1843 / 94 p. 2 (Allgemeine Preußische Zeitung) scan diff

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Anstalt, welche vergangenen Sonnabend stattfand, bot überraschend erfrenliche Ergebnisse. Die Minister des Junern, der Finanzen und des Krieges, welche no< auf Reisen sind, werden in einigen Tagen wieder hier eintreffen,

Sachsen. = Dresden, 29. Sept. Heute ging von Freiberg die Nahricht von dem Tode des gestern daselbst auf der Rü>kreise vom Bade Gastein nah Dresden verstorbenen Hof - und Medizinal-Rathes Dr, Burkhardt Wilhelm Seiler ein, des Direktors der hiesigen medizinisch- chirurgischen Akademie, eines der ältesten und bewährtesten Aerzte un- serer Stadt, und eines auch im fernen Auslande, namentli in Eng- land, hohgeahteten Namens in der Anatomie und Physiologie. Mit ihm is zugleih eine der festesten Stützen der hiesigen medizinisch= chirurgischen Akademie gefallen, an deren Fortbestehen nit nur die auf mehreren Landtagen schon laut gewordenen Stimmen ihrer Geg- ner, sondern wohl au< der Geist der Zeit und der Fortschritt der Wissenschaft, welchem das Heranbilden bloßer Empiriker und das Fort- bestehen zweier so heterogener Anstalten, wie der Universität und der hiesigen Akademie in einem \o kleinen Lande wie Sachsen, nicht mehr zu entsprehen scheint, seit längerer Zeit schon heftig gerüttelt ha- ben. Zu Seiler's interimistishem Nachfolger während seiner durch den seit längerer Zeit zerrütteten Zustand seiner Gesundheit herbei-- geführten Entfernung von den Geschäften, war neben dem zweiten Beamten, dem bekannten Anatomen Bock in Leipzig, der Bataillons arzt Günther, früher Prosektor an der Akademie, gewählt worden, und man erwartet scinen wirklichen Eintritt in das Direktorium der Anstalt,

Nadeburg, 27. Sept. (Leipziger Ztg.) Unsere Stadt und Umgegend is jeßt ungemein belebt und dur die Wachtfeuer der zahlreihen Bivouacs der Truppen erleuhtet. Die beiden gegen einander operirenden Corps der sächsischen Armee trafen si< heute bei Dobra, und es wurde das westliche über die Röder zurü>gedrängt. Die ganze Königliche Familie, die jeßt das Jagdshloß Moribburg bewohnt, nahm an dem Manöver den lebhaftesten Antheil und unter den Truppen herrsht troß der kalten und heftigen Regenschauer die fröhlihste Stimmung.

_ Württemberg. Stuttgart, 27. Sept. Das gestrige Ne- gierungsblatt vom 26. Sept, enthält eine Bekanntmachung der General-Direction der württembergischen Posten, die Aufhebung des Franfirungszwangs bei der Korrespondenz nah und aus den österrei= ischen Staaten, insbesondere die Behandlung portofreier Sendungen betreffend,

Hannover. Lüneburg, 26. Sept. (Hamb. K.) Die Corps-

Manöver nahmen gestern ihren Anfang, und es wird nicht uninteressant sein, die Disposition der beiden Tage, gestern und heute, kennen zu lernen. Die de it Idee ist: Es ist ein West-Corps über Line- burg bis Dahlenburg vorgerückt gewesen, hat sih aber vor dem stär= teren Ost-Corps, welches von Dannenberg kommt, wieder zurückziehen müssen. Das West- Corps hat am Abend des 25sten d. Lüneburg geräumt und eine Stellung bei Reppenstedt genommen, um das wei= tere Vordringen des Ost- Corps wo möglich zu hindern. Das Ost- Corps hat gleih darauf Lüneburg mit Vortruppen beseßt und am 26sten d. Morgens die Jlmenau passirt, um weiter vorzurücken. Das West-Corps wurde en Squelette markirt, das Ost-Corps wurde vom 10ten Bundes-Armee-Corps nah der ausgegebenen Ordre de Bataille gebildet. Drei Kolonnen vom Ost-Corps rü>ten gegen die erste Stel- lung des Feindes vor, welcher sich, den reten Flügel in Reppenstedt und Landwehr, der linke Flügel im Tannenholze hinter der Landwehr, bei Bro>wiukel festgeseßt hatte; die re<hte Kolonue griff Bro>winkel und das Terraín nördlih anz die mittlere Kolonne richtete ihren An= griff gegen die Landwehr zwischen Reppenstedt und Bro>winkelz die linke Kolonne suchte Reppenstedt und das Terrain südlih dieses Dor= fes zu nehmenz die Reserve-Junfanterie und Artillerie folgten in einer Entfernung von 1000 Schritten; die Reserve - Kavallerie marschirte in gleiher Höhe mit der Reserve - Jnfanterie, bereit, demnächst Rep= penstedt zu debouchiren, Die Artillerie und Tirailleure hatten durch ein wohlgenährtes Feuer den Angriff vorbereitet und die Jufanterie rückte zum Bajonett=Angriff vor, welches erst viele Schwierigkeiten hatte, da der Feind sih hartnä>ig vertheidigte. Nachdem die Feinde die Stellungen ge= räumt hatten, wurden sie durch die Infanterie der drei Kolonnen beseßt, Die Kavallerie mit zwei reitenden Batterieen debouchirte durh Reppenstedt, entwidelte sih zu beiden Seiten der harburger Straße, der feindlichen Kavallerie gegenüber, griff diese an und nü= thigte sie zum Rückzuge, Die drei Kolonnen, so wie die Reserve= Jufanterie und Artillerie, debouchirten dur< die Defile’'s der Land= wehr. Da die Reserve-Kavallerie von der feindlichen Artillerie be= {ossen wurde, zog sie si< hinter die anrü>tende Jnfanterie zurück. Die rechte Kolonne nahm den Brocwinkler Zuschlag und rü>te süd= lih dieses Gehölzes vor, Die mittlere Kolonne marschirte südlich vom Klosterkamp gegen den Steinkamp. Die linke Kolonne drang auf dem Dachtmisser Wege gegen den rechten Flügel des Feindes vor. Die Reserve-Junfanterie und Artillerie folgte Anfangs auf der har= burger Straße und später hinter der mittleren Kolonne. Die Re= serve=-Kavallerie blieb hinter dem Centrumz die Reserve-Artillerie eröffnete darauf ihr Feuer gegen die feindlihe Stellung; die mittlere Kolonne lehnte in zwei Treffen ihren linken Flügel an die harburger Straße, der feindlichen Stellung gegenüber. Die re<te Kolonne, gleichfalls in zwei Treffen, {loß si< unmittelbar an die mittlere Kolonne an, Die linke Kolonne debouchirte dur<h Dachtmissen, sie entwid>elte si<h no< in zwei Treffen, indem sie ihren re<ten Flügel an die harburger Straße lehnte. Die Reserve-Jufanterie stellte si in geschlossene Massen hinter das Jutervalle der rechten und mittle- ren Kolonne auf, die Reserve-Kavallerie rückte auf den reten Flü- gel des Armee-Corys und stellte si<h zur Beobachtung der feindlichen Kavallerie auf. Nachdem der Angriff auf die feindliche Stel= lung durch Artilleriefeuer und durh Tirailleure vorbereitet war, rüdte die Infanterie der drei Kolonnen zum Bajonett = An-= griff gleichzeitig vor; der Angriff des ersten Treffens wurde zurückgeschlagen, Nachdem das zweite Treffen vorgeführt war, drang die Reserve-Jufanterie in Bataillons-Massen auf den mecteer Bera: die Reserve = Kavallerie ging nun zum Angriffe vor , als das Sv Treffen der Infanterie gegen die feindliche Stellung eführt wurde Das West-Corps trat den weiteren Rückzug an, den 2 durch Kaval= lerie zu de>en suhte, Das Ost - Corps stellte ich in die Sh nen Positionen auf und ließ den Feind durch leichte Érunieen ver folgen. So endete dieses Manöver des ersten Tages , welches durch keinen Unfall an Menschenleben gestört wurde. Zedod) ite allen Schaden ging es nicht ab, denn einige Pferde kamen dabei zu Scha= den und eins blieb todt auf dem Playe, Das herrlihste Wetter be- günstigte an diesem Tage das großartige Schauspiel.

