1843 / 92 p. 2 (Allgemeine Preußische Zeitung) scan diff

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an der Kinzig liegt und eine Aussicht auf die beiden Schlösser Stau- fenberg und Ortenberg darbietet. Am 29. September wird die Vieh- schau abgehalten, und nah dem Urtheil der Preisrichter werden sodann die Prämien zuerkannt. Nachmittags um 3 Uhr findet das Wett- pflügen statt, und zwar in Gegenwart und unter Aufsicht der bestimmten Preisrichter in der Nähe des Festplabes jenseits der Kinzig. Von Morgens an werden auf verschiedenen Punkten der Kinzigwiesen in der Nähe der hie- sigen Stadt durch den Wiesenbaumeister der Centralstelle des landwirth- \haftlihen Vereins Wiesenbau - Arbeiten begonnen und Wässerungs= Einrichtungen vorbereitet in der Art, daß alle Landwirthe, welche sich für Wiesenbau interessiren, an den genannten Punkten den Ge- brauch der besten Siegenschen Wiesenbau - Justrumente kennen lernen und eine einfahe Methode im Nivelliren mit ansehen können. Mor- gens um 8 Uhr wird ein großes Festschießen abgehalten, welches mit alleiniger Unterbrehung während der Preisvertheilung am 30. September, drei Tage dauert, Die Gaben bestehen in 2000 Fl, und in einem silbernen Becher. Am 30. September findet die land- wirthschaftlihe Preis = Vertheilung statt. Um 9 Uhr Morgens begeben si< sämmtliche Preisrichter, die eingeladenen Preisträ- die Mitglieder des landwirthschaftlichen Vereins, die Di=

Unterstüßung der Freimaurer-Gesellschaften zugesagt. Hierauf wurde die Unterzeichnung eröffnet, welche 1 Tage lang fortdauern soll; nah Schließung der Listen wird zur Wahl eines Ausfchusses und zur Abfassung der Sabungen geschritten werden,

Sachsen. Dresden, 26. Sept. (L. Z.) Se. Königl, Ho- heit der Prinz Karl von Bayern is am heutigen Morgen von hier na< München abgereist.

Württemberg. Ellwangen, 22. Sept. (Schw. M.) Am Montag dem 18, September, Nachmittags 2 Uhr, sind Se. Majestät der König von Wasseralfingen aus, wo höchstdieselben nah Beendigung der für jenen Tag bestimmten Kriegsübungen die neuen großartigen Verbesse- rungen in Augenschein zu nehmen geruhten, unter dem Geläute der Glof= ken hier eingetroffen und in dem im Gasthof zum Adler eingerichteten Quartier abgestiegen. Se. Königliche Majestät wurden von den Direktoren der Kreis - Kollegien, dem Rektor des Gymnasiums, den Bezirks-Beamten, dem Stadtrath und dem Bürger-Aus\chuß empfan= gen und geruhten später, die Direktoren, den Rektor, die Bezirks= Beamten und den Stadtschultheißen zur Tafel zu ziehen. Die | ger,

Thore und die Hauptstraßen der Stadt waren mit Fahnen, | rections - Mitglieder und alle übrigen eingeladenen Personen auf Guirlanden, Kränzen und Blumen reihli<h geshmü>t und ge= | den Festplaß und nehmen die für sie bestimmten Pläße ein. Die

übrigen Zuschauer erhalten ihre Pläße in dem Halbzirkel vor der Festtribüne. Das Fest wird durch eine Rede des Großherzoglichen Regierungs-Commissairs eröffnet. Hierauf erfolgt [die Preisvertheilung durch den Direktor der Ceutralstelle des landwirthschaftlichen Vereins. Nach beendigter Preisvertheilung seßen si die Festzüge in Bewegung welche in geordneter Reihenfolge die Erzeugnisse der Landwirtschaft in der hiesigen Umgegend und die Früchte des Gewerbfleißes darstel= len werden. Zum Schlusse wird die Ausstellung der landwirthschaft lichen Produkte und Geräthschaften, welhe zu beiden Seiten der Fest tribne in gede>ten Hallen aufbewahrt sind, in Augenschein genom- men. Am 1. Oktober bildet eine Reihe Volks-Belustigungen, welche mit der zweiten Hälfte dieses Tages beginnen, den Schluß sämmtlicher Feierlichkeiten. /

währten einen festlihen Anbli>k, Abends wurden von einem Sänger=- Chor auf dem Marktplaß unter den Fenstern des Königlichen Quar= tiers einige Lieder vorgetragen und hierauf von dem Stadtschuldheißen Sr. Majestät dem König ein herzliches Lebeho<h gebraht, in das die freudig bewegte Volksmenge mit lautem Jubel einstimmte. Se. Majestät ließen dur<h einen ihrer Adjutanten ihren Dank für die Beweise treuer Ergebenheit und den festlihen Empfang aus drüden. Am Dienstag früh begaben sich Se. Majestät wieder zu den Kriegs - Uebungen, nahdem das Ost=- Corps der Armee eine Stellung bei Neunheim und Neunstadt genommen hatte, in welcher es von Röhlingen und Haisterhofen her dur<h das West-Corps ange- griffen und wobei die Vorhut auf die Hauptmacht zurückgeworfen wurde, Durch neu eingetroffene Truppen verstärkt, ergriff jeßt das Ost-Corps die Offensive und drängte das West-Corps unter steten Ge=- fehten gegen die Sechta zurü>, worauf die diesjährigen Kriegs-= Uebungen beschlossen wurden. Bei der Abreise von Ellwangen richtete Se, Majestät an die anwesenden Beamten wiederholt Wortedes Kü= niglichen Wohlwollens, Die nun vollendeten Kriegs-Uebungen haben von neuem auf das glänzendste die ungemeine Ausdauer und kriegsmä- ßige Beweglichkeit unserer vaterländischen Truppen bewiesen; ungeachtet der sehr angestrengten Märsche, bei denen der Soldat meistens acht, oft auch zehn und no< mehr Stunden unter dem Gewehr \taud, un- geachtet des sehr bes<werli<hen Staubes und der in den Thälern nicht durch den frischen Ostwind gemäßigten Hiße, hatte das Armee-Corps wenig oder gar feine Kranke, von nahziehenden Maroden war keine Spur zu finden, und eben so wenig sind Unglücksfälle vorge- kommen, Die überall vorgefundene herzliche Aufnahme uud gute Verpflegung halfen den jungen Soldaten niht wenig zur leichteren | werbehalle in der Weise, wie sie in Mainz besteht, dahier zu errich- Ertragung der unvermeidlichen Beschwerden, denn außer der vom | ten. Die sehr nüßliche Anstalt mag wohl im Anfang auf einige Staate und der Mannschaft selbs bezahlten Entschädigung, legten die | Schwierigkeiten stoßen, allein da sowohl eine passende Oertlichkeit im Amts-Versammlungen der betreffenden Ober-Aemter no< gern eben | Kauf hause hierselbst, als auch Leute vorhanden sind, welche die Sache jo viel zu, um ihre Angehörigen, bei den immer no< hohen Preisen | ernstlich begünstigen, so wird ste bei einiger Beharrlichkeit ohne Zwei- der ersten Lebens-Bedürfnisse, die Manchen nicht unbeshwerliche Last | fel erwünscht ins Leben treten. / | gemeinsam tragen zu lassen. Mehrere der von den Operationslinien vielleicht etwas entferut liegenden Ortschaften haben sogar Bittschrif= ten eingegeben, damit ihnen nicht die Freude entzogen würde, ihre Landsleute bewirthen zu können, Der tüchtige vaterländische Sinn der Einwohner der Ober-Aemter Ulm, Heidenheim, Neresheim, Ell= wangen 2c. hat sich dur die freundliche und herzliche Aufnahme ihrer Landsleute, die nur durch solche Uebungen zu den im Kriege erfor= derlichen Anstrengungen vorbereitet werden können, auf die erfreulichste und anerkennenswertheste Weise bewährt.

