1843 / 134 p. 3 (Allgemeine Preußische Zeitung) scan diff

E E E E Eins r:

reitet sind. das aner

Hoffnungen er digen g Paris sih darüber nicht wenig freuen; die französischen Journale würden in die Posaune stoßen, Quodlibets und Calembourgs über die so eben be- endigten großartigen Festlichkeiten würden nicht ausbleiben, und hier wür- den die Kammern wie die Presse nur das Echo der Klagen sein, die man von allen Seiten im Lande erheben würde, Zuerst würde man versuchen, durch das sogenannte Schutzoll-System die dringendsten Anforderungen zu | befriedigen, Allein da der Erfolg keinesweges den Erwartungen ent sprechen kann, #o bleibt am Ende Belgien nur übrig, sich Frankreich in die Arme zu werfen und selbst die {weren und gefährlichen Be- dingungen zu unterschreiben, i nähere Handels-Verbindung mit Belgien wünscht und erwartet, Möge | eine richtige Auffassung der Verhältnisse eine solhe Eventualität vermeiden. Dazu is es aber nöthig, daß in den deutschen Verhand lungen das politische Element, welches bei den französischen stets vor gewaltet hat, den gr! En

Zeit darf keine Frage mehr einseitig aufgefaßt und entschieden wer denz und die Kabinette, welche ( und die Gesammtverhältnisse vor Augen haben, müssen auch auf den Zoll-Kongressen und bei f en Verhandl n politische Element angemessen vertreten und die Wichtigkeit desselben bei einseitigen Auffassungen hervorheben.

Möchte man jeßt wenigstens die erste Unterlage zu einem Werke be- reiten, welches bei Erhaltung der gegen}e1tigen Selbstständigkeit zwei

Nationen immer enger h d) i Früchten, die es für die Wohlfahrt des Handels zu bringen nicht ver

fehlen dürfte, in Zukunft die größten Dienste leisten kann,

der Armurins,

Wege zu Stande gebracht.

S ; i nelleren jeyt endlich auf einem { das Werk fruchtbar zu

ist aber darum, Jed hen Zwei ay verfolgen, wozu die Mittel und Wege be- S j Junnigere Verbindung zwischen Belgien und Deutschland fannte Ziel, ein Handels - Vertrag die erste unablässige edingung, um sih demselben zu nähern. Je begründeter jeßt die n erscheinen, daß die shwebenden Verhandlungen einen bal- l>lichen Ausgang haben möchten, desto empfindlicher würde es sie abermals getäuscht werden sollten. Man würde 1n

in, wenn

unter denen man in Paris allein eine |

nit gänzlih in den Hintergrund trete. Jn unserer

über den einzelnen Juteressen stehen,

onstigen fommerziellen Verhandlungen das

Es sind in neuerer Zeit in Deutschland viele Grundsteine zu großartigen Bauten gelegt worden.

zu vereinigen vermag und bei den heilsamen

S-M Wet Neuchatel, 2. Nov. (Const. Neuch.) Vas Nationalfest welhes wie gewöhnlich eine große Menschenmenge in unserer Stadt versammelte, wurde vom shönsten Wetter begünstigk, Die noch frische Eriunerung an die Ehre, welche der Compagnie der Armurins dadurch widerfahren ist, daß sie von dem Könige in seinem Schlosse empfangen wurde, gab diesem Feste cine ganz besondere Feter lichkeit. Der Capitain des Corps, Herr Paul Alphons Coulon, rich tete an den Präsidenten des Staats-Raths folgende Worte: |

„Mein Herr Präsident! Die Ceremonie, welche wir heute feiern, ist, nachdem sie cinige Jahre ausgeseßt gewesen, indem sich Zweifel darüber erhoben hatten, ob es zwe>mäßig |ei, sie beizubehalten, wieder aufgenommen worden; allein jene Zweifel, die damals viellciht über cin Fest, dessen Ur- sprung so ungewiß ist, erlaubt waren, sind heutzulage nicht mehr möglich, und unser vielgeliebter Souverain hat durch seine Gegenwart bei dem vo1 jährigen Feste, dur das Interesse, welches erx dasux zeigte, und durch die Rolle, welche er dabei zu übernehmen geruhte, demjel- ben eine glänzende Weihe und einen neuen Werth verliehen, An die alten und unbestimmten Ueberlieserungen dieser Ceremonie werden sich jeyt neuere und eben so ruhmvolle knüpfen und mit unjeren alten Erinnerungen mischen sich die neueren an die Anwesenheit unseres guten Königs in der Mitte seiner Kinder und an einen Besuch, den die | Neuchateller nie vergessen werden. Die auf solche Weise an die Vergan- genheit geknüpfte Gegenwart wird de! Feier eines Herkommens, das zugleich | ein Beweis is von der Treue der Bürger Neuchatels und von dem Ver- | trauen, das sie ihren Fürsten einzuflößen wußten, emen neuen Reiz verleiben. ; L

Jn der Hoffnung, daß wir noch lange von denselben Gesinnungen | beseelt sein werden, bringe ich Zhnen, Herr Präsident, 1m Namen des | Magistrats und der Bürger - Compagnie der Armurins die Versicherung | ibrer Treue und Anhänglichkeit dar.“ i

Nachdem der Präsident einige Worte erwiedert und die üblichen

Gesundheiten ausgebracht worden, marschirte die Compagnie nah dem Stadthause, wo Alle an einem fröhlichen Mahle theilnahmen. |

Tal e Florenz, 28. Okt. (A. Z.) Der Herzog von Aumale hat si gestern von hier nah Livorno begeben. Von da wird der Prinz auf der französischen Damvf = Fregatte, welche denselben bereits von Genua na< Livorno bracdte, die Fahrt nach Cività -= Vecchia unter= nebmen und von da aus Rom besuchen. Der bobe Reisende, welcher ¿en Aufenthalts hier unsere Kunstschäße und Se- Augenschein nahm, wurde hier überall mit der

behandelt.

befindet si< der Kardinal Angelo Mai von

während seines kur N

d >7? t L 4h

Rom hier.

