1844 / 20 p. 2 (Allgemeine Preußische Zeitung) scan diff

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- S i Schwerin, 17. Jan. Das flenburg-Schwerin. S S Da

L adi Sffizielle Wochenblatt enthält folgende Gro }- herzoglihe Bekanntmachung (1. d. 13ten d. M.). Da einige unver- 7 dungen, besonders: 1) die Vorschüsse,

An G iche Verwen S L der Bundes =- Festungen Mainz, Luxemburg, Ulm els Rastadt für Unsere gesammte Lande zu machen genöthigt sind z 9) die Kosten der bundesbes<hlußmäßigen Vermehrung und Ausrüstung lf Bunudes-Koutingents ; 3) die Kosten der den jeßigen Ver- hältnissen angemessenen baulichen Einrichtungen Unseres Schlosses ; Uns veranlassen, eine Anleihe von Sieben Hundert Tausend Thalern so verfündigen Wir hiermittelst diesen Unseren

N2wdr. anzunehmen: | ( :

Bes! - Auf den Grund des Vorbehalts in der Justruction Unserer

Beschluß, Aus den Ly alts in truction Uns ssion vom 10, August 1837 wollen Wix diese An-=

Ç itions-Kommi E L unkündbare Obligationen, zu 35 pCt, Zinsen, bei Unserer Reluitions-Kasse nah und nah eröffnen lassen und sie in Ansehung des Kapitals, der Zinsen und des jährlichen Abtrags von 41 pCt. auf Unsere Reluitions - Aemter und auf Unseren Elbzoll zu Boißenburg abgesondert fundiren. Wir haben Uusere Reluitions Kommission die- serhalb mit Justruction verschen und selbige ermächtigt, diesen Unseren Beschluß in Ausführung zu bringen. d

Eine zweite Bekanntmachung von demselben Datum kündigt an, daß die neue Anleihe zwar ähnlich, jedoch abgesondert von der von Johannis 1837 bis Antoni 1839 inkl. kfonvertirten und festgestellten Schuld bestehen und verwaltet werden soll. Bis Johannis 1844 inkl. köunen darauf Kapitalien im Gesammt- Betrage vou 200,000 Rthlr. gegen Obligationen, nah Wahl der Herleiher, auf Namen oder au porleur, deren terminliche Rückzahlung durch Ausloosung bestimmt wird, zu 3% pCt, Zinsen in NZwdr., Gold oder preuß. Courant bei der Großherzoglichen Reluitions - Kasse an- genommen werden, und es ist deren Vorsteher, der Zahl - Commissair

Peibhner, mit Ausführung dieser Anleihe speziell beauftragt.

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Sachsen - Meiningen. Weiningen, im Jan. B Vor eiuigen Jahren faßte bekauntlih der regierende Herzog den Ent- | \{luß, auf der Stelle einer ungefähr 1 Stunde von der Hauptstadt | liegenden Ruine ein Schloß, Landsberg, zu erbauen. Der Baukünstler | Döbner hielt sih an die ursprünglichen Umrisse und wußte mit |lu- niger Geschi>lichkeit den alterthümlihen Charakter der Kraft und Der | Kühnheit in seinem Werke auszudrücken. Die Burg, welche einen } Theil des s<höueu Werrathales und der Umgegend beherrs<t, macht schon von Außen einen erhebenden Eindru>, und dieser wird durch das Junere erhöht. So zeigt uun der Rittersaal eine Reihe von 98, Lndenschmit gemalter Bilder aus der sächsischen Geschichte, be= sonders des Herzoglichen Hauses, das Minnesänger-Zimmer gelungene Arabesken na< Eberle in München, der Korridor ist mit Wassen ge= <{müd>t, und Glasgemälde, von Sauterleitner 1n Nürnberg und Börtel in München, bringen eine anmuthige Wirkung hervor.

Altona, 17. Jan. (A. M.) Einem von der Königlichen Kommission für das Tabellenwerk herausgegebenen Heste entlehuen wir Folgendes über die Zoll Verträge. Der im Jahre 4842 in den Herzogthümern Schleswig und Holstein (zu deren Zoll Rerband nunmehr auch das Fürstenthum Lübe> gehört) erhobene ¿Zoll= Belauf war 1,363,576 Rbthlr., im Jahre 1841 nur 1,307,891 Rbthlr, Diese Zunahme ist vornämlich einer größeren Verzollung vou Rohzucker zuzuschreiben. Jm Jahre 1842 wurden nämlich 9,471,082 Pfund, im Jahre 1841 nur 6,021,033 Pfund verzollt. Jm Budget für 1835 wurden sämmtliche Zoll-Jutraden, Schifss-= Abgaben nebst dem Kanal=Zoll zu einem Netto=Belauf von 712,000 Rbthlr. veranschlagt. Nach Aufhebung der Zoll Privilegien in ver- schiedenen Distrikten der Herzogthümer und nah Einführung einer strengeren Kontrolle sind die Zoll-Jutraden so bedeutend gestiegen, daß die Brutto-Cinnahmen waren : | i. J. 1838: 988,000 Rbthlr, und der Kanalzoll 95,056 Rbthlr.

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Holstein.

Y 1839 : 1,330,01 V) » » » » 127,594 » » 1840) ; 1,7290 M) » » » » 142,839 » » 4841: 4,740,000 » N » 98,948 » » 4842: 1,748,000 » "12 » 400,443 »

Wie sehr die Zoll-Privilegien dem Zoll-Ertrage Abbruch gethan, geht unter Anderem aus dem Artikel „Thee“ hervor, wovon in den fünf Jahren 1832 1836 im Durchschnitt jährlich 1416 Pfd. und in den drei Jahren 1839 1841 im Durchschuitt, jährlich 191,000 Pfd. ver-= zollt wurden. Vergleicht man die jeßigen Zoll- Jntraden mit denen in der besten älteren Periode, 1804 1806, der sogenannten Tön= ningschen Periode, \o ergiebt si<, daß troß der außerordentlichen Schiffs - und Fracht - Abgaben, troß der großen Einnahmen von Transitogütern zwischen Tönning und Hamburg und troß des hohen Waarenzolls (17 pCt.), leßtere doch nur 515,000 Species jährlich betrugen, während die Durchschnitt - Einnahme von 1840 1842 675,000 Species jährlih war.

Noch immer erhält si< in Dithmarschen ein Gebrauch, der an- derôwo meist unbekannt is, daß nämlich beeidigte Gemeinde-Mitglie-

Wien von Prof, A, von Klöber nah dem Leben in natürliher Größe gezeichneten Bildes Louis van Beethoven's. Jene Verkleinerung der als ganz getreu anerfannten (auch durch die Neu sche Lithographie längst verbreiteten) Abbildung ward 1843 von C. Fischer auf Stein gezeichnet

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der in den Wirthshäusern nahsechen, ob dort auch Gäste_ während des Gottesdienstes zurückgeblieben sind, und diese in dem Faile auf- fordern, die Kirche zu besuhen, Der Name Eidgeschworne, den dieje Aufsichtsmänner führen , und die ernste Bedeutuug ihres Berufs hat diesem Jnstitut, wenn es si< auch unserer Zeit nah überlebt hat, eine stills<wcigende Achtungs - Auerkennung seit Jahrhunderten ver- scha, welches an die Freishöppen früherer Zeit erinnert, deren An- ordnungen man sih unbedingt unterwarf.

