1844 / 16 p. 3 (Allgemeine Preußische Zeitung) scan diff

men inladung hierher zu überbringen. Es verlautet nur, da E e L ertheilt habe, den wahren Zeitpunkt ihrer Anherkunft kann man nit mit Bestimmtheit erfahren. Per- sonen, die mit der Regierung 11 Verbindung stehen, versichern, ein fremder Botschafter hätte gestern dem Minister-Präsidenten dringend

: j ieder einzuberufen, jedo zur {e Cortes binnen furzem wieder einz sen, jede S erhalten, daß keine fremde Einmischung in die inneren

. . 4 Si ar G Angelegenheiten Spaniens zulässig wäre

x Paris, 10. Jan. Ueber den Jnhalt der Capitulation des Schlosses San Fernando erhalten wir aus Madrid und aus S 3 anz verschiedene Nachrichten. Den Angaben aus der

Dsree h 5 S auptstadt zufolge, hat Amettler ziemlih harte Bedin= catalonis E een müssen, von denen die nachstehenden die wesentlichsten 0 Are Soldaten und die Freiwilligen, welche an dem Auf- stande theilgenommeint haben, _werden zu achtjährigem Dienste in das stehende Heer vertheilt, 2) Die Offiziere verlieren ‘ihre Grade und werden aus dem Dienste entlassen. 3) Die National - Gardisten, welche Amettler gefolgt sind, werden entwaffnet, nah Hause geschi>t und unter polizeiliche Aufsicht gestellt. 4) Die wohlhabenden Theil nehmer an dem Aufruhre haften mit ihrem Vermögen für den Schaden, welchen das Privat - Eigenthum in Folge der Empörung, namentli< dur< Requisitionen und durch die Beschießung von Figueras, erlitten hat. Nach den madrider Angaben dagegen sollen die auf San Fernando befindlichen Soldaten nur gehalten sein, ihre D ienst- zeit zu vollenden, sollen die Offiziere Pässe nach ihrer Heimat oder auch, auf Verlangen, in das Ausland erhalten, um dort die weiteren Entschließungen der Königin abzuroarten, sollen die National-Gardisten nur entwaffnet und nach Hause geschi>t werden, und werden die Theil= nehmer an dem Aufstande von aller Verantwortlichkeit für den an- gerichteten Schaden freigesprochen , indem man si< zur Aufhebung des Beschlages anheischig macht, der einstweilen auf die Güter von mehreren derselben gelegt worden is. Unserer Meinung nach, müssen diese leßten Bedingungen, als die milderen, für die wahr scheinliheren gehalten werden. Die spanishe Staatsgewalt hat niht mehr Nerv genug, um gegen ihre Feinde mit Ernst und geseßliher Strenge zu verfahren. Darum 1jt uns denn auch die scließliche Bestätigung der Capitulation durch die Regierung gar niht zweifelhaft, wenn auch anfangs einige Schwierigkeiten ge macht werden sollten. Der Jufant Don Francisco de Paula ist, wie man versichert, entschlossen, seinen persönlichen Einfluß bei der Köni- gin zu verwenden, um die Bestätigung der Capitulation zu erlangen, wenn das Ministerium Miene machen sollte, dieselbe zu verweigern, Der Jnfant Don Francisco de Paula, der cin persönliches Interesse an dem Obersten Amettler nimmt, dessen Bruder in seinen Diensten steht, hatte in den leßten Tagen einen Adjutanten nah Figueras ge- {hi>t, um dahin mitzuwirken, daß die Capitulation endlich zu Stande fomme, allein dieser Sendbote is, den barceloneser Blättern zufolge, erst am 31sten v. M. in Figueras angekommen, also zu einer Zeit, wo die unterhandelnden Parteien bereits mit einander einig waren.

Aus Arragonien und einem Theile von Catalonien hört man fortwährend Klagen über die ungewöhnliche Strenge des Winters, welche große Besorgnisse sür Feld- und Baumfrüchte einflößt. Ein Schreiben aus Saragossa versichert, daß man dort die Sonne drei Wochen lang nicht gesehen habe.

Griechenland.

5 Athen, 26. Dez. Morgen werden die Sihungen der Na- tional-Versammlung wieder ihren Anfang nehmen, Alle Gemäßigten sollen si< unbedingt dahin vereinigt haben, dem Hereinziehen jeder Frage vorzubeugen, welche nicht in unmittelbarem Zusammenhange mit der Prüfuug des Verfassungs-Entwurfes steht. Der Zustand der Provinzen, tie Gesammtlage Griechenlands überhaupt, läßt es end- li< die Meisten als gebieterishe Pflicht erkennen, dahin zu wirken, daß die Dauer der National-Versammlung eine möglichst kurze sei, Möchte diese Stimmung, wie sie ras eingetreten 1st, so si< dauernd den Sieg über alle Ansichten entgegengeseßter Natur erringen fönnen!

Unter den Personen, die, ohne si< gerade in den Vordergrund zu stellen, gleihwohl dur< rastlose Thätigkeit und durch eine seltene Gewandtheit im Vermittelu, einen immer größeren Einfluß gewinnen,

steht offenbar Leon Melas obenan. Er wurde von Metaxas zum Minister der Justiz vorgeschlagen, weil setu Name unter denen sämmk- licher Advokaten des Landes den solidesten Ruf genießt, Melas hält zu Metaxas. Leßteren selbst anlangend, so hat ihn seine Schlauheit auf dem gemeinsamen Kampfplaß, obschon mit Maurokordatos und Kolettis der Form nach völlig einig, im Wesentlichen bereits viel Bo- den eben diesen seinen Verbündeten gegenüber gewinnen lassen, Seine Gegner sehen sih fast auf den bloßen Vorwurf seiner Abstammung be= \{ränkt, Obwohl aber Cephaloniot von Geburt, hat Metarxas zu alte Rechte im Land, als daß ihm in dieser Beziehung Abbruch geschehen könnte. Seinen leßten Sieg hat er in den Kämpfen am 18ten bis 20sten über die Adresse shweigend errungen, während sich Kolettis und Maurokordatos feine neuen Lorbeeren dur< ihre Reden erwerben konnten, der Leßtere nicht einmal als Veranlasser der Maßregel, in deren Folge den Sol- daten und ihren Anführern, welhe an dem Aufstande vom 15, Sep= tember Theil genommen haben, außerordentliche Soldbezüge für die Dauer ihres Lebens zugesichert werden. Z

Paikos ist den Deutschen wohl erst dur< den Pöbel-Auflauf ge- gen ihn und Sutzos bekannt geworden. Fälschlih wird er in den deutschen Zeitungen Phauariot genannt, Paikos is Macedonier von Geburt, als solcher zwar immerhin ein Fremder, aber \o, wie die Dinge seit den jüngsten Wochen stehen, nichts. weniger als dem ge- meinsamen Hasse aller Juternationalen preisgegeben, Gott weiß, welcher Wind auf einmal die Leßteren hat darüber eitel werden las= sen, daß die hohe Pforte dagegen protestirt, daß ausgewanderte Griechen gleihsam ihre in den türfishen Provinzen ansässigen Glau- bens- und Stammesgenossen in Athen repräsentiren wollen, Aller Haß, alle Verfolgungssucht, aller politisher Fanatismus hat sih aus-= \hließend gegen die Phanarioten gewendet.

