1843 / 143 p. 2 (Allgemeine Preußische Zeitung) scan diff

die Zimmer des nordöstlichen Flüge s,

ben S Snigl. Soheit der tein Maximilian bewohuen

E vollständig hergestellt und eingerichtet sein, und so is die er-

WR Aussicht borhanden, daß wir wahrscheinli hon im nächsten

iw L unseren allverchrten Thronfolger nebst hoher Gemahlin bei

uns seben werden. Die Frauen der hiesigen Stadt sind Jn ¿Mp Zeit damit beschäftigt, der durchlauchtigsten Frau bei Jhrer Mus dahier ihre Verehrung auf eine sinnige Weise an den Tag ju Mae und allgemein is der Wetteifer in Vorbereitungen für einen feierli en und herzlihen Empfang des geliebten Paares. Die Aerndte ist nun vorüber und, mit Ausnahme des Futters, nicht ganz so erwünscht ausgefallen, wie man erwartete, Die Spekulanten benußen dies und treiben die Preise der Früchte wieder in die Höhe. Auch die Preise des Mastviehes waren bis auf die jüngste Zeit noch immer im Stel- gen, Die Herabseßung der Fleisch - Tareu in_ diesem Monate hatte jedo ein snelles Sinken der Viehpreise zur Folge. Dies wird aber nur dann nachhaltig sein, wenn auch in unseren Nachbarstädten die

Fleisch-Taxen herabgeseßt werden.

Regensburg, 13. Nov. (R. Z.) Die geistlichen Exercitien, welche dieses Jahr in der hiesigen Diözese schon zum zweitenmal üf- fentlih abgehalten wurden, fanden so allgemeine steigende Theilnahme bei unserem gesammten Klerus, daß uicht blos 151 Priester im Kle- rifal-Seminar zu Regensburg daran Antheil nahmen, sondern schon 8 Tage zuvor 77 im Studien - Seminar zu Amberg, und 8 Tage dana im Kloster Metten 60 Weltpriester, wovon Cinige sogar aus | Böhmen gekommen waren, und 26 Ordensgeistliche. Es haben so= | mit über 300 Priester, das is mehr als der vierte Theil unserer ganzen Diözesan-Geistlichkeit, die bekauntlih nah dem Schematismus 1148 Mitglieder zählt, in Einem Jahre diese heilsame, von der Kirche so sehr empfohlene und durch die Erfahrung immer erprobte Geistes - Erneuerung mit eben so viel Freude als geistlihem Nuben gehalten,

Baden, Vabeit, 13. Nov, (A. B. Z. 1; Karls1. 53) Gestern sind im Großherzogl. Schlosse zu Baden eingetrossen: Se. Königl. Hoheit der Großherzog, Se. Hoheit der Erbgroßherzog Ludwig, Se. Hoheit der Prinz Friedrih, Se. Hoheit der Prinz Vilhelm, Se. Hoheit der Prinz Karl, Herr Graf Broussel, Vice Oberst-Kammerherr, Herr Oberst - Lieutenant von Hinkeldey, Herr Regierungs =- Rath Frey, Herr Hofrath Holzmann und Herr Geh. Kämmerier Frohmüller, nebst Dienerschaft. Morgen, am Vorabende des Leopold = Tages, um 6 Uhr, wird die hiesige Einwohnerschaft durch die Organe der hier bestehenden bürgerlichen Kavallerie= und JInfanterie-Corps, nebst 60 in shwarzen Fra gekleideten jungen Bür- gern, Sr. Königl. Hoheit dem Großherzog einen Fackelzug in dem Schloßgarten unter Musik und Gesang darbringen. Es ist wirk lich auffallend, wie, den Nachrichten zufolge, die von allen Seiten eingehen, überall die Lebensmittel im Preise steigen, und dies nach einem so sruhtbaren Sommer. Wenn die Weine im Preise hoch stehen, so is} dies leicht begreiflich, da die geringen Weine fast alle aufgezehrt sind. Mit den Früchten i dies anders, und wenn hier auch der gänzlihe Mangel an Vorräthen von früher ein Steigen der Preise veranlassen mußte, so hätte dies doch längst wieder nachlassen sollen.

Karlsruhe, 14. Nov. (F. J.) Das heute hier ausge=- gebene Staats= und Regierungs -=Blatt enthält die Er- nennung des Freiherrn von Blittersdor} zum Bundestags=Gesagndten für den in seine Stelle eingetretenen Herrn von Dusch als Staagts- Minister des Großherzoglichen Hauses und der auswärtigen Angele= genheiten; eben so die Ernennung des Geheimen Raths Baumüller, bisherigen Ober = Voigts und Ober-Amtmauns zu Durlach, zum Di reftor des evangelishen Ober-Kirhen-Raths.

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Heute is auch Jhre Königl, Hoheit die Großherzogin nah Ba- den abgereist, wo jeßt die gauze Großherzogliche Familie im neuen Schlosse versammelt is und wo morgen der Namenstag Sr, König- lichen Hoheit des Großherzogs im stillen Familienkreise begangen wer= den wird.

Heidelberg, 14. Nov. (M. J) Seit 10 Tagen hält da- hier im Gasthause zum „Prinz Karl“ eine Kommission des Sten deutschen Armee-Corps unter Vorsiß des Königl. württembergischen Generals von Müller ihre Sißungen, Die Kommission besteht von Seiten Württembergs: aus dem eben genannten General, dem Oberst- Lieutenant von Weißenstein und Oberst-Lieutenant und Adjutant Kale; von Seiten Darmstadts: aus den Herren Wachter, Oberst, Glo, Oberst-Lieutenant und Hauptmann Schaffnit; von Seiten Badens hat bis jeßt nur Major von Roggenbach Theil genommen, indem die beiden übrigen Mitglieder durch Krankheit verhindert waren, Wie man hört, hat die Kommission den Zweck, die erforderliche Einheit | und Uebereinstimmung in das 8te deutsche Armee-Corps zu bringen, na- | mentlich in Armatur, Montur und im Exercitium., Nach der Thätig- leit, dem Fleiße und der Ausdauer, womit diese Kommission arbeitet, zu schließen, läßt sich nur etwas Gediegenes und Gutes vou ihr er: warten,

Sachsen-Weimar-CEisenach. Weimar, 14. Nov. (L. Z,) Se. Königl, Hoheit der Großherzog haben den Geheimen Rath und Kanzler der Landes=Regierung zu Weimar, Dr. von Müller (bekannt durch seine bedeutenden Missionen nah Paris, Warschau 2c. während der Jahre 1806— 1813), so wie den Ober-Hof-Marschall uud Hof- Theater-Jutendanten Freiherrn von Spiegel, zu Wirklichen Geheimen Räthen mit dem Ehren-Prädikate Excellenz ernannt,

__, reie Städte. Lübe, 15. Nov. Die Lübeckschen An- da dis enthalten eine vom 9ten d. M. datirte Bekanntmachung der L See Stadtgerichts, in welcher, mit Bezug auf eine Verortuung Stadt uns A e 1824, allen Bürgern und Einwohnern der Verkehr ebietes das Einsebßen in das Zahlen-Lotto und der

mit Zahlen-Lotto-L è Gosh : B iEG E auf das strengste A A S 000 SeN MaNRNgiP rafe

Oesterreichische Monarchie.