Freiburg, 23. Sept, Das Süddeutsche katholische Kirchenblatt schreibt: Wir glauben allen Einwohnern Badens eine erfreuliche Nachricht mitzutheilen, wenn wir ihnen sagen, daß das | Erfüllen der Hoffnung zur Erhaltung des Ordens der barmherzigen Schwestern niht mehr so fern steht. Vor der Hand halten wir es jedoch für angemessen, dem Gange der Unterhandlungen zwischen der hohen Staats=Regierung und dem hochwürdigen Erzbischof mit keinem Worte vorzugreifen, sondern wollen nur unser Vertrauen sowohl zur Staats=- als Kirchenbehörde für die baldige Verwirklichung dieses un- seres Wunsches auch Anderen einflößen,

Großh. Hessen. Worms, 19. Sept, (M. J) In der gestrigen Gemeinde-Raths-Sibßung dahier wurde beschlossen, eine Ge

Sachsen-Weimar=-Eisena<. Weimar, 27. Sept. (W.Z.) Die Herbst-Uebungen des Großherzogl, Linien-Militairs sind in die- sen Tagen beendigt und die Mannschaften, so weit sie uicht zum Gar- nisondienst verwendet werden, in ihre Heimat entlassen worden.

Am 15. und 21. November 1842 wurden zwischen dem Groß herzogthume und dem Herzogthume Sachsen= Meiningen Rezesse ab: geschlossen über die Sicherstellung der Landesgränzen und zum Behuf der Berichtigung der beiderseitigen Gebiete dur< Austausch der in denselben liegenden Geld=, Frucht = und anderen Natural = Zinsen, \v wie durch gegenseitige Ueberweisung der Steuern, Lehn=-, Jurisdic- tions- und Jagd-Gerechtsame, Jm Regierungs=Blatt Nr. 13 23sten d, M. sind diese Rezesse jeßt bekannt gemacht worden.

Hannover. Lüneburg, 25. Sept. (H. Z) Se. Königl, Hoheit der Großherzog von Oldenburg ist am heutigen Tage Morgens 41 Uhr hier eingetroffen. Jhre Königl. Hoheiten die Prinzen Adal vom bert und Waldemar von Preußen werden für heute Abend erwartet.

Das Hauptquartier des Armee= Corps is in der Stadt Lüne- burg selbst, Daselbst befinden si< auh Seine Majestät der König und die fremden Fürsten, welche das Lager mit ihrer Gegenwart be- ehren. Das Flüßchen Jlmengu fließt von Süden gegen Norden an

Sachseu=Altenburg. Altenburg, im Sept. (Weim. Z.) Hier wird eine Schrift : „Ansichten über die Patrimonial -Gerichts barkeit ‘“’ (Altenburg bei Helbig) vielfach besprochen, Der Verfasser, Dr. Hesse, sucht zu beweisen, daß die Aufhebung der Patrimonial- der Stadt Lüneburg vorbei, Südlih von der. Stadt Lüneburg, | Gerichtsbarkeit (mit Ausnahme der Kriminal = Jurisdiction) von den anderthalb bis zw@i- Stunden von der Stadt entfernt, auf dem re<= | Verhältnissen und Bedürfnissen der Gegenwart niht nothwendig ge- ten, dem östlichen Ufer der Jlmenau, in der Nähe des Dorfes Deutsch | boten sei, vielmehr von Nachtheilen begleitet sein werde. Evern, is das Lager der Jufanterie des Armee-Corps aufgeschlagen. Hier wird jeßt das Pfund gutes Roggenbrod von den Land- Die Kavallerie und die Artillerie hat ihre Kantonnirungen, theils in | bä>ern für aht Neupfennige verkauft und den Käufern in einzelnen der Stadt Lüneburg, theils in den nahen Dörfern. abgeschnittenen Pfunden, aber auch in vier- und achtpfündigen Brod= |

Montag den 25, September war Ruhetag. ten, zugewogen. : Durch die Eisenbahn, welche auh die nöthigen Lebensmittel,

Baden. Karlsruhe, 26. Sept, Se. Königl, Hoheit der Groß- | Getraide und Mastoieh zu billigen Preisen und schnell zuführt, hebt herzog haben bestimmt, daß das landwirthschaftlihe Ceutralfest dieses | si< der Handels=- und Personen - Verkehr von Tag zu Tage, zumal Jahr in der Stadt Offenburg am 29, und 30. September und 1. Oktober | jeßt no< die auf der Eisenbahn ankommenden Reisenden auf der abgehalten werden soll. Als Festplaß is der städtishe sogenannte | Achse weitergebraht werden müssen, bis dahin, wo die Sächsisch= untere Angel gewählt worden, welcher auf der Westseite der Stadt | Bayerische Bahn weiter befahren werden kann.