Lúneburg, 27. Sept, (H. C.) Heute schien es, als wenn der Himmel scheel zu dem Manöver sehen wollte, denn der Regen wurde während die Truppen ausrü>kten und au<h no< beim Beginne der Schlacht heftig vom Winde gepeits<t. Nachdem aber klärte si< das Wetter auf, und es fiel während des ganzen Manövers nur einmal etwas Negen, Die allgemeine Jdee an diesem Schlachttage war :

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theidigung eingerichtet. und Bilm;z

Ilmenau dur< Vortruppen umschlossen.

thunlichst weiter vorzudringen suchen,

Man hofft, unter Benußung der Oertlichkeit ,

Brückenschlag und der Uebergang der Truppen soll als Ueberfall ein- geleitet werden. Das Schwinge - Corps ist deshalb in der vorigen Nacht vou Dachtmissen aufgebrochen und über Heiligenthal und die ODedemer=Berge in die Niederung des Mühlenbahs gerü>t, wo es im Berste>e konzentrirt ist, Die Vortruppen, welche Lüneburg einschließen, sind stehen geblieben. Das Armee-Corps stand in Massen eng konzentrirt und verste>t auf dem linken Ufer des Mühlenbaches, und zwar das Avant - Corps mit der Brüden = Equipage nordöstlich vou Hasenburg, Das Haupt-Corps zwischen Hasenburg und dem Rothe-Schleuse-Holz die Reserve-Jnfanterie in der Schlucht von Ovelgönne, die Reserve- Kavallerie und Reserve - Artillerie weiter links auf dem Felde vor Oedeme. Kavallerie-Feldwachen waren vor der Froute. Die Avant- Garde mit der Brü>ken-Equipage suchten rash den zum Uebergange ausersehenen Punkt an der Jlmenau zu erreichen. Die Kavallerie des Avant -Corps wurde in die linke Flanke entsandt, um Lüneburg zu beobachten. Wie die Truppen die Jlmenau erreicht hatten, wur-= den {nell zwei Compagnieen Jufanterie auf Pontons oberhalb Wil- schenbruch übergeschifft und seßten si in dem Holze fest, welches südlich dieses Gehöfts liegt. Jn der Richtung der südwestlichen Spibe jenes Hol

zes wurden 2 Brücken geschlagen. Die Jufanterie des Avant-Corps ging ohne Aufenthalt über und breitete sich in dem coupirten Terrain bei Wil- henbruch aus. Die Artillerie des Avant-Corps, so wie die später ankom-= menden Batterieen de>ten durch ihr Feuer vom linken Fluß-Ufer aus den Vrükenschlag und das Vordringen der Truppen. So wie der Feind Wilschenbruh geräumt hatte, wurde cine dritte Brücke bei der Fähr=

seiner Divisionen bildete eine Kolonnez die re<te Kolonne ward nah

girt und bewerkstelligten ras< ihren Uebergang. Eine Batterie blieb aber no< etwas auf dem linken Ufer zurü>. Die Reserve-Jufanterie detaschirte zwei Bataillone zur Reserve-Artillerie, seßte si< später mit dem Haupt - Corps in Marsch, welchem ste über den beiden oberen

sich gleichzeitig mit dem Avant-Corps in Marsch, ging über den Hasenbur-

ger Berg auf das Chausseehaus zu und nahm dann nördlich des Jägerhofes eine Stellung ein, um dur ihr Feuer den Uebergang und das wei= tere Vorrü>en der Truppen zu erleichtern. Die Reserve-Kavallerie trat den Marsch etwas später an als die Reserve-Jufanterie, und wurde gegen die untere Brüd>e, bei der Fährstelle, dirigirt. Sie machte, zum Uebergange bereit, außer dem Bereiche des feindlichen Feuers Halt, Der Feind hatte Wilschenbruch verlassen müssen, es war aber unterdessen das Haupt-Corps angekommen, welches eine Stellung auf dem hohen Uferrande der Jlmenau-Niederung einnahm. Die erste Division des Haupt-Corps (Schwinge-Corps) rüd>kte gegen den linken Flügel des Feindes, die zweite gegen dessen Centrum vor. Jede Division hatte eine Brigade zum Gefe<ht entwickelt, eine folgte in Kolonne als Reserve, Das Avant-Corps suchte gegen den rechten Flügel des Feindes zu debouchiren. Die Reserve-Jufanterie folgte der ersten Division. Das Kavallerie-Regiment des Avaut-Corps passirte die Jlmenau auf der unteren Brü>ke, Die übrigen Truppen blieben auf dem linken Ufer des Flusses und die Artillerie sebte da- selbst ihr Feuer noch lange fort.

Kurhessen. Kassel, 28. Sept. (Kass. Z) Sämmtliche hier und in der Umgegend liegende kurhessishe Truppen sind seit Montag nach der Gegend von Wabern 2c. zur Ausführung von Feld: Manövern abmarschirt.

Dem Vernehmen nah wird die auf den Anfang nächsten Mo- nats vertagte furhessishe Stände-Versammlung Dienstag (3. Oktober) wieder ihre erste Sißung halten.

Die Versammlung der deutschen Philologen wird Montag, den 2ten d. M,, hierselbst ihre erste vorbereitende Sihung halten, Den- selben Mittag werden die Mitglieder derselben si< im Gasthofe zu Wilhelmshöhe zur Tafel vereinigen und Abends in dem vom hiesigen Abend=-Verein denselben zu ihren Versammlungen freundlichst einge- räumten {önen und geräumigen Lokale einer Ausführung der Men- delssohnschen Tondichtungen zur Antigone des Sophokles, deren Text vorgelesen wird, beiwohnen. Die Chöre werden von dem männlichen Personal des Cäcilien- und des Wiegandschen Sing = Vereines unter der Leitung des Herrn Kapellmeister Spohr ausgeführt.