Preßbur : sämmtlich b lhre obige Sl. 3.) Die Deputirten haben sie ih hinsichtlich des ggen um Justructionen sich gewandt, wie die Zulässigkeit lateini Königlichen Resfripts vom 12 Oktober über putirten M bath R orträge von Seiten der froatischen De- structionen auf Fes, E Man glaubt allgemein daß di se Ju= di us Vesthaltung des früheren üblichen Fee eje Fn= auf die Votirung einer neuen Repräsentati chen Konklusums und

werden. Jn diesem Fall {eint 5 entation gn Se. Majestät lauten

366 irgendwie zu beeinträhtigen. Es is zur Erreichung dieser Absicht gleichzeitig festgeseßt worden: daß zum Behufe eines Steinkohlen- baues für Rechnung und Nußen des Aerars , den dazu berufenen Administrations-Behörden das Recht eingeräumt sei, einen ausschlie- ßenden Schurfraum nah Maß des gestellten Begehrens bis zur Aus dehnung eines Kreises, dessen Radius vom Ausschlagspunkte Eintau= send Klafter betragen kann, auf 5 Jahre, vom Tage der Ausfertigung der Schurf - Lizenz, im geseßlihen Wege in Anspruch zu nehmen. Die Gewährung des ausshließenden Schurfraumes für einen Aerarial Steinkohlenbau hebt die, bis zum Tage der dazu erwirkten Uzenz in demselben Raume bereits erworbenen Privat -= Bergrechte nicht auf. Der erste Aufsc{lagspunkt, von welchem aus das Aerar ein aussclie ßendes Schurfrecht erhielt, hat so lange bezeichnet zu bleiben, bis entweder die fünfjährige Frist verstrichen, oder der Schurfraum zum Felde vermessen, oder endlich aufgelassen worden is. Für den Aera-= rial-Kohlenbau i} übrigens bewilligt worden, daß auf einen Fund 10, nah Umständen aber auch bis 20 Gruben-Feldmaße mit dem Zuge- ständnisse verliehen werden dürfen, alle diese Maße mit einem einzigen Einbau bauhaft zu erhalten. Bran ei 0.

Paris, 14, Nov. Der heutige Moniteur bringt drei niglihe Verordnungen vom 6ten d. M., wodurch der bisherige außer ordentlihe Gesandte und bevollmächtigte Minister bei Sr. Majestät dem Könige von Preußen, Graf Bresson, zum Botschafter bei Ihrer Majestät der Königin von Spanien, der bisherige Botschafter am spanischen Hofe, Graf Salvandy, in derselben Eigenschaft bei Sr. Majestät dem Könige von Sardinien und der bisherige Botschafter am sardinischen Hofe, Marquis von Dalmatien, zum außerordentlichen Gesandten und bevollmächtigten Minister bei Sr. Majestät dem nige von Preußen ernannt werden. Man sagt, das Ministerium habe das Ergebniß der Abstimmung in den Cortes über die Voll jährigkeits-Frage abwarten wollen, ehe es offiziell die Ernennung des Grafen Bresson zum Botschafter in Spanien angezeigt. Graf Bresson wurde gestern in feiner neuen Eigenschaft vom Könige empfangen und blieb heute den ganzen Morgen im Ministerium der auswärtigen Angelegenheiten in Konferenz mit Herrn Guizot, der ihm seine Jnstructionen übergab. Wie verlautet, wird Graf Bresson hon morgen oder übermorgen nah Madrid abreisen, Auch die ver wittwete Königin Marie Christine hat alle Vorbereitungen zur Ab reise nah der spanischen Hauptstadt getroffen und wartet, dem Ver nehmen nah, um Paris zu verlassen, nur auf die Ankunft von De peschen des General Narvacz, worin sie die Nachricht zu finden hofft, daß ihrer Anwesenheit in Spanien sich nichts entgegenstelle, Der spanische Geschäftsträger, Herr Hernandez, begab sih heute früh nach dem Hotel der Königin Christine und hatte eine lange Unterredung mit Jhrer Majestät.

Der Erzbischof von Bordeaux präsidirte am 11ten bei der ZJnau= guration der Fakultät der Wissenschaft und Literatur in dieser Stadt. Der gesammte Klerus begleitete ihn. i

Dem Courrier francais zufolge, würde der Prinz von Join ville im Januar eine große Reise unternehmen und zwar mit einem Geschwader von Toulon aus in See gehen,

Es soll dem Baron Taylor, der sich in diesem Augenblick mit einer artistishen Mission des französishen Hofes in Jtalien befindet,

\ gelungen sein, mehrere Gemälde von großen Meistern und einige

der bedeutendsten Goldschmiede - Arbeiten der florentinishen Schule, unter anderen von Benvenuto Cellini, zu erwerben, Herr Wheaton, der Gesandte der Vereinigten Staaten am preu | ßishen Hofe, is von Berlin hier angekommen.

| Grossbritanien und Irland.

London, 14, Oft. Der Empfang des Herzogs und der Her zogin von Nemours bei ihrer Landung in Woolwich am Sonnabend (11ten) und bei ihrer Ankunft in Windsor war äußerst zuvorkommend und herzlih zugleih. Jn Woolwich begrüßte zuerst die Aukunft des Dampfschiffes „Archimede““, welches die hohen Herrschaften herüber gebracht hatte, von den Batterieen ein Königlicher Salut, und Lord Byron, Kammerherr der Königin, so wie Oberst Wylde, Stallmeister des Prinzen Albrecht, denen sch der französische Botschafter, Graf St. Aulaire, der französische Geschäftsträger, Graf von Chabot, und Herr Durant St. André, der französische General-Konsul, angeschlossen hatten, begaben sich an Bord des „Archimede“/, um den hohen Besuch im Namen der Königin zu bewilllommnen. Die hohen Herrschaften wur den darauf unmittelbar nah der Landung von Lord Byron und dem Obersten Wylde nah Windsor geleitet, wo die Königin se auf der Schloßtreppe schon empfing und die Herzogin von Nemours durch eine herzlihe Umarmung begrüßte, An demselben Tage Abends, o wie vorgestern und gestern, fanden zu Ehren der Angekomme net Go Du a, woran (de lr Der Dor Und die Personen im unmittelbaren Gefolge des Herzogs uud der Herzogin von Nemours Theil nahmen. Heute if der Herzog nah London abgegangen, wo er im Buckingham-Palast das diploma tische Corps empfangen wird. Ein großes Bankett veranstaltet l der Graf St. Aulaire, wozu sämmtliche Kabinets -=Minister und die in London anwesenden fremden Gesandten geladen sind. Der Herzog fehrt morgen nah Windsor zurück und, wie es heißt, soll sein Besuch bei der Königin bis zum 25sten oder 27sten ausgedehnt werden.