stehen und Werke der ausgezeichnetsten Mönche von Port - Royal, \o wie ihre unedirte cigenhändige Korrespondenz enthalten, nah der Haupistadt der Champagne kommen und dort so lange verborgen bleiben konnten. Die Manuskripte der ersten Klasse siud vorzüglih wichtig für das Studium der Paläographie und der Diplomatifk, Das älteste ist Liber pastoralis von St, Gregoire le Grand, welches Pithou gehört hatte. Zur Zeit Groslev's enthielt dieser Band eine Bemerkung von der Hand Mabillon's, worin gesagt wurde, daß dics Manuskript aus der Zeit des Autors (d. h. aus dem 6ten bis 7ten Jahrhundert) stamme und wahrschein- li ein Autograph sei, Es ist dies unstreitig eines der ältesten und merk- würdigsten Manuffkripte, die sich in Frankreich finden, Die Schrift ist in sehr regelmäßigen Uncial-Buchstaben ausgeführt; und was besser als Alles das Alter dieses Manuskripts beweist, is der Umstand, daß die ziemlich zahlreichen Nand-Bemerkungen sämmtlich mit kleinen Uncial-Buchstaben ge- \chrieben sind. Die Bibliothek von Troyes besißt mehrere andere Manu- \kripte des Liber pastoralis, so wie au< zwei Palimpsesten, die aus dem 8ten Jahrhundert zu sein scheinen. Das erste besteht aus einem Frag- ment des Terenz und befindet sich am Ende einer Sammlung von Pithou, welche zuerst eine große Anzahl Legenden von Heiligen und sodann die von Julian a: La Mi t0s L eren Tr GRb Ats A ie Bibli nir ach vellae, eines sehr wichtigen Manuskripts des 11ten Jahrhunderts enthält, Uassischen anusfriple nibéli oie T arde gegenwärtig fast alle alten | Das zweite Palimpsest ist no< weit bedeutender; es is ein theologisches von Troyes besitzt gegenwärtig 2109 Manusfriet gehörten, Die Bibliothek | Werk, das auf ziemlich di>kem Pergament geschrieben, von einem Ende bis angefertigt, e hat das Alter dieser Manusicihtn Katalog Herr Libri | zum anderen abgeschabt i, und worauf man im 12ten Jahrhun- und sie <ronologisch in drei Klassen getheilt L zu bestimmen gesucht | dert von neuem die Epigramme des heiligen Prosper von Aquitanien ge- sih diejenigen, welche älter als Saint - Bernhard hen Klasse befinden | schrieben hat. Dem Sten Jahrhundert scheinen no< anzugehören ein Ma- ailà bett Sammlungen von Pithou und Bouhier heran fast sämmtlich | nusfkript der Erklärung der Psalmen von Kassiodorus, welches leider unvoll- Klasse enthält diejenigen aus der Zeit nach Saint: Bergtetts die zweite | ständig is; ein sehr alter Band, der eine besondere Erwähnung verdient, nicht weiter heraufgehen, als bis zum 16t hard, die aber | is ein Kommentar Beda's über den heiligen Augustin und die Episteln i PTGEN T y 0 en Jahrhundert einschließli, | ves heiligen Paulus, ein {<ónes Manuskript von fast quadratisher Form.

Troyes unter der Bedingung schenkte, daß sie diesclben dem Publikum zur Benußung überließen. Der Vertrag wurde AUGgOR M allein es scheint nicht, daß die Bibliothek von Troves bis zur Revolution irgend eine be- merfenswerthe Vermehrung erhalten hätte. Bei der Aufhebung der religiösen Orden wurde diese Sammlung durch die Bibliotheken verschiedener Klöster vermehrt, unter denen namentlich das Haus der Oratorier von Troyes und die Abtei von Clairvaurx, die beide gleich reich an werthvollen Manuskripten sind, sich befanden, Die Oratorier besaßen bekanntlich einen Theil der seltensten Ma- N Pithou. Jn Clairvaux befanden sich alle diejenigen, welche dn G und seine Nachfolger gesammelt hatten, #0 wie die 2000 bee La e (es Präsidenten Bouhier, der die ältesten klassishen Manuskripte, ibeils nas in Frankreich waren, theils von seinen Vorfahren geerbt, hie R 0 S gekauft hatte. Diese verschiedenen Sammlungen uit sehr viel Mert - Depot vou Troges zu einer Zeit vereinigt, wo man Eahaniiliarien Aba uf Manustripte legte. Als die Regierung im Jahre X11, í Mkailes Devicieuete um in den literarischen Depots, die sich in den ver- hiedenen Dep ents gebildet hatten, eine Auswahl zu treffen, da verlor die Bibliothek von Troyes 3500 Bücher und 477 Manuskrivte, t L aus mehreren Bänden bestanden. V idt Nanusfripte, e, ENOE ; : 3 . on Wichtigkeit waren namentlich die Manuskripte, und \ie berei ; Wr S p 1 el erten verschieden B 1) Dés È F in Paris und Dijon, aber die wertl Hibliothekenz; man findet deren , rtyvollsten kamen nach Montpellier in

_ Anhalt-Cöthen, Cötheu, 28. Sept. (M. Z) Am Dienstage fand die Herbst- Versammlung der protestantischen Freunde in Cöthen statt. An 400 Personen füllten den {önen Saal der | Restauration, und es wurden anregende Vorträge der verschiedensten Art gehalten, Mehrere der Reduer begnügten si, ihre Ansichten und Ueberzeugungen auszusprechen; Andere berichteten von dem, was sie zu wirken versuht. Da war von Abend = Versammlungen, Jüng= lingsshulen, Volks-Bibliotheken, von der Gustav-Adolph-Stiftung die Rede, Zuleßt ward die in unserer Zeit vielfah angeregte Sache der Presbyterien besprohen, und während eine weitere Erörterung der nächsten Versammlung vorbehalten blieb, wurde eben so von den vie- len anwesenden Nichtgeistlihen ihr Recht, bei der ganzen Leitung des Kirchenwesens mehr als bisher thätig einzugreifen, bevorwortet als von den Geistlichen auf das freudigste erklärt, daß sle jede hierarchi he Stellung, die man ihrem Stande zuweisen möchte, ablehnen. Der Eindru> der Verhandlungen auf die Gesammtheit \chien von der Art zu sein, daß sie die große Aufgabe der protestantischen Freunde dadurch für gefördert hielt. i

Fraontr cu.

Paris, 24. Sept, Der Ex=-Präsident von Haiti, Herr Boyer, ist in Paris angekommen und hat sih \sogleih na< St. Cloud bege-= ben, wo er von dem Könige empfangen wurde. Heute wird Herr Adolph Barrot in der Hauptstadt erwartet, um vor seiner Abreise nah Port au Prince, wohin er im Auftrage der Regierung reist, noch eine Unterredung mit Herrn Boyer zu haben. E

Die Herzogin von Orleans hat an Victor Hugo, in Folge des Unglücks, das denselben betroffen, ein höchst rührendes Schreiben erlassen.

Herr Achilles Comte hat von Sr. Majestät dem Könige von Preußen für sein Werk „Règne animal, distribué en tableaux méthodiques“, die große goldene Medaille für Kunst und Wissen schasten, nebst einem überaus gnädigen Schreiben, zugesendet erhalten,

An die Stelle des verstorbenen Herrn Fauré ift der Contre-Ad= miral Turpin zum Ober-Befehlshaber der Marine in Algier ernannt worden.

Das französische Geshwader, welches vor Goulette ankert, wird

niht eher nach Toulon zurüc>kehren, bis die Angelegenheiten in Tunis beendet sind und die türkische Flotte wieder die Dardanellen pas- CE 1E

Man schreibt aus Algier vom 2ften d: Grundsteinlegung des Trappisten - Klosters zu Staouëli statt. General-Gouverneur, der Bischof, der Direktor des Junern und q dere hohe Beamte wohnten der Feierlichkeit bei.“ Die große Land=- stre>e von 1000 Hektaren, welche den Trappisten überwiesen ift, liegt 6 Lieues von Algier in der Ebene vou Staouëli, Sie erstre>t sich nahe bei Sidi-Ferruch bis ans Meer.

