1844 / 21 p. 1 (Allgemeine Preußische Zeitung) scan diff

; j Y ngen, welche eine Strafe erheischen, die eín Beispiel cia E E für ‘diejenigen, welche in der Zukunft versucht sein möchten, euch nachzuahmen,“ : : Nicht blos gegen den Kénig, welcher der ihrige sei, wie En auch dies ihnen behagen möge, und gegen die Nation, sondern au ), und vielleicht no< direkter, haben sie strafbar gehandelt gegen die große und erhabene Versammlung, deren Mitglieder sie jebt nod seien, Vel Eid, den sie verlebt, |et nicht blos der ihrige, er sei au der der Kammer, der ganzen französischen Deputation, der jedes threr E insbe- sondere gewesen, sie haben sona gegen Alles, gegen Vaterland, Krone und Kammer si< vergangen. Ju den Geseßen habe die Regierung allerdings nichts vorgesehen gegen eiue solhe Thatsache wie die vor- gefallene, die man unter allen anderen Regierungen als Verbrechen des Hochverraths, der beleidigten Majestät, des Attentats gegen das Vaterland qualifiziren würde. Aber eben darin liege zu sehr der Be- weis der Stärke der in Frankreich bestehenden Justitutionen, als daß man eine Aenderung darin wünschen sollte. : ;

Der Verfasser bespriht nun die Vertheidigungsmittel, welche die in London gewesenen Deputirten anwenden würden. Sie seien de mauxaise foi gewesen, wenn sie beim Eintritte in die Kammer nicht ihren legitimistischen Meinungen entsagt hätten. Man habe freilih gesagt : „Die Royalisten haben in die Kammer eintreten fönnen und sind eingetreten, fraft der National-Souverainetät, wel<he Alles unter dem gegenwärtigen Regime beherrsht; der Eid ist fein Prinzip, er is eine Formel; die National - Souverainetät is ein Prinzip, sie beherrsht den Cid.“ Nie sei aber ein verfänglicheres und treuloseres Argument vorgebracht worden, sagt der Verfasser; wenn die Karlisten unter National - Souverainetät die Gewalt der Wähler verstehen, welche den Deputirten geseßlich ihr Mandat übertragen, so sei nichts dagegen einzuwenden. Die Mehrheit der Wähler sei eine Souve- rainetät bei der Wahlz aber no< habe die Kammer immer das Recht, diese Wahl selbst bei Prüfung der Wahl - Vollmachten umzustoßen. Allein das heiße mit Hülfe eines großen Wortes die shmahvollste aller Abdicationen, die seines Gewissens, bemänteln wollen.

Ein anderes Vertheidigungs = System werde vielleiht in einer gewissen Reserve bestehen. Die royalistishen Deputirten, würden die- selben sagen, haben nicht die Aufgabe, der Regierung zu gefallen, sondern Frankreich zu dienen, Die Nation sei ihr einziger Richter, nur ein Prinzip erkennen sie über ihren Willen erhaben an, das der National-Souverainetät, Nicht die Kammer, deren Tadel oder Zu- stimmung uicht die Frage bilde, sondern Frankreich habe sie zu rich= ten, d. i. ihre Wähler, An diese allein könnten sie daher appelliren, nur da fänden sie Richter, überall anderwärts nur ihres Gleichen, Schiken diese Wähler sie in die Kammer zurück, so müsse wohl die die Kammer, das Ministerium und die Dynastie sie si gefallen las- sen, da sie kraft der National - Souverginetät zurückkämen, Auch werden die Deputirten der Rechten, wenn sie ihre Entlassung gäben und wieder gewählt würden, in der Kammer unangreifbar sein, da ihre Stellung dann alle Zweideutigkeit in derselben verlieren müßte.

Der Verfasser betrachtet ein solches Raisonnement als die kühnste Hintanseßung der Autorität der Kammer und ihrer Entscheidungen, Die fünf karlistischen Deputirten wollen so sich über die ganze Ver= sammlung stellen, der sie angehören. Frankreich habe bereits über die Legitimisten gerichtet, weise sie zurück, und eitel Bemühen sei es, glauben machen zu wollen, die Nation sei farlistish, Das erwähnte

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dur Ungestraftheit die empörenden Akte noch besiegeln wollen, deren die farlistischen Deputirten si< \{<uldig gema<ht. Jhr Verhalten er- heishe eine strenge, exemplarishe Zurehtweisung, und diese liege nur in einer förmlichen Ausschließung aus der Kammer , und wenn sie ja eine Entlassung annähme, so müßte dies eine definitive sein.

