1843 / 141 p. 2 (Allgemeine Preußische Zeitung) scan diff

roysdiren is, feine Schreibgebühren liguidirt werden quantum D Ane Verfügung vom 6. November, na< welcher E d Execution in Bagatellsachen thätig gewesenen Dorfge-

r f erg s rfgerihtlichen Gebührentaxe zuläs= ; 1 nach der dorfgerichtlichen Gebüh 3 rien Pai rensábe nur ein Antheil an dem gerichtlihen Gebühren=

saße bewilligt werden darf.

j 17. Nov. Durch das heute ausgegebene Amts=-

l Bot Eer Ober-Präsident der Provinz Brandenburg Folgendes x E dem 26sten v. M. von dem General=Postmeister, Herrn von M, an sämmtliche Post-Anstalten der Monarchie gerichtete Cir= la ¿fentlihen Kenntniß: me E N Soneungen, welche in Angelegenheiten der Censur ¿wischen den Verlegern und Herausgebern nicht-periodischer Schriften und dem für die leßteren in jedem Regierungs-Bezirke bestellten Be- zirks-Censor vorlommen, steht die Portofreiheit nicht zu. Es is je= doch nachgegeben worden, daß die betreffenden Manuskripte und son= stigen Censurstüke, 10 wie die Entscheidungen der Bezirks-Censoren iber das Jinprimatur für den vierten Theil des tarifmäßigen Porto befördert werden jollen, insofern die Einsendung an die Censoren offen und unter Kreuzband und frankirt, die Rücksendung aber unter dem Dienstsiegel der Censoren geschieht, und die Adressen mit der Bezeichnung versehen siud: S E

„Censur-Angelegenheiten nichk periodischer Schriften, Porto=Mode=

ration laut Ordre vom 26. Oktober 1843.“

Breslau, 15. Nov. Das heutige Amtsblatt der hiesigen Königlichen Regierung enthält das Allerhöchst bestätigte Statut des Sterbekassen - Vereins für die Justiz = Beamten im Departement des hiesigen Ober-Landesgerichts.

Schloß Sibyllenort, 13. Nov. (Schl. Z.) Am 2ten d. M. trafen Se. Durchl. der regierende Herzog von Braunschweig mit zahlreihem Gefolge hier ein, und eröffneten am Hubertustage die Jagden in den näheren Umgebungen des seit zwet Jahren nicht besuhten Slosses. Diese waren meist von vortrefflichem Wetter begünstigt und gewährten dur den vorzüglichen Zustand der wilden Fasanericen große Befriedigung, Erlegt wurden 6 Dammbhirsche, 28 Rehbö>e, 597 Fasanen, 1669 Hasen, 5 Füchse, 64 Rebhühner, 1 Schnepfe, 1 Wasserhuhn, 41 Raubvogel, zusammen 2372 Stück Wild, und von diesem dur<h Se. Durchlaucht selbst 4 Dammhirsche, 14 Rehbö>e, 203 Fasanen, 372 Hasen, 1 Fuchs, 6 Rebhühner, zu- sammen 600 Stü> Wild. Jn der Jagd=Gesellschast befand sich an mehreren Tagen Se. Excellenz der kommandirende General, Graf von Brandenburg. Se. Durchlaucht, die dankbare Erinnerung an vielfache Huld zurü>lassend, sind schon heute wieder nah Berlin abgereist.

Düsseldorf, 14. Nov. (D. Z.) Gestern, am Geburtstage Jhrer Majestät der Königin, war den hiesigen Armen ein Freudentag bereitet worden, indem denselben, gleich wie in den leßteren Jahren, Brod, Fleisch und Brenn - Material gereicht worden ist, Der Herr Ober-Bürgermeister hatte zu diesem Zwe>e eine Subscription in Um= (auf gefeßt, welche duxch zahlreiche Beiträge diese Spendung müg=

lich machte,

Ausland. Deutsche Bundesstaaten. Bayern, Múnchen, 11. Nov. (A. Abdz.) Heute hielt Se. Majestät der König Jagd bei Grünwald, wo 40 Hirsche und 76 Stück Wild erlegt wurden. Anfangs Januar k, J. wird Se. Kaiserl. Hoheit der Erzherzog Albreht vou Oesterreich hier erwartet, - Heute ist General Kolokotronis nah Hohenschwangau gereist, um Sr. Königl. Hoheit dem Kronprinzen die Aufwartung zu machen, Von der Rückkehr Sr. Königl. Hoheit des Kronprinzen ist noch keine Zeit, no< weniger ein Tag bestimmt; heute gingen no< aus der hiesigen Residenz Effekten dahin ab, welche auf cinen längeren Auf= enthalt der höchsten Herrschasten dajelbst schließen lassen. Se. Königl. Hoheit war dieser Tage in Partenkirchen auf einer Gemsenjagd und hat zwei Gemsböde erlegt. Se. Majestät der König Ludwig be- suchte gestern den Viktualien-Markt und fragte persönlih die ver- schiedenen Verkäufer nah den Preisen der Lebensmittel, die fortwäh= rend steigen, ohne daß bisher, wie anderwärts geschieht, Maßregeln | dagegen getroffen wurden. Es ist zu hoffen, daß dur< höheres Ein= | schreiten dem Wucher Einhalt geschieht. Lebhaft spricht man von | | |

der Herstellung einer Eisenbahn von Salzburg nah Münchenz in der That war diese Woche cin Kaiserl. österreichischer Regierungs - Com- missair hier anwesend, um mit unserer Königl. Regierung die nöthigen | Unterhandlungen einzuleiten. Direktor von Pauli ist nah Hof ab-

gereist.

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Regensburg, 10. Nov. (R. Z.) Heute Mittag 11 Uhr fam das von Ulm erwartete Dampfboot „die Donau hier an und landete unter Böllersalven an dem mit Masten und Flaggen geshmü>= ten Ufer beim Weinthore, wo si<h bald die halte Bevölkerung Re= gensburgs versammelte, um das s{höne und elegante Fahrzeug zu beshauen. Das Schiff hat zwei Maschinen, jede zu 25 Pferdekraft, und geht beladen nur 48 Centimeter, ungefähr 17 Zoll, im Wasser. Durch seine Fahrt von Ulm hierher hat es die Möglichkeit der Be= shiffung der oberen Donau mit Dampfböten außer Zweifel gesebt.

