1843 / 136 p. 2 (Allgemeine Preußische Zeitung) scan diff

enommene Eisenbahn zwischen Heidelberg und S über ge î dt hergestellt, dann sei der Vortheil, diesem Tra tee zu olgen, noch vie t indem man alsdann gegen den direkten Weg bei dem Umwege »c. nit weniger als 9 Stunden an Zeit und an den Ko- sten in no< größerem Verhältniß erspart, so daß alsdann noch bei cinem Umwege von 30 Wegstunden per Eilwagen die Benugung der Eisenbahn noch weit vortheilhafter sein werde, als die gerade Richtung z mit anderen Worten: das Publikum werde vorziehen, einen Weg von etwa 20 Post meilen auf der Eisenbahn zurückzulegen, und 1m dieses zu erreichen, einen Umweg von 15 Postmeilen im Eilwagen nicht ansehen, als diese 20 Postmeilen in gerader Richtung auf der Eilpost zut machen, weil die erstere Neiseart ihm gegen die leßtere no< immer Geld - und zzeit - Crjparmp verspricht. 7 L E ;

Der Herr Berichterstatter fahrt fort : „Dieses Faktum führt den prak tis<hen Beweis, daß ein Land, welches mit der Anlage von Eisenbahnen zurüd>bleibt, recht füglich durch ein anderes, welches mit der Herstellung solcher Bahnen vorauschreitet, vom Verkchre abgeschnitten und umgangen werden kann, wenn auch selbst der Umweg, womit diese Umgehung statt- findet, ein gegen die gerade Richtung sehr bedcutender sein sollte, Es erscheint demnach auch die von den Herrn Antragstellern in 1hrer Begründung aus gedrückte Besorgniß, daß bei längerem Aufschube der Ausführung von Ei- \senbabnen Seitens Kurhessens Gefahr drohe, daß unser Vaterland von dem Personen- und Handelsverkebre, den ihm scine natürliche Lage zuweist, ausgeschlossen und dur die Cisenbahnen anderer Staaten umgangen wer- den könne, keinesweges als eine blos eingebildete, Namentlich steht zu be- fürchten, daß die jegt lebhaft in Angriff genommene Bahn von Leipzig über Altenburg, Hof nah Bamberg, bis nah Würzburg, wo feine großen natürlichen Schwierigkciten vorhanden , ausgedehnt werden möchte, von wo aus, selbst wenn der vorliegende Spessart nicht wobl zu beseitigende Hindernisse für Eisenbahnen bieten sollte, und deshalb die Stre>e von Würzburg nah Frankfurt nux mit Eil- vagen zurückgelegt werden könnte, do% Frankfur {nell genug zu er reihen fteht, um, besonders wenn man binnen wenigen Stunden von

Leivzig auf der Eisenbahn nad Wünzburg befördert würde, diejem Cour]|e

bedeutender, über Karlsruhe

den Vorzug gegen den von Leipzig über Etenach und Fulda nach Frank- furt zu geben, auf welchem keine Eisenbahn den Verkebr beschleun!gte. Nicht minderer Nachtheil steht unserem Vaterlande bevor, wenn die von der Königlich preußischen Negierung bereits konzessionirte, sogenannte oft rheinische Bahn, von Köln nach preußisch Minden, verwirklicht sein wird, wodur die in den leßten Tagen eröffnete Bahn von Ostende na< Köln mit der fas bis naci Hannover vollendeten, von dort na< vreußis< Minden aber au<h schon m Arbeit genommenen, Bahn von Berlin nah preuß. Minden, verbunden werden soll, Man wird na< Beendigung dieser Bahnen dann 1n 8 Stunden ver Damvfschiff vou Mainz nah Köln (Neuß) fahren, dort die ostrheinische Bahn besteigen und mittelst dieser binnen 18 Stunden von Mainz nach Hannover gelangen I

während jeßt zu Zurücklegung der direkten Stre>e von Mainz nach Han- nover über Marburg und Kaßsel fast 48 Stunden erfordert werden. Durch die Vollendung jener Bahn von Halle (Berlin) nach Köln tvird auch Hessen der sehr bedeutende Verkehr abgeschnitten werden, welcher zwischen Leipzig, dem ersten Emporium des Zoll-Verbandes, und Elberfeld mit seinen Anneren, der Hauptwerkstätte desselben, sich bewegt und unser Vaterland auf der Stre>e von Witzenhausen bis Niederlistingen berührt und belebt, und bleibt diese Straßenstre>e ohne Eisenbahnen, so kann sie natürlich nicht mit jener nord- lihen Eisenbahn von Köln (Elberfeld) über Hannover nach Halle (Leipzig) konkurriren und muß daher nothwendig verdden und verarmen, Bei diescm zur Umgehung Kurhessens begonnenen, mit jedem Tage seiner Vollendung näher rü>enden Cisenbabnneße dürste es als ungbweisbare Pflicht erschei nen, zeitig den Nachtheilen und Verlusten zu begegnen, welche jene Um strifung und Unterbindung der unser Vaterland durchzichenden und beleben- den Verkehrs-Arterien ungusbleiblich und zum Ruine des Ganzen in ihrem Gefolge führen wird. Denn die Rückwirkung auf den Ackerbau würde gewiß nit ausbleiben, da derselbe mit dem Verkehr (Handel und (ewerbe) zu innig verflochten is, um nicht bei cinem S ieden des einen, cinen unbehaglichen Zustand des anderen nach sich zu ziehen, Js kein Verkehr sicher und dauer haft begründet, der nicht auf einem gleichzeitigen verhältnißmäßigen land=- wirthschaftlichen Betriebe basirt und damit innig verflochten is, weil nur durch den leßteren dem Gewerbs - und Handelsämanne die zu einer s<hwung- baften Production unentbehrlice billige Subsistenz beschafft zu werden ver- mag, so i auf der anderen Seite doch auch nicht zu verkennen, daß der Aecrbau nur da einen reten Aufschwung zu nehmen befähigt ist, wo die divirthschaftlichen Produkte an eine :ablreidbe cinheimische und gewerb - Bevölkerung cinen sicheren, von feinen Konjunkturen, oder dem Wollen â Daß bloßer Ackerbau nicht genügt, um l igt Polen, welches sei } obener und gefkräftigter Acker