Der Maler Larivière hat si< na< Algier begeben, um auf Be fehl des Königs den General = Gouverneur, Marschall Bugeaud, sür den Marschallssaal zu malen.

Die hiesige Handels-Kammer hat si< gestern in dem Lokale de Börse versammelt, und si<h über mehrere wichtige Handels= und Ju- dustrie-Fragen, namentlih aber über bie im Jahre 1844 stattfindende Judustrie - Ausstellung berathen. Die Handels-Kammer wünscht die Erzeugnisse der Judustrie des Auslandes in einer besonderen Gallerie z:igelassen zu sehen.

Vorgestern wurde ein gewisser B. in seiner Wohnung verhaf tet. Er soll einer der thätigsten und cinflußreichsten Führer des vor furzem hier entde>ten fommunistishen Komplottes sein. Es wurde bei ihm eine geheime Druckerei, die wahrscheinlih dazu diente, die Proclamationen und Schriften der Gesellschaft zu drucken, in Beschlag genomnien. :

Der bekannte Vidocq hat von dem Polizei - Präfekten, Herrn Delessert, die Weisung erhalten, si< innerhalb aht Tagen von Paris zu entfernen, aber Vidocq will si dieser polizeilihen Maßregel nicht fügen und appellirt an die Gerichte.

Grossbritanien und Irland.

London, 23. Sept. Jhre Majestät die Königin hat ihren Gemahl den Prinzen Albre<ht an die Stelle des verstorbenen Herzogs von Sussex zum General-Capitain und Chef der Artillerie-Compagnie ernannt,

Ole Cuntes Mate Tore, von Seit al Seit l ven leitenden Artikeln die spanischen Angelegenheiten zu besprechen, und ihr Urtheil, welchem die Billigung der jeßigen englischen Politik der Nicht-Juter- vention in Spanien zum Grunde liegt, kann als das der Majorität des englishen Volkes angesehen werden. Der leßte Artikel dieses Blattes, hervorgerufen durch die kritische Lage, in welcher fich die neue Regierung in Madrid wieder befindet, lautet folgendermaßen : _ „Vie man voraussehen konnte und wie wir vorhersagten, scheinen die Dinge in diesem durchaus aufgelöscten Zustande Spaniens sich einem Prin zipienstreite mit so schnellen Schritten zu uähern, als der verdorbene poli tische Körper es nur gestattet. Die Frage auf republikgnischer Seite ist leicht entschieden, Die Partei, welche no< vor kurzem den Espartero als ihr Oberhaupt verkündete, hat mit dem Kriegsgeschrei „progreso legal“ sich in die Arme ihrer alten Feinde, der Progressisten, oder der radikalen Partei ge worfen, und damit ihre lezten Ansprüche guf eine vernünftige Sympathie vernich=-

„Am 1Aten fand die

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geschriebene Kommentar über das Evangelium St. Matthäi. Das Manu- skript cheint aus der Zeit des Verfassers herzustammen, Es is cin bedeu- tendes Werk; Usserius hat einen Theil der Vorrede bekaunt gemacht. Der Verfasser, von Ludwig dem Frommen zum Bischof ernannt, war eine wich- tige Person; er kämpfte gegen die Saracenen, die in Piemont eingefallen waren und nahm die Ketzerei der Jkonoklasten an, Unïer den Manuskripten Bouhier's befindet sich eine Sammlung, die verschiedenen Werken von Alcuin und dem heiligen Augustin, so wie Pönitentiarien und eine Samm- lung von Kanons, worunter verschiedene Verordnungen Karl’s des Großen und Karl's des Kahlen. Sodann folgen nachstehende, ebenfalls dem en oder dem Anfange des 10ten Jahrhunderts angehörende Manuskripte: 1) Der Kommentar über dieEpisteln des heiligen Paulus, der dem heiligen

Ambrosius zugeschrieben wird , aber vielleicht von dem Diakonus Hilarius herrührt; 2) ein Manuskript aus der Bibliothek von Pithou, welches den Kommentar des Kassiodorus über die Psalmen mit verschiedenen Abhand-

lungen des heiligen Ambrosius enthält; 3) ein Band, der einen Kommet!-

tar über das zweite Buch Mosis, und eine Erklärung des Buches Hiob von einem Priester Philipp cnthält; 4) ein Manuskript, welches eine Sammlung alter Kanons von Florus und die Dogmatica ecclesiastica von Gennadius aus Marseille enthält. Karl dem Kahlen Diakonus an der Kirche zu Lyon gewesen. das den Titel führt: Collecta exsententiis antiquornm patrum, giebt den Hauptinhalt mehrerer verloren gegangener Werkez 5) endlich er- wähnen wir no< ein Manuskript aus dem 9ten Jahrhundert , welches fol- gende Werke von Alcuin enthält: dogmatibus ecclesiasticis liber I. (incipiens: Credimus unum Deum patrem et filium et spiritum sanctum); c. PassioS. Andreae (incipliens: Docens et praedicans);— d.Expositio missae romanaec (incipiens:Quotiens contra

se); 6. De Trinitate libri II; # De S. Trinitate

Man glaubt, dieser Florus sei unter Sein Werk,

a. Epistolae LXXXI.; ù. De

fast L froe ai Via ab aler SabEE E um- | Es folgt sodann ein von Paulus Diakonus nageiarhgien und an uaestiones numero XXVIII.; g. de ratione animae ad Ausnahme einiger Kopieen aus der Sammlung Boudier's, sich fast sämmt Karl den Großen gerichteter Auszug aus der Abhandlung des Festus de | Kulaliam virginem lib. I; A. Expositio sancti Evan- li a Port - Noval beziehen, ohne daß man anzugeben vermöchte, durch herborum significatione, Es gehört dem 9ten oder 10ten Jahr- | gelii (incipiens; Matthaeus sicut in ordine); # de

welcheu Zufall diese Manuskripte, welche aus mehr als 300 Nummern be- | hört der im 1lten Jahrhundet von Claude Clément, Bischof von Troyes,

hundert gn. Zu den ältesten Manuskripten der Bibliothek von Troyes ge- novo Testamento (incipiens: Q

uatuor Ae O4 s 8e Nachdem Herr Libri die ältesten Manuskripte der Bibliothek von Troves,