„Es wäre sona dringend zu wünschen, daß die Kammer, ohne aus der constitutionellen Bahn herauszutreten, in den Stand geseßt würde, ein Ausstoßungs - Geseß zu erlassenz daß sie in klaren, be- stimmteu, kräftigen Ausdrü>en die Männer, die das verspottet haben, was sie am höchsten achtet, für unwürdig erklärte, in ihrem Schoße wieder zu erscheinen. Die Kammer würde gegen si selbst, gegen die Achtung, die sie si< und die man ihr schuldig ist, fehlen, wenn die Strafe niht im Verhältniß stände zu der strafbaren Handlung.“

Das Land würde dur< die Entfernung. der wenigen Mitglieder, um die es sich handelt, höchstens einige Wortfechtereien, aber feine praktischen Staatsmänner verlieren. Die Kamiern sollten dem Wun=- sche der wahren Freunde des Landes gemäß und um ihrer eigenen Würde willen diesen Beweis von Energie geben und so der ganzen Welt beweisen, daß der Eid, dieses Palladium der Ehre, im Schoße der französischen Nation stets heilig gehalten werde.

Das is der wesentlihste Juhalt dieser offenbar in sehr bestimm- ter Absicht geschriebenen Streitschrift. Wir glaubten um so mehr darauf hinweisen zu müssen, weil in ihr ungesähr die Haupt - Ideen des Operationsplanes dargelegt sind, welchen man bei dem in diesen Tagen in der Kammer zu eröffnenden Feldzug gegen die Legitimisten des Belgrave -Square befolgen zu wollen scheint. Ob mit Glück, das steht dahin und muß der Ausgang lehren.

Der gegenwärtige Zustand des Secundair-Unter- richts in Frankreich. Zweiter Artikel,

(Vergl, Allg. Preuß, Zeitung Nr, 15 Beilage.)

A Paris, 10. Jan, Die Basis des Secundair - Unterrichts bildet die Normal-Schule, aus welcher si< das Lehrer-Personal der Kollegien zum großen Theile ergänzt, Die Errichtung der Nor-= mal-Schule wurde 1808 dur Napoleon dekretirt, Die Verordnung des Kaisers kam indessen erst zwei Jahre später zum Vollzuge, und zwar sehr unvollständig, denn anstatt 300 Schülern wurden nur 45 in die neu errichtete Anstalt aufgenommen. Auch in den nächstfolgen- den Jahren gewann die Normal -= Schule nur wenig an Um- fang, aber die in derselben betriebenen Studien nahmen zu an Ausdehnung und an Tiefe. Jn dem Studium der alten Literatur, sagt Herr Villemain in seinem Berichte an den König, herrshte der Geist von Port - Royal, der Geist des siebzehnten Jahrhunderts in der Normalschule, während zugleich die \piritualistische und hochsinnige Philosophie des Descartes dem Unter riht in den spekulativen Wissenschaften die Richtung anwies, Ju die: fem Sinne wirkte die Normalschule bis 1822, wo sie dem auf die Vernichtung der Universität hinarbeitenden Einflusse der ultramontanen Partei erlag, und geschlossen wurde. Die dadur<h im Systeme des öffentlihen Unterrichts entstandene Lücke machte sih indessen so fühl= bar, daß die unterdrüctte Anstalt 1826 unter dem Namen der Vor= bereitungs\s{hule wieder ins Leben gerufen wurde. Nach der Juli- Revolution erhielt sie ihren alten Namen zurü>, und wurde sie durch

Ju der Normalschule werden für alle wihtigeren Zweige des öffentlichen Unterrichts besondere Kursus gehalten. Nächst den Vor= trägen der Professoren finden zum Theil unter der Leitung von Leh- rern der pariser Kollegien, praktis<he Uebungen der Schüler der Nor=- malshule im Unterrichtgeben statt. Die Zeit der Studien in dieser Anstalt is auf drei Jahre festgeseßt. Die Normalschule zählte am Ende des vorigen Jahres 96 Zöglinge. Während der ganzen Dauer ihres Bestehens von 1800 bis 1842 hat sie 886 Schüler gebildet, Ms denen gegenwärtig 441 als öffentliche Lehrer in Wirksamkeit

ehen.

Die Zahl der Privat-Anstalten ersten Ranges für den Secundair= Unterricht der sogenannten Justitute beläuft sih im ganzen Lande auf 102, Diese Anstalten stehen sämmtlich unter der Aufsicht der Uni- versität, und 23 der ältesten und wichtigsten von ihnen sind in Be- zug auf ihre Verhältnisse zur Universität den Königlichen und Kom- munal-Kollegien völlig gleichgestellt, Vierzig der Privat-Justitute stehen unter Leitung von Geistlihen. An den sämmtlichen Anstalten dieser Gattung sind über 1300 Lehrer und Aufseher (maîtres d’études) angestellt, und die Zahl ihrer Zöglinge beträgt 8850. Mehrere Privat-Anstalten sind bedeutender als viele Königliche Kollegien, zum Beispiel das Kollegium Stanislas in Paris, welches an 400 Pensionaire zählt (es is ihm nicht erlaubt, Zöglinge an- zunehmen, die niht zuglei<h in der Anstalt selbst wohnen). Der Privat - Anstalten zweiten Ranges für Secundair - Un- terriht, Pensionate genannt, giebt es in Frankrei<h nicht weniger als 914, von- denen si< 156 in den ses größten Städten des Lan= des, in Paris, Rouen, Lyon, Toulouse, Bordeaux und Marseille, be- finden. Das Scine-Departement allein zählt 107 Pensionate; meh- rere andere Departements, wie das der hohen Alpen und Korsika, haben fein einziges, Die Chefs der Pensionate, welhe das Diplom des Bakkalaureus haben müssen, beschäftigen 3335 Lehrer, denen die Universität gar keine Bedingungen der Fähigkeit guflegt, Die sämmt- lichen Pensionate zählen 34,336 Schüler. Hundertundzwanzig dieser Anstalten werden von Geistlichen dirigirt. Herr Villemain klagt in seinem Bericht an den König darüber, daß es den Pensionaten im Allgemeinen an Stätigkeit uud Dauer fehlt, wie zum Beispiel a 18 der Thatsache hervorgeht, daß alljährlih der fünfte Theil derselben seine Chefs wechselt. Diese Erscheinung muß man ohne Zweifel da- dur<h erklären, daß jene Anstalten dur<schnittli< eigentli<h nur als industrielle Speculation behandelt werden.

