1843 / 128 p. 3 (Allgemeine Preußische Zeitung) scan diff

i j und bewohnt diese seitdem. Gestern wurde der= Residenz M Ses Majestät dem Könige empfangen und auch Jhrer Majestät der Königin vorgestellt, Ein erster Besuch wurde von ihm Sr. Ercellenz dem Köuigl. Minister des Fnnern, Herrn von Abel,

erstattet. Kolokotroni ist „wegen Mangels an Anhänglichkeit

vrapua auf fünf Jahre aus Griechenland verbannt! gr M Abends ist L Tee, ehemalige Ordonnanz - Offizier Sr. Majestät des Königs von Griechenland, Hauptmann von Steins- dorf, aus Triest hier eingetroffen. Derselbe beschleunigte seine Reise so sehr als möglih, um hier für die snellste Unterstüßung der noch in Griechenland zurückbleibenden Deutschen thätig sein zu können, deren Lage eine mit jedem Tag bedrohtere zu werden schien. Für das heutige Konzert zu deren Besten sollen son gestern keine Billets mehr zu bekommen gewesen sein.

Sachsen. Dresden. Der Bischof und apostolische Vikar im Königreiche Sachsen, Franz Laurenz Mauermann, veröffentlicht im Oesterreihishen Beobachter Folgendes:

ZDFeobden, 15. Off, Je häufiger in der neueren Zeit die Veranlassungen sind, die öfentlihe Mildthätigkeit in Anspruch zu nehmen, je drückender die außerordentlihen Witterungs-Verhältnisse des vorigen Jahres guf den allgemeinen Wohlstand eingewirkt haben, um so mehr verdienen die reihen Gaben, welche von den Bewohnern der Kaiserlich österreihischen Staaten mit cht christlichem Sinne zur Ehre Gottes und zur Beförderung des geistlichen Wohles für die im Auslande wohnenden bedürftigen Glaubensgenossen auf dem Altare der Nächstenliebe niedergelegt worden sind, den innigsten Dank, Da die in Leipzig wohnenden Katholiken, deren Zahl zur Zeit der Messe durch die dahin kommenden Fremden sehr vermehrt wird, gegenwärtig ohne Kirche sind, in der sie den Gottesdieust halten könnten, weil das ihnen zum Gottesdienste bisher eingeräumte Lokal in der Pleißenburg eingestürzt ist, da ferner die fatholishen Einwohner eine Kirche aus eigenen Mit teln zu erbauen niht vermögen, so wurden in Folge Allerh öchstgnä= digster Entschließung Sr. Majestät des Kaisers von Oesterreich d. d. 47. Dezember 1842 Allerhöchstdessen Unterthanen zu milden Beiträ gen zur Erbauung dieser Kirche aufgefordert. Und mit edler Be reitwilligkeit und dem frömnsten Wetteifer von Seiten der Gläubigen des österreichishen Kaiserstaates, welche nie ermüden, zur För= derung alles Guten im Ju=- oder Auslande beizutragen, wurde dieser Allergnädigsten Aufforderung im vollen Maße entsprochen. Die milden Gaben, welche diesfalls einflossen, und die hiermit zur öffentlihen Kenntniß gebraht werden, stel len f auf die bedeutende Gesammtsumme von 18,349 Fl. 35% Kr. C. M., ohne Einschluß jenes Betrages von einigen Divzesen, deren Spenden vertrauungsvoll noch erwartet werden, Der unterzeichnete apostolische Vikar erfüllt demnach eine für ihn heilige Pflicht, weun er den frommen Gläubigen Oesterreichs für diese wohlthätigen Spen- den hiermit öffentlich mit wahrer Rührung seines Herzens dankt, aber auch damit zugleich den Ausdru der tiefgefühltesten Dankbarkeit für die wohlwollende Bereitwilligkeit verbindet, mit welcher sowohl die hohen Staats - Behörden als auch die hochwürdigsten Ordinariate in den K. K. Staaten das Werk der Bruderliebe unterstüßt haben.“

Württemberg. Stuttgart, 30. Oït. (Schw. M.) Die von dem provisorischen Comité des württembergischen Handels-Ver- eins auf den gestrigen Tag ausgeschriebene allgemeine Versammlung war außerordentlich zahlreich besucht. Neben vielen Mitgliedern des Handels= und Fabrikanten-Standes von Stuttgart waren solche an wesend von Calw, Cannstatt, Eßngen, Fridrichshafen , Gmünd, Heidenheim, Heilbronn, Ludwigsburg, Reutlingen, Schorudorf, Ulm 2c. Die von dem provisorischen Comité entworfenen Statuten wur den von der Versammlung besprochen und nah mannigfaltigen Ver= handlungen vollständig und einstimmig so angenommen, wie sie vor gelegt worden waren. Der Vereiu fkonstituirte sich sofort auf diese Statuten definitiv mittelst Unterschrift der Beitritts - Erklärung der Anwesenden. Die in der Versammlung nicht vertretenen Mitglieder des Handels- und Fabrikanten-Staudes des Landes werden nun zur Beitritts = Erklärung aufgefordert werden, um sodann die vier be- {chlos}senen Haudels- Kammern und resp. Schieds-Gerichte in Stutt gart, Heilbronn, Ulm und Reutlingen zu wählen und den Verein in Wirksamkeit treten zu lassen.

Hannover. Haunovev, 1. Nov. (H. Z.) Se. Durch- laucht der regierende Herzog von Sachsen-Altenburg haben vorgestern Nacht Sich nah Aitenburg zurückbegeben.

Jhre Königl. Hoheiten die Herzogin von Cambridge und die Prinzessin Marie von Cambridge, so wie Jhre Königl. Hoheiten der Erbgroßherzog und die Erbgroßherzogin von Mecklenburg - Streliß, sind heute Morgen kurz uah 8 Uhr nah Dresden gereist.

JFhre Durchlaucht die Prinzessin Louise von Hessen is heute Mor gen gegen 9 Uhr nah Verden zurückgekehrt.

Von der Unterweser, 24. Oft. (Hannov. Z.) Wtr hatten hier am heutigen Nachmittag ein interessantes Schau- spiel. Es lief nämlich das für die hannoversche Südsee - Fischerei= Compagnie von dem Schiffsbaumeister Ulrichs zu Fehr, iun Amte Blumenthal, erbaute, 350 Last haltende Schiff, „die Kronprinzessin von Hannover“, vom Stapel, Es war ein {böner Anblick, als das

| liche Geist zeigt sich im Allgemeinen gemäßigt und weise.

