1843 / 128 p. 4 (Allgemeine Preußische Zeitung) scan diff

Man seßt voraus, daß die Stadt in diesem Augenbli> in den Hän= den der Truppen der Regierung ist. | E Meine oben ausgesprochene Vermuthung, daß eine

Abends. auszubrechen drohe, hat sih heute

den Deputirten Spo BE geen Ren bei hellem Tage gedru>te Zettel an

die Straßene>en gelebt, durch welche das Volk aufge{bert Se, die Journalisten an den Een aufzuhängen und dann „die Verräther zu vertilgen, welche si< in Frankreich an Christine verkauft dein

Ein Offizier ließ diese Zettel durch Soldaten abreißen, allein teen wurden sie aufs neue angeklebt. Jn der heutigen Sißung der Deputir en erfláärte der Graf de las Navas das Abreißen der Zettel durch Soldaten für einen Eingriff in die Preßfreiheit, und rief aus: „Die Freiheit Spaniens läuft keine Gefahr, so lange es Deputirte giebt, die sie vertheidigen können! / Diese Worte verursahten eine große Aufre-= gung, inmitten welher der General Narvaez sih erhob, und mit Heftigkeit ausrief : „Die Freiheit läuft keine Gefahr, sto lange es Mi-= litair-Behörden giebt, die sie vertheidigen!“ Da die Aufregung zu- nahm, \o erklärte der Minister des Junern (Caballero), weder die Freiheit der Presse, no< irgend eine andere laufe Gefahr, jo lange es Minister gâbe, wie die gegenwärtigen. Darauf ging man zur Tagesordnung über. Nach dem Schlusse der Sißung bemerkte ich, daß der General Narvaez im Vorsaal in heftigem Wortwechsel mit mehreren Deputirten, die si< zu den früheren Moderirten renen, begriffen war,

X Paris, 30. Okt. Das seit dem 26sten in Bayoune ver= breitete Gerücht von der Uebergabe von Saragossa an den General Condha is ohne Zweifel voreilig, da wir im entgegenge)eßten Falle ganz gewiß durh den Telegraphen n diejem Augenblicke schon die Bestätigung desselben erhalten haben würden. Saragossa hat seinen Entschluß, sih bis auf das äußerste zu vertheidigen, in einer ener= gischen Proclamation an die National-Garde des Königreichs ausge sprochen, in welcher es dieselbe mit feurigen Worten auffordert, seinen Aufstand zu unterstüßen. „Wenn aber ““, jagt die Proclamation, „Saragossa bei seinem edlen Unternehmen allein bliebe, wenn die Nation sih taub zeigte für unser Feldgeschrei, wenn sie das schimpf= lihe Schweigen der Knechtschaft dem kriegerischen Wasfengetöje vor= zöge, wenn sie nah siebenjährigem Blutvergießen und siebenjähriger Verwüstungen die Früchte aller jener heldenmüthigen Anstrengungen, aller jener unerhörten Opfer dem shändlihen Hohne ihrer Feinde preisgäbe, alsdann würde Saragossa unter dem Donner der Kanonen seinen KriegeS- ruf bis zum leßten Augenbli>e erschallen lassen, alsdann würde es auf seinen ruhmvollen Trümmern die Fahne seiner Ahnen aufpflanzen, das Banner der Söhne Sobrarve's, die vor 10 Jahrhunderten ganz Europa lehrten, was Freiheit sei. So wird Saragossa jebt der |pa- nischen Nation ein belehrendes Beispiel der Chrenhaftigkeit geben und ihr zeigen, wie man freiwillig übernommene Verpflichtungen erfüllt, die dur feierlihe Eide bestärkt sind.“ Die Proclamation schließt mit einer förmlihen Verwahrung zu Gunsten der Verfassung von 1837, die nah Geist und nah Buchstaben und ohne die allergeringste Ab- weihung von ihren Bestimmungen aufreht erhalten werden müsse und solle, eine Protestation , die offenbar lediglich gegen den Plan der

Volljährigkeits-Erklärung der jungen Königin gerichtet ist. Nach die- ser so feierlichen und ausdrücklichen Erklärung der Saragossaner ijt der Werth der von gewissen Seiten aufgestellten Behauptung, daß der Aufstand der Hauptstadt von Aragonien eigentlich eine republikanische Tendenz habe, sehr zweifelhaft. : a í Ueber die leßten Ereignisse vor Saragossa lesen wir in den Blät tern von der Gränze die folgenden Angaben: Nach einem am 22sten vorgenommenen leßten Versuche, die Stadt auf dem Wege der Un- terhandlungen zur Unterwerfung zu bringen, ließ der General Concha am 23sten das Spiel seiner Batterieen gegen die Mauern von Sa ragossa eröffnen. Das Feuer des Geschüßbes dauerte den ganzen Lag hindur< ohne Unterbrechung, wie man nit dur< Nachrichten von dem Kampfplabe selbst, sondern dur< Berichte aus dem 12 spanische Stunden davon entfernten Tudela weiß, wo der Kanonendonner ganz deutli<h vernommen wurde. Am 24sten hörte man in Tudela das Geschüß niht mehr, aber man fannte noch nicht die Ursache der Ein- stellung des Feuers, Daß am 24sten Morgens durch eine aus der Stadt abgeschi>te Deputation neue Unterhandlungen mit dem Gene- ral Concha angeknüpft worden, scheint ein unverbürgtes Gerücht zu sein. Eine am 26sten durch die politische Behörde von Bayonne nach Jrun auf Erkundigung abgeschi>te Cstafette muß keine befriedigende Auskunft zurü>gebraht haben, weil der Telegraph sonst nicht gesäumt haben würde, die Nachrichten derselben nah Paris zu befördern. Die heute auf dem gewöhnlichen Wege eintreffenden Nachrichten aus Catalonien reichen bis zum 22sten, Am Tage zuvor hatten die Barceloneser einen Ausfall gemacht, welchen der General Sanz mit Hülfe seiner Reiterei leiht zurü>geschlagen. Die dur<h die Kugeln der Belagerer aus ihren Wohnungen vertriebenen Einwohner werden in Gemäßheit der deshalb erlassenen und früher mitgetheilten Ver- ordnung der Junta, in den Häusern der ausgewanderten Moderados untergebraht. Die Junta fährt übrigens fort, die der Bevölkerung nöthigen Waaren aus den Magazinen der Großhändler wegnehmen zu lassen und fie gegen baare Zahlung an die Ladenhalter zu ver faufen, Außer dem Ertrage dieser Verkäufe gewinnt die Junta an \ehnlihe Summen dur<h das Ausprägen alles edlen Metalls, dessen sie habhaft werden kann, so daß der General Sanz den Befehl ge. geben haben soll, das Münzgebäude in Barcelona von dem Schlosse Monjuich aus zusammenzuschießen. K

Die während des Waffenstillstandes von Gerona aus nah Bar= celona, Figueras, Hestalrih und anderen catalonishen Städten auf Kundschaft ausgeschi>ten Offiziere sind am 21sten größtentheils nach Gerona zurüc{gekehrt. Obgleich diese Abgeordneten nun aber offffen- bar durchaus keine dem Aufstande günstige Botschaften zurübringen können, \o haben ihre Aussagen doch allem Anschein nah die Kampf- lust und den Muth der Garnison niht gebrochen. Sogleich nah der Rüdkehr jener Abgeordneten erließ die Junta von Gerona einen

Bando, vur<h welchen sie alle waffenfähige Mannschaft der ganzen m von 17 bis 50 Jahren unter die Fahne rief. Das über arseille eingegangene Gerücht von dem Einzuge der Truppen des Generals Prim in Gerona is offenbar ungegründet. Das Belage- rungs-Geschüß Prin's war übrigens am 21sten durh drei Mörser und drei se<zehnyfündige Kanonen, die man in San Feliu de Guipols gelandet hatte, verstärkt worden.

