1843 / 140 p. 2 (Allgemeine Preußische Zeitung) scan diff

; “eraus geht nun deutlih hervor, wie sämmtliche ! geshehen E rben E E des Herrn von Sarachaga betrah- tet und wie sle anerkannt haben, daß derselbe alles Mögliche gethan hat, das Duell zu verhindern , so lange er es nur als individuelle Angelegenheit betrahten und auf ehrenvolle Weise beilegen zu können glaubte. Daß dies niht mehr geschehen fonnte, als die von Herrn von Werefkin öffentli<h seinem Freunde zugefügte Beschimpfung auf eine Weise geschah, die das ganze badische Offizier-Corps gewisser= maßen mit in die Sache hereinzog, war natürlih, und es mußte dies auch, des traurigen Ausgangs des Duells ungeachtet, als Milde=

rungsgrund berü>sihtigt werden.

Frankrei.

Paris, 11. Nov. Ueber die Veranlassung zu der Reise des Herzogs von Nemours nah London i} in der Rede, womit der Ge- neral- Advokat Nougouier vorgestern die Anklage gegen das Jour- nal la France motivirte, zuerst eine Erklärung enthalten, die man, da sie von einem Staats-Anwalt ausgeht, wenigstens als eine halb offizielle betraten darf. Da nämlich der eine der infriminirten Ar= tifel jenes Blattes, welches, wie gemeldet, in Bezug auf beide von der Jury freigesprochen worden, sehr gehässige Bemerkungen über die Reise des Herzogs von Nemors enthielt, so fand si<h der General- Advokat hierüber zu folgenden Erläuterungen veranlaßt: „Der Herzog von Nemours‘, sagte derselbe, „man kündigt es we- nigstens an, soll eine Reise nah London machen. Wenn diese Reise ausgeführt wird, so muß der Zweck derselben Jedermann einleuchten. Als die Königin von England nach Frankreich kam und dem Könige unseres Landes ihre Hochachtung bezeigte, ihre Freundschafts-Ver= sicherungen darbrachte, da war der Herzog von Nemours im Dienst des Königs abwesend. Er war, Sie wissen es, dazu berufen, eine Reise durch Frankreih zu machen, si< na< Orten zu begeben, wo ager aufgeschlagen waren, die unter seiner Aufsicht stanu= en, Der Herzog von Nemours gehor<hte dem Geseß der Pflicht, Ohne Zweifel aber gehor<hte er mit einiger Un= geduld, und man begreift, daß er nahher darauf dachte, der Kü= ¡igin, die unser Land mit ihrem Besuch beehrt hatte, eine Höflichkeit zu erweisen. Er hielt es seiner persönlihen Würde und der Würde der ganzen Nation, die ihn den Stufen des Thrones so nahe gestellt, für angemessen, nachdem er si< nah den Strapazen jener Reise einige Zeit zur nöthigen Ruhe gelassen, si< zu beeilen, eine Reise nah England zu machen und seinerseits seine Hochachtungsbezeigungen zu den Füßen des Thrones der Königin von England niederzulegen.“

Der Finanz-Minister Herr Lacave-Laplagne is krank; dies wird als Grund angegeben, weshalb er aus dem Kabinet ausscheiden wolle, Man sagt, Herr Lacave=Laplagne warte nur die Wahl seines Nach- folgers ab, um seinen Entschluß auszuführen. Es sollen in dieser Hinsicht dem Grafen von Argout Vorschläge gemacht worden sein, doch heißt es, daß dieser Schwierigkeiten mache, weil er die ruhige und sichere Stellung, welche er als Gouverneur der Bank einnimmt, nicht mit dem unsicheren und mühevollen Amt eines Finanz-Ministers vertauschen wolle. Da indeß dem Könige sehr viel daran liegen soll, daß dem Grafen von Argout dies Portefeuille anvertraut werde, \o glaubt man, daß sich Mittel finden würden, dessen Bedenklichkeiten zu

beben, indem man ihm für den Fall feines Ausscheidens aus dem Ministerium die Wiedereinseßung in seine Stelle als Bank-Gouverneur verspräche.

Während der Staatsrath sich mit dem Streit zwischen Klerus und Universität beschäftigte, hat si<h no< ein Prälat durch eine öffent= lihe Erklärung im Sinne des Erzbischofs von Lyon ausgesprochen. Es is der Vischof von Perpignan, der an den Rektor der Akademie von Montpellier einen Brief in Bezug auf die Unterrichts-Frage ge- richtet hat, an dessen Schlusse er sagt: „Jh bes<hwöre Sie, Alles aufzubieten, damit die Mitglieder der Universität, welche etwa in meine Diözese gesandt werden, vom katholischen und moralis<hen Stand- punkte aus ihrer wihtigen Mission würdig sind. Unter diesir Be- dingung können Sie auf eine offene und aufrichtige Mitwirkung vou meiner Seite zählen. Aber wenn si< einer jener Lehrer der Jrre- ligiösität und Gottlosigkeit, welche so viele andere Distrikte verhecren, in die meiner Wachsamkeit anvertrauten Anstalten {leihen und trotz meiner gere<ten Vorstellungen sein Gift in dieselben träufeln sollte, so würde i< mi< gezwungen sehen, diese meine Mitwirkung zu ver- sagen, denn sie kfönute nur dazu dienen, die gefährliche Sicherheit der Familien zu unterhalten, den Verlust threr Kinder unvermeidlich zu machen und folglih das Verderben der ganzen Gesellshaft herbeizuführen.“ Es heißt nun, daß auch dieses bishöflihe Schreiben bereits dem Staatsrath überwiesen sei, Das Journal des Débats theilt übri- gens auch dieses bischöfliche Schreiben vollständig mit, aber ohne sih auf cine weitere Polemik einzulassen, indem es sagt: „Da wir noch hin längliches Vertrauen zu dem gesunden Sinn der Mehrheit der Bischöfe haben, um zu hoffen, daß die Erklärung des Staatsraths

niht ohne Eindru> auf sie bleiben wird, so wollen wir uns für den Augenbli> der Verlängerung eines Streits enthalten, welhem weisere Rathschläge vielleicht ein Ziel seßen werden. Wir publiziren daher das Schreiben des Bischofs von Perpignan ohne Kommentar und überlassen es dem gesunden Sinn des Publikums, über die Beschaf= fenheit und Bedeutung gewisser deutlih darin ausgedrü>ter An= maßungen zu urtheilen. ‘“

x Paris, 11. Nov. Der Admiral Larey, der durch eine Augenkrankheit bisher hier zurü>gehalten worden war, is am ten Abends zu Toulon eingetroffen, Obgleich no<h nit vollkommen wie- der hergestellt, hatte er si< in Betracht der Wichtigkeit und Be- deutung, welche in diesem Augenbli>e die Angelegenheiten der Le- vante und Griechenlands insbesondere haben, beeilt, si<h auf seinen Posten zu begeben. Sein Aufenthalt zu Toulon wird von sehr kur= zer Dauer sein, und er wird ungesäumt an Bord der Dampf-Kor= vette „Lavoisier“/ sh begeben, die ihn, dem Vernehmen nah, nach Athen bringen soll, wo si< bereits das Linienschiff „Marengo“ be- findet, an dessen Bord der Admiral nach seiner Ankunft daselbst seine Flagge aufpflanzen soll.

