1843 / 111 p. 2 (Allgemeine Preußische Zeitung) scan diff

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> ll Afoi » Mildes heiteres Wetter begünstigte das röblihkeit begangen. P(ndes er Vei igte D Aa Vormittags um 11 Uhr fand der Gottesdienst der Garnison

Fest. p (By c d: , S dem Exerzierplaße statt, worauf De. Excellenz der fommandi= | Herr General =- Leutenant

rende General des 6fen Armee Corps, L Graf von Brandenburg, die Parade der SCURPEN abnahm, welche der General-Major, Graf von Pü>ler, führte. Mittags versammelte des Herrn Ober - Präsidenten von Merkel Excellenz die hohen Mili

tair- und Civil= Chargen zu einem großen Diner, zu welchem auch viele andere angesehene Personen geladen waren. Jn größeren und fleineren Kreisen wurde der festliche Tag mit der unigsten Theil nahme gefeiert. j R

Vou Seiten der Königl. Universität wurde heute das hohe Ge burtsfest auf gleiche Weise wie bisher in der Aula seterlih begangen, nachdem zuvor die Einladung dazu durch ein von dem Herrn Pro fessor Dr. Schneider verfaßtes, im Namen der Universität ausgege benes Programm erfolgt war. Die Feierlichkeit begann um 115 Uhr unter Leitung des Herrn Musik - Direktors Mosevius mit einem von ißm komponirten Hymnus, so wie mit dem Psalm: Yominus regit me nah der Composition des B. Klein, gesungen von dem akademi {hen Jnstitut für Kirhen-Musik. Darauf hielt Herr Professor Pr, Ambrosch eine lateinishe Rede über die beroundernswürdige Staats Klugheit, mit welcher die alten Römer das Priesterthum den Anfor- | derungen des Gemeinwohls gemäß gegründet und entwi>elt haben, | nah deren Beendigung die Feierlihfeit mit einem Domine salvum fac regem von Mosevius geschlossen wurde. |

Okt. Der Geburtstag Sr. Majestät des Königs

Halle, 16. 0! wurde gestern in herkömmlier Weise auch in unserer Stadt festlich begangen, Ju der großen Aula des Universitäts-Gebäudes fand die akademische Feier statt, bei wel<her Herr Professor Pr. Frische die Festrede hielt, in der besonders auf die Pflicht der Gerechtigkeit und Billigkeit bei Beurtheilung der zum gemeinen Besten getroffenen Ver anstaltungen und die in Bezug hierauf namentlich von deu Universt- täten einzunehmende Stellung hingewiesen ward. Nach dem Schluß | der Rede wurde das Ergebniß der Bewerbungen hinsihts der den Studirenden gestellten üblichen Preis - Aufgaben verkündigt, Ju der theologischen Fakultät war Sieger Herr Otto Liebscher aus Bran denburg, in der medizinishen Herr Wilh, Reil aus Schönwerda, in der philosophishen Herr Karl Fried. Petermann aus Schönberg in Pommern und Herr Karl Alb. Werther aus Halle , so wie Den Aug. Nau> gus Auerstädt für die historischen Aufgaben.

X Merseburg, 16. Oft. Den Bewohnern der hiesigen Stadt i} es zu einer lieben, theuren Gewohnheit geworden, den Ge burtstag unseres allverehrten Königs guf eine innige Weise zu feiern. Schon am 14ten d, M. fand eine Vorfeier dur das hiesige Gym nasium statt, Am Morgen des Geburtsfestes selbst wurde durch die Bürgerschüßen-Gilde in der ganzen Stadt Reveille geschlagen. Die Bürgerschühen versammelten sich auf dem Rathhause und begaben sich von hier aus in einem Paradezuge nach der Stadtkirche. Die hiesige Garnison hatte, nachdem sie dem Gottesdienste in der Schloß - und Domkirche beigewohnt, im Klosterhofe Parade. Des Mittags wie des Abends fanden in verschiedenen Kreisen festliche Vereinigun gen statt,

e Berlin, 18, Okt. Der dreißigste Jahrestag der Schlacht von Leipzig wurde heut von den Waffengefährten des Befreiungs Krieges bei einem Mittagsmahle in dem als Waffenhalle dekorirten {Jago hen Saale festlih begangen. Wie bei dem Blücherfeste im vergan genen Jahre, hatten si< die Linie, die Landwehr und die ehemalige! Freiwilligen zu einem fameradschaftlichen Feste vereinigt; der Chef Präsident des Kammergerichts von Grolman, die General - Majors von Below I. und von Steindorff, der Major von Bredow und der Dr. Fr. Förster bildeten das Fest Comité, Die Herren von Borstell, General der Kavallerie, von Müffling, General der Jufanterie und Gouverneur von Berlin, von Boyen, General der Jnfanterie und Kriegs-Minister, führten den Vorsiß und brachten die durch die Fest ordnung bestimmten Toaste : Auf das Wohl Sr, Majestät des nigs und Jhrer Majestät der Königin, auf das Wohl Sr. Königl. Hoheit des Prinzen von Preußen und des gejammten Königl. Hau ses, und dem Andenken an die Schlacht von Leipzig, aus.

Se. Königl, Hoheit der Prinz von Preußen hatte fein Bedauern ausgedrückt, dem Feste niht beiwohnen zu können, indem Höchstdie selben dur< ein häusliches Fest Sohn Sr. Königl.

jest der älteste Hoheit, der Prinz Friedrich Wilhelm, is an dem bedeutungsvollen 18, Oktober geboren

behindert würden,

An der Hauptwand des Saales stauden auf erhöhten Postamen ten, in drei Gruppen zwischen lebendigem Grün vertheilt, die Büsten des hochseligen Königs, des regierenden Königs und der Königinz zur Rechten die Büsten Blücher?s, Gueisenau's, Scharnhorst's; zur Lin fen die Büsten York's, Bülow's, Kleist's. Zu beiden Seiten erho ben si pyramidalis<h zwei Waffen = Trophäen.

