1843 / 88 p. 2 (Allgemeine Preußische Zeitung) scan diff

Dem Major von Lauer, vou Garde-Kürassier-Regiment,

Dem Major von Beverförde, vom Garde=Husaren=-Regimeut,

Dem Major Oelrihs, vom Generalstabe, i

Dem Rittmeister Grafeu vou Königsmar>, von der Adjutantur,

Dem Rittmeister von Gots, dienstleistender Adjutant bei der 6ten Division,

Dem Hauptmann Grafen von Oriolla, vom Generalstabe,

Dem Hauptmann Nobiling, vom 20sten Landwehr-Regimeut,

Dem Premier-Lieutenant von Krosigk, vom 12ten Sufanterie-Re- giment,

Dem Corps-Auditeur Güuther, vom 3ten Armee-Corps.

6) Den St. Johanniter -Orden: Dem Obersten von Katte, Commandeur des Garde-Dragoner-Re- giments, Dem Obersten von Sh önermar>, Commandeur des Garde - HU- saren-Regiments, Dem Obersten von Gayl, Commandeur des 1sten Garde-Regiments zu Fuß, é em Obersten von Webern, Commandeur des 20sten Landwehr: Regiments, Dem Obersten vou Strotha, Brigadier der 3ten Artillerie-Brigade.

7) Das Allgemeine Ehrenzeichen :

Dem Stabs=Hautboisten Engelhardt, vom 1sten Garde-Regiment zu Fuß,

Dem Feldwebel Plath, Rechnungsführer des Lehr-Bataillous,

Dem Feldwebel Stapelberg, vom 2ten Garde-Regiment zu Fuß,

Dem Büchsenmacher Schneppenseifer, vom Kaiser Alexander= Grenadier-Regiment,

Dem Feldwebel Hiukeldein, (Landwehr -) Regiment,

Dem Feldwebel Griesel, vom Garde-Schüßeu-Bataillon,

Dem Wachtmeister Rich el, vom Garde-Kürassier-Regimeut,

Dem Wachtmeister Davideit, vom Garde-Husaren-Regiment,

Dem Wachtmeister Ginsberg, vom 1sten Garde - Ulaguen=- (Land-= wehr=) Regiment,

Dem Wachtmeister Nieger, vom 2ten Garde-Ulanen -= (Landwehr-) Regiment,

Dem Feldwebel Peters, vom 1sten Garde-Landwehr-Regiment,

Dem Unteroffizier Siegert, von der ersten Garde-Jnvaliden-Com- pagnie,

Dem Armee-Gendarm Janowski, vom 3ten Armee-Corps,

Dem Sergeanten Melzer, vom 8ten Jnfanterie-Regimeut,

Dem Sergeanten Schley, vom 2Msten Jufanterie-Regiment,

Dem Feldwebel Schulz, vom 24sten Junfanterie-Regiment,

Dem Stabs-Trompeter Greulich, vom 2ten Dragoner-Regiment,

Dem Wachtmeister Kleine>ke, vom 10ten Husaren-Regiment,

Dem Ober=Feuerwerker Vauß, von der 3ten Artillerie-Brigade,

Dem Feldwebel Wichert, vom 8ten Landwehr-Regiment,

Dem Unteroffizier Brauns dorff und

Dem Büchsenmacher Thurn, vom 12ten Landwehr-Regiment,

Dem Feldwebel Piukwart, :

Dem Feldwebel Gefseri>, und

Dem Feldwebel Meißner, vom 20sten Landwehr-Regiment,

Dem Feldwebel Wiese und :

Dem Feldwebel Koch, vom 24sten Landwehr-Regiment,

Dem Wachtmeister Steinweg, vom Landwehr-Bataillon (Wrieben) des 3östen Jufanterie-Regiments (3tes Reserve-Regiment),

Dem Festungs-=Bauschreiber Voigt, zu Spandau.

C

2

vom Garde = Reserve - Jnfanterie-

Se. Königl. Hoheit der Prinz August von Württemberg

ist von Altenburg hier wieder eingetroffen.

Angekommen: Der Königl, sardinische Staats-Minister, Graf von Pralorníio, vou Leipzig.

Der Erbschenk im Herzogthum Pommern, von Heyden=Lin- den, von Tübpabß.

Ab gere ist: mandirende General des &en Armce- Corps, Koblenz. s

Der General - Major und Commandeur der 10ten Kavallerie- Brigade, von Wedell, nah Posen.

“Der General -Major und General = Adjutant Sr. Majestät des Kaisers von Rußland, Anrep, nah St. Petersburg.

Se. Excellenz der General = Lieutenant und kom= von Thile IL, nach

Ülichtamtliher Theil. Inland. Landtags - Angelegenheiten.

Fhein- Provinz.

Bericht über die zu Düsseldorf am 3, Juli 1843

stattgehabte Itio in partes.

Jn Folge des von zwei Dritteln der Abgeordneten der Städte und zwei Dritteln der Deputirten der Landgemeinden in der 32sten Plenar-Sibtung gestellten Antrags auf eine [tio in partes war auf heute der abgesonderte Zusammentritt dieser beiden Stände - Abthei= lungen veranlaßt worden. i

Es erhebt si<h eine Erörterung der Frage, in wiefern die beiden Stände gemeinschaftlih zu berathen haben; woraus der Herr Land- tags-Marschall Veranlassung nimmt, zu bemerken, daß es zunächst auf die Frage ankomme, ob man bei dem gestellten Antrage beharre, welche Frage von beiden Ständen per majora bejaht wird,

Ein Abgeordneter der Städte bezieht sih auf seinen hinsichtlich der erte Das der Vertretung vorgebrachten Antrag, und giebt die erneuerte Verlesung desselben anheim, indem er dessen Juhalt dahin wiederholt, daß vie Zahl der Abgeordneten der Städte und der Land- gemeinden, jede um 10, nah Maßgabe der Bevölkerung, vermehrt mee n müsse der relative Antheil an dem T an Trdtee fet Me D „Gleichheit der drei Stände maßgebend sein, i A en übrigen Provinzen, mit Ausnahme Westpha- lens und Rheinlands, in welchen die Städte und die Landgemeinden einen stärkeren Grundbesiß haben, nicht der Fall Jedod sei aud) in Westphalen das Verhältniß ein anderes, gls in der Rb N weil dort ein bedeutend größerer Theil des Grund-Ei É thums “n die Rittergüter falle, als hier. Wenn nun aber die Vertheilu d s Grundbesibes als die Basis der Vertretung anzunehmen fti, o halte er seinen Antrag für vollkommen gerechtfertigt, indem auf bie Ritter- güter der Provinz no< nicht 4 pCt. der Gesammt-Grundsteuer fallen, abgesehen davon, daß seit dem Jahre 1829 einige Rittergüter aus der Matrikel ausgeschieden seien, andere parzellirt werden,