Die Verhandlungen des Gerichtshofes der Queens -Bench in Dublin nehmen jebt vor allen anderen Dingen die Aufmerksamkeit der Presse und des Publikums in Anspruch. Und doch sind die Nachrichten aus Jrlaud nur dürftig und uninteressant. Man zerrt an dem Buch-= staben des Geselzes hin und her und verbringt die Zeit der Sißungen des Gerichts mit Zänkereien und schikanösen Redensarten. Das barsche Wesen des General-Prokurators, Herrn Smith, trägt nicht wenig dazu bei, die angeklagte Partei noch mehr aufzureizen und sein hwankendes Benel= men giebt den Oppositionsblättern vielfache Gelegenheit zur Aufdeckung von Blößen, welche das Ansehen der Regierung beeinträchtigen. So erheben die Angeklagten Reelamationen, daß ihuen gestattet werden möge, die Abschristen der Anklage - Akte mit dem Original zu ver gleihen , welches ihnen endlich nach vielen Widersprüchen des Gene= ral-Prokurators gewährt werden mußte. Sie trugen ferner darguf an, die Namen der Zeugen der Anklage-Akte einzuverleiben, was aber entschieden als unstatthaft zurückgewiesen wurde, Unter folhem Hin= und Herreden erklärte der General - Prokurator, daß die Regierung neue Anklagen gegen vier der Angeklagten einzubringen beabsichtige, weil sie in Folge „neuer Entdeckungen““ O’Connell und drei Andere des Hochverraths mit Grund beschuldigen könne. Bis jebt aber ist von Seiten der Regierung nichts geschehen, und das Vorhaben, wenn

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Landtags fast unvermeidlich, (d ösung oder Aufhebung des

der der Ständetafel auf die Erörterun Lien sich einzelue Mitglie= Lot eine Frage, die gewöhnlich E “She it Landtagskosten Debatte kommt, es Landtags zur

© Wien, 10, Nov, Ju der Absicht, dem Stei

É D . . 1 t f = =- baue einen größeren Aufschwung zu gebe, is durch cit Beet M befohlen worden, im ganzen Umfange der Monarchie den Stein= ohlenbau von Staatswegen ín größerem Umfange als bisher zu

betreiben, ohne jedo die auf diesen Zweig gerichtete Privat-Judustrie

sie es wirklich hatte, scheint aufgegeben zu sein. Alles dies erzeugt eine für die Regierung sehr ungünstige Stimmung unter allen Par= teien, und nicht allein die liberalen, sondern auch die Tory - Blätter zeigen sih über die Art und Weise, wie die Regierung in der Per- son des General-Prokurators vertreten wird, unzufrieden. Abgesehen von der Orangisten-Partei in Jrland, die, vertreten durch die Dublin Evening Mail, über jene Ankündigung des Herrn Smith jubelte, jevt aber in bittere Vorwürfe gegen denselben ausbricht, sprechen sich auch in England Morning Post und Times über das unsichere und \{wankende Prozeß - Verfahren tadelnd aus. Nur der Stan-

dard, der sich fest an die Regierung angeklammert, um nicht

bei der gegenwärtigen Zersplitterung und Zerseßung der Tory-Partei zu fallen, sucht das Verfahren zu rehtfertigen, muß dabei aber zu gezwungenen wenig überzeugenden Argumenten seine Zuflucht nehmen. Nach den leßten Nachrichten aus Jrland von vorgestern hatten die Angeklagten abermals versucht, einen Aufshub des Plaidoyer-Termins, welcher auf den 13ten festgeseßt is, zu erlangen, und zwar dadurch, daß sie die Unvollständigkeit der Anklage - Akte zu erweisen sih be mühten, um mit der Rektifizirung derselben entweder die Anbergu mung eines neuen Termins oder gar eine neue Einleitung des ganzen Prozesses zu bewirken. Es steht indeß zu erwarten, daß das Gericht diese vorgebliche Unvollstäudigkeit der Anklage-Akte nicht für begrün det erkennen und die eigentlichen Prozeß -= Verhandlungen nach dem Verlauf von vier Tagen, d. i, am 14ten, ihren Anfang nehmen werden.

© London, 14. Nov. Die Times hat so eben die öffent liche Aufmerksamkeit auf die Formen des Gerichtshofes gelenkt, wel hem die Entscheidungen über Schmuggeln und sonstige Betrügereien gegen den öffentlihen Schaß obliegen. Dieser heißt Court of Exche quer und stammt eigentlih aus den Zeiten des Absolutismus, wo er nichts anderes war, als ein Hofgericht, welches Niemand verantwort lih war, als dem Monarchen, und scheint in Bezug auf Fiskal-Pro zesse die Härte seiner alten Formen großentheils beibehalten zu ha- ben. Während das Geseß uun einen, der einer Verschwörung gegen den Staat, der Aureizung zum Aufruhr, ja des s{hwärzesten Hochver raths angeklagt ist, durch Formen s{chüßt, welche der Krone jeden Schritt höchst beschwerlich machen, und der fleinjte Verstoß gegen diese Formen den Verbrecher durhzuhelfen vermag, is einer, welchem ein Geldbetrug gegen die Krone zur Last gelegt is, gleih von vorn herein und im ganzen Verlauf der Prozeduren so mit Formen um- garnt, daß Angeklagte, einmal schuldig erkannt, in der Regel mit Hab und Gut zu Grunde gerichtet werden. So war bis vor wenigen Jahren das Stehlen eines Menschen (eines Kindes z. B.) kein straf würdiges Vergehen, und man fonnte den Räuber nur wegen des Stehlens der Kleider belaugen; und noch jeßt fann ein Vater für die Verführung einer Tochter nur unter dem Borwande Entschädigung suchen, daß er dadurch ihrer Dienste beraubt worden.