Dem Decorateur war die Aufgabe gestellt worden, in diesen Trophäen eine Geschichte des preußischen Kriegsruhmes darzustellen, wozu ihm aus älterer, neuerer und neuester Zeit Waffen aller Art geliefert worden waren,

Die Trophäen beginnen mit Waffen aus den Kreuzzügen, Pan zerhemden und Rüstungen von den deutschen Rittern, den Kämpfern bei Jerusalem, den Besiegern der heiduishen Preußen, den Erbauern Marienburgs. Waffen aus dem späteren Mittelalter schließen daran sich au; Flammberge und Pikelhauben aus der Zeit der Joachime, der tapfe-

ren Kämyfer wider den Erbfeind in Ungarn. Die Armbrust deutet auf die Zeit hin, da das Schießpulver noch nicht erfunden war; datas Gewehre mit Lunten- und Radschlössern kündigen den großen Hag au, der durch die Feuerwasse im Kriegs&wesen begann. m großen Kurfürsten wurden der Lederkoller und der Hut

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eingeführt, do< kommen auch der Harnisch und der Helm noch vor; die deutsche Hellebarde is groß und unförmlich, die schwedische kleiner. Die {were Bewaffnung der Ritterzeit hört mehr und mehr aufz es werden unter Friedri<h Wilhelm l. und unter Friedrich U, die Gre nadiermüßzen und der kleine Dreie> allgemein eingeführt ; der Panzer \{<milzt zu dem Ringkragen zusammenz die Hellebarde zu dem \<hma len Spondon. Das Jufanterie-Gewehr is mit dem Steinschloß ver- sehen, aber no< immer sehr s{<wer, zumal seitdem „der alte Des fauer“’ den eisernen Ladestok hinzugefügt hatte.

Zuletzt kommen die Waffen, die in dem Befreiungskriege mitge fohten haben; die Gewehre der Landwehr, deren Kolben bei Groß beeren und Deunewiß entschieden, die Piken des Landsturmes, die Büchsen der Freiwilligen, Ober - und Untergewehr der Linie, Auch cinige Helme, wie sie gegenwärtig getragen werden, finden wir mit aufgestellt, und mit ihnen schließt sih das Bild vortrefflih ab. Große Erinnerungen kuüpfen si< an diese Trophäen, wenn wir bedenken, daß wir hier Waffen sehen, die bei Acre und Jerusalem, bei Mohacz und Belgrad , bei Warschau und Fehrbellin, bei Turin und Malpla quet, bei Roßbach und Leuthen, bei Leipzig und Paris ihre Dienste geleistet baben, Dem Publikum wird Gelegenheit geboten, diesen unter des Hof-Tapeziers Hiltl Anordnung geshma>voll und wahrhaft fünstleris<h ausgeführten Waffeunsaal zu besuchen, da am Donnerstag Abend das von C, Eckert angekündigte Konzert darin stattfinden wird.

*& VBerlin, 17, Oft. Mehrere ausländische Tagesblätter, na mentli<h die Augsburger Allgemeine Zeitung in ihren Num mern 279 und 280 haben über das bisherige Ergebuiß der Unter suchung, welche gegenwärtig in Posen in Betreff des angeblich daselbst am 19ten v. M. auf einen Wagen aus dem Gefolge des Kaisers vou Rußland verübten Attentats geführt wird, ihren Lesern verschiedent liche, selbs unter einander nicht übereinstimmende Mittheilungen ge macht, Schon hieraus ergiebt si, wie wenig diesen Mittheilungen zu trauen ist. Sie können nur auf unverbürgten Gerüchten oder auf einzelnen aus jener Untersuchung zufällig bekanut gewordenen Po menten beruhen, die aus dem ¿Zusammenhange mit den übrigen g rissen, fein treues Bild des Ganzen gewähren. Die Untersuchung felbst is no< uicht geschlossen; sie konnte der Lage der Sache nach nicht zu einem raschen zuverlässigen Ergebniß führen. Die erst von Warschau her sc<s Tage nah dem Vorfall eingegangene Anzeige, daß bei der Durchreise jenes Wagens durch Posen am späten #lbend, in einer weder dem Namen nach uo sonst näher bezeichneten Straße der Stadt, ein Schuß von einem Unbekannten auf den Wagen abgefeuert wo! den sei, gewährte in ihrer Unbestimmtheit den untersuchenden Behörden kei nen genügend sihern Anhalt ; erst durch polizeiliche Nachforschungen, ja selb} dur einen öffentlichen Aufruf, mußte zu ermitteln versucht werden, ob an jenem Abend zur angegebenen Zeit in einer der Gegenden der Stadt, welche jener Reisewagen passirt hatte, cin Schuß gehört worden, und ob Zeugen vorhandeu seien, welche aus eigener Wahrnehmung über den Vorfall und vielleicht über den Thäter Auskunft zu goben vermbchten. Daß hierbei mannigfache, s{hwankende und zum Theil sich widersprechende Angaben zum Vorschein koinmen mußten, lag in der Natur der Sache. Noch mehr aber gewährte es eine Schwie rigkeit für die Untersuchung, daß der nah jenen aus Warschau ein gegangenen Nachrichten durch deu Schuß verleßte Wagen zu seiner Besichtigung und zur Vergleichung der an ihm sich sindenden Ver leßbungen mit den Angaben der zeugen n<t zur Stelle war, und daß auch die Kaiserl. Beamten, welche zur Zeit des von 1huen be

haupteten Vorfalls in dem Wagen gesessen hatten, in Warschau nicht mehr anzutreffen, sondern dem Kaiser auf der Reise ins Jnuere von Nußland gefolgt waren, mithin nicht weiter über 1hre Angaben befragt werden fonnten. :

Die Untersuchung wird demungeachtet mit Eifer und Sorgsait fortgeführt, und ihr Endresultat steht noch zu erwarten ; wünschens werth aber ist es, daß bis dahin solchen voreiligeu, unzuverlässigen Mit theilungen über dieses Resultat, wie sie in den Eingangs erwähnten Korrespondenz - Artikeln der auswärtigen Zeitungen enthalten sind, fein Vertrauen geschenkt werden möge.

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Ausland. Deutsche BKundcsstaaten.