Holstein. Altona, 15. Nov. (A. M) Auch hier macht die Angelegenheit des Volks, deren Förderung die Mäßigkeits - Ver- eine si<h angelegen sein lassen, Fortschritte, sowohl durch Zuwachs au Mitgliedern, welche der hiesige Verein selbs erhält, als durch den allmäligen Eingang, den seine Grundsäße und Bestrebungen beim Volke finden, und \o eine Umwandlung der Sitte vorbereiten, auf der das Branntweintrinken beruht. Schon giebt es Arbeitsstätten, wo kein Branntwein mehr getrunken wird, und an anderen trifft nicht Hohn den, der keinen trinkt, sondern ein stills<hweigender Makle denjenigen, der si<h nicht von diesem Genuß trennen kann,

Oesterreichische Monarchie.

ien, 9. Nov. (A. Z.) Die bedauerlihen Exzesse zu Preß burg (siehe unten den Artikel Preßburg) haben die höchste Judig= nation aller ehrenhaften Leute sowohl hier als in Ungarn selbst er= regt. Se. Majestät der Kaiser hat augenbli>li< ein sehr strenges Reskript an die dortigen Behörden ergehen lassen, worin dieselben niht nur angewiesen sind, den Vorgang sogleih zu untersuchen und die Schuldigen zur Strafe zu ziehen, sondern sie auch selbst für jeden etwa vorfallenden Exzeß verantwortlih gemacht werden.

Vreßburg, 5. Nov. (A. Z.) Bei der im April d. J. îm

Szatmárer Komitate abgehaltenen Deputirtenwahl erschienen bekannt= lih etwa 150 mit eisernen Gabeln und mit Blei gefüllten Kuitteln bewaffnete Bauer=Edelleute aus Cseke, überfielen die konservativen Wähler, erschlugen und verwundeten Mehrere und zwangen die Uebri= gen zur Flucht, worauf sie die Wahl der Kandidaten der Opposition (Ujfalusy und Kovacs) mit Gewalt durhseßten, Das Komitat, im Gefühle der ihm zugefügten Schmach, rief vor einiger Zeit diese #v unziemli<h gewählten Deputirten zurück und ernannte in ordnungs= mäßig vorgenommener Wahl die Herren Uray und Gabäny zu ihren Ersaßzmännern. Diese Maßregel der Komitats-Majorität zu Szatmáär fand unter unserer zügellosen Landtagsjugend keinerlei Anklang, und zur Manifestation dieser Meinung wurde dem abtretenden Depu= tirten von Szatmár ein Fackelzug gebraht. Hiermit begnügte sich indeß der Troß politisher Gamins, deren 3 bis 400 unter der Ka= tegorie von Juraten, Schreibern 2c. im Gefolge der Deputirten am Landtage gegenwärtig sind, keinesweges. Kaum war der eine der neuen Szatmárer Komitats-Deputirten in Pesth angekommen, als das dortige „junge Ungarn“, im genauen Einverständniß mit dem hiesi= gen, ihn mit einer Kaßenmusik empfing; nicht genug, einige dieser hochgesiunten jugendlichen Patrioten schissten sih mit ihm auf dem Dampfschiffe ein und überschütteten ihn bis zur Ankunft in Preßburg mit Jnsulten aller Art. Ju Preßburg hatte si<h zu seiner Ankunft ein vollständiges Komplott organisirt, und in der Nacht zog ein Trupy von einigen hundert jungen Leuten vor die Wohnung des NReuangekommenen und unter einem Höllenlärm aller mißtönenden Justrumente und brüllenden Stimmen wurde ein Hagel von Steinen nach den Fenstern des Hauses geworfen, an deuen nicht eine Scheibe ganz blieh. Dann wurde ein dur< eine Maske unkenntlich gemach= tes Judividuum in die Höhe gehoben, welches an die würdige Ver= sammlung eine Reihe Fragen wie folgende stellte: „Wer is der größte Schurke in Ungarn ?“/ „Wer is der ärgste Landesverräther ?‘“ Worauf das ehrbare Auditorium jedesmal den Namen des neuen Deputirten hervorbrüllte. Juzwischen hatte der mit der Landtags= Polizci beauftragte Graf F. Zichy zum Schuß des Hauses Militair herbeigezogen, worauf unsere würdigen Patrioten sich zwar entfern- ten, aber nur, um an dem unbeschüßten Hause des Grafen Zichy gleichfalls die Fenster einzuwerfen, weil dieser es gewagt hatte, seiner Pflicht gemäß ihrem liberalen Eifer durch Herbeiziehung bewaffne= ter Macht Einhalt zu thun,

© Wien, 8. Nov. Anstatt der mit dem Eintritte des neuen Studienjahres erwarteten Aenderungen, ist blos die frühere beschrän= fende Vorschrift wegen des Normal = Alters für den Eintritt in die Gymnasial - Studien aufgehoben worden. Die Gymnasial= Direktoren wurden jedoh verpflihtet, sorgfältig darüber zu wachen, daß kein Elementarschüler zu den Gymnastal-Studien zugelassen werde, welcher sich bei der mit demselben vorzunehmenden Vorprüfung für dieses Studium nicht vollflommen tauglich zeigt, und nah dem Zuz= stande seiner physishen und intellektuellen Entwickelung unbedenklich zu denselben zugelassen werden kann. Ju Beziehung auf die Nach=

trags - und Wiederholungs-Prüfungen in den Volksschulen is festge- seßt worden : daß dieselben nur aus besonderen Rücksichten, sowohi für öffentlide Schüler als auch jene, welche Privat-Unterricht genießen, auf Ansuchen gestattêét werden können, wenn sie si< dur< ein gutes Verhalten und entsprehende Verwendung empfehlen. Schülern, welche die 3te Fortgangsnote erhalten haben, ist eine Wiederholungs -Prü= fung nicht zu gestatten, sondern dieselben sind zur Wiederholung des Jahrganges anzuhalten. Zur Wiederholungs- und Nachtrags-Prü- fung ist eine angemessene Vorbereitungsfrist festzuseßen, bei unbefric= digendem Ergebniß der ersten aber eine zweite Wiederholungs -Prü= fung durhaus nicht zu gestatten. Für Wiederholungs-Prüfungen darf feine Taxe abgenommen werden, dagegen ist bei Nachtrags=-=Prüfungen das für Privat-Prüfungen festgeseßte Honorar für die Prüfenden zu- lässig. Als erste Justanz für die Bewilligung zu den erwähnten Prüfungen haben die geistlihen Schuldistrikts-Aufscher zu gelten.