Der Bericht des Ministers des öffentlichen Unterrichts \hließt mit einigen furzen Notizen über die polytechnishe Schule, die Schule von St. Cyr, die See= und die Forstshule, Anstalten, welche dem Systeme des Secundair = Unterrichts s{hon deshalb nicht beigezählt werden können, weil sie nicht der Universität angehören, sondern unter der unmittelbaren Leitung verschiedener Ministerien stehen. Wir en- digen mit der Anführung der folgenden Worte, dur< welche Herr Villemain die Nothwendigkeit der wachsenden Pflege des Secundair= Unterrichts motivirt: „Je mehr si<h der Elementar-Unterricht in die ärmsten Klassen verbreitet, desto unerläßlicher is es, durch Arbeit und Kenntnisse eine Aristokratie der Jutelligenz aufre<t zu erhalten und zu verstärken, welche si< in demselben Maße erhebt, in welchem die Nation aufgeklärter wird, eine Aristokratie, welche Jedermann offen steht und bie sih unaufhörli<h erneut, Man kaun also nicht verken- nen, daß der Staat, indem er mit so großer Lberalität den Elemen- tar-Unterricht in der Masse des Volks begünstigt, si< selbst die Pflicht

System der Reserve bestehe darin, daß diese Deputirten glaubten, zu einer Thür hinaus-, zur anderen wieder hereingehen zu lönnen, Doch hosst der Verfasser, dahin werde es nicht kommen; die Kammer fönne nicht

Bekanntmachungen.

2234] Nothwendiger Verkauf.

Stadtgericht zu Berlin, den 30, November 1843,

Das in der Georgenstraße Nr, 17 belegene Schu- bartshe Grundstück, gerichtlich abgeschäßt zu 16,183 Thlr, 411 Sgr, 9 Pf, soll Schulden halber

am 16. Juli 1844, Vormittags 11 Uhr, an der Gerichtsstelle subhastirt werden. Taxe und Hypothekenschein sind in der Negistratur einzusehen,

[1790] Ea oi

Das dem Kleidermacher Carl Gottfried Krause ge- hörige, in der Hodißstraße Nr. 6 belegene, in unserem Hypothekenbuche von der Stadt Vol, 1X. No. 620 verzeichnete, auf 5129 Thlr. 14 Sgr. 9 Pf, abgeschäßte Grundstück nebst Zubehör, soll im Wege der nothwen- digen Subhastation verkguft werden, und is hierzu ein Bietungs-Termin auf

den 26. April 1844, Vormittags3 10 Uhr, vor dem Stadigerichtsrath Herrn Steinhausen im Stadt- gericht, Lindenstr, 54, anberaumt,

Der Hypothekenschein, die Taxe und die besonderen Kaufbedingungen sind in unserer Negistratur einzusehen,

Potsdam, den 6. Oktober 1843,

Königl, Stadtgericht hiesiger Residenz.

Tägliche Dampsf- wagenzüge.

Personenzüge. Mrg. 7 Uhr 45M,, Ab, 6 Uhr M, - - Frankfurt - 8 - 6 - 30 - Ankunft in Frankfurt Mrg. 10 Uhr 30 M., Ab, 9 Uhr 10 M. - - Berlin O D O 40a Mit den Personen-Zügen werden 2 Klassen von

Personenwagen 1, und 1 ‘qui Fil- Fracht, vefôrdert. l, Klasse, Equipagen und Eil

B. Güteuzüge. Absahrt von nee Vagens B Uhr 30 Min, S urt Mittags 412 -+ - A s gs - Sranffurt Nami, 3 Uhr 45 Min, it den Güterzügen werden ) G nenwagen 11, Klasse und auf Siehvlügen B Mle, pagen, eas ai Vieh, befördert, M e näheren Bestimmungen ergiebt das Reglement, welches auf q ia triebe iu baben {î. < f len Stationen für 4 Sgr,