(77S ! große, schöne, in amerikanishem Styl gebaute Schiff, von seinen Fesseln befreit, plöblih auf die Fluth {oß und, begrüßt von dem Jubel zahlreicher Zuschauer, sich darauf in seinem Elemente majestätisch bewegte. Das Schiff wird noch vor Anfang des Winters seine erste | Reise autreten und, für den Wallfishfang bestimmt, in die entfernten | Gewässer der Südsee zuerst die hannoversche Flagge tragen. Möchte die Unternehmung, welche für unsere Gegend vou so vielseitigem Nutzen if, mit dem besten Erfolge gekrönt werden. | Sachsen-Koburg-Gotha. Koburg, 30. Okt. (F. M.) | Die für den neu ausgeschriebenen Landtag gewählten und höchsteuorts

bestätigten Stände des Herzogthums Koburg sind, laut Bekanntmachung z |

| Herzogl. sächsischer Landes-Regierung zu Koburg, vom 22sten d. M. | bis zum 2, November zusammenberufen worden. Die Eröffnung des Landtages selbst ist auf deu 5. November bestimmt,

Oldenburg. Von der Hunte, 27. Okt. (M. Z.) Die Staats-, Grundo= und Consumtions-Steuern sind im Großherzogthume zwar durch den Beitritt des Großherzogs zum hannoverschen Zoll= Verein sehr bedeutend erhöhet, aber dennoch in unserem staatsschuld freien Staat niedriger als anterswo. Demungeachtet herrscht auch hier das Auswandern nach den nord-amerikanischen Freistaaten. So wanderten aus dem Kirchspiele Westerstade, des sogengnuten Ammer landes, 140 großentheils nicht unbemittelte Oldenburger, in Folge er langter Einladung von Verwandten und Freunden bäuerlichen Stanu=

| des, nah den nord=amerifanischen Freistaaten aus, troß dem, daß

| Handwerkern und Künstlern bisher im Ganzen dort kein günstiges

| Loos gefallen ist. In unserem Großherzogthum vermehren sich die Mäßigkeits-Vereine außerordentlich und wirken der arg eingerissenen Trinksucht durch ihr Beispiel in allen Ständen entgegen. Als eine Folge davon wird betrachtet, daß der seit dem Jahre 1826 von Grö: ningen aus eiugerissene Marschfieber-Typhus sehr abgenommen hat.

Freie Städte. Hamburg, 1. Nov. Herr J. H. Wichern, Vorsteher des sogenanuten „Rauhen Hauses“ in Horn, zeigt in den W. N. an, daß am 1. November diese segensreiche Anstalt ihr zehn jähriges Bestehen feire, und daß am Sonntage den 5. November eine öffentliche Feier im Betsaale der Anstalt stattfinden solle, wozu jeder Freund des Hauses eingeladen werde. Bei dieser Gelegenheit giebt er folgende kurze Uebersicht über die Entwickelung der Anstalt : Als am 1. November 1833 die Arbeit im Rettungshause begaun,

| besaßen wir nichts als das einzige geringe Haus, von dem hernach die ganze Anstalt ihren Namen des „Rauhen Hauses“ behalten; in diesem Häuschen fanden zuerst uur 3 Knaben eine Aufnahme; 1834 aber fam hinzu das Schweizerhaus, 1835 das Oekonomie-Gebäude, | 1835 das geräumige Arbeitshaus mit seinen Werkstätten und einer dritten Knabenwohuung, 1839 das Thurmgebäude mit seinen größe- | ren Räumlichkeiten, 18414 der sogenannte „Bienenkorb““, abermals et: | Kinderhaus, 1842 und 1843 die neue zwiefache Mädchenwohnung für 24 Mädchen. Aus den früheren Ackerfeldern is ein reihlih mit Blu=

| | men, Gemüseu und Obst besebter Garten geworden, während ein an- derweitiges Feld Weide, Heu und Kartoffeln liefert. 80 blühende, kräf tige, fröhlihe Kinder sind die glücklichen Bewohner jener schulden= freien Häuser und die fleißigen Arbeiter in den Häusern und Werk stätten, in den Gärten und Feldern; wir dürfen hoffen, in ihnen ein neues Geschlecht erblühen zu sehen; 75 frühere Zöglinge sind bereits dem bürgerlichen Leben zurückgegeben und bewähren sih mit verhält nißmäßig geringer Ausnahme. Seit wenigen Monaten giebt sich überdies, vorzüglich im Auslande, eine lebendige Theilnahme kund, die bereits mehrere Vereine hervorgerufen hat, um dem „Rauhen Hause“ die Erhaltung der in demselben mitarbeitenden Gehülfen finan ziell zu erleihtern und dieselben später für mannigfache Zwede, z. B. für deutsche Auswanderer, sür Rettungs - und Armenkinder - Häuser, für Armen=, Arbeits= und Zucht- Anstalten und sonst im Dienst an den hülfsbedürftigsten Gliedern der Gesellschaft zu verwenden. Die Wirksamkeit der Anstalt fäugt also nah dem Schluß ihres ersten Jahrzehends auch in dieser Beziehung an, eine ausgebreitetere zu werden, so daß die Feier des zehuten Jahresfestes den Abschluß de ersten Stadiums der Entwickelung des Ganzen, aber eben so auch d frishen Anfang einer Segen verheißenden Zukunft in sih befaßt.

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Paris, 30, Oft, Die griechischen Zustände werden nur wenig von den hiesigen Blättern besprochen. Auch das Journal des Débats hatte einige Zeit ganz darüber geshwiegen. Heute jedoch findet es sich dur neuere ihm zugekommene Nachrichten veranlaßt, diesen Angelegenheiten wieder einige Worte zu widmen, und zwar sucht es, wie hon früher, über die Lage der Dinge in Griecheuland möglichst beruhigende Ansichten zu verbreiten. „Alle Nachrichten und Korrespondenzen“, sagt cs, „die uns aus Griechenland zukommen, erwecken in uns die besten Hoffnungen für dieses Land. Der öffent Zufrieden, eine Repräsentativ - Verfassung erhalten zu haben, wird die Nation, dies hoffen wir fest, diesen Sieg uicht dadurch entehren, daß sie ihn noch weiter triebe. Die Rechte der Krone werden geachtet werden. Jedermann, mit einem Worte, scheint zu begreifen, daß die Unabhän: gigkeit Griechenlands mit der Aufrechthaltung und Befestigung der Monarchie eug verbunden is. Das loyale und würdige Benehmen

des Königs beruhigen.