Freie Städte, Fraukfurt a. M., 14. Jan. (O. P. A. Z.) Jn der elften Sißung der geseßgebenden Versammlung wurde von Herrn Schaffner ein Vortrag über Einführung etnes Gerichts [ur Handwerker erstattet, welcher folgendermaßen schloß: „Jh erlaube mir, hiernach zu beantragen, hochansehnliche Versammlung wolle hohen Senat ersuchen, cine Geseßvorlage an sie gelangen zu lassen, wona eine Stelle unter der Benennung: Gericht für Handwerker, kreirt würde, um unter Autorität des hochansehnlichen jüngeren Bürger meister-Amts die Streitigkeiten im Jnuern der Handwerke zu schlichten und zu erledigen. Als nähere Aussührungs-Maßregein würde ih mir erlauben, dabei Folgendes vorzuschlagen : „Das Gericht wäre aus 14 Handwerkern zusammengeseßt und Sibßungen fänden zweimal wöchentlih in den leßteu Nachmittags - oder ersten Abendstunden des Tages statt. Die Zusammensezung wäre folgende: 1 Vorsibführeu- der und 10 Beisißer. Die Geschwornen schlagen dem hochansehulichen Bürgermeister - Amt die Kandidaten hierzu in doppelter Anzahl E und dieses ernennt hieraus die Mitglieder, so wie den E L nimmt sämmtliche in Verpflichtung. Hierbet 1jf iebe e en daß zu Mitgliedern dieses Gerichts vorzugêwel]e ne 9 aft E in Vorschlag gebracht werden können, die schon als O eaten Handwerks fungirt haben unD sich eee en E Auch versteht sih von selbst, daß die Mitglieder für 1hre Bemühung keinerlei Vergütung in Anspruch nehmen können. Dor dieje Stelle fommen und werden in beständigem Auftrage hochansehulichen jüngeren Bürgermeister=-Amts in erster Instanz abgeurtheilt : a, alle Slreitig- feiteu der Meister unter einander wegen threr Gesellen, zwischen Mei- stern und Gesellen und zwischen Meistern und Lehrlingen ; h. alle Pfuschereien der Meisterz c. alle Pfuschereien der Gesellen und Lehr= linge. Entscheidungen, wodurch das Gericht Geldstrafen bis zu 10 Reichsthalern, so wie Ausweisen eines Gesellen aus der Stadt oder eines Lehrlings aus der Lehre, erkennt, bedürfen der Bestätigung eines hochansehnlihen jüngeren Bürgermeister= Amts, Strafen über 10 Rthlr. darf das Gericht nicht mehr erkennen, sondern es gehören dergleichen Fälle unmittelbar vor das hochansehuliche jüngere Bürger- meister-Amt. Die Geldstrafen fallen der Wittwen- und Unterstützungs- Kasse des betreffenden Handwerks anheim. Das Verfahren hierbei 1st mündlich, und alle Beschlüsse werden mit fortlaufender Nummer pro-= tofollirt. Außer obigen unter a. þ. und c. bezeichneten Obliegenheiten gehört zu dem Berufe dieser Stelle no< das Ein- und Ausschreiben der Lehrlinge, wobei die Stempel - Gebühren, wie bisher, abgeliefert werden, die Ueberwachung, daß die Lehrlinge, so weit dieses nöthig ist, die Gewerbschule besuchen, so wie dem Sittenverderbuiß unter den Gesellen und Lehrlingen eutgegenzuwirken,“ Es wurde beschlossen,

diesen Antrag hohem Senate zur gefälligen Rückäußerung mitzutheilen. D ei h: Deputirten-Kammer. Sibßung vom 12, Januar.

Die Vorlegung des Budgets für 1845, dessen Juhalt bereits mitge= theilt worden, leitete der Finanuz-= Minister mit folgenden Bemer fungen über die Finanz= Verhältnisse des Laudes ein:

„Seit einigen Jahren hatte sih die Negierung in der peinlichen Noith- wendigkeit befunden, sih von den Grundsäßen zu entfernen, welche in ge- wöhnlichen Zeiten die Verwaltung der Finanzen leiten müssen. L ie Hülfê- quellen blieben unter den Bedüifnissen, Allerdings könnte dies Gleichge- wicht {hon seit einiger Zeit wieder hergestellt sein, wenn man, nach dem Beispiele eines benachbarten Landes, die für die Einlösung der Staatsschuld jährlich bestimmte Summe nicht auf eine permanente Weise in die Geseße auf- genommen und zu diesem Zweck den eventucllen Neberschuß der Einnahmen über die Ausgaben bestimmt hätte. Allein, obgleich uns die immer zunehmende Stet- gerung unserer Staats- Fonds zwingt, die Wirksamkeit eines beträchtlichen Theiles unseres Schuldentilgungs - Kapitals einzustellen, so machen uns doch die unseren Verbindlichkeiten gebührende Treue und die Bestimmungen unseres Finanz-Kodex eine Pflicht daraus, diese Ausgabe unter diejenigen zu zählen, welche dur die gewöhnlichen Einkünfte des Laudes bestritten iverden müsscn. Ucbrigens sind die nicht verwendeten Fonds besonders be- rücksichtigt worden, denn cine Bilanz, welche sie ganz oder zum Theil über- ginge, wäre keine richtige. Allcin es mußte nicht blos die vorbandene Schuld mit ihrer Tilgung in das gewöhnliche Budget aufgenommen wer- denz diesem Budget mußten auch nah und nach die Zinsen der von den großen außerordentlichen Bauten in Anspruch genommenen Summen ein- verleibt werden. Daher eine alljährliche neue Ausgabe, welche das Ziel mehr und mchr enifernte, seine Erreichung mehr und mehx erschwerte, Und doch galt es, dasselbe bald zu erreichen; denn wenn ein Land, wie das unsere, immerfort bei Ausführung nüßlicher Unternehmungen zu außer-

wiegende Vortheile bringen werden, si< nicht scheuen darf, dieser Zufkunst Lasten aufzulegen, so könnte es doch nicht lange ungestraft die Richtung verfolgen, die uns exccptionelle Umstände seit einigen Jahren vorgezeichnet hatten und fortwährend die Bestreitung seiner nothwendigen und laufenden Ausgaben durch scinen Kredit erzielen. Was uns betrifit, so_ ging, als wir die uns auvertraute schwierige Aufgabe übernahmen, unser Streben dahin, den Augenbli> herbeizuführen, wo unsere Ausgaben unsere Einnahmen nicht mehr übersteigen würden. Wenn wir uns entschlossen haben, für 1844 1c< in ciner anormalen Lage zu verharren, |o geshah es, weil wir ibr Ente vorausschen konnten, Sie wissen es, wir hatten uns nicht ge- täuscht. Wir haben für das gewöhnliche Budget von 1845 (das au- ßerordentliche nit mit eingerechnet, denn sonst stellt sich die Sache an- ders) cinen Ueberschuß der Einnahmen über die Ausgaben erzielt, (Man viral. das leßte Schrciben aus Paris im gestrigen Ll. der Allg. Pr. Ztg.) Die Vermehrung unserer indirekten Production, die Hülfequellen, welche ver- schiedene geschliche Bestimmungen eröffnen müssen, die Ersparnisse, welche eine strenge Prüfung in einigen Theilen des Ausgabe- Budgets einzuführen erlaubte, dics sind die Mittel, dur<h welche wir unser Ziel erreicht und tie Lücke von ungefähr 28 Millionen, welche das vorige Budget vom Gleich- gewicht entfernte, ausgefüllt haben.