In Figueras mahen die Jusurgenten unter der Leitung Martell's und Don Abdons Terradas die gr D A :

ce größten Anstrengungen, um eine be- deutende bewaffnete Macht auf die Beine zu bringen, Ste sind beson- ders mit der Errichtung der ihnen bisher Üitenden Rötterei besch äf- tigt, Die Behörden von Puicerda haben die 200,000 R E L enthaltenden öffentlihen Kassen der Stadt, deren Auslieferung irte Bevollmächtigten der Junta von Figueras sie früher auf die Gefahr einer Belagerung verweigert, unter einer ede>ung von National Gardisten nah Olot geführt, M

Pereinigte Staaten von Uord - Amerika.

O New - York, 8. Okt, Die hiesigen Blätter beschäfti ih seit mehreren Tagen eifrig mit einer Broschüre, die (bal ‘Lon aris aus zugeschi>t wurde, und die den Titel trägt: „Saint- Domingue devant l’ÉEurope, nécessìté, légilimité, et

| ner Ansicht nach, | stellen.

J 780

facilité de s0n occupation par la France dans les circon- stances présentes,” Der Verfasser dieser kleinen Schrift ist Herr Etienne Mouttet, ein junger Publizist nicht ohne Talent, der früher einige Zeit lange Korrespondenzen aus Pauis für das hier erscheinende französische Blatt Courrier des Etats unis geliefert hatte, und daher namentli< unter der französischen Bevölkerung der Union \<hon vortheilhaft bekannt war. Wie der Titel seiner Bro- shüre angiebt, versuht er dur< die Argumentation und durch die Thatsachen, die alten und gegenwärtigen, und unverjährbaren Rechte Frankreichs auf San Domingo zu zeigen. Er bespricht die Ver= träge, welche zwischen dem Mutterlande und seiner ehemaligen Ko= lonie abgeschlossen worden sind. Endlich geht er sogar bis in die strategishen Einzelnheiten der Wiederbesißnahme derselben ein, und set deren Leichtigkeit auseinanden 1

Hrre Mouttet stützt die Rechtmäßigkeit dieser Wiederbesibnahme auf zwei Gründe: den einen glaubt er durh die Gegenwart und durch die Vergangenheit hinreichend dargethan, der andere muß, sei=- 1 in einer nahen Zukunft ungusbleiblich sih heraus- Der erste dieser Gründe liegt , seiner Meinung zufolge, in der Unfähigkeit der haitischen Race, sich selbst zu regieren für jeBt, und ín ihrem Zurü>schreiten gegen die Barbarei, welches die Völker aus Achtung vor den Rechten der Humanität und der Civilisation verhindern müssen. Der zweite Punkt is die angeführte Ungenauig- feit des haitischen Volkes in Bezahlung der Schuld, welche die Be

St. Scbuld-Sch, G Pr. Engl. 0b1.30./4| Präm Scb.d.Seeb. —_— | 88%

Kur- u. Neumärk, |

Berl. Stadt-Obl,

Danz. do. in 'Th.! Westpe. Pfandbr. 35 Grossb. Pos. do.|

Ositpr. Pfandbr. Pomm. do. Î _— Kur- u. Neum. do. |: Schblesiscbe do.

Gold Friedrichsd'’or. And.Gldm.à5 Thb,

Discouto.

dingung bildete, vermittelst welcher Frankreich guf seine Souveraine- tätsrechte auf die Jusel Verzicht geleistet und die Unabhängigkeit der selben anerfannt hat. : i; :

Gegen diese Annahmen oder Gründe, auf welche Herr Mouttet das Recht Frankreichs, sih wieder in den Besiß von Haiti zu jeßenu, bauen will, lassen sih jedo<h mehrfache gewichtige Einwendungen igchen, | O Wenn die erste Unterstellung des Herrn Mouttet dur eine shlagende und unverwerflihe Erfahrung nachgewiejen ware, so würde doch jedenfalls der Wiederanspruch auf die Vormundschaft, die einem gewissermaßen als unmündig erklärten Volke wieder auferlegt werden soll, die Versammlung und Beschlußfajsung einer Art von Familien rath oder eines europäischen Kongresses erheischen. Frankreich könnte wohl mehr Rechte haben als alle anderen auf die Leitung der Vor mundschaft über Haiti in seiner Eigenschaft als nächster Verwandter ; aber seßt man die Hypothese dieses Kongresses, den man wohl für jeßt no<h in das Reich der utopischen Trâume verweisen muß, bei Seite, so kann Frankreich auf Haiti keine anderen Rechte haben, als diejenigen, die aus der Schuld an es hervorgehen, wenn sie nicht bezahlt wurde. E i

Diese Rechte wären absolut, das läßt sid nicht leugnen, denn jeder Vertrag, dessen Bedingung nicht erfüllt wird, 1} thatsächlich nichtig. Aber über dieser legalen Frage steht noch die andere von politisher Natur, nämlich, ob grankreich ein Juteresse dabei e fönne, seine Souverainetätsrehte über die Neger von Haiti mil Ge-= walt wieder zurü>zunehmen. Die Beantwortung dieser Frage 1 min- destens zweifelhaft, und in eine nähere Untersuchung darüber einzuge hen, wäre wohl eine unfruchtbare Arbeit, deren Nothwendigkeit in tei- ner Weise sich darthut, Andererseits 1 es fat 1mmer gefährlich, nuß= lose Probleme anzuregen. Die französische Regierung denft wohl E so wenig an die Eroberung von Haiti, als an die von Ostindien. Es ist der Traum eines geistvollen Mannes z aber dieser Traum wird un glücklicherweise von der lebhasten und leicht reizvaren Einbildungskraft der Haitier sür eine Wirklichkeit genommen werden, denn diese sind {hon an sich nur allzusehr geneigt, sich Fantome und Schrekbilder zu hafen und Schatten für Wirklichkeiten zu nehmen. Es is fast mit Sicherheit vorauszusehen, daß diese Drohung in der bedingenden Form Reclamationen veranlassen wirdz bereits sprechen die haitischen ournale von der Nothwendigkeit einer Aushebung von 100,000 Maun. Glücklicherweise für die Finanzen dieser Republif wird dieje Aushebung eben so nur auf dem Papier existiren, wie die Znvasions- pläne des Herrn Mouttet.

Eisena E

Leipzig, 3. Nov. Zur sächsisch - schlesischen Eisenbahn sind bis gestern Abend (Schluß der Unterzeichnung ) von 321 Theilnehmern 269,425 Actien, d. i. für 26,942,500 Rthlr, gezeichnet worden. (Nach einer uns gemachten Mittheilung sollen am L. November in Vresden für 9, in Bauten für 2, in Zittau für 3 und in Chemmß ur 1 Mil= lion Rthlr. Actien gezeichnet worden hein.)