Unser Publikum blict von Tag zu Tage mit zunehmender Be sorgniß auf den O’Connellshen Prozeß und fürchtet dessen Schluß, gleichviel wie der Würfel falle. Die Regierung fühlt wohl die Ge fahr eben so stark, da ihre Vertheidigungs=Anstalten eher zu= als ab nehmen. Eine zweite Anklage, welche sie gegen O'Connell und einige seiner Konsorten vorzubringen drohte, hat sie verschoben oder vielleicht gänzlich aufgegeben. Sie soll sehr ernsthafter Art gewesen sein; es fehlte ihr aber wahrscheinlich an solhen Beweisen, welche deren Schuld hätte klar machen können. Sie hat aber unstreitig Beweise von einer ausgebreiteten Verschwörung unter der Bauerschaft, wie sie denn auch in denjenigen Gegenden, wo sonst die Band=Vershwö rung am meisten verbreitet zu sein pflegte, ihre größten Streitkräfte hat, und diese so aufgestellt s{heinen, daß sie am sichersten die Massen von einander trennen und zugleih die Städte vor plößlichen Ueber fällen beshüßen können. Sie weiß zugleih wohl auch, daß O'Con- nell s\elb| durchaus keine Aufstände will und gewiß seinen Einfluß dagegen benußen würde, wenn es dazu kommen qjollte. Schidte fie ihm ja den Augenblick, wo das Kabinet zum Entschlusse gekommen war, die Versammlung bei Dublin nicht stattfinden zu lassen, eine Ab chrift ihres Verbots zu, ehe dasselbe noch gedruckt und angeschlagen werden fonnte. Und O'’Connell’s Eilboten waren schon in vielen Rich tungen auf dem Wege, um dem aus ferneren Gegenden fommenden Volke die Umkehr zu gebieten, ehe die Proclamation der Regierung im Publikum erschien.

Gestern hörte ih in der geographischen Gesellschaft, daß Aden bereits 22,000 Einwohner zählt, wovon Viele einen vortrefflichen Gartenbau treiben, besonders die Parsen, von denen viele von Bom bay übergesiedelt sein sollen. Als der Ort vor 6—7 Jahren in den Besiß der Engländer kam, bestand er aus wenigen Hütten mit kaum 000 Einwohnern. Da man auch einen bedeutenden Fluß in der Nähe entdeckt hat, welcher eine gute Strecke ins Junere schiffbar i, und an demselben sih eine zahlreiche, starken Ackerbau treibende Bevölke rung findet, so läßt sih wohl erwarten, daß in wenig Jahren mehr der britishe Einfluß sich von hier weit über Arabien und Ost-Afrika hin verbreiten und ein großer Handel mit den dortigen Völkern ent= \pinnen werde.

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Brüssel, 15. Nov, Gestern Mittag versammelten sich die Mitglieder beider Kammern im Saale der Repräsentanten-Kammer. Der Senator Graf von Quarré führte als Alters - Präsident den Vorsilz. Die Herren Delhoungne und Vandensteen versahen die Se-=- cretair-Functionen. Die Minister der Justiz, der auswärtigen Ange legenheiten, des Junern, des Krieges, der Finanzen und der öffent lichen Arbeiten befanden sich auf ihren Pläßen, Der Präsident wählte zunächst durchs Loos die Mitglieder für die Kommissionen zum Empfang Jhrer Majestäten. Auf der Tribüne des tiplomatischen Corps bemerkte man den apostolishen Nuntius, Msgr. Pecci, den französischen Botschafter, Marquis von Rumigny, den preußischen Gesandten, Freiherrn von Arnim, den niederländischen Gesandten, Herrn Rochussen, die Geschäftsträger Dänemarks und Portugals, Legations-Secretaire und Attaché's der Gesandtschaften Frankreichs, Englands, Spaniens und Preußens, und den belgischen Gesaudten am wiener Hofe, Herrn O'Sullivan de Graß. Die vorderste Reihe der Tribüne war von Damen eingenommen, unter denen man die Herzogin von Bassano und die Gemahlin des Ministers Nothomb bemerkte. Um 1 Uhr wurde die Königin von der mit ihrem Empfang beauftragten Depu tation guf ihre Tribüne geleitet. Der Herzog von Brabant und der Graf vou Flandern kamen mit Jhrer Majestät. Bei ihrem Erscheinen wurde die Königin von den Mitgliedern der Kammern und von dem Publikum, welches die Tribünen dicht anfüllte, mit lange anhaltendem Applaus empfangen. Nach 1 Uhr meldete der Chef der Huissiers die Ankunft des Königs, Se. Majestät er- schien in der Generals-Uniform der Bürger Garde, von einem zahl reichen Generalstabe umgeben, voraus die mit dem Empfang des Königs beauftragte Deputation. Einstimmiger Beifall und der Ruf : „Es lebe der König!“ erscholl zu wiederholten Malen in der Kam- mer und auf den Tribünen. Nachdem der König diesen Empfang mit einer huldvollen Verneigung erwiedert hatte, nahm Se. Maje stät auf dem Throne Plaß, bedeckte sich und hielt folgende Eröff- nungsrede an die Kammern:

„Meine Herren!

Jch erhalte von den fremden Kabinetten fortwährend Zeichen des Ver- trauens und der Freundschaft,

Die Königin von Großbritanien hat kürzlich Belgien durh den Besuch einiger unserer Provinzen einen Beweis lebhafter Sympathie gegeben,

Unsere Bevölkerungen, sich glücklih fühlend, daß sie ihre alte Gast- freundschaft ausüben konnten, haben eine so herzliche Beeiferung an den Tag gelegt, daß Meine erhabene Nichte im Stande war, den guten Geist zu würdigen, der dieselben beseelt,

Die Gebiets-, Finanz- und Strom-Fragen , deren Lösung durch den Traktat vom 5, November 1842 vorbereitet war, sind durh Conventionen, welche die Frucht des Cifers und der Einsicht der von den beiden Regie- rungen niedergeseßten Kommissionen waren, bis in ihre geringsten Einzel- heiten geregelt worden,

Unsere politischen und freundnachbarlichen Verhältnisse zu dem König- reih der Niederlande und dem Großherzogthum Luxemburg sind dergestalt auf dauerhaften und regelmäßigen Grundlagen geordnet, :

In Folge dieser Anordnungen ist Belgien in den Besihz von Valuten gekommen, welche die Vermehrung des Staats - Eigenthums, die Verminde- rung der s{webenden Schuld und die Abtragung der Lasten, womit ver schiedene Schifffahits-Wege noch beschwert waren, gestatteten.