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nothwendig die Zuleztkommenden unter den lästigsten Bedingungen das damit

zum Bau erforderliche Geld anlcihen müssen. Ju beider Hinsicht dürfte vielleicht {hon ein zu langer Aufschub stattgefunden haben, und es möchte Hessen, wenn es im vorigen Herbste den richtigen Moment ergriffen, und den Eifer, der damals unscre Nachbarn für die Verwirklichung der Eiscn bahnen bescelte, klug benuyt hätte, zur Ausführung seiner Eisenbahnlinien sicher vortheilhaftere Bedingungen erstrebt haben, als dicjenigen, die ihm gegenwärtig dazu in Aussicht stehen, Zmmer noch is es dazu aber nicht zu spät, doch schleunigster Vorschritt um so unabweisbarer geboten, als jeder weitere Aufschub immer mehr die Bereitwilligkeit der Nachbarn zum Anschluß an nuscre Eisenbahnlinien mindert und zugleich die Opfer erhöht, die die Ausführung derselben dem Lande auferlegt, Jbr Ausschuß vermag daher auh nur mit voller Ucberzengung den Antrag der Deputirten der Stadt Kassel zu unterstüßen, und hofft, daß die hohe Staatsregierung zu einer entsprechenden Auskunft, insbesondere über Nichtung, Zeit des Beginns und der muthmaßlichen Vollendung der Babn, als Privat- oder Staatsbau, über die Größe der Kosten und Beschaffung der Mittel, über die Mittel zur Verzinsung und Tilgung eines etwanigen Anlehns, über die Verwal tung der Bahuen und des auf deren Bau zu verwendenden Kapitals, ge- neigt scin wird.“

Anhalt-Deßau. Deßau, 11. Nov. Das heutige Wochen blatt entbält eine Anzeige des Stadtrathes, wonach in Folge eines Befehles Sr. Durchlaucht des Herzoges die von dem Senate der freien Stadt Hamburg empfangene Urkunde der Dauksagung für die den Abgebrannten Hamburgs geleisteten Unterstüßungen zu gewissen Stunden auf dem Stadthause öffentlich ausgestellt werden soll,

Freie Städte. Hamburg, 8 Nov. (H, C.) Kaum sind 18 Monate verflossen scit dem großen Brande, der im Herzen unserer alten Stadt fast den vierten Theil derselben in Asche legte, und immer mehr verschwinden schon die traurigen Spuren dieser grausenhaften Katastrophe. Durch gemeinsames Wirken und that Fräftiges Handeln unserer Bürger 1st während dieses kurzen Zeit raumes sou so unendlich viel gesheben, daß wir uns mit erheben

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dem Vorgefühl der Hoffnung hingeben zu dürfen glauben, den größ ten Theil der weiten Brandstätte nach Verlauf einer eben so kurzen Frist mit einem prachtvollen, den Anforderungen der Jebtzeit ent sprechenden Quartiere bebauet zu sehen. Das herbe Mißgeschick, welches Hamburg im Mai des vorigen Jahres betroffen, hat überall im theuren deutschen Vaterlande, überall im fernen und fernsten Aus= lande die wärmste Sympathie erwe>t ; wir glauben daher annel)men zu dürfen, daß eine Vorführung und Veranschaulichung dessen, was bis jetzt zur Wiedererstehung des abgebrannten Stadttleils gescheyen, von Juteresse sein werde, :

Nach cinem, den Umständen nah möglichst genauen, jedoch jeden- falls nur ungefähren Ueberschlage mögen Endo Oktobers im Ganzen wohl an 50) stattlihe Gebäude theils fertig, theils bald vollendet, theils im Emporsteigen begriffen, theils in Angriff genommen sein. Etwa 116 Häuser waren schon bewohnt, 1/5 bald bewohnbar, 57 unter Dach, 58 im Emporsteigen begriffen, und über 40 im Grunde angefangen, uneingerehnet die Hinterbäuser und Speicher. Alle diese Zahlen können jedoch, w'e gesagt, nur als approximativ angesehen wer den, da wenige Tage hinreichen, um hier ein emporsteigendes Ge= bäude unter Dach zu bringen, dort einen Neubau zu beginnen.

Der bei weitem größten Zahl nach ist beim Neubau dem mo dernen Geschmacke gehuldigt worden z die meisten Häuser sind vier Sto> hoch uud mit flachen Dächern versehen. Manche sind in edlem Style und in \{önem Verhältnisse, einige in baro>em Geschmacke erbaut - Wohnlichkeit und Geräumigkeit seinen , so viel wir baben bemerken fönnen, hier und da manchmal auf Kosten des guten Geshma>kes, vor allen Dingen vorherrschende Bedingung gewesen zu sein. Dur) die neue Constructionsweise der fast durchgängig vierstö>kigen, großen Häuser wird gewissermaßen eine theilweise Umwälzung des bisherigen inneren Lebens in Hamburg herbeigeführt werden, indem für das abgesonderte Wohnen einzel ner Familien in eigenen Häusern das etagenweise Zusammenwohnen derselben, gleichwie in anderen großen Städten, in dem neuen Quar= tiere Plaß greifen wird, Wir wünschen indessen, daß in den noch zu bebauenden Theilen der Brandstätte an die Errichtung kleinerer

en gedacht werden möge, damit cs uns nicht so ergche, wie es jeßt in Kopenhagen der Fall is, wo der Mangel an folchen Wol) z sein soll, daß man sich an die Direction des Armen

ik Wohnung nungen jo gro} : < wesens gewendet, um Leuten aus dea mederen Standen Unterkommen

zu verschaffen, Oesterrcichische Monarchte.

Preßburg, 6. Nov. (Preßb. Zkg.) Se. Majestät der Kaiser bat nachstehendes Reskript in Betreff der Sprache, welcher Reichstag bei seinen Berathungen und Borträgen zu bedic

, w. Nachdem Uns von Seiten froati- S4

n unterbreitet wurde: wie, was aus den Akten des ge- <stags erhellt, die Deputirten der Nebenländer durch den n der Ständetafel nur ungarisch gesprochen werden dürfe, ‘age gekommen sind, daß fie, obschon in den Reichs Siz-

die Pflichten ihrer Sendung dennoch nicht erfüllen und Berathungen der erwähnten Tafel, dem ihnen zukommenden

schwerer Verlegung ihrer Gerechtsamen, reellen und thä-

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nebmen können; so glaubten Wir, daß die Unstatthaf