Rhigas Palamidis hat nie großen Kredit genossen, und -no< we- niger wird Londos es in solhem weit bringen. Des Leßteren bitter- ster Gegner soll Zographos sein, in einer no< nicht zu langen Ver- gangenheit ein eben so wenig selbstständiger Kriegs-Minister, wie der= malen Londos ein solcher ist.

__In den Reihen der Opposition hat si< Petsalis in den lebten Sibungen dur ein wildes Greifen nah dem Unantastbaren hervor- gethan, man will jedo< bereits wissen, er werde si< nit länger mehr so geberden, Das steht dahin. Unmöglich läßt si leugnen, s pat bis jebt dem Minister - Rath eher genüßt, als ihm gescha-

Is's zur See so freundlih, wie bei uns, daun werden unsere morgen abreisenden Landsleute eine herrliche Winter-Ueberfahrt n Mehr als den mit dem Dampfboot Abgehenden ist jedo den auf Segelschiffen Ueberfahrendeu eine solche Gunst des Himmels zu wünschen,

Türkei. Konstantinopel, 21. Dez. ( h ehemalige russis<he Gesandte in Athen, a e Cons "t p

Sonnabend auf dem russischen Dampfb N ; Odessa abgereist. 9 pfboote „Krkm“ von hier nah

104

Am Dienstag fand die feierliche Beisebung der Leiche der am 16. Dezember verstorbenen Gemahlin des preußischen Gesandten, Herrn von Lecogq, statt. Das ganze diplomatische Corps wohnte die- ser feierlihen Handlung bei, und Sir Stratford Canning war eigends deshalb von Bujukdere nah Pera gekommen. Die Leiche ist einbal- samirt und in einem Keller des Palastes beigeseßt worden, um im

Frühjahr na< Preußen übergeführt zu werden.

Handels - und Börsen - Uachrichten.

Berlin, 15. Jan. Die Geschäfte an heutiger Fonds-Bör'e waren nicht sehr umfangreib, doch hielten sich vorzugsweise wieder Köln-Mindener und Mailand - Venediger zu den gestrigen gestiegenen Coursen begebrt. Die übrigen Actien zum Theil etwas matter. Am Schlusse der Börse zeigte sich für Anhalter Actien, besonders auf längere Sichten, mehrfache Kauflust,

Breslau, 3. Jan. (Schles. Z.) Wir hatten im Dezember-Monat ein ziemlich lebhaftes Geschäft und können wohl gegen 3000 Ctr. von allen Qualitäten verkauft haben, Die bedeutendsten Käuser waren: ein {ächsischer

Großhändler, der sowohl s{lesishe, als feine polnische Wollen gekauft ;

ferner ein Kämmerer aus Gotha und die hiesige Kammgarnspinnerei. FUr |

den Kamm wurden nur geringe Wollen in den Vierzigen und darunter ge- fauft, da die feineren, zu diesem Zwecke gecignet, wegen der niedrigen Garn- preise nicht rentixren. Am bcliebtesten waren von \<les, Einschuren die Sor- ten von 60 a 70 Rthlr., von poln, Einshuren von 50 a 60 Rthlr,z ferner waren begehrt: Schweiß « und Gerberwollen von 42 a 92 Nthlr. , Sterb- lingswolle in Bündeln von 55 a 62 Rihlr. und russische, fabrikmäßlg ge- waschene Wollen von 50 a 60 Rthlr, Nach Locken und Stücken von 40 a 46 Rthlr. war sehr großer Begehrz eben so nach hochfeinen Lamm- wollen von $0 Nthlr. und darüber. Unser Bestand wird in diesem Augen- blie 10,000 Ctr. nicht überschreiten, wobei jedoch zigaler und Zackelwollen nit mit inbegriffen sind, von denen allein 5 bis 5000 Ctr. am Plate sind. Zeitkäufe für die nächste Schur sind, mit sehr geringen Ausnahmen, bis jeßt noch nicht gemacht worden, woll aber cinige Prämiengeschäfte, die je- doch von keiner großen Bedeutung sind. Unsere Spekulanten wären aller dings geneigt, eiwas zu unternehmen ; allein die Produzenten richten ihre Forderungen nicht nah den Zeitverhältnissen eim, Bis jeyt waren feine Beranlassungen vorhanden, höhere Preise als im leßten Junimarlte anzu- legen, und das Geschäft muß vor der Schur noch viel lebhafter werden, wenn zur Zeit eine Preis-Erhöhung von 2 a 3 Nthlr. eintreten sollte.

Breslau, 12. Jan. (S1. Z.) Unsere in dem leßten Berichte vom 5ten d. ausgesprodene Vermuthung, daß auf eine stärkere Zufuhr bei den besser gewordenen Wegen zu rechnen, hat sich in dieser Woche bereits be- stätigt, da besonders an einigen Tagen der Markt sehr stark von Weizen und Gerste befahren war. i

Der an den Markt gebrachte Weizen bestand indeß mcist nur in Mit- telwaare und da die {weren Sorten nur allein für den Export zu ver- wenden, so erhielten sich die Preise bei ziemlicher Kauflust für gute gelbe Waare auf ihrem bisherigen Standpunkte von 54 a 57 Sgr. pr. Scheffel, abfallende Qualitäten wurden mit 48 a 53 Sgr. pr. Schff. bezahll.

Auch weißer Weizen erhielt sh im Preise und holte nah Qualität 53 a 60 Sgr. Auf Lieferung im Januar und Februar wurde manches von s{werem 88 89pfd, gelben Weizen zu 55 a 57 Sgr, pr. Schff. ge- lossen. 7 ; 2 /

Roggen fand vermehrte Kauflust zu steigenden Preisen und betwill man für die besseren Sorten 36 a 38 Sgr., für geringere Waare 3/ 35! Sgr. pr. Sch}. Die Steigerung der Roggenpreise basirt sich nament- li auf die Ankäuse des Königlichen Magazins und auf eine ziemlich starke Abfuhr nach der Lausitz.

Gerste erhält sich in Fragez bei den in dieser Woche zugefüh1ten Par- ticen kam indeß viel geringe und leichte Waare zum Vorschein, welche in- deß nicht die Beachtung fand, welche die Cigner erwartet, denn nur für die guten Posten erhielt sich der- Preis von 29 a 31 Sgr., leichtere Qualitäten fanden nur zu 274 a 28 Sgr. pro Schfl, Nehmer.

Hafer erhält sich wie seither auf 17 a 18 Sgr, pro Schfl.