trägt uiht wenig dazu bei, die Gemüther zu

Muthvoll während der Krise, edel in seiner Ent= sagung, hat \s\ch der Monarch neue Ansprüche auf die Ehrer= bietung Griechenlands und auf die Achtung Europas erworben. Er hat sein Wort gegeben und is entschlossen, es zu halten. Es war sein eigener freier Wille, und dieser kann durch die Königl. Billigung und die weisen Rathschläge, die er von seiner Familie empfängt, nur befestigt werden. Griechenland wird eine Repräsentativ = Regierung haben, das ist eine vollendete Thatsache, Es handelt sih niht mehr darum, zu ermitteln, ob es nicht besser gewesen wäre, wenn eine thä= tige und energische Verwaltung den Augenblick einer Emancipation, der nie ohne Gefahr is, noch verzögert, und erst nach und nah dar= auf vorbereitet hätte. Heute fordere es die Ehre, so wie das eigene

Interesse des Königs, gemeinschaftlih mit der Nation dahin zu stre-

ben, eine freie und starke Regierung zu gründen; und Griechenland seinerseits muß bedenken, daß, wenn es in der Freiheit ausshweift, es vielleicht für immer den Augenblick verliert, sich dieselbe dauernd zu gründen, Es ist ihm in seiner Stellung nicht erlaubt, auf Aben= teuer auszugehen z seine einzige Sorge muß es sein, mit Klugheit die Keime des Fortschritts, die es in sih s{chließt, zu pflegen und zu eut= falten, Es is noch sehr jung und s{hwach, inmitten der mächtigen Nachbarn, die es umgeben. Der König wird seinem Worte treu bleiben; möge auch das Land in dem Geiste der Mäßigung verhar ren, der es beseelt; die leßte Revolution wird dann in der Geschichte der Wiedergeburt Griechenlands wirkflich den Beginn eines neuen und ruhinvollen Abschnittes eröffnen können.“

Der lbohe französische Klerus besteht jeßt aus 15 Erzbischöfen und 05 Bischöfen. Von den 15 Erzbischöfen sind nur drei noch aus der Zeit der Restauration her; zwölf verdanken ihren Titel der Juli= Regierungz von den 65 Vischöfen datirt noch einer vom Konsulat her; es is der Bischof von Arras, Kardinal Latour d'Auvergne; 17 wurden unter der Restauration zu ihrer Würde erhoben und 47 von der Juli-Regierung ernannt.

Der Erzbischof von Sens, Herr von Cosnac, i} in Folge einer langen Krankheit gestorben, die bereits im vorigen Jahre zu den leb- haftesten Besorgnissen Anlaß gab. Dieser Prälat war am 24, März 1764 geboren, er hat also ein Alter von 79 Jahren und 7 Monaten erreiht, Er wurde am 7. September 1819 zum Bischof von Meaux geweiht und am 19, April 1830 zum Erzbischofe von Sens erhoben. Herr von Cosnac is auf seinem Schlosse Cosnac, nahe bei Brive la Gaillarde, gestorben, und das Leichenbegängniß hat am 26, Oktober daselbst stattgefunden. Der Bischof von Tulle und die ganze Geist lichkeit des Departements der Corrège wohnten demselben bei.

Baron von Capelle, der uuter Karl X. Handels-Minister war, ist am 25. Oktober zu Montpellier gestorben.

Der Messager erklärt die Nachricht eines touloner Blattes von dem Tode des Admiral Roussin für falsch. Admiral Roussin, welcher von einem Unwohlsein befallen worden, befindet sih wieder auf dem Wege der Besserung.

“Die Herren von Chateaubriand und Berryer werden, wie es heißt, gegen den 10, November zu Edinburg bei dem Herzoge von Bordeaux erwartet.

Der Constitutionnel fiudet die Angabe einiger Blätter, als sei das Ministerium unentschieden, ob es die Kammern im Dezember oder Januar versammeln solle, durchaus unrichtig. Die Frage, be hauptet er, lasse gar keine Diskussion zu, da die Charte deutlich be sage, der König müsse jedes Jahr die Kammern einberufen. Dem nach müsse die Einberufung spätestens im Dezember geschehen. Da durch aber, daß die Minister die Eröffnung der Kammern so lange hinauszögen und auf die leßte Frist vershöben, suchten sie eine kurze Session zu erzielen, indem die Deputirten es sich stets angelegen sein ließeu, sobald das s{chöne Wetter eintrete, nah Hause zurückzukehren. Auf diese Weise würden die ernstesten Angelegenheiten durchgejagt oder von Sesston zu Session verschoben.

Die in den verschiedenen Departements cirkulirenden Bittschriften gegen die Befestigung von Paris sollen bereits mehr als 50,000 Un tershriften haben. | ___ Man will wissen, Herr Thiers beabsichtige in der nächsten Ses= sion die passive Rolle, welche er im lebten Jahre beobachtete, aufzu- geben und dem Ministerium eine sehr heftige Opposition zu machen. Er habe sich, sagt man, mit dem Marschall Soult dahin verständigt, daß in dem neuen Kabinette, welches man bilden wolle, dieser die Conseil - Präsidentschaft behalten und Herr Thiers das Ministerium des Innern erhalten folle.

Man sagk, daß nur vier Personen des Komplotts in der Straße Pastourel überwiesen sind. Alle Anderen wurden in Freiheit geseßt,

A Paris, 29, Oft. Die in meinem Schreiben vom 19ten besprochene Reaction in Geist und in der inneren Verfassung der legitimistishen Partei, offenbart sih heute in einer Erklärung der Quotidienne, welche jeit einigen Wochen unter der Leitung des Grafen Locmaria steht, der nah mehrjährigem Aufenthalt in Gör nach Fraufkreih zurüdckckgekehrt is, um die Redaction jeues Blattes zu übernehmen. „Unsere Opposition“, sagt die Quotidienne, „wird in der Form eben so gerecht und moralish sein, als sie der Sache nach ist, Wir werden von der Regierung nichts verlangen, was wir nicht bereit wären selbs zu thun, wenn wir gufhörten, in der Opposition zu sein, und wir werden der Regierung nuihts vorwerfen, was wir

Der fünfte Akt beginnt mit einem Ballet, Die kleine Arie Naoul's in c und das Allegro con spirito, unter welhem die Hugenotten fortcilen, sind effekivolle Stücke. Der Schluß, wenn der Graf von St. Bris sich als Mörder \einer Tochter erkennt und der Chor im durhbohrenden A-moll die Worte „Gott will ihr Blut“ singt, zeigt den Komponisten auf der der Höhe seiner Infan! sfraft. : E ,_„DUG iese und die chon in dem Aufsay in Nr. 95 d, Bl. nachge- eeligen Eigenthümlichkeiten sind die „Hugenotten“ im Einzelnen “f 9 Allgemeinen po osisch - wirkjamsten Oper der Gegenwart gewozden. Jei eht dramatisch vol man von der Meyerbeerschen Musik rühmen , sie , genialen Lebens, edler und anmuthiger Gedanken,

und verrathe ern ctne i oa: Lyrischen hält Va n, gründliches Studium, Das Lma tun: ( b

besigt er, was so vielen d Dramatischen bei ihm das Gleichgewicht.