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Jan. Gestern habeu sich die Deputirten, welche an der allgemeinen Diskussion der Adresse theilnehmen woilen, in dem Büreau des Präsidenten einschreiben lassen; bis zum Abend hatten sich nur drei gemeldet, die gegen den Adreß-Entwurf sprechen wollen ; es sind die Herren Cordier, Gustav von Beaumont und von Cour

tais. Morgen beginnen die Debatten über die Adresse.

Die Deputirten der äußersten Rechten waren vorgestern bei Herrn Berryer versammelt. Man berieth si< über die Art und Weise, wie den Angriffen auf die Legitimisten, die in London gewesen, begegnet werden solle. Es wurde beschlossen, daß Herr Berryer sie vertheidigen solle; er wird nachzuweisen suchen, daß sie sich in Bel= grave Square neutral verhalten und an der aufrühreris<hen Demon-= stration des Herzogs von Fiß-James keinen Theil genommen hätten. Den Kammern sollen von den vorbereiteten Gese -Entwürfen zuerst die in Betreff der projektirten Eisenbahu - Linien vorgelegt werden.

Sämmtlichen Regimentern der Garnison ist der Befehl zugegan=- gen, morgen aus Anlaß der Juauguration der Statue Molière's auf der Rue Richelieu konsignirt zu bleiben.

Die Geschäftsführer der Quoditienne und der Gazette de Frauce haben Beide gegen das wider sie gefällte Urtheil des hiesi- gen Assisenhofes appellirt.

Es bildet si< hier eine Compaguie mit einem Gesellschafts - Ka

pital von 20 Millionen Franken, um die Ausbeutung der Ebene der Mitidscha in Algerien zu übernehmen. Sie beabsichtigt, 18-— 20,000 Kolonisten für ihre Sache zu gewinnen,

Paris, 14.

m Paris, 13. Jan. Die Vorlegung des Budgets hat, wie es scheint, auf die Kammern nicht den günstigen Eindru> gemacht, welchen das Kabinet si<h davon versprechen mochte. Der Finanz-= Minister uimmt an, daß die Ausgaben im Jahre 1845 die nämlichen, wie im laufenden Jahre, bleiben werden. Aber kaum ist das laufende Jahr begonnen, so erkennt das Kabinet, nach dem gestrigen eigenen Geständnisse des Finanz - Ministers, daß die Ausgaben zu niedrig be- messen wurden. Wenn man die Erfahrung des Jahres 1843 zu

Rathe ziehen will, so findet man, daß das Budget jenes Jahres mit einem Defizit von 37 Millionen vorgelegt wurde, Herr Humann,

der verstorbene Finanz =- Minister, welcher jenes Budget verfaßt hatte, ging jederzeit von der Maxime aus, daß, um das Gleichgewicht zwi

schen den Ausgaben und den Einnahmen zu erzielen, man immer we- nigstens auf einen Uebers<huß von 20 Millionen in den Einnahmen zählen müßte, um si< in seinen Erwartungen nicht zu täuschen. Dem zufolge suchte er die Einnahmen eher zu niedrig als zu hoh anzu- nebmen. Das Resultat davon war, daß im Jahre 1843 die Ein

nahmen um 45 Miliouen höher ausfielen, als Herr Humann ange

nommen hatte. Ungeachtet dessen wurde das Budget von 1843 mit einem Defizit von 69 Millionen, anstatt 37 Millionen, geschlossen. Man schließe daraus auf die Unhaltbarkeit der Grundlage des Bud= gets von 1845, worin die Ausgaben als stationgir betrachtet werden, während doch alle Welt weiß, daß im Laufe des Jahres 1845 ein bedeutender Theil der beschlossenen Eisenbahn-Linien ihrer Vollendung nahe gebracht wecden soll, wozu ein höherer Kosten-Aufwand, als 1m Jahre 1844 nothwendig wird. 2

Das Jahr 1844 is kaum begonnen und {on begehrt das Ka. binet nicht weniger als 15 Millionen Supplementar=Kredite für das

selbe. Somit erhalten wir schon jeßt, statt eines Ueberschusses von 818,000 Frauken in den Einnahmen, vielmehr ein Defizit von 14 Millionen im Budget von 1845. Gehen wir zu den Einnahmen über. Der Finanz= Minister s{hlägt dieselben bedeutend höher als im laufenden Jahre an, ohne zu bedenken, daß jlingst noch eine starke Abnahme der Einkünfte des Sceezolles stattgefunden hat. Aber er hofft die Erhöhung der Einnahmen in den direkten Steuern durch

ordentlichen Mitteln greifen soll und muß, wenn es bei Befruchtung der Gegenwart durch neue mächtige Hülfsquellen, welche in der Zukunft üb:r-

und Erhöhung der oberen Augenknochen ein vorwaltendes Zahlen-Gedächt-

niß bedingen. Und in welch riesigem Maste war dies bei Beethoven, dem Meister im Kontrapunkt, vorhanden ! E y Die Beobachter des Schädels wollen ferner wissen, eine Rundung un-

und bei L, Zöllner in Berlin gedruckt. Statt es bei der vulgären Be- merfung bewenden zu lassen, dieselbe sei geschi>t gemacht und sauber aus- geführt, wollen wir lieber einen forschenden Blick in das Gesicht des großen Mannes werfen, den sie darstellt, und das Eigenthümliche seiner Phosiog- nomie aufzufassen versuchen.