Wenige Ernennungen haben \o allgemeine Befriedigung und namentlich bei der Marine von Frankreich erregt, als die des Admi= rals Larey, und wenn irgendwer ein Recht hat, allgemeine Achtung und Vertrauen zu erregen, fo is es sicherli<h er vor jedem andern. Admiral Larey is nicht nur ausgezeichneter Seemann und braver Militair, sondern auch gründlicher Kenuer der orientalischen Angele= genheiten. Er hat einen großen Theil seiner Laufbahn in der Levante durhgemaht. Jn den Jahren 1822, 1823 und 1824 war er als Schiffs = Licutenant Adjutant des Herrn von Rigny, des Helden von Navarin, der damals Kommaudant der Fregatte „Medea“ und der französischen Division in der Levante war. Jn den Jahren 1826 und 1827 diente er als Chef des General-Stabs auf der Fregatte „la Syrene““, auf welcher er die Schlacht von Navarin mitmachte, und welche sein Vorrü>en zum Grade eines Schiffs-Capitains vorbereitete. Jun de: Jahren 1840 und 1841 befehligte er das Linienschiff „Neptune“/ in den Gewässern der Levante. Der Admiral Larey hat sonach allen Krisen beigewohnt, deren Schauplaß die Levaute seit 23 Jahren ist, und er hat dieselbe nur verlassen, um als Kommandant der „Medea“ nach San Juan de Ulloa (Mexiko) zu gehen und dort die Epauletts eines Contre - Admirals zu gewinnen. Jndem also der König den Admiral Parseval zum Ober = Befehle der Flotte des Mittelmeeres berief, konnte er sicherlich demselben keinen würdigeren und geschi>teren Nachfolger geben, als den Admiral Larey.

7 Lyon, 9. Nov. Der Minister des Junern, Graf Duchatel, hat, aus Anlaß des ausgezeichneten Empfanges, den der Herzog und die Herzogin von Nemours kürzlich in der Stadt Lyon gefunden haben, auf ausdrü>lichen Auftrag des Königs, folgendes Schreiben an den Maire von Lyon gerichtet :

Herr Maire!

Der König hat mich beauftragt, Jhnen auszudrücken, wie sehr er er- freut und gerührt war, über den zu Lyon seinem Sohne, dem Herrn Her- zoge von Nemours und der Frau Herzogin von Nemours, bereiteten Empfang. Die durch die Bevölkerung von Lyon kundgegebenen Gesinnun- gen sind dem Könige schr zu Herzen gegangen. Seine Majestät weiß den Werth eincr solchen Kundgebung von Seiten einer Stadt zu schäßen, welche mit den edellerzigsten und patriotischsten Gesinnungen die ganze Macht und der vollen Glanz der Jndustrie vereinigt. Der König dankt Jhunen durch mein Organ, Herr Maire, Jhnen, Jhren Adjunkten und dem Munizipal= rathe für die Mühen, die Sie bei diesem Anlasse auf sih genommen, und die neuen Bewcise von Ergebenheit, die Sie der nationalen Dynastie gege-= ben haben, welche Franfreih im Jahre 1830 auf den Thron berufen hat, um die so lange und bis dghin vergeblich angestrebte Allianz der Ordnung und der Freiheit zu verwirklichen.

Wollen Sie, Herr Maire, die Versicherung meiner ausgezeicnetsten Hochachtung empfangen.

Paris, 31, Oktober 1843,

Der Minister des Innern. (gez.) Duchatel.

Dieses Schreiben hat hier, wo seit dem unseligen Aufstande des Jahres 1834 ein gußerordentlicher Umschwung in der öffentlichen Meinung eingetreten is, einen sehr guten Eindru> gemaht., Die Folgen des Aufenthaltes einiger Glieder der Königlichen Fa-= milie, aber îin den Provinzen, und darunter au< hier, wirken offenbar zu Gunsten der Dynastie sehr vortheilhaft na<. Ju dem guten Geiste der Provinzen, in deren Anhänglichkeit an die Dynastie, welhe Gesinnungen dur<h das persönliche Erscheinen der Prinzen nur gestärkt werden können, kanu die Regierung jeßt ein Gegengewicht gegen die Launen eier unbeständigen Hauptstadt suchen, die nur zu lange einen fast ausschließlihen Einfluß auf die Angelegenheiten des Landes ausgeübt hat und no<h ausübt, Dieser Einfluß von Paris, zum Theil dic natürliche Folge unserer

politischen und sozialen Organisation, wurde leider no< vermehrt und verstärkt dur<h die zahlreihen Gunstbezeugungen und Bevorzugungen, welche der Hauptstadt au<h unter der gegenwärtigen Regierung zu Theil wurden, und auf welche die großen Provinzialstädte, wie namentli<h Lon und Bordeaux mit gerechter Eifersucht hinbli>en ; dann durch die übermäßige Entwi>elung und Ausdehnung, welche das Centralisations-System in allen seinen Zweigen erhalten hat. Und doh dürfte die wahre politishe und gouvernementale Kraft, die Zu- funft der Juli = Regierung nicht in Paris, sondern in der Gesammt- heit der Departements von Fraukreih gelegen sein und diese Ge= sammtheit außerhalb Paris fängt an, sih dessen und also ihrer Be- deutung immer mehr bewußt zu werden. S :

Nach den uns hier zugekommenen Nachrichten aus Civita Vecchia vom 2. November muß Se. Königl. Hoheit der Herzog von Aumale am 5ten auf dem Landwege in Neapel eingetroffen sein, na<hdem er in Civita Vecchia und Rom bei Sr. Heiligkeit dem Papste selbst einen außerordentlih freundlichen Empfang gefunden hatte. Es scheint gewiß, daß der Prinz dort persönlih als Bewerber um die Hand der jüngeren Schwester des Königs auftreten wird.

Grossbritanien und Irland.