Die Direction der Berlin-Frankfurter Ei Ä esel, furter Eisenbahn

A. Abfahrt von Berlin

- -

größert,

E

[56 b] % . Rz 0 A Berlin-Stettiner Eisenbahn. Mit Bezug auf die mit dem 20sten d, M. eintre- tende Veränderung in dem Gange der Güterzüge auf unserer Bahn machen wir hierdurch bekannt: daß von dem gedachten Zeitpunkte ab nur diejenigen Güter mit dem nächsten Güterzuge befördert werden können, welche auf den Bahnhöfen hier und in Ber- lin Tags zuvor, auf den Zwischenstationen 2 Stun den vor der bekannt gemachten Ankunfiszeit des Zu- ges aufgegeben worden sind. Wegen Zulässigkeit der Beförderung von Gütern über 20 Centnern 2c, mit dem nächsten Güterzuge behält es übrigens bei der Bestimmung unseres Tarifs zu Nr, 111, 6, das Bewenden. Gleichzeitig bringen wir hiermit zur allgemeinen Kennt niß, daß künftig alle bei unserer Bahn aufzugebenden

Güter mit zwei gleichlautenden vollstän- dig ausgefüllken Fra@tbriefen versehen

sein müssen, zu welchen die Formulare in unseren resp. Expeditionen für den Kostenpreis, und zwar: das Buch zu 25 Bogen 100 kleine oder 25 große Frachtbriefe enthaltend für 12 Sgr. 6 Pf., zwei große Frachtbriefe für 6 Pf.

zivei ftleine » S zu kaufen sind,

Ziehen die Absender es vor, die Frachtbriefe durch unsere Expedienten ausfüllen zu lassen, so sind leßtere befugt, für diese Mühwaltung eine Renumergtion von 6 Pf. für jeden auszufüllenden Frachtbrief zu erheben.

Stettin, den 18, Januar 1844.

Das Diet.

I »

U a Niederschle- Ag sish-Märki- i, sche Cisen- E N bahn.

Jn Gemäßheit des 18, des Allerhöchst

bestätigten Gesellschafts-Statuts ist die zweite Einzahlung auf die gezeich- neten Actien mit zehn Prozent des ganzen

Actien-Betrages ín un Tagen vom 15. bis zum 29. Februar d. J.

incl.

von uns festgeseyt, und werden die Actionaire unserer Gesellschast, unter Hinweisung auf $$. 19, und 20, des

4 S

Vermehrung der Zahl der Lehrer und der Schüler beträchtlich ver=-

Allgemeiner

o Anzeiger

Statuts wegen Verhaftung der ursprünglichen Zeichner und {toegen der Folgen der Nichteinzahlung des jeßt festgeseßten zweiten Einschusses, hiermit aufgefordert, diese Einzahlung in den erwähnten Tagen, und zwar in den Vormittagsstunden von 9 bis 1 Uhr, an die Hauptkasse unserex Gesellschaft, Leipziger Str. Nr. 61, zu leisten, Die bei der ersten Einzahlung ausgegebe- nen Zusicherungsscheine sollen mit den nach $. 17, des Statuts auszugebenden Quitiungsbogen verbunden werden, und sind zu diesem Zweck bei der jeßt zu lei- stenden zweiten Einzahlung nebst einem, nah der Num- merfolge der Actien geordneten und unterschriebenen Verzeichnisse derselben in duplo einzureihen, Ein Exemplar dieses Verzeichuisses bleibt bei unserer Kasse, das zweite wird als Juterims-Quittung vollzogen durch einen der unterzeichneten Direktoren, den Rendanten Niese und Kontroleur Schmidt, und mit dem Di- rections-Siecgel abgestempelt, dem Einzahlenden zurü>- gegeben und is später, gegen Extradition der mit dem Zusicherungsscheine verbundenen Quittungsbogen, vier Tage nah Empfang der Juterims - Quittung in den Nachmittagsstunden von 4 bis 6 Uhr zurückzureichen,

Die Berichtigung der Zinsen von den bereits einge- zahlten 10 Prozent der Actienzeihnungen für den Zeit- raum vom 15, Juni v. J. bis ultimo Februar d, J, also mit 2 Thlr. 25 Sgr. aus jéde Zeihunüung à 14000 Thlr. und mit 8 Sgr. 6 Pf. auf jede Zeichnung à 100 Thlr,, erfolgt nah $. 23, des Statuts dur<h Abrechnung auf die jeßt zu leistende zweite Einzahlung, so daß auf jeden Zusiche- rungs-Schein à 1000 Thlr, der Betrag von 97 Thlr, 5Sgr. und auf jeden Zusicherun gs- SwWh éin 3100 Thlr! vex Betrag Lon 9 Thlx, 21 Sgr. 6 Pf. baar einzuzahlen is,

Berlin, den 12, Januar 1844,

Die Direction der Nieder-Schlesisch-Märkischen Eisen- bahn - Gesellschaft.

Naunvn, Rubens, Fournier.