tet, Mittlerweile läßt die Familie und die Partei des Don Francisco de Paula von der Bewegung sich ködern, welcher sie sich anschlossen, weil sie hofften, gleich Narvaez und seinen Moderados durch allen revolutionairen Dampf ihre eigene kleine Maschine treiben zu können, um so von ihrer Seite aus Ma- drid einen Königlichen Gemahl oder eine Prinzessin Regentin zu geben, Man hätte glauben sollen, daß der zweifelhafte Erfolg des gegenwärtigen Ministeriums ihnen eher zur Warnung, als zur Nachahmung dienen würde, indeß Jeder hat seinen Geschma>k, Was beginnt nun das Mo- derado - Ministerium? Es buhlt um die Gunst der Armee, ein nothwendiges Verfahren für jede Partei, welche die Gewalt in Spanien behaupten will; es is im Begriff, wie man uns erzählt, die bewaffnete Intervention Frankreihs zu fordern eine Forderung, l 1 wärtigen Zustande der Dinge etwas ungereimt ‘erscheint, und es giebt dem einstigen Karlisten - General den Ober - Befehl über Biscaya eine Maß- regel, die das Verlangen anzudeuten scheint, mit jedem nicht revolutionairen Elemente cine Coalition einzugehen, damit nur der andrängenden Fluth des Nepublifanismus, mit welcher Spanien und seine Regierer bedroht werden, Einhalt gethan werde, L . i „Wir haben diesen Wunsch nach fremder Einmischung eiwas ungeretm! genannt, nicht darum, weil wir die Unterstüßung etner dellependen. und fr gitimen Regierung dur<h fremden Beistand nicht in manchen Fâl en für gerechtfertigt halten, auch nicht deshalb, weil in den Zuständen pas etwas die Möglichkeit solcher Fälle ausschließen fannz sondern erstens, eil wir überzeugt sind, wie es Jedermann scin muß, daß eine so!che E schung zu den zweifelhaftesten und delifatesten Operationen gehört, zu wel- ben ein Staatsmann je gut gebraucht werden kann, und die fast ohne Ausnahme auf einen Widerstand der hartnäigsten Art von Seiten des Rechts, der Gesinnung und der Politik stößt; ungewiß in ihrem unmit- telbaren Erfolg gefährlih zur Zeit wegen des nationalen BVor- urtheils, das sie erregt, und wegen der Störung, die sie in dem

die in dem gegen- } Range eines Botschafters hier beglaubigt werden.

heuer bewährten System „des Gleichgewichts der Mächte“ hervorzubringen droht, gefährlih für die Zukunft wegen der Bedingungen, welche sie chaf, und wegen der wahrscheinlichen Erhebung einer hohlen, künstlichen Macht, die durch keine lebendige, selbst belebende Kraft, keine bewährten Grundsäße erhalten wird; fremd dem Geiste und dem Streben der Na- tion, der sie aufgedrungen wird, und deshalb eher die Unordnung und den Aufruhr fördernd als beschwichtigend. Dann nennen toir diesen Wunsch nah fremder Einmischung no< ungereimt, weil wir nicht einen Schatten gegründeten Anspruchs, sei es von Rechts oder der Politik wegen, entdecen fönnen, welchen diese Minister von einem Monate darauf machen können.

„Von Rechtswegen können sie dieselbe nicht beanspruchen, Sie sind feine alliirten Souveraine, keine constitutionellen Regenten z; sie sind Aben- teurer , die sich zur Gewalt dur geschi>te Anwendung von Geld und ohne (Gewalt erhoben haben. Auf dem Nacken des Volks nicht dur<h dessen Willen sind sie zur Verwaltung emporgestiegen, und jeßt, allein weil sie da sind, besißen sie die Unverschämtheit, von einem fremden Potentaten uicht allein um die Erlaubniß, dort zu bleiben, sondern sogar um eine Beschüßung ihres Besigthums dur<h Waffen-Gewalt zu bitten. Ihr Anspruch ist ebenso faum haltbarer in Rücksicht der politischen Gründe. Eine CEin- mischung ist förderlich, wenn sie Friedenstiftung zum Zwe> hat, wenn ein temvorairer Beistand bewirkt, daß eine wankende aber immer noch frâf- tige Autorität sich für die Dauer in die Regierung eines Landes festseßtz eine Einmischung is mehr als nüßlich, und sie wird Selbstvertheidigung, wenn die hartinä>kigen Elemente des Aufruhrs in einer Nation über die Gränzen derselben zu bre<hen und Gefahr und Unordnung unter die große Familie zu bringen drohen, von welcher sie ein Glied is, Aber die erste Bedingung aller solcher förderlichen oder nothwendigen Juterventionen ist die, daß sie zu Gunsten einer Regierung geschehen, welhe Stand halten kann, welche die Fähigkeit verspricht, sich selbst nah Entfernung ihrer künstlichen Stüpe, dur eigene Kraft zu erhalten, Wie steht es aber mit General Narvaez und seinen Freunden? Gerade ihr Gesuch um Hülfe ist ein Bekenntniß ibrer Schwäche, und woher kommt diese Schwäche? Aus plöblichen Un glücksfällen, welche sie überwältigen? aus irgend einer vorübergehenden Noth, oder momentanen Verlegenheit? Nichts von allen diesen Dingen. Sie wollen fremde Hülfe, weil sie {hwa< sind, und sie sind schwach, weil es nichts giebt, das sie stark machen kann, Sie haben keine und hattcn nie- mals eine Partei; sie bilden nicht einmal eine Partei. Sie hatten nur Verbündete, um ein gemeinsames Ziel zu erreichen,

„Ohne Freunde, ohne Rechte, ohne erklärte Grundsäße und Politik aber machen sie offenbar ihre Forderung noch gänzlich unzulässig dadurch, daß sie die- selbe an cine Macht stellen, welche mit Unrecht, wie wir glauben, aber nicht un- gewöhnlich verdächtigt wird , in ihren Jntriguen verwi>elt zu sein, und die deshalb doppelten Grund hat, diesem Verdachte keine frische Nahrung zu

geben. ; S “Mit dieser Glüdspilz-Regierung, die no< keinen Beweis ihrer Fähig- feit, ihre Pflichten zu erfüllen gegeben hat, umzugehen und zu unterhandeln, hat das britische Ministerium, nah unserer Ansicht, den tveijsesten und allein möglichen Weg eingeschlagen. Die Erklärung einer förmlichen „Anerkennung“ des Narvaez oder Serrano’s, der Bugbear einiger Oppositions-Blätter, ist so unsinnig als sie auf der Einbildung beruht, Neue Kreditive wären eine Absurdität gewesen, und es sind darum feine abgesandt orden. „Aner- kennung“ wäre eine Absurdität gewesen, und darum hat sie nicht statt- gefunden. Das Faltum ist „anerkanni“’ worden, daß die Geschäfte zwi hen beiden Regierungen durch den Minister der auswärtigen Angelegen- heiten verrihtet werden müssen, und dazu is die Erlaubniß erthcilt wor den, Unser Whiggenosse (die Morning Chronicle) hätie es fceilich gern geschen, daß alle Geschäfte bis zur triumphirenden Restauration des (Generals Espartero, welche er so frei prophezeit, unterbiicben wären; indeß wir, für unser Theil, danken von Herzen Lord Aberdeen, daß er die mannigfachen daraus hervorgehenden Ungelegenheiten verhindert hat.“

