahlung seiner Soldaten nöthige Geld schi>e, Wir haben aber gesehen, wie seitdem die Empörung eine immer größere Ausdehnung

gewonnen und an innerer Stärke zugenommen hat. Das ver- langte Geld wurde am 10ten von Madrid für ihn abge= hi>t, aber es wird jeßt au< mit demselben ihm \{<wer wer-

den, die gegebenen Zusagen zu erfüllen, Wenn es der Regierung “nicht gelingt, eine hinreichend starke Armee, auf deren Treue sie sich verlasseu kaun, auf die Beine zu bringen, und mit dieser einen kräftigen Schlag gegen die catalonische Jusurrection zu führen, so läßt sich voraus: schen, daß ernstlihe Gefahren sogar für die Existenz der jeßigen Regie- rung aus der neuen revolutionairen Bewegung hervorgehen werden. Die Verwüstungen, welche das Geschübßfeuer des Forts Monjuich und der Citadelle auf die Stadt in dieser angerichtet hat, sind bei weitem größer, als jene, welche die Folge des Bombardements vom vorigen Winter waren. Alle Häuser in der Umgebung des Palastes des Ayuntamiento's und des Forts Atarazanas haben außerordentlich ge- littonz das Haus bes Herrn Xifre, eines der reisten Einwohner von Barcelona, eines der s{höusten und größten Gebäude der Stadt, hat am meisten Unheil erfahren und gli< nah den neuesten Privak-= Berichten vom 410ten nur no< einer Ruine. Die Fabriken der Stadt und Umgegend waren geschlossen, die Fabrik=- Arbeiter daher durchaus brodlos und sie vermehrten daher die Reiheu der Kämpfer, in denen sie wenigstens den täglichen Lebensbedarf fanden.

La Plata - Staaten

Montevideo, 24. Juni. Der Montevideo Reporter enthält einen Siegesberiht des Generals Rivera vom 18. Juni auf den Höhen von Solis Chico datirt. Rivera hat danach an diesem Tage die Avantgarde des argentinischen Heeres geschlagen , derselben 300 Mann getödtet und 200 Gefangene abgenommen. Jndeß melden Privat=Nachrichten, daß das ganze auf 2000 Mann geschäbßte argen= tinische Heer, das seit langer Zeit hon an allen Lebensmitteln Mangel litt und der Auflösung nahe war, durch diesen Sieg vernichtet wor= den sei.

M ab.

_. Paris, 16, Sept. Die neuesten Berichte aus Haiti bis 3. August bestätigen, daß eine neue Schilderhebung der s{warzen Bevölkerung gegen die Farbigen, d. i. die Mulatten, in der Nähe der Stadt Cayes stattgefunden hat. Die Farbigen suchten die leßte Re- volution ganz in ihrem Juteresse allein auszubeuten, so daß die Lage der Schwarzen, welche die Mehrzahl der Bevölkerung ausmachen, da- durch eher \<limmer als besser geworden war, wie {hon der neulich erwähnte Brief des Generals Lazare an den Redacteur des hiesigen Globe gezeigt hat. Der jeßige Ausbru<h wurde gerade dadurch hervorgerufen, daß die jeßige Regierung einige Neger, die laut ihre Unzufriedenheit mit dem Gange der Dinge zu erkennen gegeben hat= ten und daher den jeßigen Gewalthabern anstößig erschienen, hatte verhaften lassen wollen, was zwar versuht wurde, aber miß=

lungen zu sein scheint. Man giebt die Zahl der Mißver- gnügten guf etwa 600 Köpfe an, die si< in der Ebene

von Cayes, \mmtlich bewaffnet, gesammelt und in der Entfernung von kaum einigen Stunden von diesem Plabe so eine drohende Stel- lung eingenommen haben, Die Garnison zu Cayes war nicht stark genug um ossensiv gegen die Rebellen auftreten zu können, und der

E des Plaves wollte daher erst das Eintreffen von hin- ret Vet Oen abwarten, bevor er sie angriff, wie er hoffte p ae E E Sieg über sie zu erlangen. Unglücklicherweise E E h DenA Riviere gerade damals mit dem größten Theile der i Een er Regierung im entgegengeseßten Theile der Jusel, während Cayes den südlichen Endpunkt derselben bildet, Die Hoff- nung, daß die Revolution, welhe zu Boyer's Sturz gemacht wor= den war, ohne Blutvergießen abgehen werde, scheint aber unter den obwaltenden Umständen getäuscht werden zu sollen, und wenn es der provisorischen Regierung nit gelingt, diese Empörungs-Versuche im Keime zu ersti>en, so kann ihr aus der weiteren Entwickelun

derselben große Gefahr drohen. Es scheint aber, daß die Neger nus ihren Haß gegen die weißen Bewohner der Jusel aufs Wei ? tigste zu erkennen gegeben haben, so daß diese bereits ernstliche E sorgnisse für ihre Sicherheit zu hegen begannen, und Vorsichtsmaß- regeln trafen, um sogleih beim ersten Anschein wirklicher Gefahr sich retten zu fönnen,

530

_@ Eiscunbahnen.