crittes, bei der obshwebenden Verhandlung über den

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zusammenhängenden Gegenstand, eingesehen, und man von dem, was in Betreff der erwähnten Deputirten geschehen, freiwil- lig und alsogleih abstehen werde. Aber wic schr Wir Uns in Unseren Hoffnungen getäuscht haben, haben Wir sowohl aus den lcteren Verhandlungen bei derselben Tafcl, als auch aus der neuesten Uns vou Seiten ter obgedachten Jurisdictionen unterbreiteten Supplication, daß nämlich die erwähnten Deputirten sich no< immer in der anomalen, ille- galen Lage befinden, wider alle Erwartung ersehen. Wie aber die mit Un- serer Königlichen Einwilligung gebrachten Gesez-Artikel von Unserem Stre ben für die Blüthe und Verbreitung der ungariichen Sprache klares Zeug- niß ablegen, so sind Wir dagegen innigst überzeugt, man fönne zu diesem Ziele auf keinem anderen Wege gelangen, als wenn am Geiste des Gesehz- Artikels 7 : 1792 jederzeit festgehalten, und in der Verbreitung der ungari- hen Sprache aller Zwang vermieden wird, und Wir gestehen ofen , daß Alles, was davon abweicht, durchaus fern von Uns sei. Da also die Frage der Berathungs Spräche im Sinne des Artikel 67 : 1790 Stoff zu cinem Geseßze giebt, ein solches aber ohne Verlegung der constitutionellen Ordnung nicht präokfupirt werden kaun, so ermahnen Wir gemäß der Sorge, die Uns obliegt, ernstlih mit Unserem Königlichen Anschen Euer Líebden und Euch Getreue, jene Ordnung zu überwachen, und wollen, daß einstweilen, bis durch cin Gesel anders verfügt wird, das Grund-Prinzip der Landesgeseße in Beobachtung des herkömmlichen Usus festgehalten und gesorgt werde, den, Gebrauch, scine Meinung in lateinischer oder unga! icher Sprache zu außern für jene Ablegaten unbebindert bestehen zu lassen und sich jeder gewaltsamen Einschränkung desselben zu enthalten, Die M610) Wien, 127 Ok tober 1843. Ferdinandus, Anton Graf Mailáth, Ladislaus

Szögyény1,“ France di

Paris, 7. Nov. Gestern kam der König nach den Tuileriecn und ertheilte hier mehreren Ministern, Gesandteu und anderen poli- tischen Personen Audienz, worauf Se. Majestät wieder nah Stk. (Cloud zurückkehrte, Dem Bischof 9011 Nevers hat der König den Orden der Ehren-Legion verliehen. l

Ein Privat-Brief aus Livorno vom 28sten v. M. meldet, daß der Herzog von Aumale, in Folge neuerer aus Paris ihm zugegan- gener Depeschen, auf die Reise nach Neapel verzichtet habe. Nach dem er in Rom dem heiligen Vater ein Schreiben Ludwig Philipps übergeben, würde der Prinz direkt nah Aukona gehen und sich dort

na< Konstantine einschisfen.

Der Moniteur algerien vom 30, Oktober meldet nun die Ernennung des Herzogs von Aumale zum Kommandanten der Pro vinz Konstantine, Die betreffende Verordnung ist vom 18, Oktober datirt. S

Nach dem Armoricain von Brest war dort am 2ten d. auf telegraphischem Wege der Befehl eingetroffen, das Dampfboot „Ar= <himede““, welhes den Herzog und die Herzogin von Nemours nach England bringen soll, sofort nach einem der Häfen des Kanals zu senden. Der Admiral Casy sollte sich mit feinem Generalstabe und einem Detaschement Grenadiere der Marine Jufanterie - Regimenter an Bord des „Archimedes“ einschiffen und in Dünkirchen auf den Herzog und die Herzogin von Nemours warten, Jhre Königl, Ho beiten werden in Woolwich landen, zehn Tage in London zubringen und sich von da nach Ostende begeben.

Aus den Rhone-Gegenden wird von großen Ueberschwemmungen berichtet, Man befürchtet eine Wiederholung der Katastrophe von 1840, Bereits waren viele Dämme durchbrochen und eine Anzahl Brücken umgerissen worden,

Der französische Botschafter am Hofe von St. James, Graf von St, Aulaire, i| im Begriff, auf seinen Posten nah London zurüd>zufehren, um dort den Herzog und die Herzogin von Nemours zu empfangen,

Der türkfishe Botschafter, Nafi Efendi, hat dem Köuige in einer öffentlichen Audienz im Auftrage seines Gebieters, des Sultans Abdul Med\id, das Vildniß desselben übergeben.

Herr Horace Vernet ist von seiner Reise nah Algier wieder in Paris angekommen.

>=/ Varis, 7. Nov. Jun wenig über se<s Wochen werden die Kammern wieder eröffnet, und wie dies jedes Jahr um die gleiche Zeit geschah, so hat man guch jeßt Gerüchte in Umlauf geseßt, die in den Blättern natürlich ihren Wiederhall gesunden haben, als ob das Ministerium seiner Auflösung entgegengehe uud, vielleicht hon vor Beginn der Session, jedenfalls aber gleih in den ersten Tagen nach Eröffnung derselben einem anderen werde Plaß machen munen Die Partei - Presse, welche dergleichen aus der Luft gegriffene Dinge mit einer gewissen Bestimmtheit zu sagen keinen Anstand nimmt, begreift nicht, wie sehr ste si selbst dadur<h schadet. Sie will das Land etwas glauben machen, woran sie selbst nicht glaubt, Daraus zum Theil erklärt si< au< der Verfall, in den der größte Theil der Op= vositionsblätter immer mehr kommt. Das Ministerium Guizot steht no< aufrecht und fest, wie hon ein oberflächlicher Bli>k auf die Stel- lung desselben in seinen verschiedenen Beziehungen zur Genüge darthut. Um den Fall des Kabinets herbeizuführen, bedarf es anderer That sachen und Gründe, als die sind, mit denen sih bisher die Opposi= tions - Presse herumgetragen hat. Und noch ein vorzüglich wichtiger Punkt is hierbei wohl zu beachten: hat das Ministerium etwa das Bertrauen dcs Königs verloren? Wer dies bejahend beantworten wollte, bewiese dadurch, daß er mit dem wahren Stande der Dinge gänzlih unbekannt is. Jch glaube, versichern zu können, daß das Ministerium nie das Vertrauen des Monarchen in höherem Grade

in den interessanten, u

Gigourx, die ausgezeicb

den effsefivollen Mater erke Glanz und Zauber seiner rv Sonne, die biendend weißen Kalkw ziehenden Eigenthümlichteiten seir oer nen Lithographieen, die beste liche Auger derbaren Oel - und Aguarellbilder.