Literarische Anzeigen. 45 G isorib'a sämmmtl. histor, Romane zu sehr herabgeseßten Preisen,

Der Ruf von W., Harrison Ainsworth hat mit jedem neuen Werke so an Bedeutung gewonnen, daß es einer Stuttgarter Buchhandlung an der Zeit schien, jeßt eine wohlf, Ausgabe in Liefr. zu % Thlr. (18 Kr, rhein.) anzukündigen, und sind davon bereits erschienen: Wind- sor Schloß in 5 Liefer. % Thlr, Tochter des Geizigen, 6 Liefer. 1 Thlr. Diese Konkurrenz veranlaßt mich, meine im Schillerformat sauber gedru>te und größten- theils mit Bildern ausgestattete Ausgabe zu noch ge- ringerem Preise hiermit anzubieten, als:

Ainsworth, W. H., Das Windsor-Schloß, Aus dem Englischen v, De. E. Susemihl (wie die vier 7 1843, 3 Bändchen, statt 2 Thlr, für % Thlr. (1 Fl, 12 Kr, rhein.)

aufgelegt hat, auch den höheren Unterricht, welcher die edlere Civili- sation eines Landes repräsentirt, nachdrücklich zu befördern,“

—, Die Tochter des Geizigen, 1843, 3 Bdchen. atithér 22 Thlii für X Til (4 Fle 24 Ki) , Die alte St. Paulskirche. Erzählung von der Pest und Feuersbrunst (1665). 3 Bände mit 6 Bilderu. 1842, sonst 3 Thlr, nun 1 Thlr,

—, Guy Fawfkes, (Die Pulver - Vershwörung). 3 Bände. 1841, mit 22 Bildern, sonst 3 Thlr. nun 1 Thlr.

—, Der Tower zu London. 3 Bände, 1840, mit 29 Bildern, statt 35 Thlr. für 1 Thlr.

—, Ja> Sheppard. Aus dem Engl. v. J, G. Günther, 4 Bdchen mit 27 Bildern. 1839, 40. statt 2% Thlr, für 4 Thlr.

—, Crichton. Aus dem Englischen von W. A. Ubi S De 81827, 9% 22 U, QUE L Thl,

—, Rookwood. Aus dem Englischen v. Dr, O. L, B, Wolff. 3 Bände. 1837, 4 Thlr, auf 1 Thlr,

für welchen niedrigen Preis dieselben sofort durch alle Buchhandlungen zu beziehen sind,

Leipzig, Januar 1844, Chr, E. Kollmann.

Jn Berlin bei E. $3. Schroeder, Lin

den 23, Jagorsches Haus,

[55 b]

Der Juhaber eines coulanten Fabrik - Geschäftes ín der Provinz Sachsen, das mit circa 60 mille Thlr, Grund-Kapital arbeitet, keinen lebhaften Schwankungen unterworfen is, seine Erzeugnisse leiht und rasch ver- werthet und seit Jahren stets ein erfreuliches Resultat geliefert hat, wünscht einen Socius in dasselbe aufzunehmen, der indeß nicht allein mindestens 15 à 20 mille Thlr, baar einschießen , sondern auch selbst ein thätiger und fähiger Geschäftsmann sein müßte, da es dem Eigner nux darum zu thun ist, durch ein Associement im Betriebe wíe in der Verwaltung des Geschäfts sich Erleichterungen zu verschaffen. Desfallsige Anträge wollen die Herren R iley und Reußner in Magdeburg die Güte haben

entgegen zu nehmen und zu befördern,

Beschreibung einer neuen Be- L dachungs - Methode

ohne Anwendung von Lehm und Lohe, um flache Dä- cher bei jeder Witterung anfertigen zu können, dabei wenig theurer als Dorusche Dächer, wichtig bei Bau- ten zu landwirthschaftlichen Zwe>ken, Ferner Bes chrei- bung eines haltbaren Wandpuyes, hauptsächlih für Gebäude, welhe aus Lehmfachwerk oder Lchmsteinen bestehen, Nezept zur Anfertigung einer Gummi - La- masse, um alte oder neue Dornsche Dächer wasserdicht zu machen, Feuer-Eimer von russischem Segeltuch ohne Verpichung, Bei dem Kaufmann Herrn Schwerdtmann in Berlin erhält man eine gedru>te ausführliche An- weisung gegen portofreie Einsendung von 10 Sgr.

—-

Das Abo unement beträgk: 2 Rthlr. sür % Iahr. 4 Rihlr. - 5 Jahr. 8 Rthlr. - 1 Jahr. in allen Theilen der Monarchie ohne Preiserhöhung. Insertions-Gebühr für den Raum einer Zeile des Allg. Anzeigers 2 Sgr.

Bel E

Amtlicher Theil. F

Inland. Berlin. Unbedingtes Verbot der Che zwischen Stief - oder Zwieger-Aeltern und Siief- oder Schwieger-Kindern, Personal-Ver-

änderungen in der Armee. Vergleichender Nachweis über die Zoll-

Einnahme des Zoll - Vereins in den drei ersten Vierteljahren von 1842

und 1843. Magdeburg. Gustav-Adolph Verein, Köln. Durch-

reise des Herzogs von Bordeaux. S

Deutsche Bundesstaaten. Bavern. München, Rechenschasts-

Bericht der Hypotheken- und Wechsel-Bank. Württemberg. Ell-

wangen. Abend-Unterhaltungen tes landwirthschaftlichen Bezirks Ver- eins, Baden. Karlsruhe. Verhandlungen der zweiten Kammer, Oldenburg. Oldenburg. Verein zur Besserung entlassener Straf- Gefangenen.