A Bresla>, 18. Sept. Jn der General - Versammlung der Niederschlesis<-Märkischen Eisenbahn-Gesellschaft (am 3. bis 5. August d. J.) wurde dem Antrag unserer städtischen Deputirten, Berlin we- nigstens nicht aussließli< und ein- für allemal zum Sib der Ver- waltung zu bestimmen, die geringe Betheiligung des hiesigen Publi= fums bei dem Unternehmen entgegengeseßt und ein Mangel an Jn- teresse besonders in dem Umstande befunden, daß von den zu Zeich- nungen in Breslau reservirten 500,000 Rthlr. fast der ganze Betrag an der berliner Börse verkauft worden sei. Jm Sturme und Drange der Verhandlung is die Verwahrung der Deputirten gegen die aus jenem Umstande zu ziehenden Folgerungen verhallt. Gegenwärtig hat die Stadtverordneten-Versammlung an den Magistrat den Antrag ge- langen lassen, das Sachverhältniß in Betreff der städtischen Betheili gung bei dem Unternehmen und der Unterbringung der erwähnten 500,000 Rthlr. in einem Pro memoria darzulegen und dieses, von bei

den städtishen Behörden vollzogen, an den Herrn Finanz-Minister ein- zusenden. Wie ungerecht übrigens unsere Kommune von dem an sich leichtfertigen Vorwurfe getroffen wird, beweist neuerdings die That- | sache, daß von ihr zur Anlegung des hiesigen Bahnhofes der Direc= | tion die vortheilhaftesten und liberalsten Terrain =- Propositionen in | Schenkung und Taush gemacht worden sind. Nach diesen Proposi- | tionen würde der Bahnhof ganz in -die Nähe des Freiburg-Schweid= nißzer Eisenbahnhofes zu liegen kommen, ein Plaß, auf welchen die

keinesweges erloshene Opposition gegen die projektirte Vereinigung des Oberschlesishen und Niederschlesis{< - Märkischen Eisenbahnhofes | immer hingewiesen hat. Auf diesem Plate befindet si< gegenwärtig | das mit großen Kosten errichtete Etablissement der Gas=Compagnie, welche ihre Versuche, wie bereits gemeldet, gemacht und der städtischen | Behörde ihre Propositionen vorgelegt hat. kennen das von einer dazu erwählten Kommission über die Versuche und die projek= | tirte neue Beleuchtung abgegebene Gutachten niht. Gewiß aber | wird das Projekt, selbst wenn ihm günstige Sterne leuchten, noch | harte Kämpfe zu überstehen habeu. |

Wir

Handels- und Börsen -Uachrichten.

Stettin, 20, Sept. (B. N, d. O.) Roggen in loco ohne Umgang, pr, Sept, Ofibr. 365 Rthlr, gefordert, 36 Nthlr. zu machen, pr. Frühj, 33 Rthlr. Briefe und Geld,

Heutiger Landmarkt:

Weizen, Roggen. Geiste, Hafer, Erbsen, 2 S 16 12 1 : Z S Wspl, | Preise C J A 4G 34a 08 24 a 40 18 a 20 34 a 36 Rthlr. | Heu pr. Ctr. 15 a 25 Sgr. nah Q ial. Stroh pr. Scho> in Ra- Fonebunbda 7a 5 O Kartoffeln 14 Sgr. pr. Schffl.

Rüböl angenehmer, in loco augenblicklich ohne Abgeber, pr, Sept. —- Okftobr. 105 Rthlr., von Januar bis Mai k, J. 11 Rthlr, bezahlt und Geld,

Magdeburg, 19, Sept, Höchster und niedrigster Getraide Markt preis pro Wispel. Weizen: 4 Roggens; 3

26 25 Rthlr. 16— 4155 »

Gerste; Hafer ;

4 Rthlr. 4 5

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| | Sept. Getraide. Jn Weizen gingen Kleinigkeiten zu | 106 R. S. um, Roggen in loco ohne Begehr, nomineller Preis 69 a 70 R. für 116 bis 118pf. Waare. Pr. Mai- Lieferung kam nichts zu Stande, zu 65 R, mit 10 pCt., Vorschuß blieb eher zu lassen als zu

Riga, 11. 108 a S

haben, Gerste ohne Verkehr, 107 bis 108pf. Waare 57 N, nominelle Notirung. : i: : : - Oelsamen. Schlagleinsamen war gesucht, bei den zusammengeschmol-

zenen Vorräthen war zu 17 bis 15 R. B. doch uur wenig Auswahl. Zu zwischen diesen Notirungen stehenden Preisen wurde einiges genommen und blieben Verkäufer. Hanfsamen ohne Frage und festen Preis,

Hanf. Jun gewöhnlichem 1842r Reinhanf wurde mehreres zu 82 R, gemacht, 1841r Waare blieb preishaltend 85 a 86 R. 3 Ausschuß- zu 765 R,, Paß- zu 74 R. erlassen. Schwarzer Paß- zu 67 a 68 R. genommen. Feiner 1841r Neinhanf in ausgesuchter Waare mit 95 R. bezahlt, sonst unter dem käuflich, der von 1842 zu 90 R. Jn feinen Sorten kein Umsaß,

Tors. Langer machte 55 R. B., gewöhnlicher 45 a 46 R. /

Flachs hatte feine stärkere Zufuhr und für Kron -Gattungen blieb Frage anhaltend. Gemacht wurde: Weiß Thies. Rak, 32 a 33 R. S. nach Qualität, grau do. 31 a 32 R., mitunter auch höher, Parteigut zu 28 R., engl. Kron- 264 a 27 R.z Badstub. geschn. 23 R,, Nisten - Drei- band 20 R., Marienb. Kron- 29 R., hell do. 30 R.

Flach sheede war zu 15 N. S. zu kaufen.