Man bätte erwarten sollen, daß die Ï 1ty bedeutender Anregung, auf der Bahn der Bervollkommn ten werdez allein sie hielt ylöglich inne und blieb bei den theilen stehen; mochte man nun glauven, ihr den Charakter einer lci lernbaren Kunst lassen zu müssen oder in der Ausbildung ihrer tehnis< Bortheile nicht weiter gehen zu können, kurz cs geschah nichts zur Herbei- führung und Beschleunigung eines neuea Fortschritts wogegen “d ‘aerad vie, so sich durch die Lithographie berühmt und beliebt gemacht am meisten stemmten, Nichts von tiefgreifender B-deutug ersien im Gebiete der nige E greise Dedeutung erschien im Gebiete der zithographie, deren Anwendung sich beinah d Gli f wichtige G

E PacGetii i ( ] e ausschließlih auf wichtige De- f pes e ads ms n selbst die gewandteste Ausführung feinen ab- derlichen 9 þ ç ite T L Ea de MU A 0 L )e e e G en E Zwar kamen einige interessante Blät- ter heraus, als die (Geburt Heinrich's 1V., von Achille Deveri i ivbaleraibisve: (eines Büub S A e Deveria nach p:m Originalbilve sei ruders Eugène im Luxembourg ausgeführt, der Lówe und Tiger von Eugène Delacroix u. \, w.; allein diese Arbeiten waren ni<ht im Stande, der Lithographie abermals einen bedeutenden Im- puls zu geben, den sie von Herrn von Lemüd erhalten sollte, Diesem vorzüglichen Liíthographen war es vorbehalten, seine Kunst auf die höchste Stufe der Vollendung zu bringen und darin eine bis j-t unerreichte und wohl schwer zu übertreffende Meisterschaft ju zeigen. Der Anlauf zu neuem Fortschritt verkündigt sich schon in seinen ersten Arbeiten, die jenen unruhigen, mäch izen Drang offenbaren, der zu rastlosem Streben und Suchen hintreibt, Wer su<t, der findet, sagt ein christlicher Spruch z jeder echte, urkräftige Ge- danke findet die Form, in der er sich ausdrü>t, die sich gleichsam fest auflegt auf das Bild, welches in der Tiefe des Gemüths ruht und sie bede>t, und

ich, so zu sagen, im Styl wie in der Zeichnung ab. Herr von Lemüd fand alsbald die seiner Jdee entsprechende Behandlungsweise, die seinen Arbeiten einen so entschieden charafteristis<en Ausdruck giebt, daß man nicht mehr nah dem Namen ihres Urhebers zu suchen braucht. Keiner bis jegt der Lithographie so große Vorzüge und gab ihr so fräftiges

Jn der Hand des Herrn von Lemud scheint der (Griffel auf dem

n\<t mehr umzubiegen oder zu zerfließen, sondern läßt einen schar- fen, festen Strich darauf zurü>, und ganz verwundert betrachtet man den leichten, bewealicen Schwung der Zeichnung, die sichere und scharfe Angabe der Formen, die charakteristische Wahrheit, den feinen Ausdru und die durchgeführte Modellirung der Köpfe, die sorgfältige Ausführung der Gewän- der und Stoffe, die treffliche Haltung der Gründe und Massen und die

alüclihe Abstufung der verschicdenen Pläne durch cine genaue Beobachtung ver Luftverspeftive. Jn den Werken des Herrn von Lemüd nähert sich dic Lithographie so sehr ter Malerei, und giebt einzelne wunderbare Farbentwir- ungen so glüctich wieder, daß man wohl annehmen darf, hiermit jei das

<ste geleitet, um so mehr, da diejer Grad von Kraft und Vollendung ur mit äußerster Mühe und Noth zu erreichen war. ZU welcher Behand- nasweise auc der Kupferstecher greifen mag, er ist scines Resultats gewiß z enn was er mit dem Hrabstichel oder der Nadel eingegraben over mit dem Eisen aescabt hat, gicbt ihm die ehrliche Metallylatte unverschrt in treuem Abdru> wieder ; selten gelingt es dagegen dem Lithographen, nebst dem allgemeinen Effekt, dem Zauber des Helldunkels, der harmonischen Beleuch- tung und feinen Charakteristik auch den eigenthümlichen Bortcag, das Glatte oder Markige, das Leichte oder Derbe des Pinsels vermittelst der chemischen Kreide oder Dinte täuschend herauszubringen, der treulose Stein giebt nicht wieder von si<, was ihm als theures Bermächtniß anvertraut wurde. Was der Zeichner auch aufbietet, seine Arbeit aufs höchste zu vollenden, so fann er doch nie des Genusses si< erfreuen, seine Zeichnung in eben der Hal- n Kraft, Reinheit und Feinheit, wie er sie schuf, auf Papier übertragen zu schenz die zarten, vurchsichtigen Nüancen, die Licht und Luft angeben, gehen beim Dru entweder ganz verloren oder erscheinen in anderer, un- vollkommenerer Gestalt; die Mezzatinten werden unsichtbar, das Helldunkel

fommt unrein und verfehlt durch den Mangel transparenter Klarheit scine Wirkungz es kommt immer noch etwas Tüchtiges zum Vorschein, allein die größten Feinheiten und Zartheiten werden nicht mit abgedru>t.

Es fordert allerdings cin geübtes Kenner - Auge, um die Arbeiten des Herrn von Lemüd nach ihrem vollen Werthe zu würdigenz aber es hält nicht \{hwer, zn erkennen, welches bedeutende technische Können und Wisse1t der Künstler in der Ausführung seiner Werke an den Tag legt ; wa# jedoch noch leiter zu erkennen, ist das energische, tiefe und wahre Gefühl, wel- <es si in seinen Leistungen kundgiebt und mit magncetischcr Kraft auf A Beschauer wirkt, wie gewisse Persönlichkeiten, von denen man sich unaus- sprechlih angezogen fühlt, ehe man sih ihren vollen, Werth M L flar gemacht. Jedes seiner Motive weiß er charakteristisch und passend zu behandeln, und jede seiner Figuren is von wahrem, ergreifendem Ausdrüc>. Mit welcher bangen Hast die kleinen Gartendiebe auf den Kirschbaum tlet- tern, und mit welcher Naschgier sie die {mad>hasten Früchte wegrap- sen! Wie die nichtsnuyzigen Waltstreuner sich ärgern und fürchten vor der grimmigen Eule, die ihnen mit den Krallen zu Leibe will, weil sie ihr die Jungen aus dem Neste nehmen! _Wie fein gegeben is dic arglos lallende Redscligkeit dessen, dem der Wein Herz und Zunge ge- löst, und die shlaue Jronte dessen, der nüchternen Muthes sich die un- bewachten Augenblicke der Trunkenheit zu nuße macht! Welch geistvolles, sprechendes Leben in den beiden Figuren, die der Kaffee in stilles Brüten und Nachdenken versenkt hat! Jeden Scelenschmerz, jede Gemüthspein ver- steht der Künstler wiederzugebenz alle E und Drangsale unverdienter Gcfangenschaft sind auf dem blassen Gesichte seines Eingeker- erten zu lesen, und în den finsteren, s{wermüthigen Zügen seines Hoffmann spiegelt sich der Wiederschein phantastischer, unheimliher Träumereien. Wer erfennt nicht gleich den fleinen Vagabunden mit dem feinen Lächeln, dem scharf und ke> in die Welt blikenden Auge, der aus Drang zur Kunst sei- nen Aeltern davongelaufen und mit einer Bande Zigeuner umherzicht ? Krästiges Gefühl und entschiedene Charafteristif zeigen sich bereits ín diescn ersten Arbeiten des Herrn von Lemüdz aber so lebendig und eigenthümlich auch die darin sich gaussprechende Auffassung, so nimmt sie doch in den

besessen hat, als gerade 2x Sorge M vi auch von dieser Seite sei- ner Existenz durchaus O 3 e Geistlichkeit ge die Universität