Handels- und Börsen-Uachrichten.

Königsberg, 1. Nov. Marktbericht, Weizen 50 —- 65, Noggen 34—37, große Gerste 30— 34, kleine Gerste 26 —30, Hafer 17 20, graue Erbsen 32—60 und weiße Erbsen 32—42 Sgr. pro Schfl., das Scho Stroh 120 Sgr. Die Zufuhr war mittelmäßig.

Danzig, 1. Nov. Marktberich t, An der Börse sind heute ver- auft: Weizen inl, 7 L. 128pf. a Cf, 340, 19 L, do, a Cs, 3926, 129pf. a Cf. [

do, a C, 205, 10 4. 3627, 24 L, 130hf. a Cle 369, do a C 379, 16G L Do, À 48 L, 00, À Ql 9903 poln, 12 130vf. 4 Cf. 350, 40: L. do. a Cf. 355, 20 L. do. u, 66 2, 129—30ps. Cf 2572 26 L 129=-30vf,, 18 L, 25 L, und 29 L, 1900, Uno 00 L 130—31pf. a Cf. 365, 25 L, 1: * L, 131pf. und 21 L. und 50 L. 1482 a Ch. 370, 7 L U 32pf. a Cs. 375, 6 L, do, a Cf. 3772, 30 L. 132pf. a Cf, 380, « 131—32pf. a Cf. 3827, 23 L. 132pf. a Cf. 385 u. 21 L. 133pf. a Cf. 410; Roggen inl. 5 L, 120ps. a Lf. 2325 pr. Last.

Stettin, 1.

Weizen

2 1 12 -30

- me 1

Getraide-Marktpreise.

1 Nthlr. 275 Sgr. bis 2 Rthlr. 15 Sgr. Noggen L » 4125» d » 163 ») Geiste... A » i H » Hafer : - ) M » » 23% » Érbsen . Se 1 » 10 »» / » 410

Magdeburg, 2. Nov. Höchster und niedrigster Getraide - Markt-

reis pro Wispel: i

Weizen: 50 44 Rihlr, L |

Hamburg, 1. Nov. Getraide - J : n jer

110 , 138 Rihlr anh. u. magd. rother 104. 131 Îthlr., weißer 410, 134

Rthlr., märk. u. braunschw. 104. 134 Rthlr., les. gelber 116 . 132 Nthlr.,

weißer 114. 132 Rthlr,, me>lenb, u. pomm. 94. 143 Rthlr., holstein.

92,430 Rtblr., eyder u. büsum. w. 106.118 Hthlr., niederelb. r. u. b.

93 . 126 Nthlr. Roggen, danz., elb. u. kön. 76. 84 Rthlr., märk, med>lb,

pomm, 78.87 Rthlr,, holst. u. niederelb. 76.82 Rthlr., dänisch. 74. 80

Nthlr. Gerste, anh. u. magd. 71. 74 Rthlr., niederelb, Winter 52. 60 Rthlr.

Hafer, oberländ. 42.51 Rthlr., me>lb. u. holik. 15 . 57 Nthlr, niederelb. w.

25,47 Rthlr., cyder u. husumer 32.44 Rthlr. Erbsen 67.80 Rthlr.

Nappssaamen 137 . 148 Rthlr. : : 5

St. Petersburg, 27. Oft. Waaren-Umsab seit dem leßten Börsen-

bericht: Gefauft: Von gelbem Lichttalg, erste Sorte : Kolomna, 50 Fässer

zu 31% R,, ord. 200 do. zu 312 R., hiesiger Sc<hmelze 100 do. zu 305 R:-3

dito ziveite Sorte 300 Fässer zu 30 R. und Scifentalg 40 Fässer zu 3057 R,

alles pro Berk, baar in loco, Hanföl 100 Fässer zu 2 Rub. 90 Kop.

pro Pud baar. j | Paris, 30, Oft. Jun französischen Renten zeigte sich heute an der

Börse einige Lebhaftigkeit und eine Tendenz zum Steigen, Es war indeß

keine neuere Nachricht von Belang bekannt geworden. Die 3proc. Rente be-

gann mit 81,75 und stieg auf 81,90, die 5proc, hob sich von 121 auf

12

+ ,

Nov,

»

Gerste: 305 285 Rthlr,

Hafer: 20 19 » Preise. Weizen, polnischer

Be r:14nm.e.r. B 6.7 E, Den 4. November 1843.

Pr. Cour.

A Pr. Cour. 2 N Brief, | Geld.

Brief, Geld, | Gem.

Brl. Pots. Eisenb.| 5 | 156 155 do. do. Prior. Obl. | 103% | 3 [Mgd. Lpz. Eisenub. 178 do. do. Prior. Obl, 103% Brl. Anb. Eisenb.| 1463; | 145% do. do. Prior. Obl. 103% Düss. Elb. Eiseub. 7 —- do. do. Prior. Obl.| Rhein. Eiseub, do. do. Prior. Ob1l.| Brl, Fraukf. isb. do. do. Prior. Obl, Ohb.-Schles. Eisb. Brl.-Stet.E. Li.A. do. do. do. Lt.B. M agdeb. - Halber- städter Eisenb.| 4

5 ¿ABresI- Schweidau.-

Fonds.

| | E 1024|

102 | 1627 48 | | 100% 1063| 1014 | 1005 104% | 1033 - | TOLX 101%

Schuldyverschr.

do. do.

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Amsterdam Hamburg «ooo o c o ec o eor

London E E L Wilen in: 20 Ke. (4. Augsburg

Breslau Leipzig in Courant im 14 Thl. Fuss.

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5% Neapl, au compt. 108. 20.

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Kaiser von Rußland.

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Auswärtige Börsen.

Niederl, wirkl. Sch. 64. do. 1005, 3% do. 30 é Pass. —. Ausg. —. Zinsl. —. Präm. Sch. - Pol. —. Oesteerr. 1097. 1% Russ. Hope 90%. Antwerpen, 30. Okt, ZinsI. Neue Aul. 185. ae London, 28. Okt. Cons. 3% 95 R. Belg. —. Neue Anl, A, Pas- Sch. 11%. 22% Hou. 64, 0% 997. 5% Port. —- 25/0 —, Russ. Bras. 72. Chili —. Mex. 305. Peru A Paris, 30, Okt. 5% Rente flu cour. 21. U; 3% do. Gu cour. S841. 93. 5% Span, Rente 29, Pass. 9

110%. 4% 100%. 9 1839 1145

Amsterdam, 31. Okt. 50% Span, 1877.

Columb,

0/ rir : % (D Bank

Wien. 30. okt. 0% Mei. -1 Actien 1659. Anl. de 1834 1455. de

Angckommene Fremde. al S t, Petersbo ur g. Se, Königl. Hoheit der regierende S roß- herzog von Me>lenburg-Streliß. Baron von L g Ÿ röden, Großherzogl. Kammerherr, aus Streliß. Nitterschafts-Rath Baron von Hertcfeld, nebst Gemahlin, aus Liebenberg. : G Hotel. Se, Excellenz Herr Baron von Brun ned, Burggraf des Königreichs Preußen, aus Trebnib, Graf von Asseburg und zu Falkenstein aus Meißdorf, Hauptmann Zöllner, nebst Gemahlin, aus Dresden. i | Hotel de Russie. Ruppius, Dr. med. und Herzoglich \aischer Hofrath, aus Dresden. : ; E Schrabisch, Hauptmann a, D. und Ritltergutsbe- sißer, aus Liebenfelde.

von

——,

ber der Lon

sachsen - go

Baron von Veltheim, Major a. D, und Rittergutsbesißer, aus Schönflies. Kaufmann Strömer aus Stettin Baron von Wüuülkniß, Gutsbesißer, aus Hoppenrade. Landwirth Jüngken aus Magdeburg. Particulier sner aus Stockholm, Forst-Eleve Hillgeunberg und Jngenieur Märker aus Neustadt Cbersw.