Einfuhrwaaren. Durch die mchrende Zufuhr war der Salz-Marfkt ge- drückt. Liverpool common wurde zu 62 R. S. abgegeben, Figueira zu 64 R., St. Ubes zu 71 R. vom Bord verkauft, Terravecchia behauptete sich mühsam auf 76 R. Nothes Cette zu 80 N. gemacht, Bon Norder Heringen wurden Stavanger zu 98 R, S. in föhrnen und 100 Me iti blie | chenen Gebinden, Berger zu 99 und 101 R, verkaust.

Paris, 416, Sept. An der heutigen Börse wurden sehr wenig Ge- | - u , - R d , c C) schäfte gemacht, und die Course der Renten blieben auf 81 85 à 90 und |

121 ,15 à 20 stehen. Die spanische aktive Schuld war zu 205 angeboten,

Auswärtige Börsen. N I R Ade Amsterdam, 17. Sept. Niederl. wirkl. Sch. 935 5% S | Antwerpen, 16. Sept, Zinsl. —. Neue Aul. 175. A Hamburg, 19. Sept. Bank-Actien 1675. Engl. Russ. 1122. i P aris, 1G. Sept. 5% Rente fiu cour. 121. 15. 3% Rente fin cour. S1. 90.

- po e R (S e O 5% Neapl. au compt, 107. 99. 5% Span. Rente 265. Pass. 14.

W ien, 16. Sept. 5% Met, 1103. 4% 1003. 3% 76%. Bauk- i“ » F | Actien 1647. Anl. de 1834 1464. de 1839 115%. Rei DOY S C

Den 21. September 1843.

| 1 | .| PÞr. Cour. Leit ; Pr. Cour. " S Actien. |& ; SOREE [8 Brief. | Geld. N | Brief. | Geld. |Gem. [ul -| %7-IBrl. Pots. Bisenb.| 5 | 1547 Es Ste Sohuld-Sol: 3%) 1042 R do. do. Prior.O0bI. 4 | 103% Lp Bug, G 4 | gt | 90 Mzd. Lpz. ap 0E pa 103% E Me E do. do. Prior. Obl. [E Du Kur- u. Neumärk.| | | s E 1402 ¿O 91 L | z [Brl. Anb. Eiseub. | Í : Sehbuldverschr. 35 1024 101 S do. do. Prior. Obl.| 4 -— 103 % Berl. Stadt-Obl. |35 1037 | 1027 Bui RIV Blaeóbi 0) * 791 782 anne 0 A0 Le B, | E do. do. Prior. Obl.’ 4 | 95 Sas M SSUPE, fans A 1067 | Rhein. Eisenb. |5 | 74% 73% E A | 1012 | do. do. Prior. Obl, 4 96% i E Li f i ti | 103% Brl. Frankf. Eisb.' 5 | 1265 | 12: 2 Opp, Les, 3% A] 9% |4o. do. Prior. Obl. 4 | 104% | 1047 Houias, 00e 35 103% | JOb.-Sebles. Eisb.| 4 | 113 En Kur- u. Neum, do. 35 1035 | [Brl.-Stet.E. Lt.A.—| 1185 | AemanizenE 35) E RLON 5 do. do. do. Lt.B.|—| 1185 S Gold al marco, du —— dinias Magdeb. - Halber-/ L Friedrichsdor, |— 13%/| 13%} «tädter Eisenb. 4 | 117 116 And.Gldm. as Th. 12 113 [BresI- Schweidn.- | s Disconto, S | A P freobg Bleenb.4| 1174| |

Pr. Cour.

Wechsel-Cours. | Thlr. zu 30 Sgr,

| Brief. | Geld, Dad R L AHEFRAISA E R Kurz 1 11! O: Ta GTLLHHDE S 250 Fi. 2 Mt. 140° Hamburg «oe eco oooooo. 300 Mk. Kurz 149 1492 S Eer ao Cie Sees 04D S 300 Mk. | 2 Mt. 1497 149 A Cap e G EEC 0E GHE I LSt, 3 Mt. 6 25% 6 p E p E C S Eo oe C0000 0 300 Fr. 2 Mét. 805 - n e O Me a Sin albe dés 150 FI. 2 Mt. 1044 AUGID E So E S Ed S 00 P 0S 0A 150 FI. 2 Mt. “s 1027 I a Ae. 100 Thlr. | 2 Mt, Mh: S Tage ( G99? Leipzig in Courant im 14 Thl. Fuss. . 100 Thlr. j Z val | ‘992 99! Frankfurt a. M. WZ.......- 100 L | A B, 56 24 Petersburg... «oooooooo ooo o 00 100 SRbl.| 3 Woch. | 1075

Ängckommene Fremde. Hotel de Prusse. Gutsbesißer Baron von Kröcher, nebst Gemahlin aus Lohm. Gutsbesißer Benecke, aus Magdeburg. Particulier S <a ron, aus Potsdam.

Rothen Adler. (Kölnischen Hof.) Kaufleute: Ebert, neb Tochter, aus Havelberg, Gerloff aus Magdeburg, Weinstein aus Glogau. Rentier Krüger aus Stettin. Lehrer Baensch aus Zil! lichau. Organist Giese, nebst Frau, aus Stargard. O

König von Portugal. Kaufleute Hauser aus Niemes, Ho lk au Riga, Gebrüder Bauer aus Breslau, Beheudig, Hagemann ais Teterow in Mecklenb.-Schw., Padearaß und Stud. Padearasß aus

Die

Rosto. Particulier Brauner aus Dirschau. Rentier Otto qu: Hannover. Rittergutsbesißer Graf von Enckevori aus Vogelsang,

Maurermeister Zeiß aus Neuwarp bei Stettin.