Sant eu Paris, 24. Sept. Telegraphische Depeschen aus Spauien : Bayonne, 23, Sept, Man shreibt aus Madrid, der Gene= ral-Lieutenant Lameano-=Sauz sei an die Stelle des Generals Araoz

zum General-Capitain von Catalonien ernannt worden, und die Ge- | Vorwürfe, glaubt die provisorische Regierung nur Lob zu verdienen,

die fast sämmtlich aus den Sammlungen von Pithou und Bouhier her- stammen, beschrieben hat, geht er über zu der Prüfung der Manuskripte, welche jene Bibliothek aus der Zeit des heiligen Bernhard oder aus späteren Zeiten besißt. Sie stammen, wie bereits erwähnt, größtentheils aus der Abtei Clairvaux und sind weder sehr alt, no< sehr merkwürdig. Mit Aus- nahme dexr sogenannten B bel des heiligen Bernhard und einiger schönen

Manuskripte, welche Heinrich, der Sohn Ludwig's VI., Königs von Frank- | Papieren von Port Royal. Es wäre unmöglich, eine genaue Analyse der

reich, der Bibliothek von Clairvaux schenkte, würde man Mühe haben, den Gelehrten no< andere Manuskripte anzugeben, die dur<h ihr Alter, durch Schönheit der Ausführung oder dur<h den Nußen, den man für wissen- schaftliche Arbeiten daraus ziehen könnte , einigen Werth hätten, Jn der Bibliothek von Clairvaux gab es weder Klassifer, noch auch die Texte der heiligen Bücher und sehr wenig didaktische, grammatikalische , logische oder philosophische Werke. Es findet sich dort nicht ein einziges Werk über Geometrie, Die Hauptsache in dieser Bibliothek bildeten eine wunderbare Menge von Abhandlungen über die Kunst zu beichten, über das kanonische Recht und namentlich über die Rechte der Klöster und die Privilegien der Mönche, über die Gewissensfälle, über die Liturgie und im Allgemeinen über alle äußerlichen Theile der Religionz es waren, mit einem Worte, sämmtlich praktische Werke, Ungeachtet dieser Tendenz der Mönche, die Pforten ihrer Bibliothek nur solchen Werken zu öffnen, deren praktischen Nuben sie einsehen konnten, findet man in dieser Sammlung dennoch einige Werke, die eine Erwähnung verdienen, z, B. 1) Die Abhandlung de viris 1llustribus von Petrarca, die man für verloren hielt und wovon nur ein Auszug aus dem ersten Buche gedru>t worden is, Dies Manuskript enthält das erste Buch vollständig und außerdem das zweite, bisher noch unedirte Buch, das Leben Cäsar's, 2) Eine Sammlung, worin; Ferculfi Leaoviensis episcopi historiae prima pars. Excerpta ex libro Julii Africani, qui primus Latinorum, post Christi adventum, scrips1it de temporibus atque aeta- tibnus seculi, Versns Hildeberti cenomanensis episc. de expositione missae, 3) Ein schöner Valerius Maxim s aus dem zwölften oder dreizehnten Jahrhundert, lateinish. Ju demselben Manuskripte befinden sich no< Briefe der beiden Bischöfe Anselmus und Hildebert, 4) Endlich mehrere Bände enthalten das Verzeichniß und die

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575 nerale Shelly, Lura und Campuzano hätten Befehl erhalten, si< auf den Weg zu machen, um em Kommando (in Catalonien) zu über=

nehmen. y F i Perpignan, 23. Sept. Die Verbindungen mit Barcelona

¿nt I! y , sind no< immer unterbrochen. 21€ Diligence is nicht angekommen.

daß sie die gänzlihe Erneuerung des Senats angeordnet hat. Sie hat die Entlassung des Vormunds der Königin angenommen und thur einen Nathfolger gegeben; in Abwesenheit der Cortes konnte sie nicht anders handeln, Das Ministerium hat eine neue National-Vertretung in der mögli fürzesten Frist zusammenberufen und erwartet mit Un= geduld den Tag, wo sie ihre vorübergehende Autorität niederlegen kann. Es wird si< das Zeugniß geben, nur die Jnteressen der Nation im Gesichte gehabt zu haben. „¡Niemand wird darüber überrascht sein, daß das Ministerium

Lopez Fehler gemacht hat, aber das Verdienst wenigstens wird es haben, Spanien vor der Anarchie zu retten versuht zu haben, in- dem es eine geregelte Regierung erhielt bis zum Zusammentritt der Cortes, Es wäre betrübend, wenn Spanien ein so nahes Ziel nicht ohne neue Konoulsionen erreichen könnte. Man kündigt an, daß eine Bewegung zu Saragossa ausgebrochen, und daß eine Junta dort gebildet worden ist, Welches is die Bedeutung dieser Demonstration? Die Wahlen „müssen in diesem Augenbli>e die Spanier beschäftigen. Mögen sie eine Diversion bilden, die mächtig genug is, um alle Pronunciamientos kurz abzuschneiden, die jeßt ohne Zwe> sind! Jm A A N R Wahlen zu Madrid selbst den Ra- difaten beweisen, daß es in ihrem J e ifi ;

des Landes zu überlassen. id Herr Olozaga kommt na< Paris, Ohne gerade einen offí= ziellen Charakter zu entwi>eln, wird er wieder lebhaftere Verbindun= gen zwischen den zwei Regierungen anknüpfen. Es läßt si< auch glauben, daß er ein nüßlicher Vermittler zwischen der Regierung von Madrid und der Königin Marie Christine sein wird, und daß frühere Mißhelligkeiten zwischen beiden von der einen wie von der anderen Seite werden vergessen werden. Bis jeßt haben wir no< keinen Botschafter bei der Königin Isabella. Nur das bestätigt si<h, was wir gleich anfangs angekündigt haben: Herr von Salvandy wird niht na< Madrid zurü>kehren,“

Paris, 24. Sept. Herr Olozaga is von Madrid bier einge= troffen, und wird einstweilen als bevollmächtigter Minister und außer- ordentlicher Gesandter hier fungiren, bis das sranzöjische Kabinet einen wirklichen Botschafter nach Madrid hi>t. Dann wird er ebenfalls mit dem l 1 i Seine Beglau- bigungsschreiben sind {on dafür, ausgestellt und als ihm die Königin dieselben einhändigte, \{müd>te sie ihn zugreich mit eigener Hand mit den Jusignien des Ordens vom goldenen Vließ, i

Heute siud erst die Blätter aus Barcelona vom 16ten eingetrof= fen. Man ersieht daraus, daß der Brigadier Amettler zwar den Posten als General-Capitain, den ihm die Junta übertragen hat, bekleiden will, dagegen seine Beförderung zum Range eines Marechal de Camp abgelehnt hat. Prim war von einem Lieutenant öffentlich ein Feiger genannt und zum Zweikampse gefordert worden. Der von der Regierung ernaunte neue politische Chef von Barcelona hatte sein Amt, freilih nicht in der Stadt, sondern vorläufig bei Prim angetreten, und eine Proclamation erlassen, Eine Anzahl von etwa zwanzig kleinen Städten und Gleden hatte der Central-Junta ihren Beitritt angezeigt.