König von Portugal. Fabrikant Liep old aus Quedlinburg. Kaus- leute Meißner und Stelzner aus Leipzig und Phillip aus Altona. Particuliers Trautmann aus Hamburg und Schneider aus Vres den. Gutsbesißer Meyerhofer aus Koblenz, Amts - Steuer - Ka|sen- Rendant Schulz und Gymnasiast Blum aus Friedeberg. Rentier Gras von Sprainzentein aus Breslau, Juspeltor Massn ex aus Giune berg. Amtmann Kladow aus Erfurt, S i

Hotel de Prusse. Nittergutsbesißer von Karbe aus Staffelde. Guts- besißer von Polenz aus Elbing. Schifffahrts-Direktor von Cxromon aus Swinemünde. Ober-Landesgerichts-Assessor vou Piper aus Wle zen a. d. O. Amtmann Weymann, nebst Gemahlin, aus Neuhof} Particulier von Winterfeld aus Potsdam. :

Stadt London. Gutsbesißer von Salisch aus Nieder -Ellguth in Schlesien und Diederichs aus Klein -Redsonow in Mecklenburg Schwerin. Ockonom Prü aus Grandlow in Mecklenburg - Schwerin, Particulier Krüger aus Fraustadt und Fellerm ann aus Potsdam. Nentiere Burton aus London. Kaufmann Fischer aus Saaz 1m Oesterreichischen. a |

Hotel de Sare. von Blumenthal, Lieutenant im Garde - Reserve Inf, Rgt., aus Spandau. Stud. Nourney aus Elberfeld, Erdmen- ger aus Saarbrück und Hodike aus Münster. Fabrifant Lang, nebst Gemahlin, aus Kreuznach. Particulier von Dresler aus Breslau.

Gutsbesißer von Weisandt aus Gerbjtadkt. von Rosaminski, Dr. med., aus Petersburg. Particulier von Zzecharnewski aus Riga. Kausleute Berghausen aus Danzig, Salomon aus Hamburg, Biesenthal aus Dirschau, Bernhari aus Leipzig und Schulz aus Stettin.

Hotel de l’Europe, Nittergutsbesißer von der Hagen aus Prenz lau. Particuliers Spangenberg aus Posen und Försterling aus Halberstadt.

Königliche Schauspicle. Sonutag, 5. Nov. Die Hugenotten, Oper in 9 von Meyerbeer. Ballets von E (err Dit, Theater zu Breslau: Raoul de Nang1s. Theater zu B L le: "Mi / 1 ) helm Lustspiel in 5 Abth, Fm Konzertsaale: Minna von Barnhelm, Lustspic 5 Abth, oon Ln j O Montag, 6. Nov. Zum erstenmale wiederholt : De aen von St. Cyr, Lustspiel in 5 Abth., nah A. Dumas, von H. Börnjteu!.

Konigsstädtisches Theater. Í

Sonntag, 5. Nov. Muttersegen, oder: Die neue Fanchon. Schauspiel mit Gesang in 5 Abtheilungen, nach dem Französischen des G. Lemoine. Musik von Proc, (Mad. Be>mann wixd, von ihrer Krankheit hergestellt, hierin als Chonchon zum erstenmale wieder auftreten.) Dazu: Vorstellung der gymnastischen Kiinstler aus London in 3 Abtheilungen. Erste Abtheilung (nah dem ersten Akt des Stücks): Bajaderen - Tanz, ausgeführt von den Herren Smith, Kemp und Taylor. Zweite Abtheilung (nach dem dritten Akt des Stücks): Die magishe Stange, oder: Der Antipode, ausgeführt von Herrn Chapmann. Dritte Abtheilung (zum Schluß \: Große ymnastishe akademische Exercitien und Gruppen, ausgeführt von den Herren Smith, Taylor, Kemp und Hollyoak, :

Montag, 6. Nov. (Italienische Opern-Vorstellung) Zum ersten- male wiederholt in dieser Saison: [1 Puritani.

—RRR E « Z Z Verantwortlicher Redacteur Dr. J, W. Zinkeisen,

Gedruft in dex De>er schen Geheimen Ober - Hofbuchdrucerei. Beilage

Abth. , Musik vom Stadk

M 128.

Rúückblicfe auf die siebente Versammlung deutscher Laund- und Forftwirthe, alten zu Altenburg vom 4, bis zum 10, Sept, 1843,

geh Vierte und fünfte Sigung. (Vergl. Allg. Preuß. Ztg. Nr. 125 und Nr. 127 die Beilagen. Die landwirth schaftlihen Vereine.

Iu der vierten Sizung am 7, September ging die Versammlung der deutschen Land- und Forstwirthe nah Erledigung des Geschäftlichen zur Diskussion der interessanten Frage über: „Worin hat sich die Wirksamkeit der landwirthschaftlichen Vereine bis jeßt am Erfolgreichsten bei dem Betriebe der Landwirthschaft gezeigt, und welche Anhaltpunkte ergeben sich theils hieraus, theils aus allgemeinen Wahrnehmungen für die zweckmäßigste Organisation solcher Vereine (““

Herr Pogge aus Ziersdorf: „Ueber den ersten Theil dieser Frage steht mir kein Urtheil zu, aber darüber, was geschehen kann, um diese Vereine recht wirksam zu machen, hatte ih wohl Gelegenheit, eine begrün- dete Ansicht zu gewinnen. Jch will erzählen, was in Me>lenburg gesche- hen is. Bei der Versammlung in Dresden redete man der Verbreitung guter Volksschriften das Wort. Jch zog immer den mündlichen Verkehr und Gedanken-Austausch vor, Darum zog ich die Landwirthe daheim zu den Versammlungen unseres patriotischen Vereins, bis ih später Bauern-Ver sammlungen für ganz Mecklenburg gründen fonnte. Dazu gab Se. Königl, Hoheit der Großherzog 200 Rthlr. und der patriotische Verein 100 Nthlr, her, ih richtete sie vor dem Jahre nach dem Muster unserer Versammlungen deut- scher Land - und Forstwirthe ein, und der Erfolg hat dieses Verfahren be- währt, so daß ich diese Bauern - Vereine über ganz Deutschland verbreitet schen möchte, Meine Herren, senden Sie aus Jhrer Heimat mir dazu einige Bauern nach Mecklenburg als Deputirte. Sie sollen mir auf meinem Gute in Ziersdorf willkommen sein, so wie ih au<h wieder um Aufnahme und Zutritt meiner me>lenburger- Bauern bei Jhren Vereinen biite. Denn ih bilde mir nicht elwa ein, daß unsere Bauern-Versammlungen als Muster gelten könnten, Damit Sie aber sehen, wie wir dort die Sache treiben, will ih einige Fragen und Antworten mittheilen, wie sie in unseren Bauern Versammlungen verhandelt worden sind.“