Oesterreichische Monarchie. Preßburg. Die Wahlbestechung von

„den Ständen als strafbar anerkannt.

Frankreich, Paris, Beschlüsse der Opposition in Betreff der Adreß Debatten, Schreiben des Herzogs von Fiß-James an Herrn Guizot. D'Connell für die Legitimisten, Verurtheilung der widerseßlichen Stu denten, Vermischtes. Briefe aus Paris. (Eröffnung der Adreß- Debattenz Berrver's Erklärung, Einweihung des Monuments Molière's.)

Großbritanien und Irland. London. Abreise des Herzogs von Bordeaux nah dem Kontinent, O'Connell über seinen Prozeß und über Ludwig Philipp.

Niederlande, Schreiben aus dem Limburgischen, _ratistenz Finanzielles)

Eisenbahnen. Berlin, Actien, Glückstadt, _ Eisenbahn-Anleihe,

Handels- und Börsen-Nachrichten, Berlin. Börse, Stral- sund und Lübeck, Schifffahrt. Pari s, Börse,

(Die Sepa-

Kabinets - Ordre in Betreff der Eisenbahn- Bahn nah Elmshorn, Frankfurt a, M.

François Servais, Preußens Geschichte in Liedern, Ein deutscher Sporting-Almanach, Beilage, E

* * \ +- Amtlicher Theil.

Jhre Majestät die Königin haben in der Nacht einige Stunden ruhig geschlafen und sind heute srei vom Fieber, so daß der Zustand nichts zu wünschen übrig läßt.

Berlin, den 20, Januar 1844. :

Go De Conn E

Der bisherige Ober-Landesgerichts-Assessor Sönderop ist zum Justiz - Kommissarius für die Kreise Dramburg und Schievelbein, mit Anweisung des Wohnsißes m Dramburg, und zugleich zum Notar in dem Departement des Ober-Landesgerichts zu Köslin bestellt; und

Der bisherige Ober - Landesgerichts = Assessor Dr. Ziehm zum Advokaten bei den Gerichten auf der Jnsel Rügen, mit Anweisung seines Wohnsißes in Bergen, und, zugleich zum Notar in dem Depar= tement des Ober = Appellationsgerichts zu Greifswald bestellt worden.

von Stosch,

Zur Feier des Jahrestages Friedrih's ITL. wird die Königliche Akademie der Wissenschaften am Donnerstag den 2östen d, M., Nach=- mittags um 5 Uhr, eine öffentliche Sibung halten, Berlin, den 22, Januar 1844. Das Sekretariat der Königl. Akademie der Wissenschaften. von Raumer.

Akademishe Preis=Bewerbung in der Geschichts- Malerei.

Die Königliche Akademie der Künste wird in diesem Jahre eine Preis-Bewerbung in der Geschichts-Malerei veranstalten, deren Prä= mie für Juländer in einem Reise-Stipendium von jährlich 500 Rthlru. auf drei nah einander folgende Jahre besteht. Die Akademie ladet alle befähigten jungen Künstler, insbesondere ihre Eleven, so wie die Eleven der Kunst - Akademie zu Düsseldorf, zur Theilnahme an die- ser Preis - Bewerbung hierdurch ein. Um zu den Borarbeiten zuge= lassen zu werden, muß man entweder die Medaille im Akftsaale der

Frauçois Servais.

Jn dem am 49ten d. im Konzertsaal des Königl, Schauspielhauses gegebenen Vokal - und Jnstrumental - Konzert entzückte Herr Servais, erster Violoncellist des Königs der Belgier, im wahren Sinne des Wortes das, troß der ungünstigen Witterung, zahlreich versammelte Publikum dur den vollendeten Vortrag seiner s\{<önen Compo- sitionen auf dem Violoncelle. Absichtlich thun wir ‘hier der leßteren st0- gleih Erwähnung, weil es nicht zu verkennen, daß diesclben einen wesent- lichen Antheil an der mit_\o glücflichem Crfolg gekrönten, ungemein günstigen Aufnahme des Spiels ihres Urhebers haben. Bei einem so einzig dastehenden, so eminenten Künstler, wie Servais isst, ver- steht es sih von selbst, daß er den mechanischen Theil seines \o 1<hwierig zu behandelnden Jnstrumentes vollkommen in der Gewalt hat; wäre in dieser Beziehung Cinzelnes hervorzuheben, so müßte man vor allen Dingen ver außerordentlichen Reinheit und Sicherheit, mit welcher er z, B, gebun- dene Doppel-Gänge in Ofktaven, der perlenden Deutlichkeit, mit der er <roma- tische Läufe sogar abgestoßen, und der Art und Weise, wie er das Staccato auf einen Bogenstrich unübertrefflich ausführt, gedeuten. Doch alle diese Kunst- fertigkeiten als äußere Prunkmittel vershmähend, „gebraucht der ehrenwerthe Künstler sie im Gegentheil nur zur Auss<müd>ung seines die Seele berührenden, die geistigen Bande der Zuhörer erhebenden und zugleich fesselnden Spiels. Kraft und Fülle im Lon mit Weichheit und Zartheit im Vortrage verbindend, scheint inzwischen das Element tes Jnnigen, Empfindungsvollen seinem Charakter und seiner Natur mehr zuzu- sagen, als der Ausdru> des Erhabenen, Großartigen. Auch seine Compo- sitionen tragen dies Gepräge und verdienen ihres inneren Gehalts und voetischen Werthes halber, als von den gewöhnlichen Virtuosen-Compo- sitionen ganz verschiedene, in ihrer Gattung selten angetroffene, um so grö- ; nung. S E Gleich bel inem Erscheinen laut empfangen, trug Herr Servais zuerst das Allegro aus seinem zweiten Konzert vor und ärndtete den entschieden- sten Beifall während und nach Beendigung der Pièce. Noch mehr steigerte sih der leßtere bei der Ausführung seiner Bravour - Variationen über den Sehnsuchts - Walzer von Schubert und der im zweiten Theile des Kon- zerts vorgetragenen großen Phantasie „der Karneval“, eínes äußerst charafktervollen Tongemäldes. Sein Spiel erschien uns dabei, besonders da