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inneren Gehalt nicht nöthig“ möge sich aber, eben weil er cs bei seinem m Absicht, und man f aen en L Een zu spekuliren, „Man as den Stil seiner Musik betri. H

daß er italienische und ani dvetrist, so merkt man ihm freilih an, darunter die deutsche Gr französische Must d. gegangen, i

thun, geräth

det durch das Jsoliren ein

líshe Episoden einwebt, dem Total-Ein

pariser Angewohnheiten und seine dortige R as durch

sein; die pariser Theater-Unternehmer machen es nämlich M worden zu

p Vek, A ri so lange müsse seine Oper spielen U (aeaee I as dies recht sehr lange geschehe, weil bei jed e,

Mitternacht hin, neue Schau- und Hörlustige anzürilden pflegen Die egen

E Vorspiele zu den Gesang-Nummern in Meyerbeer's Buätiolet:

O 4 Be L od oe, Vorschrift des Direktors der großen ¡ is sei onach ein fompaktes Kun fs Ö

artig ausgedehnt werden fann, E unsiwerk gummi- elasticum-

er weiß, was Effefi malen Komponisten abgeht, Bühnenkeuntnißz

teit und Kernhastigkeit keinesweges verloren

er fleißig studirt hat; doch ist |

Jm Uebrigen hat sich Meyerbeer durch seinen Aufenthalt in Frank- reis Hauptstadt große Verdienste um die deutsche Musik erworben, nämlich insofern, als er ihr in Frankrei Bahn gebrochenz einzig durch sein Genie, hat er sich dort Anerkennung verschafft, und auh der Mozart- \{chen, Weberschen, ja selbst Beethovenschen Musik das Verständniß eröffnet.

Früher wurde Meyerbeer in seinem cigenen Vaterlande von einer Par- tei absichtlich mißkannt und angefeindet. Veimögend und die Deutschen fennend, welhe es einem vaterländischen Komponisten erstens sehr schwer machen, eine Oper auf ciner heimischen Bühne zur Aufführung zu bringen, dann aber über jedes deutsckche Werk slrenger urtheilen, als über ein ausländisches, wandte cr sich, um sich zuerst vom Auslande Anerkennung zu verschaffen, weil er dann der seines Vaterlandes gewiß sein zu können glaubte, in der ersten Periode seiner Compositions - Wirksamkeit nach Jta- lien, Dies Verfahren war allerdings nicht unpolitish, Meverbeer aber, wie gesagt, geistig nicht in der Lage, zu einem solchen Ausklunftmittel grei- fen zu müssen, da er durch sein Talent auch ohne dasselbe seine Gegner niedergerungen haben würde. Die Erscheinung, daß ein deutscher Komponist in Jtalien umreiste und dort im Rossinischen Stvle Opern schrieb, hatte etwas Befremdendes und mußte bei den musikalischen Rigoristen ein ungünstiges Vor- urtheil gegen Meyerbcer erwecken. Man glaubte ihn auf Abwegen, sah ihn aber schon in seinen „Kreuzrittern““ (,„Crociato”) aus dem wälschen Melodicen- geklingel hinaus sich der deutshen Charaktermusik nähern und erkanute sein Bemühen , italienische Lieblichkeit und deutshen Gehalt eine Verschmecl- zung, wodurch Mozart so berühmt geworden is in sich zu vereinigen, Diesem Bunde der Grazie mit der Kraft suchte er, als er nah Paris ge- fommen, das Feucr der französischen Darstellungëweise noch zuzugesellen, und im Bewußtsein, Herr dieser drei Eigenschaften geworden zu fl ging er an die Composition seines „Robert der Teufel.“ Seit K, M. von We- bers Tod, dessen Freund Meyerbeer war, hat kein Tonwerk sich eines #0

allgemeinen und verdienten Nuhmes zu erfreuen gehabt als das ge- ga ein Ruhm, der \sich ras über die meisten Länder, die sich die- Ri N Ce R verbreitete, seit Erscheinen der „Hugenotten ‘“’ im

achsen begriffen is, und dem Komponisten, als das lehtere Tonwerk

in sciner Vaterstadt unter den Augen von Preußens hochstrebendem und die Macht des Genius ehrenden Könige gegeben ward, die Auszeichnung zu Wege brachte, den Marschallstab über die altbewährte musikalische Kunst- garde Berlins zu erlangen, : Meyerbeer wird allgemein als ein herzlicher , biederer und gesinnungs- voller Mann geschildert, Das religiböse Element scheint das bewe- gende Prinzip in seinem Gemüthe, Herzen und Verstande zu sein, und das Glück, welches seine Compositionen gemacht, dürfte er dieser Hinneigung zun? Spirituellen, Metaphvsischen und Geoffenbarten zu verdanken haben. Fühlend, daß in der Glaubenswelt sein Geist heimisch werden müsse, wenn er seine eigent- lichsten Kräfte entfalten wolle, gab er sich an die Composition des „Robert le Diable“, Leider hat ihm nur der Tertdichter dabei \{hlimm mitgespielt, Zwar is das Buch Scribe's voll musikalisher und dramatisch wirksamer Situationen , allein die altfranzösische Sage (welche zujüngst von Gustav Schwab in Romanzenform nacherzählt ward und woraus Raupach ein Schauspiel gebildet hat, welches ohne Frage seine gelungenste Arbeit is) ward darin ganz in und durch sich aufgehoben, und aus der altchristlichen Erzählung, welhe uns an cinem Faktum die Jdee vorhält, daß der Mensch, wenn er wie ein Hund an Ketten gelegt, wie ein Wurm zertreten wird, sich durch das Licht des Glaubens dennoch über die zeitlihe Nacht erheben kann qus dieser Schilderung des Höhegrades christliher Demuth und Selbst- verläugnung ist bei dem Franzosen eine allegorische Darstellung des Kampfes zwischen dem guten und bösen Prinzip, und was an jener Tradition kirhlih und ehrwürdig war, nicht allein zerstört, sondern gelästert worden, Den todten Nonnen gönnt Scribe nicht einmal die Ruhe im Grabe, und beshwört sie herauf, um sie als Buhlerinnen und Trunkenbolde zu brandmarken, Bisher waren wirs gewohnt, daß die Roman- und Schauspieldichter wohl den Mönchen die Humpen zur Hand geben; Scribe stellt auch jene stillfromme weibliche Wesen, welche sich im Asyl des Klosters dem Frieden der Religion zuwendeten , als Solche dar, welche dort Nichts a eyt als die Sünde und den gefüllten Becher, Es spricht für den akt, die Einsicht und das Herz Meyverbeer's, daß er sih durch die Scribe- schen Allotrien nicht hat hinreißen lassen, musikalisch zu polemisiren, und

S elbst zu thun genöthigt sein würden.“ Durch in Shulideec D L is der legitimistischen Opposition eine Gränz- linie vorgezeichnet, die si freilich von selbst versteht, die aber gleih- wohl bisher von allen Organen jener Partei verkannt wurde. Bleibt die Quotidienne jenem Programme getreu, so wird ste unendlich viel Gutes wirken, und den zersebenden Cinfluß der Gazette de France wenigstens zum großen Theile neutralisiren können,

Grossbritanien und Irland.