5 Madrid, 20, . Diesen Morgen wurde folgende von dem General Don Manuel de la Cona an den Kriegs - Minister gerichtete Depesche bekannt ge wurde diese Stadt dur die ur L gemäß der abgeshlessenen Uebereinkunft, von | in meinem Berichte von gestern Abend Kenntniß gab, glüdl! Saragossa, den 28. Oktodver 1843,“ Der Ueberbrin pesche, Don Miguel de la Vega, Adjutant des Kriegs - Y berichtet mündlich, die einrü>enten Truppen waren, n Folge de glü>lihen Beendigung des gewaltsamen Zustandes, in wel<em die Stadt \sih befunden hatte, mit dem größten Enthusiaëmus aufgenom- men worden. Die abgeschlossene Uebereinkunft selbst is noch nicht hier eingetroffen. é

Dieses Ereigniß hat, außer der moralischen

nothwendigerweise hervorbringen muß, die wichtige Folg unter Concha's Befehlen stehenden Truppen mit tidrer zahlreichen Artillerie zux Verstärkung der vor Barcelona stehenden eilen können. Die Esyarteristen verhehlten si< dies teineêweges, und der Espectador forderte deshalb diesen Morgen, ehe die Nachricht bekannt geworden war, die Rebellen von Saragossa auf ps She Me Akbgues auf. „Dies“, so sagt der Espectador

M ARER E H Eure Brüder von den Ufern des Maa-

Zang + Cure Taßferkeit bedarf keines Stachels, aber Rath- {läge sind uie, und selbst dem Klügsten nicht, überflüssig.“ Bleibt ver Espectador seinen Grundsäten treu so muß et ot, in bie Auf- yeer vou Satagesa, welche einer Handvoll Trup n die Thore öffneten, fr Feiglinge und Verräther an der ies ecfiären Un- tertessen sind wir Zeugen des unerwarteten S A

eni teten Schguspieles, daß die- selben Minister, welche Espartero als seine Feinde betrachtete, und als Berráther von sich stieß, die Rebellen, die ihn wieder einseßen Le : ni<t nur unbestraft lassen, sondern obenein befördern und Cin Gegnern vorziehen.

Die Verzögerung des Eintreffens der von dem General Concha den Rebellen bewilligten Capitulation giebt E zu mancherlei Auslegungen Veranlassung. Jndessen kann ih mit Bestimmtheit be- haupten, daß dieser General zu dem Abschlusse der Uebereinkunft

ausdrüi>li< dur< die provisorishe Regierung ermächtigt wurde, in deren Berathshlagungen die friedfertigen Gesinnungen der Minister

Lopez, Caballero und Aillon über den Ernst des Generals Serrano das Uebergewicht gewannen.

Der General Concha, im Oktober 1841 dur die Gefühle seines jugendlichen Herzens zu einer Handlung hingerissen, die der kalte Verstand nicht billigen kann, wurde damals von Espartero'’'s Spähern, von den National - Milizen Madrids, die nah seinem Blute lezten, gehebßt, wie ein Schlachtopfer der Jagdlust. Derselbe General hat so eben dargethan, daß ihm das Blut eines, wenngleich den Thron und die Ordnung bekämpfenden Spaniers mehr gilt, als die Befriedigung eines auf jede Weise aufgeregten Gefühls. Den Aussagen des heute von Saragossa eingetroffenen Offiziers zu- folge, wurde Concha von den dortigen Einwohnern, als er einrüdte, buchstäblich auf den Händen getragen.

Der Senat hielt heute keine Sihung. i :

Jm Kongreß der Deputirten wgren heute alle öffentlichen Tri- bünen mit Neugierigen überfüllt, Fast das ganze diplomatische Corps war zugegen. Herr Olozaga und einige andere neue Deputirte lei steten den Eid, und der General Narvaez ließ anzeigen, daß er die auf ihn gefallene Ernennung zum Senator für Cadix angenommen habe. Darauf verlas Herr Martinez de la Rosa das von ihm selbst abgefaßte Gutachten der Kommission, welche über den von Seiten der Regierung vorgelegten Antrag, die Königin für volljährig zu erklä ren, zu berichten hat, Dem Gutachten wird eine der Feder des Ver fassers würdige Einleitung voraufgeschi>kt, Es legt folgenden Arti= fel vor: 4

„Die Cortes erklären Jhre Majestät dic Königin Jsabella U, für volljährig.““

Dieses wird nun gedruct und vertheilt und Präsident den Tag der Diskussion zu bestimmen.

Nach Verlesung des Gutachtens erscholl von lebhafteste Beifall. i :

Es heißt, daß nur einige von dem Jufanten Don Francisco ge=- wonnene Deputirte das Wort nehmen werden, um den Antrag zu

bekämpfen.

alsdann hat der

allen Seiten

GLriemhen1ad.,

© Athen, 20, Okt, Jh benube ten leßten Augenbli>, um Jhnen noch einige Aufklärungen über ein Aktenstü>k zu geben, wel Des nicht den unwichtigsten Beitrag zur Geschichte unserer September Emeute bildet. Der Minister-Rath macht unter dem lten d, M. bekannt, daß es des Königs ausdrüclicher Wille sei, Niemand solle und dürfe sih der Einführung der Constitution widerseßen, welche er, der König, für die Wohlfahrt Griechenlands als nothwendig und nüßlih erkenne (Vergl. Allg. Prß. Ztg. Nr, 131). Vieje von allen Ministern unterzeichnete Bekanntmachung bedarf einiger Crlâu terung, um nicht mißverstanden zu werden, Der Charafter enes Königs bürgt dafür, daß er sih wrder je an die Spihe einer Gc genbewegung stellen, noch eme solche provozuren , noch endlich still \chweigend gestatten werde. Sf. Maje]tat glaubte nocl einen Schrif! weiter gehen zu müssen. Als die ersten Gerüchte von einer beabsich tigten Gegenbewegung, etwa um den ‘. bis 9, Oftober, in Umlauf gesekt wurden, erklärte der Kong, so viel bekannt, dem Minister- Präsidenten, in Gegenwart mehrerer Civil- und Hos Beamten, daß er dergleichen Unternehmungen nicht nux uie semen _Namen leihen, sondern stets aufs bestimmteste mißbilligen werde, Statt von einer solchen Gesinnung des Monuarchen zur Bewunderung hingerissen zu werden, haben die Parteihäupter hle lediglich zu ihrem Vortheil aus- gebeutet. Nachdem man den Komg und die Kömgm 1n der Nacht vom Iten auf den 10ten mit Nachrichten über Nachrichten von der angeblih im Ausbruche begriffenen Gegen Revolution in Unruhe ver- sett hatte, während in der That an eine solche kein Mensch gedacht, wußte man nicht nux vom 10. zum 12. Oktober die beabsichtigten leßten Proscriptionen zu erzwingen, sondern auch obige Erklärung Sr. Majestät des Königs zu erlangen, durch welche die Fabel von der anticonstitutionellen Verschwörung allen Ununterrichteten als zur Wahrheit erhoben ersheinen muß. Das Ganze mit dem Gepräge des Ernstes zu versehen, seßte man es auch durch, daß Se. Majestät die in der Bekanntmachung des Minister-Rathes enthaltene Erklärung am 14, Oktober in Gegenwart des Minister-Rathes, des Staats-Rathes, des Synodal-Präsidenten und Kalergis? wiederholte, und zugleich die Minister zu deren Veröffentlichung ermächtigte. Und wer is inmit- ten dieser Vorfälle wieder der Mann des Tages geworden? Der Militair - Gouverneur Kalergis! Er hatte dafür aber auch die Ehre, von Herrn Piscatory empfangen zu werden, und von dem edlen Baron von Loons wurde dem Mann des Tages selbst ein glänzendes Fest veranstaltet. S . A