London, 11. Nov. Jn Windsor Schloß werden große Vor= bereitungen zur Aufnahme Jhrer Königl. Hoheiten des Herzogs und der Herzogin von Nemours getroffen, welche im Laufe des heutigen Tages dort eintreffen sollen. Wie man glaubt, werden die hohen Herrschaften im Schlosse als Gäste Jdrer Majestät bis zu Ende des Monats verweilen, S E i |

Fhre Majestät die Königin hielt gestern in Windfor eine Ge- heime-Raths-Sibhung, worin die fernere Prorogirung des Parlaments bis zum 19, Dezember beschlossen wurde. :

Herr Aston , der außerordentliche Gesandte und bevollmächtigte Minister am spanischen Hofe, is zum Großkreuz des Bath - Ordens ernannt worden und hatte nah seiner Rückkehr von Madrid, wo seine Stelle Herr Henry Lytton Bulwer einnehmen wird, gestern die erste Audienz bei der Königin.

„Der erste Aft des irländishen Staats - Prozesses“, {reibt dic Times, „is vorüber. Wie gewöhnlich immer die ersten Afte solcher Art, war er lärmend, tobend und aufregend. Die Verwi>elung des Drama?s ist so weit vorgerückt, daß man die Anklage-Akte gegen die Repealer für begründet befunden hat, und der Vorhang fällt vor einem Auftritte von Zäukereien und Zugeständnissen zwischen den Sachwal= tern der Krone und den Angeklagten. Ein Zwischenraum von vier Tagen wird zwischen dem ersten und zweiten Akte verstreichen, und dann wird das eigentlihe Juteresse des Stücks beginuen. Die Zänkereien in Betreff der Zulassung von Zeugen, die Untersuchungen, inwieweit dieselben Glauben verdienen, der Argwohn von Seiten der Angeklagten, daß dic Regierung sich Eingriffe erlaube, der entgegen geseßte Argwohn von Seiten der Regierung, daß man zu glimpflich verfahren möchte 2c,, Alles diefes, die natürlichen Elemente aller Staats = Untersuchungen, vermannigfacht durch die einem irländischen Gerichtshofe eigenthümlichen Züge und Launen, durch die Persönlich= feit Tom Steele's und die Witze O'Connell's, verspriht den müßigen und unbeschäftigten Einwohnern Dublins während einiger Wochen Stoff zur Unterhaltung zu gewähren. Jndeß wollen wir nicht be haupten, daß die Zeit der Untersuchung sih nach Wochen könnte bestimmen lassen. Die Zahl der Verhafteten, die Menge der Zeugen, die Länge der Anklage-Akten und die Mannigfaltigkeit der Thatsachen machen es unwahrscheinlih, daß die Untersuchung so schnell beendigt werden kann. Aber was wird das Ende dieser Verhandlungen sein ? Wie es au< immer ausfallen möge, so muß nothwendiger= weise die Ruhe beider Länder dadur<h im höchsten Grade ge- fährdet werden. Wie das Verdikt der Jury au<h beschaffen sein mag, es wird keine taube Ohren, keine leidenshaftslosen Gemüther berühren. Die Gleichgültigkeit, welche die lange Untersuchung ver- anlaßt hat, wird aufhören und der irländische Charakter sih in set- nem ganzen wilden Enthusiasmus zeigen. Wenn die Angeklagten freigesprochen werden, so wird durch Feuersignale die Nachricht durch ganz Jrland mit Blitzesschnelle verbreitet seinz „dann hat die Regierung geschlagen“ wird es heißen, „und die Repealer werden fester steben, als jemals, Wenn quf der anderen Sette die Angeklagten verurtheilt werden,

sv wird die Regierung mit we= niger Gefahr, aber niht mit geringeren Schwierigkeiten zu kämpfen haben.“ Die Times schließt die geringere Gefahr in diesem Falle aus der Treulosigkeit und der Uneinigkeit der Repeal - Partei, welche indeß sehr zu bezweifeln sein dürften. Zum Schlusse zeigt sich das Blatt mit den administrativen Talenten der dubliner Behörden durch= aus nicht zufrieden und legt denselben Nachlässigkeit und verkehrte Verwaltungs-Maßregeln zur Last,

Die Angeklagten, welche dur< die Revision der Spezial - Jury=- liste den Tag, an welchem sie plaidiren sollen, aufgeschoben wissen

Konzert des Herrn Sánsel.

Dasselbe fand am 15. d. M. im Saale des Hotel de Nussie statt, und zivar vor einem recht zahlreichen Publikum, Der beliebte Schauspieler der Königstadt hatte sein Publikum sih nach in den Konzertsaal gezogen.

Das Konzert wurde eröffnet durch die Ouvertüre zu „Oberon“, Dann folgte der Konzertgeber mit einem Concertino von Kalliwoda. Halten wir den Standpunkt fest, daß Herr Hänsel Schauspieler, auf der Geige also nur Dilettant is, \o können wir seiner Leistung unsere Anerkennung nicht L Bie kann ihm aber ni<t werden, wenn wir ihn uns als Mann vom Fach, als Virtuosen, denken, Die Geige is so ungeheuer kultivirt, die Leistungen darauf sind so sehr bedeutend, man ist des Guten so viel und

\0::1hr ewohnt, als daß das Mittelmäßige sih au<h nur noch der Dul- E lauen dürfte, Unter Freunden, da is das ganz schön, aber öffent- Q Mzertiaale, da verlangt man mehr. Doch hat sein Spiel man- Oed Interessante, wozu wir namentlich seine Kraft und Ke>heit des Bogens R den Concertino hatte Herr Hänsel Gelegenheit, si als Fräulein I ucre ta, ex mußte dem harrenden Publifum verkünden, daß könne. Herr N s Cet "aus natürlich richt singen durch die „; Adelaide! «am o reundlich, uns für den verlorenen Kücken

tender Gewinn, DL Cciiggen zu enischädigen, jedenfalls ein bedeu-

Tie und an dieser Stelle daz ns „ang die Adelaide im zweiten

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da:lie uu A Rit ournell tyeeMtitenden Instrumente (Violine und. Celle), j h Y 1 elen dena CelbüG Zut T J uist mit dem einen Forzaudo in E Mitis zeOsiständig, Was der Kompo- sen Instrumenten gegeben, ausdrücken woll e mdco Bde, welches von die- nimmt sich aus, als ob er die senti t, möchten wir wohl wissen, Es siren wollte, Diese Stelle rathen RL MUE F der Singstimme ironi- gemein anerkanuten Komponisten freundschaftlich er und durchgebildei all- tig keine Figuren zu schreiben, die nicht mit dec, eeRustreichen und künf- E UIS Î ) , die nicht mit dem C « Harmonie stehen. haralier des Stüctes in Nr. 4 war ein Gedicht von dem talent t G vollen Dr, H „„Da fönnte Jeder kommen“, Humoristische i « Dagendorff; tönnte Zeder kommen. ? lische Gedichte machen? Ja, ta Nr. 5, Guirlande aus Bellini's „N für Vi eh orma Doßgauer, etwas bunt gewunden und vom’ Herrn di Di N 2M tene t fel i A gespielt. Ley-