Frankret<h.

Paris, 26. Sept, Der Herzog und die Herzogin von Ne- mours werden von ihrer nah Lyon und den angränzenden Departe ments unternommenen Reise zwischen dem 15, und 20, Oktober wieder nah Paris zurückkehren. Um diese Zeit wird die Königliche Familie einige Tage auf dem Schlosse von Fontainebleau zubringen.

Herr Coletti, griechischer Botschafter am pariser Hofe, wird heute die Reise nah Athen antreten. Er wollte eigentlih erst am 10, Of= tober abreisen, allein die neuesten Nachrichten aus Athen scheinen ihn zu veranlassen, seine Abreise zu beschleunigen.

Es soll in dem Minister-Rath beschlossen worden sein, in der nächsten Session einen Geseß - Entwurf über die dem Herzoge von Nemours in seiner SIeagasi als fünftigem Regenten des König= reihs zu bewilligende Dotation den Kammern vorzulegen.

Der Marschall Bugeaud, der si<h wegen seiner Beförderung einer neuen Wahl unterwerfen mußte, i} mit großer Majorität von dem Wahl = Kollegium zu Excideuil wiedergewählt worden.

Die Finanznoth in Spanien soll in diesem Augenbli>ke so groß sein, daß die der provisorishen Regierung treu gebliebene Besaßung von Barcelona nur mittelst eines von den französischen Behörden geleisteten Vorschusses bezahlt werden konnte.

Grossbritanien und Irland.

London, 26. Sept. Die Unruhen in Wales dauern no< un- unterbrochen fort, obschon unter den Pächtern selbst na< dem leßten Berichte des Reporters der Times eine ziemlih allgemeine Unzu- ibr fn über das Treiben Rebekka?s \si< bemerkbar maht. Zahl- reiche Frevel gegen Personen und Eigenthum sind wieder ausgeübt

Die Jlmenau trennt zwei gegen einander operirende Armee =- Corps; das eíne, von Stade ausgegangen und Schwinge= Corps genannt, bestimmt, an der Elbe aufwärts nach Schnuakenburg vorzurü>en. Dgs andere, von Dannenberg aus vorgeschi>t und Jeebe - Corps genannt, sollte dem starken Gegner das Vordringen möglichst ers<weren. Das Jeebe= Corps stand seit einigen Tagen bei Lüneburg; es hatte die Stadt mit einer Abtheilung beseßt und so gut als möglih zur Ver= Das Haupt=Corps lagert zwischen Hagen ortruppen befinden \si< auf- und abwärts an der Ilmenau. Das Schwinge-Corps hat vorgestern Abend ein Lager bei Dachtmissen bezogen und gestern Lüneburg auf dem linken Ufer der Jlmen 6 Der Kommandirende des Schwinge-Corps muß zur Erreichung seiner Operationszwe>e bald- j) 1 N Er wünscht einen Angriff auf Lüneburg zu vermeiden und hat die Gegend bei Wilschenbruh ober- halb der Stadt ausersehen, um daselbst die Jlmenau zu passiren. Z D Hi die dort aufgestellten Vortruppen überwältigen und den größten Theil des Armee - Corps jenseits entwi>eln zu fönnen, bevor das Haupt=Corps des Feindes eine Position zu nehmen vermag, um die e a, zu hindern. Der

stelle geschlagen. Das Haupt-Corps folgte dem Avaut-Corps. Jede |

der oberen Brücke, die linke Kolonne nah der mittleren Brüd>ke diri= |

Brüi>ken folgte. Die Reserve-Artillerie, durch zwei Bataillone gede>t, setzte |

worden, Der Grund der Unzufriedenheit der Pächter liegt in der

| die Grundbedingung

Organisation der Rebekkabande, welhe, wie man jeßt weiß, aus be- zahlten Arbeitsleuten besteht, die von dem Anführer oder „der Re- bekfa“ jedes Distrikts gedungen werden. Das hierzu nöthige Geld, indem jeder Arbeiter für eine Naht 25 Sh. erhält, wird durch eine den Pächtern aufgelegte Steuer, eine Art des alten irländischen „Bla Mail“, von der jedesmaligen Distrikts-Rebekka herbeigeshaff}t, welche dur anonyme drohende Schreiben die Pächter auffordert, die be stimmte Summe an den bezeichneten Versammlungsort der Aufrührer zu bringen. Die Pächter widerseßen si< an manchen Orten dieser Abgabe und es dürfte dieser anti-rebekkaitishe Geist unter der Partei, selbst wenn er weitere Ausdehnung gewinnt, der Regierung in der endlichen Unterdrückung des Aufstandes zu Hülfe kommen. Indeß gewahrt man bis jeßt no< keine Anzeichen solher Unterdrückung, und sieht im übrigen England mit Unruhe und Besorgniß auf den gänzlih desorganisirten Zustand der Provinz, welche durch die ausführlichen Berichte der Times no< vermehrt worden sind. Dies Blatt hat in dem Aufstande eine höchst merkwürdige Rolle ge- spielt, indem es s< gewissermaßen zum Organ der Aufrührer hergab; sei es, daß es damit, seiner ultratoryistishen Richtung folgend, die Regierung angreifen oder, in übermüthiger Laune auf seinen Einfluß trobend, den bis jebt allerdings ihm noch unbestrittenen Ruhm des am besten unterrichteten Blattes behaupten wollte. Aber die Times hat sich dadurh mehr geschadet als genüßt, denn sie is der

Regierung dadur fremder geworden, und der streng ministe rielle Morning Herald droht jebt hon, lle zu überflü geln. Es ist keine Frage, daß in Folge ihres Verhaltens im Walli

ser Aufstande die dortigen Geseßes-Verlebungen und Frevel vermehrt worden sind, wenn man nur ihrer wiederholten Erklärungen sich er innert, daß weder Regierung no<h die Gentry no< die Magistrats Verwaltungen auf die gerehten Beschwerden der Pächter und armen Klassen hätten hören wollen, und daß diese auf Thatsachen gegründe ten Beschwerden unter allen Umständen sofort erledigt werden müßten. Ganz das Gegentheil räth die Times in Bezug auf Jrland an; hier soll erst die Bewegung dur<h Waffengewalt unterdrückt, und dann erst eine Untersuchung der Beschwerden vorgenommen werden, Mit Recht sagt hierzu der Morning Herald: „Uns cheint die erste Pflicht des Journalisten zu sein, daß er zur Erhaltung der o

zialen Ordnung mit beiträgt. Ein Mittel dazu i} in einem freien Lande die Erklärung öffentlichen Unrehts. Aber die unverhohlene Aufde>ung einer Beschwerde und die Forderung des freien Mannes, dieselbe abzustellen , is sehr verschieden von der Anregung der Unzu