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2

Rheinischer Hof. Graf Garczynski, Königl. Kammerherr , Bentschen. Major von Rudorff aus Düben. Frau Staatsräthin von Lehrberg aus Dorpat. von Jaunau, Kaiserl. russischer Kon sistorial-Nath, aus Niga.

Meinhardt’'s Hotel. Baron vonEcartstein, Nittergutsbesizer, a

Bast. Freiherr von Bessel, Oberst-Lieutenant a. D., aus Schwedt, Hotcl de Nome. Nittergutsbesißer von Kalkstein aus Barskil. Obtel de Sl, Petersbourg:, ¿rau Prastdentlin von Io hitr><,

nebs Töchter, aus Breslau. Rittergutsbesißer Baron von Saldern

aus Wismark. Hotel de Brandebourg. Hauptmann von Wibhleben aus Stargard, Hotel de Russie. Graf von Vargas8-Bedemar, Könmgl, dänisch

Kammerherr, aus Kopenhagen.

In Privathäusern. von Arnim, Major vom 7. Kürassier-Negime! aus Halberstadt , Leipzigerstr. 71 bei Arnim. Major Kreß, nebst ( mahlin, aus Marienbad, Behrenstr, 17 bei Wose. Graf von Schw eri! nebst Familie, aus Shmuggerow, Dorotheenstr. 38 bei Schmidt, Ritter gutsbesißer von Wollschläger aus Schönfeldt , Taubenstr, 32 Recferhans. Cornets de Groot, ehemaliger Resident von Bcz aus dem Haag, Neue Grünstr. 19 a. bei Nöttger. Generalin Baro von der Goltz aus Heiligengrabe, Louisenstr. 16 þ. bei von Goli

Meteorologische LBecobachtungen.

1843. Morgens Nachmittags Ahbeuds Nach einmaliger 20. Sept. 6 Uber. 2 Ubr. 10 Ubr. Beobachtung.

Luftdruck . ... 339 1 Par. 338,85 Par. 338,70” Par. | Quellwärme 8,0° R. Luftwärme .-- -+ 9 Id + Ia —+- 12,4 9% R.| Flusswärme 13,2" B. Thaupunkt C0 —- 5,6 ° R, + 5,0° R. -+ R R. Bodeuwärme H R Dunstsättigung | 15 pCt. 36 pCt, 59 pCt, Ausdüustung 0,024 Rb VYELLET «e066 | beiter. beiter. heiter, Niederschlag O

V Ind (e000 | O. | O. | O. Wärmewecbsel t 189

| + 8,1’ R.

+ 5,5’ R... 56 pCt, 0.

N l

Wolkeuzug. - - | H | "Tagesmittel: 339,02 Par... +13,4°R...

Musi Aufg n Afgoemie-Gebaude, Unter den Litiden, Am Sonnabend, den 23sten d. M., um 12 Uhr Mittags, findet im langen Saale des Akademie= Gebäudes Unter den Linden eine akademische Musik-Aufführung statt, indem dret nah gegebenen Mo tiven komponirte Symphonieen , jede von drei Säßen und zwei Or sangstüke, sämmtlich von Eleven der akademischen Schule für mus! falische Composition gescbt und vom Senat ausgewählt, zw Mu8- führung gebracht werden. Musikfreunde werden dazu ganz ergebenst mit dem Bemerken eingeladen, daß es der Einlaß-Karten nicht bedarf. Der Saal wird um halb 12 Uhr geöffnet. Berlin, den 20. September 1843. : Königliche Akademie der Künste. S Dr. G. Schadow, Direktor,

Königliche Schauspiele.

Freitag, 22. Sept, Der Heiraths - Antrag auf Helgoland, lebendes Bild in 2 Abth., von L, Schneider. Hierauf: Der Sol- dat aus Liebe, pantomimisches Ballet in 1 Akt, von Hoguet. Musi von H. Schmidt.

Sonnabend, 23, Sepk. liche Tante.

Die Leibrente. Hierauf: Die gefähr

Königsstädtisches Theater. :

Freitag, 22. Sept. Zum erstenmale wiederholt : Der alte Jung- geselle, Posse in 2 Alten. Mit freier Benußung einer Novelle des Paul de Kok, von R. p N i UGA Berit beiden Brigadiers, Lustspiel in 2 Aufzügen, nah Roster, von Hermann. E cen, Dg Sin (Jtalienische Opern-Vorstellung.) Zu erstenmale in dieser Saison: Lucia di Lammermoor. Opera 11 3 Atti. Musica del Maestro Donizetti.

Sonntag, 24, Sept. Der Verschwender.

Verantwortlicher Redacteur Dr. J, W. Zinkeisen,

Gedrud>t in der De >erschen Geheimen Ober - Hofbuchdrukerei, Beilage

bonnement beträgt : 2 Kthlr. für - Iahr.

Das A

N

A Teile

z lr. - 5% Iahr. 4 Kible, - L AGUE: * 5 in allen Theilen der Monarchie ohne Preiserhöhung. 7nsertions-Gebühr für den Kaum einer Zeile des Allg. 2 Anzeigers 2 Sgr. Ne G) Berlin, Sonnabend den 23 September e/ = -

Inhall

Amtlicher Theil. | ; : Fnlaud. Berlin. Hof Nachrichten. Inhalt des Justiz Ministerial- ® Blattes. Eröffnung der Kommunal - Landtage. Verstärkung des Gränzschußes. Rechnungs-Ablegung der Magistrate. Kommunal- Zuschläge. Posen. Durchreise des Kaisers von Nußland, Feier- liche Bec:digung des Generals von Grolman. N Deutsche Bundesstaaten, Bayern. München, Stille in den höheren Kreisen der Gesellschaft. Ober Appellationsgerichts-Ralh Höf

ler +, Württemberg. Heidenheim. Kriegs - Uebungen. Baden, Freiburg. Erklärung des Gemeinde - Rathes, Freie Städte. Lübe>. Feuersbrunst. Î

Frankreich. Paris. Entde>ung cines Kommunisten - Komplotts.