Bayern. Múüucben, 13. Okt. (A. Z) Gestern fand (wie schon erwähnt) nach dem ausgegebenen Programm die feierliche Grundsteinlegung des Siegesthores statt. Bei der Gruudsteinlegung zum Siegesthor sprah Se. Majestät der König folgende Worte: „Bayerns tapferem Heere, das zu jeder Zeit, in allen Xagen, feinem Landesfürsten unerschütterlich treu war, ihm widme Jch das Sieges tor. Die Trinisprüche, wel<he Se, Majestät der Köuig bei dem (nah der Grundsteinlegung) den Rittern des Max-Joseph-Ordens in der Königlichen Residenz gegebenen Gastmahl ausbrachte, waren der erste: „Dem Andenken des Gründers des Ordens und feinem Großmeister, der uns allen ein liebeunder Vater war“. Der zweite Trinkspruch: „Dem Andenken des Feld - Marschalls, Fürsten Wrede, dessen Ruhm mit dem des Heeres unzertrennlich is, Dem Andenken des Generals der Jufanterie Grafen Deroy, der, schon ein Greis, den Heldentod starb, und dem Andenken aller verewigten Mitglieder des Ordens‘, Der dritte Trinkspruch: „Auf das Wohl der lebenden Mitglieder des Ordens. Das Beispiel ihrer Tapferkeit feuere das jüngere Geschlecht an“! Wir würden glauben, die Pietät zu verleben, wenn wir die Königlichen Worte mit irgend einem Zusaße begleiten wollten. Solche Worte, sie sprechen dur sich felbst, Unser Gefühl theilt, sie vernehmend, ein treues Heer, ein ganzes treues Volk,

München , 13. Oft. (A. Z.) Als Jhre Majestäten der König und die Königin gestern Abend im Theater erschienen, wurden sie

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vom vollen Hause mit lautem und wiederholtem Jubel empfangen. Heute am Gedächtnißtag des Hintritts des höchstseligen Königs Max verfügten si< die höchsten Herrschaften Nachmittags in die Hof- und Stiftsfirhe zum heiligen Cajetan, wo die Vigilien abgehalten wurden, welhen morgen Vormittag das Requiem folgt, dem auch Se. Majestät der König beiwohnt. Vormittags hatte heute, wie an diesem Tage herkömmlich, in der St. Michaels-Hoffirhe das Todten Amt für die verstorbenen Mitglieder des Militair -Max Joseph-Ordens statt. Cornelius mit seiner Gattin und Tochter is gestern Nach mittag aus Berlin hier angekommen, hat aber schon diesen Vormittag, zum Bedauern seiner Freunde, seine Reise nah Rom fortgeseßt. Ci denkt, Mitte Aprils wieder in Berlin einzutreffen.

Baden. Karlsruhe, 13. Oft. (F. J.) Gestern Abend sind Se. Königl. Hoheit der Großherzog und die übrigen höchsten Hen schaften von den Manövern wieder hierher zurü>gekehrt und heute Mittag vor 1 Uhr bereits das 1ste Linien-Jnfanterie-Regiment wieder hier eingerüdt. Dasselbe hatte indeß, troß der Mühseligkeiten des äußerst {lehten IRetters und der hiervon unzertrennlichen Unordnun gen, im äußeren Ansehen und der Kleidung, doch seine gute Haltung bewahrt.

Karlsruhe, 13. Okt. (M. J.) Wahrscheinlich durh die mancherlei Gerüchte veranlaßt, hat gestern das hiesige Stadt-Amt eine Belohnung vou 109 Dukaten (550 Fl.) demjenigen zugesichert, der binnen 10 Tagen Beweise liefert, daß eine Komplotirung zum

wee des am 5ten v. M. stattgehabten Angriffs auf das von Ha bersche Haus hier, vorausgegangeu is, oie Persouen nent, welche an dem Komylotte Theil genommen baden, Und Mittel zu deren Ueberführung an die Hand giebl, Verschweigung des Namens ist jedoch nicht dabei zugesichert.

Grh. Hessen. X Mainz, 16, Okt, Der Allerhöchste Geburts tag Sr. Majestät des Königs von Preußen wurde hier seiner hohen Be deutung gemäß auf das feierlichste begangen. Früh Morgens wurde die Neveille von sämmtlichen Tambours der Königl, preußischen Garnison uit Musik-Begleitung aufgeführt und gleichzeitig verkündeten 50 Ka nonens<hüsse von den Wällen der Festung den Anbruch des Festes. Gegen 10 Uhr begaben si<h der Kaiserlich bsterreihis<he Vice- Gou verneur, Feldmarschall Lieutenant Graf von Leiningen-Westerburg, mit einer zahlreihen Begleitung von Offizieren und Beamten, und dei Großherzoglich hessische Regierungs-Präsident, Freiherr von Lichten berg, mit den in Mainz anwesenden Staats-Beamten, den Deputa tionen des Magistrats und der übrigen Corporationen zu Sr. Excel lenz dem Königlich preußischen Kommandanten, Freiherrn von Quadt und Hüchtenbru>, um ihre Wünsche für das Allerhöchste Wohl Sr, Majestät des Königs auszusprehen. Hierauf fand ein Gottesdienst in der Garnisoufirche statt, welhem ebenfalls sämmtliche Kaiserlich österreichische und Großherzoglih hessisWe Behörden beiwohnten. Nach Beendigung desselben folgte eine große Parade der Königlich preußischen Garnison, wobei Se. Erlaucht der Vice-Gouverneur mit dem ganzen Kaiserlich österreichischen Offizier-Corps erschien, Das Sr. Majestät dem Könige dargebrachte Lebehoh wurde von 101 Kanonenschüssen aus den Festungs-Geschüßzen begleitet.

Oldenburg. Oldenburg, 11. Okt. Se. Königl, Hoheit der Großherzog sind gestern Nachmittag im besten Wohlsein wiede in Jhrer Residenz ecingetrossen. Jhre Kömgl. Hoheit die Frau Groß

herzogin hatte bereits am 7ten d. das Schloß wieder bezogen, Lane O.

Paris, 13. Okt. Die Königliche Familie wird erst zwischen dem 10, und 15, November wieder die Tuilerieen beziehen.

Mehrere Journale hatten behauptet, Herr Olozaga habe sich heimlich nach Bourges begeben und eine Unterredung mit Don Carlos gehabt. Dies wird jedoch von anderen Blättern für durchaus unge gründet erklärt. Der offizielle Charakter, welchen Herr Olozaga be fleidet, würde ihm nicht gestattet haben, einen solchen Schritt zu thun. Dagegen heißt es, daß sih in Paris ein auderer vou der gegenwär tigen spamschen Regierung akkreditirter Agent befinde, der in der That cine Zusammenkunft mit Don Carlos gehabt hätte; das Kabinet Lopez Narvaez wünsche nämlich nichts mehr, als den Prinzen von Afturien zum Gemahl der Königin Jsabella, aber man zweifle, ob die Cortes ein solches Uebereinkommen ratifiziren würden.

Dem Moniteur parisien wird aus Alby geschrieben, dexr Conseils-Präsident, Marschall Soult, werde in eimgen Tagen sein >hloß von St. Amand verlassen, um nah Paris zurüc{zukehren.