Ein anderer Abgeordneter desselben Standes: An den Antrag des vorigen Redners \éließe Lie der zweite Antrag an, daß es dem Stande der Städte gestattet sein möge, auch außerhalb des Kreises der Gewerbsteuerzahlenden, unter solhen Personen, welhe nur 30 resp. 20 Rthlr. Grundsteuer in den Städten bezahlen, ihre Vertreter zu wählen. Dieser Antrag habe in der 32, Plenar-Sißung eine noch

552 größere Majorität für sich gehabt, und gebe dem des vorigen Ab- geordneten eine no< höhere Bedeutung.

Der Herr Landtags - Marschall : Die Absicht, au<h in Betreff dieses Antrags eine [tio in parles zu begehren, sei no< ni<t fund gegeben worden, und es frage sih daher zunächst, ob dieser Wunsch vorhanden sei. Diese Frage wird vielseitig bejaht, Ein Abge- ordneter der Städte: Er babe bei der früheren Abstimmung sich gegen den Antrag des Abgeordneten der Städte nur aus dem Grunde erklärt, weil vorab der des Abgeordneten der Städte von der Ver- sammlung abgelehnt worden sei. So fern man jeßt auf den leßbte- ren zurüc>fomme, \o erscheine ihm der erstere als eine nothwendige Folge der Annahme des leßteren, Der Antragsteller: Auch er stimme dem Antrage des Abgeordneten der Städte bei, jedoch seien beide Gegenstände in der Abstimmung und demnächst auch in der an Se, Majestät zu richtenden Adresse getrenut zu halten. Seinem Antrage, welcher von beiden Ständen unterstüßt worden, gebühre die Präferenz.

Ein Abgeordneter der Landgemeinden: Nach der Einwohnerzahl sowohl, als nah der Betheiligung an der Grundsteuer würde \i< der Antrag rechtfertigen lassen, den Landgemeinden eine doppelt o zahlreiche Vertretung auf dem Landtage als den Städten zu bewilli- gen. Ein anderer Abgeordneter der Landgemeinden: Er schließe sich der Itio in partes an, weil diese von denjenigen zwei Ständen aus- gegangen, welche schon so oft die WegshaffFung der die Ver tretung auf den Landtagen beengenden Schranken ben, wobei sie gern das persönlihe Prärogativ aufopferten, um eine den Bedürfnissen der Provinz entsprehende Vertre- tung hervorzurufen. Der Stand der Städte nähere si<h dadurch dem Stande der Landgemeinden, daß er die Gewerbesteuer nicht als nothwendiges Kriterium zur Wählbarkeit im Stande der Städte bezeichne und richtig erkenne, daß, wenn der Grundbesiß die Standschaft bedingen solle, dies auch konsequent durhgeführt werden müsse. Der Staud der Landgemeinden habe wiederholt beantragt und auf dem 6ten Landtage durch eine Bitte an Se. Majestät den König den Wunsch ausgesprochen, daß die die Wahl in seinem Stande beengenden Ministerial-Jnstructionen zurückgenommen würden. Se. Ma jestät habe leider diesem Wunsche nicht zu entsprechen geruht, Der zweite Stand hingegen trete stets den die Erweiterung der Vertre

von diesem Stande ein Gesu<h um Erweiterung der Befugnisse ZUr Vertretung auf dem Landtage ausgegangen oder unterstüßt worden. Diese Gründe bestimmen ihn um so mehr, dem Antrage um Vermeh: rung der Mitglieder im dritten und vierten Stande beizutreten Ein Abgeordneter der Städte: Er pflichte dieser Ansicht bei, Der vorige Redner habe die Gewerbe-Steuer, welche von den Städ- ten entrihtet werde, nit in Erwägung gezogen, }onjt würde er ge- funden haben, daß das Gesammt-Quantum der direkten Steuern für die Städte und für die Landgemeinden ungefähr gleih groß sei. Ein Abgeordneter der Landgemeinden: Schon bei der Diskussion in der 32sten Plenar-Sibung habe er geäußert, daß, wenn die Städte au weniger Grundsteuer entrichten, als die Landgemeinden, dieser Unterschied für die ersteren durch ihre Betheiligung an der Gewerbe- Steuer und an den indirekten Steuern ausgeglichen werde, Allein auch nah dem Verhältnisse der Grundsteuer allein gebühre den Städ- ten eine größere Vertretung dem Ritterstande gegenüber, weil der leßtere nur mit 3,85 pCt. an der Gesammt - Grundsteuer partizipire, während auf die Städte 25 pCt,, mithin se<hsmal so viel falle und doch nur eine Vermehrung ihrer Vertreter von 25 guf 395 begehrt werde. - Ein Abgeordneter der Städte : f ; des verehrten Abgeordneten des vierten Standes, welcher so eben gesprochen, um Vermehrung von zehn Abgeordneten der Städte zur Vertretung beim Landtage um so mehr an, da er nicht allein der Abgeordnete mehrerer Städte, sondern der dret Gürstenthümer der alten Provinzen, nämlih des westlichen Theiles der Provinz Kleve, so wie des Fürstenthums Meurs und Geldern sei, und sämmtliche drei Provinzen mit einer Anzahl von 40,000 Seelen bis hierher nur von einem Abgeordneten vertreten worden seien. Der Antrag- steller: Der Landtag sei das Organ der Provinz, welche mehr durch