Loudon, 28, Okt. Jhre Majestät die Königin wird in nächster Woche den Großfürsten Michael von Rußland in Windsor empfangen und mehrere Hof-Festlichkeiten veranstalten. dla

Die Morning Post zeigte gestern die Ankunft des Herzogs von Decazes an, welcher dem Herzog von Bordeaux entgegenreijen wollte. Heute _ berihtet das Hof - Journal jene Nachricht dahin, daß nicht der Herzog, sondern der Graf von Decazes in London an- gekommen set. Ver Erstere is befkanntlih Groß =- Referendar der Pairs - Kammer; der Leßtere aber, von einer ganz anderen Familie, der Sohn des Grafen von Decazes, welcher Präfekt unter der Re- stauration war. Der junge Graf wird den Herzog von Bordeaux auf seinen Retjen n Schottland und den nördlichen Fabrik-Distrikten Englands begleiten. Herr Berryer wird nach der Ankunft des Prinzen in Londou gleichfalls hier zum Besuche erwartet.

Die heutigen Abendblätter bringen neuere Nachrichten aus Dublin und geben den Eutshluß der Regierung, die gerichtliche Verfolgung O'Connell's aufzugeben, für ziemlich gewiß an. „Ueberall“, heißt es in einem Schreiben der Morning Chronicle, „waren heute Nachmittag (26sten) in der Stadt darüber Gerüchte verbreitet. Man gab verschiedene Gründe an. Einige hielten die falschen Jnformatio- nen des Reporters der Regierung, Hughes, für den Hauptgrund, nach anderen wolle das Ministerium einer versöhnlichen, anstatt ciner Zwangs-Politik sich hingeben. Man versicherte dies mit großer Zu- versicht. Ju allen Fällen wolle die Regierung mit Umsicht verfahren, um das Land von der fkonvulsivischen Aufregung, worin diese Staats - Verfolgungen es verseßt haben, zu be freien.“ Die Dublin Evening Post sagt dazu gleichfalls : „Ohne auf eine Autorität uns zu stüßen, haben wir Grund, zu glauben, daß die Regierung beim Herannahen der elften Stunde zu dem Entschluß -gekommen is, ihre Politik unter den gegenwärtigen Umständen noch einmal in Erwägung zu ziehen, Wir würden dem Volke wie der Regierung, obschon wir derselben entgegen siud, dazu Glück wünschen, weun unsere Nachrichten sich als gegründet erwiesen. Auf der anderen Seite versichert man, daß die Untersuchung (wenn sie stattfindet) vor einer Spezial-Jury der Grafschaft Dublin geführt werden foll,““ Das Freemans Journal berichtet, daß die Re gierung eine Kommission zur Untersuchung der Pachtgesebe in JFrland ernennen werde und bezeihnet den Grafen von Deuon als wahr \cheinlihen Präsidenten. Ï g

Seit einigen Tagen finden im auswärtigen Amte sehr häusige Konferenzen in Bezug auf die griechischen Angelegenheiten zwischen Lord Aberdeen, dem preußischen und österreichischen Gesandten statt. Die ununterbrochen einlaufenden offiziellen Mittheilungen aus St, Po tersburg, München und Wien veraulassen dieselben. .

Die englischen Blätter, ohne Unterschied ihrer Parteifarbe, beharren dabei, der jüngsten Revolution in Griechenland als „einem nationalen Werke“ ihr unbedingtes Lob zu spenden, trob dem daß ihre eigenen Berichterstatter in Athen und Konstanti= nopel den wahren Ursprung der Bewegung ohne Hehl offffen- baren. Am auffallendsten tritt dies in der leßten Korrespondenz der Morniug Chronicle aus Konstantinopel, die bekanntlich aus einer sehr gut unterrichteten Quelle kommt, hervor, welcher aber in einem leitenden Artikel desselben Blattes durchaus widersprochen wird. Die- ser Artikel lehnt sich vielmehr an eine Lobrede der Times über das fürzlih in London stattgefundene Gastmahl der dortigen Griechen zur Feier der glücklich beendeten Revolution , und erklärt sich mit dem Tory - Blatte in Hinsicht der griechischen Zustände zu Gunsten der selben, Der sehr gut geschriebene Bericht des Whig-Korrespondenten aus Konstantinopel enthält Folgendes : ]

„In Konstantinopel und in den Provinzen sieht man den Nesultaten der leßten Bewegung mit froher Hoffnung entgegen; - man glaubt , daß die Griechen nah erlangter Constitution nunmehr bereitwillig der Autorität des Königs und des Gesezes sich unterwe:fen werden. Die bewiesene Mäßi- gung gegen den Souverain wird als ein Zeichen der politischen Bildung des Volks und der Weisheit seiner Führer gepriesen, Jndeß sind diejeni- gen, welche so über die legte Revolution urtheilen, sowohl über den Ursprung wie die Folgen derselben im Dunkeln und unbekannt mit der Natur aller ähnlichen Ereignisse. Wenn der Anfang eines Ereignisses, daß die wichtig- sten Prinzipien der Freiheit der Völker berührt, glücklich von statten gegan- gen ist, und jeyt keine weitere Ausdehnung gewinnt, so wird die leßte grie chishe Revolution ein Phänomen in der Völkergeschichte sein, wel- hes weder aus dem Charakter der Griechen noch aus den ge heimen Ursachen der Bewegung hätte gedeutet werden können, Was die Mäßigung betrifft, welhe die griechischen Volksführer bewiesen haben sollen, so kann darüber Niemand urtheilen, Wenn der König sich geweigert hätte, den ihm gestellten Bedingungen nachzugeben, dann hätte es sich erst erweisen fönnen, ob Jene Mäßigung besaßen, Aber wo auf der einen Seite unbeschränkte Forderungen, auf der anderen eben- solche Zugeständnisse sind, kann davon nicht die Rede sein. Die größte Revolution, welche die Welt gesehen hat, begann mit ähnlichen Forderun- gen von Seiten des Volks und ähnlichen Gewährungen von Seiten des Monarchen mit einem gleichen Anschein von Mäßigung. Aber vor allen Dingen müssen wir die leßte Revolution verdammen wegen ihres Ur- sprungs und des Charakters ihrer Urheber. Wir stehen nicht an, zu sagen,