__ Der Redner les einige derselben vor und übergab dann die Zeit rift, worin sie stehen, auf den Wunsch des Präsidenten, zur Benußung für den Jahres - Bericht, Dann fuhr er fort :

(„Die Sache hat bei den Bauern viel Leben gewe>t, mir wurden

Briefe und schrifilihe Beantwortungen der aufgegebenen Fragen reichlich von ihnen zugeschi>kt, und ih hatte einmal, als wir von 10 bis 3 Uhr verhandelt hatten und als Einige die Fortsezung der Verhandlung noch begehrten, wohl no< 100 Bauern hierfür beisammen, Auch hat unser Großherzog unsere Versammlungen freundlih genchmigt, Darum wieder hole ih meine Bitte, Abgeordnete in Mecklenburg zu sehen, und würde mich freuen, wenn von den hiesigen Bauern, die ihre fortgeschrittene Bil dung auch durch ihre zahlreiche Theilnahme an dieser Versammlung be- weisen, mir recht viele ihre Adressen abgäben, damit ih ihnen die Zeit unserer Bauern - Versammlung mittheilen und sie dazu einladen kann.“ __ Antsrath Koppe: „Einen \{önen Beleg für die Wirksamkeit un- serer Versammlung hat der geehrte Redner vor mir bereits geliefert. Lassen Sie uns den betretenen Weg beharrlich verfolgen! Dann wird der Paupe- ri8mus von Deutschland fern bleiben und kein Haß der niederen Stände gegen die höheren unser Leben vergiften. Auch in meiner Gegend in den Oderbrüchen und in den höheren Theilen des Landes i} ein ähnlicher Sinn für Fortbildung durch Vereine erwacht und hat si<h ein erfreulicher Geist der Gewerbsliebe entfaltet,“

Herr Geh. Negierungsrath Lette fügte diesem noch folgende Bemerkungen hinzu: „Jm frankfurter Negierungsbezirk ist 1841 ein Central-Verein zu Stande gebracht worden, nachdem vorher nur eiwa vier oder sechs ein zelne Vereine bestanden hatten. Jeßt haben wir wohl zwanzig Kreis Vereine mit ungefähr tausend Mitgliedern. Alle beruhen mehr auf der That und dem lebendigen Beispiel, als auf dem leidigen Schreibwerk. Auch hat sich im Mai das Bedürfniß eines Bauern-Vereins geregt: denn die geselligen Vergnügungen der größeren stören, beengen und verlezen den dazu nicht Bemittelten. Namentlich hat sich auch Herr General - Secretair Kielmann der Sache mit vieler Liebe angenommen und in den Oder- brüchen, wo ansehnliche Bauernwirthschaften sind, erfreuliche Erfolge gehabt. Ein paar Schulzen gaben den Anlaß, und im Mai hatten wir schon mehrere hundert Mitglieder. Vertrauen is die Grundlage der Staaten, und wo dieses waltet, sind die Vereine die Organe, durch welche die Unterthanen den Regierungen entgegen kommen. Sie helfen dem kleineren Wirth von wärts, damit er nicht in der Konkurrenz mit dem größeren erliege, und der ganze Staat nicht zusammensinke, der Beider bedarf. Der Zeit folgend, hat die neuere preußische Gesezgebung viele früheren Verhältnisse gelöst. Aber auch das patriarchalische, zutraulihe Verhältniß zwischen dem Bauer und dem großen Besiger ist gelo>ert, Wir bedürfen aber der Einheit und des Zusammenhaltens. Gebe Gott, daß sie mit der wachsenden Bildung zurüfehren und daß der Centralisation der Kräfte von Oben ein vertrauens- volles, offenes und freies Anschließen von Unten entgegenkomme! Darum ist es wünschenswerth, daß die Gränzen der einzelnen Vereine sto viel als möglich mit den politischen Gränzen zusammenfallen,

Vom Präsidium aufgefordert, noch einige weitere Mittheilungen hier- über zu machen, erzählte sona<h Herr General - Secretair Kielmann aus Frankfurt a. d. O. sowohl vzn dem inneren Leben und Verkehr in den dortigen Versammlungen als von der Wirksamkeit derselben für die Umge staltung der Dreifelderwirthschaft; und auch Amtsrath K o pp e bestätigte die zu- nehmende Zweckmäßigkeit in der Einrichtung der bäuerlichenWirthschaftsführung.

Auf die Bemerkung des Herrn Prof, Schweißer, au<h Sachsen sei nicht zurückgeblieben, besiße schon seit vielen Jahren landwirthschaftliche Vereine, und scinen Bauern - Vereinen, die jeßt dur<h einen Central-Verein verbunden würden, fehle es niht an lehrreichen Diskussionen, nahm Herr Negierungs -Rath von Weißenbach Anlaß, folgendes Nähere hierüber mitzutheilen: „Allerdings waren bisher nur vereinzelte Vereine in Sachsen, theils größere wie um Kossen, theils mehre kleinere, Man wünschte die Zahl und Wirksamkeit derselben zu vermehren und die einzelnen Vercine in organischer Gliederung über das ganze Land verbreitet zu sehen, ohne dabei die Freiheit der einzelnen Vereine durch bindende oder beengende Vorschrif- ten zu lähmen. Es wurden Bezirks-Vereine gegründet, welche Lokal - Ver- eine hervorrufen oder durch Vertreter in sih aufnehmen sollten. Das ver- bindende Glied aller Bezirks - Vereine is ein einziger Haupt - Verein , dessen Vorsteher der zweite Vorstand unserer Versammlung is. Durch diesen Haupt- Verein stehen die Bezirks-Vereine mit der Staats-Regierung in Ver- bindung, so daß diese Organisation mehrfach an das neugegründete Landes- Oefkonomie-Kollegium Preußens erinnert, nur mit dem Unterschiede, daß bei uns die Leitung des Haupt-Vereins durh die Wahl der Mitglieder hervor- geht und die Negierung nur einen remunerirten Secrctair dafür liefert.“

__ Kammerherr von Closen: „Auch in Bayern zeigten die sogenannten Kultur - Kongresse hon vor zwanzig Jahren das Streben nach allgemeiner Bildung des Landmanns. Dahin war später auh die Tendenz des land- wirthschaftlichen Vereins gerichtet. Doch erwies sich die Theilung nach den politischen Bezirken nicht recht erfolgreih. Man hatte noch nicht das Bei- spiel dieser belebenden Versammlung vor sih. Jhre Nachbildung durch Herrn Po gge verdient Nachfolge. Aehnliches hat auch Prof. Knaus in diesem Jahre in Württemberg hervorgerufen, nämlich eine landwirthschaft- liche Zander - Versammlung durh das ganze Königreich. Worte zichen, Beispiele reißen hin, Unser Beispiel wird Licht und Wärme durch ganz Deutschland verbreiten und Deutschland kräftigen, deun Kenntniß ist Kraft.“ __ Von Török aus Pesth: „Landwirthschastlihe Vereine sind eine der höheren Civilisation angehörige Anstalt, Soklen sie au<h den Bauer um- schließen, so muß dieser durch genossenen Schul-Unterricht dazu vorgebildet sein, Darum sind solche in meinem Vaterlande Ungarn noch nicht möglich, Zch schäme mich nicht, Ihnen dieses zu gestehen. Denn die errcihte Bil- dung der Völker beruht größtentheils auf der Macht der Verhältnisse. Uns fehlt es nicht an gutem Willen, und alle unsere Justitutionen durchdringt ein fräftiger aufstrebender Associations-Geist, Seit etwa 10 Jahren besißen wir in