friedenheit und der Beschleunigung von Gewaltthaten. Und wenn Privat-Personen namhaft gemaht und dem Hasse des Volks preis

gegeben werden, während man die Regterungen als tgrannisch, ver

ächtlih und ohnmächtig darstellt, so wissen wir in der That nicht, ob der NRepublikanismus no<h weiter gehen kann und ob der fre<he Miß

brauch einer zügellosen Presse Schlehteres zu Tage fördert,“

© London, 26. Sept. Unsere Zeitungen haben angefangen,

| die Ursachen der nun unbezweifelten, wenn auch fürs erste no< lang | same Rückkehr des Wohlstandes in unserem Fabrikwesen zu besprechen,

und mehrere sind bereits darüber in Kampf gerathen, indem jede natürlih der Sache eine Wendung zum Vortheil {hrer eigenen Partei zu geben sucht, namentli<h die Morning Post und die Morning Chronicle. Denn die Morning Chronicle, welhe bekannt lich das Prinzip der Handels-Freiheit vertritt, hält Wohlfeilheit sür alles Volkswohlstandes, während die Po, im Juteresse der Gutsherren, alles Heil im theuren Brode sieht. Diese Probe zeigt uun schon klar, daß unter dem Einflusse von Partei-Rücksichten diese wichtige Frage niht die Lösung erhalten fann, welhe niht nur für dieses Land und die Gegenwart, sondern auch für alle Länder und Zeiten von der höchsten Wichtigkeit sein würde. Nun hat uns zwar die Times versprochen, die Frage ohne Lei- deuschaft und ohne Partei =Rüsichten zu behandeln , und ih zweisle nicht, daß dieses Blatt, welhem die höchsten Talente im Laude zut Gebote stehen, eine Reihe tüchtiger Aufsäbe liefern werde. Aber ih fürchte, daß wir denno<h der Gewißheit uicht näher kommen werden, als wir derselben dur die zahllosen, ganz vortrefflichen Reden und Abhandlungen gekommen sind, welche die Ursachen der Stockung der Gewerbe, worunter wir seit 1837 so hart gelitten, ja no< leiden, ergründen wollten. Wenn man sieht, wie da die klügsten Männer sih vergebens abarbeiten, um Erscheinungen zu erklären, welche uns in ihrer ganzen Ausdehnung vor Augen liegen, so möchte man glau ben, daß eine höhere Macht uns unserer Kurzsichtigkeit re<t inne werden lassen wolle, : :

Möchte indessen uicht in dem, was man eben jeßt wieder aus den Fabrik = Gegenden vernimmt, ein Grund zu einer strengeren Be- aufsichtigung der Fabrikanten von oben liegen, Es heißt nämlich, daß bereits alte Fabriken erweitert und neue gebaut werden. Wer aber seine Fabriken erweitert und neue baut, der will auch seine Kapitalien verzinst sehen. Er läßt also darauf los arbeiten, fo lange si< nur Käufer seiner Waaren finden und no< länger. Seine Nachbarn aber thun das Gleiche; und so giebt es bald mehr von jeder Waare, als die Welt brauht, Auf einmal hören also die Bestellungen auf. Die weniger begüterten Fabrikanten fangen nun an, ihre Vorräthe zu verschleudern und werden allmälig baukerott. Viele Kaufleute und Krämer, welche die Preise all ihrer früheren Einkäufe herabgedrückt sinden, folgen jenen Fabrikanten iu der Zah lungs-Unfähigkeit, Kapitalisten und Wechsler, welhe auf vielen Sei ten ihre Vorschüsse verlieren, werden s{<üc<tern und verschließen ihr no<h übriges Geld, Ein Jeder, vom niedrigsten bis zum höchsten, findet seine Einkünfte um etwas geschmälert, und sucht si<h ein wenig einzuschränken. So gerathen denn allmälig alle Zweige der gemein samen Thätigkeit ins Sto>ken ; und dieses dauert so fort, bis entweder die Waarenvorräthe entweder allmälig verbraucht, oder sich irgendwo auf einmal ein neuer Abzugs =-= Kanal dafür eröffnet. Nun ergehen neue Bestellungen an die Fabrikanten zuerst (wie auch jeßt) zu noch niedrigen Preisen; denn dieser is froh, wenn er seine Arbeiter nur einigermaßen beschäftigen fann. Wie die Bestellungen si<h aber drängen, steigen au die Preise wieder. Groß- und Kleinhandel he- ben sh; der Kapitalist, welcher seine früheren Verluste vershmerzt hat und froh is, sein Geld abermals verzinsen zu können, öffnet aber mals seine Kassen, und Alles geräth in Thätigkeit für einige Zeit. Denn nun will bei dem allgemeinen Vortheil jeder Einzelne gewinnen : es entstehen eine Menge neuer Fabrikanten, und es wird eben wieder das alte Lied! Verhält si< aber die Sache wirkli< #o, so i es, wie Ebbe und Fluth, eine Natur =-= Nothwendigkeit, woge- gen weder Regierung no< Parlament etwas vermag. Wie bald aber si< ein Fabrikstaat von solhen Schlägen wieder er- hebe, und ob ein solcher dieselben, besonders wenn sie häufig wieder- kommen, überhaupt überlebe, das hängt von der Lebenskraft, der Ge- duld, der Beharrlichkeit des Volkes ab, dem er eben angehört; und hierin gebührt doch unsteitig dem englischen die Palme. Es hat, wie die Welt gesehen, seinen Nothstand mit bewundernswürdiger Stärke, obgleich niht in müßiger Hingebung, getragen, und ist nun, da sich die Laufbahn zur Thätigkeit aufs neue eröffnet, bereit, dieselbe mit ungeshwähter Kraft aufs neue zu betreten, ja sogar mit S Mitteln, denn selbst während der Zeit des Stillstandes und Drucks hat doch weder der Erfindungsgeist stillgestanden, no< der diesen er-

munternde Geist gefehlt, und es sollen im Spinnen, Weben und Dru>en mehrere wunderbare Fortschritte gemacht worden sein,

Jn Jrland eilen die Dinge ihrer Entscheidung immer mehr zu, so wie si< der böse Geist des Hasses und des Widerstandes unter den verwilderten Bauern mehr entwi>elt. Es is damit bereits so weit gekommen, daß, obgleih die {wersten Strafen darauf stehen, zu irgend einer heimlihen Gesellshaft zu gehören, welche ihre Mit- glieder beeidigt, man si< do< zu Sligo über die Wahl von Offizianten für den berüchtigten Ribbon - Verein auf s ffentliher Straße geprügelt haben soll. Connor is zwar vom Repeal-Verein ausgestoßen worden, aber es wird allgemein erwartet, daß dieser fühne Mann, welcher die wahre Bedeutung der irländishen Bewe- gung ausgesprochen hat, sih als Führer des Landvolks, im Gegensaß mit O’Connell, aufwerfen werde.