Gegen die Theilnehmer an dem Straßen-Exzeß gegen die Woh nung Herrn Rhallis? soll eine Untersuchung eingeleitet worden jem. Dasselbe wurde behauptet, als die Wagen Kolokotroni's und feiner Begleiter im Piräus von einem Dutzend Kandioten angefallen wur- den, obschon er ein Gefolge von Reitern Kalergi's bei sih hatte. Um die Schuldigen festzunehmen, bedürfte es für Herrn Londos gewiß feiner besonderen Juquisitionz denn Jedermann kennt sie, uur für die Justiz sind sie unerreihba. N unter sol<hen Umständen, wenn auch natürlich nicht der Handel, so doch die Tagesgeschäfte dahier und im ganzen

D äußere i Lande si<h von dem ihnen gegebenen Stoß nicht erholen fönnen, ver- stedt sh von selbst. Wer so glü>klich is, baares Geld zu besien, bält damit natürli zurü>. Die tumultuarischen Vorgänge im Piräus im 10ten und dahier am 12ten haben übrigens, wohl auf desfallsige Wünsche aus Triest, die Direktoren der Nationalbank zu dem für die gegenwärtige Regierung freilich nicht eben s<meihelhasten Schritt bewogen, an die Gesandten die Frage zu richten, inwieweit die Bank vorkommenden Fallcs auf äußeren Schuß re<nen fönne, und es foll denselben na< Wunsch geantwortet worden sein. Judessen hält es, ih muß dies wiederholen, jeßt hier schr shwer, immer die Wahrheit zu erfahren. : :

Bei Hof ist es natürlich stiller, denn je zuvor. Zum Glücf er- freut si< wenigstens unser vLerehrtes Königspaar bis jeßt einer ganz erwünschten Gesundheit. Leider hat demselben nicht die Freude wer- den sollen, den zugesichert gewesenen mehrimonatlichen Besuch Sr. Königl. Hoheit des Prinzen Luitpold zu erhalten. Man hört wenig- stens, derselbe werde seine Reise nur bis nach Neapel oder Palermo

fortsezen.

Handels- und Börsen -Uachrichten.

Marktpreise vom Getraide. Berlin, den 9, November 1843, L

Zu Lande: Weizen 2 Rihlr. 10 Sgr. 10 Pf., auch 1 Rihlr, 26 Sgr. ; Pf.z Roggen 1 Rihlr. 15 Sgr. 7 Ps-, auch 1 Rthlr, 10 Sgr. 10 Pf. roe Gerste 1 Rihlr. 4 Sgr. 2 Ps, auch 1 Rihlr. ; fleine Gerste 1 Nthlr,

Sgr. 10 Pf., au 27 Sgr. 7 Pf.z Hafer 24 Cgr., auch 19 Sgr. 10 Pf. 3 5rbjen 1 Äthlr. 18 Sgr., auh 4 Rthlr. 10 Sgr. 10 Pf. ; Linsen 2 Nthlr, 1 Sgr. 10 Pf., auch 1 Rihlr. 25 Sgr. 2 Pf. Eingegangen sind 205 Wispel 12 Scheffel.

R s Weizen 2 Rthlr, 9 Sgr. 7 Pf., au 2 Rthlr, 2 gr. 5 Pfz Roggen 1 Nihlr. 18 Sgr., auch 1 Rihlr. 14 Sar. 5 Pf. 3 grofe Gerste 1 Rihlr. 41 Sgr. 2 Pf; Hafer 21 Sgr. 11 Pf., auch 20 Sgr. 9 Pf; Erbsen 1 Rihlr. 13 Sgr. 2 Pf. Eingegangen sind 660 Wispel 23 Scheffel,

ittwoo<, den 8, November 1843,

| g 1 | Er

preis pro Wispel:

Kartoffel - Preise. Der Scheffel 15 Sgr., au 11 Sgr. 3 Pf. ranntwein - Preise. Die Preise von Kartoffel-Spiritus waren am 4ten 16 Rthlr., am 7ten

164 Rthlr, und am 9, November d. J. 16%; 164 Rihlr. (frei ins Haus geliefert) pro 200 Quart à 54 pCt, oder 10,800 pCt, nah Tralles,

Korn-Spiritus; ohne Geschäft.

Berlin, den 9, November 1843. Ï ; Die Aeltesten der Kaufmannschaft von Berlin,

Magdeburg, 7. Nov. Höchster und niedrigster Getraide - Markt-

Gerste: 29 277 Rthlr, Roggen: 38— 35 » Hafer: 18 165 »

Danzig, 7. Nov, Marktbericht, An der Börse sind verkaust : nachträglich am 6ten: 37 L. 129pf. inl. Weizen a Cf. 360; 105 L, 108pf, inl. Gerste a Cf. 168 und 205 L. poln, Leinsaat a Cf. 3653 heute: 12 L, 132—33pf. poln, Weizen a Cf. (2), 5% L. 118pf. inl. Noggen a Cf. (?), 5 L. 122pf. und 6 L, 123pf. do, a Cf, 225 und 4 L. 109pf. inl, Gerste a Cf, 175 pro Last.

R er Lino. m O4; Den 10. November 1843.

Pr. Cour.

Brief. | Geld.

Weizen: 50 42 Rihlr,

" G E Pr. Cour.

Ga Actien. 18

Fonds S |8 aje T! | eén

1 J

ls | « | tel, Pots. Eisenb. 7 E

St. Schuld-Sech. |3%| 103% | 103 E E S E S « l c í ao, 00. F. ° S

rief Engl, Obl. 30, l Blebe _ Îmgd. Lpz. Eiseub. 179

Präm Sch d.Seeh.|— | | 8587 Jo. do, Prior. Obl. | - | 103%, |

Kur- u. ce | | el, Ah ieh | 4 P 15! | Schuldversehe. |35| 101 / | I 0 i Ido. do. Prior. Obl, | 1037;

Berl. Stadt-Obl. |3>| 1027 | E Diiss.Elb. Eisenb.| f

Dauz. do, in Tb. |—] S | 101 do, do, Prior. Obl. 101% Rhein. Eisenhb,

Westpr. Pfandbr. 35) j Si Grossh. Pos. do- 4 | 106% | 1064 do, do, Prior. Obl. do. do. [8 101 ails Bel, Frankf. Eish, Ostpr. PHandue, Z 1 | 103% do, do, Prior. Ohl, e | i Ohb,-Schles. Eish. | | | a

101 i 100% do.LU.B. v. eingez. | 105

1567, |

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931 | 96

1275

1034,

m D R P

Pomm. do. Aen Oa Ot B.-St,E.Lt. A u.B —- Magdeb, Halber-| Friedrichsd'or. 3 1373 stüdter Eisenb, 1 114 And.Gldn. à 5 Th.| | é | 11 i Brosl- Schweidn. Disconto, l C | 4 Freibg. Eisenb, 4 | wärtige Börsen. Amsterdam, G6. Nov. Niederl. wirkl. Seh. 537; 100! 5% Span, 21 ie, 3% do. 31 (5° Pass, M Zinsl, —. Prouss. Vesterr, 109, 4% Russ. Hope 90%. Nov. Zinsl, - Neuo Anl. 21 Hamburg, 8, Nov. Bank Actien 1690. Eogl. Russ. 112. Pete rsbu P g, 3. Nov. Lond. 3 Met. 34 Le Hamb. 3477 Paris. 407. W ien, 9. Nov. Bank-Actien 1660, Aul. de 1839 115 L,

Angckommene Fremde.