Toreno +. Vermischtes. Großbritanien und Jrland. London, ie Spaltung in der Tory-Partei (das Quarterly Review und die Times). der Königin Victoria

D ,

Belgien. Brüssel, Näheres über den Besuch

in V P talien. Chur. Neue Bewegungen der Berschworenen, Spyauien. Perpignan. Telegraphische Nachricht aus Barcelona.

Briefe aus Madrid. (Die Kriegskasse Espartero's; Haltung der zu rüdgeblicbenen Esparteristenz Vermischtes.) und Paris, (Stand der Dinge in Barcelona bis zum 10tenz Figueras erklärt sich für die \nsurrectionz Gerona scheint sich ihr anzuschließen.)

Eiseubahnen-. Vom Niederrhein. Eröffnung der Rheinisch-Belgi {hen Bahn. Mainz. Unfall auf der Taunusbahn. Braun- {ch weig. Bahnhof. T

Haudels- und Börfeu - Nachrichten. : Danzig und Magde burg. Getraidemarfkt.

MWagren-Umjahß.

Berlin. Marktpreise. St. Petersburg.

_ sp p M a5 >cdilogo tor E N 25 Köntgl. Oper. (Gafstsptel der Mad. Sclegel Kvoîter, ) Ie Colassche

Flgch- und Nundwcri Kopirmaschine.

Beitrag zu Begründung von Urtheilen über die neuesten Ver-

Detlage u De( Preußischen Münzwesen. (Schluß)

äuderungen in

Theil.

Se. Majestät der König haben Allergnädigst geruht :

Dem Land=-Dechauten und Ehren-Domßherrn Duesing zu Marl, oa NMNoXtli, Co) d) G è aid , Se Kreis Recklinghausen, den Rothen Adler-Orden dritter Klasse zu ver- leihen; und

Q G ov boll o Pa e É "or Gel l n t, Ca

An der Stelle des verstorbenen preußischen General - Konsuls und Geheimen Kommerzien -Raths Vincenz Valentini in Rom den dortigen Kaufmann A, Marstgller zum Konsul daselbst zu ernennen.

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Beorli n E ; L A lin, den -2, September On O Q; J » is , A _ - ' Ll, Komgl. A 0 T VPT P S 0 hann von Sachsen 1st Oresden abgereist. / :

18453.

nach) DEtannet ( e il Ÿ E N O U Hn d. No trol i Mp4 t ( » e $ ; E ung del L ramien von den nah unserer Bekanntma- v1 On 1 D A 2 K ï pit Gs hung N ult d. S5 Zur Ausloosung bestimmten 9000 See- Vandiun gs Prämienscheinen wird ant 10 WitoVer D A

G 1 N O D) F f: No L 4 S , i ind an den darguf olgenden Lagen, von 8 Uhr Vormittags ab, in dem großen Konserenz-Sggle des Sceebhandlungs-Gebäudes, mit Zu

E ZRE T2 B C E I N Ag rge

i: Königliche Oper. Gastspiel der Madame Schlegel =-Köster.

T E E:

U A0: Eee: _Jessonda, Oper in drei Alten von Cduard Veye, Musik von ouis Spohr. Unter unseren Komponisten is opohr der edeijte Repräsentant der deutschen Sentimentalität, Scine Ton- muje hat es, wenn fie die tragische Höhe ansteigen wollte, bei keiner Gele- genheit zu einer bedeutenden Wirkung bringen können, Auch die Charakte ristik geheimnißvoller oder von Leidenschaften wildbewegter Naturen is ihm überall nur zur Hâlste gelungen, und selbst sein „Faust“ schlägt aus dem S oer At V bur geyends in tie Elegie überz besser hon gelingt ihm die Ÿ E eo Seiemus, doch auch diese nur im Anlauf und wiederum E E Beimischungen eines milderen Gefühls. So gerathen \o- wohl sein Hugo im „Faust“ wie sein Tristan in „Jessonda““ aus der hel- in C D, rit lvagemüthigen That treibenden Stimmung rasch A ias i zue , Und in ihren beiderseitigen heroischen Arien alter: ren, ast nach gleicher Anlage, Kriegslust und Minnedienst, Jn der dra- O Darlegung ciner höheren Wel muth ist Syohr dagegen Mei®er, Bi malte Brüfen a B Zerflossenheit, fein sie<her Jammer, heilige S Aucht ls M Verzen sprechen, die cin tiefes Weh durch Ahnungen lebender Gemüther rel, er schildert die sympathetischea ibre Cihebila am Stab der Mae Trauer über ein verklungenes Glück, brochener S oen auf bän falt ücierinnerung, oder das Zusammensinken ge- rendes Bi ee Nrn Grunde des Grabes, Ein wahhaft rüh- E Bild 1n dieser Richtung hat er im X t“ durch scin Nöschen \o z Bewunderung als zum Mitleid aufe P E

Eine weiche und mi Ct S , Gib t selbe cin / nilde Natur, wie die Spohr's, mußte sich, als der-

indisches 7 ¿2 4 J s Uet zum Gegenstand einer neuen Oper wählte,

untex den Banane d (! ir

unter den BuiGei ai _Ganges wohl eben so heimisch fühlen, wie

unserer Di finia bege MAds, eines Landes, das, wie einer / 9 oemeift, in seinen Harzgründen, in seinen