Er {ließe si< dem Antrage

die Städte, als durch die geringe Zahl der Mitglieder der Ritter- |

wenn auch niht rücksihtlih der Ge- faftishen Einfluß der Städte auf die Verhältnisse der Previnz. Ein Abgeordneter der Städte wiederholt, die beiden Anträge nicht zu trennen, weil dadurch der des vorigen Redners nicht gewinne, indem der andere eine größere Stimmenzahl für si< gehabt habe. Eine Vermehrung der Zahl der Deputirten für si< allein sei niht so wünschenswerth, als die bean- tragte Abänderung des Wahlsystems. Ein anderer Abgeordneter der Städte stimmt bei und findet eine Vereinigung beider Anträge in die Eine Frage zulässig: ob die Versammlung eine Vermehrung der Vertreter des dritten und vierten Standes, für jeden um 10, bean-

haft repräsentirt werde, sinnung, do<h durh den

tragen wolle, und zwar in der Weise, daß im Stande der Städte |

die Wahl auf solche Personen fallen könne, welche keine Gewerbe a A Cs R vorgeschriebenen Grundsteuer-Betrag ent- richten. / S E Von mehreren Seiten erhebt si< gegen eine Verbindung der bei- den Anträge ein Widerspruch, weil jeder derselben auf einem ver- schiedenen Grundsaße beruhe, und weil das spezielle Motiv des _An-= trages des Abgeordneten der Städte, nämlich die Nichtausschließung vieler intelligenten Köpfe im Stande der Städte, bei dem Wahl- Systeme im Stande der Laudgemcinden nicht zutreffend sei. E Mit dem Bemerken, daß der zweite Antrag blos Gegenstand ver Abstimmung des dritten Staudes sei, weil in Bezug auf densel- ben der Stand der Landgemeinden seinerseits keine lo in partes verlangt habe, bringt der Herr Landtags - Marschall folgende Frage zur Abstimmung : E N , | Beschlicht die Versammlung, Se. Majestät den König zu Me ten, daß die Zahl der Abgeordneten, für den Stand der „Städte sowohl, als für den Stand der Landgemeinden, um 10 Mitglieder » . 9 211 E wird von dem gesammten Stande der Städte, mit Ausnahme Einer Stimme, bejaht; im Stande der Landgemeinden von 16 Stimmen bejaht, von 6 verneint. Demnächst wird (zur ausscließ- lihen Abstimmung für deu Stand der Städte) nachstehende Frage gele e sließt der Stand der Städte, des Königs Majestät zu bitten, diejenige Bestimmung der Wahl = Verordnung, nah welcher ín dem für die Wahlfähigkeit im Stande der Städte erforderlichen Steuer-Quantum auch M Mewarde Ener DaN enthalten sein muß, ‘gnädigst aufzuheben ?“ | f :

e E der Städte: Er stimme zwar für Erweiterung der Wahlfähigkeit im Stande der Städte, glaube aber, daß, nahdem man eine Vermehrung der Vertreterzahl beantragt habe, au die Entrichtung der Gewerbesteuer niht ganz außer Berücfsichtigung bleiben dürfez er schlage daher als Amendement zu dem vorliegenden Antrage vor, daß in denjenigen Städten, welche mehr als Einen Deputirten zum Landtage schi>en, wenigstens Einer Sm dem Stande der Gewerbetreibenden angehören müsse. Ein Abgeordneter der Städte: Dieses Amendement scheine ihm überflüssig und für den Haupt-Antrag selbs bedenklich; die Wähler im dritten Stande seien

beantragt ha- |

nah wie vor Gewerbtreibende, denen man Einsicht uud Umsicht geuug zutrauen könne, um zu wissen, wen sie zu wählen haben. Nachdem das Amendement wegen Mangels an Unterstüßung zurü>gezogen, wird die gestellte Frage von dem ganzen Stande der Städte mit Ausnahme von Einer Stimme bejaht und ein Abgeordneter der Städte mit der Redaction der Adresse beauftragt.

Der somit beauftragte Abgeordnete der Städte: Wenn auch der Antrag auf Aufhebung derjeuigen Bestimmung, wodur<h die Wahl- fähigkeit dur<h die Zahlung einer Gewerbesteuer bedingt werde, nicht aus dem Stande der Landgemeinden hervorgegangen sei, und ihm uicht zur Abstimmung habe vorgelegt werden können, so erachte er es doch für wünschenswerth, daß dieser Stand sich darüber ausspreche, ob er dem Antrage beistimme.

Die Mehrheit des Standes der Landgemeinden erhebt si zustim- mend, worauf der Herr Landtags-Marschall eriunert, daß diese Frage ni<ht Gegenstand eines Beschlusses durh den Staud der Landgemein- den sei, sondern vor die Plenar-Versammlung gehöre. :

Der Abgeordnete der Städte erläutert, daß es sih nur davon handle, im Protokoll die Ansicht der Majorität des vierten Standes aufzuführen.

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Königsberg, 23. Sept. Jn der Nacht vom 19ten auf den 20sten i} unser allgemein verehrter Obermarschall Graf zu Vohna Wundla>en verstorben. Heute bringen unsere beiden Zeitungen fol gende Bekanntmachung vou Seiten der Königlichen Regierung:

„Der am Msten d. in Gott entshlafene Königl. Obermarscall des Königreichs Preußen und Konsistorial-Präsident, Ritter des Rothen Adler-Ordens zweiter Klasse mit dem Stern, des militairischen Ciser- nen Kreuzes und des Kaiserl. russischen St, Wladimir=Ordens vierter Klasse, Herr Graf Heinrich zu Dohna-Wundla>en Excellenz, hat dem unterzeichneten Regierungs-Kollegium, bei welchem er seine erste Bil- dung zum Staatsdtenjt erhalten, “nach vielfachen amtlichen Verhält n‘ssen, zwölf Jahre als Chef-Präsident mit Eifer und Einsicht, als treuester Diener des Königs und des Vaterlandes vorgestanden. Alles Edle, Große und Schöne zog er in den Bereich seines Wissens und Wirkens. Voll von Güte des Herzens und Freundestreue, von durch aus ehrenwerther Gesinnung, verfolgte er die Gegenstände seiner

; Jen tete ] , | Thätigkeit mit Ausdauer und Charakterfestigkeit und gab ein nach= tung bezwe>enden Anträgen feindlih entgegen, und no< uiemals set |

ahmungswerthes Beispiel im Wollen und Vollbringen. Das Regie= rungs=- Kollegium fühlt sich berufen, dem Andenken dieses ihm stets theuer bleibenden, in der Provinz hochverehrten Mannes seine dank bare Erinnerung zu weihen, Das Vaterland, das den Entschlafenen einst in den Reihen seiner ausgezeichneten Kämpfer sah, wird der von ihm in einem langjährigen amtlichen Wirken geleisteten segensreichen Dienste stets eingedenk sein,“

Ausland. Deutsche Bundesstaaten.