Meinhardt's Hotel. Se, Kaiserl. Hoheit der Großfürst Michael, Se, Excellenz der General Lieutenant von Lanskoi, General Majo1 von Tolstoy, Wirkl. Staatsrath Pr. Willi e, Obrist Ogaro]!| Stabs-Rittmeister, Baron Tettenborun und Major Jwanof f, amn! lih aus St, Petersburg. Ober- Forstmeister von Thümen aus Brau- denburg. | j

Hotel de Nome. Se. Excellenz der Kaiserl, russ. General - Lieutenant

© von Tschoitkow aus St. Petersburg. i

British Hotel, Kaiserl. russ, Kabincts-Assessor von S ophianow aus Warschau.

Kronprinz.

Gold al marco,

114%

5% do

A usg.

Pr. Sch. E) Antwerpen, 9.

Frau Stabs-Capitain Hartung aus St, Petersburg. _ Rheinischer Hof. Regierungs - Rath Hoffmann aus Stettin. Su- perintendent Pilarik, nebst Familie, aus Bideriy._ Hüttenmeister Zim mermann, nebst Familie, aus Hettstadt. Frau Ober-Amtmann 3im- mermann, nebst Töchter, aus Friedenburg. Landwirih Reich e aus Niederrode, Gutsbesißer von Oppen aus Mark. Kaufleute vou Dadelsen aus Stettin, Fo >e aus Leipzig, Wolff aus Barmen, Böhler aus Plauen, Huland aus Soest, P ohl aus Magdeburg und A. und I. Fiedler aus Heinichau. Particulier von Wedell aus Stettin. von Waldow, Rittmeister a, D., aus Karlshof. Re ferendare von Kersten aus Potsdam und Lörbroks aus Socsk. Ober- Amtmann Heuer aus Kannewurf, Rittergutsbesiger Mehler aus Heldrungen. Fabrikanten L, und J, Kuntze aus Heinichau und Klein aus Frankenburg. König von Portugal. Particulier Prasil aus Frankfurt a. d. D. Landwirth Schü nebst Gemahlin aus Lebusa in Sachsen, Rentiere Engelbrecht aus Hainsdorf. Gutsbesißer von Brauchit sch aus Brandenburg. Landgerichtsrath Krüger aus Frankfurt a. d. O. Kreis Justizrath Schröder aus Treptow a. d. T. nd, jur, 90N 0- linsfi aus Leipzig. Verwalter Haarlauch aus Möglin. Kaufleute Heinrich aus Moskau, Hjelm und Mumm aus Rostock, Boll und Braun aus Rheims, Stern aus Offenbach, Schöneberg aus Swincmünde, Lemke aus Gernheim und Overbe> aus Leipzig. Kaiser von Rußland. Particulier von Treweran aus Bremen. Gutsbesißer von Eben aus Hannover, Kaufleute Warttenberg aus Bromberg, Kaip pel aus Tilsit, K rohnert aus Hamburg, Hof! mann aus Stettin, Counrad aus Dresden und Fleis er aus Leipzig. Hotel de Prusse. Rittmeister a, D. und Rittergutsbesißer vo n Wal © dow, nebst Gemahlin und Fräul. Tochter, aus Mehrenthin. Nitterguts- besißer von Knoblauch, nebst Gemahlin, aus Pejsin. Rittergutsbesißer von Bredow aus Klosterdorf. Privatmann von Bornstadt aus Stettin. Rentiere Gattinnaux, nebst Tochter, aus Erfurt, Architekt van Welßennaeß aus Dresden. Kaufmann Sindow aus Konmg® berg in Pr. Hotel Stadt London. Gutsbesißer von Plüsfow aus Me>lenburg- Schwerin, Meyer auf Plenken, bei Königsberg in Pr,, und Neudor], nebst Gemahlin, aus Königsberg in Pr. Particulier von L qus Mühlhausen. Amtmann Mahlling, nebst Gemahlin, aus Prenz- sau. Kaufleute Gerlach aus Leipzig, Hammer uud Krüger aus Maadeburg. - a R M Adler (Kölnischer Ho f.) Kaufleute Gerber aus Leipzig, Töpfer aus Schneeberg, Stephan aus Altenburg, Julien aus Sorau und Fabrikant Berger aus Dresden. . Leivzi Hotel de Saxe. Kausleute N dant Hellfer aus Leipzig, aus Kanton Ury und Enet aus Hamourg. A s N E Brandebourg. Tonkünstler von G aus Sr Rittergutsbesißer N O e au, aufleute C) :z Hergert und Fi>ecrt aus Sch ge f Sen ¿Vas erv. Oberst-Lieutenant von Bo> aus Frankfurt, neue Jakobstr, 16, bei von Bo, Frhr, von Caniy und Dallwib, n Familie, aus Woislowiyz, neue Friedrich str. 14, bei von Below. E Ober-Justizrath von Paczinskvy aus Oels, Leipzigerstr. 99, bel J D ler, Regierungsrath von Endell aus Baudach, unter den Linden 4a, bei von Endell, Gutsbesißer von Rohr, nebst Gemahlin, aus Ganger,

Jerusalemerstr. 29, bei Dóbes.

“Königliche Schauspiele.

von Schlegel, in 3 Abth, Tänze von Hoguet. Königsstädtisches Theater.

Sonnabend, 14. Nov. (Italienische Opern-Vorstellung.) trice di Tenda. Opera in 3 Auti. Poecsía del Sgr. Musiíca del Maestro Bellini.

e Verantwortlicher Redacteur Dr. J. W, Zinkeisen.

Das Scho> Stroh 7 Rihlr, 15 Sgr., au 6 Rihlr, 15 Sgr, Der Centner Heu 1 Rihlr, 5 Sgr., auch 22 Sgr, 6 Pf,

Gedrudft in der Deder sen Geheimen Ober - Hofbuchru

( S bend, 11. Nov. Ein Sommernachtstraum, nah Shakespeare S bira, Musik von F. Mendelssohn - Bartholdy.

Bea- Romani.

ilage

N 134.

Inland.