Um die leßten Spuren eines uns schon fernen Zustandes der Feindse- liofeit zu tilgen und noch übershwemmte Landstriche dem Acerbau zurüc- zugeben, wird elne neue Berufung an Jhr Villigkeits - Gefühl und Wohl- wollen ergehen. l ;

Ein großes Werk is nun vollendet: die in den Jahren 1834 und 1837 dekretirten Eisenbahnen sind in ihrer ganzen Ausdehnung dem Verkehr übergeben, i

‘Als Belgien eine so bedeutende Unternehmung verfolgte, hatte es den Einfluß wohl erkannt, den dies Werk auf unsere Handelsverhältnisse und auf unseren inneren Wohlstand ausüben müsse, Wir sind {on in Besitz ciniger dieser Früchte gelangt; die anderen verspricht uns die Zukunft.

Meine Regierung wird fortan ihre Aufmerksamkeit auf die Grundlagen des einzuführenden Benußungs - Svstems konzentriren, und zwar von dem doppelten Gesichtspunfte des industriellen Nußens und der Finanz - Be dürfnisse.

Sie haben noch über die Beschlüsse der seit drei Jahren bestehenden Untersuchung zu entscheiden. Es if dies einer der wichtigsten Gegenstände, mit dem Sie sich in dieser Session zu beschästigen haben; er erhält cinen neuen Charakter der Dringlichkeit durch die Entscheidungen, welche Sie hin sichtlich internationaler Akte, die Jhrer Gutheißung vorgelegt wurden, g troffen haben.

Es fnüpft sich daran auch eine schr interessante Frage, auf welche Jch im vorigen Jahre shon Jhre Aufmerksamkeit hingelenkt habe, Jn einem gewerb- und handeltreibenden Lande, wie das unsrige, und wo es eine zahl reiche gebildete Jugend giebt, is es nothwendig, den Unternehmungsgeist durch Begründung eines regelmäßigen Verkehrs mit entfernten Ländern zu ermuntern. Eine zu diesem Zweck errichtete Gesellschast, nach dem Muster der vor einem Jahrhundert begründeten, würde dem Lande die größten Dienste leisten.

Belgien, \o berühmt durch seine Ackerbau - Fortschritte , {ließt indeß noch unbebautes Gebiet in si; Meine Regierung wird Vollmachten von Thnen verlangen, um cin Ergebniß herbeizuführen, welches unseren Bevöl ferungen neue Hülfsquellen verschaffen würde.

Das Kanal-Svstem strebt danach, sih zu vervollständigen. Die Vei

befleißigt sich mit anhaltendem Eifer der Studien und Arbeiten, die Sorge für unsere schiffbaren Straßen erheischt, ie Ausführung des Geseßes über den Elementar - Unterricht schreitet Tch wünschte, daß Sie ungeachtet der vervielfältigten Arbeiten ion sich mit Vervollständigung der Organisation des Unterrichts ten beschäftigen können.

Sie werden Geseh - Entwürfe in Bezug auf die Pensionen der Civil Beamten und der Geistliben und in Bezug auf die allgemeine Rechnungs legung über die Einkünfte und Ausgaben zu prüfen haben.

Es i} Jhnen ein Gesetz vorgelegt, um den Mitgliedern der Zu mit der Wichtigkeit ihrer Functionen vollständiger entsprehende Stellung 3 sichern. Jch wünsche, daß dasselbe im Lauf dieser Session erörtert werde, cben so wie das Gese, welches der Geschäftsfreis der Friedensrichter ord nen foll.

Die Armee hat nicht aufgehört, durch ihren Ordnungssinn, ihre Manns zucht und ihre Fortschritte im Unterricht sich um das Land wohl verdient und Meiner beständigen Sorgsamkeit würdig zu machen,

Es sind Maßregeln getroffen worden, und andere sollen noch folgen, um in ihren Neihen einen nüßlichen und unablässigen Wetteifer zu unter- halten und zu entwickeln,

Es wird Jhnen ein Gesetz - Entwurf zur Vervollständigung ihren

ganisation vorgelegt werden, die dann auf dauerhaften Grundlagen cinge- richtet sein wird. : Ohne die Hoffnung auf eine ausgedehniere Reform der Militair-Geselz bücher aufzugeben, schien es dringend, einige Abänderungen in dem Straf Zysteme einzuführen; es werden Jhnen Maßregeln zur Verminderung der Zahl der militairischen Einsperrungen und Verluste vorgelegt werden,

Es macht Mich glücklih, Jhnen anzeigen zu können, daß es möglich sein wird, mit aller Schonung der Interessen der Steuerpflichtigen, ein voll fommenes Gleichgewicht zwishen den Bedürfnissen des öffentlichen Dienstes 1nd den Einnahmen des Schatzes herzustellen, Dieses so wünschenswerthe ziel werden wir durch Verminderung der Ausgaben und durch einge Ihnen unverzüglich vorzulegende Finanz-Maßregeln erreichen,

ck0o i} es uns denn gestattet, Meine Herren, mit Zuversicht in die Zu- funft zu blicken. Der Geist der Einigkeit und Eintracht, die Liebe zu den National -Justitutionen werden Sie ohne jedes andere Vorurtheil bei Erfül lung der Ausgabe beseelen, welhe Sie mit Mix zum Heil des Vaterlandes, u feiner sittlichen und materiellen Vervollkommnung zu erfüllen haben. Dann werden Sie um Ihre Mitbürger sih wohl verdient machen und sich neue Ansprüche auf die Dankbarkeit des Landes erwerben.“

Nach dieser Rede entfernte sich der König, begleitet von der Deputation, die ihn hereingeleitet hatte, und unter lauten Acclamatio nen der ganzen Versammlung. Der Königin und ibren beiden Süh nen wurden dieselben Zeichen der Sympathie zu Theil. Beide Kam mern versammelten sich dann in ihren resp, Sälen und begannen ihre Arbeiten. Jn der Repräsentanten-Kammer wurde zunächst die Kom mission zur Prüfung der Vollmachten durchs Loos zusammengestellt,