Uteoder.l a 9:0 e;

C Mastricht, 25. Sept. Das plöblihe Ausscheiden des Finanz - Ministers (\. Nr. 91 der Allg. Preuß. Ztg.) giebt zu vielen Muthmaßungen Anlaß. Es mußten wohl wichtige Gründe vorhanden sein, um auf diese Weise den Kampfplaß zu verlassen, ohne gekämpft zu haben; denn die Vorlegung einiger, von den Sec- tionen der Kammer mehr oder weniger fritisirter Geseß-Entwürfe fann man wohl keinen Kampf nennen. Welcher böse Stern hat deun aber über dem Ministerium gewaltet? Darf man den umlaufenden Gerüchten Glauben senken, so wäre Herr van der Heim dem Ka- binette im Allgemeinen niht so angenehm gewesen, wie Herr Rochussen, der durch seinen milden und versöhnlichen Charakter und seine Urbanität sich alle Herzen zu gewinnen wußte, obwohl gewisse Personen in den Rei- heu der Opposition ihn bekämpften, Wie dem auch sei, der ausgeschiedene Minister muß an seinem Werke völlig verzweifelt sein, da er sich \o \<huell zurückgezogen hat. Die Zeit scheint bei uns gekommen zu sein, wo Jeder, der nicht die Kraft in sich fühlt, den Kampf mit der Opposition zu bestehen, uicht daran denken darf, den Ministerstuhl zu besteigen, Die Zukunft wird lehren, welhe Motive den Ex-Minister geleitet haben; bis dahin sind die Meinungen zwischen Verzweiflung und Empfindlichkeit getheilt.

Das Geseß über die Verminderung der Gerichtshöfe is, wie bereits gemeldet, als verfassungswidrig verworfen worden. Wie kommt es aber, daß einige Tage zuvor die Bemerkungen der Sectionen fast die Aunahme des Geseßes vorhersehen ließen, obgleich das Funda- mental-Geseß die Ernennung der Justiz-Beamten auf Lebenszeit vor= schreibt? Diejenigen, welche in diese parlamentarischen Angelegenheiten eingeweiht sind, finden den Grund von diesem Allen in den vierzehn- tägigen Ferien, welhe der Justiz-Minister den Deputirten gelassen hat. Ju ihre Heimat zurückgekehrt, wurden die Deputirten von den Bätern, Müttern, Brüdern und sonstigen Verwandten, die sih durch die Annahme des Geseßes kompromittirt sahen, so lange gebeten und bestürmt, bis sie völlig umgestimmt waren und mehr als ein Depu- tirter kehrte auf seinen Posten mit Jdeen zurück, die seinen früheren gerade entgegenstanden; das Geseß wurde verworfen und bis zur Revidirung des Fundamental - Geseßes is auf dieser Seite an keine (Ersparniß zu denken.

Panl e

Paris, 26, Sept. Telegraphische Nachrichten aus Spanien,

Barcelona, 21. Sept. Prim und Blanco haben St. Andreu Palomar, das von Amettler’s Vortrab besebt war, angegriffen ; mit vieler Mühe bemächtigten sie sih der ersten Häuser des Ortsz das Gefecht dauert seit zwei Tagen; Araoz hat si< mit der Junta ver- ständigt, um die Feindseligkeiten zwischen den Jusurgeuten von Bar celona und der Citadelle zu suspendiren, 7

Barcelona, 22 Sepr, Prim Yat beut fruh die in Stk, Andre Palomar Lernen Znsurgenten gänz= lich in die Flucht geschlagen und zerstreut; um 8 Uhr waren die Truppen im Besiß aller Häuser. Prim hat 200 Gefangene ge macht; ber Rest der Jusurgenten wurde getödtet oder hat die Flucht ergriffen. Milans is verwundet. Die Unterbrechung der Jeindselig= feiten zwischen Barcelona und der Citadelle hat nur 24 Stunden ge dauert, Die Citadelle und das Fort Monjsuich geben heute Artillerie Feuer auf die Umgebungen des Seethors und der Atarazangs,

Barcelona, 23, Sept, Die Bewegung zu Reus i} geschei tert; die Aufrührer, von den Einwohnern der Stadt verjagt, haben sich in das Gebirge geflüchtet. Amettler hat Badalona verlassen und sich mit seiner {wachen Division nach Tiana hin zurü>gezogen. Die Artillerie der Citadelle und des Forts Monsuich hat gestern Abend mit ihrem Feuer aufgehört und heute no<h niht wieder damit ange= fangen, Man sagt, die Truppen bereiteten sih vor, die Jusurgenten in Barcelona morgen anzugreifen. :

Perpignan, 24, Sept. Vich hat si< eben \o wie Puycerda geweigert, sh der Junta zu unterwerfen. Die National-Garden der Orte, wo man sie anerkannt hat, weigeru s\<{, ihr zu Hülfe zu mar schiren. Eine große Zahl National - Garden, die von Figueras aus gezogen waren, sind dahin zurückgekehrt.

„Bayonne, 24. Sept. Madrid war am sten Abends sehr rubig troß des Cindru>s, den die Nachricht von den Ereignissen zu Saragossa gemacht hatte. Generäl Concha sollte gegen diese Stadt aufbrehen und unterweges Truppen an sich ziehen,

Saragossa, 18, Sept, Schon vor einigen Tagen zeigte es sich klar, daß die Insurrection von Barcelona hier große Sympathie errege, Alle Anstrengungen des Stadt-Raths, des General-Capitains und des politischen Chefs konnten den Ausbruch der Bewegung nicht verhindern, Gestern Nachmittag begannen si< zahlreiche Gruppen auf der Coso - Straße zu bilden, namentli vor den Kaffeehäusern, die dicht gefüllt waren, Am Abend wurde die Gährung allgemein und es erhob sich tumultuarisches Geschrei; das Volk verlangte ein Pronunciamiento zu Gunsten der Insurrection von Barcelona und die Einseßung einer Juntaz so geschah es auchz die Junta, welche sofort gebildet wurde, besteht zum Theil gus Männern, deren Charakter wohl allen Parteien Vertrauen einflößen fannz unter Wag befinden sich Polo y Monge, Präsident der Junta, die Goar N so wie auch der Brigadier Echalecu , der frühere bier L cirafaa Gorts Monsjuich, welher vorgestern von Barcelona Unmöglkhkeit x Tas Der General-Capitain Lopez wollte, da er die füguig ebenden L die Bewegung mit den wenigen ihm zur Ver= vf blicG e I N zu unterdrüden, sich in das Fort von Aljaferia fich birrauf in I R ihm jedoch der Einlaß verweigert; er verschanzte beit meisten Truppen. bis Malern und verließ diesen Morgen mit sämmtlihe Beamten wieder n f use T nunciamiento von ihren Funceti 4 elde. bei dein A E klärte sodann : Sara ossa lade bie I P E gehabt, wieder annehmen bi S, O Ge (Dam 5 Inni drider Regierun bleiben bis ei Centner, Opposition Ee e e

Vf g / dis eine A d a versammelt sein werde.