TT9 daß dieselbe der beklagenswerthen Unwirksamkeit unserer auswärtigen Politik zugeschrieben werden muß, welche die Ursachen des in Griechenland wirklich bestehenden Mißvergnügens nicht beseitigte, als sie es konnte, j

Vom Whig - Standpunkte aus klagt der Korrespondent die Po= litif Lord Aberdeen's an, welhe Griechenlands, einer gegen das sich mehr und mehr festigende Königthum gerichteten Partei gegenüber sich niht nahdrückliher angenommen habe, bis endli in Folge der im vorigen Jahre vom russischen Kabinet gegen die griechische Re- gierung erlassenen energischen Noten hinsihtlich der Finanz - Angele genheiten das junge Königthum sihtbar wankte und dadur jene Partei unter Kalergis die Waffen gegen sich in die Hand gab. Sieht man auch von dem Standpunkte des Korrespondenten als Whig ab, so bleibt immer noch übrig, daß die leßte Umwälzung in Griechen=- land nicht als eine nationale, sondern als eine Partei-Bewegung zu betrachten is, deren verwerflicher Charafter entschieden gemißbilligt wird. Die Morning Chronicle, so wie in gleichem Sinne die Times, sagt gegen diese Mißbilligung:

„Der Brief unseres Korrespondenten aus Konstantinopel sieht aus einem eigenen Gesichtspunkte die griechishe Revolution an, indem er sie den Um- trieben einer Partei, die vom Auslande unterhalien wird, zuschreibt und deshalb sie als etwas Verwerfliches darstellt. Wir haben eine sehr hohe Meinung von dem Urtheile unseres Berichte:statters, und seine Stellung rechtfertigt diese Meinung, aber wir glauben doch, daß er eine große Ursache der Nevolution zu sehr aus dem Auge läßt, nämlich die natürliche und große Ungeduld der Griechen selbs, Es ist wohl wahr, daß die russische Note in ihrer Strenge die Unzufziedenheit der Griechen mit ihrem Souverain gesteigert hat, aber Jeder wird cinsehen, daß die Negierung selbst durch ihre Maßregeln den Ausbruch dieser Unzufriedenheit herbeigeführt hat. Die Nevolution war nothwendig. Was in Athen geschehen is, hat darum durchaus unsere Bil- ligung. Wenn jene fremde Partei ihre Hand der Revolution geliehen hat und Hoffnungen darauf gründet, durch die Priester-Partei ihren Einfluß in Griehenland zu monopolisiren, \o is sie gewaltig im Jrrihum. Dem Kalergis, mag er jener Partei angehören oder nicht, ist man Dank schuldig. Was König Otto betrifft, so is sein Thron gesichert; aber nicht von Frankreich und England, sondern von ihm selbst hängt diese Sicherung ab. Wir sind er- freut darüber, zu finden, daß unser Kabinet bereits beschlossen hat, die neue Ordnung der Dinge in Griechenland zu unterstüßen, und stimmen mit un- serem Kollegen, der Times, überein, wenn sie sagt: „,„So viel nur die Macht einer fremden Nation zur Befestigung der constitutionellen Monarchie in Griechenland beitragen kann, soviel wird unser Land nicht ermangeln, ihr zu gewähren ‘‘‘‘. Das is ein erfreuliches Resultat ciner Revolution.“

Es versteht sich von selbst, daß wir diese Auszüge nur mitthei- len, um die Stimmung zu harakterisiren, welche in Betreff eines der merfwürdigsten Ereignisse jenscits des Kanals zu herrschen scheint.

Dem Ausgeben der verschiedenen Bankscheine von Seiten der Gesellschafts- und Privat-Banken versucht die Bauk von England durh Vermehrung ihrer Filial-Banken auf dem Lande Einhalt zu thun. Die Direktoren, zeigt das Bankers-Cirkular an, haben be= {lossen, eine Filiale in Leicester zu eröffnen und sind zu gleicher Zeit mit mehreren Privat-Banken übereingekommen, dieselben unter der Bedingung mit Noten zu versehen, daß sie keine anderen Papiere in Umlauf seben.

Be ae n.

Brüssel, 341, Oft, Der Moniteur Belge enthält heute folgende Erklärung: „Die pariser Journale haben angezeigt, daß englisches Leinenzeug und Leinengarn über Belgien in Frankreich ein= geführt worden sei, im Widerspruch mit der Convention vom 16. Juli, die diesen Transit verbiete ; sie fügen hinzu, daß diese Angelegenheit der Gegenstand der lebhaftesten Reclamationen von Seiten der \ranzösi- chen Regierung gewesen sei. Wir sind ermächtigt, zu erklären, daß an feiner dieser Mittheilungen etwas Wahres ist ; keine Klage is bei der belgishen Regierung angebracht, keine Verleßung der Convention vom 16. Juli is ihr angezeigt worden,“

S

Luzern, 25. Olle. O. P. A Z) Der vom Große Räth genehmigte Vertrag mit dem weiblichen Jesuiten-Orden enthält einige das Staats - Juteresse \{hübßende Bestimmungen, insofern überhaupt bei Uebergabe der Jugendbildung an einen fremden Orden Bürg haften für treue Volksthümlichkeit seines Wirkens denkbar sind. Das Ursuliner-Kloster in Landshut verpflichtet sih nämlich, drei Lehrfrauen und eine Laienschwester an Luzern abzugeben. Diese Lehrfrauen wer den das Pensionat zu Ursulinerinnen als Töchter=Lehranstalt für den Kanton und gleichzeitig ein Noviziat für Kandidatinnen der Ursuliner= Gesellschaft übernehmen. Jn das Pensionat dürfen vor der Hand niht mehr als 12— 20 Töchter gufgenommen werden. So wie Lehrstellen an der Mädchenschule von Zeit zu Zeit erledigt werden, übernehmen die im Noviziat neu herangebildeten Ursulinerinnen dieselben, Ohne Bewilligung der Regierung darf jedoh die Zahl der Uisilinerinnen 25 1 eei. Der neuen Ursulinergesellschaft wird das Ursulinergebäude zur Bewohnung über geben. Sobald die Genossenschaft der Ursulinerinnen sich förmlich konstituirt und bereits mehrere Mädchen = Schulen der Stadt Luzern übernommen haben wird, werden die Zinsen des vorhandenen Ursu linerfonds der Gesellschaft übergeben. Diese wird verpflichtet, all jährlih über sämmtlihe Einnahmen und Ausgaben und die Verwen dung des Ertrags des Ursulinerfonds dem Erziehungsrathe und durch diesen dem Regierungs-Rathe Rechnung abzulegen, Hinsichtlih der Lehrbücher und Lehrmethode hat die Gesellschaft den Geseßen und Verordnungen der Regierung sich zu unterwerfen,