3+ Lemberg, 1. Nov. Das hiesige Guberniuum macht in einem Cirkular bekannt, daß über den vorgekommenen Fall, wo einem österreichischen Unterthan bei seinem Eintritte nach den russischen Ostsee= Provinzen das Wanderbuch abgenommen, und von Seiten des diessci- tigen Geschäftsträgers dagegen Einsprache erhoben wurde, weil dieser Fall der zu Gunsten der österreihishen Unterthanen in Rußland bestehenden Verordnung zuwiderlief vou der Kaiserlich russischen Regierung die Erklärung gegeben wurde : daß jener Fall sih nur aus Versehen ereignet habe, und daß die Verordnung, nah welcher den nah Rußland reisenden österreichischen Unterthanen ihre Wanderbücher niht abgenommen werden sollen, dort no< immer in voller Krast bestehe. Auch darüber wurde im diplomatischen Wege zwischen unserem und dem russischen Gouvernement verhandelt, daß den dahin rei= senden Kaiserlichen Unterthanen in Zukunft nicht mehr, wie es bisher der Fall war, an der russischen Gränze von den dortigen Behörden die heimatlihen Pässe, gegen Ausfertigung russischer Reise-Certififate, abgenommen werden, sondern daß man ihnen diese, zur Legitimirung ihrer österreichischen Staats - Bürgerschaft erforderlichen Urkunden, in Zukunft bei dem Eintritte in das russische Gebiet belassen möge. Das Kaiserlich russische Gouvernement hat demzufolge eine Ausnahme von den in Rußland geltenden Paß - Vorschristen zu Gunsten der österreichishen Unterthanen in soweit zugestanden, daß diese Leßteren in dem Besiße ihrer heimatlihen Pässe daun belassen werden, wenn sie nebst diesen auch mit legalen russischen Botschafts- oder Konsulats- Pässen \si< verschen, und solche dann bei ihrem Eintritte in das Kaiserlich russische Gebiet bej den dortigen Gränz -Behörden gegen Aufenthalts-Karten oder neue für das Jnnere des Kaiserlich russischen Staates gültige Pässe umtauschen. Ueber dieses, von unserem Gou- vernement angenommene Zugeständuiß, haben uun die hiesigen Behör= den die nöthige Belehrung kundgemacht. :

Ferner hat das hiesige Gubernium folgende Bestimmungen bekannt machen lassen, welhe dur< einen russischen Kaiserlichen Ukas zu Gunsten österreichisher Unterthanen verfügt wurden : 1) diejenigen österreichischen Unterthanen, welche si<h im Stande der Armuth befinden, werden in den bei den Gerichten des Königreichs Polen anhängigen Rechtsfahen von Erlegung der in der Gerichts= Prozedur vorgeschriebenen Caution frei sein, wenn sie eine Erklärung beibringen, daß sie die vorgeschriebene Sicherheit, ihrer Armuth we- gen, zu leisten außer Stande sind, wie auch gegen Beschwörung der Richtigkeit ihrer Behauptung, wenn der Beklagte die Ablegung die= ses Eides verlangt. 2) Die Wohlthat dieser Bestimmung soll #o lange verbindend bleiben, als ein gleihes Verfahren bei den Kaiserl. österreichischen Gerichten rüfsihtli<h der armen Unterthanen des nigreihs Polen beobachtet werden wird.

Frankrei q.

París, 12. Nov. Heute nimmt auch das Journal des Débats das Wort über die Reise des Herzogs von Bordeaux, t- dem es von vorn herein erklärt, daß es. jenen Blättern, die sich ein Vergnügen daraus machten, den jungen Prinzen auf allen seinen Aus= flügen zu folgen und ihre Spalten mit Berichten darüber zu füllen, diese Freude nicht dur<h Vorwürfe vergällen, uo<h weniger dem Verbannten das Lob streitig machen wolle, welches dieselben Blätter ihm #o reichli<h \pendeten. „Das Unglück“, sagt es, „ist heilig, und wir werden die ihm gebührende Achtung nicht ver leben.“ Wenn die Oppositions-Blätter andererseits behaupten, daß die französische Regierung die Schritte des Herzogs von Bordeaux und die demselben in England zu Theil werdenden Höflichkeits-Bezeigun- gen ängstlich überwache, so hält das ministerielle Blatt es kaum für nöthig, dies für eine thörihte Eiubildung zu erklären. „Die fran zösische Regierung“, fügt es hinzu, „ist zu menschlich, zu weise, ihrer Stärke und ihres Rechts zu sicher, als daß sie dem Herrn Herzoge von Bordeaux die sciner Geburt und seinem Unglück schuldigen Rücksich ten beneciden sollte, Sie übt die Gastfreundschaft zu edelmüthig aus, um unseren Nachbarn das Recht der Ausübung derselben gegen cinen

Klarinetten von Gährich, welche die beiden Konzertgeber schr brav erefutirten.

Kunstnachrichten aus Paris. Das neue Diorama,

2h Paris, im Nov. Das vor einigen Jahren abgebrannte Diorama ist neuerdings an der alten Stelle in der Douanenstraße wieder aus der Asche erstanden als massives, rundes Gebäude, von kleinerem Umfange, aber von eben o vortrefflicher Einrichtung , als das vorige. Die neuen Bilder een in der Schönheit der Darstellungen, der zaubcrhaften Wirkung der eleuchtung und der Kraft des Pinsels mit den früheren, die ganz Paris E e erste Eindru> dieser täuschenden Darstellungen der Natur Dioptrik nicht E el m n L und diejenigen befällt, die Masthin F i jene unbehagliche Empfin C welche studirt za haben Man u! eschen, ohne die Prinzipien der Mechanik man aber in unserer aufgetlkct es gehe nicht mit rechten Dingen zuz da frägt man ganz beschämt N Zeit nicht mehr an Hexenkünste glaubt, natürlichen Mitteln er so weit guten. einen Mann von Fach, mit welchen liebig ändern, Figuren sichtbar nid uns E e N e S Der und Schatten stellen, Tag in Nat r oan, Dinge:umsYicdtig in Licht wieder in Nacht, und Nacht wieder in T i yolle Beleuchtung, helle Beleuchtung auf die mitleidige Antwort : „Alles E uy ein fonue, Man erhält dar- das Licht ändert sich, Das Wesen vief e einewand: gemaltz nur Unterschiede, den die Farben erleiven, je gogneer- Malerei beruht auf dem schiedenen Schattirungen vermittelst h uan fallen,“ Ungeachtet dieser sür Eingew S zuns geht 5 N Laien vor di er Kate der Fabel vor dem Spiege s einer Pfote hinter die Leinwand, fühlen a eas gar zu gern mit techanismus dieser Transfiguration einen deutli ja 10 Bercie Menn Am Ende hilft er sich mit naheliegenden und leit Ln, ten: gleichen aus der Verlegenheit und verfällt darguf L cgrvifenden -Ver- etwa so verhalten, wie mit den kleinen Kaminschirmen, die abten rau ees oder farbig gemalte Gegend zum Vorschein tom sen, j nachdem man sie gegen das Tageslicht oder gegen das Feuer pl e ‘einwand dieser Dioramenbilder fön 9 hält, und die önnen wohl, wie das Papier jener Ka-

minschirme, von vorn und hinten beleuchtet werden, wie der Hintergrund

einer Bühne, oder wie die Gaze cines chinesischen Schattenspiels, so daß man durch die kunstvoll kombinirte Art und Weise der Beleuchtung mit denselben Linien, Massen und Gegenstäuden ganz verschiedenerlei Wirkung hervorbringe.