Uh ha Unzveise haft Talent, docl bedarf dieses no< ciner strengen

e E T Bogen fehlt Freiheit, seinem Tone Kraft und seinen P

eine! j Zem Tone, A v f A tlichkeit, Er übe nur das, und ibm wird ein guter Erfolg nicht

Der zweite Theil begann mit der Ouvertüre zur Leonore von Bectho- ven, dann sang Herr Mantius die Adelaide sehr schön, und diesem folgte ein Dreigespräch von Lasker, welches sehr treffende und s{höne Gedanken enthält, Vorgetragen wurde es von den Herren Beckmann, Stölzel und Grobe>er. Das „Gute Nacht“ von Reißiger sang Herr Behr mit shöner Stimme, Den Schluß machte der Konzertgeber mit einer Etüde von de Beriot, „La Sylphide“, die uns aber mit ihrer arrangir- ten Begleitung nicht behagen wollte. Wir haben sie am Piano von de Beriot felbst gehört, ja sogar von Anderen ohne alle Begleitung, und im- mer ne< hat sie si besser gemacht, als mit dieser Begleitung, die für die Sylphide viel zu shwerfällig is, Die eigenthümliche Grazie des Stückes ging dadurch ganz verloren,

Archäologische Gesellschaft.

In der archäologischen Gesellschaft vom 9, November d. J. legte Herr G erhard die dritte Lieferung der von ihm herausgegebenen Archäolo- gischen Zeitung vor, in welcher ein Musenrelief des Museums zu Neapel, eine Marmorstatue der dreifachen Hekate aus dem Museum zu Leiden und eine Reihe unedirter griechischer Münzen aus dem Besiy des Kaiserlichen Gesandten Herrn von Prokesh-Osten zu Athen bildlich dargestellt und erläutert sind. Die vier ersten Hefte von Camvana's „Opere anticles in plastica’”*) wurden durch Herrn Wiese vorgelegt und mit Erläuterun- gen begleitet, in dencu das Verdienst jenes unermüdlich thätigen römischen Alte:thumsforschers, der antiquarische und artistische Werth seiner so reichen als gewählten Sammlungen und die so gefällige als wohlfeile *#*) Ausstat- tung seines neuesten Kupserwerks ans Licht gestellt wurden. Nicht ohne Bezug auf den gelehrten Jrrthum eines hiesigen Zeitungs-Artikels ***) sprach Herr Panofka über die Zulässigkeit eines reitenden Herkules , dem Hesiod und das Pferd Arion zu einiger Beschönigung gereichen. Herr Gerhard, kürzlich von einer Reise nah Rom zurückgekehrt , gedachte des im Lateranischen Palast neu gebildeten päpstlichen Museums und brachte die neu erschienene Schrift des gelehrten Jesuiten Pater Secchi über das dort

*) Vor wenig Monaten zu Rom erschienen,

**) Der Preis jedes länzend ausgestatteten Heftes von mindestens ses Kupfertafeln in Folio eträgt ni<t mehr als 5 Francs.

*=*) Herkules zu Pferd den nemeischen Löwen bekämpfend, war als vermuthliches Gegenstü> der Kißschen Amazonen-Gruppe erwähnt,

aufgestellte große athletische Mosaik ans den Antoniusschen Thermen zur Stelle. Mit Hinweisung auf die schr merkliche Abnahme ctruskischer und römischer Ausgrabungen, legte derselbe einige neu cntde>te Vasenbilder vor, auf denen der Schatten des Patroklus, die Beschwörung des Tirejias u. a. m, als anziehende Gegenstände betrachtet wurden, Endlich ward angezeigt daß die Gesellchast, deren Mitgliederzahl von nun an geschlossen is, ihre Versammlungen auch im künstigen Jahr regelmäßig fortseßen wird.

Kunst - Notiz.

n1\ Paris, im Nov. Zu den interessantesten Erscheinungen des Tages im Gebiete der Kunst gehört das Portefeuille des Grafen Forbin, gewesenen General - Direktors der Gemälde -Gallerie im Louvre und der übrigen Königlihen Museen. Es enthält eine getreue und höch! elegante Sammlung der besten Gemälde und Zeichnungen dieses ausgezeic- neten Künstlers, Aus einer Menge bisher unedirter Portefeuilles zusammen- getragen und mit sorgsamer Wahl disponirt , enthält diese Sammlung eint vollendetes Ganze, so daß der junge Künstler, oder der Kunsifreund, mit einem bloßen Uebez:bli>ke deren Werth und Nuyen ersaj[en fann, s

Die Herausgabe des Portefeuille’s des Grafen INTUN VEIoLgt Der be- kannte Herr Challamel, Rue de l'Abbaye Nr. 4 in Paris, Dasselbe ent hält sunfzig Zeichnungen, von den ersten französischen Mnstlern wiederge- geben, Der crläuterude Text dazu is aus der (Feder des Grafen Marcellus, Gesandter unter der Nestauration, dem wir unter Anderem die eben so gelehrten als „geistreichen Sourenirs de POrient et de la Sicile“ verdanfen, “Da Graf Marcellus durch die Herausgabe des Portefeuille'’s seines Schwiegervaters nichts Anderes bezwe>t, als dem verstorbenen Künstler einen ehrenden Kranz zu winden, so is der Preis des Werkes möglichst niedrig gestellt. Dreißig Franken für ein Eremplar auf weißem, und vierzig Franken auf chinesischem Papier.

Gleichzeitig mit dem Portefeuille erscheinen beim Herrn Challanmel die Reise-Schilderungen und Memoiren des Grafen Forbin, der ganz Europa und den Orient mehrmals bereiste und dur seine hohe soziale Stellung mit den berühmtesten Männern des leßten halben Jahrhunderts in Verbindung stand. Graf Forbin galt als einer der geistreichsten Schrift- steller und führte während mehr als fünf: ndzwanzig Jahren, also unter dem Kaiserreiche, der Nestauration und der Juli - Regierung, die oberste Leitung der Königlichen Museen von Frankreich.

I ——————

wollten, sind durch die von dem General = Anwalt in der Gerichts 1,

Sizung vom sten, von 4 Tagen d. 1

innen, n S : i Z e 3 Das Königl. Padetschiff ,„ Peguin‘/ is am 8, November von

Rio de Janeiro (E77, Oktober) zu Falmouth angekommen „und bringt die Nachricht von der am 4. September stattges[undenen Vermählung des Kaisers. Die Stadt war prächtig erleuchtet und ein großes Feuerwerk beshloß die Festlichkeiten des Tages.