Pesth einen landwirthschaftlichen Verein, dem unsere ersten Männer und

781 Beilage zur Allgemeinen Preußischen Zeitung.

Patrioten angehören und der, in Sectionen getheilt, si< jährlich dreimal zu versammeln pflegt, Wohl wissen wir, daß die Kraft des Vaterlandes nicht allein in dem Reichthum der Höheren beruht, sondern daß auch der Bauer, der bei uns den legten Stand ausmacht, heraufgebildet werden muß. Darum müssen wir mit den Schulen anfangen. Für diese brauchen wir Lehrer, und zu deren gehöriger Vorbereitung Präparatien, oder, wie sie cs nennen, Se- minare, Mit diesen werden kleine Muster- und Versuhs-Wirthschaften ver- bunden, durch welche künftige Lehrer und Maier gebildet werden sollen. Die Grundherren überließen den Gemeinden einige Joch Land, um unter Leitung der Lehrer und Pfarrer Gärten anzulegen, neue Gewächse zu bauen, und so cine Schule unter dem freicn Himmelszelt zu eröffnen. Unser ganzes Ungarn ist in 54 Comitate und so auch in 54 Filialien getheilt, die wieder in kleinere Bezirke zerfallen. Diese halten jeden Monat eine Versammlung, wo die Deputirten der Gemeinden zusammenkommen, die Bezirke alle Vier teljahre, und in der Hauptstadt kommen jährlich zwei Haupt-Versammlungen zusammen. Die Nesultate dieser Versammlungen gehen dann vervollstän- digt und gereinigt in die öffentlichen Blätter. Wir vertheilen au<h Prämien, aber sie sind gering, weil der dur Privat-Kräfte zusammengebrachte Fond nur etwa 100,000 Fl. Conv. Kapital und etwa 4000 Fl. Conv. jährliche Beiträge besigt, was sehr wenig is für die Größe des Landes, Doch hoffen wir auf den gegenwärtigen Neichstag. Je mehr wir zu Jhnen nach Deutsch- land reisen , desto mehr Gutes nehmen wir mit uns in unser Vaterland, und wir hoffen, daß wir den Stoff, den wir bei Jhnen sammeln, zu Jhrer Ehre verarbeiten werden.“ :

Kammerherr von Breitenbauch aus Burg-Ranis bei Pösneck: „Seit Jahren war es cine meiner Haupt - Aufgaben, die gewerbliche Bildung des Bauernstandes zu fördern; ihr Gelingen is meine {önste Lebensfreude. Der hierzu von mir gegründete Verein besteht etwa aus 109 Bauer - Mit- gliedern, und zwar blos aus solchen. Denn zu verschiedene Bildungsgrade der Mitglieder eines Vereins beengen, machen befangen, erwe>en Mißtrauen, Aber es i} cine wahre Freude, den gesunden Verstand unserer Bauern, ihr Eingehen auf die vorkommenden Sachen, ihr Fortschreiten zu beobachten, Man tadelt freilih an solchen Vereinen, daß nichts auëgemacht werde, allein die Anregung is die Hauptsache und dann das weiteie stille Fortarbeiten der angeregten Dinge im Geiste jedes einzelnen Mitgliedes. Dazu sind solche Vereine ein vortreffliches Mittel, gemeinnüßige Anstalten und Unter- nehmungen zu fördern und hervorzurufen, wie es bei uns z, B, mit dem Gesindewesen, der Triftordnung, der Wahl von Thierärzten u. \. w. der Fall gewesen ist,“

Staatsrath Fischer: „Um in meinem Regierungs - Bezirk, der nur gegen 30,000 Menschen enthält, den Landmann und die Landwirthschaft zu sördern, machte ih bekannt: den und den Tag komme ich da oder dorthin und wünsche dort alle Bauern zu sehen, die sich mit mir über landwirth schaftliche Dinge bespreben wollen, Das Schwierigste bei solchen Versamm- lungen bleibt immer die re<te Leitung. Geistliche und Schullehrer, an die man zunächst wohl denken könnte, halten gewöhnlich schöne Reden, aber das praktische Talent, die Verhandlungen Anderer . zu leiten, das Neden Anderer erleihternd und ermuthigend in Ordnung zu halten, geht ihnen ab. Meine Bauern rühmen mich daher als einen „gemeinen Herrn““, was andere gute Freunde von mir vielleicht auch schon in einer minder lobeuden Bedeutung gesagt haben mögen, Sind wir nun so zusammen, so werfe ich eine Frage, eine Bemerkung hin. Man debaitirt darüber. Jst's genug, so mache i< eín Ende und fasse das gefundene Ergebniß zusammen. Noch einmal: die rechte Leitung ist für solche Bauein- Vereine die Hauptsache. Gelehrsamkeit und Kenntnisse sind nicht genugz eigener Grundbesiy und eigene landwirthschaftliche Thätigkeit bringen näher. Am wenigsten aber braucht der re<te Mann für seine Amts - Autorität zu fürchten, wenn ihn der Bauer in dem Arbeitsrocke bei der Landwirthschaft sieht.“ :

Graf von Reventlow: „Meiner Meinung nach gehören alle Land- woirthe zusammen, und so wichtige Stimmen sih auch für getrennte Bauern- Vereine erhoben haben, neben denen dann aussc<ließli<he Gutsherren- ober Juspektoren-Vereine stehen würden, so i} diese Scheidung doch nicht nach meinem Sinn. Als Abgeordneter des \<leswig-holsteinishen land- wirthschaftlihen Vereins kann ih versichern, daß unsere Vereine seit 30 Jabren ohne solche Klassifizirung bestehen. Würden wir wohl bei unserer Thierschau, deren jedes Herzogthum eine mit Prämien-Vertheilung hat, wie vor kurzem gegen 30 Vollblut-Hengste, großentheils im Besiß von Bauern, zu- sammengestellt gesehen haben, wenn den Landmann bei uns eine folche Scheidewand vom Landmann trennte? Und warum sollte es im übrigen Deutschland anders sein als in unserem Norden?“ (Veifall.) :

Pogge: „Es stehen zwei verschiedene Ansichten sich hier entgegen, zwischen welchen die Wahrheit in der Mitte liegen dürfte, Unser me>len- burger Bauer is schüchtern und kommt uicht von selbs, wenn wir ihm nicht zeigen, daß wir seine Erfahrungen gern hören. Aber er denkt über die Frage, die er mit Seinesgleichen verhandeln soll, nach, bereitet sich auf die Versammlung vor, und freuet sich mit seinen Verwandten, Etwas vorgebracht zu haben, das gedru>t werden konnte, Denn ih als Vorstand spreche gar keine Meinung aus und lasse die Verhandlung ihren freien Gang gehen. Als ich kürzlich unseren Kresse da fragte, ob die Sichel hier gar nicht mehr gebraucht werde, sagte er, preußische Soldaten häiten dafür die Sense augerathen, und \o sei jene vou der Señse verdrängt worden. Deswegen möchte ich auswärtige Bauern bei unseren Versammlungen haben, denn so verbreitet sich das Gute am leichtesten.“ f

Herr von Lengerke fügte folgende statistishe Notiz bei: „Als vor einem Jahre das Landesöfonomie-Kollegium in Preußen gegründet wurde, hatte Preußen etwa 90 landwirthschaftliche Vereine, und jeßt zählt es deren 200, über deren Wirksamkeit eine gründliche Abhandlung im 2ten Heft der Annalen des Landesökonomie-Kollegiums zu lesen is. Dieses beschäftigt sich jeßt damit, komparative Versuche einzuleiten und anzustellen, und wird so den Vorwurf, daß man immer mchr raisonnire als experimentire, von sich fern halten.“

Amtsrath Karbe aus Blankenburg meinte, die ausgesprochenen Ausichten gingen nicht so. weit auseinander als es scheine; er betrachte die Bauern- Vereine als Vorbereitungsstufen für die größeren allgemeinen Vereine.