Lausanne, 24, Okt, Auch der Staats-Rath von Waadt hat über die Beschlüsse des Großen Rathes von Luzern Berathung ge-

| fönnten, mit aller Kraft entgegenzutreten.

pflogen und theilt dieselbe Ansicht, wie sie der Regierungs-Rath von Zürich in seinem Schreiben an den Vorort ausgesprochen. Weit ent= fernt, mit bernersher Feindseligkeit und Schroffheit in jenen Groß- raths = Beschlüssen {hon etwas Bundeswidriges und Strafbares zu erblicken, hält er vielmehr dafür, die in theuren Gefühlen gekränften Minderheitsstände hätten jeßt einen besonderen Anspruch auf wohl= wollende und rüsihtsvolle Behandlung von Seiten ihrer Bundes= brüder ; er spriht aber eben so entschieden die Absicht aus, etwaigen Schritten, welche die Einheit und den Frieden der Schweiz gefährden ionnten, 1 r Der Staats-Rath hat sich für jeßt darauf beschränkt, weitere Berichte über diese Angele- genheit abzuwarten und das Justiz-Departement zu beauftragen, den 2 der Ereignisse zu beobachten und zu prüfen, was des Weiteren zu thun sei.

Falten

Nom, 19. Oft, (A. Z.) Seit einigen Tagen toben die

| heftigsten, in dieser Jahreszeit sonst hier seltenen Stürme und in den

nahen Meeres-Buhten sollen mehrere Wracke angetrieben sein. Jn verschiedenen Dörfern der Campagna wurden Erdstöße verspürt, welche am 10ten d. auh die Einwohner des süd!ichen Caserta be- unruhigten und zwei Stunden vor Mittag desselben Tages in Neapel sih wiederholten. E :

Aerztlichem Rath zufolge, hat der Kardinal Mai aufs neue eine Erholungsreise angetreten, Dies is der Grund des verspäteten Er-

| scheinens der leßten, dem Publikum versprochenen zwei Bände des

durch seine inedirte Literatur \o sehr interessanten Spicilegium Ro- manum, Doch wird der Kardinal in furzem hierher zurück sein.

So eben isst der 7te Band der auch vom katholischen Klerus Deutschlands hochgeshäßten Praelectiones iheologicae quas hba- buit in collegio Romano Joannes Perrone qus der Presse der Propaganda ans Licht getreten; er enthält Tractatus de sacramen- tis in specie.

| S. Panitésh ©ò Madrid, 21. Oft, Die Prüfung der Wahl - Aften i} | im Senate bereits erledigt, und auch der Kongreß wird vermuthlich | heute oder morgen diese Arbeit beendigen, so daß man zur förm- | lihen Konstituirung der Kammer schreiten könnte, wenn anders die | vorschriftsmäßige Anzahl von Deputirten anwesend wäre. Um die | Erreichung der Vollzahl zu verhindern, hahen die wenigen esparteristishen Deputirten, auf welhe die Wahl gefallen if, beschlossen, sih nicht hierher zu begeben, und da auch die Deputirten aus den entlegeneren | Provinzen noch nicht eingetroffen sind, und in einigen Theilen der | Monarchie die Wahlen erst jeßt stattfinden, so dürften leiht nohch acht Tage verstreichen, ehe der Kongreß seine parlamentarische Thä= tigkeit beginnen fanu, hat die unerwärtete Anfechtung

Unterdessen der Wahl des Herrn Escosura großes Aufsehen erregt, und vielleicht | den Keim der Zwietracht oder des gegenseitigen Mißtrauens unter die | bisher so einigen Deputirten geworfen. Jene Wahl wurde bekanntlich aus dem Grunde angefochten, weil Herr Escosura wegen seines pflihtmäßigen, dem Pronunciamiento vom September 1840 entge= gengeseßten Widerstandes zu einer Geldstrafe verurtheilt worden war. Gestern \prah uun der General Narvaez, ein persönlicher Freund | Escosura’s, im Vorzimmer des Sitzungs=-Saales der Deputirten sehr laut die Ueberzeugung aus, daß unter der Anfechtung jener Wahl ein gegen alle Deputirte, welche sich der September - Revolution an= geschlossen hätten, gerichteter Angriff verborgen wäre. „Jch befinde mich in gleicher Lage wie Herr Escosura““, rief der General aus, und will man diesen niht als Deputirten zulassen, so werde auch ih austreten.“ Hierüber entstand ein ziemlich heftiger Wortwechsel. Man hörte Aeußerungen wie „wir wollen feine Soldaten-Herrschaft, wir brauchen keinen neuen Espartero“ u, dgl. Indessen vermuthet man, daß bei der Abstimmung über die Wahl Escosura's diese für gültig anerfannt werden wird. Mehrere Deputirte sollen durch den Infanten Don Francisco gewonnen worden sein, namentli die von Granada. | Es heißt ziemlich allgemein, Herr Olozaga habe sich von Paris aus \criftlih bereit erflärt, an die Spiße eines neuen Ministeriums zu treten. Jch kann indessen niht umhin, an der Zuverlässigkeit dieser Nachricht zu zweifeln. Auf der anderen Seite versichert man, Narvaez würde als Kriegs-Minister an Serrano's Stelle treten, und“ dieser dagegen General-Jnspecteur der Kavallerie werden. Der spanishe Arzt, welcher Espartero nah England begleitete, | so wie einer der Adjutanten des leßteren, Oberst Mendicuti, haben auf ihr Ansuchen von der provisorischen Regierung die Ermächtigung erhalten, sich hierher zu begeben. Beide hatten die an Bord des „Bätis“ erlassene Protestation des Ex=Regenten nicht mit unterzeichnet. Am 18ten wurde das Belagerungs-Geschüß vor Saragossa in den Batterieen aufgestellt, Der General Concha hatte 32 Ka- nonen zu seiner Verfügung. Am 19ten wollte er die Einwohner auffordern, sich unbedingt zu ergeben, und, auf den Fall einer ab= shlägigen Antwort , sollte gestern das Feuer eröffnet werden. Er hatte den in der Stadt befindlichen Land-Eigenthümern erlaubt, diese zu verlassen und der Aerndte obzuliegen, ihnen jedoch untersagt, die zu ärndtenden Früchte in die Stadt zu s{haf}en. | Die ganze Provinz Leon hat sih gegen deu Aufstand der dor= tigen Hauptstadt erhoben, Am 18ten standen die National - Milizen von Astorga , la Bañeza und vielen anderen Ortschaften vor den Thoren Leons und \chlugen einen Ausfall der Einwohner zurück