Preußtis

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Sonntag den

Akademie oder in der Klasse für Composition gewonnen und die bei der Akademie vorgeschriebenen Studien gemacht haben oder ein Zeug=- niß der Fähigkeit von dem Direktor der Akademie zu Düsseldorf oder einem anderen ordentlihen Mitgliede der Königlichen Akademie der Künste beibringen. Die Meldungen der Konkurrenten müssen bis zum 6. April d. J. bei dem unterzeichneten Direktor der Akade- mie persönlich gemacht worden sein. Die vorläufigen Uebungen be ginnen am 15. April. Die Haupt - Aufgabe wird am 22. April er- theilt und über die Zulassung der Bewerber zu der definitiven Kon furrenz am 27. April entschieden; worauf den als befähigt anerfann ten Konkurrenten vom 29, April bis zum 3. August d. J. vierzehn Wochen zur Ausführung ihrer Gemälde in Oel in den Ateliers des Afademie= Gebäudes bewilligt werden. Die fertigen Bilder werden in die diesjährige am 15. September zu eröffnende große Kunst Ausstellung aufgenommen, und die Zuerkennung des * reises erfolgt am 15. Oktober d. J. bei der Feier des Geburtsfestes Sr. Majestät des Königs in öffentliher Sißung der Akademie,

Berlin, den 5. Januar 1844.

Direktorium und Senat der Königlichen Afademie der Künste. Dr, G. Schadow, Direktor,

Angekommen: Der Fürst Felix Lihnowsky, Lon Krzizanowib.

Der Ober-Präsident der Provinz Brandenburg, von Meding, von Heiligengrabe.

Der General-Major und Kommandant von Graudenz, von Barfus, von Königsberg in Pr.

Abgereist: Der General-Major und Commandeur der ten Division, von Holleben, na<h Stargard.

Uichtamtlicher Theil.

JulaudD.

Berlin, 19. Jan, Die heute ausgegebene Nr. 4 der Geseb- Sammlung enthält folgende Verordnung über das Verbot der Ehe zwischen Stief- oder Schwieger-Aeltern und Stiefß- oder Schwieger kfindern :

Wir Friedrich Wilhelm, von Gottes Gnaden, König von

Preußen 2c. 2c.

verordnen zur Ergänzung der Besti:nmung des $. 5, Tit. 1, Th. [T des Allgemeinen Landrechts und mit Aufhebung des $. 62 des An hangs zum Allgemeinen Landrecht, auf den Antrag Unseres Staats Ministeriums und nah vernommenem Gutachten einer aus Mitgliedern des Staats-Raths ernannten Kommission, was folgt: Die Wieder verheirathung einer Person, deren ehelihe Verbindung dur<h den Tod oder dur< richterlichen Aus\spru<h aufgelöst worden, mit Ascendenten oder Descendenten ihres früheren Ehegatten is au< dann verboten, wenn das Verhältniß zu dem Lebteren auf einer unehelichen Zeugung beruht. Eine Dispensation von diesem Verbote findet niht Statt.