Münster, /- Nov. Das heutige Amtsblatt enthält fol gende Bekanntmahung des Königl. Provinzial - Schul = Kollegiums : "Díe in der Provinz bestehenden vier Schullehrer - Gesangfeste sind auch in diesem Jahre wieder gefeiert worden, und zwar zu Waren- dorf am 06. September unter der Leitung des Sthullehrers Heitmann qus Münster mit 428 Sängern, zu Büren am 27, September unter der Leitung des Seminarlehrers Honcamp mit ungesähr 200 Sän Bielefeld am 28, September unter der Leitung des Se= s Glänßer aus Petershagen mit 180 Sängern, und zu Oktober unter der Leitung des Seminarlehrers Engelhardt aus Soest mit 208 Sängern. Die vorgetragenen Gesangstü>e waren Chorâle, Motetten und andere kirchliche Chorgesänge und Lieder, meistens klassishe Werke ausgezeichneter Musiker, welche nah einer durhgehenden leitenden Hauptidee ange- ordnet und unter einander verbunden waren, Die Aufführung war um so eindringlicher, da die ausgewählten Gesänge sür das Gemüth sehr ansprechend waren, es wurde dadurch dem zahlreich versammel-= ten Publikum nicht allein ein edler Genuß, sondern auch eine wirk liche Erbauung bereitet. An den Leistungen der Vereine, und an dem Eindru>, deu die Aufführung machte, war zu erkennen, daß die Sänger in Eintracht und mit lebendigem Eifer ihre Bemühungen mit den Bemühungen ihrer Vorsteher und Stimmführer vereinigen, um nicht allein das schon blühend gewordene ZJustitut der Gesang feste aufre<t zu erhalten, sondern auh ihre Aufführungen immer mehr zu heben und zu veredeln. Zu Hagen und zu Büren ließ man zum Anfang und zum Schluß, so wie in den Pausen die Orgelstücke, ganz zwe>mäßig blos von Schullehrern und niht von anderen Mu= sikern vortragen, nämlich zu Hagen von den Schullehrern Luncke aus Werdohl und Schulte aus Plettenberg, und zu Büren von dem Schul lehrer Bisping aus Lippstadt. |

An jedem der genannten Orte haben die Vereins-Miktgleder eine sehr freundliche Aufnahme gefunden, und man wünschte allgemein die Wiederkehr des Festes, i

gern, zu minarlehrer Hägen amt Le

Ausland. Vereinigte Staaten von Uord - Amcrika.

O New-York, 18. Okt, Die Wahlen sind nun zu Ende, das Resultat liegt vor, und is ganz so ausgefallen, wie ih es schon in einem früheren Berichte vor mehreren Wochen vorausgesagt hatte. Durch den Ausgang der Wahlen in Tennessce, wo unerwartet die Whigs die Oberhand erlangten, haben diese im Senate eine hinrei chende Majorität, um si einen bedeutenden Einfluß auf die Leitung der Angelegenheiten der Union gesichert zu sehen, wenn auch ihre Gegner, die Demokraten im Repräsentantenhause, das mit dem kom- menden Monat Dezember si< versammeln wird, eine weit überwie= gende Mehrheit besißen. Diese haben dort mehr als zwei Drittheile der Mitglieder auf ihrer Seite, und es kann daher an häufigen Konflikten zwischen den beiden Häusern über die wichtigsten Fragen, welche gerade jeßt die Aufmerksamkeit des ganzen Landes in An- spruch nehmen, uicht fehlen. Es mag allerdings au< sein Gutes haben, daß auf solhe Weise keine der beiden Partei - Meinungen ein absolutes Uebergewicht auf den Gang der Staats =- Angelegenheiten ausüben kann, indem durch die neue Zusammenseßung beider Stagts= körper Jeder sicher is, seinen Theil des Einflusses zu besißen, und wenn dieser immer ohne Rü>sicht auf Partei Leidenschaften und lediglich im gemeinsamen Juteresse des ganzen Landes sich geltend machte, o fönnte man vielleicht si zu der eingetretenen Gestaltung der Dinge nux Glück wünschen. Allein solhes Verhalten ist beiderseits kaum zu erwarten, und daher nach meiner Ansicht vielmehr zu erwarten, daß man si< gegenseitig nur so viel als möglih Steine in den Weg zu werfen suchen wird, wodurch natürlich die Geschäfte des Landes eben nicht sonderlih werden gefördert werden,

Was insbesondere die Tarif-Frage betrifft, so bleibe ih bei meiner schon neulich geäußerten Meinung stehen, daß es zu bedeutenden Aen- derungen an dem gegenwärtigen Zustande der Dinge nicht kommen wird. Ju dieser Beziehung läßt si< zwischen den Ansichten der Par: teien feine strenge Scheidelinie ziehen, vielmehr treten sich da die ver schiedenen Jnteressen der nördlichen und der südlichen Staaten vor- zugsweise entgegen. Die nördlichen Staaten, in denen die junge amerifagnische Jndustrie vorzugsweise ihren Siß aufgeschlagen hat, sind fast durchaus für Aufrechthaltung des gegenwärtigen Systems, das namentli< in der demokratischen Partei in denselben entschiedene und entschlossene Vertheidiger findet. Die südlichen Staaten dagegen, als vorzugsweise Ackerbau treibende, hatten sich bisher stets für eine liberalere Haudelspolitik, als ihrem Juteresse mehr zusagend, ausgesprochen und er= hoben daher gegen die Einführung des jeßigen Tarifs die lebhaftesten Reclamationen, indem sie davon die schlimmsten Folgen für den Absaß ihrer reihen Naturprodukte voraussagten. Auch die westlichen Stag- ten neigten sih zu Anerkenntniß derselben Prinzipien hin. Allein die befürchteten Folgen sind niht nur nicht eingetroffen, sondern troß des neuen hohen Tarifs haben Handel und Verkehr seitdem einen außerordentlihen Aufschwung genommen, nie waren die Geschäfte lebhafter als eben jeßt, der herrschende Ueberfluß an Geld hat seine wohlthätigen Wirkungen nicht verfehlt, und während also die nordischen Staaten bei dem ihrer Jundustrie gewährten Schuße vollkommen zufrieden sind, haben die südlichen jeden- falls feine plausiblen Gründe zu Klagen über den gegenwärtigen Zustand der Dinge, und sie werden daher au mit weit geringerer Insistenz auf eine Aenderung desselben dringen. Dies zeigt sich schon jeßt, da selbs die Whigs in den südlichen Staaten nur theilweise aber bei weitem nicht alle, für Herabseßung der bestehenden Zölle bis jeßt sich aussprechen. Ob hierin bis zur Versammlung des Kongresses noch eine Aenderung eintreten wird, läßt sih freilih no< nicht mit mathematischer Gewißheit vorgussagen, allein es scheint mir nicht sehr wahrscheinlich. ; In den hiesigen Journalen wird in diesem Augenblick eine ziem- Q ¡eite Polemik über die Sendung des Herrn Duff Green nach ie geflihrt, wo er bekanntlich mit den Unterhandlungen über Die dom Netiras zwischen beiden Ländern beauftragt sein soll, mäßigfeit E Farben sind so ziemli einmüthig über die Zwe>= selbe guf bri A vei gctigg des A be England, wofern der= Gegenseitigkeit zu e agen der beiderseitigen Juteressen und wahrer daf! migt iy “bie B gebraht würde. Allein abgesehen davon, 4 “Wien ‘nsibt übermäbiee fast allgemein in die Absichten Englands Meiituna ‘laut, ‘bas Her, Beo Vertrauen hegt, wird auch vielfach die sein di 4 Le N Duff Green s{werlih der geeignete Mann Lobn n L „amerikanische Jutercsse bei einer so wichtigen Unter- + eitig gal Erfol solchen Gegner gegenüber, vollkommen wahrzu- ymen. Der Crsolg wird zeigen, inwiefern diese Meinung von der Fähigkeit des Herrn Duff Green sich begründen läßt, Doch läßt sich annehmen, daß die diesseitige Regierung und namentlich der Präsident,