És wurde {hon vor einiger Zeit gemeldet, daß der Marschall Soult den Entwurf zu einem Mausoleum für sich bestellt habe, Das Modell dazu i nun vollendet, es besteht aus vierzig Marmorsäulen, vorstellend die vierzig Schlachten, welche der Sieger von Toulouse gewonnen hat. Ju der Mitte des Modells erhebt si<h auf felsigem Gestein eine zerbrochene Marmorsäule, Der Marschall selbst hat diese Jdee angegeben. Das in Miniatur angefertigte Modell ift in einer Weristatt der Straße Madelaine zur Ansicht aufgestellt, Dei Marschall will dies Mausoleum in St. Amand neben dem Grab: male feines bereits verstorbenen Bruders errichten lassen,

m Paris, 11, Okt. Die neuesten Nachrichten aus China haben wieder alle Loffnungen rege gemacht, die man Anfangs in Betreff der Entwickelung unserer Handels-Verhältnisse mit dem himm lishen Reiche hegte. Die Mitglieder der Botschaft des Herrn Lagrénée haben die bestimmte Weisung erhalten, bis zum 25sten (. M. sich reisefertig zu halten, da die Erpedition in den lebten Tagen des Monates von Brest abgehen soll. Während unter den französi schen Fabrikanten die Meinung eingewurzelt zu fein scheint, daß die

infen, ferner Seufzer L ; Mien dien D ther „Ach Pylades“ im Dueit des dritten Aktes / Der Charalin s und Anderes nichts zu wünschen übrig, lih geworden , übenden Vylates i jene Freundschaft, welche sprüchwört den Arien und Zwiegesän e n gar lieblichen, zum Herzen \prechen- Wünsch, uur ein V E Zen wiedergespiegelt, Die Arien: „Nur einen ih, „Bertiangeu“, „Du \{<dnes, höchstes Gut auf Erden das Duett: „Laß nicht umsonst mich flehen“ s ul be. Erden “, S, ; N L „ley em ertreffliche „Sei mein Freund“, das Terzett im dritten Att G in vieite Be ziehung wahrhaft ein in Noten gebrater „Cicero von der Fr A Jedem theaterbesuchenden Berliner i} bekan {der Freunbschast,

7 , j nt ß dief 5; ( N lichkeit des Herrn Mantius sich \o sehr iti Va e, für die Persón

Ae aufgehoben is. Der reine, priesterliche, dur< unverdiente Leide ü deu ihr gewordenen Beruf, Kulturbringerin d vin Ea N durch ge. und geläuterte Charakter der Jphigenia ist vom Komponisten. S alls mit Meisterhand gezeichnet, Welche großartige Declamation fe ie in den Mund gelegten Recitative! Jch erinnere nux an die Stelle: E

Vom Feuer flanint die Luft; :

Und furchtbar stürzet

Ein Bliy herab auf den Palast;

Entzündet ihn er ist vernichtet ..…. ferner an die Worte „Und diese Furie war meine Mutter“; den Aus- dru> am Schluß der ersten Arie des vierten Afts bei den Worten „Die Hand gehorcht, doch ah! daß es mein Herz nicht trägt.“ Die vielen ein- zelnen Schönheiten dieser Rolle aufzuzählen, ist niht möglih, es genüge

artie bei ihm guf das |

daher, anzuführen, daß sie noch immer dur<h Frau vou Faß maun in würdiger Weise vertreten is, die zu Theilnahme auffordert und die leßtere heut abermals erzielte. N ; E i Ungenügeud war dagegen Hr, Zschiesche als Thoas , der sich durch cinen Anflug von Heiserkeit beengt fühlen mochte, und deshalb nicht im Stande war, die anhaltend in den hohen Tönen liegende Baßpartie vor schriftgemäß durchzuführen, was besonders bei der großatigen Stelle sei ner Arie Vermehrt wird von der Nacht die grauenvolle Pein; Dann dringen Geister auf mich ein, Und Blitze sind bereit, mich zu zerschmettern ,,.. auf keine angenehme Weise bemerlbar ward. e Frlu, Hofffunby als Dea ex machina und Frln, Grünbaum als Priesterin verdienen genannt zu werden. Die Scythen-Chöre verfehlten ihre Wirkung nicht; in Wien wird das Tempo dieser wilden, an Naserci strei- fenden Gesänge bedeutend schneller genommen, Unsere Solotänzer, die Herren Gasperini, Passini, Neichner und Brue, führten die scythi \chen Tänze athletisch-fräftig aus und waren auch in gehöriger Maske; die Made en Sühlein des scythishen Ballet-Corps fielen dagegen störend auf. liche Raustrel aod, wi den Griechen und Tauriern artete 11 eine lächer- selben Süiuimun , fa e die Heiterkeit der Versammlung erregte; in der- weiblichen Chôre ah man den Thogs durch Pylades todtstechen. Die ausgezeichnet, Ju dem des zweiten Aktes: | Laß Gram uns ewig nähren, La jede Hoffnung \{wand,

Und wir dich stets entbehren, Du theures Vaterland liegt der Grundflang zu jenen {önen Chören der Vestalinnen, wodurch Spontini einst Napoleon's Herz zu gewinneu wußte, U.

Sing - Akadenie.

Die berliner Sing-Akademie feierte das hohe Geburtsfest Sr, Majestät unseres erhabenen Königs am 17ten d. auf eine dieser s{önen Anstalt würdige Weise. Zu dieser musikalischen Production waren Billets an Nicht - Mitglieder ausgetheilt worden, und selten sahen wir den Saal so gefüllt wie diesmal. Ju der Mitte desselben, unmittelbar vor der Tribüne, auf welcher die Sänger stehen, war die Büste Sr, Majestät des Königs aufgestellt, Die Feier wurde durch einen Choral von Fa \< eröffnet; dann folgte ein Salvum fac Regem von Edert für zwei Chörez hieran chloß sich die seit einem halben Jahrhundert und darüber allgemein bekanute Motette: „Gott Jehova sei hoh gegrüßt“ von J. P. Schulz, Den Beschluß machte das große „Heilig“ für zwei Chöre von Ph. E. Bach, von Zelter mit einer Einleitung versehen und für drei Chöre eingerichtet, Die Solis wurden von Mitgliedern der Akademie ausgeführt und ließen nichts zu wünschen übrig; eben so gerundet wirkte der überaus vollzählig und glänzend besezte Chor.

rénée der inländische! Judustrie einen unge wöhnlichen Aufschwung geben werde, Man, daß die eigentlichen politischen Männer und selbst das E S lassen, die öffentliche Meinung mit den Hindermf}sen, we che der euro=

päische Handel in China zu iberwinden haben wird, bevor er bedeu „A G L G tend zunehmen fann, vertr

aut zu machen. en Blick guf die offiziellen Tabellen des Man braucht nur emen Blick auf die offiziellen Tabellen des französischen 9a