Ju dieser leicht einzusehenden, aber unendlich shwer anzuwendenden Verfahrungsart sind die beiden neuen Dioramenbilder von Herrn Bouton ausgeführt, Das eine ist das Junere der Basilika S. Paolo fuori le mure, außerhalb der Mauern Roms auf dem Wege nach Ostia, eins der wichtigsten Denkmäler des altchristlihen bvyzantinischen Basilikenstyls in seiner vollständigsten und reichsten Ausbildung und, neben der Peterskirche, cine der bedeutendsten Basilifen Roms, die an der Stelle eincr kleinen, von Kon- stantin über der Begräbnißstätte des Apostels Paulus erbauten Kirche im Jahre 386 neu gegründct und im Jahre 1823 dur<h Brand zerstört wurde. Wie der Vorhang aufgeht, sehen wir das Junere der Kirche vor dem Brande, mit den vier Neihen von je zwanzig mächtigen, theilweise dem Mausoleum Hadrians und anderen antiken Monumenten entnommeuen ko- rinthishen Säulen, mit der kostbaren De>e von Zedernholz, dem künstlich ausgelegten Marmorfußboden und den musivischen Wandmalereien, in denen die älteste christliche Kunst, die aus der Antike herübergenommenen Typen mit ihrem Geiste beseclend, sich zu eigenthümlicher Bedeutung und Selbststän- digkeit erhob. Die Perspektive des Hauptschiffes und die Durchsicht durch die Hallen in bie Nebengänge is von eben so mannigfaltiger als reizender Wir- kung. Denn die Reihen paralleler Säulen, welche die fünf Schiffe trennen, geben ein Bild, das durch das wechselnde Spiel von Licht und Schatten an den prächtigen Gliedern immer aufs Neue fesselt, Nach und nach eintre- tende Dämmerung verhüllt uns das Geheimniß der Zerstörung, Wie es wieder Tag wird, sehen wir das Junnere der Kirche nach dem Brande z die eingestürzte Cederndecke liegt zertrümmert am Boden z das Pflaster ist zerstückt und mit Schutt überdet, die Kapellen und Altäre sind niedergeworfen, die Wandge- mälde abgeblättert, die Säulen zersplittert und verstümmelt, Ein Theil des Chors, der Hochaltar im Hintergrunde, und verschiedene Bildniß-Medaillons der Päpste an der oberen re<ten Wand sind allein einigermaßen von den Flammen verschont geblieben. Der Anbli> dieses furchtbaren Ruins erfüllt die Seele mit Grausen und Wehmuth, Alles Einzelne is von meistechafter Aus- führung, und das Ganze von großer Kcaft, Harmonie und Haltung,

,_ Das zweite Bild is die Ansicht der Stadt Freiburg im Uechtlande, E Ie en Thurm ihrer gothischen Stiftskirche, mit der merkwürdigen E E e, die wie ein Spinngewebe über Kirchen, Thürme und Dächer fer L von bie ibelae De zur anderen ausspannt, und mit den pittores-

usern, die theils in Schluchten eingeklemmt, theils über der Saone

an steile Abhänge geklebt sind. Rund umher eine freundlih lächelnde Landschaft im Sonnenglanze und Feierkleide des Frühlings, mit einem Kranz von grünen Matten und blumigen Wiesen. Jn der Ausführung ist dieses Bild minder gelungen, als das vorige. Der Zeichnung fehlt es an Schärfe und Krast, der Betonung an Stärke und Energie, Das Grün hat cine unangenehm gelblihe Nüance und in den Gebäuden herrscht ein bläulicher, matter Ton, der zum Ensemble nicht recht stimmen will. Was aber, unbeschadet diejer Mängel, dem Bilde cin großes Juteresse verlcihet, ist die wunderbare, vor den Augen des Beschauers vor sich ge- hende Verwandlung dieser Frühlings - Landschaft in eine Wintergegend. Nach einiger Zeit bede>kt sich der Himmel mit Wolkenz ein Schneegestöber zieht heran, leichte Flo>ken glißern und blißen in der Luftz die grünen Matten verbleichen und verschwinden allmälig, wie die Dächer, unter einer weißen Schncede>e. Die Wirkung dieses kontrastirenden Naturphänomens in seinen verschiedenen Abstufungen, Schattirungen und Eindrücken is höchst frappant, s<ón und täuschendz; und vielleicht wird das ungleich besser ge- malte Junere der St. Paulskirche vor Rom bei weitem weniger gefallen, als diese Ansicht von Freiburg, deren Mängel bei dem Pariser nicht in Betracht kommen dürften, gegen den Neiz, sür se<hs Sous im Omnibus cine Reise in die Schweiz machen zu können,

Theatralisches.

© Londou, 11. Nov. Das einzige Theater, welches es diese Saison übernahm, sich der Vorstellung ächter Trauer - und Schauspiele, mit Um- gehung von Melodramen und Opern, zu widmen, Coventgarden, is da:über bankerott geworden. Die Freunde dramatischer Kunst sind untröstlih über diesen Verfall des öffentlihen Geschmacks und suchen nach allen Sciten um Hülfe, Unter Anderem schlägt einer im Edinburgh Review eine Classifica- tion der Bühnen vor, Unter diesen soll in London fürs erste nur eine be- rechtigt werden, ordentliche Dramen aufzuführen. Wenn man auf dieser nun, meint manu, die besten Schauspieler im Lande zusammenbrächte, jede Rolle sorgfältig besetzte, alle Versuche, Wirklichkeit mit dem Jdealen zu ver- binden, ausshlö}e, vor allem aber die Zeit der Aufführung o einrichte, daß die vornehme Welt und die, welche den Vornehmen nachäffen, dabei erscheinen könne, so wäre eine Wiederherstellung denkbar. Doch auch dieser Versuch kann nur dann glücen, wenn Kapitalisten Geld dazu hergeben wollen, ohne einen Vortheil von dem Unternehmen zu erwarten,