Die Bewegung ging 0 j ; ; Miliz ist wide vén a N A E 4 Wetttnnticas

: Griechenland. Paris, 26. Sept, Ueber den Aufstand zu Athen sind hier

folgende nähere Angaben verbreitet, welche der Regierung in der tele-

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raphishen Depesche zugekommen sein sollen, von welcher sie nur die bloße Gia e Revolte mittheilte: Der Aufstand, heißt es, bra< am Abend des 15. September aus; die Jusurgenten zogen nach dem neuen, etwas von der Stadt ab gelegenen und no<h einzeln ste- henden Palaste des Königs und umstellten ihn so, daß feiner von den Ministern zu dem Könige gelangen e indem besondere Abthei lungen beauftragt waren, jeden der Minister und die Mitglieder des Areopags oder Cassationshoses zu überwachen. Da nun der König auf diese Weise si< außer Stand sah, dem Verlangen der hartnädig Drängenden, die eine Verfassung und die unverzügliche Entfernung der Bayern aus seinem Geheimen Rathe und aus einigen vertrauten Aemtern forderten, Widerstand zu leisten, so mußte Se. Majestät nach= geben und versprach die augenbli>liche Gewährung beider Forderungen.

Dies i} Alles, was über den Ausstand verlautet, doch erwartet man heute Abend mit Stafette nähere Details, q #4 L {,

_ Paris, 26. Sept. - von Haiti, befindet si<h nun hier. Er hat fein anderes Gefolge bei sih, als seine Familie, nämlich seine Mutter, die nahe an 90 Jahren stehend, cine Frau von außergewöhnli<h hohem Wuchse fein soll, sie trägt die auf Haiti übliche Kleidungz dann begleiten ihn sein Neffe und Adjutant Oberst Boyer, dessen Gemahlin, die von seltener Schönheit sein soll, und vier no< unmündige Kinder. Boyer selbst

nahe an 70 Jahren schließen, Nach den Aussagen der Reisenden, die mit ihm auf dem Wege von Havre hierher zusammentrafen , be nimmt er si< in Wort und Haltung als einsichtsvoller Mann von

Sturz von dem hohen Posten, den er so lange Jahre hindurch ein genommen hatte, an ihm nagt. Man sagt, Herr Adolph Barrot, der eben als Königlich französisher Spezial - Commissair nah Brest abzugehen im Begriffe war, um si< daselbst in einem für ihn bereit stehenden Schiffe nah Haiti einzuschiffen, habe wegen der Aukunft des

er wünsche, erst no< einige Konferenzen mit demselben zu haben. Negern ausgegangenen Versuches zu einer neuen Umwälzung die

mation erlassen hat, worin das Volk vor den Plänen von Verräthern gewarnt wird, welche dasselbe zu beunruhigen suchen, dur< Verbrei tung von Gerüchten über Unsicherheit und Gefährdung des Eigen- thums, welches do<h in Wahrheit durch die letzte Revolution (gegen Boyer) in eine bessere Lage gekommen sei. Es heißt in dieser Procla mation unter Anderem :

„Verräther sagen euch, daß Ausländer Eigenthümer im Lande werden können. Das is fals<h. Dicjenigen, welche berufen sind, unsere neue Con- stitution abzufassen, werden den förmlichen Wunsch der Nation über diesen Punlt zu respektiren wissen, Hört nicht auf treulose Anstifter von Unheil, welche so innere Spaltungen unter uns zu befördern suchen. Vereinigt verden wird stark sein, Zwieiracht würde zweifelsohne unsere Nationalität gefährden, Bleibt ruhig und sorglos, Bleibt bei eurer Arbeit, und macht gleich guten Bürgern , daß sie zum Gedeihen aus\shlagen. Bereitet eure Kinder vor zum Empfange unentgeltlichen Unterrichts in den Schulen, welche die Munizipalität bald für sie in den Ebenen und auf den Bergen errich len wird, Oeffentliche Ruhe is die erste Bedingung, auf deren (Grund al- lein alle diese Veibesserungen ins Leben gerufen werden können, Sept Ver- trauen in diejenigen, deren Bemühungen dahin zielen, das Glück aller Ein- wohner ohne Unterschied zu befördern.

(G) J. Paul P, Jeantont 3 U Mirabeau

Unmittelbar nah diesem Aufrufe erfolgte ein Dekret in Betreff der Eintheilung des Gebiets der Republik. Dieselbe soll künftig aus se<s Departements bestehen, nämli<h: Süden, Westen, Arthibouite, Norden, Cibao und Ozama, Auch die einzelnen Distrikte, in welche jedes dieser Departements dann wieder zerfällt, sind namentlih ange geben. Ein ferneres Dekret seßt eine Verminderung des Einfuhr zolles auf Campecheholz auf zwei Piaster (vou Hait für tausend Lasten fest, und eudlih unterdrüct ein anderes Dekret die bisher in Krast gewesenen Ausfuhrzölle, an deren Stelle andere Abgaben ein- geführt werden sollen,

Ob der neue Neger=Aufstaud bereits zu Ende is, oder welchen | Ausgang überhaupt er genommen hat, darüber hat man bis jeßt noch durchaus keine bestimmten Nachrichten.

HYandels- und Börsen -Uachrichten.

Berlin, 23 30, Sept, Seitdem die Witterung si< geändert und der eingetretene Regen auf die neue Aussaat, so wie auf den Wasserstand unserer schiffbaren Ströme, wohlthätig wirken muß, hat auch unser Getraide- markt ein etwas matteres Ansehen erhalten, wenngleich durhweg keine we- sentliche Preis-Erniedrigung zu melden is, Von Noggen sind am Wasser- markt einzelne kleine Ladungen eingetroffen, wofür nah Beschaffenheit und Schwere der Waare von 40 bis 38 Rihlr. p. Wspl. bewilligt wird z leich- tere Sorten vom Boden würden a 37 Rthlr, p. Wspl. erlasscn werden, Ueber die Beschaffenheit des neuen Roggens erfährt man im Allgemeinen, daß dieselbe der vorjährigen Qualität nicht gleihkommt, daher auch alte schwere Waare hoch im Preise bleibt, Jn Preußen is der Noggen an Ge- wicht durchschnittlich {<werer als im vorigen Jahre geärndtet. Unser Con- noissement-Lieferungs-Geschäft reduzirte ih in der verwiGenen Woche nur auf Umsäße zur Compensation früherer Verschlüsse, und wurde bezahlt per September für 84pfünd. 39 Rthlr. p. Sept, für 82pfünd. 385 Rihlr. per Oltober 82pfünd. 37; Rthlr. 5, % Nthlr. p. Wspl., seitdem is es wieder matter geworden, und für leßteren Termin über 377 Rthlr. p. Wspl. nicht zu bedingen, per Frühjahr wurden einige Kauf - Ordres zum Preise von 345 Nthlr, p. Wspl. efffektuirt, heute blieben indeß a 34 Rthlr. Abgeber und über 33% Nthlr, pr. Wspl, nicht zu machenz p. April/Mai 34 Rthlr, p, Wspl. bezahlt.