Mission des Herrn Lag

udels mit den fremden Nationen wäh 1841 zu werfen, welche die leßten sind, die vom

reund des Jayreo: 2E 0 Z b At ‘Minister veröffentlicht wurden, um sich zu überzeugen, wel J v s Es G

ben Täuschungen sich die hingeben, welche meinten, daß der europäische Handel sogleich einen ausgedeÿnten Markt in China finden werde. Da Ziffern hierin den sprehendsten Beweis liefern, j0 mögen dieje! ben alle Betrachtungen anderer Art erjeben. E E

Die Einfuhr des Thee's, welcher dei vorzüglichsten Artikel des Rerkehrs zwischen Fraufkreih und China bildet, betrug während des Jahres 1841 nu 18,025 Rilogr. Vie eigentliche Conjumtion belief sih jedoch wahrend des namlichen „Jahres aus 154,100 Kilo qramm, was daher rührt, daß, da die 2 yee=- Vorräthe in unjeren Magazinen sehr bedeutend waren, die Einfuhr sich verringern mußte. Nebmen wir zwischen beiden Ziffern eine Mittelzahl an, jo können wir die jährlihe Consumtion des chinesischen Thees in Frankrei auf h ódstens 100,000 Kilogramm schäßen. Die übrigen Handels Artikel, die aus China nah Frankreich eingeführt wurden, siud so unbedeu- tend, daß sie faum Erwähnung verdienen. So z. B. findet man für das ganze Jahr 1841 kaum 2200 Kilogramm Papier, $40 Kilogramm

L Li Ny Rhagbarber 2c. Schlagen wir die Gesamnmtheit der eingeführten U1 tifel aus China auf 150,000 Kilogramm au , jo haben wir das

Í Maximum für 1841. Nach Tonnen bemessen, reiht das Ganze kaum hin, um die Hälfte eines Schiffes von 300 Tonuen damit zu beladen. Also wenn man nur zehn französische Schisse zum Verkehr mit China anwenden wollte, so müßte die Einfuhr der chinesischen Artikel 11 Frankreih um das zwanzigfache sih vermehren, cin Resultat, welches nicht so leiht zu erzielen sein dürfte, Anders verhält es ih mit England, welches jährlich zwischen 35 und 40,000,000 Pfund Thee verbraucht. Vom Monat Juni 1842 bis zum Monat Juni 1843 wurden aus China nah Cngland einge führt 40,027,076 Pfund s{<warzer, und 7,604,916 Psund grüner Thee, zusammen 47,631,992 Pfund, zu deren Transport nach der Canton Prêéß vom 30, Zuli l. 3. 88 KüusfadrteisGie von 300 Tonnen verwendet worden sind. Die Haupt Bedingung eines der Waaren - Austausch. Was führen, um den Thee, Seide, |

lebhaften Handels - Verkehrs ift fann Fraukreih nah Ching ein Rhavarber, Papter, wel@e Urt! fel es den Chinesen abuimmt, zu erseßen? Wollenwaaren? Die Engländer haben es bereits vor den Franzosen versucht, und hierin ihre Rechnung nicht gefunden, Und denuoch fabriziren die Engländer ihre Produkte wohlfeiler, ihre Schifffahrt kommt billiger zu stehen ; sie werden daher jeder anderen Nation die Konkurrenz unmöglich machen.

Man ahnt es faum, daß einen Haupt-Gegenstand des europäi hen Handels mit China gerade eine Waare bildet, die England noch Frankreich, noch sonst irgendwo in Europa zu sinden i, Es \ind dies die Vogelnester, welhe in China für die größte Lecferspeise gelten, und wovon as Handels-Monopol in den Händen der Holländer sich befindet. Diese Nester werden auf den steilsten Felsen der Jnsel Java mit groper Lebensgefahr gesammelt, und von dort nach Canton gebracht. M Lee D Id uber 250,000 Pfund solcher Nester in China eingeführt werden, wo sie für etwa 300 Fr. das Pfund verkgufst werden. Das Vpium, welchos dem britishen Handel einen so großen Gewinn in leßter Zeit abwarf, fommt aus Ostindien, welches im Besiße der Engländer sih befindet: m Jahre 1833 wurde für 81,000,000 Fr. Opium aus Ostindici na< China eingeführt. Außer den bisher angeführten Handels-Arti feln empfangen die Chinesen von den Europäern einige kostbare Me , Schildkrötenschaalen und Reis, lassen es aber

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talle, Sandelholz, Zinn, ( l deutlih merken, daß sie mehr aus Gnade, als gus Noth, sich von fremden Nationen Waaren usuißlen lassen, Sn der ore aufae wachsen, daß sie die erste Nation auf Erden siud, und ihre Jndustrie weit über allen fremden Produkte steht, verachten sie Alles, was von! Ausland kommt. Man lese ihre bisherigen Mittheilungen an die britishen Agenten, man wird darin stets beiläusig folgende Sprache finden: „Unser großmüthiger Herrscher, welchem die Obsorge der ganzen Welt anvertraut i}, weiß, daß ihr ohne Thee und

nicht leben könnt, und erlaubt gnädigst, daß man euch beides verab reiche, Warum empfangt ihr nicht auf den Kuieen liegend cinen sol hen Ausfluß der Kaiserlichen Gnade?“ Eine solche Sprache is noch weit entfernt von dem Prinzip der Reziprozität, welches heut zu Tage die Grundlage des Verkehrs zwischen gebildeten Völkern bildet, und wonach man die künftige Gestaltung unserer Haudels-Verhältnisse mit daß der Chi

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Na! v0 Myabarber

China beurtheilen möchte, ohne zu erwägen, ee S M ebt E den Cir V de, 0 viel ex fan, da lebterer e. fur ce CEbrê anjeben soll,

daß ein Einwohner des himulishen Reiches sih #}o weit herab läßt, mit einen Barbaren zu verkehren, Der Fremde gemeßt in China wenig Achtung, weil nah einem <<inesis<hen Sprichworte : „Nur Der fein Vaterland verläßt, welcher eine böse That verübt hat, deren Strafe er sich durch die Flucht zu entziehen sucht.“ Bei \olchen Antipathicen und Vorurtheilen wird es weit schwerer sein, als man glaubt, eine regelmäßige Handels -= Verbindung zwischen Europa und China anzuknüpfen.

Hrossbritanien und Irland.