Erbsen unverändert, bei kleinem Umsay zum Konsum 34 a 36 Sgr. pr. Schfl. bezahlt.

IWinter-Rapps bleibt unbeachtet und findet nur zu ermäßigten Preisen Käufer.

Nübsen 65 a 70 Sgr.

Von Schlag - Leinsaat bleiben die Zufuhren fortwährend gering, und sind die Werthe unverändert,

Das Geschäft in rother Kleesaat war nicht von Bedeutung, einige kleine Partieen feiner Waare wurden zu etwas ermäßigten Preisen von 19 a 192 Rthlr. aus dem Markte genommen, doch bleiben Mittel- und ordinaire Sorten fortwährend unbeachtet. Weiße Saat kam nur bei Kleinigkeiten vor und holte die alten Werthe.

Rüböl, rohes, loco zulegt mit 114 Nthlr. pr. Ctr. bezahlt auf Liefe rung, wenig gemacht, dürfte zu demselben Preise zu kaufen sein,

Spiritus erbält sich in flauer Stimmung, Loco-Waare mit 64 a 6s Rthlr. pr. 60 Quart a $80 pCt, Tr, bezahlt, Lieferung im Februar bis April 65; Rthlr., im Mai bis Juni 7 a 7% Rthlr.

Nappskuchen unverändert,

Köln, 10. Jan. Rüböl in Folge des Frostwetters auf Lieferung et- was angenehmer. Effekt, 28% a 2, pro Mai 285, pro Oft, 307 Rihlr.

Hamburg, 12. Jan, Getraidemarkt. Die Umsäße in Getraide waren hier am Plaße, mit Ausnahme von Gerste, seit vo:igem Freitag von keiner Bedeutung. Weizen fand zuleut, in Folge des eingetretenen Frostes, etwas willigere Abnahme zu ein paar Thaler besseren Preisen, als Ende voriger Woche, indem unsere Bä>ker vor Schluß der Schifffahrt sih noch etwas mehr mit Weizen zu versorgen suchten, Gestern wurde Auction gehalten über cine Partie 127pfd. alten weißbunten polu. Weizen, wovon jedoch nur ein kleiner Theil zu 125 bis 1247 Rthlr, Cour. pr. Last herab verkauft, das Uebrige aber zurü>genommen wurde, Roggen war anfangs mühsam zu lassen, zuleßt aber waren „ebenfalls in Folge des Frostes, etwas mehr Käufer. Von Gerste sind seit vorigem Freitag wieder einige 100 Last gekauft und zuleßt 1 a 2 Rihlr. mehr dafür bewilligt worden, Hafer wurde so wenig angebracht, daß man 3 a 4 Nthlr. mehr dafür gefordert und für fleine Partieen auch erhalten hat. Erbsen preishaltend. Boh- nen ohne Veränderung. Wien konnte man zu den leßten Notirungen haben. Jn Rappsamen ging nichts um, Die Forderungen dafür sind unverändert, Leinsamen wird auf vorige Preise gehalten, Für Schiffs- brod auf spätere Lieferung sind Nehmer zu etwas billigeren Preisen. Weizenmehl 4 a 8 Sh. niedriger zu notiren, Für Rappkuchen und Lein- kuchen, auf Lieferung nah wiederhergestellter Schifffahrt, werden einige Mark höhere Preise gefordert. :

Ab-auswärts. Seit Moutag, nah Ankunft der lehten englischen Post, hat sich für Weizen mehr Kauflust gezeigt, wahrscheinlich deswegen, weil der Glaube sih mehr gehoben hat, daß für jeizte feine Veränderungen in den jeßigen Korngeseßen in England stattfinden werden. Es sind in den lchten acht Tagen reichlic) 500 Last Weizen, im Frühjahr ab auswärts zu liefern, hier gekauft, und mitunter inch etwas besser bezahlt worden, als in voriger Woche. Noggen, bei wenig Handel, preishaltend, Jn Gerste war aber wieder ziemlich viel Leben, denn es sind seit aht Tagen circa 600 Last hier gekauft worden, alles auf Lieferung im künftigen Frühjahr. Die Preise haben sich dadur< wieder 1 à 2 Rihlr, höher gestellt ; heute ging dazu aber nichts um. Hafer wird auf vorige Notirungen gehalten. Erbsen haben reichli<h die Preise von voriger Woche behauptet. Bohnen ohne Veränderung. Wicken wenig angeboten und eiwas höher gehalten. Rappsaamen blieb in dem bisherigen leblosen Stand, indem die Jnhaber desselben nicht hinreichend nachgeben wollen, um Kauflust dafür rege zu machen. Mit Leinsaamen i es fast derselbe Fall. Billiger ist derselbe zu lassen. Für Rapp- und Leinkuchen werden die Notirungen wie in voriger Woche verlangt.

Paris, 10, Jan, An der heutigen Börse fand fast gar kein Umsay in den Fonds statt, au war keine neuere Nachricht von Belang vorhan- den, die auf die Course hätte einwirken könnenz die 3pCtge Rente wurde 82 Fr. 45 C., die 5pCtge 124 Fr. 30 C. notirt,

Bulgarien. (Oest, Lloyd.) Wie man vernimmt, soll die tür- fische Regierung die Absicht haben, die gefährliche Rhede von Varna durch

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Hinwegräumung der bestehenden Hindernisse der Schifffahrt zugänglicher zu

Berl. Stadt-Obl.

Westpe. Pfandbr. 35| 101 Á 101 4 J di T S E 20 Grossh. Pos. do. | 4 106 í 105% do. do. Prior. Obl.| « 97 L 96%

Sehles1sche do,

Gold al marco,

Aud.Gldm. à 5 Thb.

5% Span, 21. s i Pr. Seh. —, Pol. —. Oestetr. 1095. 4% Russ. Hope 915.

unausgesezt gewidmeten vielseitigen wohlwollenden Theilnahme ren Fortdauer sie angelegentlichst bittet in hohem Grade beglückt.

von Wiebel.

Luftdruck ... Thaupunkt . Welter « -«.« l neblig.

Wind . A U Wolkenzug. « -

machen und daselbst auch einen Hafenbau vornehmen zu lassen, dessen Aus- führung schon der Sultan Mahmud bei seiner Anwesenheit in Varna be- chlossen hatte. Die Herstellung eines Hafens in Varna wäre für Bul- gariens Ein- und Ausfuhrhandel, so wie für die Schifffahrt an der südöst- lichen Küste des s<warzen Meeres, von unberehenbarem Nuzen, und es is zu wünschen, daß die Vollziehung dieses Planes nicht an den finanziellen Verhältnissen der Türkei scheitere.