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unglü>lichen Prinzen streitig zu machen. Sie weiß zu gut, daß alle Be mühungen der Parteien, den Schritten des Herzogs von Bordeaux einen politischen Charakter beizulegen, an der Loyalität und Festigkeit der engli {hen Regierung scheitern werden. Mit cinem Worte, sie fürchtet den Enkel Karls A M England eben so wenig wie in Deutschland.“ Das Journal des T ¿bats läßt indeß diese Gelegenheit nicht vorübergehen, ohne Herrn Berryer vorzuhalten, ob er sein Benehmen mit seinem Gewissen und Pflichtgefühl vereinigen könne, und ob er dadurh etwa eine Probe von Muth abzulegen glaube, dag er na< Englaud reise, um dem Herzoge von Bordeaux seine Aufwartung zu maheu, während er der Juli = Mo- narhie und den Juli - Justitutioncen als Advokat und De= putirter den Eid der Treue ges<hworen ; ob dics eine Handlung des Muthes sei, da er schr wohl wisse, daß ihm um dieser Reise willen unter der jeßigen Regierung und unter den gegenwärtigen Geseßen Frankreihs nah seiner Rückkehr hier kein Haar werde gekrümmt wer- den, sondern daß cr troßdem unbesorgt seinen Plaß in der Kammer wieder einnehmen und dort, wenn es ihm beliebe, der Juli-Regierung sogar Grausamkeit und Tyrannei vorwerfen könne. Eine ganz andere Sache sei es mit Herrn von Chateaubriandz dieser habe keine Pflich» ten gegen die jeßige Regierung zu erfüllen, denn er habe ihr keinen Cid ge- leistet, vielmehr seine Entlassung als Pair von Frankreich gegeben ; daß er, der von den Bourbouen , als sie mächtig waren, mit Zorn zu- rü>gewiesen worden, dessen Rathschläge sie damals verachtet und verleumdet hätten, jeßt im Unglück ihrem Ruf folge, sei sogar ein edles, rührendes und belehrendes Schauspiel. Wenn nun Herr Ber= ryer, der solhe Rechtfertigungsgründe für seine Reise nicht habe, dessenungeachtet nichts für si< zu fürchten brauche, so werde man, {ließt das genannte Blatt, doh wenigstens nicht nur von der Milde, sondern auch von der Stärke der jeßigen Regierung Frankreichs sich überzeugen; man werde dies ruhige Vertrauen derselben auf ihr Recht und auf deu Willen der Nation bewundern, und dies scheine das einzig Erhebliche, wozu die Reise des Herzogs von Bordeaux bis jebt Anlaß gegeben.

Der Messager versichert in cinem Artikel, den au<h der Mo-= niteur wiedergiebt, daß das seit einiger Zeit in verschiedenen Blät= tern umlaufende Gerücht, als hätte die Regierung die Absicht, das Amt des Groß=-Almoseniers wiederherzustellen, durchaus ungegründet sciz man habe an keinen solhen Plan gedaht und keinem Prälaten einen desfallsigen Vorschlag gemacht.

Die fonsultative Kommission des Handels-Ministeriums, welches über die Differenz bezüglih des belgischen Gußeisens ein Gutachten abzugeben beauftragt war, soll sih dahin ausgesprochen haben, daß die Zollbeamten ih geirrt hätten und das Eisen vom ersten Guß gewesen fei.

Graf Molé hat seine Salons in seinem neuen Hotel im Fau- bourg St. Honoré geöffnetz Herr Thiers fand sih schon mehrere male dort einz man will wissen, diese zwei ehemaligen Minister be- reiteten si<h zu einem gemeinschaftlihen heftigen Kampf gegen das Kabinet vom 29. Oktober.

Der in London bestehende Verein gegen die Sklaverei beabsich tigt eine Mission an den Kaiser von Marokko, um ihn zu bestimmen, nach dem Beispiele des Bey von Tunis die Sklaverei und den Skla venhandel in seinem Reiche abzuschaffen. Auch das afrikanische Jn stitut zu Paris will dem Kaiser zu gleicher Zeit ein Sendschreiben in demselben Sinne zustellen lassen. :

Am 23. September ist auf Haiti, wie man erfährt, die kon stituirende Versammlung mit großer Feierlichkeit eröffnet worden.

Der Commerce berichtet: „Die Arbeiten an der fortlaufenden Wallmauer sind jeßt überall eingestellt, und man zählt dort nur einige Arbeiter, welhe mit wenig wichtigen Erdarbeiten beschäftigt sind. Nicht \o verhält es si< in Bezug auf die detachirten Forts, wo man fortwährend cine große Thätigkeit bemerkt, namentli<h für die Ein ri<htung ihrer Kasernen, um sie baldmöglichst mit ciner aus Jnfanterie und Artillerie bestehenden Garnison zu versehen. Die Beschlüsse des Kriegs-Ministers in Betreff der Organisation von Paris auf den Fuß eines Kriegsplaßes werden ununterbrochen vollzogen. Die Munizipal- Garde hat 9 Kaseruen beseßt; doch das ist uicht genug; die Coelestiner Kaserne wird neu gebaut werden.“ :

Man beeilt sich, dem National zufolge, in der Königlichen Drud>erei das Budget für 1845 und alle darauf Bezug habenden Stüdte zu dru>en, weil dies der erste Geseß - Entwurf sein werde, den das Kabinet den Deputirten zur Prüfung vorlegen wolle.

Es heißt, Graf Bresson werde in wenigen Tagen nach Madrid abreisen, um bei der feierlihen Erklärung der Masjorennität der nigin gegenwärtig zu sein.

Gröóössbritanien und Irland.