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7% Brüssel, 14. Nov. Die Kammern sind heute feierlich vom Könige eröffnet worden. Die Thron-Rede, die in den leßteren Jah ren eine ungewöhnlihe Ausdehnung erhalten hatte, konnte sih dies mal fürzer fassen, da die wichtigsten Gesez-Entwürfe, welche früher von Jahr zu Jahr als stehender Artikel in der Thron= Rede verzeichnet blieben, dur eine thätige Administration zur Diskussion gebracht und zu Geseßen erhoben worden sind. Die auswärtigen Verhältnisse mit Holland sind in allen Hauptpunkten, in Bezug auf die Schuld, die Schifffahrt und die Gränzbestimmungen geregelt, das Elementar Unterrichts-Geset votirt und im Wege der Ausführung. Die leßten Nachweben der Revolution find durch das Judemnitäts=Geseß geho ben. An eine Aenderung in den organischen Justitutionen, wie frü= her in dem Gemeindewahl-Geseße, wird niht gedaht. Bei dem Be=- dürfnisse der politishen Ruhe in den Justitutionen und in der Ad ministration beschäftigt ein Hauptgedanke die Gemüther aller derjenigen, die unter den auf der Oberfläche sich tumaelnden Parteien das wahre Juteresse des Landes verfolgen, die Besserung der materiellen Lage, die Sorge für Arbeit in den Werkstätten der Jndustrie, in den Büreaus des Handels, auf den Gefilden eines noch großen brachlie genden Landestheiles. Diese ganze Richtung hat auch ihren getreuen Wiederschein in der Thron= Rede gefunden, die den Kammern einen Arbeitsplan vorzeichnet, welcher die drei Zweige der materiellen Wohl fahrt befaßt. Was den Handel und die Judustrie betrifft, so schweigt die Thron-Rede diesmal gänzlih von den Verhandlungen, die mit anderen Ländern, namentlih mit dem Zoll-Verein, angeknüpft sind. Man würde sih aber irren, wenn man daraus das Aufgeben, den Stillstand oder die bevorstehende ungünstige Beendigung derselben daraus ableiten wollte. Die Verhandlungen werden mit Eifer fort- geführt; allein dag sich noch kein gewisses Resultat in Aussicht gestellt, so hat die Thron - Rede besser ein Stillschweigen darüber behauptet, ey blos vage Hoffnungen auszusprechen, denen man \ich früher zu Borléantie M Statt dessen kündigt der König aber diesmal die Thoh au vi fe jeoletts zur Bildung einer großen Handels-Gesell- Vndes war U U früheren Zeiten eine Quelle der Wohlfahrt des randes war, das Projekt, worauf {hon in der Thron-Rede des ver- gangenen Jahres angespielt wurde, scheint demna zur Reife gedie- Aoeieeuna nd i) M iaeiet in großer Spannung den, Plan der Entwicke , die Angabe der Mittel, wodurch sie die Bildung und

ntwickelung einer solchen Gesellschaft zu fördern gedenkt, Die Thron- Rede weist dann ferner auf die Fruhtbgrmahung dex Kampine und

von SGT

anderer Landestheile hin, wovon schon durch die votirten Canalisatio- nen der Anfang gemacht ist, Der König spricht endlih den Wunsch aus, daß das Unterrichts-Geseß in Bezug auf den mittleren Unter= riht vervollständigt und andere auf die Besserung der Stellung der Magistrate, Nichter u. \. w. abzweckende Geseße disfutirt werden mögen. Das vorgezeihnete Programm i} kurz und bündig, und kann von den Kammern, wenn sie sonst Zeit und Kräfte zu Rathe halten, und nicht, wie häufig, in unnüßzen Diskussionen versplittern, in dieser Session leiht ausgeführt werden.

Die erste Operation, welche die Deputirten-Kammer nah der Verification der Vollmachten vorzunehmen hat, is die Wabl des Prä- sidenten und der Vice = Präsidenten. Es nimmt diese Wahl diesmal ein um so größeres Jnteresse in Anspruch, als einestheils der vor jahrige Präsident und einer der Vice-Präsidenten, die der katholischen Meinung angehörten, bei den allgemeinen Wahlen auf dem Kampf plabe geblieben sind und als andererseits sich wahrscheinli bei die ser Gelegenßeit die durch die Wahlen etwas veränderte Stellung der Parteien genauer kfundgeben wird. Vielfahe Combinationen si versucht, die Partei - Juteressen mannigfah aufgeregt worden. Negierung cheint aber mit Recht die Wahl auf Deputirten zu wollen, die sich von den Extremen fern gehalten haben,

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2arau ¿Nov (N, Z, 3.) Dei aargauischen Raths über die Wiedereinsetzung der Frau Klöster Fahr, Maria = Krönung in Baden, Gnadenthal und Herrm {chwyl lautet: :

,„, Wir Präsident und Großer Nath des Kantons hiermit: Daß Wil nach Einsicht der, die Wiederherstellung

Q 4 lobe L EEA ci l G Mee E L B 4 Es Tis 01 hierseitigen unen-Klöster betreffenden Schlußnahmen, sowohl der Unjrigen

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vom 19, Juli 1841 und 29, August 1843, als auch derjenige! eidgenössischen Tagsaßung vom 31. August 1843, beschlossen haben : 8. 1, Es werden hiermit: a) die hierseitige Schlußnahme \ nuar, fo wie unser Dekret vom 20. Januar, beides 1841, über t

bung der Klöster im Kanton und die Liguid zens-Verhältnisse, so weit sie die vier Frauen-Klöster Fahr, Maria

in Baden, Gnadenthal und Hermetschwyl betreffen; und þ) Un ser Delrei vom 49, Juli 1841, mloweit es. das Frauen - Kloster Hermetschwvl mitbeschlägt, zurückgenommen und aufgeho D A

Den Konventualinnen und Laienschwestern der genannten vier Frauen

Res S es lia on ation der diessaiuugen

flöster wird demnach a) für Fahr, Hermetschwyl und Gnadenthal auf den crsten Christmonat nachkünftig, þ) für Maria-Krönung auf den, den Ordens schwestern noch anzuzeigenden Tag, sobald die baulichen Einrichtungen zu ihrer Wiederaufnahme vollendet sein werden, der Wiedereintritt in ih Klöster geöffnet, Der kleine Nath wird dafür sorgen, daß der Tag der

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Wiedereröffnung den Ordensgliedern vorher schriftlich angezeigt werde. $. 3.