Alter \<{lesis<her und polnischer Weizen behält fortdauernd gute Meinung, und is solche durch die leßten englischen Berichte gerechtfertigt, da man auch dort über die geringe diesjährige Qualität klagt; die neue- sten englischen Berichte sind noch nicht eingegangen. Während anfangs der Woche fast gar keine Umsäße von Weizen stattfanden, wurde gestern und heute mehreres in alter s{werer Waare gehandelt; man bezahlte für 89 /90pfünd, \hlesishen weißen Weizen 535 a 54 Rthlr, vom Boden, wel- cher Preis auch ferner zu machen warz alter gelber shlesis<her Weizen würde vorkommend 52 a 53 Rthlr. bedingen, es fehlt indeß diese Qualität z polnische Gattungen würden hochbunter und weißer 89,/90pfünd, von 52a 54 Rthlr, p. Wspl. bedingen, ordinaire Sorten zum Preise von 50 a 47 Rthlr. p. Wspl. zu kaufen sein. Von neuem märkischen Weizen hatten wir einige Zufuhren, welche zum Verkauf angestellt wurden; die Forderun-

en sind zwar 50 a 48 Rthlr. nach Qualität, indeß würden die Eigner einige Thaler ablassen müssen, um diese Partieen zu Gelde zu bringen. Auch von neuem \<lesi \<en Weizen haben wir bald einige Zufuhren zu erwar- tenz es wurde gelbe Waare schwimmend 86,/88 Pfd, shwer à 50 Nthlr, p. Wspl. offerirt , fand jedoch keine Nehmer, Von neuem Hafer sind die- ser Tage cinige Ladungen bereits den Kanal passirt, und dürften, da unsere Vorräthe am Wassermarkt unbedeutend sind, auch leicht verkäuflich sein, doch können die Eigner auf einen höheren Preis als 165 a 17 Rihlr. y. Wspl, niht re<nen. Alter {werer pommerscher Hafer wurde in dieser Woche noch à 19 Rthlr. p, Wspl. bezahlt. Jn t de ging nichts um, die neue Qualität fällt sehr dürftig aus, und werden unsere alten Vorräthe, die jedoch - sehr klein sind, einen großen Vorzug behalten; der Preis is zwischen 23 a 26 Rthlr, p, Wspl, zu notiren. Vou Winter-Raps fehlen Anstellungen,

doch würde man die vorigen Preise von 75 Rihlr. p. Wspl. nicht mehr be- dingen können, dagegen it eine Partie Winter-Raps im Verbande mit

Der General Boyer, Ex = Präsident |

Aus Haiti selbs erfährt man, daß während des leßten von den |

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ist bekanntli<h Mulatte, und scin Aussehen läßt auf ein Alter von |

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Ex-Präsidenten seine Abreise no< um einige Tage verschoben, weil |

provisorische Regierung daselbst, eine vom 12. August datirte Procla= |

Winter-Rübsen a 73 Nihlr, p, Wspl. bezahlt, Sommer-Rübsen, Dotter, so wie Leinsaat fehlt am Markt, Kleesaat rothes blieb in feinster Waare a 15 Nthlr. p, Ctr. gesucht, mittel und geringe Qualítäten a 12 bis 14 Rihlr, p, Cir. angetragen aber ohne Nehmer, Weißes Klee- \saat unverandert von 14 a 18 Rthlr. v. Ctr, zu notiren.

Nüböl in loco wurde in dieser Woche von unseren Raffineurs stark gekauft, doch ist über 1152 Rihlr. nicht bezahlt worden; in den leßten Ta- Zen ging es träger mit dem Absay und der Preis drückte si gestern bis 115 a 7 Rihlr. p, Ctr, wozu Verkäufer und Käufer blieben; p. Okt. /No- vember ging Mehreres um, und wurden von 115 a { Rthlr. p. Ctr. einige As E gpeltere Lieferung war das Geschäft sehr geringfügig z », Nov. /Dez. 112 Rthlr. y. Ctr. be d Brief z p. Jan. / Mâà April /117 Rihlr. p, Ctr. Geld, a

, Leinöl wurde loco von 11 Rihlr. bis 105 Rthlr, p. Ctr. verkauft ; esa p. November 11 Nthlr. p, Ctr. gefragt, p. aba April /Mai S Nihlr, p. Ctr. geboten. Mohnöl loco 16 Riblr. p. Ctr. bezahlt ; auf Lieferung p. Novobr, a 155 Riblr, p. Ctr. anzukommen. Für S piri- tus hat sich mehr Frage und bessere Meinung eingestellt, so daß unsere Destillateure, die nur s{<wach versorgt sind, von 142 Rihlr. bis 15 Nthlr. sür 10,800 % bezahlten; die Zufuhren haben in den. legten Tagen sehr ab- genommen, und da unsere früheren ansehnlichen Lager fast ganz geräumt sind, Jo dürfte dieser Preis sih vorerst noch behaupten, Mit der Karto f- fel-Aerndte soll man nicht ganz zufrieden sein, da solche nicht sehr lohne und in vielen Gegenden feinen hüheren Ertrag als im vorigen Jahre lie- rfe u ang sich die Lieferungs - Verkäufer von Spiritus zurucigezogen, und es blieb 147 Rthlr. bis 142 Rtblx für 9 Lleferung bis April k. J. vergebens Bs E Ma \<rift, So eben treffen die englischen Getraide - Berichte ein, die eine Besserung der Preise von 1 a2 Sh. bringen; man klagt nicht al- lein über sehr shle<te Qualitäten, als au über geringen Ertrag, demzu-

| folge eine weitere Preisverbesserung in Ausf 1 /

[ ( j | l / | G 9 x g Uussicht gestellt bleibt. Auszeichnung, ohne jedoch im Geringsten den Kummer zu verhehlen, | gestellt bleibt der in Folge der harten Schläge, die ihn als Familienvater durch den | Tod seiner Gattin auf Jamaika und als Staatsmann durch den |

_Königsberg, 27. Sept, Marktbericht. Weizen 40 bis 64 Sgr. þ. Schfl. , Roggen 34 bis 39 Sgr., große Gerste 28 bis 33 Sgr., kleine Gerste 26 bis 30 Sgr., Hafer 16 bis 19 Sgr,, graue Erbsen 30 bis 50 <gr., weiße Erbsen 28 bis 40 Sgr,, das Scho> Stroh 100 bis 120 Sgr, Die Zufuhr war mittelmäßig. : i Danzig, 28. Sept, Marktbericht, verkaust: Weizen poln, 234 L, 131—35pf. a Cf. (?)z inl. 55 L: 130pf. a Cf. 200, 10 L, 132pf. a Cf. 380; 13 L, 131pf. a Cf. (Yz Roggen inl. 15 Le: 4122p; a-Cf (?)z Gerste inl. 6 L. 108pf. a Cf. 195 pr, Last. Breslau, 28, Sept, G etraide-Preise.