London, 11. Nov. Die Nachrichten aus Mexiko von ciner angeb lichen Beschimpfung der britischen Flagge, welche jeßt indeß wieder als eine Erdichtung oder wenigstens als eine Uebertreibung eines derartigen Faktums von Seiten der Juhaber mexifanischer Fonds zum Theil widerlegt werden, geben der Tim es zu einem längeren Artikel Anlaß, worin sie den Diktator Santana geradezu für sinnverrü>t erklärt. „Die westliche Hemisphäre““, schreibt dieses Blatt, „scheint in einem schr unkonfor tablen physischen Zustande zu sein. Orkane in Nassau, Erdbeben in Haiti, gelbes Fieber, „atmosphärishen Ursprungs“, auf den Bermudas und Tollheit, wie wir glauben, gleichfalls „atmosphärischen Ursprungs“ unter den republikanischen Präsidenten und Generalen des spa-= nischen Amerika?)s, Man hat ohne Zweifel von den schauderhaften Grausamkeiten der Truppen des Geueral Oribe vor Moutevideo ge= hört, Grausamkeiten, die fein General, welcher seine Sinne hat, begehen läßtz jeßt erhalten wir Nachrichten von Mexiko (\. im gestr. Bl. Mexiko Schreiben aus Paris), aus welchem man schließen muß, daß der Präsident Santana sih in demselben Zustande von Geistesver- wirrung befindet.“ Die Times folgert aus den Differenzen zwischen dem britischen Chargé d'aiffaires, Herru Doyle, und dem Präsidenten mannigfache Ungelegenheiten für England wie für Mexiko, welche in der Gefährdung des englischen Handels auf der cinen und in den Gefahren des von unruhigen Yukatanesen und Texianern umgebenen mexikanischen Frei= staats, in Folge einer Entziehung des britishen Schubcs, auf der anderen Seite ihren Grund hätten. Es wäre für Mexiko gefährlich, eine Macht zurü>zuweisen, wel<he im Stande ist, „es zum Frühmahl ohne Weiteres zu verspeisen.“ Jndeß glaubt die Times nicht, daß

es zum äußersten kommen werde, und Don Thomas Murphy, der

. mexikanische Minister in London, werde mit Lord Aberdeen die Sache

wohl wieder gusgleihen. Höchstens würde Lord Palmerston eine neue Sache haben, um seine Angriffe gegen die auswärtige Politik der MUnE zu begründen. j

1e Negierung hat Kontrakte wegen Beförderung von Truppen

g « E Doe bb geschlossen, Der erste Transport wird aus 105 Sai en L 1e neuesten Nachrichten vom Cap, die bis zum 7, Kolonisten Cd oie Aen wieder der Ermordung eines britischen 14 Moúlv een Uen im Amaponda-Lande. Raubsucht scheint Gala DEEIEN E sein. Ju Natal scheint nichts Eutscheidendes anrges en zu sein, doch is dem Frieden dort wohl nicht recht zu

X London, 10. Nov. Das Verfahren in dem Reveal-Pro= zesse ist bis zu diesem Augenbli>de, was man hier zu ads is Mde

3.)

spöttischer als anerkenneuder Weise zu nennen pflegt, „schr irländish““ gewesen. Ein unschlüssiger und umständlicher General-Anwalt hatte keine geringe Mühe, dur) sein shwieriges Wesen die großen Fehler wieder gut zu machen, welche seine Untergebenen begangen hatten, und die Ueberzeugung fängt bereits an, Grund zu gewinnen, daß die Häupter der Repeal nicht so sehr aus Mangel an haltharen Beweisgründen, als vielmehr aus Mangel an Gewandtheit und Takt von Seiten der Kron- Advokaten freigesprochen werden könnten. Was indeß auch das Resultat dieses Prozesses sein mag, so glaube ih do, die Repeal - Bewegung i gehemmt. Sehr verschieden ist der Aublik eines mächtigen Volkes, das si< um die grünen Hügel sammelt, von dem Anbli>ke eines verwickelten Rechtsstreits, der unter den s{<warzen Schlangen des Geseßzes geführt wird. Dic Triumphe eines Gerichts= hofes sind dem englischen Volke werth, aber sie haben nicht die gleiche effektvolle Wirkung auf das mehr sinnlihe Temperament der Schwe= ster-Jusel. Dagegen kommen sie ganz vorzüglich dem shlauen Geiste O'Connell's zu statten, und in Perücke und Talar wird der irländische General - Auwalt wahrscheinli<h niht der Manu sein für den Ange= klagten vor der Barre.

Der herannahende Besuch des Herzogs von Bordegux ist in den hiesigen politishen Kreisen ein sehr hervorragender Gegenstand der Unterhaltung. Ein Haus in der Nähe von Hyde Park is für Se. Königl. Hoheit gemiethet worden und, wie es heißt, wird sein Auf= enthalt in London von ziemlicher Dauer sein. Es is der aufrichtige Wunsch der Regierung und des Hofes, den Prinzen mit jeder möglichen Auszeichnung zu emvfangen, und man hofft, daß er bald un ter den erlauchten Gästen in Windsor aufgezählt werden wird. Die Nachbarschaft Frankreichs indeß hat eine Schwierigkeit verursacht, die man in Oesterreih oder im übrigen Deutschland weniger fühlte. Dort wurden der Prinz und seine treuen Begleiter ihrer Persönlichkeiten halber mit Zuvorkommenbeit aufgenommen, ihrer Tugenden und ihres Mißgeschicks wegen geliebtz hier sind sie nicht so weit von dem Mittelpunkte französischer Parteien und Leidenschaften entfernt, um der Gefahr zu entgehen, von einer Atmosphäre politischer Jutriguen umgeben zu werden. Nichts würde ungegründeter und für den Prinzen beleidigender sein, als die Vor= ausseßung, daß er London zu seinem Aufenthaltsorte gewählt habe, um gegen eine Revolution zu agitiren, welche Zeit und Ercignisse, sowie die Anerkennung Europas \o unzweideutig sanctionirt haben. Aber die Feinde der jeßigen französischen Regierung, die Par= teien und die Abenteurer, bemüht, ihre unreinen Veweggründe unter dem Deckmantel einer edlen Sache zu verhüllen, werden gewiß bereit sein, die Nähe des Prinzen si< zu Nuße zu mahen. Wenn dies wirkli der Fall sein und jene Personen so weit davon entfernt sein sollten, ihren Eifer im Dienste oder ihre Verehrung für die Per son des Prinzen an den Tag zu legen, so dürfte der Besuch desselben in England, wo alle Klassen ihm so bereitwillig ihre Achtung bezeu= gen möchten, eher böses Blut, Verdacht und Zwang erregen.

Die Nachrichten, welche wir aus Griechenland erhalten, zeigen, daß König Otto Alles thut, wodur die Dankbarkeit und die Ach= tung seines Volkes gegen ihn seit der leßten Umwälzung erhalten werden könnte. Die englische Regierung und der englishe Minister in Athen gewähren die vollkommenste Unterstübung jenen gemäßigten Grundsätzen constitutioneller Regierung, welche am besten das Land vor den Schre>nissen der Anarchie bewahren und die legitime Auto= rität des Hauptes der Nation erhalten können.