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Luzern, 8. Nov. (A, Z.) Der Vorort hat auf die Eröff nungen, zu welchen si< die Regierung des Kantons Bern in Folge des Luzernishen Großraths - Beschlusses vom 20, Oftober veranlaßt gesehen, nahstehendes Antwortschreiben erlassen: G : „An Schultheiß uud Regierungs - Rath des Kantons Bern, Hoch- geachtete Herren, getreue, liebe Eidgenossen! Wir haben eure vom 25sten vor. Mets. datirte Zuschrift empfangen. Wir kennen die Obliegenheiten des eidgenössischen Vororts, O

am Montage den 13ten die Plaidogyers zu be-

Wir haben diesen Obliegenheiten seit der Ueber- nahme der cidgenössischen Geschäftsleitung bei allen Boikommenheiten und gegenüber allen zweiundzwanzig Kantonen gleichmäßig in guter Treue fort- während ein Genüge geleistet, Wie sämmtlichen Kantonen bekannt is, ha- ben wir nie aus Rücksichten für allfällig abweichende Juteressen des Kan- tons Luzern oder irgend eines anderen Kantons dicse Obliegenbeiten außer Acht gescyt, haben wir nie stillschweigend die Verleßung bundesgemäßer Rechte hingenommen, haben wir nie die Auffordeiung mitverbündeter Stände, als Wächter des bundesgemäßen Nechtszustandes gegen Verleßung dieses Zustandes einzuschreiten, unberüdsichtigt gelassen, haben wir nie bundesgemäße Rechte mißkannt, bundesgemäße Verpflichtungen unerfüllt ge- lassen. Nachdem wir fortwährend auf gewisse hafte Weise tunerhalb der Schran- ten dieser bundesgemäßen Befugnisse und Verpflichtungen gehandelt haben, durften wir billig erwarten, es werde kein Kanton versucht werden, uns zur Erfüllung der uns obliegenden Verpflichtungen zu mahnen; am wenigsten durften wir uns aber einer solchen Mahnung von Seiten der Regierung des hohen Standes Bern verschen, denn während ihrer eidgenössischen Geschästs- leitung wurden Corporationen , die unter dem besonderen Schu des Bun- des - Vertrages gestanden, zerstört, ohne daß der damalige Vorort Bern nur ein Wort zu deren Erhaltung gesprochen hätte, ungeachtet derselbe von vie len Ständen auf seine diesfälligen Verpflichtungen aufmerksam gemacht, zur Erfüllung derselben dringend aufgefordert worden war, Viclmehr haite da mals die Regierung des Standes Bern thre eigene bewaffnete Macht dem Stande Aargau zur Verfügung gestellt und zugesehen, daß dieselbe zu shleuniger Vollziehung von Dekreten verwendet wurde, die nach dem am °, April 1841 erfolgten Ausspruch der Tagsaßung als unvereinbarlich mit dem Art. X11. des Bundes - Vertrags erklärt worden sind. Indem wir die vorstehenden allgemein bekannten und von keiner Seite bestrittenen That sachen anzuführen uns bemüßigt gesehen haben, sollen wir uns dagegen billig einer jeden Beurtheilung derjenigen Tendenzen enthalien, die ein sol- <es mit dem Bundes - Vertrag so wenig in Einklang stehendes Verfahren mögen hervorgerufen baben ; denn wir glauben, wir sollen uns einfach an wiriliche Thatsachen halten, und es stehe feinem Stande zu, den Schluß- nahmen seiner Mitstände wirkliche oder vermeintlihe Tendenzen unterzu- schieben, die nicht aus dem Wortlaut jener Schlußnahmen selbst hervor- gehen. Nach unserer Ansicht wäre es ein uncidgenössisches Benehmen, nach solchen Tendenzen zu suchen und einem mitverbündeten Stande schlechte Absichten anzudichten oder zu unterschieben. Jn der vorliegenden Angele genheit beruhigt uns daher au hinlängli<h die Erklärung des Standes Luzern, es werde derselbe für Geltendmachung seiner bundesgemäßen Rechte si< nur bundesgemäßer Mittel bedienen. Jeder Versuch, dieser amilihen Erklärung andere unlautere Bestrebungen zu un terschieben, wird dur<h den Stand Luzern mit Entschiedenheit zurückge wiesen. Können wir somit, wie aus dem Vorstehenden hervorgeht, mit den von euch am 25. v. M. abgegebenen Erklärungen in vielen Beziehun gen nicht übereinstimmen, sondern müssen wir uns denselben vielmehr auf das bestimmteste und förmlichste widerseßen, so haben wir dagegen die Be- friedigung, euch zu versichern, daß wir eine große Beruhigung in eurer Er- klärung gefunden, daß auch der Stand Bern, gleih wie wir, entsclosfen ist, nie zuzugeben, daß die Schweiz einigen Uebelgesinnten zum Spielball diene. Wir werden einer jeden bundeswidrigen Bestrebung mit aller Ent \chiedenheit Namens der gesammten Eidgenossenschaft entgegentreten, damit der bundesgemäße Rechtszustand unter allen Umständen geschirmt und fichergestellt bleibe. Zu solchem Zweck werden wir gewiß von Seiten aller eidgenössischen Stände bundesgemäße Unterstüßung finden, Jn dieser CEr- wartung benuyen wir diesen Anlaß, Hochdiefelben unserer vollfommenen Hochachtung zu versichern und sammt uns in den Machtschutz des Alle1 höchsten zu empfehlen.

Luzern, den 6. November 1843. /

i Schultheiß und Regierungs8-Nath des Kantons Luzern als eidgenössisher Vorort, Sani. Telegraphische Depeschen aus Sp

Bayonne, 9, Nov. Am 6.. November hat zu Me Mordversuh gegen den General Na1vaez stattgefunden. Schüsse sind nacheinander auf den Wagen geschehen, in welhem er in’'s Theater fulr, und zwar alle sieben in derselben Straße auf verschiedenen Punkten. Die drei leßten Schüsse haben seinen Adju= tanten“ getödtet und eine Person, die neben ihm saß, verwundet, General Narvaez felbst is nicht getroffen worden z er erschien gleich darauf im Theater des Circus, wo sich auch die Königin befand, Man hat si< der Mörder uicht bemächtigen können, Madrid ift ruhig. Die Truppen sind unter den Waffen.

Die Diskussion über die Majorennitäts-Erklärung hat am 6. No- vember begonnen; ein Vorschlag gegen diese Erflärung is mit 83 Stimmen gegen 24 verworfen worden.