Die türktishe Regierung hat vor kurzem in Varna ein Reglement für Maße und Gewichte, eine Sensalen-Ordnung und eine Vorschrift in Betreff der Abschließung von Schiffs- und Handels-Kontrakten veröffentlicht, Diese zwe>mäßigen Maßregeln fanden bei dem rechtli< denkenden Theile des

Handelsstandes die gebührende Anerkennung, und es is zu erwarten, daß | die Lofal-Bchörden hinreichend guten Willen und Kraft zur Aufrechthaltung derselben entwi>eln werden,

Der Seehandel von Varna, Burgas, Baltschik, Sissopol, Achtioli und anderen kleineren Pläßen an der bulgarischen Küste ist beständig im Steigen, Während der verflossenen Herbst - Monate .sind von dort über 200 Schiffs- ladungen Cerealien ausgeführt worden, und im Jnnern des Landes soll noch ein dreimal stärkerer Vorrath zur Ausfuhr bereit liegen. Ein großer Theil der Ladung ging unmittelbar nah Triest und Venedig. Die erwähn- ten Rheden werden am häufigsten von türkischen und griechischen Schiffen besucht, Außer den Bôten der Douau-Dampfschifffahrts-Gesellschaft landeten im verflossenen Herbste daselbst au<h 10 österreichische Kauffahrer, und seit einiger Zeit haben mehrere europäishe Kaufleute Agenten oder Filial Handlungen in Varna,

oe Oro Den 15. Januar 1844.

>r. Cour. ¿Fs H Pr. Cour. Fonds. | Pr ie Actien. |s S | i | Brief. | Geld. | | Brief. | Geld. | Gem

| | p Bel. Pots. Eisenb, 1625 | ¿ Ó 7 ‘1 1 . | E h E es 1022 do. do. Prior. Obl. 104 1034 | S e ip : f E fi E 90 Mgd. Lpz. Eiseub, 185 E | L E Z do. do, Prior. Obl. 4 | 104 1037 | (ur- u. Neumärk. E 3 E

BrlI. Aub. Eiseub, 144 143%; |

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| Düss.Elb. Eisenb.| È 81 5 | do. do. Prior. Obl, 96% 967 | Rhein. Eisenb. 74 73 0e do. 35/ 1004 1005 Bri. Frankf. Eisb.| 5 | 1425 | 1415 | Ostpr. Pfandhbe. A 103% do. do. Prior. Obl.| S 1037 | Pomm. do. o LUA 101 7 JOb.-Sebles. Eisb. | < O | O | ¿ 1024 101% do.Lt.B. v. eiugez. I 107 | 1097 1014 |B.-St.E.Lt. A u.B|—| 122 LaE Magdeb. - Halber- | städter Eisenb. 4 1 I8; ] Wi {

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Answärtige Börsen. Niederl. wirkl. Sch. 547. 5% do. 997,

Amsterdam, 11. Jan. / Zinsl. Gi. Preuss,

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Antwerpen, 10. Jau. Zinsl. 6. Neue Anl. 205. i i Frankfurt a. M. 12 Jan: 5% Met. 113, Bank - A ctien 2023. p- ult, 2024. Bayr. Bank - Actien 683 G. Uope 90. Stiegl. 89. Int, 54 Q Poln, 300 Fl. 95% G. do. 500 Fl. 965. do. 200 Fl. 315 G. ; Hambu rg, 13. Jan. Bank-Actien i690 Br. Engl. Russ. ] 12 [. London, 9. Jan. Cons. 3% 97. Belg. 1035. Neue Aul. 21 Í. Ls Ausg. Sch. 12. 25% Woll. 544. 5% do. 1007. Neue Port. 447.

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5 (0 S C z L E 5% Neapl. au compt. 106.50. 5% Span. Beute 29x. REE é 4% 1005. Â Aul, de 1834

Wien, 11. Jan. 5% Met. 1114. 4. E Aul. 149. 2 de 1839 1187. %&. Bank-Actien 1628. 1631. Mail. 105%. 5. Nordb

129. L Livorn. 96. Gloggyu. 1147. K:

Die diesjährige Weihnachts - Ausstellung zum Besten des Friedrichs- Stiftes hat dieser Anstalt wiederum eine Einnahme von 1224 Rthlr. 21 Sgr.

Courant zugesührt. - h L E s Indem die unterzeichnete Direction mit aufrichtiger Freude dieses Re-

sultat zur öffentlihen Kenntniß bringt, stattet sie allen denen, welche sowohl dur< Zusendung der werthvollsten Arbeiten, als durch Beisteuer im Gelde

einen fo reihen Ertrag herbeigeführt haben, den aufrichtigsten innigsten

uf ab, und findet sich durch dieses unzweideutige Zeichen der dem Stifte um de-

Va Berlin, 31, Dezember 1843, 1

Die Direction des Friedrichs - Stiftes.

von Arnim. Bercht. Graf von der Gröben,

Hartmanu, Dr. von Könen. Dr. Kunzmann, Kunowsky,

/ von Reuß. von Schöning. Tondeur.

Meteorologische Beobachtungen. 1844, | Morgeus | Nachmittags | Abends | Nach einmaliger L San G 2 Ubr 10 Ubr.

[339,37 Par./340,32"” Par.|341,76" Par. Quellwärme 61 R,

1 3 Ad R. 32° R.| Flusswärme 0,0 R: 0 R. 6,1° R.| Bodenwärme O R. TH pCt. r T pCt, Ausdünstung 0/01 1 Rh. trüb. trüb, Niederschlag 0,002 Rh. OSO, | S0, Würmewechsel 8,4 N

10,07 Ri 79 pCct. 080.

Beobachtung.

_—_

Luftwärme .. A E 8,5° R. |- s \— 10,4° R. | Dunstsättigung| 84 pCt.

| | | | S0. | Par A9 R 7/6 Rie,

Tagesmittel: 340,48

Königliche Schauspiele.

Dienstag, 16. Jan. Die Hugenotten, Oper 11 9 Abth, nach dem Französischen des Scribe, überseßt von Castelli. Musik von dem Königl. General - Musik - Direktor und Hof - Kapellmeister Meyerbeer. Ballets vou dem Königl, Balletmeister Hoguet, (Mad, Schröder-- Devrient, vom Königl. Hof-Theater zu Dresden: Balentine, als erste Gastrolle. Herr Härtinger, vom Königl, Hof Theater zu München : Raoul, als Gastrolle.) ,

Anfang der Oper halb 6 Uhr. :

Preise der Pläße: Ein Billet zu einer Loge des ersten Ranges 1 Rthlr. 10 Sgr. 2c. : : S

“Jm Konzertsaale: 1) s 2) Le Chevalier du Guet, comédie en 2 acles, par Mr. Lockroy. Ee

Mittwoch, 17. Nai, Zum erstenmale : Christoph uno Renata, oder : Die Verwaisten, Schauspiel in 2 Akten, frei na< Aucroy, von C, Blum, Vorher : Adele.

Königsstädtisches Theater.

Dienstag, 16. Jan, Der Vater der Debütantin, Posse in 4 Ak- ten, nach Bayard, von B. A. Herrmann. Vorher: Das war ih! Liítspiel in 1 Akt, von Hut, (Dlle. Simon, vom Stadt-Theater zu Magdeburg: Die Base, als lebte Gastrolle.)