Bayern. München, 20. Sept. (A. Z.) Dem Verneh- men na< werden Se. Kaiserlihe Hoheit der Erzherzog Albrecht von Oesterreih im Laufe des Herbstes in München eintreffen und einen Theil des Winters hier zubringen. Vieles Aufsehen macht hier ein in der Vorstadt Au gestern erfolgter Selbstmord eines geachteten Beamten daselbst (Landr. E.) Was den Unglücklichen zu diesem Schritt vermocht, is bis jeßt amtlih nicht hergestellt. Der Zug der Fremden durch unsere Stadt is immer no< im Zunehmen, Mau findet unter ihnen, namentli<h unter den Engländern, die kaum no<h in einem Jahr in so großer Zahl einsprachen (vor einigen Tagen saßen 42 an der Gasttafel im bayris<hen Hof) sehr angesehene und

namhafte Mänuer, wie den Historiker Hallam, den berühmten Misstonair Dr, Wilson aus Bombay mit einigen bekehrten Parsis, Herrn Ward, den englischen Abgeordneten zur Regelung des Stader=Zolls 2c. Gelegentlih bemerke ih hier, daß nah Ausweis des Kirchenbuchs etwa 39 englische Familien ständig in unserer Stgdt domiziliren,

Württemberg. Seidenheim, 18. Sept, (Schw. M,) Se, Majestät der König wohnte gestern dem Vormittags-Gottesdienst in der hiesigen Stadtkirhe an, und ertheilte sodann drei Abordnun gen, des hiesigen Stadtraths, des Gewerbvereins und Handelsstandes und des landwirthschaftlichen Vereins vom Ober - Amt Heidenheim, Audienzen. Hierauf fuhr der König nach Königsbronn zu einer Be sichtigung der dortigen Eisenwerke, von wo er Nachmittags zur Tafel hierher zurüd>fehrte, zu welcher die Bezirksbeamten abermals die Ehre hatten, geladen zu werden. Abends brachte der hiesige Sängerkrauz Sr. Majestät ein Ständchen, das mit einem dreifachen Hoch von der zahlrei versammelten Einwohnerschaft schloß. Heute früh rü>ten die hier über den gestrigen Nasttag einquartirten Truppen zur Fortseßung der Kriegsübungen in der Gegend von Aalen aus; Se, Majestät der König folgte denselben vor $ Uhr, wird aber na< Beendigung der gesammten Manöver morgen Nachmittags no<h einmal hier durŸ- fommen, um sofort über Weißenstein, Donzdorf und Göppingen nah Stuttgart zurückzukehren.

Hannover. Lüneburg, 20 Sept, (B. H.) Heute Nachmit- tag um 4 Uhr läuteten sämmtliche Glo>ken und eine Menge Menschen \strömten durch die Straßen dem von Harburg fommenden Könige entgegen. Um 1 Uhr Mittags zog ein Regiment braunschweigischer Husaren ein, Man bewunderte ihre Haltung und besonders die Schönheit ihrer Pferde. Stündlih mehrt sih das Leben in der Stadt, in dem 17 Stunden von derselben entlegenen Feldlager und den umliegenden Dörfern. Eine Menge Civilbeamte und Schau lustige stellen sich bereits ein; sie s<heuen sih niht vor den wirklich unerhört hohen Miethen, Man sagt, daß unter anderen von einem regierenden Herrn ein Haus während der Dauer des Lagers für den Preis von 200 Ldor. gemiethet wordenist, wobei der Eigenthümer desselben später in nicht geringe Verlegenheit gerathen sein soll, als ihm von Seiten der Militair-Behörden Einquartierung angesagt wurde, Für eine gewöhnliche Scheune wurden 100 Rthlr. gezahlt, für ein Zimmer an der Straße wurden durchschnittlih 6 bis 8 Ld'or, gefordert. Der beschränkte Raum der Wohnungen nöthigt die höchsten Herrschaften selbst zu großen Einschränkungen. Für den König von Hannover sind im Königl. Schlosse nur ‘drei Appartements eingerichtet. Einiges Miß- vergnügen erregen die Vergünstigungen, deren sich die fremden einge- ladenen Offiziere auf Kosten der Einwohner erfreuen sollen, zumal da ihre Anzahl sich beinahe auf 500 belaufen wird. Man sieht nicht ein, warum die Bürger genöthigt sein sollen, diese Herren gegen eine unver hältnißmäßig geringe Ri in Quartier zu nehmen, während sie ihre Wohnungen zu hohen Preisen an Fremde vermiethen können. Troß des beschränkten Raumes hat man doch für große Mundvorräthe Sorge getragen. Ganze Viehheerden ziehen durh die Stadt, deren holperiges Steinpflaster man dur aufgefahrenen Sand einigermaßen zu verbessern sucht, Besonders glänzend ist das alte Rathhaus f ausgepubtz es is weiß und gelb angestrichen, statt wie früher, roth un weiß. Auch die Bara>en, Brüc>engeländer, Wachthäuser 2c. sind mit Bân- dern von denselben Farben bemalt. Eine Beschreibung der verschiedenen Sehenswürdigkeiten des Rathhauses ist hier erschienen. Der Verfas ser is der Kamerarius F. W, Albers, Zu den Hofschauspielern aus

Hannover gesellen si< no< die der braunshweiger Bühne, Jm La- ger wird ein großes Magazin für Gold - und Silber - BVijouterieen errichtet ; für eine Kunstreiter-Gesellschaft von 50 Menschen und eben so vielen Pferden wird ein Cirkus erbaut werden. Ein Atelier für Lichtbilder is ebenfalls angekündigt; die Portraits werden sür 2 Rthlr. ausgeboten, Eine Verordnung der Polizei legt jedem Bürger die Verpflichtung auf , binnen 12 Stunden von jedem angekommenen Gast Anzeige zu machen.

Me>lenburg-Schwerin. Schwerin, 22. Sept. (Sch w. Z.) Se. Königl. Hoheit der Großherzog verlassen morgen früh Schwerin, um Sich nach dem Lager bei Lüneburg zu begeben,

Russland und Polen.