__ Betrachten wix zuerst das Kinn. Bekanntlich giebt sich in dem Kinn die Entschiedenheit des Willens kund, und je mehr eine geistige Anstrengung auf dasselbe einwirkt desto ausgeprägter is die mittlere Spaltung. Bei Beethoven is dieser Gesichtstheil , dessen Prägnanz zunächst dur die Thä- tigkeit des Mundes bedingt wird, markant hervortretend ; zugleich senkt sich zwischen dem Kinn und der Unterlippe das Grübchen der Schalkhaftigkeit, die Mundwinkel der Sih des Humors und der Jrontie, sind scharf einge- Igen, und aus ihnen, wie aus der mit leichtem Troß aufgeworfenen Unter- ie! spricht eine innere Geschichte. Die ganze untere Gesichts-Partie ver- beita Spn Krastfülle des Geistes, und man begreift, daß aus diesem Munde fonnte “Diet resignirtes „Plaudite amici, finita comoecdia est” ertönen Oben: der N Vinige Präponderanz wirkt in fortgesegter Richtung nach Hriö&in did A auE) mit dem in schräger Richtung unter den Baen- Spannlkrast C ONN Fleisch zusammenhängend und ihm die spirituelle Mdchtt: selb F ind 4 i aEE den Vogel Jupiter’s nicht, und die Backen- ver Gail schen Lebre sehr merkbare Art ausgedehnt. Wenn Leßteres, nach is Béiihovin wei Seri foi vorwaltenden musikalischen Sinn hindeutet , so

Lassen wir da A ein Zeugniß gegen die Nichtigkeit dieser Annahme.

soglei aus, daß t A prüfend auf denen Beethoven's weilen, so fällt rechten zu entsprechen iben ‘Vie N S gene, er N en phosiologischen Wahrneh, Á oute, Ein Grund hierfür findet sich in der einwärts gerichtet ist, das Zahlen. Geeen Menschen, dessen Auge mehr dessen Auge v auswärts sieht, ein rana I At, DENLen o Met) Die Ursache dieser Erscheinung is klar, ten zeigen nämlich dem entsprechenden Benußung desselben, auch immer seinen

vielen Or

tung an.

äußeren Seite der Augen hervorstechen , desto mehr w

ârferes Personen-Gedächtniß hat, Präponderante geistige Eigenschaf-

O an, bei angestrengter ger die Knochen nun, wie es bei Beethoven der Fall i oberhalb jet NVebung des Gedächtnisscs nach Junen gekehrt oder gebrängt, weil viese Eckigleit

mittelbar über der Nasenwurzel bedinge Sachgedächtnif, und von den Thie- ren, z. B. der Schwalbe, haben sie abstrahirt, daß eine ungewöhnliche Stirn- erhöhung rechts und links oberhalb dec inneren Augenbraunen Ort2gedächt- niß verrathe. Wie dem auch sci, eine andere Wahrnehmung is wohl un- umstößlih wahr, nämlich: daß das Auffassungs- Vermögen um so größer, je höher die Wölbung oberhalb der Stirn - Naht, An dieser Stelle aber hat Beethoven eine ciartige Auswölbung.

Der Ausdru>k der Züge im Allgemeinen beurkundet nervöse, durch ein organisches Leiden bedingte Neizbarteit, zugleich aber kontrastlich eine durch die Mangelhasftigkeit des äußeren Gehörsinns hervorgerufene um \o größere Konzentrirung der inneren Auffassung. Das Gesammtbild zeigt uns einen Maun voll erhabener geistiger Kraft, einen Heros im Gebiete des Geistes,

Vergleicht man die Physiognomie Beethoven's mit der Mozart?s, so findet man bei Leßterem dasselbe geistig angestrengte Kinn, den nämlichen sprechenden Mund, die olympische Nase, nur is} die Stirne noch breiter und der Breite nah noch runder, Dagegen sind die Züge in ihrer Totalität ruhiger, leichterz man glaubt es auch äußerlih wahrzunehmen, daß das geistige Schaffen bei Mozart nicht mit solchen Studien wie bei Beethoven verknüpft wer, daß die Natur ihn mehr durch sich selber wirken ließ, und daß er, wie der Liebling Goites, so jene Nachtigall war, aus der unmittel- bar der Himmel sang. R,

Sternbald’'s Wanderungen.

Wem, der sih überhaupt um deutsche Literatur bekümmert, wäre dieser Roman, oder, wie sein Verfasser, Ludwig T ie>, ihn selbst benannt hat, diese „altdeutsche Geschichte‘ unbekannt geblieben? Im J. 1798, also vor nun siebenundvierzig Jahren , erschien der erste Theil dieses Jugendwerks unseres berühmtesten Romantikers, und seitdem hoffte man von Jahr zu Jahr , er werde dasselbe do< no< zu Ende führen. Diese Hoffnung is in- deß vor kurzem, wenn nicht ganz vereitelt, doch, was im Grunde einerlei i, so in die Ferne gerü>t worden, daß, im Hinbli> auf Tieck's hohes

eine strengere Repartition der Steuern zu erzielen, deren Art und

2I L L Z Fh a

lung is nämlich so eben als sechzehnter Band von Tiect's Schriften (Ber- lin bei Reimer) ausgegeben und mit einer, aus Berlin, Zuli 1843, datirten „Nachrede““ versehen worden, worin Tie folgende, der Literatur - Historie angehörende Ertlärung giebt : / x A E Oft hatte ich, in dieser langen Reihe von Jahren , die Feder wieder

Pg T F Gs / L ; L B angesezt, um das Buch fortzuseßen und zu beendigen, ich konnte aber immer ] Aus der kurzen

jene Stimmung, die nothwendig war, nicht wieder sinden. | Nachrede, die ih in meiner Jugend dem Ersten Theile des Buchs hinzu fügte, haben viele Leser entnehmen wollen, als wenn mein Freund Wak- keuroder wirklich theilweise daran geschrieben hätte, Dem ift aber nicht also, Es rührt ganz, wie es da ist, von mir her, obgleich „der Kloster- bruder ‘‘“ hie und da aufklingt, Mein Freund ward schon tödtlich kraut, als ich daran arbeitete, ‘“ |

Wir erfahren bei dieser Gelegenheit auch

i Schluß seines Werkes gedacht hatte. Ll ainang Mol A Monden die Bestürmung und Eroberung von Rom

aus Tie>?’s Munde, wie ex Es sollte, im Fortgang der

Frzählung, nach einigen ) etfäiget Vot Bildhauer Bolz, der auch nach Rom gekommen, sollte beim Sturm die Geliebte des Sternbald entführen, dieser aber trifft sie im Ge-

birge, und entreißt sie dem Bildhauer nah einem hartnä>igen Kampfe. Sie retten si in die Einsamkeit von Olevani, Nachher, auf einer Reise dur das slorentinishe Gebiet , tri in Bergen, auf einem reichen Land- hause, Franz seinen Vater z Ludoviko is sein Bruder, den er als Gemahl der schönen Nonne wiederfindet. Alle sind glücklich; in Nürnberg, auf dem Kirchhofe, wo Dürer begraben liegt, sollte in Gesellschast Sebastian's die Geschichte endigen,

Vielleicht fügt ein jüngerer Schriftsteller an dieses dürre Gerippe Fleisch und Seele einer lebendigen Kunstnovelle, und vollendet, was der greise Dichter unausgebaut hinterlassen zu wollen scheint, R

A Breslau, 16. Jan. Jn den lehten Tagen is die Pensions- Anstalt des hiesigen Theaters ins Leben getreten, ein, unabhängig von der jedesmaligen Pacht-Unternehmung, aber unter Mitwirkung der Direction durch die Mitglieder gebildetes Institut, dessen Ausführung nah mehreren ge- scheiterten Versuchen den außerordentlichen Anstrengungen des Herrn Baron von Vaerst allein zu danken is, Bei den eigenthümlichen Verhältnissen

Alter, {werli< an eine Ausführung von Franz Sternbald’s Wanderungen | durch den ersten Autor mehr gedacht werden darf, Die genannte Erzäh-

unserer Bühne war die Aufgabe in der E s{hwierig, der Anstalt im Voraus einen festen Bestand zu sichern. Es is Herrn von Vaerst gelungen,

Weise er niht näher bezeichnet, wozu ihm aber die Zustimmung der Kammer nothwendig sein wird.