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Beilage zur Allgemeinen Preußischen

| Herr Tyler, der in allen Dingen stets mit Umsicht zu Werke geht auch den Mann zu würdigen wußten, dem man eine so wichtige Sen- | dung anvertraute. | Zu New - Orleans, Mobile und in Alabama richtet das gelbe Fieber nah den leßten Nachrichten von dort no< immer große Ver= heerungen an, besonders stark wüthet es in verschiedenen Städten des leßtgenannten Staates, Die Baumwollen - Aerndte liefert im Ganzen ein sehr günstiges Resultat, man {äßt dies Ergebniß der selben Annäherungsweise auf nahe an 2 Millionen Ballen. Bei den günstigen Geldverhältnissen auf unseren Märkten halten si< auch die Fonds der verschiedenen Staaten fest, und zeigen sogar entschiedene Neigung zum Steigen. ; 5 Der bisherige General - Capitain von Cuba, Don Geromino Valdez, und der Finanz - Jutendant Larrua, an dessen Stelle nun der Graf Villanueva getreten is, sind am 9ten auf der französischen Barke „„Havanaise‘/ von Bordeaux mit ihrem Gefolge zu Charleston im Hafen angekommen, wo sie aber nicht ans Land gingen, sondern sogleich das Schisf_„ Adelaide“ bestiegen, auf welchem sie nun hier eingetroffen sind, Die französishe Dampf-Fregatte „Gomer““ is am 29, September von Pensacola (in Florida ) ‘nah Frankreich abge= segelt. Sie hatte in ihrem Stabe und ihrer Mannschaft durch das gelbe Fieber so viele Leute verloren, daß der Capitain seine, obgleich noch niht vollendete Expedition nicht fortseßen konnte. 4

Varon Capelle.

>x Paris, 2. Nov. Am 25, Oftober starb zu Montpellier der Baron Capelle, ehemaliger Minister Ka1l’s X. Ein Mann, der von frühester Ju gend an bis zu seinem Ende cin so viel bewegtes, thätiges, aber auch von manchem Sturm durchzogenes Leben gehabt hat, verdient wohl einige Worte der Nückerinnerung. i ( / : : Baron Capelle war geboren zu Salles Curan im Departement Aveyron im Jahre 17753 sein Vater war Advokat im Parlament von Toulouse ge- wesenz seine Mutter gehörte einer der ausgezeichnetsten Familien des Rou- ergue an. Kaum ins Leben eingetreten, hatte er das Unglück, beide zu verlieren, doch hinterließen ihm dieselben ein nicht unbedeutendes Vermögen so daß jedenfalls seine Cxistenz und Zukunft gesichert war, i

Der junge Capelle zeigte shon früh ausgezeichnete Geistesgaben ; in dem zarten Alter von dreizehn Jahren hatte er bereits scine Studien aufs glänzendste vollendet ; kaum funfzehn Jahre, nahm er an der Deputa- tion der Föderation Theil. :

Bald begab er sich uach der Hauptstadt Paris. Die Revolution riß mehr oder minder auch den jungen Capelle mit si< fort, der troß seiner Anhänglichkeit an die Königl. Familie und troß des Beispieles seiner Oheime und Vettern, die ins Ausland gingen, in Frankreich blieb, Der junge Capelle wußte jedoch stets von den Exrzessen, in welche die Revolution ver- fiel, si< rein zu erhalten, sein gesundes Urtheil, sein gerader Sinn ließen ihn bald das wüflih Gute und Moralische von dem Verwcrslihen unter- eiden, und von diesem sich fern halten. Für einen jungen Mann seiner Stellung kann man dies unter den dam als obwaltenden Verhältnissen als ein nicht geringes Verdienst betrachten. i :

Als die Wogen des verheerenden Sturmes sih wieder gelegt hatten, die Ordnung mit der Ruhe wiedergekehrt war, trat Capelle endlich als Ueber- zähliger in das Ministerium des Junnern ein, wo er sich bald durch seine tüchtigen Kenntnisse, durch richtigen Blick, durch Geschäftsgewandtheit, so wie

Sonnabend den [[‘«# Nov.

Zeitung.

ben is, Er fehrte darauf na< Paris inkognito zurü>, von wo er aber bald wieder nach der preußischen Gränze abreiste in dem Wagen seines Landsmannes und Freundes, des Baron von Balzac, der ihn bis nah Luxemburg begleitete. Dort fand er bei dem damaligen Gouverneur, Prin- zen von Hessen-Homburg, die freundliste Aufnahme und erhielt einen Paß vermittelst dessen er zu Karl X. nah Schottland sih begeben konnte. i Ä Tat is Baron Capelle unveränderlich dem Dicnste der verbann- a SUNS - YUEEe treu ergeben geblieben. Allein seine sonst starke R Constitution war durch seine unausgescten Arbeiten und die wh: jen Leiden , die der Gang der Ereignisse ihm verursachte, unter- as here Er fehrte, dadurch genöthigt, nah Frankreich zurü>, und s Ba seiner Familie unter dem milden mittäglichen Himmel Mo itpe jer etwas Ruhe und Erholung. Er hoffte dort seine Gesund- Veit ivieder zu erlangen „_ und diese Hoffnung wurde von scinen Freunden getheilt. Jn der That schien in Folge des milderen Klima's und der sorg- sältigen Pflege, die ihm zu Theil wurte, sein Gesundheits - Zustand sich zu verbessern, Allein er starb in einem Alter von 68 Jahren ruhig uns voll Ergebung, nachdem er eben so siark sich gezeigt hatte gegen das Mißgeschi>k, wie einfach und gemäßigt in besseren Tagen, Von zahlreichen und harten Prüfungen und Schicksalswechseln heimgesucht, war nie ein Wort des Vorwurfs oder der Anschuldigung aus seinem Munde gekommen. Noch in der legten Zeit sprach er wiederholt das Bedauern aus, den Herzog von Bordeaux nicht auf seiner Neise nah England begleiten zu fönnen, wohin grade ín diesem Augenblicke die angeschensten Männer der legitimistischen Partei sich begeben, um dem Prinzen ihre Huldigungen darzubringen 4 Nach funfzig Zahren ehrenvoller Arbeiten, nachdem cr die höchsten Staats-Aemter bekleidet hatte, hinterläßt Baron Capelle seiner Familie fein anderes Erbe, als das Andenfen und das Beispiel eines fle>enlosen Lebens.