S Wett K

Aarau, & Nov. Der Großraths - Ausschuß stellt in- Bezug auf die Erfolge der Rothen - Konferenz den einmüthigen Antrag : Es wolle der Große Rath die zutrauensvolle Erwartung aussprechen, der Kleine Rath werde den Frieden, die Ordnung, die Einheit im engeren wie im weiteren Vaterland mit allen verfassungsmäßigen Mitteln mit Entschiedenheit wahren; der Anerkennung des Großen Rathes dürfe er zum Voraus versichert sein. Es sci au<h der Dank des Großen Rathes öffentlich auszusprehen für das cben so heilge= mäße als biedere Einschreiten der Regierungen der beiden vorört= lichen Stände Zürich und Bern, wie dasselbe in den Zuschriften an den Vorort Luzern vom 25. und 26. Oktober eingeleitet erscheint. Der Große Rath hat den Antrag mit großer Stimmen -=Mehrheit genehmigt.

Jali

Nom, 5. Nov. (A. Z) Jhre Königl. Hoheit die Prinzessin Albrecht von Preußen erkraulte unmittelbar nah ihrer Aukunft an der Fußrose. Judeß kann das Uebel schon jeßt fast als völlig besei- tigt angesehen werden, Da ihre ärztliche Umgebung von den Cin= flüssen des römischen Klimas bei einem längeren Aufenthalt das Beste für die Totalgenesung hofft, so hat sich die Prinzessin ent= \<lo}sen, ‘die ganze Saison über hier zu verweilen. Pr. Vehsemeier, Leibarzt der Prinzessin, ging diesen Morgen mit Depeschen der hiesi= gen Königlich preußischen Gesandtschaft als außerordentlicher Courier ua< Berlin.

Peter von Cornelius is am 2ten d. aus Berlin im besten Wohl sein hier eingetroffen zur großen Freude der vielen Freunde und Ver ehrer, die er hier zählt. Er wird, wie man vernimmt, den Winter hier weilen, um mehrere Zeichnungen zu auszuführenden Freéken zu entwerfen,

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Varis, 12. Nov. Telegraphische Depesche aus Spanien.

Madrid, 8&8 Nov. Heute haben die beiden legislativen Kör perschaften (Kongreß und Senat), vereint im Saale des Kongresses, die Volljährigkeit der Königin erklärt. Zahl der Stimmen den 2093; für 193, gegen 16. Dieses Votum is mit Enthusiasmus aufgeuommen worden. Als der General Narvaez den Saal verließ, wurde er wie im Triumphe begrüßt. Die Königin wird übermorgen den Cid (auf die Constitution) vor den zwei vereinten Körperschaften im Saale des Senats ablegen.

Z Madríd, 6. Nov. Die Umstände, welche der Präsidenten- wahl des Kongresses voraufgingen, haben sih jeßt weiter aufgeklärt. Jn der Privat - Versammlung, welche eiu großer Theil der früheren Moderirten am 3ten Abends hielt, kam man überein, daß der Prä- sident aus den früheren Progressisten genommen werden solle, um diesen ein Zugeständniß zu machen. Olozaga wurde demnach als solcher bezeihnet, dagegen aber als Bedingung aufgestellt, daß zwei der Vice-Präsidenten aus der Mitte der Moderirten genommen wer= den müßten. Die Versammlung kam überein, als solche den General Mazarredo (Gouverneur vou Madrid) und Herrn Pidal (Schriftsteller, Freund des verstorbenen Grafen Toreno, und Deputirter in den Jahren 1838 39) aufzustellen. Diese Versammlung, welcher kein einziger Progressist beiwohnte, und das Ergebniß derselben gab zu vielen Aus= legungen Veranlassung. Die Progressisten gaben fih dem Argwohn hin, daß Olozaga si< nunmehr den alten Moderirten ganz in die Arme geworfen hätte, und daß diese den General Mazarredo an die Stelle Serrano's, der bekanntlich von jeher zu den Progressisten gehörte, zum Kriegs-Minister zu befördern dächten. Eine andere Versammlung, an der Moderirte und Progressisten und Olozaga selbst theilnahmeu, fiel, wie ih vorgestern berichtete, ebenfalls unbefriedigend aus, und uun beschlossen die eigentlichen Progressisten, Cortina bei der Präsidenteu=

Wahl gegen Olozaga aufzustellen. Dies bedeutete aber so viel als cine offene Kriegs-Erklärung, denn Cortina hatte schon ofen ausge- sprochen, daß er an der gegenwärtigen Lage der Dinge keinen Theil habe, sondern sie vielmehr bekämpfen werde. Auch hatte er si aus= drü>li<h geweigert, Mitglicd der Kommission des Kongresses zu sein, welche das Gutachten über die Volljährigkeits-Erklärung der Königin abzugeben hatte. Am ten erklärte nun, ehe die Sißung des Kon= gresses eröffnet wurde, Herr Olozaga si<h bereit, den Präjideutenstuhl der Deputirten-Kammer anzunehmen und die aus diesem Schritte her- vorgehenden politischen Folgen (die Uebernahme des Vorsißes eines neuen Kabinets) nicht ablehnen zu wollen, falls anders die ibm zuge= dachte Ehre durch eine so beträchtlihe Stimmen-Mehrheit bewilligt

| werde, daß man darin die wahre Gesinnung des Kongresses erbli>eu

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könne. Auf keinen Fall aber könne er zugeben, daß er als Cortina's Gegner aufgestellt werde. Wolle der Kongreß sich aufs neue in zwei cinander gegenüberstehende Parteien, Moderirte und Progressisten, zertheilen, so träte er (Olozaga) auf Seite der Leßteren. Herr Cor= tina {lug darauf einen Ausweg vor, indem er beantragte, daß man einen Dritten, nämlih Herrn Cantero (Banquier, Freund Olozaga's) zum Präsidenten wähle. Nach lebhaften Debatten wollte man eben eine Kommission ernennen, welche die für das Büreau zu bestimmen= den Kandidaten vorzuschlagen, und deren Ausspruch sämmtliche Au- wesende Folge zu leisten haben sollten, als einer der e<ten Progres- sisten peremtorish erflärte, seine Partei wolle keinen anderen Präsi= denten als Herrn Cortina. Diese Erklärung versetzte die Anwesenden in die größte Aufregung, und ohne eine Verabredung zu fassen, ging man zur öffentlihen Sitzung über. : 4s