An der Börse sind heute

E Hbchster ; # Mittler; Niedrigster : Weizen 1 Rthl. 25 Sgr. Pf. 1 Rthl. 20 Sgr. 6Pf. 41 Rthl.16Sgr. Pf. Roggen » —» 4 8 Gei ste E » G. ID —_ Y =— » » » Hafer A » 18 » O » » Ge » 9 » » Nd » —_— »

Magdeburg, 29, Sept, preis pro Wispel.

Weizen: 47

Roggen: 41

Höchster und niedrigster Getraide - Markt-

4214 Nthlr, {—37 »

Gerste: 28 26 Rihlr. Hafer: 17 16 »

Köln, 27. Sept. Der Preis von effekt, Rüböl is 324 Rthlr.z von Oftoberöl 325 à % Rihlr, + von Novemberöl 29% à % Rthlr.; von Maiól 1844 292 à % Rihlr.

Leipzig, 28. Sept. (M. Z.) Die Vorwoche unseres Meßhandels ist nun abgelaufen und täglich vermehrt si<h die Zahl der ankommenden Meßfremden. Die Besorgniß, daß, weil die leßte Frankfurter Messe für die Verkäufer unerfreulih und unsere beiden leßten es gleichfalls waren, die

| jehige Masse zu den schlechtesten zu zählen sein werde, i} irrig gewesen. | Der Absay im Großhandel war sehr bedeutend, sowohl in Tuch und Leder, als in Modewaaren, Kattunen, baumwollenen und seidenen Bändern, Zeu- gen u. st. w. Dies mag zum Theil dem Umstande zu verdanken sein, daß | si< auf feinem Plaße Deutschlands für Meßwaaren in der Quantität und Qualität eine solche Auswahl als híer anbietet, und dann die glüd>liche Aernd'e, welche den Landwirthen erlaubt, an Luxustvaaren den Bedarf nicht abermals einzuschränken, und für Andere wohlfeilere Lebensmittel hoffen läßt. Unsere Donau-Meßfreunde haben sehr starke Einkäufe gemacht und tveit mehr, als man erwartet hatte. Unter der Zahl der Fremden er- gab sich wieder die hauptsächlihe Zunahme der Juden, sowohl unter den Käufern wie Verkäufern, Es ist diese Zunahme wohl daraus zu erklären, daß sie immer wohlhabender werden und immer mehr dem Handel ihre Jugend zuwenden. Dagegen nimmt die Zahl der hier in der Messe Ge- schäfte treibenden Polen und Russen immer mehr ab, ohne daß man bestimmt angeben lann, daß dadur<h der gewöhnlich gewordene jährlihe Umsaß in den Messen bedeutend abnimmt, Die Armenier, welche die Messe Leipzigs besuchen, vermindern sh in der Zahl, was man bedauert, und mag dies daher rühren, daß diese Familien jeßt mehr als vormals im Orient si<h von der Landwirthschaft ernähren, aber vielleicht au<h von Juden und Griechen verdrängt waren. Weit mehr als je vorher sicht man die mannigfaltigsten bald verschönerten, bald verwohlfeilerten Modewaaren ausliegen. Noch scheint zivar der Pelzwerkshandel zu sto>en, dessen Umfang sih jedoch immer erst gegen Ende der Messe zu entscheiden pflegt, doch verspriht man si<h davon sür diese Messe günstigen Erfolg, Jn den verschiedensten Käufer- und Ver- täufertlassen nimmt man viele Engländer und auch mehr als sonst englische Rentenirer hier gewahr; vielleicht sind sie mehr um zu spüren hier, als um Geschäfte zu machen, Wenigstens is von den Leßteren nicht viel zu be- merken gewesen, Wenn aber auch viel verkauft worden is, so darf man doch nicht behaupton, daß irgend ein Waarenzweig sehr hohe Preise erlangt hâtte, Hamburg, 29, Sept. (B. H.) Getraide-Markt. Die Um-

säße in Getraide in den leßten 8 Tagen waren hier am Plaße unbedeu- tend, Von Weizen sind während dieser Zeit 300 Last gekauft worden. An-

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| fangs ging der Handel damit sehr träge, nahdem aber Verkäufer sich ein

paar Thaler billiger finden ließen, wurde in den leßten drei Tagen der größte Theil des obenbemeikten Quantums Weizen genommen. Heute war es mit diesem Artikel wieder fester. Jn Roggen ging sehr wenig um, und waren bei Parteien die Preise voriger Woche nicht völlig zu bedingen, Gerste, neue, preishaltend, sowohl für dergleihen Waare in Loco als auf Lieferung. Die Zufuhren davon waren aber schr klein. Hafer, bester alter, kam wenig an und bedang willig die vorigen Preise, Geringe Qua- lität von Hafer sowohl als neu fand {were Abnahme. Erbsen, neue, sind etwas billiger zu haben, Ju Bohnen ging wenig oder nichts um. Wien, alte, ohne Fragez neue würden zu mäßigen Preisen willige Nehmer finden. Buchweizen hat bisher fast ganz gefehlt; nun aber, da die dies- jährige Aerudte davon ziemlich gut sein soll, werden wir von dieser Frucht wohl bald wieder Zufuhren erhalten, Rappssamen wurde wenig angebracht und bedang willig die Preise voriger Woche, Leinsamen kam wenig zu Markt und wird auf vorige Notirungen gehalten. Schiffsbrodt is zu den Preisen von voriger Woche zu haben. Weizenmehl blieb ohne Begehr, Von Leinkuchen ist die beste Qualität preishaltend geblieben, Rapps- kuchen bedangen willig die vorigen Preise.

Jn Getraide ab auswärts geht hier fortwährend sehr wenig um. Weizen fand keinen Begehr. Die Preise müssen erst mehr herunter, ehe sie zur Spe- culation ín diesem Artikel reizen. Von Roggen mehren sh die Anstel- lungen, und nur die besten und {wersten Sorten, neue Waare, ab Däne- mark, konnten die vorigen Preise erreichen. Von Gerste werden die jeßigen Preise noch zu hoch gehalten, daher geht fortwährend wenig darin um, Nur von kleiner 6r neuer Gerste, ab Dänemark, sind ein paar Par- teien zu unveränderten Preisen genommen worden. Für Hafer war durh- aus keine Fragez und die jeßigen Notirungen dafür sind nominell. sen, neue, werden ziemlich reihli< ausgeboten und kann man etwas billige kaufen als in voriger Woche, Für Bohnen war kein Begehr. L neue, etwas billiger zu lassen. Buchweizen, neuer, wird, wet Mehmer finden. Rappsaamen preishaltend, besonders ten. Tür Leinsaamen werden vorige Notirungen ve kuchen is es derselbe Fall, Nappkuchen waren aber E

Paris, 26. Sept, Der panische Börse verbreitet atte, war Candidta : beruhigt. Die enten - Notirungen l

der König nich / G A teser befindet, als je, das femer di