Der Krieg cines Theils És )eistlichkeit gegen die niverjità dauert ununterbrochen fort, Ein niht unbeachtenswerther Umstand auer F wobl, daß #0 mancher der hohen Prälaten, die jeßt in die dabei it wo Früher mit einer gewissen Ostentation außerordent- Schranken treten, fru P lu Sab uedlid lich liberale Grundsäße zur Schau trug, und man namentlich den Bischof von Langres in dieser Beziehung nennt, der jene Erhe- E S bischöflichen Würde vorzügli der Protection der Familie Perrier zu danken haben soll. Man glaubt allgemein, daß das Bei- spiel der Prälaten, die bereits ösfentlih ihre Stimme erhoben haben, auch noch andere nachziehen werde. Aber wie der Angriss an Zun tensität zunimmt, 0 organisirt sich mehr und mehr auch die Ber theidigung, und in dieser Beziehung zeigt die großpe Mehr-= zahl der Organe der __Prejse eimen richtigeren Talt, eme bessere Erkenntniß} ihrer Stellung und Aufgabe, und eine größere Unparteilichkeit , als man sonst an ihr zu sehen gewohnt 1st. Nie- mand wird der französischen Regierung vorwerfen fönnen, daß sie dur ihr Verhalten, der Geistlichkeit gegenüber, derselben gegründe ten Anlaß zu Klagen gegeben habe, Jm Gegentheil is der Regie rung nicht selten der Vorwurf gemacht worden, daß sie eine allzu große Nachgiebigkeit gegen den Klerus und dessen Uebergrisfe oder die gemachten Versuche dazu beweise. Wenn dessenungeachtet der An- griff auf die Regierung nun von Seiten eines Theils der Geistlich keit ausgeht, so war es natürlich, daß die öffentlihe Meinung auf Seiten der Regierung stehen mußte. Und dics is, die eigentlichen Fanatiker ausgenommen, deren Zahl aber glü>li<erweise in Frank reih nicht so groß ist, um mit Kraft und Aussicht auf Erfolg etwas unternehmen zu fönnéen, aub wild der. Fall, Jeder mann sieht, daß es si<h hier niht um die wahren Juteressen der Religion handelt, sondern nur um Befriedigung von Leidenschaften, die eigentlih mit der Religion sehr wenig zu thun haben. Wenn die Universität wirklih \o vergiftete Lehren in Umlauf seßte, als die Männer des Univers jeden Tag vorgeben, wenn wirklich die Reli gion ernstlih dadurch bedroht wäre, so ist das Mittel, das z, B. der Erzbischof von Bonald von Lyou gegen das behauptete Uebel vor- schlägt, mindestens gesagt, cin sonderbares; er droht, die Aumo niers aus den Colleges zurückzuziehen. Man sollte glauben, wein die Universitäts - Professoren wirkli<h unmoralische und gottlose Lehren vortrügen, so wäre es Sache und Pflicht der Geistlichkeit, die s<limmen Wirkungen derselben nux um so eifriger und ausdauernder zu befämpfen, und grade den Aumoniers fäme es zu, in den Colleges hierfür zu wirken: man sollte glauben, die Zahl der Aumoniers müßte eher verdoppelt als gedroht werden, sie gänzlich zurückzuziehen. Bemerkenswerth is auch, daß einige Prä laten, die früher gleihfalls eine Art Nothruf anstimmen zu müssen glaubten , bei dem gegenwärtigen Anlasse sih \<weigend verhalten, Jn dieser Beziehung ist insbesondere der Erzbischof von Toulouse zu erwähnen.

N Betreff der Haltung der Regierung diesen maßlosen und unbilligen Anfeindungen gegenüber, spricht man von cinem Rund schreiben, welches dieser Tage erst vom Könige selbst an die sämmt= lichen Erzbischöfe und Bischöfe ergangen sein soll, Es soll in ge- messener aber auch in bestimmter Form erklären, daß die Regierung zwar stets bemüht gewesen, dem Klerus eine freie ungehinderte Be: wegung innerhalb der durch das Gesch ihm vorgezeichneten Schran- ken zu sichern, und seinem Wirken zur Förderung der Religion und threr Juteressen, die mit denen des Staates aufs Junigste verknüpft seien, überall Schuß und Beistand zu leisten, daß sie andererfcits aber auch entschlossen sei, gegen Ucebergriffe, die man sich von Seiten eines Theils des Klerus in das Gebiet des Staates erlaube, und gegen maßlose Angrisse auf eme Institution, welcher Frankreich }o viel zu danken habe, die größte Festigkeit zu zeigen und daß es gewiß uicht im Juteresse des Klerus liegen Fönne. die Regierung zu entschiedenen Maßregeln zu nöthigen, die sie ergreifen müßte, wenn man nicht von Seiten des betreffenden Theils der Geistlichkeit zu der ihr vor allem anstehenden Mäßigung zurü fehre, Die hohen Prälaten der Kirhe werden daher aufgefordert, sowohl selbst die uachtheiligen Folgen zu erwägen, welche gus einer längeren Fortdauer des gegenwärtigen gereizten Zustandes hervorge hen müßten, Zu gleicher Zeit sollen sie mit allen ihnen zu Gebote stehenden Mitteln und mit ihrem ganzen Einflusse dahin wirken , daß auch der ihnen untergebene Klerus dem von ihnen zu gebenden Bei spiele gemäß sich benehme u. st. w, Es ist sehr zu wünschen, daß dieser Schritt der Regierung die gewünschte Wirkung hervorbringen möge,

Grossbritanien und Irland.