Warschau, 21. Sept, Gestern Nachmittag um 4 Uhr traf Se. Majestät der Kaiser hier ein und stieg im Palast Lazienki ab, wo der Feldmarschall Fürst von Warschau und die Generalität der Ankunft des Monarchen harrten. Abeuds war die Hauptstadt erleuh- tet, und Einwohner aus allen Ständen füllten die Straßen. Jm Gefolge Seiner Majestät befindet si< der General - Adjutant Graf Orloff. e Z Ler Kaiserl. österreichische Gesandte am russishen Hofe, Graf Fiquelmont, fam gestern von St. Petersburg hier an.

Franke et.

Paris, 20. Sept. Man scheint in den bestunterrihteten diplomati= \<en Cirkeln jeßt nicht mehr zu glauben, daß der Prinz von Syrakus, als er nah Paris kam, mit einer auf Spanien und Don Carlos bezüglichen Mission beauftragt gewesen sei. Seine Reise soll dagegen mit zwei an- deren wichtigen Fragen in Verbindung stehen, und wenn er zu Gun= sten des Don Carlos sich ausgesprochen hat, so wäre dies nur bei- läufig geschehen. Von jenen beiden Fragen, über welche er si< zu besprehen hatte, soll die erste gewisse Familien - Angelegenheiten be- treffen, um deretwillen Madame Adelaide eine Reise nah Neapel an- zutreten willens gewesen, die sie nur wegen ihres geshwächten Gesund=- heits=Zustandes unterlassen. Die zweite Frage beträfe den Entwurf eines Handels = Traktats, den der König von Neapel der französischen Re- gierung vorschlägt. Die Reise des Prinzen von Syrakus sollte sich anfängli<h nur auf 14 Tage beschränken, aber die Anwesenheit der Königin Victoria in Eu hat das Ministerium abgehalten, si< mit den von dem neapolitanischen Prinzen vorgelegten Fragen zu beschäftigen ; es scheint nun, als ob die Unterhandlungen seit einigen Tagen mit der größten Thätigkeit fortgeseßt würden, und man zweifelt nicht, daß die Regierung guf die Vorschläge des Königs von Neapel einge- hen werde.

Der Moniteur enthält einen vom 16, d. datirten Bericht des Marine-Ministers an den König über die finanzielle Lage des Departe: ments der Marine und der Kolonieen. Der Minister läßt darin vor= aussehen, daß die Deputirten-Kammer in der nächsten Session um eine ansehnlihe Vermehrung des Budgets dieses Departements an- gegangen werden wird, Ex sagt unter Anderem, er habe wahrge- nommen, daß außer den Bewilligungen des für 1843. votirten Bud= gets bedeutende Verausgabungen auf diesem Dienstjahre lasteten, die durch feinen Kredit gede>t seien, Ferner erklärt Baron Mackau, er könne in keinem Fall eine Verminderung der Zahl der gegenwär= tig bewaffneten Kriegsschiffe beantragen; er betrahte deren Beibe- haltung und vollständige Ausrüstung als eine nothwendige Bedingung f ür die Entwi>elung der in diesen leßten Zeiten gemachten Fortschritte, um das Land in den Besiß einer wahrhaften Seemacht zu seben; namentlich lege er einen sehr großen Werth auf die ungeshmüälerte Beibehaltung der im mittelländischen Meere verwendeten Flottentheile. Den Mehrbetrag der Ausgaben für 1843 bere<hnet der Marine-Mini- ster auf etwa 15 bis 16 Millionen Franken. Für die Mission nach China sind 5 Schiffe (2 Fregatten und 3 Korvetten) bestimmtz 2 der- selben befinden si< bereits in den indischen Meeren. Der Bericht des Ministers is vom Könige genehmigt worden, :

m Paris, 20. Sept, Man spricht, wie gesagt, seit einigen Tagen viel davon, Herr Olozaga werde nah Paris kommen, um die Intervention Frankreihs zur endlichen Pacification Spaniens zu er- bitten. Der Heraldo, der wegen seiner Verbindungen mit der ge- genwärtigen Regierung von Madrid gut unterrichtet sein kann, be- fampft dergleichen Gerüchte, als von der Partei des Jufanten Don Francisco aus gehässigen Absichten erdichtet, Wenige Betrachtungen werden die Unwahrscheinlichkeit, um nicht zu sagen Unmöglichkeit, einer Intervention Frankreichs in Spanien darthun, Wenn man nux den Quadrupel - Allianz - Vertrag vom 22, April 1834 und die dazu gehörenden Zusaß -=- Artikel vom 18, August des nämlichen Jahres zur Hand nimmt, so ersieht man sogleich, daß in Folge der= selben der französishen Regierung jede aus\chließende Jutervention zur Herstellung der Ruhe in Spanien untersagt is. Schon in der Einleitung des Vertrags vom 22. April 1834 wird gesagt: „„Ces deux derniers princes (die beiden Könige von England und Frank rei) considérant lintérêt qu’ils doivent toujours prendre à la súreté de la monarchie espagnole, et animés da plus ardent

désir de contribuer à Plétablissement de la paix, tant ninsulaire ([UGUPOPGENNE ont consenti d’agir comme parties dans le traité susdit.” Wenn qus dieser Stelle

der Schluß gezogen werden kaun, daß Frankrei<h und England das Recht haben , in die inneren Angelegenheiten Spaniens zu interveni- ren, so oft der Thron der Königin ZJsabella und die Ruhe der pyre- nâishen Halbinsel ernstlih gefährdet is, \o folgt dagegen aus den Artikeln 3 und 4 des Vertrages, daß sie nur gemeinschaftlich inter veniren fönten. Artifel 3 laitet: S. M le Rol la Grande Brétagne s’engagé a coopérer, en employant une force na- vale pour seconder les opérations et déterminations nécessaires d’après le présent traité.“