Oderbrüchen , i j ; ; : 2 Jemen Nachtigallenhaînen an den Elb.fern, in sei-

m Rhei ;

s: Ms U ane E lachenden Ne>arthälern mit . ellen Kloster- cl fanfti, besdeibeni Tus wachen historischen Erinnerung fo ungemein

v: Mika ei elde wehmüthige Poesie verbirgt, 7 ‘c Aehnlichkeit B ngen, welche das BVlâttern im Veda der Natur bei dem Indier uns ei dem Deutschen hervorbringt, macht es auch erklärlich weshalb wix uns, 8 den lehten Decennien, der indischen Poesie und Kunst nicht nur auf dem Wege der Forschung, sondern auch auf dem des Genießens iibtes mehr H N üde rt, dessen Natur mit der Zunahme der Jahre eine fast .ndische „geworden , hat diesen exotischen Naturkultus dur<h seine O des Brahmanen“‘ unter uns am wirksamsten gefördert i o für das Erbauliche und Beschauliche empfängliches Gemüth a „zugleich „Jene feierlihe Ruhe, jene erx reifende Melancholie die sich in Indien um Himmel und Erde gelagert hat und Typus sowohl

l

ziehung von zwei Notarien und zwei vereideten Protokollführern, statt- finden. l Das betheiligte Publikum seßen wir hiervon mit dem Bemerken in Kenntniß, daß wir nah geschehener Ziehung die gezogenen Num= mern und Prämien durch die hiesigen öffentlihen Blätter bekannt machen werden. Berlin, den 22, August 1843.

General-Direction der Sceehandlungs-=Sozietät,

Gez) Mayer, Wenßel.

Uichtamtlicher Theil. Inland.

Berlín, 22. Sept. Dem gestern von Sr. Majestät im Gar ten von Sanssouci gegebenen Déjeuner dansant wohnten die neo anwesenden höchsten fremden Herrschaften, der Prinz und die Prin zessin Friedrich der Niederlande mit Höchstihren Kindern, Prinz Karl von Bayern und Prinz Johann von Sachsen Königl. Hoheiten bei. Nach dem Tanze im Freien fand das Déjeuner in der Bilder-Gale rie statt,

Berlin, 21. Sept. Der Herr Graf von Chambord i} von Dreöden kommend auf der Reise nach London hier eingetroffen uud hat sich na<h Potsdam begeben. :

Berlin, 22. Sept. Das heute ausgegebene Justiz-Mini sterialblatt enthält eine Verfügung vom 7. September 1843, deu Ansaß der Kopialien der Justiz-Kommissarien in Mandats =-, sum- marischen und Bagatell - Prozessen betreffend; eine Verfügung vom 15, September 1843, betreffend die Ausführung des $. 2 der Ver= ordnung über die Einlegung der Rechtsmittel vom 21. Juli d. J. (Geseß-Samml. S. 294); und eine Bekanntmachung vom 15. Sep tember 1843, die Domainen - Kammer des Hochseligen Prinzen August von Preußen Königl. Hoheit betreffend. L

Berlin, 22. Sept. Das heutige Amtsblatt bringt die be- vorstehende Eröffnung der Kommunal=Landtage der Kurmark und der Neumark in Erinnerung.

Zur Verstärkung des Gränzschußbes gegen den shlei<händ= lerischen Verkehr in den an Melenburg gränzenden landräth= lichen Kreisen des diesseitigen Regierungs -= Bezirks, und zwar in dem westpriegnibßschen, ostpriegnibschen, ruppinschen, templinschen und prenzlauschen Kreise vom 1. Oktober d. J. ab, soll nah einem mittelst Verfügung des Herrn Ministers des Junern Excellenz vom 30, August d. J. erlassenen Ministerial-Beschlusse das Regulativ in Bezug guf die Paßpflichtigkeit der in- und ausländischen Gränz= Bewohner und die polizeiliche Aufsicht über dieselben, vom 12. Januar 1839 eingeführt werden. Jn dem heutigen Amtsblatt wird des halb sowohl der erwähnte Ministerial = Beschluß, als das gedachte Regulativ, zur öffentlichen Kenntniß gebracht mit der Erklärung, daß die Herren Landräthe dieser Gränzkreise, so wie die Haupt-Zollämter zu Wittenberge, Warnow, Gransee und das Haupt-Steuer-=Amt zu Prenzlau, mit weiterer Junstruction über das gemeinsame Verfahren in der Sache versehen sind und auf ein übereinstimmendes Zusam- menwirken der Polizei- und Steuer-Behörden zur kräftigen und fol- gerechten Ausführung der Bestimmungen des Regulativs halten werden.“

Jn ciner Verordnung der Königl. Regierung zu Potsdam vom

I I E ja

seiner Bewohner als ihrer Kunst-Erzeugnisse geworden is, Diese Schwer- muth spricht sich in allen indischen Dichtungen aus, namentlich in der Sa- kontala, aus deren wunderbarer Mythe A. W, von Schlegel vor funf- zehn Jahren einen Operntext für den früh verstorbenen Ferdinand Ries zu bilden beabsichtigte, cin Vorhaben, das, da Schlegel wahr- scheinlich davon abgekommen ist, ein anderer Dichter für einen glei{begab- ten Komponisten zur Ausführung bringen möge. Sie is au<h von Spohr als Charakter der indischen Musik in der „Jessonda“ glü>klih aufgefaßt und Amazili die vornchmste Repräsentantin derselben. Der volle narkotische Dufthauch des Ostens is über das Sclam-Duett zwischen ihr und Jessonda im zweiten Akt (,„Laß für ihn, den ih geliebct“) ergossenz hier ist nament- lich die Führung der zweiten Stimme (Amazili's) bei der Stelle:

In dem zarten Blumenspiele

Liegt ein tiefer heil’ger Sinn,

Ob ich fröhlih, traurig bin,

Meinem wechselnden Gefühle

Holder Blumen \anftes Licht

Still entspricht auf Anregung sinniger Wehmuth berechnet, und diese Absicht wird voll- kommen erreiht. (In Spontini's, Nurmahal“ findet sich ein verwandtes Musikstück.) Spohr flicht sich überhaupt als Komponist immer ein neues Blatt in den Kranz scines Hauptes, wenn er die „Kinder der verjüngten Au“ besingtz die unerklärbare, nicht niederbeugende, sondern aufrichtende und dennoh an Schmerz gränzende Trauer, welche den Menschen zu be- fallen pflegt, wenn er sich in ein geistiges Anschauen der Blumenwelt ver tieft, weiß er aus seiner innersten Seele heraus in Lichttönen festzuhalten, Jch erinnere an seine jugendliche Nomanze „Rose wic bist du so mild“.

Wie alle Spohrschen Figuren und Gestaltungen in seinen verschiedenen Opern cinander mehr oder minder ähneln, so i auch seine Amazili blos eine etwas potenzirte Wiederholung des Röschens, nur daß bei jener die Liebe sih nicht allein in heuer Zurükgezogenheit hält, sondern bei dem Duett „Schönes Mädchen, wir mich hassen““ kundgiebt, daß sie, von der Angst um das Leben des Geliebten getrieben, auch in die Ex/ase zu treten vermöge. Fräul. Marx, welche dieses Duo, die be- ‘‘ebteste Nummer der Oper, mit Herrn Mantius in wohlbere<hneten Ab- ‘cafungen der Dankbarkeit, Annäherung, Besorgniß und Hingebung unter allgemeinem Applaus trefflih sang, licß gleichwohl die darauf folgende Arie „O Welt, so \{hön und blühend“, worin Spohr so ganz Spohr is und durch welche Amazili's Charakter erst ihre eigentliche musikalishe Begrün- dung erhält, gänzlich aus, was, als willkürliche Schmälerung des Vollge- halts cines so berühmten Tonwerks , ernstliche Rüge verdient , da der volle frische Klang der Stimme keinesweges auf eine etwaige Jndisposition der Sängerin schließen lassen konnte. i Minder angenehm bedacht ist die Partie der Jessonda, und hier

bewährt si<h wiederum, daß Spohr, wenn ex aus seiner Judividualität,

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Alle Post-Anstalten des In- und Auslandes nehmen BSestellung auf dieses Blatt an, für Berlin die Expedition der Allg. Preuss. i Zeitung : Friedri<h<sstrasse Ur. 72.

1843.

É S, s A ¿Es is wahrgenommen worden, daß November 1808, in BeireF ter Gun M Ie s L S November 1808, in Betreff der Legung und Abnahme der städtischen Rechnungen, bisher sehr mangelhaft beobachtet worden sind. Na- mentlich ist von den Magistraten häufig verabsäumt worden, den stadtischen Rechnungen die vorgeschriebenen Verwaltungs-Uebersichten beizufügen, wodurch dann das Verständniß der Rechnungen ershwert Vi E ir es der Bürgerschaft an der öffentlichen Rechnungs= lt 1 verringert worden ist, _Auf den Grund hiervon wird den Hlagistraten sämmtlicher mit der Städte-Ordnung vom 19, Novem- ber 1808 beliehenen Städte des Regierungs-Bezirks für die Zukunft die genaueste Befolgung sämmtlicher in dem $. 183 Lit. d der Städte-Ordnung enthaltenen Vorschriften zur Pfliht gemacht, und werden dieselben angewiesen, den na< näheren Cirkular=Verfügungen vom 6. April 1837 und 5. April 1838 alljährlich spätestens bis zum 1, November einzureichenden Rechnungs-Extrakten jedesmal eine Ab- schrift der Haupt-Verwaltungs-Uebersicht, resp. ein Dru>= Exemplar derselben beizufügen. Für die mit der revidirten Städte-Ordnung beliehenen Städte is, in Betreff der Abnahme der städtishen Rech= nungen, ein ähulihcs Verfahren in den $8. 50 bis 57 der Jnstruc= tion vom 23, Februar 1832 für das städtische Kassen- und Rech= nungswesen nah Maßgabe des $. 124 der revidirten Städte - Ord= nung vorgeschrieben. Namentlich sind die Magistrate im $. 57 ib- idem bereits angewiesen, den alljährlih einzureichenden Rechnungs= Extrakften ein Exemplar der Verwaltungs -Uebersicht beizufügen. - Eine außerordentliche Beilage zum Amtsblatte enthält eine Al= lerhöchste Kabinetsordre (d. d. Sanssouci, 28. Juli d. J.), welche die Nacherhebung des Unterschiedes zwischen dem Kommunalzuschlage von Berlin und demjenigen von Charlottenburg und Spandau von allen mahl- und schlahtsteuerpflihtigen Gegenständen, welche aus den leßtgenannten Städten mit Versendungsscheinen in Berlin eingehen, anordnet, Judem die Königl. Regierung diese Allerhöchste Kabinets= ordre zur öffentlichen Kenntniß bringt, verbindet sie damit zugleich die Benachrichtigung, daß, in Gemäßheit eines Königl. Finanz-Mini= sterial-Erlasses vom 14. d. M., Ill. 21820., die Allerhöchst verord= nete Nacherhebung des Unterschiedes zwischen dem Kommunalzuschlage von Berlin und demjenigen von Charlottenburg und Spandau vom 1, Oktober d. J. an zu Berlin in Ausführung kommen wird. Posen, 19, Sept. Heute Abend, 7 nah 6 Uhr, traf, von Berlin kommend, Se. Majestät der Kaiser von Rußland mit zahl reichem Gefolge hier ein. Der hohe Reisende fuhr am Gartenportal des Ober - Präsidiums vor, verließ jedo< den Wagen nicht, sondern unterhielt sih von demselben herab mit unserem Ober - Präsidenten Herrn von Beurmann huldreichst so lange, bis der Pferdewechsel er- folgt war, worauf Se. Majestät die Reise nah Warschau fortsebten. Heute Nachmittag um 3 Uhr fand die feierliche Beerdigung des Königlichen Generals der Junfanterie und kommandirenden Generals des fünften Armee= Corps, Herrn von Grolman Excellenz, unter - den dem hohen Range des Verstorbenen gebührenden militairishen Ehren statt. Um 3 Uhr wurde die Leiche in Gegenwart der Familie des Verblichenen von dem Militair - Ober - Prediger Herrn Cranz feierlich eingesegnet, Gleichzeitig hatte sich die große von dem Herrn Gene= ral-Major Tu>kermann kommandirte Trauer= Parade aus 2 Ba= taillons Jnfanterie, 3 Eskadrons Husaren und 9 Geschüßen der Fuß- Artillerie bestehend auf der Wilhelmsstraße, dem Trauerhause ge= genüber, aufgestellt. Jn dem Augenbli>e, wo der Sarg, von Unter= offizieren der Garnison getragen, das Haus verließ, machte die Parade die militgirischen Honneurs, worauf sich der Trauerzug in folgender Ordnung durch die Wilhelmsstraße und die Vorstadt St. Adalbert nach dem auf dem Festungs - Terrain belegenen Militair -Friedhofe in Bewegung sebte:

die ihn immer an das Bereich der ernsteren Gemüthswelt fesselt, her- austreten will, den sicheren Boden verliert. Seine Kunigunde im „Faust“ ist ganz verzeichnet und Jessonda's Abspiegelung ihm nur da gelungen, wo er den Schmerz der dem Tod geweihten Wittwe und die Liebes- Reminiscenzen ihrer Seele malt. Für ihre langen Recitative (das Tempo aller Recitative wurde noch dazu am heutigen Abend am Schlepptau gezo- gen) wird das Ohr durch die etwas mühsam gerathene Ausarbeitung der des höheren Schwungs ermangelnden Arien „Die ihr Fühlende betrübet und Hohe Götter, schauet nieder ‘“’ wenig entschädigt. Jun den Ensemble- stücken dagegen is diese Partie gehaltener, und bei manchen Stellen, z. B. im zweiten Finale (bei der sehr veralteten Phraseologie „Jn deinen Armen“ it, #. w.), lüftet sie die Shwingen der Begeisterung, was auch in dem herr= lien, dur die Natur begünstigten und dur Kunst veredelten Gesange und Vortrag der Madame Louise Köster, geb. Schlegel, vom Großherzogl. Hof- Theater zu Schwerin, auf den entsprechenden Punkten, und namentlich auf dem Höhepunkt ihrer Rolle, wo sie sich an das wiederum lieb gewonnene Leben anklammert, treffend veranschaulicht ward.

Die ganz lyrische Partie des Nadori, wobei der Komponist den Kampf zwischen Pflicht und Liebe in den Gränzen seiner Darstellungsweise halten und mithin reussiren konnte, hatte an Herrn Mantius einen auch durch die Persönlichkeit begünstigten und, wie fast immer, ausgezeichneten Reprä- sentanten. Schien es bei dem ersten von Spohr ein wenig monoton behan- delten Männer - Duett, als sei sein Organ affizirt, so gewann dasselbe doch im Fortgange der Handlung bald die gewohnte Fülle wicder, \o daß Herr Mantius das schwierige und bei dem bewegten Tempo anhaltend in der Höhe liegende, in dem Grundgedanken dreimal wiederkehrende Rondo, „daß mich Glü mit Rosen krône‘“, mit einer melodishen Kraft singen konnte, welche den Effekt dieser schönen Nummer trug und hob, :

Diejenige Grandezza und orientalische Priesterlichkeit , womit die Partie des Ober-Braminen Dandau repräsentirt sein will, wenn die Majestät der Scene „der auf Morgen- Abendgluthen““ und besonders die Strophe darin :

Felsenschlünde darfst du spalten,

Und begraben ist sein Heer;

Sende deines Sturm's Gewalten,

Und die Flotten sind nicht mehrz

Und der Sieger stolzes Lied

Fröhlich zu dem Himmel zieht. wenn ferner der tragische Ernst der Tempel - Scene im 3ten at impene soll, fanden wir in der Leistung des Herrn Z [4 ils eider Senger seine

1 J y ¿ ; daß dieser Sáng

wieder, wünschen überhaupt mit dem Publikum, Leistu Kräfte do<h mehr zusammenhalten möge, damit fn ín beiteren Partieen Fache derjenige Beifall verbleibe, der seinen Leistung i no<h immer wird,