Vom Tage der Wiedereröffnung an ($. 2.) treten die genannten vie Klöster wieder in diejenigen Verhältnisse gegenüber dem Staate zurück, in welchem sie sich unmittelba! (ar 1841 befunden haben, und es erlischt von gleihem Tage an für die Glieder jener Klöster je der Anspruch auf den Fortbezu ach dem Dekret vom 20, Januar 1841 genossenen, und im Dekret vom Juni gleichen Jahres eventuell wieder zugesicherten Jahrgehalte, - es der vier Klöster hat an die Gesammt Zumme der ausgerihteten Jahrgehalte nah Verhältniß scines Vermögens zu dem gesammten Klostergute beizutragen. $. 4. Jeder der vier Kloster Konvente, wählt seinen Beichtiger, den er auf eigene Kosten zu unterhalten und zu besolden hat, aus der Zahl von Geistlichen, die mit den geseßlichen Wahlfähigkeits-Aften versehen sind. Die Wahl i} jedoch der Bestätigung des Kleinen Rathes unterworfen, $. 95, Gegenwärtiges Dekret, durch wel hes alle früheren Bestimmungen, so weit sie damit in Widerspruch stchen, aufgehoben sind, soll durch den Kleinen Nath sofort bekannt gemacht und vollzogen werden,“ Jai

X Neapel, 5. Nov, Die kleine Jnsel Lampedusa zwischen Sicillten und Malta hat in der leßten Zeit die Aufmerksamkeit der neapolitanischen Regierung auf si gezogen, die seit langer Zeit ihre Souverainetäts -Rechte über dieselbe auf often sible IVeitje nicht aus übte, wodurch von Zeit zu Zeit Zweifel über das Vorhandensein dieser Rechte entstanden. Die Regierung hat jebt diese Jnsel von dem Eigenthümer derselben, dem Fürsten von Lampedusa, für die Summe von 40,000 Dukaten angekauft und beabsichtigt, dort ein Depot für Verurtheilte oder eine Straf-Kolonie zu gründen, die für Sicilien dasselbe sein \foll, was mehrere kleine Jnseln an der Küste von Neapel für das Königreich diesseits der Meerenge sind, nämlich ein Botany Bay im kleinen Maßstabe, aber von großem Nußen als «Ableitung der \hlechten Elemente, woran die Bevölkerung der Haupt stadt Ueberfluß hat. (S. Allg. Preuß. Ztg. Nr. 136 Beilage.)

Dane Telegraphische Depesche aus Spanien. Dane, L N Die Kn Diabelia U bar am 10), November vor den beiden, im Sitzungs - Lokal des Senats ver einigten Kammern den Cid Jhre Majestät i} allenthalben mit dem lebhaftesten Enthusiasmus empfangen worden.

Yaris, 14. Nov.

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î Jolopisto L aeieitet,

3 Madrid, 8. Nov. Diesen Nachmittag halb vier Uhr verkündete Kanonendonner und Glockengeläute den Einwohnern dei Hauptstadt, daß die Cortes die Königin des Landes für vollsährig erklärt hatten. |

In Folge einer von der Regierung an die Cortes Aufforderung vereinigten sich um zwei Uhr Nachmittags bei t mern im Saal des Kongresses in gemeinschaftliher Sißung, um üben die Volljährigkeits-=Erklärung abzustimmen. Der Präsident des Senates, Herr Onis, übernahm den Vorsißk. Es wies sich aus, daß 76 Senatoren und 133 Deputirte, im Ganzen also 209 Mit glieder zugegen waren, Die vorgelegte Frage l „Erklären dic Cortes Jhre Majestät die Königin Zsfabella U. für volljährig2“/ Sie wurde in mündlicher Abstimmung durch 193 Stimmen bejaht, durch 16 verneint, und folglih für bejaht erflärt, Der Präsident rief aus : „Die Cortes erklären Jhre Majestät die Königin Jsabellg 11. für volljährig.““ Ein donnernder Beifall, und der kaum endende Ruf „Es lebe die Königin !‘“/ folgte dieser Erklärung. Die Hüte wurden geshwenkt, die Tücher der Damen flatterten auf allen Seiten, und unter Thränen umarmten sh die Zuschauer. Auch rief man : „Es leben die Cortes, es lebe Narvacz!‘““ Gegen den Antrag stimmten die Herren : Bernabeu (Re publikaner), Tabuerniga, Crook, Gomez Sancho, Ochoa (Centralisten), Calvo y Mateo (Republikaner), Guzman y Manrique, Jbars, Garrido (Esparteristen), Ayguals (Republikaner), Posada, Lobis, Norato, Mora, Andrade, Verdu y Perez. Darauf entfernten sich die Senatoren, und der Präsident des Kongresses {lug vor, eine Deputation an die Kü- nigin zu \chicken, um sie zu beglückwünschen. Herr Crook bestand darauf, der gauze Kongreß solle sih zu diesem Behuf zur Königin begeben, indem au diejenigen Deputirten, welche gegen die Volljäh rigkeit immten, mit Vergnügen Jhre Majestät beglücckwünschen wür= den, Dasselbe verlangte der Marquis von Tabuerniga, mit dem Hin zufügen, daß, da einmal die Vollsährigkeit beschlossen wäre, die Kö= nigin keinen treueren Unterthan, die Freiheit und der Thron keine siherere Stüße haben werde, als ihn; alles Vergangene möchte ver= gessen sein und eine neue Aera beginnen. Die ganze Versammlung stimmte in seinen Ausruf: „Es lebe die Königin!“ ein. Darauf be- {loß der Kongreß einstimmig, daß sämmtliche Deputirte sih zur Kü- nigin begeben sollten, um sie zu beglückwünschen.

Es heißt, daß Jhre Majestät bereits morgen im Senat den Cid

auf die Constitution ablegen werde, um die Zügel der Regierung zu übernehmen. Man hatte geglaubt, daß die Opposition weit stärker sein würde, aber der Mordversuh von vorgestern hat Vielen die Augen geöffnet. i

Diesen Abend haben die Einwohner und auch die fremden Diplo- maten ihre Wohnungen glänzend beleuchtet.

Als der General Narvaez vorgestern Abend, den Kugeln der Meuchelmörder entgangen, im Theater erschien, und von seinen Freun- den zur Ergreifung außerordentlicher Maßregeln aufgefordert wurde, soll er geäußert haben: „Meine Herren, denken Sie an die Rettung der Königin und des Landes, darauf allein kommt es an!“ Um die“ Königin nicht zu ershrecken, verhehlte man ihr den Vorfall, bis sie in den Palast zurücgekehrt war. Dort von dem Ereigniß unterrichtet, brach sie in einen Strom von Thränen aus, und trug ihrer Ober-Hofmeisterin, der verwittweten Marguisin von Santa Cruz, noch um Mitternacht auf, sich in die Wohnung des Generals zu ver- sügen, um ihm die Allerhöchste Theilnahme auszudrücken, und zugleich ais ihren Willen zu erkennen zu geben, daß er fortan seine Wohnung ht mehr ohne Bedeckung verlassen möge. Gestern wurde 3 des Generals bis at in die Naht von Be \uchenden bestürmt. Alle hier Generale, die große Mehrzahl der Granden, das sämmtliche Offizier-Corps, viele Privat-