“Mittwoch, 17. Jan, (Italienische Opern - Vorstellung. (Lu- crezia Borgia.

Donnerstag, 18. Jan, Gast- Vorstellung des Kinder - Ballets des Herrn Price aus Kopenhagen, in 2 Abtheilungen. Dazu: Eine Reise na< Spanien.

Verantwortlicher Redacteur Dr. J. W. Zinkeisen.

Gedruckt in der De erschen Geheimen Ober- Hofbuchdruckerei. Beilage

M 16.

R E

I: nh att

Deutsche Bundesstaaten. Sachsen. Freiberg. Statistische Notiz. Hannover, Eimbe>. Jubelfest des Generals von Gilsa, Aus dem Herzogthume Nassau. Die neue Liturgie.

Türkei. Von der türkfishen Gränze, Projekte eines moldau - wa- lachischen Zoll-Vereins, Zwe>mäßige Maßregeln der serbischen Re- gierung

Peru. Schreiben aus Paris. (Fortdauernde Anarchie.)

Vereinigte Staaten von Nord-Amerika. Offizieller Bericht über de Handels-Beziehungen Nord-Amerifa's zu Deutschland und dem Zoll-

ereine,

Blicke auf die Colonisation von Algerien,

Eisenbahnen. Neisse. Schlesishe Zweigbahnen.

Nusland. Deutsche Bundesstaaten.

Sachsen. Freibera,. 10. San, (X Z) Die amilie Volkszählung hatte im Jahre 1840 für Freiberg eine Einwohnerzahl von 11,565 ergeben, Dieselbe berechnete si< bei der vor einigen Wochen vorgenommenen neuen Volkszählung auf 12,057 in 2878 Haushaltungen, wobei das Militair (Stab und vier Schwadronen des ersten Reiter -= Regiments) niht mit in Anschlag gebraht worden. Unsere Stadt is} hiernach, wie bisher, die vierte des Landes, Man zählte ferner 5796 männlihe und 6261 weibliche Personen z 11,945 evangelish=lutherische, 115 fatholische, 4 reformirte und 3 griechische Christen. Das auffallendste Mißverhältniß findet zwishen Wittwern (168) und Wittwen (699) statt. Jm abgelaufenen Jahre wurden 188 (nämli<h 238 Söhne und 250 Töchter) geboren, darunter 74 außer der Che; dagegen starben nur 393. Seit drei Jahren sind hier wenigstens 20 neue meist große Häuser erbaut, viele alte auch mit Etagen überseßt worden. :

__ Hannover. Eimbee>, 1. Jan. Am vorgestrigen und gestrigen Tage wurde hier ein Jubelfest gefeiert, welhes Allen, die daran Theil nahmen, unvergeßlich bleiben wird, Am 30. Dezember 1793 trat der hiesige Kommandant, Friedrich von Gilsa, in das 10te hannoversche Jn- fanterie-Regiment, welches damals den Heeren der französischen Re- publik gegenüberstand, als Fähnrih ein. Seit dieser Zeit hat von Gilsa unserem geliebten Königshause ununterbrochen in Kriegs - und ezriedenszeiten, namentli< im ersten leihten Bataillon der englisch- deutschen Legion, treu als braver Offizier gedient und das wohlverdiente Glück gehabt, si<h die Gnade seines Königs, die Achtung und Liebe seiner Vorgeseßten, Kameraden und Untergebenen, so wie aller derer zu erwerben, welche zu ihm in dienstlichen oder gesellschaftlihen Beziehungen gestanden haben. Früh {hon am vorgestrigen Tage wurde der Jubilar durch eine Morgenmusik des Musik - Corps des hiesigen 2ten leichten Ba- taillons geweckt. Später überreichte Se. Excellenz der General der Jnfanterie L. van dem Bussche im Auftrage Sr. Majestät des Königs ihm das Patent als General - Major, begleitet von einem huldvollen, gnädigen und anerkennenden Schreiben unseres allverehrten Monarchen. Hierauf brachten, unter Anführung der so hochgeschäßten Veteranen unserer Armee, der Generale Louis und Hans van dem Bussche, der Chef und die Offiziere des 2ten leichten Bataillons, so wie die aus nahen und fernen Garnisonen herbeigeeilten Kameraden und Kampfgenossen dem Jubilar ihren Glückwunsh, und über=- reichten demselben zwei prachtvolle porzellanene Vasen, deren eine von den Kameraden in früheren Dienst - Verhältnissen, die andere aber von den Offizieren des 2ten leiht. n Bataillons ver= ehrt wurde. Dem fkriegeris<hen Gruße s{<loß sih der friedliche, nicht minder chrenvolle Glückwunsch der Beamten, der Geistlichkeit und der Stadt an. Die Deputation der Leßteren überreihte auf einem werthvollen, ges{hma>voll gearbeiteten silbernen Plateau ihrem Kom-= mandanten das Ehren -= Bürgerreht von Eimbe>. Mittags war der glückliche Jubilar Gast der Offiziere des 2ten leichten Bataillons. Abends brachten Eimbe>s Bürger ibrem Kommandanten in einem Faelzuge cin donnerndes Lebehoch. Am gestrigen Tage wurde die Feier durch einen Ball beschlossen.

Aus dem Herzogthum Nassau, 8. Jan. (Fr. J.) Cine Korrespondenz aus dem Herzogthum Nassau im Fraukf. J. meldet, daß „auf Verordnung der Herzogl. nassauischen Landes-Re= gierung eine neue Liturgie bei dem öffentlihen Gottesdienste der evangelisch =- christlichen Kirche“ herausgegeben und mit dem neuen Jahre eingeführt worden sei. Da diese Bemerkung zu Mißverständ=- nissen Anlaß geben könute, so fügen wir hier folgende Erläuterung hinzu. Die neue Liturgie is niht auf Verordnung unserer Landes-= Regierung, sondern auf Bevorwortung der Kirchenversammlung zu Jdstein (1817), deren Beschlüsse ihrer Zeit zum landesherrlichen Ge-= seße erhoben worden sind, und auf Antrag des Herrn Bischofs Dr. Heydenreih in Wiesbaden mit Allerhöchster Genehmigung durch Herzogl. Landes=-Regierung eingeführt worden; d. h. die Kirchenver-= sammlung hat die Einführung einer neuen Liturgie beschlossen und bevorwortetz diesen Antrag hat der Herzog genehmigt ; eine Kommission aus den angesehensten Geistlichen des Herzogthums hat die Uturgie in 20 Jahren ausgearbeitet, der Herr Bischof Dr. Hey- denreih hat sie zuleßt überarbeitet und sie als mit dem Beschlusse der Unions - Synode übereinstimmend erklärt, Se. Durchlaucht der Herzog hat die Einführung erlaubt; diese is durch die Herzogliche Landes-Regierung bewirkt worden. Jn dem desfallsigen Reskripte an die Herzoglichen Dekane heißt es: „Nachdem in Gemäßheit des g. 16 des Höchsten Ediktes vom 8. April 1818 schon in demselben Jahre die Vorbereitungen zur Ausarbeitung einer neuen Liturgie für die vereinigte evangelisch - christlihe Kirche des Herzogthums Nassau dur<h die dazu niedergeseßte besondere Kommission begonnen worden waren, ist diese wichtige und \{<wierige Arbeit nun-= mehr von dem Herrn Landes - Bischof Dr. Heydenreih zu Ende geführt worden, und hat das von demselben ausgearbeitete Manuskript der einzuführenden neuen Agende die höchste Bestätigung zum Dru> erhalten.“ Zum Verständniß wird hier bemerkt, daß der erste Senat der Regierung, welcher aus geistlihen und weltlichen Mitgliedern in gleicher Zahl besteht, als Konsistorium die Leitung der Angelegenheiten der evangelischen Kirche unseres Landes hat. Was den Inhalt der neuen Liturgie anbelangt, so findet er bei Geistlichen und Laien ungetheilten Beifall dur die Reinheit der darin niederge- legten biblischen Lehre, durch ‘den echt cristlihen Ausdru> der Ge- danken und die edle, erhaben einfahe Form aller Gebete,