London, 4. Nov. Jn der Morning Post, dem ultra toryistishen Journale, findet sich heute eine Erwiederung auf die neulihe halboffizielle Erklärung des Standard über den Besuch des Herzogs von Bordeaux, welche „cin Royalist‘“/ gezeichnet ist und in ziomlich starken Ausdrücken sich als ein Protest gegen jenen „sonder baren Artikel“ ankündigt, Der Schreiber dieser Erwiederung findet die Sprache des Standard nicht im Einklange mit einem fonser- vativen, das monarchische Prinzip vertretenden Blatte, das an Kü- nigthum und Aristokratie hängt, und sieht si< getäuscht in seinem bisherigen Glauben an diese vorgeblihen Eigenschaften des ministe

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riellen Journals. Judeß begreift er nicht, wel<hen Zwe> dasselbe dabei haben fonute, „die shmählichste Beleidigung gegen einen Prin= zen öffentlih auszuspre<hen, den unbestreitbaren Erben ciner lan- gen Reihe von Königen, den Abkömmling von Fürsten, welche in früheren Tagen während der großen Krisis revolutionairer oder Kaiser= licher Usurpation stets in England als Prinzen und Könige in ciner Weise aufgenommen worden sind, wie sie si<h für einen monarchischen Staat \hi>te. Während der Katastrophen neuerer Zeit“, heißt es weiter, „hat England häufig jenen Souverainen, welche den sozialen Stürmen weichen mußten, ein Asyl gewährt, und dies wird diesem Lande, troß seiner jeßt geäuderten Politik, în den Augen der Nachwelt eine unleugbare moralische Größe beilegen. Jch will nicht auf die Fragen der nationalen Jnteressen näher eingehen, durch welche die englisheu uud französishen Regierungen gegenwärtig ver

bunden sind; das sind Sachen, in welhen jeder Staat, so wie jedes Judividuum unabhängig handelt und urtheilt. Aber daß ein Jour

nal, welches eine monarchishe und gleichsam offizielle Masfe annimmt, unter unverninftigen Vorgusseßungen mit affektirter Mißachtung einen jungen Prinzen von Königlichem Geblüt einen „jungen Edelmann“ nennt, i der Führer der konservativen Partei eben so wenig würdig wie der Staatsmänner, welche gegenwärtig die Regierung in Händen haben und die für solhen Schimpf nicht verantwortlich gemacht wer

den können. Es is klar, daß der Besuch des Monseigueur, Hei

zogs von Bordeaux, in England dieselben Gründe hat, welche den

selben veranlaßten, dur<h Deutschland und Jtalien zu reisen. Es ist die Pflicht eines Prinzen, durch persönliche Beobachtung sich davon zu unterrichten, was für seine Stellung erforderlich is. Es ift eine natürliche Folge, daß sein Rang und seine persönlichen Cigenschaf ten eine große Sensation hervorrufen, und der Standard hätte, ehe er der Diatribe seine Spalten öffnete, sih erin nern sellen, in welcher Gesellschaft des englischen Adels das Er scheinen des Monscigueur so große Seusation erregt.“ Nachdem im weiteren Verlauf des Schreibens die vom Standard gehegten Be sorgnisse als grundlos widerlegt werden, da weder Mitglieder der englischen Aristokratie, no<h die französischen Noyalisten fo unklug han deln werden, die Zukunft des Prinzen dur<h „wahnsinnige Versuche“ zu fompromittiren, „welche, ihrer Meinung nach, der Gang der Er eignisse und eine Umwandlung der öffentlichen Meinung früher oder später doch herbeiführen zu müssen \chienen“’, schließt der roya listishe Korrespondent seinen Protest gegen den Artikel des Stan-= dard mit einer aus der bewiesenen Theilnahme in England gefol gerten Erklärung, daß der Herzog von Bordeaux vor Europa den Beweis gegeben habe, wie Königliches Blut niemals entarte und die bestandenen Prüfungen denselben nur um so mehr befähigen, die Wie

dergeburt seiner Nation zu bewirken.

Der Standard antwortet heute sogleich jenem Schreiben des Royalisten in der Morning Post. Wir geben folgende Auszüge aus dieser Autwort: „Der Schreiber, welcher sich „ein Royalist““ nenut, zeigt sogleich zu Anfang seines Schreibens eine große Unkunde der Grundsäße des Standard und der konservativen Partei überhaupt, Der Stan dard war das erste Journal im britischen Reiche, welches seine un maßgebliche Billigung mit der Revolution von 1830 ausspra<h. Wir warteten nicht auf die Anerkennung der neuen Ordnung von Seiten unserer Regierung, sondern wir freuten uns alsobald, daß das fran= zösische Volk das Beispiel unserer Vorfahren von 1688 nachgeahmt batte. Es is seitdem kein Jahr verstrichen, in welchem wir uicht Frankreich zu den Folgen jener Revolution Glück gewünscht haben, welche dem Lande die beste Verfassung, deren es si jemals erfreute, welche demselben den besten und weisesten König gegeben hat, der jemals den dortigen Thron einnahm. Wir sind monarchish, wir hängen mit Ueberzeugung an der monarch:\{hen Regierungsform, wie sie in England und Frankreich bestcht, wir erinnern uns mit Dankbarkeit jener Reihe von Für= sten, welche wir dur< unsere Nevolution erhalten haben, und hängen darum auch mit loyalen Gesinnungen an den levenden Repräsentauten derselben, aber eben aus diesem Grunde, weil wir einer Revolutions Dynastie anhängen, is es unpassend, uns die Annahme eines jus divinum, solcher (wie es in dem Briefe des Royalisten heißt) „droilts hierarchiques, CcOnSacrÓs par le témis El perpeluÚs par la 11äis- ance“ zuzuschreiben.“ Der Standard widerlegk hierauf die An sichten, welche der Royaglist vou fonscrvativen Prinzipien hat, Dieselben beständen uicht darin, si jeder Aenderung des alten Be stehenden zu widerseßen, sondern nur darin, keine unnöthigen Aende- rungen vorzunehmen, Die englischen Konservativen gebeu die durch Länge der Zeit und des Gebrauchs erwiesene Zweckmäßigkeit beste= hender Einrichtungen zu, aber sie wissen nichts von einer Heiligung eines wirklichen oder wahrscheinlihen Mißbrauchs durch das Recht der Verjäh rug, 156 Jahre guter Regierung in England, 1:3 Jahre guter Regierung in Frankreich heiligen in den Augen der englischen Konservativen die Constitution beider Länder mehr, als 1000 Jahre sc<le<ter und wankelmüthiger Herrschaft in irgend einem Theile der Welk eine Verfassung zu heiligen vermögen. Die englischen Konservativen sind die Schüler Locke’s und Somer's und der anderen großen Mänuer, welche sich zu dem ruhmwürdigen Werke von 1688 verbanden. Die- jenigen, welche die Revolution von 1688 no<h „einen fündigen und rebellischen Akt“ nennen, seien phanutastische Narren. „Was deu Besuch des Herzogs von Bordeaux betrisst ‘‘, fährt das ministerielle Blatt weiter fort „,\o is cs ganz in der Orduung, daß der junge Gentleman mit aller möglichen Zuvorkommenheit aufge-