Notizen über die australischen Kolonieen. Zweiter Artikel, (Vergl. Allg. Preuß. Ztg. Nr. 117.)

Zu dem allgemeinen Juteresse, mit dem wir die Bestrebungen scefah- render Nationen betrachten, europäische Gesittung nach den fernsten Punkten der Erde zu verpflanzen, gesellt sich bei den Kolonicen Neu - Hollands die ganz spezielle Rücksicht noch, daß diesen die Aufgabe gestellt is, in der Kultur eines wichtigen Zweiges vaterländischer Jndustrie mit uns zu weitt- eifern in der Woll -Production. Jn dieser Beziehung erscheint Port Philip ganz besonders wichtig; denn diese Ansiedlung, die vor kaum 7 Jahren gegründet wurde, zählt bereits 20,000 civilisirte Einwohner und einen Heerdenschay von 800,000 Köpfen. |

Jn ciner früheren Notiz is der nachtheiligen Resultate gedacht wor- den, welche sich, in Folge des sogenannten Concentrations-Svstems, bei der Colonisation von Süd - Australien (‘Adclaide) herausgestellt haben ; die schnellen Fortschritte, die dessenungeachtct Port Philip unter demselben Systeme gemacht, lassen sich nur aus der eigenthümlichen Geschichte seiner Entstehung erklären. Schon im Jahre 1804 machte die Regierung, von der Straf - Kolonie Botany - Bai aus, den Versuch, auf Port Philip eine Niederlassung zu gründen, Eine Anzahl Verbrehcr wurden von Nor- folk-Jsland durch den Obersten Collins dahin gebracht, allein die Lokalität

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erschien ungünstig, es mangelte namentlich an rinfwasser, und die Ansied- lung wurde eben so voreilig aufgegeben als begonnen, Jm -Augenbli>e der Einschiffung vermißte man 3 der mitgebrachten Verbrecher, und da fkeinc Aussicht vorhanden war, ihrer habhaft zu werden, o überließ man sie ihrem Schicksale. Mehr als 20 Jahre waren seitdem verflossen, während deren das jenseits der Bassis - Straße belegene Vandiemensland, aus einer von einer Haud voll Wilder bewohnten Einöde sich zu einer blühenden Kolonie

T Ls s ert S N B o L 2A i I s Í A be, L dur cine außergewöhnliche Thätigkeit und Arbeitsliebe vortheilhaft aus- | erhoben hatte, mit zahlreihen Vieh- und Schafhce:den. Hier wurden die

zeichnete.

| fäuflichen Ländereien immer seltener und theuerer, mit jedem Jahre ver-

) , E Ö ¿E ee s S S , E , | , ap Als die Präfckten geschaffen wurden, wurde er in der Eigenschaft eines | mehrte man die Masse des zum Getraidebau urbar gemachten Bodens, und E E s, 7 e

General - Secretairs nah Nizza geschi>kt, wo er Gelegenheit hatte, in der unmittelbaren Verwaltung seine Kenntnisse und Erfahrungen no< zu ver- mehren, und zugleich manches Gute zu wirfen. Er erwarb si die Zufrie- denheit sciner Vorgeseßten, und die günstigen Zeugnisse, die über sein Wir- ken cinliefen, veranlaßten bald seine Beförderung zum Präfektcn des dama- ligen Departements de la Mediterrance zu Livorno, ]

Kurze Zeit darauf aber wurde er von dort auf den gleichen Posten nach Genf berufen , welhes mit Frankrei vereinigt war. Es herrschten damals Parteiungen daselbst, Schwiezigkeiten aller Art machten einen Berwaltungsmann von gewandlem und versöhnlichem Charafter noth- wendig, und wirklich gelang es dem Baron Capelle auch dort durch seine Gergdheit und Gewandtheit sich die Gemüther sciner Verwaltcten zu gewin- nenz er hat in jenem Lande ehrenvolle Erinnerungen hinterlassen , die auch nacl seinem Tode noch fortleben werden. C

Als im Jahre 1814 das Kaiserthum gestürzt war und die Bourbons zu- rüdkfchrten , s{!oß sich Baron Capelle, in welchem stets die monarchischen Grundsäße nicht nur, sondern auch die von Kindheit auf ihm eingeprägte Anhänglichkeit an die alte Regentenfamilie Frankreichs fortgelebt hatte, auf- richtig und eifrig der neucn Regierung an, und hielt seitdem an derselben

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verminderte dadur< den Weideraumz denn es find unter jenem Him- melsstrihe nicht blos die flimatishen, sondern auch die wirthschafrlichen Verhältnisse den unsrigen ganz entgegengescßt. Da gerieth im Jahre 1836 ein unternehmender Ansicdler auf den Gedanken, die fast vergessene Gegend von Port Philip zu untersuchen, um den sih mehrenden Heerden von Vandie- mensland einen Abfluß zu verschaffen, und das Nesuliat war daß er nah wenigen Wochen mehrere Schiffs-Ladungen dahinschi>te, welchem Bei- spiele, wie sich erwarten ließ, gar viele andere Ansicdler folgten. Port Philip war damals gewissermaßen herrenloses Land z als ein Theil Neu - Hollands gehörte es allerdings der englischen Krone an, allein das Gouvernement von Neu-Süd-Wales hatte von den Vorgängen in dem südlichen Theile des Kontinents keine Notiz genommen, obglcih einzelne Abenteurer sich früher schon an einzelnen Punkten der Küste festgesczt hatten. Diese soge- nannten „Squatters‘““ wählen irgend eine gutbelegene Ländcrstre>e und be- treiben da Afferbau und Viehzucht, ohne an den Boden irgend cinen An- spruch zu haben. Die Regierung billigt dies stillschweigend, weil der Squatter gewissermaßen der Pionier des soliden Ansiedlers is , die Bahn bricht und den Weg in die unbekannte Ferne eröffnet. Jene Leute aber die na<h Port Philip gingen, vershmähten es, bloße Squatters zun sein,

mit einer Trenc, di die \{<wierigsten Pr Gai - 2 | \ T) Präfekten S, R Dee Mineralien Proben siegreich bestand. Zum | wohlwissend, daß dieser Zustand cin sehr prefärer ist; denn ohne gegründete s Departements de lP'Ain ernannt, war er es, der zu Bourg | Ansprüche auf den Besiß des Grund und Bodens müssen sie jeden Augenbli>

den Grafen von Aitois (nachmals Karl X.) empfing, der ihm von jener Zeit an fortwährend Beweise seines besonderen Vertrauens und vorzüglicher Werthschäßung zu geben nicht aufhörte, hz .