Perpignau, 10, Nov, Die Truppen des General Prim haben Gerona gestern früh beseßt. Um 45 Uhr Abends sind unge= fähr 2500 Jusurgenten, Amettler und Baltera an ihrer Spibe, in das Fort von Figueras eingerü>tz ihnen voraus war ein Bataillon Infanterie sammt 150 Reitern von den Truppen der Königin zu Fi gueras angekommen, die si<h dann nah Roses zu gewendet haben.

©ò Madrid, 4. Nov. Da bereits mehr als 121 Deputirte ges{hworen haben, so konstituirte si} der Kougreß, dem Reglement gemäß, heute förmlich. Als Kandidaten für den Präfidentenstuhl hatte die parlamentaris<he Coalition Herrn Olozaga, die Opposition dagegen Herrn Cortina, in dessen eigentlihe Pläne Niemand recht ein= geweiht ist, angekündigt, Bei der ersten Abstimmung sielen zum all= gemeinen Erstaunen auf Herrn Cantero 40, auf Cortina 38, auf Olo zaga nur 31 Stimmen, sv daß keine entscheidende Majorität vorhan- den war. Darauf scheint Herr Cantero die auf ihn gefallenen Stim: men seinem Freunde Olozaga verschasst zu haben, denn bei der zwei- ten Abstimmung erhielt dieser 66, Cortina 43, Cantero 7 Stimmen, so daß Olozaga zum Präsidenten erklärt wurde. Vice - Präsidenten wurden Alcon (Progressist), Mazarredo (Gouverneur von Madrid), Pidal (Moderirter) und Gonzalez Bravo (früherhin Progressist, jeßt E verla E N zählend). Da die Sißung sich bis \pät dd Ab A ei L fann ih die Namen der gewählten Secretaire vor Abgang der Pos nicht in Erfahrung bringen. Da man geglaubt hatte, Olozaga werde mit großer Stimwen-Mehrheit zum Präsideu- ten gewählt werden, o erregt das Ergebniß der Abstimmung kein geringes Aufsehen. Die folgenden Mittheilungen dürften indessen zu ciniger Aufklärung dienen. i i

Die großen Resultate, welche die eilige Reise des Herrn Olozaga nah Paris herbeiführen sollte, sind bis jeßt in ein geheimnißvolles Dunkel eingehüllt geblieben. Wenn sie indessen nicht weniger glänzend ausgefallen sind, als die Aufnahme, deren Herr Olozaga, wie er ver-

anten. drid etn

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Paris, 11. Nov.

bestimmte Anordnung gehalten, do<h nah Verlauf |

849 sichert, si< von Seiten des französishen Hofes und des sämmtlichen | diplomatischen Corps zu erfreuen hatte, so kann man diesem Lande Glü wünschen. Direkten Berichten zufolge, scheint si< jedo der eigentlihe Erfolg der Bemühungen Olozaga's auf die hergebra<ten und hier nah ihrem vollen Verdienste gewürdigten Zusicherungen der wohlwollendsten Theilnahme für die Befestigung des Thrones und die Sicherstellung der Ruhe Spaniens, die bei dieser Gelegenheit von Seiten des französischen Hofes und Kabinets erneuert wurden, be= schränkt zu haben. Außerdem verfehlte natürli<h Herr Olozaga nicht, der Königin Christine seine Aufwartung zu machen und ihr den Wunsch darzulegen, daß sie baldmöglichst die spanische Hauptstadt durch ihre Anwe senheit beglücfen möchte. Der gewandte Diplomat gesteht jedoch, daß dies- mal seine so erprobte Ueberredungsgabe scheiterte, indem die Königin Christine erwiederte, daß sie für jeßt durhaus feine Neigung sütle, in ein Land zurüc{zukehren, das für sie zur Quelle der \{<merzli<sten Erfahrungen und bittersten Enttäushungen geworden wäre, für dessen Wohlfahrt sie übrigens die heißesten Gebete zum Himmel sende. Auch sprach die Königin Christine, falls Herr Olozaga den Sinn hrer Worte richtiger aufgefaßt hat, als es bei einer anderen Gelegenheit im Oktober 1841 geschah, die Ueberzeugung aus, daß ihre erlguchte Tochter, die Königin Jsabella 1, beim Antritt ibrer Regierung keines anderen Rathgebers bedürfe, als eben des Mannes, der in den Cortes durch den Ausruf: „Gott rette das Land, Gott rette 17 DIe Losung zu dem Sturz Espartero’s gab. Herr Olo für überflüssig, au< das Gutachten der Königin Cl der Vermählung ihrer erlauchten Tochter einzuholen. de wort wurde, wie man vernimmt, auf das sehr jugendliche A Königin Jsabella verwiesen und aus dieser Rücksicht eine bestimmte Erflärung abgelebnt.

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llebrigens wurde, wie es sich von selbst : gestellte Personen gew 2

vor seiner Abreise von Paris durch hochgeste ] maßen die Verpflichtung aufgedrungen, nah seinem Eintreffen Madrid den Vorsiß des neuen Minister:ums zu übernehmen, wel<es der jugendlichen Königin die Last der Regierungssorgen zu erleichter1 bestimmt i. Dieselbe Aufgabe wurde ihm hier bei seiner v

T agen erfolgten Aukunft durch die überwiegende Mehrzahl der Sen

und Deputirten gestellt, und zwar auf so veremtorische Weise, daß nur d Wahl zwischen Annahme oder Entsagung aufalle fernere politische Thâtig= feit übrig blieb, Jun einer gestern Abend stattgefundenen Verjammlung derjenigen Deputirten, die zur parlamentarischen Coalition gehören, rourde darüber beraths{<lagt, wen man zum Präsidenten des Kon= gresses zu wählen habe. Herr Jsturiz erklärte, daß die Wahl auf Herru Olozaga fallen, dieser aber dagegen sich ausdriü>lich verpslich ten müsse, als Haupt - Urheber der gegenwärtigen Lage den Borst

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eincs neuen Ministeriums zu übernehn und in diesem Vei allen Geseßen, die zur Sicherstellung des Thrones und der Ordnung erforderli< wären, Eiugang und Gültigkeit zu verschaffen. Als Herr Pidal (Moderirter) dagegen cinwandte, daß man die Königin in dem Rechte, ihre Minister aus eigener Entschließung zu ernennen, m<t beschränken dürfe, erwiederte Herr Madoz (Progressis), Herr Olozaga bätte durch seine bekannten Ausrufungen vom 19. Mai („Gott rette das Land, Gott rette die Königin!) den Umsturz der Regentschaft Espartero’s3 bewirkt, und desvalb liege ihm die Verpflichtung ov, sich an die Spitze des neuen Kabinets zu stellen, um die Schwierigkeiten der Lage einer befriedigenden Lösung zuzuführen. Herr Olozaga selbst wich gestern jeder Art von Erkïlärung aus, unterhielt sich jedoch län- gere Zeit vertraulich mit Herrn Corting. Vor Eröffnung der veuti gen Sibung fanden abermals unter den Deputirten der Coalition sehr j S ton Ausga