Unter den Maßregeln, die Einnahmen zu vermehren, führt man an, daß von nun an alle Personen, die aus der Staats - Kasse eiue Besoldung oder Pension unter irgend einem Titel beziehen, gestem- pelter Quittungen sih bedienen sollen, währeud bis jeßt uur für hü- here Gehalte gestempelte Quittungen nothwendig waren, Ob die Kammer darauf eingehen wird, steht dahin, Den Ertrag der indi- reften Steuern s{lägt der Finanz - Minister für das Jahr 1845 um 28 Millionen höher an, als im Jahre 1844, Davon kommen aber 34 Millionen auf die Consumtion des Zuckers, während doch das Zuckergeseß vom Jahre 1843 die Zuersteuer beträchtli<h vermin- dert hat, i És wurde heute im Konferenzsaale der Deputirten-Kammer ver= sichert, daß der General-Prokurator von Bourganeuf von Amts we- gen ein neues Gesuch in die Kammer bringen werde, Herrn Emil von Girardin wegen des in der Presse enthaltenen Artikels gegen den Präsidenten von Bourgaueuf vor Gericht ziehen zu dürfen. Jun der leßten Session wurde das nämliche Auliegen von dem Kläger priva- tim vorgebracht; da aber die Kommission, welche beauftragt wurde ihr Gutachten darüber abzugeben, verneinend antwortete, fo hat der Gerichts-Anwalt von Bourganeuf auf Antricb der Kläger si< veran= laßt gesehen, amtlih gegen Herrn Emil von Girardin einzuschreiten. (Cs wäre dies seit 1830 der erste Fall, daß auf amtlihem Wege eine solhe- Klage bei der Deputirten - Kammer eingebraht wird. Darum K ias sehr darauf gespannt, wie die Kammer si dabei benehmen vird, 5

Grossbritanien und Irland.

4 _Loudon, 13, Jan. Die Adreß - Debatte in der französischen Pairs-Kammer, die sih vorzugsweise um die Reisen der legitimisti hen Deputirten zum Herzoge von Bordeaux nah London und die dortigen Demonstrationen auf dem Belgrave Square drehte, is hier mit großem Juteresse verfolgt worden. Von jeher hatte der größte Theil der englischen Blätter dies Treiben der Anhänger des Herzogs i e E ende Meinung, auch den, englischen Adel voi! Theilnal an den Scenen im Hotel des Prinzen zurückgehalten, welche die Regierung ungern sah, aber zu verbieten dur die Gretheits = Geseße des Landes gehindert war. Es mußte deshalb einen ziemli peinlichen Eindru> machen, als Herr Guizot in seiner Rede diese Scenen, die in einem mit Frankreich durch die in= nigste Freundschaft verbundenen Lande stattfanden, „\kandalö3“/ nauute und der ministerielle Standard beeilte sih deshalb, in seinem gestri- gen Blatte zu untersuchen, ob es nicht möglich sei, Mittel zu finden wodurch „einer Wiederholung solher Scenen, welche der fra zösische auswärtige Minister skandalös neunt“ ‘gebeug S A i8wartige Minist andalós neunt“’, vorgebeugt werden *fönnte. ¿ DIéjé Uliséké Pt, sagt der Standard, „wird noch dringen-= der, wenn wir uns zurücrufen, wie die französische Regierung die Handlungsweise der unsrigen betrachtet. Als die Gegenwart des Herzogs von Bordeaux in anderen Residenzstädten des Koutinents für geeignet crahtet wurde, den französishen Gesandten dort in eine falsche Stellung zu bringen, ließ die französishe Regierung energische Vor= stellungen ergehen, aber als der Herzog von Bordeaux nah London fam, war die französische Regierung {on mit dem Mißfallen zufrie= den, welhes Jhre Majestät die Königin an den Tag legte, und welches sie nur damit an den Tag legen founte, daß sie den Herzog von Bordeaux nicht empfing. So zeigte der König der Franzosen, welcher seinen Repräsentanten von jedem Hofe des Kontinents zurükgerufen hätte, wenn dort der zehnte Theil von dem, was auf dem Belgrave Square statt fand, geschehen wäre, si<h mit einem einzigen Zeichen persönlichen Mißfallens von Seiten der Königin von England zufrieden.“ Wäh= rend das ministerielle Blatt so den Gefühlen des englischen Volkes mit dem Hinweis auf die Rücksicht Frankreichs gegen die Jnstitutio= uen Englands shmeichelt, sucht es den Ausdru>, womit Herr Gui= zot das Treiben der Legitimisten bezeichnet, dur< Anhäufung meh- rerer Beschuldigungen gegen diese Partei zu rechtfertigen, um den englishen Adel selbst zum Widerstande gegen dies Treiben zu bewegen. Unter diesen Beschuldigungen findet s< eiu merlwürdiges Dokument vom Herzoge von Bordeaux selbst, welhes dem Fournal du Commerce in Antwerpen von einem Legitimisten mitgetheilt wurde, und worin der Prinz seine Aussichten für die Zukunft darlegt Es sind die Abschiedsworte desselben, welche er am 27, Dezember vor seiner Reise in die Grafschaften Englands an seine Freunde gerichtet haben soll, und vou welchen der Standard zu seinem Zwette besonders die Empfehlung des Prinzen hervorhebt, welhe er seinen Anhängern ans Herz legt, nämlich „einig, wohl or= ganisirt und in Unterthänigkeit zu verharren, bis der von der Vor- schung bestimmte Tag gekommen sei. Hierzu bemerkt nun der Standard: „Wenn wir die Ansichten der französischen Regierun über die sfandalösen Scenen auf dem Belgrave Square kennen, weht wir Beweise haben, daß der Ausdru> „skandalös nicht übertrieben ist, wenn wir gesehen haben, in welher rüdsi<tsvollen Weise man