TUrk ei.

Von der türkishen Gränze, 30. Dez. (A. Z.) Briefe aus Jassy melden, daß Styrbey, der als ‘Abgesandter be Seits

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der Wallachei sih seit einiger Zeit daselbst aufgehalten hatte, nun- mehr die Rü>reise nah Bucharest angetreten, ohne den Zwe> der Mission erreiht zu haven. Die Verhandlungen, die Styrbey mit der moldauishen Regierung gepflogen, beziehen sih auf eine von dem Fürsten Bibesko projektirte Zoll - Vereinigung beider Länder und auf einen ebenfalls von leßterem in Vorschlag gebrachten Postvertrag. Man will wissen, daß der Jmpuls zur Gründung eines moldguisch-wallachi- \chen Zoll-Vereins von St. Petersburg ausgegangen, und daß Fürst Sturdza mit vieler Gewandtheit den Antrag des wallachischen Hospo= dars abzulehnen gewußt, so daß er jeßt, ohne besonderen Anstoß er- regt zu haben, von der Zumuthung einer solchen Vereinigung, die in der Moldau als Einleitung zu einer gänzlichen politischen Union bei- der Fürstenthümer TvaeteR wird, sich wenigstens für einige Zeit befreit sehe.

Ju Serbien herrsht im Ganzen, troß den seit kurzem si<h erneu- ernden Bestrebungen der Milosh’{hen Partei, Ruhe und Ordnung, und die Regierung bestrebt si<, dur< zwe>mäßige Maßregeln diesen gedeihlihen Zustand zu befestigen. Die Errichtung eines Pensions- ¿Fonds für die fürstlihen Beamten, ihre Wittwen und Waisen is mit Dank aufgenommen worden. Die Einrichtung eineë geordneten Post- wesens, so wie die einleitenden Anordnungen zur Anlegung von zwe>- mäßigen Poststraßen berechtigt zu erfreulihen Erwartungen für den serbishen Handel und für die Zukunft der im Werden begriffenen \erbishen Jndustrie.

P e 9. U

<2 Paris, 8. Jan. Die leßten Nachrichten aus Peru reichen in Briefen aus Arica bis 9, September, und es scheint dana< in diesem von der Natur so reih gesegneten, von den eigenen Händen seiner Söhne aber fortwährend zerfleishten Lande unausgeseßt die furchtbarste Anarchie zu herrshen. Die Prätendenten auf die Ober- gewalt schießen gleih Pilzen auf. General Vivanco, welcher der Hauptstadt Meister ist, betitelt si< Präsident der Republik. Der Ge- neral Castillo dagegen, welcher das Land in der Gegend von Arica im Besiße hat, legt si< den Titel eines obersten Chefs der Nation bei, und der General Nieto endlich, der zu Taina steht, läßt sih oberster Chef furzweg nennen. Zwischen den verschiedenen Städten findet keine regelmäßige Verbindung mehr statt. Am 29, August hatte ein Ge- fecht stattgefunden zwischen deu Truppen der Regierung (denen Vi vanco’s) und den Streitkräften unter General Nieto. Die Trup- pen der Regierung zogen den Kürzeren, und aller Wahrscheinlichkeit nah wird der General, der sich jeßt Präsident der Republik tituliren läßt, bald ohne alle Gewalt sein. Bei Abgang der leßten Nachrich- ten waren die Streitkräfte des Generals Castillo auf dem Marsche gegen Taina, und wahrscheinlich sollte eine neuer Kampf stattfinden. Die englischen Kaufleute in Peru klagen bitter über diesen Zustand od Dinge, da die Magazine geschlossen sind, und alle Geschäfte

oen,

Vereinigte Staaten von Uord-Amerika.

Die leßte Botschaft des Präsidenten an den Kongreß begleitete ein Bericht des Staats-Secretairs für die auswärtigen Angelegenhei= ten, Herrn Upshur über die Handels - Verhältnisse der Vereinigten Staaten, aus welhem die Bremer Zeitung über die Beziehungen Nord-Amerika?’s zu Deutschland, und namentlih den Zoll-Verein, fol- genden Auszug giebt:

Seit dem Berichte des früheren Staats - Secretairs Webster, vom 24, Mai 1841, heißt es darin, habe der deutsche Zoll - Verein beträchtlich an Industrie, Bevölkerung und Hülfsquellen zugenommen, und umfasse jeßt 26,799,000 Scelen, Der Beitritt Hannovers mit etwa 2 Millionen Ein- wohner, welcher zunächst in Frage stehe, würde ohne Zwcifei alle kleineren Staaten von Nord - Deutschland nach sich ziehen, so daß alsdann ganz Deutschland mit alleiniger Ausnahme Oesterreichs dem Vereine angehören würde. „Vermuthlich werden die Handels - Jnteressen si bei dieser Sache eben so mächtig erweisen, als in anderen Fällen, Kein unbedeutender Grund hâtte ein so schwieriges Werk ins Leben zu rufen vermocht, wie es die Einigung von ganz Deutschland zu einem großen und all gemeinen Endzwecke i. Durch die Verfolgung dieses Planes er reicht Deutschland, unerachtet der Menge und Verschiedenheit sei- ner Staaten, eine politishe Einheit, es erwe>t ein übereinstimmen- des Nationalgefühl und sichert sich den Rang unter den Völkern, der ihm nach seiner Größe, seinen Hülfsmitteln und seinem Charakter gebührt. In allen Zoll-Vereinsstaaten zeigt sich cin beständig wachsender Begehr nach den wichtigsten Produkten der Vereinigten Staaten, Jm Jahr 1834 impor- tirten sie z. B, 148,322 Zoll - Centner 108 Pfd.) von unserem Tabak, während sich 1842 diese Einfuhr auf 248,749 Zoll - Centner gehoben hat. In ähnlichem Verhältniß hat die Frage nah unserer Baumwolle und Reis zugenommen. Gegen diese großen Ausfuhren empfangen wir einen verhält- nißmäßig geringen Betrag deutscher Fabrikate, und zwar meistens Artikel, die in den Vereinigten Staaten nicht p1oduzirt werden, z. B. Spiegelglas, Seidenwaaren, Spielzeug u. #, w. Die Differenz wird uns in baarem Gelde bezahlt,“ Weiter wird die Wichtigkeit der deutschen Auswanderung hervorgehoben. Zum größten Theile seien diese Auswanderer sleißige, recht- liche Landwirthe und brächten so viel Vermögen mit, um si<h Land kaufen und dasselbe bebauen zu können, Allein aus Bayern, dessen Bevölkerung doch kaum den siebenten Theil des Zoll-Vereins bilde, scien nach offiziellen Angaben in den 5 Jahren von 1835 bis 1839 im Ganzen 24,507 Men- schen, und zwar mit ganz unbedeutenden Ausnahmen nach den Vereinigten Staaten ausgewandert. Jhr mítgenommenes Kapital sei auf 7 Millioncn Fl. angegeben, jedoh dürfe man es wohl fast auf das Doppelte anschlagen, da die shweren Abzugs - Steuern es wahrscheinlich machten, daß die Declarag- tionen weit unter dem wahren Werth geblieben sein würden. Aus diesem Beispiel möge man ermessen, wel einen Zuwachs von tüchtigen Leuten und von Vermögen die Vereinigten Staaten durch die deutsche Auswanderung erhielten. Uebrigens sei der amerikanische Gesandte in Berlin, Herr Wheaton, instruirt, dur<h den Abschluß von Spezial -Conventionen mit den einzelnen deutschen Staaten für die Abschaffung jener Hindernisse der Auswanderung, des Nachschosses und Abzugsrechts, zu wirken, und die Königreiche Bayern, Sachsen, Württemberg, ferner beide Hessen und Baden hätten sich dazu bereit erklärt, Gleichzeitig sei ihm auch Vollmacht ertheilt, mit den Großherzog- thümern Me>lenburg-Schwerin und Oldenburg, die noch nicht zum Zoll- Verein gehörten, Handels- und Schifffahrts-Verträge zu unterhandeln. „Jn Hinbli>k auf diese und andere Vortheile, welche eine Betrachtung dieses Ge- genstandes bietet, is der Gesandte der Vereinigten Staaten in Berlin in- struirt, alle ihm zu Gebote stehenden Mittel anzuwenden, um unsere Ver- hältnisse zu dem deutshen Zoll - Verein auf den besten und freundlichsten Fuß zu stellen; und das Resultat ist, daß die Basis eines vertragsmäßigen Arrangements über den Handel eben jeßt zwischen Sr. Majestät dem Könige von Preußen, für Preußen und alle zum Zoll - Vereine gehörende Staaten, und unserem Gesandten in Berlin, Namens der Vereinigten Staa- ten vereinbart und unserer Regierung zur Ueberlegung und Beschluß- nahme (consideration and action) vorgelegt is, Die Sanctionirung derselben dur< den Kongreß würde den lange gehegten Wunsch verwirkli- chen, eine Herabsczung des jeyigen Zolles auf unseren Tabak zu erwirken, sie würde die Fortdauer der völlig zollfreien Einfuhr unserer Baumwolle sichern und jeder Erhöhung des Zolles auf Reis über das gegenwärtige Maß vorbeugen, welcher bekanntlich schon jeßt auf unser Ansuchen von dem Zoll-Verein auf seinen dermaligen geringen Betrag reduzirt is, Für diese bedeutenden (vas!) Vortheile \{<lägt die bedingte Uebereinkunft geeignete Acquivalente vor in der Herabsezung der hweren Zölle unseres bestehenden

' Bericht erstatten und ein Urtheil abgeben zu können.