Die neue Wendung, welche die spanischen Angelegenheiten zu nehmen begonnen haben, wird von der Revue de Paris in fol= gender Weise gewürdigt: j :

„Die Geduld“, sagt sie, „is stets eine der s{hwersten Tugenden für die Völker. Man sehe die Ungeduld der Catalonier; sie können sih nicht entschließen, den Augenbli> abzuwarten, wo die National Vertretung auf constitutionelle Weise die Wünsche und Gesinnungen Spaniens ausdrücen wird. Nein, sie müssen sih gegen die proviso- rische Regierung empören, ten Es nrag einigen Wochen be Türkei,

rüßt hatten. Die provisorische Regierung hat, wenn man dem von . , S : D ekcdis Junta von Barcelona losgelassenen Manifeste glauben var Lat Ae i des EN Gn a Geg batf,. ihren Hunden 086 Es, Banner der Freiheit und Einigung | ven versammelten Tru s mittels Vin "A ische s gekündigt, entfallen lassen, welches die Spanier zum Siege geführt hatte. Die Junta | daß die Soldaten. vou E A a i grade, E L andi i beflagt sich, daß die Gewalt einer retrograden Partei überliefert wor= | s Ablauf ende pi Met ile iian S re zu O Besi E den seiz diese retrograde Partei besteht aus Narvaez, Concha, endlich aus | N H N he fs E ieder zu ihren gewöhnlichen Beschäfti= allen hristinishen Chefs, welche zum Sturze Espartero's mitgewirkt haben. | ® ngen zurü>fehren können. Das Ministerium Lopez konnte indeß nicht vermeiden, zu den bedeu- | tenden Militair - Kommandos diejenigen Generale zu berufen, deren Erfolgen es seine Rückkehr zu den Geschäften dankte. Aber wie | | |

__ Smyrna, 10. Sept. Die Bewohner der Jnsel Casso sind in vollem Aufstand, was die türkische Regierung zu ernsten Maßregeln veranlassen wird. Der dortige Sanitäts-Vorstand und der Arzt haben nah Rhodus flüchten müssen, um der Volkswouth zu entgehen. Casso und die heute ihren Gößen von gestern zers{<mettern? S bekanntlich während der Revolution der Schlupswinkel / vieler zf O l : A Piraten und in neuester Zeit durch die vielen Baratterieen berüchtigt,

„Gleichwohl hat das Ministerium Lopez geglaubt, daß es niht | L145 fotnor NZ 4 ; L f z; t E A N | | welche in seiner Nähe verübt wurden. Man wird trachten müssen, schweigen dürfe zu Verleumdungen, deren Ziel es war, und obwohl | eine Obrigkeit bis jeßt fehlt eine solche gänzli<h einzusehen eine Regierung mit Worten sparsam sein und besonders dur< Hand- | inb alie Bau abi E q Ar i n S A eel ven e Zaume lungen sih aussprechen soll, so kann man das spanische Kabinet doch ê Daun Lags Me NENLA s Frü

E / G “N , E et doch | zu halten. Gleichzeitig sind auch auf Calymno Unruhen ausgebrochen. nicht tadeln, daß es der Meinung eine ausdrü>lihe Vertheidigung | Dex von Hassan Pascha daselbst eingeseßte Primas wurde bei seiner seines Verhaltens vorlegen wollte, Seine Lage is eine ausnahms= | Ankunft \{hmähli< mißhandelt. Die Behörden können ihr Ansehen weise, Seine Gegenwart bei den Geschäften bezeugt den Triumph | nicht behaupten, und die Anarchie hat den höchsten Grad erreicht. der Geseße, und doch ist le nicht, streng genommen, geseblih; es | Man sagt, daß Hassan Pascha in Konstantinopel auf die Absendung hat sowohl den Regenten überlebt, der es eingeseßt hatte, als die | gon zwei Kriegsschiffen angetragen habe, da er nur so die Ruhe und Cortes selbst, aus deren Schooß es hervorgegangen war. Ordnung guf der Jusel wiederherzustellen im Stande sei.

„Was haben wir Anderes gethan, sagen die Unterzeichner des Das Geschwader des Kapudan Pascha, bestehend aus 4 Linien= Manifestes des Kabinets von Madrid, als daß wir treu geblieben | \<iffen, 1 Korvette, 1 Fregatte und 2 Briggs hat am Sten d. auf sind dem Programme vom 9. Mai, das wir aus freiem Antriebe selbst | der Rhede von Scio die Anker geworfen. va abgefaßt hatten? Der Gedanke dieses Programms war die Einigung | 4 unter allen Spaniern und allen in einem geseßlichen Kreise sh bewe= p ersien genden Parteien. Diese Aufgabe der Versöhnung und der Gerechtig- R L G s keit hat die Negierung zu erfüllen gesucht; sie wollte, daß alle fähi- | Erivan, 20. Zuli, (A. Z.) Zwet von den französishen Of- gen und würdigen Spanier an den Aemtern Theil nähmen, ohne eine | fizieren, welhe der Schah von Persien für die Einübung seiner Armee politische Nüauce vor der anderen zu bevorzugen. Hier berührt das | dur< Hussein Khan in seine Dienste genommen, sind hier eingetroffen Ministerium Lopez eine empfindliche Saite, deun stets is es die Ver- | und begeben si< über Tiflis und Redut - Kaleh nach Konstantinopel. theilung der Stellen, welche in Spanien die Klippe der Parteien is, | Es sind die Herren Delacroix und Pigeon ; Ersterer war als Exer= welche die Oberhand erringen, Da es stets mehr Berufene als Aus | ziermeister der Artillerie angestellt, Leßterer sollte die Infanterie ein= erwählte giebt, so werfen si< die Mißvergnügten in die Reihen der | üben. Jn Begleitung dieser beiden Herren befindet sih der Abbé Besiegten, die nun ihrerseits sich wieder fur<tbar machen. Rival, welcher vor drei Jahren eine Einladung nah Teheran erhal=