Londou, 13,Dkt, Die Erwartungen hinsichtlich des weiteren Ver haltens O'Connell’s uach dem Cinschreiten der Regierung gegen die Re peal-Versammlung zu Clontarf bestätigen sih. Die Ruhe Dublin's wird in feiner Weise gestört, und in der leßten Zusammenkunft des Repeal- Vereins, die am Moutage (Iten) nicht wie gewöhnlich an der Korubörse, sondern in einem Theater-Gebäude Dublin's stattfand, weil die Neugierde und Spannung, worin man sich befindet, cine große Anzahl Menschen herbeigezogen hatte, dämpfte der Agitator die stürmischen Gemüther der aufrichtigen Repeal-Enthusiasten durch seine wohl bere<hnete Rede auf erfolgreiche Weise. Das Theater war gedrängt voll und mochte 3000 Personen fassen, wodur< bei den Eintrittspreisen vou 3 Pee. bis 2 Sh. der Verein eine Einnahme von 600 Pfo. gewann, welche die wöchentliche Repeal-Rente auf 1100 Pfd. brachte. Ein Sohu O'Connell's nahm auf den Autrag des Vaters den Vorsitz und er Vater v S U einer Ermahnung zu Frieden und Ordnung. Dem “a de darguf zunächst eine Adresse von Seiten der aus Liverpool und Manchester zu der beabsichtigten Versammlung in Clontarf herüber= gekommenen Repeal-Mitglieder überreicht, die unter Anderem folgende pie (a0 „Erhabener und verehrter Befreier! Voll Bewun derung für Vein unermüdlihes Bestreben, Dein geliebte , unkerdriidtes Sat Ln tas “r ‘Ty i filien erlauben wir uns, wir, die Borfelet uk U lA ee bee, A L Repealbundes , die wir aus uafteia Geburtslande E bannt sind, mit den Gesinnun der treu sten Anhänglichkeit bnd Berebrung,: Div, zu. nahen ab E. FNEOTNTE Anhänglichkeit und sem Tage unseren festen Entsck lu v MER Mor an die burd ale 10 ‘4a Celle aps zu erkennen zu geben, daß wir

h) ( zu Gevote stehenden Mittel Dir in Deinem gegenwär

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6853 tigen friedlichen, loyalen und der Constitution gemäßen Kampfe für Freiheit beistehen und niemals zu kämpfen aufhören wollen, bis wir für ewig aus dem Geseßbuche des Landes die flu<hwürdige , Verder= | ben bringende Akte der Union ausgelöscht haben, welche 2c. …… Soll ten unsere grausamen, fühllosen, despotischen Herrscher versuchen wol len, den Kampf für die jeßt reif gewordene irländische Freiheit durch rohe Gewalt zu unterdrü>en, dann sind wir fest entschlossen, unser Leben zu opfern, damit niemals die blutbefle>te Fahne sächsischen Despotismus auf unserer grünenden und lieblichen Jusel gepflanzt werde.“ O'Connell mochte die Sprache etwas stark finden, und er entschuldigte sie in seiner Dank - Autwortung durch den standhaften und patriotischen Charakter derer, die sie führten. Es wäre den Grundsäßen der Agitation entgegen, etwas Anderes als die Ruhe des Landes und des Volkes zu wollen; das besage die Adresse; die ein zige Tyrannei wäre die Tyrannei der Union, der einzige Unterdrüker der Feind der Repeal. as sei der ganze Gegenstand der Adresse. Die folgenden Verhandlungen waren alle augenscheinlich darauf bere<net, Versiherungen der Treue gegen den Thron und Gehorsam gegen die Geseße zu offenbaren, die aber von anderen als den Lei tern der Bewegung ausgingen, um von diesen unterstüßt zu werden, So beantragte ein Geistliher Tyrrell die Annahme folgender Reso lutioneu: ,, Diese Versammlung erklärt hiermit ihre unterthänigste Treue gegen die Person und den Thron Jhrer gnädigen Majestät, der Königin Victoria, Königin von Jrland und ihren Entschluß, un verleßt alle Prärogative der Krone, wie sie durch die Verfassung ge sichert sind; aufre<ht zu erhalten. Wir, die Geistlichkeit, die Gentry, die freien Eigenthümer und anderen Bewohner von Fingals - Insel, die wir in öffentliher Versammlung zusammengekommen sind, erklären in Gegenwart unseres Landes, in Gegenwart Europa?s und Amerika's, und Angesichts des Himmels, daß keine Macht auf Erden ein Recht hat, für dies Königreich verbindliche Geseße zu erlassen, außer die Königin und die Lords und Gemeinen von Jrlandz und indem wir (hier auf dem ewig denkwürdigen Schlachtfelde von Clontarf, dem Marathon Jrlauds, stehen, verpflichten wir uns feierlich, jedes ver fassungsmäßige Mittel anzuwenden, um dies, unser Geburtsland, von der Tyrannei zu befreien, unter welcher andere als seine Bewohner ißm Geseßze vorschreiben.“ Endlich, und das is mit unter den jebi gen Umständen eine Hauptsache, wird beantragt und beschlossen, „daß

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¡4 Jahre treuer und erfolgreicher Arbeit für die Sache seines Landes mit Recht O'Connell der Liberator Jrlands das unbegränzte Zutrauen des irländischen Volkes gewonnen hat, und daß wir im Vertrguen auf seine Weisheit, seine Vorsicht, seinen Patriotismus und seine unerschütterlihe Standhaftigkeit uns verpflichten, Alle insgesammt und Jeder einzeln, seiner Leitung zu folgen, unter welchen Umständen es auch sein mag, und im Glück wie Unglück nimmer die constitutio nelle Fahne der Repeal, welche er aufgepflanzt, zu verlassen.“

Diese Resolutionen wurden einstimmig angenommen , worauf O'Connell unter lange anhaltendem Beifall sih erhob und seine Rede hielt. Angriffe gegen die Minister, daß sie, wenn auch nicht ein Blutbad beabsichtigt, doch ein solches herbeigeführt hätten, wenn er es m<t verhindert hätte, und Ermahnungen zum Gehorsam selbs gegen j€ den Schein des Gesebßes waren das Hauptthema. Nach der Vei sammlung fand das für das Clontarf- Meeting bestimmte Bankett in dem Rotundo , einem üvffentlichen Hause in Dublin, statt , welchem 2000 Perfonen beiwohnten. Nach der Mahlzeit, an welcher 1000 Personen theilnahmen, sprach O'Connell abermals.