ihr insofern die Garantie Seitens der Eigenthümer des Hauses der Theater - Actien - Gesellschaft zu erwerben, als sich dieselbe a heishig gemacht hat, niht nur an der Verwaltung durch s in das Comité erwählten Deputirten Theil zu nehmen ändern auh jedem künftigen Pächter den Beitritt zur Anstalt auf Grund des dr läufig auf die Dauer von 4 Jahren entworfenen Neglements als Vertra Su Bedingung aufzuerlegen. Hiernach hat die Direction zum Besten der Anstalt eine jährliche Benefiz - Vorstellung zu geben, ferner von allen Gastspiel S noraren 5%! zu steuern und den Fonds die ihr nah den Theater elen zustehenden Strasgelder zu überweisen. Noch mehr, Herr von Vaerst Vai für seine Person der Anstalt no<h andere namhafte Opfer gebracht N Früchte unzweifelhast erst seinen Nachfolgern nach Ablauf dér egiaen Vächite zeit zu Gute fommen werden, Die Beitritts-Verpflichtungen der Mit: E Zub in jeder Beziehung die günstigsten und annehmlichsten, um so mehr A n

erwägt, daß die neue Anstalt lediglih auf die Kräfte der Mitglieder nid der Direction angetoiesen is, und nicht, wie in Leipzig, Frankfurt Hambu

sich der Unterstüßung und Beihülfe Dritter zu erfreuen hat, Die S lebütien hat öffentlich angezeigt, daß alle die Differenzen, welche die treffliche San, gerin Mad. Palm, geb. Spaßzer, seit geraumer Zeit der Bühne ent att haben, durch Vergleich beigelegt sind, und daß Mad. Palm definitio 9 Mitglied ausgeschieden is, Es giebt wenige Blätter, die nicht des zwischen Mad. Palm-Spaßer und der Direction schwebenden Rechtsstreites gedacht l aben Ein zweifelhafter Paragraph des Engagements-Vertrages hatte denselben berago laßt, Mad. Palm-Spaßer trug auf Grund dieses Paragraphen und gegen Offe- rirung der bedeutenden Conventional-Strafe an, den Vertrag durch Erfenntni aufzulösen, während dic Direction ihrerseits die weitere Erfüllung des u trages in Antrag brachte, Dies isst der einfache Thatbestand, der hier Jangè Zeit das Tagesgespräch bildete und in auswärtigen Blättern vielfad) auf arge Weise entstellt worden is, Mad. Palm-Spaßter wird unbestritten eine Zierde jeder ersten Bühne sein. Die Direction hat in ihrer Erklärun darauf hingewiesen, daß sie mit ihr ín neue Unterhandlungen getreten set e O U aus e dürfte unsere Stadt schwerlich auf läne

i en vielen ersten Bühnen, w i i i lerin bedürfen, konkurriren anen, a: Ae QIUE, I, AUSgEIERERE RANRe

4 Detmold, 15. Jan. Das National-Denkmal, wel i Jan. - ; s Befreier Deutschlands, Hermann, auf der Höhe des tbe Aw

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unseren freien Justitutionen huldigt, so können wir gewiß fragen: Wird jeßt nicht jeder englis<he Edelmann seinen moralishen Einfluß den man in so ehrenhafter Weise anruft, darauf verwenden, von sei- nen eigenen gastlihen Thüren eine Vershwörung gegen dei König der Franzosen und die Justitutionen, welche in Verbindung mit der gegenwärtigen Monarchie gegründet sind, auszuschließen?“

Das Testament des im vorigen Jahre verstorbenen Marquis von Wellesley ist so eben bekannt geworden, und es findet si< darin folgender Auftrag an den Secretair des Marquis, Herrn Mont- gomery, dem der literarische Nachlaß des gelehrten Lord zugefallen ist: „und ih wünsche, daß derselbe von meinen Papieren so viel ver- öffentlichen soll, daß meine beiden Verwaltungen Jrlands in richtiges Licht gestellt und meine Ehre gegen die Verleumdungen Melbourne?s und seiner Regierungs-Stüße, O'Conuell, geschüßt werde.“ Lords Brougham wird der Homer des Lord, in vier Bänden, vermacht, zuglei mit dem Auftrage, an der Veröffentlichung seiner Manuskripte mit zuarbeiten. | ; :

Nachdem die englische Posttaxe für die innere Korrespondenz be- fanntlich seit Jabr und Tag bereits auf ein Minimum Lon 1 Penny herabgeseßt worden, if nun au< eine Ermäßigung für die auswär- Le ABZETIeN, und zahlt sonah vom ten d. ab unter Anderem ein Brief von England nah Hamburg, Lübe> und Bremen nur noch 6 Pence (5 Sgr.) j

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Leer lande

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| N 16. Jan. (Amst. Handelsbl.) Jun einem

| amtlichen Berichte über die Ausgaben und Einnahmen der holländi- [en Kolonieen in Ostindien für das Jahr 1843 ergiebt sich, daß die

Ausgaben îu O stindien selbst auf 60,319,381 Fl., die Einnahmen auf 90,700,/67 Fl. veranschlagt sind, sv daß ein Defizit von 9,558,614

Fl, (Kupfer) bleibt; dagegen aber is der Ertrag der in Holland selbst

| E Erzeugnisse der ostindishen Kolonicen auf 28,933,700 Fl,

veranschlagt, und da die in Holland zu bestreitenden Auscçzaben für

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die ostindishen Besißungen 18,126,988 Fl. betrage ergiebt si bidt: An A L T E hier ein U „800,712 Fl, dur< welchen das vorerwähnte Defizit uicht nur gede>t, sondern im Ganzen ein Uebershuß von wahr- scheinlih 2,361,459 Fl. (Silber) herbeigeführt wird. (Die 9,558,614 öl. in Kupfer betragen 8,445,253 Fl. in Silber.) Was die übrigen Kolonieen anbetrifft, so sind deren Einnahmen und Ausgaben Ea e M D ben veranschlagt : Surinam, Einnahne S L e 900/000 öl. Curaçao, Bonaire und Aruba,

( *9,9909 Fl, Ausgabe 341,349 Fl. ; St. Eustatius, Ein- nahme 11,673 öl, Ausgabe 24,404 Fl.; St. Martin, Einnahme E l, Ausgabe 23,703 Gl. die Niederlassungen an der Küste von Quinea, Einnahme 7009 Fl., Ausgabe 61,889 Fl. Es ergiebt sich daraus, daß außer Surinam alle diese Kolonieen Ausfälle geben welche dur<h den Ueberschuß in der Einnahme der ostindishen Be- sißungen gede>t werden müssen. Außerdem soll aus demselben noch eine Summe von 150,000 Fl. zur Beförderung der Colonisation und zur Unterstüßung der Zucferpflanzungen verwendet werden.