1A u

nommen werde. Er is Mitglied einer der ältesten Familien Eu- ropas, obschon nicht von einer älteren und in früheren Zeiten be- rühmteren als es manche titellosen englischeu Gentlemen sind. Wegen sciner hohen Abkunft aber ist der Herzog von Bordeaux zu denselben Ehren berechtigt, wel<he man den Abkömmlingen der Colonnas und Capponis, {Familien noch cin wenig älter und einst weit berühmter als die Bourbons, zollen würde. Diese Ehren werden dur das selbst verschuldete Unglück der Familie nicht verkürzt. Hier ist indeß eine Linie zu ziehen, Die Courtoisie muß einem Gefühle der Pflicht nach- stehen, und wenn die Pflicht als in die Augen fallend gezeigt werden fann, so hört die Unterlassung höfliher Formen , die sonst bereitwil= lig beobachtet werden würden, auf, cin Verstoß gegen die Courtoisie zu sein. Jm Allgemeinen wird erwartet, daß man einen Gast nach seinem Wagen leuchtet, aber ein vernünftiger Mann wird es nicht unhöflich finden, daß cs nicht geschieht, wenn er weiß, daß das Licht einen großen Vorrath von Pulver und brenubaren Stoffen in einem benachbarten Hause in Brand ste>eu köunte, Es is der ganz gleiche Fall mit dem Herzoge von Bordeaux. Das Volk von England muß gegen den Prinzen weniger höflich sein, als es selbst wünscht, weil es den Beweis in Händen hat, daß seine Höflichkeit übel gedeutet werden und fünftig einmal Blut kosten könnte.“ Einige Ausfälle ac=- gen die legitimistische Partei in Frankreich beschließen diesen Artikel des Standard. E :

Londou, 7. Nov. Jhre Königlichen Hoheiten der Herzog und die Herzogin von Nemours werden am Donnerstage (9ten) in Windsor von Paris erwartet. An demselben Tage wird zur Feier des Geburtsfestes des Prinzen von Wales ein großes Bankett dort stattfinden. 2

Se. Königl. Hoheit der Prinz Alexander der Niederlande hat vorgestern nah einem Aufenthalte von drei Monaten England ver= lassen und si< nah Rotterdam eingeschi}t, um nah dem Haag zurückzukehren. / f

S Or

Z Madrid, 1. Nov. Das gestern erwähnte Privat-Votum des Herrn Campuzano lautet in seinem Antrage folgendermaßen :

„Die allgemeinen Cortes legen Jhrer Majestät der Königin Jsa= bella 1. die Anwendung und Ausübung der Königlichen Gewalt bei, unter dem Beistande eines Regierungs-Rathes (consejo de gobierno), der an dem Tage, an welchem das Grundgeseß sie als volljährig an= erfennt, aufhören wird. Dieser Regierungs-Rath wird aus drei wirk= lihen Mitgliedern und zwei Supplenten bestehen, die dur< die Cor= tes zuglei mit der Volljährigkeits-Erklärung werden ernannt werden. Die Befugnisse dieses Nathes werden sih darauf beschränken, der Kö= nigin ihr Gutachten (volo) s{riftli< in allen Fällen zu ertheilen, in denen sie von den Befugnissen, welhe die Constitution kraft ihres ¡7\stten Artikels dem Könige beilegt.“

Der Heraldo, das Haupt-Organ der alten moderirten Partei, will in diesem beantragten Regierungs-Rath die Einseßung einer drei- fachen Regentschaft erbli>en, Jenes Blatt scheint zu vergessen, daß Ferdinand VIl. felbst, fraft seines Testaments, der Königin = Regentin einen Regentschafts-Rath an die Seite sebte, den sie bei allen widhti= gen und dringenden Fällen zu Rathe zieben sollte, und fein besonne=- ner Mann wird wohl in Abrede stellen, daß die junge Königin durch die bloße Förmlichkeit der Volljährigkeits-Erklärung uicht zugleich mit derjenigen Erfahrung und Geisteëreife ausgerüstet werde, die zum Selbstregieren erforderli sind. Wie fann \hon jeßt die junge Kö= nigin einen geeigneten Entschluß fassen, falls in Folge einer zwischen den Cortes und den Ministern eingetretenen Spaltung zur Wahl zwischen einer Auflösung der Ersteren oder Entlassung der Letzteren geschritten werden muß? Allgemein wird hier die Nothwendigkeit anerfannt, daß der Königin eine berathende Behörde an die Seite gestellt werden muß, die wenigstens für diesen Fall ihren Ausspruch zu erthcilen habe. Nur frägt es si<h, dur< wen diese Behörde er= nanut werden soll. Der Königin vermöge einer bloßen Erklärung der Cortes, \o wie die provisorische Regierung es verlangt, die Ausübung aller Regierungsrechte beizulegen, is eine Handlung, zu der der Buch= stabe der Constitution die Cortes keinesweges ermächtigt. Man be= denke indessen, daß die Constitution auf feiner anderen geschichtlichen Grundlage als der einer Soldaten - Meuterei beruht, daß eben diese Constitution fast in allen ihren Punkten dur) die Progressisten felbst verleßt worden i}, daß diese im Namen der Constitutionen ein von den Cortes votirtes und durch die Krone sanctionirtes Geseß auf dem Wege der Empörung umstießen, daß die Cortes unter ÉEspartero's Regentschaft der Königin Christine, mi nbarer Verleßung des Ar= tifel 60 der Constitution, die Vormu f über ihre Töchter ent= zogen, und daß seit dem Aufstande er 1840 nur eine faktische Regierung bestand. Eine solche gewaltsame Lage hatte zur Folge, daß die verschiedenen Parteien, mag man sie Moderirte oder Exaltirte, Ayacuchos oder Coalition nennen, beständig konspirirten und ibre Geguer als Usurpatoren betrahten. Gegen einen solchen ge= waltthätigen Zustand kann sih die gegenwärtige Regierung nicht an= ders hüben, als wenn sie offen eingesteht, daß sie den Buchstaben der Constitution aufopfere, um den Geist und Zwe> derselben zu retten. Jhre Feinde geben ihr selbst das Reht dazu, indem sie, unter dem Vorwande der Aufrechthaltung der Constitu= tion, einen National = Konvent aufzustellen streben, den Niemand

tn hotradht

arma

nächstfolgenden Werken einen ungleih höheren Schwung und versteigt sich L pot, Wunderbar ist in scinem M cister Wolfram de S musitalischen Begeisterung und der höchsten Virtuosen Fab A as erfüllte Künstlerherz sein göttlihes Sehnen in milden A N N sanften Melodieen aushaucht und in himmlische Harmonicen überfließt, die wie Heiligenscheine alle Zuhörer umstrahlen und mit beseli gender R auf die Gemüther wirken, Gleich charakteristisch ausgedrüdt V h jegensaß dazut, in seiner Helene Adelsfreit, die \chwärmerische Vluth eimer enthusiastishen weiblichen Seele, die in wilden Harfenklängen d Schmerz ansbraust und sih in Verzweiflungs - Aforden Lust macht, Die poetische Au Mächie die Zuhörer _nachdenklich und. traurig stimmen. beiden zulegt “l ung und hieffichste Charakteristik vereinigen sich in den SRaZUNE P atten Blättern mit der vollendetsten Behandlung und ge- auß riorbr aon Reats La enen bewundert man daran die rnd technijcher Kenntnisse, glü>lichsten Zusammenwirkens artistischer