Der Artikel 4 is noch klarer: „Dans le cas, la coo pé- ration de la France serait jugée nécessaire par les hautes »arlies contractaniles, S. M. le Roi des Francais s'engage y (Mine tous ce que lui et ses très-augustes alliées détermineront d’un commun accord.“ Woraus gaefol won S a Gan f jeder Len in Spe

at, die uicht vorläu it Großbritanie abr ermitiel I it. <t vorläufig mit Großbritauien verabredet und ie nämlichen Bestimmungen sind ín der Zusaß-Conventi 18. August 1834 Art. 1 und 2 wiederholt U Da 6 vi faktisch is, daß das Interventions - Recht in Spanien unserem Hofe nur ín Folge der beiden angeführten Verträge zusteht, \o darf die spanische Regierung nur dann die Hülfe Frankreichs anrufen, wenn sie gleichzeitig mit einem solhen Anliegen ih an den Hof von St James gewendet hat. Daß Großbritanien die Nothwendigkeit der fraglichen Zntkervention nicht würde zugeben wollen, ist nicht zu be= zweifeln, venn man die lebten Ereignisse in Spanien und Me babe befolgte Politik unserer Regierung und des Hofes von St. F nis auch Gs ganz Gaus prüft. L N ejest au, der Zustand Catalonien's wäre wei j als er wirklich ist, so darf man doch bezweifeln, daß dies fir ubt Philipp ein hinreichender Grund sei, mit bewaffneter Hand einschreis ten zu wollen, Aus wel<hem Grunde zog sich im Jahre 1836 das

553 Kabinet vom 12. Februar zurü>? War es niht etwa, weil Herr Thiers, damaliger Minister der auswärtigen Angelegenheiten, die Jn- tervention in Spanien begehrte, wel<he Ludwig Philipp unter keiner Bedingung zugeben mohte? Und wie weit gefährlicher war damals die Lage Spaniens, da der Prätendent auf dem Punkte stand, Ma- drid einzunehmen, unter dessen Mauern er bereits sein Haupt-Quartier aufgeschlagen hatte. Und als im Jahre 1840 Espartero der Königin Marie Christine die Regentschaft entriß, sollte man nit denken, daß das Kabinet der Tuilerieen einen geschi>teren Vorwand zur Inter

vention in Spauien gefunden hätte, als gegenwärtig? É . ov Q , t,

Grossbritanien und Irland. Ce C Eryehungen Ihrer Majestäten, Jn dem leßten Saal an-

c Die iebige Zeit is er j getommen, wo der König eine Landschaft von Koekko rachtet Kd BORBGR S pp Soil Tee Ee nan pes eit Loge die Königin Victoria Da Sud N Gaben Sie s vos eiten, und die Blätter haben Noth, ihre Spalten auszufüllen, Die Reisen | Verboekhoven?“ und dieser boeilte 6 Kéniai s i der Königin nach Frankreich und T r A Dazu no< immer den | „der Hirt in der ris Co E O bia Vir le ( n Pfo 5 ten 2 ° orde La N Gauvilas Map Is E Se en M t S mit dem lebhaftesten Juteresse betrachteten. In dem Saal für denen Partei - Organe 11 n Oen Jai lents zu Hülse | Bildhauerwerke angekomm | Shr ‘en i i€- fommen. Während die Tory-Blätter sih zu solchen Ministern Glü>k | denheit mit der Suppe e Men Me Ns e Zufrie- wünschen , die eine Zusammenkunft der Königin mit Ludwig Philipp | wohlwollende Worte an den Künstler M: p und rich E aue möglih machen fonnten, und die Times in ihrem Triumph über die | Jhre Majestät die Königin der Bélabr V e vorgestellt wurde. Whigs ausruft: „O wel< ein großer Mann (Lord Aberdeen) der | der Enkelin des Herrn Wappers zu anat M Rontoi Bana wirklih nah Frankreich gegangen ist, und mit Ludwig Philipp sich | wünschte dies Kind zu sehen das u Mv / T ibi a Aa die Hand gereicht hat!“ is die Morning Chrouicle weit eut- | führt, der Gegenstand der zärtlichsten Liebkosu en A s Shre fernt, diese Größe anzuerkennen , und folgert vermittelst einer etwas | Majestäten begaben sich hierauf in Vietéda E 6 M, Du jonderbaren Logik aus der enthusiastishen Bewillkommuung der Kö- | wo die Meisterstüe von Rubens , van Di F dis, O ae nigin eine Erniedrigung Englands, die sie den Ministern Schuld giebt, | Jordaens, Quintin Messis die Bewu vet j der Wb Ba aften Der ministerielle Standard legt si< heute ins Mittel und will erregten, S *ewunderung der hohen Herrschaften von einem Streite darüber nichts wissen. „Die Königin“, sagt er, “Hierauf begaben sich sämmtliche hohe

Jacobs - Jacobs, die „Viehstü>e“ von Robbe, der R voi

Slingeneyer, die „junge Römerin“/ von Wanters, der „Page“ von Buschman, der „Winter“ von Schelfout, das „Junere der Kirche Sk, Jacques“ von Genisson, die Gemälde von Blo>, das s{höne Marinebild von Lepoittevin, das „Angelus“ von Jacquard, die Gruchtstü>ke von Van Oß, die „jungen Mädchen auf dem Seile tan= zend‘ von Verheyden, eine Landschaft von Vervier, ein Wasserfall und eine Landschaft von Achenbach, eine Kirche von Bosboom aus dem Haag, die „Episode aus dem Leben Pipin's“/ von Verlat und viele andere Bil= der, die alle hier anzuführen zu weitläuftig sein würde, waren Gegenstand

M E i L: E ; O p Herr der ,„ geht ihrem Vergnügen nah, und während sie das thut, | Kirche St, Jacques, wo sie das Orabuial vor Md L I Ge= nüßt sie ihrem Volke nicht dur<_ Negociationen oder Ju- | mälde dieses großen Meisters in Augenschein nahmen. Von da kehr= triguen oder andere unwürdige Kunste, jondern dadur, daß | ten sie nah dem Schlosse zurü>, auf dem Wege dahin von dem

sie si< und ihr Volk der Welt so zeigt, wie sie sind. Möge sie lange noch leben, und si< solher Vergnügungen freuen, um solche Dienste zu leisten.“ Ueber die inneren Zustände des Landes bringen die Blätter nichts Neues von Bedeutung. Ju Wales dauern die Ruhestörungen fort und viele Gutsbesißer, deren Leben nicht mehr vor den Angriffen der hochbesteuerten Landleute sicher i, ver- lassen die Provinz. Die Regierung richtet mit den Truppen nichts aus und erwartet die Herstellung der Ordnung nur von einer Reform der Grafschaftêmagistrate , deren s{hreiende Mißbräuche ihrer Gewalt sie aus den mannichsahen Berichten, welche über den Aufstand