Revistonsrath Sch uhm a <er bemerkte „Der Bauer kann nicht blos von uns, wir können auch von ihm lernen. ““ Herr von Breitenbau ch erklärte, daß er den Bauer nicht ausschließen oder von den größeren allge- meinen Vereinen zurückdrängen wolle; er wolle nur, daß es ihm in seinem landwirthschaftlihen Vereine wohl und frei sein solle und daß nicht fremde Lebensformen ihn beengen und abziehen, j

Regierungé-Rath von Holleufer: „Seit 15 Jahren der Provinz Sachsen angehörend und diese genau kennend, trage ih kein Bedenken, die Bauern in dieser überall zum Eintritt in die höheren Stände reif zu erklären,“

Landes-Ockonomie-Rath Thaer: „Weil Dr. Kuers nicht vortritt, thue ih es, Er hat viele Verdienste um die Vereine im Oderbruch. Dort standen die verschiedenen Dörfer, das eine ursprünglich von Pfälzern, das andcre von Leuten aus der Gegend von Warschau, das dritte von Scble- siern u. st. w. bevölkert, einander mit altvererbter Eifersucht entgegen. Seit die landwirthschaftlichen Vereine bestehen, is diese Anfeindung verschwun- den. Was die Scheidung betrifft, so hat sie au< ihre Nechtfertigung, So interessiren sich Leute im Oderbruch nicht für die Bearbeitung des hö- her gelegenen Sand- und Lehmbodens, und umgekehrt.“

von Closen: „Die Zwecke der landwirthschaftlichen Vereine sind verschieden. Die höheren wollen „die Wissenschaft selbst fördern, die Bauern- Vereine aber das anerkannt Gute prafkftis< ausführen, Dazu lernt jeder am liebsten von seines Gleichen, und der Bauer kanu selten weite Reisen unternehmen. Die Hauptsache is nicht die Sonderung, sondern die Zahl und der Eifer der Theilnehmer, und die gehörige Leitung.“

Kriegsrath von Hattorf aus Hannover: „Auch im Königreich Han- nover bestehen seit Jahren Vereine für Gewerbe und Landwirthschaft, Ge- neral-Vereine, Provinzial-Vercine und zum Theil auch Lokal-Vereine, ohne hierarhishe Unterordnung, aber in geordnetem Zusammenhang. Der wei- teren Vervollkommnung fähig, haben sie auh schon viel Gutes bewirkt, An diese Mittheilung knüpfe i< den Antrag, die Versammlung wolle die Frage nach der Fortbildung und Wirksamkeit der landwirthschaftlihen Ver- eine als bleibenden Verhandlungsgegenstand aufnehmen,“

Nachdem Ober - Amtmann Wevhe noch bemerkt, der landwirth\ast- liche Verein im Fürstenthum Ha lber stadt, dem er jeßt vorstehe, eristire seit 23 Jahren und zähle jeyt 120 Mitglieder, worunter der dritte Theil Bauern ;

Sonntag den 5!“ Nov.

daß sih aber hieraus durchaus feine Jnkonvenienz ergeben habe, wie er denn überhaupt nicht für unnöthige Schranken im Neiche des Geistes sei, erhielt der Bauer und Umspanner (das ist der landesübliche Ausdru>) Kress\e das Wort, das er in folgender origineller Weise nahm: „Zch habe um das Schlußwort gebeten. Das is vielleicht eine Anmaßung. Aber ih will jeßt einmal re<t anmaßend sein. Es war heute mein schönster Tag, daß ih Sie Alle begeistert sah für meinen Stand. Dafür danke ih Jhnen im Namen der deutschen Bauernschaft, 14. 1 Namen der Menschheit, ih, ein Bauer,“

Den Schluß der Sizung bildete der Vortrag einer höchst interessanten Abhandlung des Herrn Geh, Finanzrath P ab st über die Bildungs-Anstal- ten sowohl für größere, als kleinere Landwirthe und die Vorbedingungen sur eine gesegnete Wirksamkeit der ersteren.

Der Nachmittag des 7. Septembers war der allgemeinen Thierschau gewidmet, Es versteht sich von selbs, daß dergleichen Schaustellungen im- mer mehr oder weniger einen Lokal - Charakter behalten müssen, und daß folglich auch hier vorzugsweise die Produkte des altenburger Landes ausge- stellt waren, Wir brauchen nicht zu sagen, daß auch hier wieder sehr Aus- gezeichnetes geleistet wurde, obgleich das Land, bei seinem herrlihen Boden, mehr auf Aerbau, als auf Viehzucht im großen Maßstabe angewiesen ist. Bon den 25 auëgestellten Pserden wurden 5 mit Preisen, wobei 4 silberne

Becher, beehrt; von 98 Stück Rindvieh erhielten 13 Preise, wovon 6 gleich- falls silberne Becher waren; und einige Geldpreise fielen no< den ausge- stellten Schafen und Schweinen zu. Außerdem wurde auch über die auf die besten zur Ausstellung gebrachten landwirthschaftlichen Geräthschaften und Maschinen (das Ausstellungs - Verzeichniß wies davon 162 Nummern nach) und auf die reichhaltigsten Sammlungen von Feld - und Garten-Er- zeugnissen als Preise ausgestellten zwei silbernen Becher und 78 Rthlr, ent- schieden. Dagegen lehnte die Kommission der Versammlung welche noch in den leßten Tagen aufgefordert worden war, die Kunst- und Gewerbe- Ausstellung zu begutachten und über die vom Kunst- und Handwerks - Ver- ein mindestens 150 Rthlr. in Gold betragenden Preise zu entscheiden, diese schwierige und bei der Menge der ausgestellten Gegenstände mehr ‘Muße erfordernde Aufgabe von sich ab, und sprach sih nur im Allgemeinen belo- bend über die Ausstellung aus. Die Zahl der ausgestellten WoUvließe be- trug, zahlreiche kleine Wollproben ungerechnet, 136; do<h will man an ihnen Spuren der Trockenheit und Futternoth, welche im vorigen Jahre herrschte, bemerkt haben.