Tarifs auf Seidenwaaren, Spiegelglas, Silbergeschirr, Weine, Spielzeug und mehr solche Artikel, die in den Vereinigten Staaten weder erzeugt no< fabri- zirt werden.“ Jn Betreff des Verlaufs der Unterhandlungen verweist der Be- richt auf Herrn Wheaton's leßte Depesche und desscn Korrespondenz mit Baron von Bülow, woraus die Umrisse der vorgeschlagenen Uebereinkunft sih crgäben, fontrastirt dann die vom Zoll - Vercin proponirte Herabsegung des Tabacks-Zolles mit dem englischen Zoll von 3 Sh. pr, Pfd., oder etwa 800 pCt. des Werthes am Exportationsplaßze, während in Frankreih und Oesterrei gar das Monopol der Regierung dem Tabackshandel jede Aus- siht versperre, und bemerkt nebenbei, daß der amerifanishe Gesandte in Wien zu keiner Aenderung dieses Zustandes Hoffnung mache. Endlich be- rührt er auch no< das mögliche Bedenken, daß die Vereinigten Staaten durch die bestehenden Traktate mit anderen Nationen verhindert seien, einer ein- zelnen Nation vortheilhaftere Bedingungen zu bewilligen, indem fast alle solche Traktate bekanntlich so abgefaßt sind, daß die kontrahirenden Mächte sich eine Gleichstellung mit den meistbegünstigten Nationen stipuliren. Jndessen wird dieser Einwurf damit beseitigt, daß man solche Stipulationen nur conditionell ver- stehen dürfe, nämlich dahin, daß man zwar allerdings auch den anderen Mäch- ten, mit welchen man solche Traktate abgeschlossen habe, die nämlichen Be- günstigungen zugestehen müsse, aber nur dann, wenn sie ihrerseits auch die gleichen Aequivalente dafür anböten. Der Traktat von 1832 mit Frank- reih sei in diesem Punkte cin Präcedens, Der weitere Verfolg des Be- richts erneuert die oft gehörte Klage über den Sund-Zoll, zu dessen Erhe- bung Dänemark nicht das geringste Recht und feinen weiteren Grund, als das alte Herkommen und den jeßigen faktishen Bestand habe. Seit dem Websterschen Berichte habe sich in dieser Beziehung eine wesentliche Verän- derung nicht zugetragen, und möchte es wohl endlich an der Zeit sein, ent- schiedene Schritte zu than, um den Handel nach der Ostsce von dieser Be- drückung zu befreien, Erheblicher ist der Schluß: „Die Lage un- serer Schifffahrt und der darauf bezüglihen Junteressen erfordert gegen- wärtig die besondere Aufmerksamkeit der Regierung. Die große und stets wachsende Zahl fremder Schiffe în unseren Häfen beweist die Nothwendig- feit raschen legislativen Einschreitens zum Schutze und zur Erweiterung un- serer Handels-Marine. Es isst Grund, zu fürchten, daß, wenn nicht sofort die geeignetsten Maßregeln ergriffen werden, der amerikanische Handel bald ganz von europäischen Schiffen und Seeleuten an sih gezogen werden wird. És fann nicht bezweifelt werden, daß die Ursache dieses großen Uebels in den Bestimmungen unserer Handels-Traktate zu suchen is, welche die Schiffe fremder Länder mit denen der Vereinigten Staaten sowohl in der indirekten, als dirckten Fahrt auf gleichen Fuß seßen. Dies wirkt natürli<h zum Vor- theil der Nationen, welche ihre Schiffe mit den geringsten Kosten erbauen und in der Fahrt halten können. Nun i es wohl bekannt, daß die mei- sten Nationen, mit denen wir solche Traktate abgeschlossen haben, und be- sonders die im Norden von Europa, in beiden obigen Beziehungen im ent- schiedenen Vortheile gegen uns sind. Fast alles Material zum Schiffsbau ist in den Vereinigten Staaten theurer, als in Europa. Unsere Volksheuer beträgt fast das Doppelte, und das ganze Leben an Bord is viel besser, folgewcise aber auch viel fostspieliger. Die Folge von allem diesen is, daß unsere Rheder, che sie in ihren eigenen Häfen für ihre Schiffe Be- schäftigung finden können, gezwungen sind, zu warten, bis die schwedischen, dänischen und hauseatischen Schiffe so viel Fracht vorweggenommen haben, als sie nur tragen können, und doch reden wir uns vor, daß unsere Trak- tate mit all’ diesen Mächten uns auf einen Fuß vollkommener Gegenseitig- feit mit ihnen geseßt haben! Dic gegenwärtig mit Dänemark, Schweden den hanseatischen Republifen, Preußen, Oesterreich und Rußland bestehen- den Traktate sind bereits über ihre ursprüngliche Dauer hinaus ausgedehnt und können nah einjähriger Kündigungsfrist aufgehoben werden. Dic übrigen Traktate, in denen das Gegenseitigkeits- Prinzip im ausgedehnte- sten Maße angenommen is}, können weiterer Betrachtung unterliegen , so wie das Ende ihrer Dauer herannaht, Das Mittel it folglich in ‘un- serer eigenen Hand, und wir brauchen nur unsere Schritte zurü>- zunehmen und den Entschluß unserer Regierung bekannt zu machen, daß insfünftige unser Handel mit dem Auslande nah solchen Rezi- prozitäts-Grundsäßen regulirt werden solle, die niht über den direkten Ein- fuhrhandel mit den Erzeugnissen und Fabrikaten der kontrahirenden Theile hinausgehen. Aus der beigefügten Tabelle, welche eine vergleichende Ueber- sicht der einheimischen und fremden Schiffe nach ihrem Tonnengehalte cnt- hält, die in den lezten 15 Jahren bei dem Handels - Verkehr der Vereinigten Staaten mit dem Auslande beschäftigt waren, ergiebt sich folgendes Durch- schnitts-Verbältniß : j / amerik, 81,7 fremde 18,3 pCt, : 66,2 » 30 , 1838 / 42 » 69,1 . O S Die erste Periode umfaßt die Zeit, in welcher die eine indirekte Fahrt gestattenden Traktate mit den Hansestäd!en, Schweden und anderen Mäch- ten vom Jahre 1827 u. ff. zuerst zu wirken begannen, und obgleich dies Verhältniß der fremden Schiffe während der leßten Jahre dieser Periode rasch anwuchs, so blieb do< der Durchschnitt beinahe auf 18 pCt, Die zweite Periode fing etwa zu der Zeit an, wo der bereits im Wachsen begriffenen fremden Schifffahrt dur das „Kolonial-Arrangement“ mit Großbritanien in 1831 und 32 ein neuer Impuls gegeben ward. Die Proportion des fremden Tonncngehalts stieg auf das Dopvelte und ihr Bé- trag von 2 auf 6 Millionen, Während der legten 5 Jahre, ciner dur< außerordentliche Fluctuationen sich auszeihnenden Zeit, hat si< das cin- mal gewonnene Verhältniß mit merkwürdiger Gleichmäßigkeit erhalten, ein Beweis, daß, wie schr auch die Handels-Jnteressen der Vereinigten Staa- ten dur<h diese Umwälzungen und Fluctuationen gedrückt werden mochten dennoch die Schifffahrts-Juteressen fremder Staaten bei ihrem Verkehre mit uns nicht ernstlih affizirt worden sind.“ Zum Schlusse seines merkwürdi- gen Berichtes verweist der Staats - Secretair auf einen früheren der Kom- mission des Repräsentantenhauses für den Handel, vom Mai 1842, worin alle statistischen Notizen und Thatsachen in Betreff der amerikanischen Schiff- fahrt enthalten seien.

Blicke auf die Colonisation von Algerien.

Q Paris, 8. Jan. Noch in fris<hem Andenken stehen die langen Artikel, in denen der Oppositions-Deputirte Herr Gustave de Beaumont im Siècle das System, welhes der Marschall Bugeaud in Afrika befolgt, aufs lebhafteste angegriffen und als verderblich dar- gestellt hat. Derselbe Deputirte befindet si<h nun neuerdings in Afrika, wo er den gegenwärtigen Zustand der französis<hen Kolonie zu studiren si< bemüht, um seiner Zeit bei der Diskussion in der Deputirten - Kammer über das, was er mit eigenen Augen gesehen, l U Herr Gustave de Beaumont hat unter Anderem einen Ausflug von Algier aus durch die Provinz Titteri gemacht, wobei ihn der Oberst-Lieutenant Egnard, Adjutant des Marschalls General = Gouverneurs, und der Capitain Cissey vom Generalstabe, welhe Beide ihm der Marschall selbst bei- gegeben hatte, begleiteten. Ohne alle weitere Esforte konnte er, nur von diesen beiden Herren begleitet, jenes ganze weite Gebiet in der größten Sicherheit durchziehen, und sah \si< #o zu der Aner=- kennung genöthigt, daß das Land wirklih vollkommen ruhig und im Frieden sei, und daß das System des Marschalls Bugeaud denn doch etwas bessere Früchte getragen hat, als Herr de Beaumont davon geweissagt hatte. Der Marschall beeiferte sich, ihm alle möglichen Erleichterungen zu gewähren, um s\i< zu unterrichten, und das Zugeständniß, das sein bisheriger Gegner jeßt ihm zu machen sich genöthigt sieht, is wohl die beste Rechtfertigung, die ihm zu Theil werden konnte. Besonders bemerkenswerth war dabei ein Ausflug, den der Marschall zusammen mit Herrn de Beau- mont und begleitet von den Direktoren des Junern und der Finanzen, dem General-Prokurator, mehreren Anderen der ersten Civil- und Militair-Beamten und einigen der angesehensten Kolonisten und Kauf-