Jubel des Volkes begrüßt. Die Abreise Jhrer Majestät der Königin von England war anfänglich auf 3 Uhr festgeseßt worden, aber man vernahm bald, daß sie um 12! Uhr stattfinden werde. Um diese Stunde begaben si< Jhre Majestäten, der Prinz Albre<t und die Großfürstin Anna, \o wie die Persozxen ihres Gefolges nah dem T.ugai, an wel<hem die Königlihe Yacht lag. Lord Adolfus Fihß= Clarence, Kommandant der Flottille, befand si< am Bord der König- lichen Jacht; er trug die große Uniform und das Band des Guel=- phen =Ordens. Die Offiziere des Schiffes umgaben ihn. Zwei Gäbnriche erster Klasse standen an der Uebergangsbrü>e. Sämmtliche

veröffentlicht wurden, kennen zu lernen Gelegenheit gehabt | hohe Herrschaften bestiegen die Yacht und wurden daselbst von dem hat. Denn die bisherige Unbefanntschaft mit diesem Lande und | Lord Fib= Clarence und. seinen Offizieren empfangen. Der englische den dortigen Verhältnissen, deren Ursache in der dèm Eng Gesandte, Sir H. Seymour, der die Königin bis an die Brüde des Shiffes länder völlig fremden Sprache der Walliser zu suchen is, hinderte | begleitete, hatte die Ehre, derselben vor ihrer Abreise die Gefühle seiner

das Erkennen der unverantwortlichen Mißbräuche der Lokal-Behörden | Ehrfurcht aussprechen zu dürfen. Bald darauf ward das Signal zur Ab= und demnächst ein sosortiges frästiges Einschreiten der Regierung. | fahrt gegeben, der Dampf quoll aus dem Schornstein, die Matrosen legten Uebrigens is das Uebel, wie wir {hon früher erklärt haben, nur | Hand an und das Schiff seßte sich in Bewegung. Ein leßter Ruf lokaler Natur, und ohne politische Bedeutung, was sich am deut= | der an dem Ufer versammelten zahlreihen Menge erscholl, die Geschüße lichsten aus seinem Verbleiben auf dem ursprünglichen Schauplaße | donnerten und die Yacht gewann die Mitte des Stromes, indem sie zeigt; die Besorgnisse von einer Ausdehnung des Aufstandes auf die | vor den Fahrzeugen der Escadre und den dort aukernden Schiffen

benachbarten manchen Gährungsstoff der Unzufriedenheit enthaltenden | vorübersauste. Die Königliche Standarte wehte von einem der Masten

gabrif-Distrifte sind nicht gerechtfertigt. Ju Jrland zeigen sich, | der Yacht, von dem anderen die belgische Flagge. Der König und wie zu erwarten stand, die Vorboten zu blutigen Auftritten. Die | die Köuigin begleiteten die Königin Victoria bis Lieffkenshoe>; sie

Bauern und Pächter sind mit ihrem Pachtzins im Rückstande und die Gutsherren haben das no<h auf dem Felde stehende Korn der-

selben mit Beschlag belegt. Jene aber mähen es heimli<h zur Nacht- zeit ab und bringen das Gewonnene in Sicherheit. Einzelne Colli-

wurden von dem Minister der auswärtigen Angelegenheiten und dem Ober -Stallmeister begleitet. Um 37 Uhr kehrten Jhre Majestäten auf dem Schiffe „Prinzessin Charlotte“ nah Antwerpen zurü>. Der Z Gouverneur, der Bürgermeister und andere Autoritäten waren bei der sionen haben bereits stattgefunden, und wenn der Unfug fortdauert, | Ausschiffung gegenwärtig. Jhre Majestäten wurden mit dem Rufe: werden Widerstand und Gewalthatcn wachsen, Es hängen diese | „Es lebe der König! Es lebe die Königin!“ empfangen. Die Abreise Ereignisse mit der Repeal = Agitation genau zusammen, und man | Jhrer Majestäten nah Brüssel fand um 5 Uhr statt; sie wurden auf braucht sich nur des Umstandes zu erinnern, daß no< vor kurzer Zeit | dem dortigen Bahuhofe wiederum mit Enthusiasmus empfangen und die Repeal=Reute wöchentlih beinahe 2000 Pfd. betrug, um diesen Zu=

fehrten von da nah Laeken zurü, sammenhang si< zu erklären. Diejenigen, welhe an O'Connell jene Der Moniteur Belge schließt seine Berichte über den Besuch enorme Steuer zahlten, waren dem größten Theile nah diese Pächter,

/ | der Königin Victoria mit folgenden Worten: „So endeten die s{ö-= und was sie zahlten, war die Grundrente, welche sie jeßt ihren Guts- | uen Feste, woran fünf Städte auf eine würdige Weise Theil nahmen, herren s<ulden. Die Armuth in Jrland is zu groß, als daß es der | und welhe von allen Theilen des Reiches Zuschauer herbeigezogen Bevölkerung möglih wäre, zu gleicher Zeit Repealsteuer und Grund- | hatten. Der Besuch der Königin Victoria ist ein Ereigniß und wird zus aufzubringen, und der eine Ausweg war nur denkbar, daß sie | einen dauernden Eindruck hinterlassen; er wird in der Geschichte un- dem Grundherrn entzogen, was sie der Repeal zuwandten. Das | seres Landes verzeichnet werden und die Aufmerksamkeit Europa's auf Recht des Ersteren, den zahlungsunfähigen Pächter aus seinem Besiß-= | Belgien richten, Die Königliche Höflichkeit einer erhabenen Souve= thum zu treiben, ist nach dem jeßigen Geseße zwar unbestreitbar, aber | rainin haben wir mit einem Empfange voll Enthusiasmus und ehren= die wirklihe Praxis dieses Rechts hat in Jrland seine besonderen | werther Herzlichkeit erwiedert; wir haben unsere Pflicht erfüllt, und Schwierigkeiten; das Volk weiß sehr wohl, daß es auf ein aus der | es bleibt uns nur noch übrig, dem Könige und seiner geliebten Ge- Gewohnheit entstandenes Geseß, welchem es immer widerstrebte, basirt | mahlin unseren Dank dafür darzubringen, daß sie uns die Ehre eines ist und jenen traditionellen Krieg zwischen Besißer und Pächter seit Auch das ist eine Pflicht, welche Zahrhunderten unterhalten hat, und es ist unmöglich, diesem Rechte : / : gegenüber einer Bevölkerung von Millionen, die dagegen ankämpft, Geltung zu verschaffen, Die nächste Zukunft wird es zeigen, ob die Kollisionen zwischen beiden Theilen auf einzelne Fälle be= schränkt bleiben ; werden sie allgemeiner, so dürfte die Repeal-Agita- tion in einen allgemeinen Krieg der Bauern gegen die Grundherren | ausgehen und die wiederholte Eroberung des Landes dur<h Waffen- gewalt nöthig machen, Das ist die fritische Seite der Agitation in Jrland, welche Gefahren aufde>t, die dur<h Sir R. Peel's unthätige Politik nicht beseitigt werden. Die Folge dieser Politik bleibt zwar immer ein Aufhören der Repeal-Bewegung, aber wie dies Aufhören bewirkt wird , is dem englischen Volke nicht gleichgültig, das durch eine zehnjährige Whig - Verwaltung gelernt hat, daß Jrland auch ohne Zwangs-Maßregeln zu regieren ist, ; ; :