Der Abend gehörte wieder geselligen Vergnügungen an. Denn sämmt=- liche Mitglieder der Versammlung waren von der Kasino - Gesellschaft zum Konzert und Ball eingeladen. Das erstere fand, von herrlihem Wetter begünstigt, im Freien auf der lieblihen Jnsel des sogenannten großen Deiches stätt, welcher von einer höchst anmuthigen , von Kastanienbäumen beschatteten Promenade umgeben, eine Hauptzierde Altenburgs bildet, Vor=- züglich am späteren Abend bekam das kleine Eiland, von einer unzähligen Menge bunter Lampen in allen Farben geshma>voll erleuchtet, ein fast feenhaftes, bezauberndes Ansehen.

Jn der fünften Sißung am 8, September wurden zuerst die Gutachten und Berichte einiger der niedergeschten Kommissionen vernommen, Herr Geheimer Negierungs-Nath Albrecht aus Wiesbaden, ein eifriger Beförderer der Versammlung und ihrer Zwe>ko, und von der Herzoglich nassauischen Regierung an dieselbe abgesandt, gab bei dieser Gelegenheit, als das Votum der Kommission zur Begutachtung des von Pfaffen- rath schen Antrags, nach welchem der Unterricht in der Landwirthschaft in die Volksschulen eingeführt werden soll, vorgeiragen worden war, auf Er- suchen des Herrn Geheimen Finanzraths Pabs, er möge gefälligst mit- theilen, was im Herzogthum Nassau hierin geschehe und geschehen sci, folgende allgemein interessante Details : i

„Seit 1818 haben wir ein neues Schullehrer-Seminarium, Hier wird über Naturwissenschaften und Landbau theoretischer Unterricht ertheilt, um die künftigen Lehrer der Jugend mit den Grundlagen des landwirthschaft- lichen Wissens bekannt zu machen. Jch selbst habe siebzehn Jahre lang daselbst den landwirthschaftlichen Unterricht ertheilt, so wie ein jeßt hochge- stellter Arzt den naturwissenschaftlichen Unterricht besorgte. Díe jungen Leute bringen dahin meist nur das mit, was ihnen die Dorfschule bietet, und nehmen den Unterricht meist mit Liebe und Aufmerksamkeit auf, weshalb sie auch als Lehrer in den Volksschulen mit gutem Erfolg thätig sind. Daher empfängt auch jeßt das landwirthschaftliche Justitut in Wiesbaden seine Schüler größtentheils genügend vorbereitet, und ih als Regierungs- Mitglied habe noch kürzlich erfahren, wie erleihternd es bei Verhandlungen über landwirthschaftliche Angelegenheiten is, unter den anwesenden Land- leuten Schüler dieser Anstalt vorzufinden, nicht etwa, weil diese aus Re- spekt, den man überhaupt am Rhein weniger findet, zu allen Vorschlägen Ja sagen, sondern weil sie die Einsicht besien, zwe>mäßige Vorschläge anzuer- kennen. So hat sich auch bei uns bewährt, daß wir als Landwirthe Alle zusammen gehören; denn von unseren Schülern waren aus allen Ständen viele gleich bildungsfähig, gleich lernbegierig.““

„Auch für die Söhne der ärmeren Familien , die ihr Brod mit Hände- Arbeit zu verdienen angewiesen sind, wind bei uns gesorgt. Man läßt diese mit einer absic spärlich bemessenen Unterstüßung der Negierung (täglich 24 Kreuzer) im Wiesenbau, Nivelliren, Anlegen von Wasserleitun- gen u, \. w, praktisch unterweisen, und gar oft verdienen diese später, die ohne diesen Unterricht gewöhnliche Tagelöhner geblieben sein würden, als nüßliche brauchbare Wiesenbaumeister täglih 1 Rthlr. oder 15 Rthlr.“/

„Vor zwei Jahren wurde ferner zum Andenken unseres verstorbenen Herzogs das Wilhelms stift gegründet, Hier melden sih junge Leute von 14 16 Jahren, so wie auch Landbesißer, Weinbauern und Vieh- züchter, die solche zu si<h als Pflegeväter in die Lehre nehmen wollen. Mit diesen schließen beauftragte Mitglieder unserer Gesellschaft für die vaterlosen jungen Leute einen Dienst- und Lehrvertrag ab, nah welchem der Knabe zwei bis vier Jahre bei jenen bleibt und arbeitend lernt. Nach Verlauf dieser Zeit erhält derselbe bei guten Zeugnissen 6 —8 Kronenthaler Geschenk, und der Familienvater, bei dem er unterwiesen worden, als

Dank die Vereins - Medaille. Darauf werden die so vorgebildeten, jungen Leute im benachbarten Auslande als Dienstleute untergebracht, und, wenn sie von daher nach zwei bis drei Jahren mit guten Zeugnissen zurü>kehren, auf ihr Begehren mit einem Lehrbrief und mit einer Empfehlung an alle Landwirthe versehen,“

Auf die Frage des Herrn Präsidenten, ob einer der Herren aus einem anderen Theile Deutschlands etwas Achnliches zu berichten wünschte, nahm Herr Dr. Heine aus Bitterfeld das Wort:

„Mir scheint in Betreff des vou Pfaffenrathschen Vorschlags das Alter der Knaben sehr zu beachten zu sein. Für Kinder von 6—14 Jahren finde ih den Unterricht in der Landwirthschaft nicht empfehlenswerth, Sie müssen erst Erfahrungen, erst Stoff sammeln, ehe man sie zur Theorie, d. i. zur Verarbeitung desselben, anleitet, Aber vom 14ten Jahre an kann die Theorie wohl beginnen, das Aufgefaßte zusammenzustellen und zu verarbeiten. Sonst erzeugen wir todtes Wortwissen, nicht Kenntnisse. Dagegen beginne der Unterricht in der Naturgeschichte sehr frühzeitig in der Volksschule, aber nicht abstrakt, systematisch, sondern die Naturgegenstände vonzeigend, ihre Entwickelung verfolgend, vom Einzelnen zum Ganzen fortschreitend. Das erwe>t Jnteresse, anstatt daß todtes Namenhäufen dasselbe tödtet. So hat der Landwirthschafts - Unterricht in der Volksschule eine feste Grundlage ge-

wonnen. Denn die Landwirthschaft ist ja auf die Zucht und Pflege der Thiere und Pflanzen gegründet, Jch wünsche die Naturgeschichte besser kultivirt und benußt zu sehen, aber nicht in tro>enen Svstemen , nicht in unverständigem Uebermaß, Der Geist hungert nah Kenntnissen, wie der Leib nach Speile, will aber eben so wenig überfüllt sein,“

_Nachdem Herr Präsident von Se>endorff und Herr Prof. Roß - mäßler noch über denselben Gegenstand gesprochen, gab Herr Oekonomie- Rath Brehme aus Weimar folgende weitere Aufschlüsse:

s „Fm Großherzogthum Sachsen-Weimar werden seit 10 bis 12 Jahren 20—24 Seminaristen im Obstbau, im Heranzichen wilder Hölzer und über den Landwirthschafts - Betrieb unterrichtet. Erst werden die Veredlungs- Methoden praktis gezeigt, dann die Aussaat von allerband Sämereien und das Schneiden der Ste>linge vorgenommen, Alles erst kurz im Ee torium, dann im Freien, und zwar vom Mai bis Oktober. Hier ep N E Seminaristen auch die Gräser kennen, um st< Grassusén dien E Rid nen, die wegen der Futtergewächs - Mischung so wichtig [ind 2 ei aas