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{ a T) Saa dis fi ry 0 1 1 Kont orn art lebhafte Erörterungen statt, denen man den unerwarteten A Tas d A nachden! er den

der Abstimmung zuschreibt. Olozaga soll heute, Den Y sidentenstnhl des Kongresses eingenommen, erklärt haben, daß er un-= ter diesen Umständen kein Ministeriuum übernehmen werde,

X WVaríis, 11. Nov. Das gestern vom Telegraphen gemel dete Einrücken des Generals Prim in Gerona, is ohne Zweifel kraft der Capitulation erfolgt, über welche dieser General schon am 3ten mit dem Obersten Amettler übercingekommen war, und die nur noch der Bestätiguug des General = Capitains von Catalonien bedurfte Diese Capitulation, von der es von Anfang au hieß, daß sie den Jusurgenten günstiger sei, als die von Saragossa, muß dem Obersten Amettler und seinen Truppen freien Abzug zugestanden haben, wenn der genaunte Chef des Ausruhrs, wie der Telegraph berichtet, am Nachmittag des 10ten mit 2500 Mann in Figueras eiugezogen ist.

Die Nachricht von den neuesten parlamentarischen Ereignissen in Madrid hat auf die hiesigen Freunde und Gönner der durch den Sturz Espartero's herbeigeführten Ordnung der Dinge in Spanien, einen ziemli<h niedershlagenden Eindru> gemacht. Das widernatür liche Bündniß zwischen den Gemäßigten und einem Theile der Erxal tirten is} gesprengt, ehe es die Resultate geliefert, die man davon er wartete, und wenn guch das wichtigste dieser Resultate, die Erklä rung der Volljährigkeit der Königin, bereits soweit vorbereitet ist, daß seine Vereitelung nicht mehr zu fürchten steht, so is doch die Stellung der fünftigen Regierung Jsabella's U. durch die am ten erfolgte Spaltung der Coalition ungemein erschwert, Es hat sich überdies bei den Büreau-=Wahlen des Kongresses herausgestellt, daf die gemäßigte Partei in der zweiten Kammer der Cortes viel s{wä cher i als man glaubte, daß sie, weit entfernt für si allein eine Majorität zu bilden, nur etwa ein Drittheil der bis jeßt vorhandenen Stimmen zählt, wie die erste Abstimmuug bei der Präsidenten-Wahl bewies, in welcher der eigentliche Kandidat der Moderados, Hen Cantero, von 118 Stimmen nur 40 erhielt, während deren 38 guf Herrn Cortina, und 31 auf Herrn Olozaga fielen. Von den Exal tirten sud indessen nah dem Abfalle des Anhauges des Herra Cortina no< etwa zwanzig bei der Coalition geblie ben, die mit ihrer Hülfe no< immer eine entschiedene Mehrheit bildet, aber eine Melbrheit, die do<h nur prekär i}, msofern sie theils von der Parteinahme der zahlreiheu Kongreß = Mitglieder , die no< nicht in Madrid angekommen sind, theils davon abhäugt, daß der Anhang des Herrn Olozaga nicht über kurz oder lang das Beispiel der Freunde des Herrn Cortina nahahmt. Diese zweite Chance ijt indessen allerdings ziemli<h unwahrscheinlich. Zwar erklärte Herr Olozaga in der Aurede, die er nah der Konstituirung des Büreaus an den Kongreß hielt, „daß man auf kein politisches Mißverständniß zwischen den gewählten Präsidenten und Vice - Präsidenten auf der einen und den in der Minorität gebliebenen Kandidaten auf der ande- ren Seite schließen dürfe‘; allein es is darum uicht weniger gewiß, daß eine Spannung zwischen Herrn Olozaga und Herrn Cortina obwaltet, die kaum an eine baldige Wiederaussöhuung uud Wie- deraufnahme der früheren gemeinschaftlihen Politik denken läßt. Herr Olozaga scheint dur die außerordentliche Zurückhaltung uud Borsicht, welche- Herr Corting bei seiner ganzen Handlungsweise in Bezug auf den gegenwärtigen politischen Zustand der Dinge bewäbrt, unzufrieden gemacht worden zu sein, um so mehr, als er selbst sich ziemlih stark für gewisse Jdeen und Juteressen fompromittirt hat, von denen es keinesweges gewiß ist, daß sie die Oberhand behalten werden. Herr Cortina dagegen ist offenbar dadur beleidigt wor= den, daß Herr Olozaga die thm ursprünglich blos von der gemäßig=- ten Partei augetragene Kandidatur für die Präsidentenstelle angenom- men hat. Der Umstand, daß die Gemäßigten sih erlaubt haben, Versammlungen zu halten, Berathungen anzustellen und Beschluß=

nahmen zu fassen, ohne die Exaltirten herbeizuziehen, is überhaupt die unmittelbare Veranlassung des Bruchs der Coalition geworden, oder vielmehr jenes Verfahren war {hon an si< selbs eine Ver= lezung des stillshweigenden Vertrages, auf welhem die Coalition beruhte. Die eraltirte Partei ist dadur<h im höchsten Grade gereizt worden , so sehr, daß alle späteren Beshwichtigungs - Versuche und Vergleihs-Vorschläge, die zum Theil unter der direkten Vermittelung des Ministeriums gemacht wurden, auf die große Mehrzahl derselbeu obne alle Wirkung blieben. Die Zahl der Progressisten, welche si seit dem 3ten aus der Coalition in die Opposition geworfen haben, beläuft si< auf wenigstens 35. Herr Olozaga hat feierlich erflärt, daß er die Zusammenseßung des ueuen Kabinets uicht übernehmen werde, man glaubt hier aber do<h, daß er sich zuleßt dazu verstehen werde, um das Steuer des Staates nicht entweder ganz in die Hände der Gemäßigten zu geben, oder aber es dem Herrn Cortina und seinem Anhange zu überlassen; deun das Eine oder das Andere würde die unvermeidliche Folge der Weigerung des Herrn Olozaga sein, an die Spiße der Regierung zu treten. Das fünftige Kabinet wird allem Anscheine nach zur Hälfte aus Ge= mäßigten und zur Hälfte aus Exaltirten von der Fraction des Herrn Olozaga zusammengeseßt werden, und man glaubt, daß es nichts Ei= ligeres zu thun haben dürfte, als die Cortes nah Hause zu schi>en, nachdem es si< von denselben die Steuern bewilligen und gewisse tollmachten geben lassen.

ausgedehnte Vo Griechenland.