; Inzwischen crfolgte 1815 die Rückkchr Napoleon's von Elba, Lud- wig XVIII. sah sich, von Neuem genöthigt, nach Gent zu flüchten. Baron Capelle zauderte feinen Augenbli> über die Partei, die er zu ergreifen hatte,

darauf gefaßt sein, von der Regierung weggewiesen zu werden. Sie er- griffen daher ein anscheinend sehr philanthropisbes und legales Mittel, sich den Besiß des Bodens zu verschaffen: sie kauften nämlich ‘den Urbewobnern die Ländereien ab. Auf welche Weise das Besizrechi der verschiedenen S'ämme auf die verschiedenen Länderstre>en ermittelt worden, nach welchen Grundsäßen die Werthschägung geschah, wie die Parteien si überhaupt bei

N Königlichen Herrn nach Geut, von wo aus er mehrere | dem wichtigen Geschäft verständigt haben, besonders aber in wel<er Münze ichtige Sendungen für den König zu desscn vollster Zufriedenheit vollzog. | die Kaufgelder erlegt wurden, darüber hörte man nichts Zuverlä'siges Loe G E r

Die lebte von diesen war nicht ohne große Gefahr, aber in seiner treuen Ergebenheit zauderte er keinen Augenbli, sie zu übernehmen. Er fehrte nämli<h nach Paris zurü>, um daselbst die Rückkehr des Königs vorzubereiten. Wirklich erfolgte diese, und der Monarch ‘gab ihm bald Beweise sciner hohen Zufriedenheit mit den geleisteten großen Diensten. Baron Capelle trat wieder in die Verwaltungslaufbahn ein, zuerst als Präfekt zu Besançon, von welcher Stelle er dann zu der eines Staats- raths im ordentlichen Dienste befördert wurde, Unter dem Ministerium des Herrn Simeon wurde er zum General - Secretgir im Ministerium des Jn- nern ernannt und speziell mit den die Departementol - und Gemeinde-

so viel verlautete im Publikum, daß Leute, die aus Lancaster mit cin paar Kisten woklener De>en , rother Tücher und Rauchtaba> über die Basíis- Straße gingen , als Besißer von 20 bis 30,000 Acres Land zurüd>kehrten Eine merkwürdige Episode, die dabci vorkam, erregie damals viel Sensation. Bei einem der Stämme Eingeborner, die sich cinfan- den, um mit den Weißen zu verkehren, bemerkte man einen großen sar- fen Mann, der in der Hautfarbe und Gesichtêbildung den Eingebornen ganz unähnlich war, die Neuangekommenen mit vielem Interesse zu be- traten schien, es aber sihtili< vermied, mit ibnen in nâbere Berührun zu fommen, Bald jedoch ergab cs sich, daß er einer der Leute sei, die os

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Verwaltung betreffenden Angelegenheiten beauftragt. Er hatte dabci einen | mals unter Oberst Collins zurückgeblieben waren , seine beiden Gefährten

durch hohe politische Einsicht, ausgedehnte Kenntnisse, und eine seltene Redlichkeit des Charakters ausgezeichneten Mann zum Mitarbeiter, nämlich den vor nicht langer Zeit nun gleichfalls verstorbenen Baron Mounicr, der scin vertrauter Freund wurde und auch bis zu seinem Tode ihm unausge- setzt Beweise seiner unerschütterlihen Anhänglichkeit gegeben hat.

hatten cs unternommen, den Weg über Land nah Svdney zu finden er aber zog es vor, zurücfzubleiben, gerieth in die Hände der Eingebornen. die sciner Größe und Stärke viel Bewunderung zollten, cines der Mädchen ibm zur Frau gaben und ihn stets mit Achtung behandelten. Er haite d

Muttersvracbe, das Englische, ganz vergessen, erlernte fie aber alimélia E

Minister Gery rarkiävod t ter S: X Unter dem Ministerium des Herrn de Corbières behielt er dieselbe Stelle | der und wu:de na Vandiemensland gebracht, wo er, so viel uns crinner

bei, legte sie aber mit dem Falle des Ministeriums Villèle nieder, und alle Bitten des Herrn von Martignac, der ihn auch für sein Ministerium zu gewinnen suchte, \chciterten an seiner beharrlichen Weigerung. Der Mi- nister ertheilte ihm dessenungeachtet die Stelle eines Präfekten des Departe- ments Seine und Oise zu Versailles. e _ Von dort berief ihn der Wille des Königs Kail X,, um ihm das Mi- nisterium der öffentlichen Arbeiten anzuvertrauen, in dem Augenblicke, wo das Ministerium von 1829 dur< den Rücktritt des Herrn von Labour- donnave modifizirt worden war, Bei diesem Anlasse gab er cinen neuen Beweis von der Uneigennüßigkeit, die ihn stets ausgezeichnet hatte, indem er auf die für jede Jnstallirung cines neuen Ministeriums angewiesene Summe Verzicht leistete, obgleih er eben in Folge dieser seiner Uneigennüpigfkeit sein väterliches Vermögen nicht nur nicht vermehrt, sondern allmälig zuge- setzt hatte. A Die Juli- Revolution von 1830 fand den Baron Capelle no< als

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| Pferden irgend eine Spur aufgefundenz man

lich, bald dara'f starb.

__ Mittlerweile stieg der Preis des Viehes in Vandiemensland aufs drei- fache, denn jeder günstige Wind fübrte volle Sciffsladungen von Schafen na der neuen Ansicdlung, und man darf wohl behaupten, daß diese Pe- riode jene Speculationswuth unter den Ansiedlern hervorgerufen hat, üder die man si jegt so allgemein beschwert. Ï :

Der Enthusiasmus für das neue Land wurde jedo dur ein sehr trauriges Ercigniß eiwas gestört, zwei sehr wohlhabende und achtbare Leute aus Hobart-Town, ciu Advokat und ein Arzt, die Port Philip besuchten wurden nach ciner Exkursion, die sie zu Pferde matten, vermißt. Das Leben des einen der Verunglücten war fär cine dohe Summe verstehe, und schon in dieser Beziehung war cs erforderlich, den Tod zu komsatiren, troy aller Nacbsuchungen ader hat man weder von den Menlehun,; mo ‘den

daher, fe fetem

von den Eingebornen im Gebüsch ermordet und de veiboannt

Minister, und obgleich die politischen Leidenschaften nit direkt gegen seine | oder vergraben worden.

M gerichtet waren, so war er doch denselben Gefahren ausögesept, wie cine Kollegen. Glü>klicher als sie, gelang es ihm, wie den Hexren von Moutbel und d'Haussez, s den gegen ihn gerichteten Verfolgun- en zu entziehen, Die erste Zusluchtsstätte fand er bei dem Pfarrer von onjumeaun , der seitdem als Kanoniker des Kapitels von Versail es gestor

Die Regierung konnte nicht länger zögern, ihre anwahsenden Ansiedelung geltend d a maden, Philip Eingeborenen wurden für rihtig n Port

Wales einverleibt und eine geregelte eingeset._ Die aus dem Concentrati entirzngenden Mißgriffe wurden