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_—_ A Voudon, 10, Dit, Deèr Shritt der Regterung. in Jrland is endlih gethan, zur großen Ueberraschung aller Parteien. Es müs sen chon vier Monate her sein, als i< aus guter Quelle erfuhr und wahrscheinlich auch in meinen Briefen wiederholte, daß das irländische Gouvernement beschlossen habe, eine Nepeal - Versammlung zu ver bieten, wel<he man an einem Sonntage in der unmittelbaren Nähe Dublins halten wollte, und mein Berichterstatter fügte hinzu, daß der Ort der Versammlung der Militairmacht eine vollstäudige Her

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haft über den Volkshaufen gäbe, Damals kam Nichts zum Boi hein, was diese Nachricht bestätigte, und es if nicht leicht, den Grund anzugeben, warum das Verbot, diese Versammlungen zu halten, bis für die lebte, wel<he in dieser Jahreszeit angekündigt war, aufg part worden i. Die Einkleidung der Proclamation des Lords Grey vermeidet sorgfältig jede Erklärung oder Behauptung, daß Volks-Versammlungen, welche den Zweck haben, die Repeal zu bean tragen, an si< illegal seien; im Gegentheil, es wird darin gesprochen von „dem vorgeblichen wed“ dem „„Borwaude“, das wirk liche Verbrechen, das die Proclamation anklagt, besteht in dem „üb lichen Gebrauch gufrührerischer und das Volk anregender Sprache, so wie in dem Versuche, Veränderungen in den Geseßen und der Sonstitution dur<h Eiaschüchterung und Darlegung physischer Streit kräfte herbeizuführen.“

És ift klar, daß die Sitten und constitutionellen Rechte des eng lischen Volks, Rechte, an denen die Jrläuder durchaus in allen Punkten Theil haben, es unmöglich machen, eine ösfent

gleichen liche Versammlung oder viele solche Versammlungen, welche Umgestal- tungen des Staats bezwecken, für ein Staatsverbrechen zu erklären. Aber die Sprache auf folchen Versammlungen i} ein ganz anderes Ding, und gauz Europa i} Zeuge, daß O'Connell über die äußersten >chranken der Mäßigung hinausgegaugen i. Aus diesem Grunde war vielleicht das Einschreiten gegen diese Versammlung gerechtfertigt, aber unter einer Bedingung. Wenn das irländische Gouvernement 1m Eingange seiner Proclamation behauptet, daß auf diesen Versamm lungen eine gufrührerishe Sprache nux in der Absicht, den Zwecken factibser Personen zu dienen, gesührt worden sei, so is dasselbe ve1 bunden, diese Sprache durch deu Arm des Gesetzes zu bestrafen und seine Behauptung vor den Gerichten des Landes zu erweisen. Die strikte logische Konsequenz läßt die Rechtfertigung strenger Regierungs Maßregeln von dem Erweise haltbarer Gründe für das erklärte Ver fahren der Regierung abhängen, und der Erweis dieser Gründe in volvirt die gerichtliche Verurtheilung der an den Exzessen schuldigen Personen. Jch glaube deshalb, daß diese Proclamation nur die Ein leitung einer gerichtlihen Verfolgung D'Connell's ift.

Die Gegen = Proclamation D’'Connell’s, welche von der Korn Börse eine oder zwei Stunden nah Erlaß der Proclamation Lord de Grey’s vom Schlosse, erging, is ein Meisterstück von Frechheit, Der Demagoge und Rebell nimmt den Styl der Ordonnanzen der Krone an und s{hmäht und höhnt das Mandat, dem er gehorhen muß.

Der Erfolg dieser Maßregeln war, so weit er die Versammlung zu Clontarf angeht , ein vollständiger die Zahl der versammelten Personen war gering; cine Versammlung fand nicht statt, und eine militairische Streitmacht von ungefähr 3000 Mann war mehr als hinreichend, vollflommene Orduung zu halten. Jndeß das is im Ver gleich von geringer Wichtigkeit; die wahre Bedeutung dieses Schritts is die, daß er das bisher unflare Verhältniß zwischen O'Connell und der Regierung auffklärt und dem sonderbaren gegenseitigen Beobachten, das den Sommer über gedauert hat, ein Ende macht.

Die unmittelbaren Gründe, welche die Regierung für ihr Ver fahren gerade gegen diese Versammlung hatte, so wie, daß sie nicht eher als am Abende des Tages vor derselben einschritt, sind bis jeßt wahrscheinlih no< nicht bekannt, Aber es is unmöglich, diese Procla- mation nicht als das erste Symptom eines Planes anzusehen, der nun bald \<{neller si< entwickeln wird, Niemand besorgt, daß der

Friede Jrlands erustlih gestört werden oder daß O'Connell den ver= zweifelten Ausweg wählen wird, Feuer in die brenubare Materie zu

werfen, die er in so großer Masse gesammelt hat, Es is ein Kampf des Geseßes und nicht der Volks-Gewalt, und gerade bei solchen Gelegenheiten nimmt die Verfassung der Jury die erste Stelle unter den Znstitutionen des Landes ein und macht in der That die oberste Gewalt des Staates ihrem Spruche unterthan.

Uiederlasa be

Aus dem Haag, 14. Oft. Das Journal de la Haye enthält in seinem heutigen Blatte das Programm für die am 16bten d. M. durch 2e. Majestät den König in eigener Person stattfindende Wie- dererossnung der gewöhnlihen Sißung der Generalstaaten.

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P A L “d _Felegraphische Devesche aus Spanien. : Es A Wed i E E war am 8ten Mittags ruhig. œs waren bereits viele Veputirte eingetroffen. Man nannte den ODerzog von Ri! as sür die Präsidentschaft des Senats und die Her- S (ae lian O L'lozaga für die der Deputirten - Kammer. Dem Gernehmen na), wird fetne Eröfsnungs=Rede gehalten werden. j]

n oten fanden in Granada wieder Unruhen statt; sie wurden it und die Stadt in Belagerungs - Zustand erklärt. Bis zu

4 Lage hatte die Lage von Almeria si ni<ht geändert.

Griechenland.