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! 17 Brüssel, 14. Jan. Die Kammern haben seit 8 Tagen ihre Arbeiten mit der Diskussion des Budgets des Justiz-Ministeriums wieder begonnen. Es giebt dieses Budget selten Veranlassung zu eigentlichen Diskussionen, da Alles, was \i<h auf die Ausübung der Rechtspflege bezieht, geseßli< bestimmt ist, und die Administration in dieser Beziehung nur eine geringe Ausdehnung hat. Es befindet si jedo hier, wo wegen der völligen Trennung von Staat und Kirche kein Kultus-Ministerium bestehen kann, ein Zweig der geistlihen An gelegenheiten dem Justiz-Ministerium überwiesen, insofern der Staat wenn auch uit Besorger der Religion, doch der Versorger der Geist- lichen ist, Die Regierung hat hier weder das Recht der Ernennung noh der wirklichen Bestätigung der Geistlichen, die Bischöfe sind hier- für die alleinige Behörde, Nur indirekt nimmt der Staat an den Ernennungen Theil, insofern er für die ernannten Geistlihen die Be- soldung verweigern kann, Es ist dies das einzige ganz äußerliche Baud welches zwischen Kirche und Staat stehen geblieben ist aber deshalb aud streng bewahrt und bewacht werden muß, Ohne diesen Anknüpfungspunkt würden die Bischöfe cine größere Souveraivetät ausüben, als der König selbst, denn im Staate müssen doch die Cinseßungen von neuen Aemtern die Zustimmung der Kammer dur< die Votirung der daz A ) ( ; g der dazu ausgeseßten Besoldungen erhalten; die Bischöfe würden aber, nach Gutdünken neue Pfründen errihten, Pfarrer, Vikare und Deservauts uach Belieben ernennen fönnen, und der Staat müßte blind alles A a a Marl Geschäft eines Zahlmeisters übernehmen, Y on dem Stande und der Nothwendigkeit der Bedürfnisse NNHA T lu r: 1d der Nothwendigkeit der Bedürfnisse Es is daher von großer Wichtigkeit, daß die Errichtung vou neuen Pfarreien und die Ernennungen der Geistlihen zu den ver schiedenen Aemtern der Kontrolle so wie des Ministeriums so auch

errichtet wird, findet zwar von allen Seiten die erfreulichste Theilnahme, der

der Kammern, welche das Budget zu votiren haben, unterworfen blei-

N e deutschen Bundesfürsten hat den Bau mit neuen Beiträgen P 4 4 F 4 A J Fs S Y4 f i z C I A T A Uge fehlen zu der beabsichtigten Ausführung ati den Sammlungen für das Hermanns-Denkmal haben sich Deutsch- lands Liedertafel und Sänger -=- Vereine wiederholt als die wahren Träger u Förderer einer echt- deutschen, innig nationalen Gesinnung bethätigt, Seit soll‘e auch die Vaterlandsliebe mehr Nahrung, mehr Trieb und Begeisterung augen, ais aus dem Gesange, und vor Allem aus dem Männer - Gesange. Die meisten der norddeutschen Liedertafeln haben zu Gunsten des Hermanns-Doenkmals Konzerte veranstaltet, und die hiesige eine Pfennig - Subscription, durch welche wöchentlich 9 Nthlr. zusammengebracht sind. Auch in weiteren Kreisen hat si diese Theilnahme bethätigt. Bei der Stiftungs - Feier des offenbacher Sänger - Vereins ist ein auf das Hermanns - Denkmal bezügliches Festspiel von den Mitzliedern des Vereins aufgeführt und bei dieser Gelegenheit eine Sammlung veranstaltet, welche 77 Fl, eingebracht hat, Der Vorstand des offenbacher Sänger-Vereins hat diese Summe mit dem Wunsche hierher gesandt, daß alle Gesang - Vercine Deutschlands für die Förderung eines Werkcs, welches einen so denkwür- digen und ruhmvollen Abschnitt unserer vaterländischen Geschichte verherr- lichen soll, sich thätig und bereitwillig zeigen möchten, i /

Jahres - Feier der Akademie der Wissenschaften zu St. Petersburg.

_St. Petersburg, 12. Jan, Vorgestern fand die Jahresfei Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften A aOt A Akademie statt. Der Minister der Volks-Auffklärung, wirklihe Geheimerath von Uwa- rof, präsidirte, Eine glänzende und zahlreiche Versammlung hatte sich eín- gefunden, Der beständige Secretair, Wirklihe Staatsrath von Fuß, eröff- e die Sigung mit einer Rede, welche, wie immer, eine gedrängte Ueber- Mea Leistungen der Akademie im vorigen Jahre enthielt. Der Nedner ¿eo D mit einem kurzen Rückblick auf die denkwürdige Feier der Akademie A «Juldr verslossenen Jahres zu Ehren des 25jährigen Dienst-Jubi- foi V aid Präsidenten, schilderte hierauf die Veränderungen im Per- A ademie und begann dann seinen Vortrag über die Thätigkeit

ademiker. Hierauf berichtete der ordentliche Akademiker, Wirkliche

Staatsrath Pletnew, über die Leistu i i sifhe S An eistungen der Abtheilung für russische Sprache und Literatur , „unter denen die fortschreitenden Arbeiten zur Vervollständi-

ben. Dafür ist aber Oeffentlichkeit eine Hauptbedingung. Der Mi- nister hat die Responsalität der indirekten Bestätigungen zu überneh- men, es müssen dieselben aber, wie alle Ernennungen, veröffentlicht oder genau im Budget verzeichnet werden, sonst könnte leiht ein der Geistlichkeit günstiger Minister, der das Ministerium, wie es in den constitutionellen Staaten nit selten der Fall ist, nur als einen Durh= gangsposteun bekleidet , auf eine ungebührlihe Weise die Zahl der Pfarreien oder neuen Ernennungen vermehren. Was nun die Oeffent- lichkeit anbetrifft, so scheint der vorige Justiz-Minister die Wichtigkeit, ja Nothwendigkeit derselben gänzlih verkannt zu haben. Es hat der- selbe seine Bestätigung zur Errichtung von 300 Sukkursalen gegeben ohne dieselben im Budget bezeichnet zu haben, ja es hat diese That sache erst dur die Nachre<nung eines Oppositions - Deputirten her- ausgebracht werden müssen, wobei si< zuglei ergeben, daß die Be soldungen für diese Ernennungen freili< unter dem Artikel des Kultus begriffen, aber unter einem anderen Titel verzeichnet worden sind. Die Opposition benußte natürlih diesen Vorfall wieder als Anlaß, um das Ministerium der Kondescendenz gegen die Geistlichkeit zu beschul- digen. Der jeßige Justiz-Minister hat aber seine volle Bereitwillig- keit gezeigt, ein System zu befolgen, welches die Kontrolle der Kam= mern möglih macht. /