B el quen. Autwerpen, 20, Sept, Heute früh um 10 Uhr besuchten | Jhre Majestäten die Königin von England, der König und die Kö- nigin der Belgier, der Prinz Albrecht, die Großherzogin Anna Feo- dorowna mit ihrem Gefolge, nebst dem Baron und der Baronin van der Capellen und Sir Edward Disbrowe, die Gemälde - Ausstellung | und das Museum älterer Bildwerke. Jhre Majestäten wurden bei ihrem Gange durch die Säle der Ausstellung von Herrn Wappers, Direktor der Königlichen Akademie, so wie von den Herren Verdussen und Moons, begleitet. Sie verweilten vor einer großen Anzahl von Gemälden, welche die Ausstellung s{<hmü>ten, und rihteten {hmei<hel= hafte Worte an die Herren de Kayser, Leys, Dy>kmans, de Braeke- leer, van Regemorter und Kremer, welhe die Ehre hatten, vorgestellt zu werden, und die den erhabenen Besuch in ihrer Eigenschaft als Mitglieder des für die Ausstellung bestehenden Comités begleiteten, Jhre Majestät,n wünschten den Künstlern Glü> zu dem Talente, das sie in ihren Werken offenbart, und bewunderten vorzugsweise - den „Raphael“ und den „Tasso“ von de Kayser, den „Jahrmarkt““ von Leys, das „Jnnere einer Küche“ von Braekeleer, von welchem leßteren der König sagte, daß es, wie Alles, was der Pinsel dieses Künstlers \chaffe, dur< naive Wahrheit und Treue si<h auszeichne, ferner die „junge Sti>erin“/ und die „alte Näherin“ von Dy>mans, welche, wie Se. Majestät bemerkte, an die gute alte Schule erinnern, Das Gemälde „Peter der Große in Saardam‘““ von Wappers fesselte lange Zeit die Aufmerksamkeit der hohen Gäste, die dem MAE

| solhen Besuches verschafften. Belgien mit Freuden erfüllt,“

l | | Pan en | Paris, 20. Sept, Telegraphishe Depeschen aus Spanien : I. Perpignan, 17, Sept. Am 15ten hat die Junta auf die Reclamation des französishen Konsuls in Betreff des Matrosen, der in der Schaluppe des „Meleagre““ verwundet wurde, als diese Wasser einzunehmen fam, geantwortet, daß der Posten des Seethors vor Gericht gestellt werden solle, und daß der Kommandant des Forts Atarazanas und der des Seethors verboten hätten, auf ein unbe- waffnetes Jundividuum zu schießen.

IL. Bayonne, 18. Sept. Die Wahlen haben in Madrid am 15ten begonnen, Die Opposition hatte von den 12 Büreaus 7 für sih, Die Total-Summe der am ersten Tage abgegebenen Stimmen ist jedo<h zu Gunsten der parlamentarishen Partei ausgefallen. Madrid war am 16ten ruhig. Nach den neuesten Berichten aus den übrigen Provinzen war Alles vollkommen ruhig, ausgenommen in Catalonien. dp

3 Madrid, 12, Sept. Unsere Nachrichten von Barcelona gehen bis zum 7ten Abends, Man giebt si hier der Hoffnung hin, daß der dort stattfindende Kampf einen den Freunden der geseßmäßi- gen Ordnung günstigen Ausgang nehmen werde. :

Dieselben Alkalden von Barcelona, Degollada, Castañs u. \. w., welche an der Spiße der Junta von 1841 standen, deren Ertesse der damalige Regent nicht nur ungestraft ließ, \ondern für verdienstliche pa- triotische Handlungen erklärt wurden, stellten vor vierzehn Tagen sich hier ein, um mit der Regierung über die Errichtung der Central-Junta zu un- terhandeln, Sie beriefen sich dabei auf das Versprechen, welches der Gene=- ral Serrano bei seiner Anwesenheit in Barcelona gegeben hätte. Dieser erklärte, durch eine von ihm unter anderen Umständen gegebene Zu- sage könnten die übrigen Minister niht gebunden fein; er würde an den Berathschlagungen über die Einseßung der Central = Junta nicht Theil nehmen, und seine Entlassung einreichen, falls die übrigen Mi- nister das von ihm gegebene Wort für bindend hielten. Diese wiesen jedo<h das Anmuthën der Deputirten der Junta von Barcelona als unzulässig zurü>, und erklärten, daß sie die Entlassung des Kriegs- Ministers nicht annehmen könnten. Darauf begaben si die etw" ten Deputirten nah Barcelona zurü>. Vorher hatten [ie L r | hier mit den Ayacuchos und den seßt mit V ivie Meine ie | quisten darüber verständigt, daß das Zeichen des L

über dieses sein leßtes Werk viel Schmeichelhastes sagten, 9 orsiedenen „Jane Shore“ von Briard erregte das besondere nteresse der Köni- | standes in Barcelona gegeben, und dieser S S solle. Einige gin Victoriaz sie betrachtete dies Gemälde lange Zeit und machte | anderen Punkten der Valbinse! unterstübt e mit das Gesindel auch den Prinzen Albrecht darauf aufmerksam. Die „Prospekte“ von | Baarschaften wurden den Deputirten mitgegÖ en, um