Nef. glaubt den Punta

er fe aur in Meg tebrern Dante's einen Dienst zu erweisen, indem simile aufmerlsam mai heilen mit musterhafter Treue durchgeführtes Fac- Fischer; Lon cis V weries der rühmlich befannte Lithograph, Herr Dichters ‘nah dem Deden Giotto in den jüngeren Jahren des großen Das von Vasari erwähnte in Fresco ausgeführten Portrait gezeichnet hat. lastes des Podesta, welcher d Florenz in der Kapelle des vormaligen Pa ginal war lange Zeit 2 o zum Stadtgefängniß dient, befindliche Ori- einigen Jahren unter elne f Le Vergessenheit gerathen und is erst vor leiht anschattirte, den Grad Le QDiug zum Vorschein gekommen, Eine Durchzeichnung ‘welie in Fl er Modellirung sehr getreu wiedergebende Nef, nach Berlin gebracht 10 I als Lithographie erschienen und vom gedient, Dieses Portrait vorden is, hat dem Herrn Fischer zum Vorbilde Dante's, welbeu 4 ait unterscheidet sich von den bekannten Portraits

, en sämmtlich die Todtenmaske zum Grunde liegt, besonders

dadurch, daß hier noch nicht die Zähne fehlen, [nd noch scine ursprüngliche und sehr charafkteristishe Form bat. Man erkennt ín diesem sinnigen und edlen Profilkopf, welchen die Stürme des 8 noch nicht gefurcht haben, mchr den Verfasser der vita nuova, wahrend jene anderen Portraits uns durchaus den strengen, von Leidenschaften in seiner ganzen Tiefe bewegien Dichter der divina comoedia zeigen. Das Bi!dniß is bei dem Herrn Fischer, Alte Jakobsstraße Nr. 12, und in der Lüdecritz\chen Kunsthandlung für den schr mäßigen Preis von 225 Sgr. zu baben, Lr. aagcn.

Joseph Gung'l.

Das von Herrn Musik- Direktor Gung'l am 9, wohlthätigen Zwecke zum Besten des Nikolaus - Bürger - Hospitals gegebene Konzert bietet uns Gelegenheit, einige Worte uber diesen tüchti- gen jungen Manu zu sagen, der seit einiger Zeit mit seiner achtzehn Mit glieder zählenden Kapelle die Bewohner Berlins durch Konzerte 1m wiener Ait erfreut, in welcben außer seinen eigenen und eines Strauß's, Lanner's 2c, Compositionen a!:< Musikstü>ke klassischer Meister mit Präcision, Kraft und Eleganz exekutirt werden.

Herr Joseph Gung!l is ein Landsmann Franz Lißt's in Pesth geboren, erhielt auch daselbs scine erste musikalische Ausbildung urxd diente sodann mehrere Jahre, ohne die Musik zu seinem Hauptstudinm zu maden, in einem österreichischen AÄrtillerie-Regiment, Erst im Jahre 1834 wurde er Musik-Direktor im 4ten K. K. österreichischen Artillerie-Regiment in Gra und fing an, durch seine Walzer-Compositionen die Aufmerksamkeit des Publikums zu erregen. Im vergangenen Frühjah! verließ er diese Stellung, um mit einer von ihm organisirten Kapelle cine Reise durch Süddeutschland zu machen. Ob Berlin sein Hauptziel gewesen, wollen wir nicht bestimmt be- haupten; der ihm bis jet gewordene Beifall und günstige Erfolg lassen jedoh vermuthen, daß Herr Gung'l sich hier länger aufhalten dürste, als an anderen Orten bisher geschehen, welche Vorgussepung durch den jegt immer

M tp “1t 11 6N November zu einem

noch steigenden Geshma> an Konzerten der Art, wie sie Herr Gung'*l giebt, motivirt wird. A

Wir haben in Herrn Joseph Gung'l einen gemüthlichen Komponisten, einen umsichtsvollen Dirigenten und einen wa>eren Geiger kennen gelernt. Zämmtliche unter seiner Leitung vorgetragene Piecen erfreuten sich der größten Präzision und gaben den Beweis, wie mit wenigen Mitteln viel geleistet werden könne. Den meisten Beifall erbielt die von Herrn Gunag"l fomponirte Piece, „Klange aus der Heimat Oberländler“*, die ein ori- ginelles Arrangement für zwei Violinen mit Quartett - Begleitung das anwesende Publikum so crfreute, daß sie, dem einstimmigen Dacapo - Ruf zufolge, wiederholt werden mußte. Es licgt jedem Theile dicses Musikstüs eine einfache, liebliche, zum Herzen sprechende Melodie zum Grunde die Pl'antasie verscgt uns unwillkürlich in die Mitte des biederen Bergvolkes und wird uns erklärlich, wie bei solchen Klängen der Naturmersh vom Heimweh ergriffen werden kann. Nächsidem ärndteten die Reminiscences musicales von Gung'l den meisten Beifall. Lobend is no< zu erwähnen, daß die Blech »- Instrumente nie die Wirkung der Saiten - Justrumente im Forte verde>en, ein Febler , der bei anderen derartigen Musikchören nur zu oft bemerft wird, So viel wir beachten konnten, sind sämmtliche In- strumente in den Händen tüchtiger Musiker, und if, den beiden ersten Biolinisten und des Cellisten, vorzugsweise der Oboen-Bläser zu erwähnen, der durch seinen schönen , vollen Ton und anmuthigen , zarten Vortrag sich ganz besonders bemerlibar machte. Obglcih das Musik - Chor des Herrn Gung*l nah einem noch nicht jährigen Zusammenspielen schon Vorzügliches leistet, so liegt es doch in der Natur der Sache, daß die Leistangen dessel- ben bei einem foutdaucrnden Zusammenweilen denen der Séraußfschen und Lannerschen Kapelle gewiß nichts nachgeben werden, cine Vorausseßung, die durch den Fleiß des Dirigenten und den guten Willen der Mitwirkenden sicher in Erfüllung gebracht wird. Dem Vernebmen nah wird Herr Gu s von jezt ab wöchentlich cinmal im Hotel de Russie eine Joïrée mten geben; wir wünschen von Herzen, daß der beste Erfolg dieses Borhaden frônen möge,

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