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daß sein gauzes Tonwerk den versöhnlichen, milden und dem Guten den Sieg verheißenden Charakter behalten hat, wodurch dasselbe, troß des ver- legenden Textes, so sehr auspriht. Wir haben oben schon bemerkt, daß Meyerbeer in den „Hugenotten “, worin er ebenfalls ein verfängliches, in confessionelle Zerwürfnisse hineingearbeitetes Thema zu komponiren hatte, sich rein zu erhalten wußte und geistig über die Parteien stellte, deren Trei- ben seine Tonbilder malen sollten. Hoffen wir, daß ihm in seiner neuen Qper „der Prophet“, worin er sich abermals einem religiösen Süjet zuwendet, durch das Libretto kein Zwang angethan werde, aus dieser seiner konfessionellen Freiheit und Toleranz herauszutreten. Seine bisherigen Texte waren in dieser Hinsicht geeignet, ihn auf dem Glatteis, worauf sie ihn führten, wanken zu machen, Meyerbeer scheint dies zu fühlen, der Nationalièmus in Glau- benssachen ihn abzustoßen, und er wendet sih von dem Bombast der be- tresfsenden Tiraden französischer Schriftsteller, die ihm Licderterte schufen, 4 einfachen, herzlichen deutschen Kirchenliede zurück, Seine Com- pon Gibarbs@en 2 zwar nicht an Bildern reichen, auch nicht gleich Herzen entstrômten U l Var lr Pomeibeit KirGtalieve ‘los 6 sind des Meisters würdig asselbe einströmenden Kirchenlieder Klopstock's

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Paris, 30. Okt, Vorge ern w1 i mi Oh Schloß von St, Cloud beruftn: A doit vor bres Master e De serteur““ von Scedaine und Monsigny aufzuführen, dessen Wiedereinstudirung hon seit län erer Zeit angekündigt war, Die erste Aufführung dieser Oper hatte am 6. März 1769 stattgefunden, und die Kritik war damals ziemlich wegwerfend gegen ein Werk verfahren, welches sich vierzig Jahre lang in

der Gunst des Publikums erhielt und noch jeßt einer neuen Belebung wür- dig erachtet worden ist,

Zur &Sandels-Statistik.

Der asiatishe Handel. Ein Beitrag zur allgemeinen Geo- graphie und Statistik vom Ritter Adrian von Balbi, deutsch mitgetheilt von C. Fl. Seebode, Königl, preuß. Regierungs = Referendar. 1843, 8.

Der Herr Bearbeiter, welcher unlängst des großen Statistikers Bal b Schriftchen über die vorherrschenden Mächte der Erde deutsch herausgegeben macht sih hier wieder um die Erdkunde verdient, indem er des Meisters Abhandlung über den Handel Asiens aus dessen vermischten geographisch- statistishen Schriften überseßt herausgegeben hat. Es is für einen jungen Gelehrten ein s{öner Eintritt in eine wissenschaftlihe Laufbahn, unbekann- tere Schriften verdienter Meister zu bearbeiten, zumal wenn, wie hier der Fall, ein Opfer reiner „Pietät“ damit verbunden is, j

„Asien kann, hinsichtlih seines Handels, in 3 große Abtheilungen ge- sondert werden, nämlich 1) in Länder, wo der innere Handel und die

Küstenschifffahrt blüht, die aber jede Communication mit Fremden abweisen

und Leßtere nux auf einigen bestimmten Orten ihres Territoriums zulassen.

(Hinter-Jndien, Sina, Japan.) 2) Länder, welche dem Land- und See-

handel seit dem fernsten Alterthum geöffnet sind. (Syrien, Klein-Asien 2c.)

3) Länder, welche man als nur dem Landhandel eröffnet ansehen kann,

(Sibirien, Turkestan.)“ Araber, Armenier, Butharen, Banianen und Parsen

nehmen in der zweiten Gruppe, Armenier, Bukharen, Banianen und Russen

in der dritten die Hauptstelle ein. Arzeneien vom Kampher bis zum Rha- barber, Gewürze vom Zimmet bis zum Opium, Getränfkpslanzen vom Thee

C

bis zum Kaffee, Wohlgerüche vom Weihrauch bis zum Rosenöl, sind Haupt- waaren des südlichen Asiens. West - Asien liefert edle Weine vom Cyper- bis zum Samoswein ; Nord - Asien Pelze vom Fuchs bis zum Zobel, So fröhnt Asien den sinnlihen Genüssen des Geschmads, Geruchs und Ge- fühls, ohne der edlen Steine zu gedenken, die zum Luxus, und der edlen Erze, die zum Gebrauche dienen. Als Schatteuscite dieses reizenden Ge- máäldes wollen wir nur „Neu - Ourghandsh und Chiwa aufführen, welche man wegen der Landräuber, die dessen Hauptbevölkerung bilden , das asia- tische Algier des Binnenlandes nennen könnte.“

Unter den Handelswaaren sind Opium und Thee weltgeschichtlich ge- worden, indem sie sogar Kriege veranlaßt haben. Vor dem Kriege mit Sina soll der Vertrieb der Opiumfkisten von Indien auf 40,000 Kisten zu 40 Millionen Rthlr. Werth gestiegen sein, und etwa um dieselbe Zeit die Ausfuhr des Thees aus Sina 74 Millionen Pfund betragen haben, wovon die Briten 51 Millionen, die Anglo - Amerikaner 10, die Russen 8 und die Holländer 5 ausführten, wogegen man den Verbrauh von Kaffee jährlich nur auf 35 Millionen Pfund rechnen kann.

Von der jährlihen Gold-Ausbeute auf der ganzen Erde (etwa 75,000 Mark oder 16 Millionen Rthlr.) kommt jeßt, nah Entdeckung der Ural- und Altai-Gruben fast die Hälfte auf Asien,

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Stockholm, 4. Okt. Se. Majestät der König haben den Chefs der Seidenwaaren-Fabrik W. A. Mever Söhne in Berlin für pberreiGung eines von denselben gefertigten Kunst- Seidenstoffes die große ee dies daille, mit der Inschrift: „lUlis quorum meruere labares“ dur dte seitige Gesandtschaft in Berlin zustellen lassen.

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