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as Haus des

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personen, die den General nicht einmal von Ansehen kannten, und

sogar Damen hohen Ranges stellten sich ein, um sich nah seinem

Befinden zu erkundigen. Ein zahlreicher Volkshaufen, der \ih vor

der Wohnung des Generals versammelt hatte, brah, als dieser zu

erschien, um sich in den Senat zu begeben, in das Geschrei aus :

Nieder mit den Meuchelmördern!“’ Abends faßte

Wohnung des Generals die Zahl der Besuchenden

if=Corps der Besaßung brachten ihm eine Serenade

Balfon erschien, erscholl von allen Seiten

junge Bermudez de Caftro, Verfasser eines

den räthselhaften Minister Philipp's Il,

gerettet werden, da

ugel über da - Auge eindrang, jedoch den Schädel

niht verleßte. Der unglücklide Major Baseti aber liegt in leßten Zügen.

Das E ‘0 del Comercio macht heut einige Betrachtungen über

i ih Folgendes mittheile :

„Diesen General, der eine Celebrität erroorben hat, betrachtet die all- gemeine Menge seiner Geg! s einen Cásar, als einen Cromwell, als cinen Buonapart [ wenngleih geringeren Ranges die gegen das Leber dieser Männe! e Seele ihrer Regie rung betrachtete. Favitain von Madrid ebenfalls, . Seinem Entschlusse schreibt maun die Entwaffnung der National-Miliz und

: | er vielleicht nit gedacht hat, die beide nah der ausschließlichen

t streben, 1 Kampf hat sich die ganze Nation gemischt.

Anführer sind folglid n Wirkungen der Nache ausgeseßt, die häufig

der Geschichte vorkommen, und die, so verbrecherish sie sein mögen, das Volk nicht berühren, dessen Namen nicht beflecken und keinen Schatten auf seine Geschichte werfen, Patrioten waren die, welche Cäsar angriffen. Die Unternehmungen gegen Cromwell gingen von hohen Klassen aus. Buona- parte konnte sie nicht vermeiden, und auch gegen den König der Franzosen pPourden sie gerichtet. ““

Unsere Nachrichten von Barcelona gehen bis zum 4ten. Man giebt sih hier der Hoffnung hin, daß die dortigen Rebellen die nun erfolgte Volljährigkeits-Erklärung der Königin zur Veranlassung neh- men werden, um fich zu unterwerfen.

Es hat sich ausgewiesen, daß eine der hiesigen Kasernen, in welcher $800 Mann untergebracht sind, unterminirt worden war.

Xck* Paris, 14. Nov. Die Junta von Barcelona scheint den Metallvorrath erschöpft zu haben, der es ihr bisher möglich machte, das Geld schlagen zu lassen, das sie zur Besoldung der National- Gardisten und der Freiwilligen und zur Bestreitung der sonstigen öffentlihen Bedürfnisse nöthig hatte. Durch einen Bando vom 7ten hat sie eine Zwangs - Anleihe ausgeschrieben, die sich auf eine sebr bedeutende Summe belaufen muß, da mehrere einzelne Personen in derselben für 10,000 Piaster begriffen sind. Das von der Junta gegebene Versprechen, die Anleihe in $8 Tagen zurückzuzahlen, kann unter allen obwaltenden Umständen nur als ein rein illusorishes an- gesehen werden. Man hat übrigens die beste Ursache, zu glauben, daß die Junta nicht einmal fo viele Quartos realisiren werde, als sie Piaster gefordert.

Die in Saragossa in Folge der Belagerung eingetretene Stockung

Geschäft droht eine s{chlimme Rückwirkung auf die Fabrikstädte

südlichen Frankreichs ientlih auf louse, Lyon und Nimes U außern, Der Ÿ unserer lieben Frau del Pilao in Saragossa aufgehäuft waren, wird auf 25 Mill. Fr. geschäßt, von denen die aragonesishen Kaufleute einen großen Theil den französischen Fabrikanten schuldig sind, welche ihre Zahlungen von dorther gewöhnlih nach dem Schlusse jener Messe,

5 Novemb Da die Kaufleute in Sarago} haben, fo werden sie auch j ßheit der abgesclo}enen Capitulation, Einwohnern von Saragossa, welche nicht Mitglieder der National-Garde sind, die Ablieferung der in ihrem Besitz afen gefordert, eine Maßregel, welche ohne Widerstand vor sih gegangen ift. Hierauf verlangte der Ge neral Concha, é Die {chiedenen Bataillone der National-Garde voN Saragossa 1m Verzeichnisse ihrer Mitglieder ein=- reichen, damit diejenigen Jndividuen, welche nicht die geseßlichen Ei genschaften besißen, hen der National-Garde entfernt werden fönnen, wie dies ls in der Capitulation ausdrüdcklicß ausbedungen ist, Dieser Forderung weigerte sich das zweite Bataillon der National -= Garde nachzukommen, während die übrigen ihr ohne Widerrede Genüge leisteten. Der General Concha beschloß, jenen Ungehorsam nachdrücklich zu bestrafen, und er verfügte die vollständige Entwaffnung des widerspen stigen Bataillons, Um die Vollziehung seines Befehles zu sichern, liesz er die ganze Garnison unter das Gewehr treten und an den wichtigsten Punkten der Stadt Geschüß auffahren. Dank diesen mi= litairishen Vorkehrungen ging die Entwaffnung ohne Widerstand, wenn auch niht ohne Manifestationen des Zornes und der Erbitterung vor sih, Jn einer gleich darauf erlassenen Proclamation, in welcher der General die besounene Haltung lobt, welhe die Masse der Be- völkerung beobachtet und in der er die fernere gewissenhafte Erfüllung der Capitulation verspricht, wird auch speziell die Zusage der baldigen Reorganisation des aufgelösten Bataillons der National-Garde gegeben,

Auf den 10ten war eine große Truppenschau aller die Besaßung von Saragossa bildenden Heer - Abtheilungen angeordnet, und man glaubt, daß sogleih nach Beendigung derselben neue Verstärkungen für die catalonishe Armee abgehen sollten.

Vereinigte Staaten von Uord- Amerika.

O New-York, 24. Okt. Die ín nit unbedeutender Zahl hier ih aufhaltenden Franzosen sind in voller Bewegung : es handelt sich darum, dem General Bertrand, der, wie ih schon früher ange= kündigt, dieser Tage hier eintreffen wird, einen glänzenden Empfang