Bei den Angriffen gegen die Geistlichkeit ist denn au<h das neue Wohlthätigkeits - System zur Sprache gekommen, wel- es fshon mehrfah von Geistlichen angewandt und im verflosse= nen Zahre auf einem großen Feste von einem hiesigen Abte zur Aus= führung gebracht worden. Es is dies die auf die Lotterie gepfropste Wohlthätigkeit. Geseblich is eine Lotterie verboten, man hat aber immer das Auge zugedrü>t, wenn sie zu sogenannten wohlthätigen Zwecken angewendet wurde, und ungerecht würde es sein, zu leugnen, daß mehrfach sehr löbliche Zwecke dadurch erreiht worden find. “So ist vor einigen Jahren, wenn wir uns ret erinnern, ein Hospital für Greise in einer der naheliegenden kleinen Städte zum Theil dur eine Ausstellung und Lotterie gegründet worden. Allein hätte auch dieselbe Summe niht auf einem anderen Wege zusam- mengebracht werden fönnen, so muß man do<h den Grund- sab festhalten, daß der Zwe> die Mittel nicht heiligen kann; und daß die Lotterie eine unsittliche Leidenschaft im mens{h-

lichen Herzen nährt, wird gewiß von allen wahrhaft Gebildeten ein- ge1äumt werden. Um so mehr muß man fih denn wundern, wenn Geistliche, die doch ganz andere Wege zum menschlichen Herzen fennen sollten, si< eines solchen Mittels bedienen, und dazu in einer Art ivo das eigene Juteresse bei weitem mehr bedacht ist, als das Wohl der Hülfsbedürftigen , deren Name zum Aushängeschilde dient. Wir wollen uns hier niht zum Echo aller der vielleicht falschen Gerüchte machen, die über die lebte große Lotterie eines Geistlihen, der 85,000 Fr. dadurch eingenommen hatte, im Umlauf sind. So viel ist gewiß, daß den „Familien-Müttern der arbeitenden Klasse“, in deren Jnteresse

E nicht das Viertel zu Gute fömmt. Es hat das ekannt gewordene Resultat dieser Lotterie hier einen \o üblen Eindru> gemacht, und außerdem für die wahre Wohlthätigkeit so nachtheilige olgen gehabt, daß sih zu den Privat - Kritiken die öffentliche Rlase der Wohlthätigkeits-Anstalten gesellt hat, die bei immer rößer w ge denden Bedürfnissen nie so wenige Einnahmen gehabt ved ls l verlgufenen Jahre, eine Thatsache, die sie mit Recht den ins G Ga getriebenen Lotterieen zuschreiben, wo das Geld theils zum Ankauf Se Gegenstände , theils auf andere Weise ver\sc<leudert wird L ins vén Armen sehr wenig zu gute kömmt. Die Opposition von Brüssel hat diese Klagen, die fast in allen Regionen Eingang und Gehör gefun den, au in der Kammer laut werden lassen, und der Justiz Mini- ster hat versprochen, ein Geseß vorzulegen, wodurch freilich die Lotte rieen zu Zwe>en der Wohlthätigkeit ni<t untersagt, aber doch zt ihrem ganzen Verlaufe unter die gehörige Aufsicht des Staatès geftellt werden sollen. Es is dies eine halbe Maßregel, wo nach Lisdpos Ansicht das gänzliche Untersagen am besten gewesen wäre. Man sollt in unserer Zeit, wo so Vieles in verkehrte Verbindungen 4 tas wird, eines der edelsten Gefühle, das menschliche und christliche Wobl thätigleits-Prinzip, rein erhalten, und ihm seine Pflege durch gesell- schaftliche Anstalten sichern, die selbst auf“ reinen Motiven dite Um so dringender solche Anstalten für unsere Zeit werden, desto wich= tiger ist es, der Ausführung des Prinzips keine falsche Richtung zu geben. Die industriellen und kommerziellen Angelegenheiten sind bis ebt in den Kammern niht zur Sprache gekommen. Seit mebreren ‘Jab. ren liegen die Berichte über die vornehmsten Jndustriefragen a Kartons der Kammern und erwarten die öffentlihe Diskusston; L es wäre unverzeihlih, wenn auch dieses Jahr die Kammern Alke fi L » \ s io pro Sor - rospyr A , L E O ohne die eine oder andere dieser Gragen erledigt zu

Die heutige Durchreise des Herzogs von Bor

y ge Durch Herzogs v ordeaux, der, v England kommend, direkt und ohne si< aufzuhalten von Ostende nat Köln mit der Eisenbahn gefahren, hat hier weiter fein A

) n gefahren, hat hier weiter fein Aufse S macht. fsehen ge

Seit dem neuen Jahr erscheint in Brüssel zweimal wöchentlidh

gung des großen russischen Wörterbuches von besonderem Juter » Die für diese Sißung bestimmte Vorlesung des Alabemitors Aae R galvanische Telegraphie mußte aus Mangel an Zeit verschoben Ged D Sie wird in diesen Tagen im großen Saale der Akademie stattfinden "Amt Schlusse der Sihung proklamirte der beständige Secretair die neu erwähl« ten Ehren-Mitglieder und Korrespondenten. Jun der historisch-philolo ische z Klasse sind zu Ehren - Mitgliedern erwählt worden: die Kardinäle Än elo Mai und Mezzofantiz zu Korrespondenten dic Herren Hofrath Dé: atl piersky in Niga und J. G. Hoffmann, Mitglied der Königl. Akademie Ler Wissenschaften zu Berlin, und in der Klasse für russische Sprache d Li f ratur S Herr Hofrath Reswoi. i C Im April vorigen Jahres ertheilte Se, Majestät der iser stellung des Ministers der Volksaufflärung, die Eiaibutii e einer c<hronometrischen Erpedition, um die Länge der pulkowaer Sterns in Bezug auf den Meridian von Greenwich durch das mit Greenwicl r bundene altonaer Observatorium zu bestimmen, Die ronometriscen. Rei sen begannen am 19, Mai und dauerten bis zum 2. Oktober. Die E D dition hatte zu ihrer Verfügung 86 Chronometerz; 35 derselben waren E sische, der Haupt-Sternwarte , dem militairisch-topographischen Depot d L hodrographischen Departement und einigen Privaten gehörig, die 51 Albviien iwvaren von der altonaer Sternwarte und von den bekanntesten Künstle fe Altona, London, Berlin und Paris geliefert worden. Jn Zeit von Ä b als 4 Monaten wurden die Chronometer 17 Male über die Ostsee brau portirt, Ein Beobachter wurde von der dänischen Regierung na Lübeck beordert, um auf der daselbst errichteten temporairen Sternwarte die Zeit bestimmungen anzustellen; von russischer Seite wurden folche in Kronst di vorgenommen, und der Haupthafen des Reichs wurde mit der Hauyt-Stern- warte unmittelbar vereinigt, Der Minister der Volksaufklärung hat Sr. Majestät einen Bericht über die Beendigung dieser Expedition vorgelegt. Das bereits sehr genäherte Resultat der bis jeut gemachten Vérechnini e zeigt, daß das Centrum der pulkowaer Sternwarte 1 St. 21‘ 32“ 50 im Osten von dem Mittelpunkte des altonaer Observatoriums belegen ist und diese Angabe is genauer, als jegliche bis jeßt bekaunte Längenbestimmung Zu gleicher Zeit sind noch zwei wichtige Resultate gewonnen worden: 1) die Ueberzeugung, daß die Anwendung von Chronometern zu den genauesten geographischen Bestimmungen von nun an keinem Zweifel mehr unterliegtz und 2) eine genaue Ermittelung des relativen Werthes der einzelnen in dieser Expedition gebrauchten Chronometer, :

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