„Einer der Punkte, über welhe das Ministerium Lopez am aus= | ten hatte, um dem 13sährigen Sohne des Schahs die französische führlichsten sich ausgesprochen hat, is der gemachte Vorschlag, eine | Sprache zu lehren. Die genannten Offiziere bringen die Nachricht Ceutral=Junta für die ganze Monarchie zu schaffen bis zum Zusam= | mit, daß der Herrscher vou Herat, Kamran Schah, im vergangenen meutritte der Cortes. Die Unterzeichner des Manifestes erkennen an, | Monat Mai in Herat gestorben is, Er war durch Auss\chweifungen daß Einige dieses Verlangen in gutem Glauben stellten, aber Andere | aller Art geistig so heruntergebraht, daß er in seinen leßten wollten eine Central =Junta nur, um kurzweg Fragen abzuschneiden, | Lebensjahren fast in Blödsinn verfiel und um die Regierungs - Ge= die mit Umsicht und Feierlichkeit verhandelt werden müssen z sie hätten | {äfte sih niht mehr bekümmerte. An seiner Stelle herrschte der Verbindlichkeiten auferlegen mögen, die auf eiue schlimme Weise auf | Wesir Jar-Mehemed-Khan. Dieser is jeßt seit Kamran's Tod zum dem künftigen Geschike der Nation gelastet hätten. Ueberdies is es | Schah von Herat ausgerufen und hat Kamran's Söhne vertrieben. nur eine kleine Anzahl von Provinzen, welche die Jdee einer Central- | Der älteste Sohn des Verstorbenen befindet si< in Teheran, wo er

| Junta vorangestellt hatten; viele haben sie bekämpft, andere Still- | vergebens die Unterstüßung des Schahs von Persien anrief. Er lebt

\{hweigen darüber beobachtet. Wie hätte die provisorische Regierung | dort in gedrü>ter Lage von den Almosen, die ihm die persische Re= die Verantwortlichkeit einer \o fkapitalen Neuerung auf si< nehmen fönnen? Ju Betreff der anderen gegen das Ministerium gerichteten

fann man hoffen, diese Cxaltirten zur Vernunft zu bringen, die \o nell vergessen, was sie gewünscht haben, was sie gewollt haben,

gierung bewilligt, Zwei seiner Brüder sind auf herats<hem Gebiet zurücgeblieben und halten si< mit einigen Anhängern in den südöst= lihen Gebirgen auf, wo sie vergebens die Bewohner zu einem Zuge

Aktenstü>ken über Convulsionaire und über Marie Alacoque. Die Korre- spondenz besteht aus mehr als dreißig Kartons, die ausschließlich mit eigen=- | bändigen Briefen von Arnauld, Ancelot, Sacy, dem Abte Rancé, Saint-Cyran, | der Mutter Angélique, Etemare, Hamon und von Personen, die mit diesen aus- ben und bestehen aus zwei verschiedenen Abtheilungen, nämlich aus Kopieen | gezeichneten Einsiedlern in Briefwechsel standen, angefüllt sind, Es is dies alter Manuskripte, die sich in der Sammlung Bouhier's befanden und aus | fine reiche Fundgrube für die geheime Geschichte von Port Roval. Es be- 5 | finden si< unter diesen Papieren Memoiren über das Leben Pascal's von seiner Nichte, der Mademoiselle Périer z Briefe von Pascal an Mademoi- selle de Roannezz die Korrespondenz mehrerer Mitglieder der Familie Pascal mit der Mutter Agnes, mit Arnauld, mit Nieolez Briefe der Herzogin von Longueville, des General - Prokurators von Harlay und von mehreren anderen berühmten Personen jener Zeit. Dieser Band enthält au<h Gedanken von Pascal, die vielleicht no< nicht publizirt sind, | fo wie interessante Thatsachen aus dem Leben dieses großen Mannes. | Keiner von den französischen Schriftstellern, welhe die Biographie des Verfassers der Provinciales geschrieben, scheint jene Dokumente zu Rathe | gezogen zu haben, indeß dürfte Reuchlin, welcher ein Leben Pascal’s in | deutscher Sprache schrieb, wohl einige derselben gekannt haben. Diese Sammlung könnte von künftigen Herausgebern der Werke des berühmten französischen Mathematikers mit Nuyen zu Rathe gezogen werden,

Wir haben oben gesagt , daß die Manuskripte, welche die Kommissa- rien der Regierung im Jahre X11, gus der Bibliothek von Troyes hinweg- nahmen, theils in der Königlichen Bibliothek niedergelegt, theils nach Montpellier gebracht wurden. Herr Libri beschäftigt fich in seinem inter- essanten Werke nux mit den leßteren, die si<h gegenwärtig in der reichen Bibliothek der medizinishen Schule zu Montpellier befinden, die no< nicht hinreichend ausgebeutet worden isst, und die nicht nur werthvolle Bücher und Manuskripte, sondern auch eine der shönsten Sammlungen vou Zeih- nungen älterer und neuerer berühmter Maler enthält, : UPES

Uebersicht der Urkunden und Privilegien der Abtei, so wie ihre Einnahmen und Ausgaben.

Die Manusfripte aus dem 17ten und 18ten Jahrhundert, welche sich in der Bibliothek von Troyes befinden, sind sämmtlich auf Papier geschrie-

sehr zahlreichen neueren Manuskripte zu geben, die Bouhier gehört haben, Mehrere dieser Manuskripte und zwar sehr interessante, sind nach Paris in die Königliche Bibliothek gebracht worden; aber der größte Theil is in Troyes geblieben, Nach dem Beispiele von Peiresc, Dupuy und aller großen Mauuskript-Licbhaber, licß Bouhier die merkwürdigsten und seltensten histo- rishen Dokumente, die geheimen Memoiren , die Korrespondenz berühmter | Leute, die Protofolle der Parlamente, die Depeschen der Gesandten, mit einem Worte Alles, was für vie Geschichte Frankreichs im Allgemeinen und die von Burgund im Besonderen von Jnteresse sein konnte, kopiren und sammeln, Unter diesen Manuskripten befinden sih mehrere, die von Jean Bouhier, dem Vater des Präsidenten, kopirt worden sind. Die von diesem sehr unterrichteten Manne herrührenden Kopieen verdienen zu Rathe gezo- gen zu werden, Obgleich seit dem Tode des Präsidenten Bouhier eine be- deutende Anzahl von Werken über die Geschichte Frankreichs erschienen ist, so würden doch diejenigen, welche die Manuskripte untersuchen wollten, die jenem gelehrten Beamten gehörten, gewtß noch eine reiche Aerndte finden, Um von allen aus Port Royal herstammenden Manusfripten der Bibliothek von Troyes Rechenschaft zu geben, wäre eine besondere Arbeit nöthig, Es giebt dort mehr als 300 Bände, welche nur Schriften der berühmtesten Ein- siedler von Port Royal und ihre eigenhändige Korrespondenz enthalten. Es ist diese Sammlung einzig in ihrer Art und wenn die sehr werthvollen Schriften auch heutzutage allerdings nicht mehr dasselbe Juteresse darbieten, wie im 17ten Jahrhundert, so verdienen l doch keinesweges die Ver- gessenheit, zu der sie verdammt zu sein schienen, Die meisten dieser Manuskripte enthalten Streitschriften oder Kommentare über einige Kirchenväter, so wie Biographieen und Literar - Geschichten, Ueber die Angelegenheiten der Jansenisten finden sich daselb| Nach- richten bis in die Mitte des 18ten Jahrhunderts mit einer Menge von

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