Dieser Vorfall kann die allerwichtigsten und für die öffentliche Ruhe verderblichsten Folgen haben. Die Gegner der gegenwärtigen Lage, die Esparteristen, Centralisten, Republikaner, jubeln bereits, weil sie die parlamentarische Coalition, an der ihre bisherigen Bestrebungen sheiterten, als aufgelöst betraten, während das zwischen ihnen ge= \<lossene Bündniß in Barcelona, Gerona und Vigo seine Wirkungen äußert, Ju der That läßt si<h annehmen, daß in den Cortes für jeßt vier politishe Parteien vertreten werden. Zwei derselben haben ih, die eine aus den Reihen der alten Moderirten , die andere aus denen der echten Progressisten, abgesondert und suchen nun sich als eine Art von liers-parti an einander zu schließen. Diese haben für Olo= zaga als Präsidenten gestimmt. Sie betrachten die Revolution als beendigt und nehmen die Ergebnisse derselben als gültig an, wider= seßen sih aber der Weiterführung des revolutionairen Zustandes nicht weniger als allen reactionairen Bestrebungen. Die beiden anderen Parteien stehen den eben genannten, so wie einander selbst, {rof gegenüber. Die eine bilden diejenigen Mitglieder der alten moderir= ten Partei, welhe die Ergebnisse der Revolutionen von 1837 und 1840) niht als gültig anerkennen und sie umstoßen möchten. Wie es scheint, wird diese Partei im Kongresse dur< den General Mazarredo und Herrn Pidal als Koryphäen vertreten. Die vierte Partei end= lih arbeitet daran, die Revolution weiter fortzuführen. Zu ihr zäh= len si< die e<ten Progressisten, die uunmehr aufs neue Herrn Cor= ting an ihre Spitze gestellt haben.

Ganz eigner Natur is aber die dermalige Lage Olozaga's. Versteht er die vielseitigen Schwierigkeiten derselben uicht zu überwältigen , so is es um seine politishe Bedeutung für immer ge= schehen. Jm entscheidenden Augenbli>, wo es sich darum handelte, ein politisches Glaubensbekenntniß abzulegen, drohte Olozaga den Moderirten, zu den Progressisten zurückkehren, das heißt, die Revolution weiter führen zu wollen. Eine solhe Drohung mag vielleicht diejenigen be= fremden, die in Olozaga nur den Staatsmann, der, wie verlautet, dem französischen Hofe gegenüber die Verpflichtung übernahm, die Volljährig= feits-Grkflärung der jungen Königin ohne neue Stürme herbeizuführen, er= bli>ken. Wer aber Zeuge davon war, daß Herr Olozaga fast alle scine poli= tischen Triumphe bisher Revolutionen verdankt, wird sich niht verwunderu, wenn er abermals diese Waffe blinken läßt. Als Mann von Fach kfeunt er das Gewicht der Parteien zu gut, um in den Moderirten, im ursprünglichen Sinne des Wortes, aufrichtige und mächtige Ver= hündete erbli>den zu können. Dennoch irrt er ih vielleiht in der Vorausseßung, daß die Progressisten, die sons na< Allem greifen, ihn wieder unter ihr Schild nehmen würden. Hierin eben besteht das Schwierige seiner Lage.

Diesen Nachmittag begann der Kongreß dic Diskussion des Kommissions=Antrags über die Volljährigkeits=Erklä= rung der Königin. Zuerst wurde folgender Vorschlag des Depu= tirten Don Miguel Ochoa verlesen: „Jh bitte den Kongreß, zu erflären, daß der Antrag nicht in Betracht gezogen werden könne.“ Herr Ochoa suchte mündlich darzuthun, daß der Kommissions-Autrag im Widerspru<h zu dem Art, 56 der Constitution stände, und die Deputirten also ihren Eid verleßen würden, falls sie ihn genehmigten. Der Kongreß entschied mittelst mündlicher Abstimmung dur<h 8 Stimmen gegen 24, daß der Antrag des Deputirten Ochoa nicht in Betracht gezogen werden solle. Lauter Beifall erscholl. Darauf wurde der Antrag des Deputirten für Granada, Don Ramon Croofke, der Kongreß möge zuvor aussprechen , daß die dur die Cortes dem Herzoge de la Vitoria übertragene Regentschaft erledigt wäre, durch 74 Stimmen gegen 31 verworfen, ohne in Betracht gezogen zu werden. Herr Ovej ero, Deputirter für Palencia, der bei der September - Revolution von 1840 eine große Rolle spielte, widerseßte sih dem Kommissions = Antrage, weil die Volljährigkeits= Erklärung im Widerspruche mit dem Willen der Nation, mit der Wohlfahrt des Staates und mit der Constitution stände. Dagegen erwiederte Herr Donoso Cortes (Moderirter) in einem sehr be= redten, keines Auszuges fähigen Vortrage, man könne auf das zarte Alter der Königin eben so wohl hinweisen, wenn sie vierzehn Jahre zurücgelegt haben werde, als jeßt. Die Königin müsse als eine Jnstitution betrachtet werden, die älter wäre als vierzehn Jahrhun= derte, und zu welcher das Volk unter allen Stürmen seine Zuflucht genommen und diese gefunden hätte. Er führte die Fälle an, in de= nen Könige Castiliens in früher Jugend für volljährig erklärt wurden, und stellte den Saß auf, daß die Cortes nicht die Constitution ver= leßten, sondern der Königin eine Begünstigung (Dispensation) zugestän= den, die jede Privatperson in Anspruch nehmen könne. Nun erhob sich der Marquis von Tabuerniga, Deputirter für Granada, eifriger Cen= tralist und Vertrauter des Jufanten Don Francisco, mit der Behaup- tuug, die Volljährigkeits = Erklärung wäre nicht nur illegal, sondern sie würde einen blutigen Bürgerkrieg herbeiführen und die junge Königin zum Werkzeug derselben Partei machen, die den Sturz der Regentin Christine verschuldet hätte. Herr Posada Herrera, Mitglied der Kommission, berief sih darauf, das Land hätte bereits durch seinen Ausspruch die Königin für volljährig erklärt, so daß den Cortes keine Verleßung der Verfassung zur Last fiele. So lange es Cortes, Preßfreiheit u, #. w. gäbe, dürfe man nicht befürchten, daß die Königin das Werkzeug irgend einer Partei werde. Herr Gomez Sancho meinte, die Regierung hätte die rehte Zeit verfehlt; sie hätte die Königin hon damals, als die bekannte Ceremonie im Palast stattfand, für volljährig erklären müssen. Jett könne es weder auf legalem, noch auf revolutionairem Wege eFebéit. Endlich verthei= digte no< Herr Rey das Gutachten der Kommission, ohne eben neue Gründe vorzubringen, 5

Am Z0sten wurde in Algesiras eine Verschwörung entded>t, w die Ermordung des General-Kommandanten der Linie, des Brigadier