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(OIgenT s t der Schluß des gestern abgebrochenen Berichts der Mah Mi ) + : K L ae i E ; Uugs v. Ul g. Dg. 1 ber die Creignisse am 15. September :

„Wir haben gesehen, wie der König geleitet von der in ihm

stets vorherrschenden Gewissenhasftigkeit und bedenkend, welche Leiden dem Lande gus einer allgemeinen Anarchie erwachsen würden die zwet ersten der ihm vorgelegten Verordnungen unterzeichnete und sie der Deputation übergab; sie betrafen die Ernennung der Minister und die Zusammenberufung der National Berjammlung zur Berathung einer Constitution. Kaum waren die Deputirten aus dem Palast herausgetreten, als sie vom Pöbel umringt und mit Ungestüm zuy Mittheilung der Königlichen Beschlüsse aufgefordert wur= den. Ein Deputations-Mitglied las dem versammelten Volke die beiden Verordnungen vor, nachdem die anderen Mitglieder aus Furcht entflohen waren, Während dessen drohten die Massen (die si<h an- fangs ruhig verhalten, nun aber seit den Morgenstunden durch be- trunkenes Gesindel vermehrt hatten) unter fürhterlihem Toben und Schreien durch die Fenster des Erdgeschosses in den Palast einzu- ingen nicht zufrieden mit der Zusammenberufung der

1 tersammlung, wollte, daß der Monarch die Constitution

von Trözen unterzeichne, andere forderten die Berufung der Depu tirten des Kongresses von Pronia, und fo verlangte jeder etwas anderes, Plöblih erschallte eine Stimme aus der Mitte des Haufens, die Verordnungen seien nicht unterzeihnet, das Mitglied der Deputation habe sie hintergangen, worauf das Volk auf dieses Mitglied (Staatsrath Probelegios, ein ausgezeichneter, dem König treu auhängeuder Beamter) mit Wuth sich stürzte, ihm die Verord- nungen entriß, mit den Zähnen zerfeßte und ihn selbst zu mißhandeln im Begriff war, als Kalergis noch zur rechten Zeit herbeieilte, ihn aus den Händen des wüthenden Pöbels befreite und an das Thor es Palastes in Sicherheit bringen ließ. Nachdem Herr Probelegios

d dem König diesen Vorgang gemeldet hatte, wurden die Verordnungen 1 an }

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d jeu gefertigt und an deu Staatsrath gesendet. Obgleich die Verord- nungen an den Chef der Aufrührer abgegeben und so an den Staats rath gelangt waren, verweigerte Kalergis die Zurü>ziehung der Trup- pen, bis die neuen Minister zum König gelangt sein würden. Nach längere Zeit kamen diese Miuister, um Sr. Majestät den Etd zu leisten z sie brachten unter anderen Anträgen zwei Verorduungen mit, wovon die eine die Verleihung eines Denkzeichens an die Militairs und Civilisten, welche an diesen „denkwürdigen Ereignissen“ thätigen Theil genom- men hatten , die andere aber eine Zufriedenheits-Bezeugung für die Chefs der Rebellen wegen Erhaltung der Ordnung betraf. Der Kö-= nig genehmigte alle anderen Verordnungen, weigerte sih jedo< mit Nachdruck, die beiden eben erwähnten anzunehmen , mit dem Bemer-= fen, daß die neuen Minister im Juteresse ihres Vaterlandes selbst nichts verlangen sollten, was das Ansehen des Thrones herabwürdige. Da die Minister jedoch behaupteten, sie könnten ohne diese Zuge ständnisse das aufgebrachte Volk nicht beruhigen, so wollte der König ihnen gestatten, aus ihrer eigenen Machtvollfkommenheit diese Verord nungen zu erlassen. Unterdessen waren au<h die früher von den Aufrührern zurückgewiesenen fremden Gesandten eingetrof fel, Ver Kong jeple je vou dem Vorgeralleien ui Kennt niß. „Meme Oerreu!“ ale e uan Vol rei men mißbraucht, Emissaire haben im ganzen Reiche verkündet, die drei Großmächte verlangten für Griechenland von mir die Constitution! Jch fordere Sie in diesem ernsten Augenbli> auf, Alles anzuwenden, durch alle diese Vorgänge gefährdete Ansehen der Krone auf. re<t zu halten!“ Der König {loß mit der Aufforderung, au die Gesandten ihre Ansicht äußern, ob es nicht besser wäre, wenn er zu Gunsten seines Bruders Luitpold auf ‘die Krone Verzicht leiste ;

\ , «er R die Autwort Katakasi's, des Se! Î

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iors der Diplomaten, war auswei chend. Die Gesandten suchten die Minister zu bestimmen, nicht auf Unterzeichnung der lebten beiden Verordnungen zu beharren. Allein da die meisten darauf bestanden, daß sie auf andere Art das Volk nicht beshwichtigen, no<h ihre Ernennung ohne die Unterzeichnung dieser Ordonnanzen annehmen könnten, so begaben sih die Gesandten wieder zum Monarchen und riethen, als Kalerg1s sagen ließ, er gebe nur noch eine Viertelstunde Zeit, Sr. Majestät zu deu großen Opfern, welche der König bereits dem Wohl Griechenlands gebracht, noch dieses hin zuzufügen. Erst als namentli<h die Gesandten der Schußbmächte unter den feierli<sten Versicherungeu versprochen hatten, das durch diese Vorgänge so tief ershütterte Königliche Ausehen wieder herzu- stellen, unterzeichnete der König auf das wiederholte dringende Anra then und Bitten derselben endlih auch diese leßten Verordnungen. Hierauf trat der König, begleitet von den Ministern und Gesandten, auf den Balkon heraus, wo er unter dem jauhzenden Vivatruf der Menge einige Zeit verweilte. Nachdem die Minister beeidigt waren, verließen sie den Palast und wurden vom versammelten Volk aufge- fordert, den König zu bewegen, „es lebe die Constitution ! ‘“ zu rufen. Die Minister riefen die Truppen herbei und befahlen, daß sie das Volk zerstreuen und daun in ihre Kasernen rü>en sollten, weil der König alles bewilligt, was man von ihm verlangt habe. Um 3 Uhr Nachmittags (15. September) zogen die Truppen vom Residenzplaß ab, und die Volksmenge zerstreute sh nah und nach.

„An diese Ereignisse, wie sie hier der Wahrheit getreu darge- stellt und durch besondere, nachträglih zu erwähnende Umstände näher beleuchtet sind, kuüpfen \i< sehr ernste Betrachtungen, welche rüdbalt- los darzulegen wir -uns vorbehalten wollen. Man erwartete aller= dings einen Aufstand, aber Niemand vermuthete eine Militair Ver guug, wie sie wirklich stattgefunden; am 14ten Abends um Zuaiae machte der Stadt-Kommandant Oberst Lieutenant Pisa Phalangiten Rapport, daß in Makrijanni’s Haus sieben bewaffnete Alles rubig dur< die Gendarmerie aufgehoben worden, sonst S daß fie sei und die Garnison in den Kasernen so in Bereits@a! „den dbinte, auf den ersten Befehl vor den Palast zum Schub desselbe!