Von der Spree, 9. Nov. (D. A. Z.) Der Kafser von Zland hat erflärt, daß, so lange König Otto im jehigen Zustande es Zwangs und der Willenlosigkeit sih befinde, Rußland die Regie= ung von Griechenland in ihrem gegenwärtigen Bestande uicht aner= fennen fönne. Wir können der obigen Erklärung um jo weniger unseren Beifall versagen, als von uns zuerst die Behauptung aufgestellt und be= gründet worden is, dem gemißhandelten Königthume müsse, vor allen son- stigen Schritten, seine frühere Stellung wiedergegeben werden. Dem Könige muß das Recht werden, was jeder Privatmann in Anspruch nehmen könnte, das Recht des freien Entschlusses. Zwang und Ge-= walt begründen im Privatleben wie im öffentlichen Leben eine unheil= bare Nichtigkeit. Weit entfernt davon sind wir, zu besorgen, König Otto werde die erlangte Freiheit zur Fortseßung des früheren Zustan= des benußen. Der frühere Zustaud ist nicht haltbar bei den Anforde= rungen, wel<he man von außen und von innen an die Regierung macht; allein was au dessen Stelle zu seßen, muß vou des Königs Entscheitung abhängig bleiben. Sollte diese Ansicht nicht durdrin= gen im Rathe der Mächtigen, so gehört niht mehr Schergabe dazu, als jeder unparteiishe Beurtheiler besißt, um vorhersagen zu föunen, daß der lofale und provinzielle Parteigeist, welcher jeßt schon die neuesten Begebenheiten in Griechenland in sehr trübem Lichte erschei= ien läßt, seinen unglü>s<wangeren, dunkelen Schatten auch über die

1 S - , —_— si<h versammelnden Stände werfen wird. Die das Schwert gegen

ren Köntg gewendet haben, werden es bald auf die Brust dex il 1 wer mit dem stärksten Haufen zur

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Aus Sachseu, 12. Nov. (L. Z.) Sächsisch - Shlesische= Eisenbahu. Die Allg. Pr. Ztg. brachte vor einigen Tagen einen Artikel (berliner Börsenbericht vom 6. Nov.), worin die Rentabilität dieser Eisenbahn sehr in Zweifel gezogen wird. Der Verfasser jenes Artikels wahrs{einli< cin Berliner stüßt seine Meinung haupt= sächli< darauf, daß diese zu erbauente Bahn doch immer nur eine Zweigbahn der ebenfalls im Bau begriffenen märkis<en Eisenbahn sein würde.

Referent is dieser Ansicht durhaus entgegen; die märkishe Bahn immt ire Richtung nah dem Norden, während die sächsisch - s{<le= sische Bahn, im Anschluß der leipzig-dresdener und sächsish-bayerischen Eisenbahn, Deutschland in der Mitte, von Osten nah Westen, durch die gewerbthätigsten und am meisten bevölkerten Gegenden führend, durchschneidet und Punkte berührt, welche rühmlihe Namen in der Geschichte des Welthandels besißen. Wer, wie Referent, öfters Ge= legenheit hatte, die ungeheure Frequenz auf der großen Landstraße von Dresden nah Schlesien kennen zu lernen, wird schon hiernach beurtheilen können, ob die zu erbauende Eisenbahu von Dresden nah Görlitz und Breslau frequent und rentabel sein wird, oder nicht.

>= Paris, 11. Nov. Ueber das gestern vorgefallene Unglück auf der Cisenbahn nah Versailles (rehtes Seine - Ufer) waren, wie gewöhnlich bei solchen Fällen, die übertriebensten Gerüchte in Paris verbreitet, die sih glüdliherweise niht in ihrem vollen Umfange be= stätigt haben. Mau sprah von mehreren auf dem Platze getödteten Reisenden, von einer großen Anzahl Verwundeter, von Amputationen, die an Ort und Stelle sogleih hätten vorgenommen werden müsse: u. dgl. Wenn nun guch das Unheil nicht so groß ist, so bleibt es immerhin noch beträchtlich und beflagenswerth genug. Folgendes sind die genaueren Angaben darüber.

Der am Morgen von Versailles abgegangene Wagenzug, gezo=- gen von der Lokomotive La Gauloise, und aus fünf Waggons beste= hend, war um 8Uhr eben über Chaville hingusgekommen und pväherte

evres, als in der Entfernung von ungefähr fünszehnhundert von diesem Städtchen die Lokomotive plöblih an einer Stelle,

ie Bahn eme sehr starke Kurve beschreibt, aus dem Geleise kam und von dem Erddamme, auf welchem die Bahn dort hinläuft, vier bis fünf Metres tief unterbalb des Niveau des Schienenweges her= abfiel. Die Lokomotive wurde dabei so vollständig umgestürzt, daß ihr oberer Theil auf dem Boden lag und der untere in die Höhe stand. Ju ihrem Falle hatte sie das Erdreich der Aufdämmung tief aufgerissen, und ihren Tender so wie das zum Transporte der Bg= gage bestimmte Waggon auf die Böschung nah sih gezogen. Der erste Waggon, in welchem Reisende sih befanden, wurde gus der Bahn geworfen, und umgestürzt, Bei dem Zusammenstoße zerbrach das bintere Coupe des dritten Wagens, Der übrige Theil des Convoi war auf dem Schienenwege selbst stehen geblieben. Nach der in Frankreich üblichen Einrichtung siaud die ersten Waggons, welche unmittelbar auf die Waggons, worin das Gepäck sich befindet, folgen, für die Reisenden bestimmt, die an den Zwishen-Stationen aufgenommen werden oder an diesen orst dem Wagenzuge sih anschließen. Diesem Umstande is es zu danken, daß die Folgen des Unglücksfalles nicht so traurig geworden sind, als sie hätten werden können, wenn die Zahl der Reisenden in den betreffenden Waggons größer gewesen wäre. Jn der That hatte der Wagenzug an der Stelle, wo der Ungliücsfall vorfiel, erst eine einzige Zwischen=Station passirt und daher nur eine geringe Anzahl von Passagieren aufgenommen. :

*) Wir bemerken hierzu, daß glü>licherweise von dergleichen Haufen schon shwerli< mchr die Rede scin dürfte, indem, nah ciner gestern von uns mitgetheilten Nachricht, das Ministerinm des Jinern durch ein beson-

deres Rundschreiben allen Volfks-Nepräsentanten auf das ftrengste untersagt hat , zur Zeit der National - Versammlung mik bewaffneter Begleitung in

E D Anmerk, der Red, der Allg, Preuß. Ztg.

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