Urkundlich unter Unserer Höchsteigenhändigen Unterschrift und beigedru>tem Königlichen Jusiegel. : |

Gegeben Berlin, den 22, Dezember 1843.

i S) Friedrich Wilhel. Müblér. Eo on Sag Beglaubigt : Bornemann,

von Rochow,

Berlín, 20. Jan. Das heute ausgegebene Militair Wochenblatt meldet folgende Personal-Veränderungen in der Armee : von Scharnhorst, General-Major und Juspecteur der ersten zum Inspecteur der vierten Artillerie-Inspection ernaunt. von Jenichen, General-Major, als Juspecteur der 2ten Artillerie-Jnspection bestätigt. von Frankenberg, Oberst und Brigadier der 8ten Artillerie- Brigade, unter Aggregirung bei dieser Brigade, zum interimistischen Juspecteur der 1sten Artillerie-Jnspection, von Kn oblo<, Oberst-

| Lieutenant von der Garde - Artillerie -Brigade, zum interimistischen

er ohne Noten vortrug, nicht als ein vorbereitetes, sondern als ein lyr ischer Erguß des Augenblicks, so anmuthig, so fe> tändelte er gleichsam mit den Schwierigkeiten, Ein Beifall, der nicht enden wollte, wurde dem so ausgezeichneten Meister auf dem Violoncell au<h na< dem Schluß dieses zuleßt von ihm vorgetragenen Stückes zu Theil, Möge Niemand sich um den Genuß bringen , diesen merkwürdigen Mann, der eben so ori- ginell, wie Paganini auf der Geige, aber kunstreiner als dieser, dasteht, bei einem ohne Zweifel stattfindenden zweiten Konzert zu hören.

Außer den beiden Ouvertüren zu „Fidelio“ und „Preciosa“, welche vom Königlichen Orchester unter Mendelssohn's Leitung mit Präcision aus- geführt wurden, von denen jedoch die leyte nicht re<t zum Charakter des Abends paßte, hörten wir von Dlle, Tuczek noch die bekannte große Arie aus Herold's „Zweikampf“, mit obligater Violin-Begleitung durch Herrn Leopold Ganz. Wie gelungen die Ausführung von beiden Seiten auch war, so hätten wir doch statt dieses durch seine unsinnigen Verzierungen u, s. wv. bis zur Karikatur geschraubten Musifstückes lieber cin anderes gehört. Herr Mantius sang eine Arie aus Donizetti’s „Anna Bolena‘‘, die jedoch nicht recht für seine Stimme zu passen schien, wie die gänzlich verunglückte hohe Stelle am Schluß derselben bewies. Desto mehr bewährte derselbe aber seine anerkannte Kunstfertigkeit in dem dankbaren Duett aus „Linda von Chamouni“’, das er zum Schluß des Abends mit Dlle. Sitte vortrefflich vortrug, t

Preußens Geschichte in Liedern. Borussia. Eine Sammlung deutscher Gedihte aus dem Ge- biete der Geschichte Preußens. Für Schule und Haus. Herausgegeben und mit Anmerkungen begleitet von Dw. Joh. Aug- H. L. Lehmann. Marienwerder bei Baumann, Ein \{höônes Buch, das den Ehrennamen „, ein vaterländisches verdient! Lehmann *) (Königl, Professor und Direktor des Gymnasiums

*) Derselbe is der gelehrten Welt auch durch eine von kritischer Schärfe des Urtheils und glücklicher Beobachtungsgabe in sprachlichen Dingen Zeug- niß gebende Schrift „über Göthe's Lieblings - Wendungen ‘und Lieblings- Ausdrüd>e‘“, Marienwerder 1840, befannt,

e Zeitung.

Fk

Älle Post-Anslalten des In- und Auslandes nehmen HSestellung aus dieses Blatt an, sür Berlin die Expedition der Allg. Preufss. Zeitung : Friedri<hsstrassc Ur. 72.

1844.

Brigadier der Kten Artillerie-Brigade ernannt. von Röbe, Haupkt- mann a. D,, zuleßt im 36sten Fnfanterie- Regiment, der Charakter als Major und die Erlaubniß zur Tragung der Regiments - Uniform mit den vorschr. Abz. f. V. ertheilt.

Nach der kürzlich vom Central-Büreau des

VBerlin, 20, Jan. llten Nahweisung der Zoll-Einnahmen für ç

Zoll-Vereins zusammengeste

die drei ersten Quartale d Einnahmen auf

in den ersten drei waren aufgekommen 16,048,532 »

also in 1843 mehr 1,844,244 Rthlr.

Die Mehr-Einnahmen vertheilen sich ziemli in dem bisherigen Verhältnisse auf die sämmtlichen Vereinsstaaten; nur für Württemberg ist eine unerheblihe Verminderung gegen das Vorjahr _ eingetreten, doch auch hier nur wegen des zufälligen Umstandes, daß die bedeu- tendste der dortigen Kolonial-Zucker-Raffinerieen ihre Fabrication be- {ränkt hat, :

Den Artifeln nah rührt ein großer Theil der Mehr -Cinnahme von dem Eingange von Eisenbahnschienen für den Bau der süddeut- {hen Eisenbahnen her, dann von der vermehrten Einfuhr von Roh= zuer, Kaffee und besonders Tabak. Auch die Einfuhr von Baum-= wollengarn is in etwas gestiegen, wogegen die Einfuhr von Baum-= wollen-Fabrikaten im Abnehmen zu sein scheint.

Wir hoffen, unseren Lesern nah erfolgter Zusammenstellung der Zoll-Einnahmen des verflossenen Jahres auch hierüber Nachricht mit= ¡heilen und damit eine Vergleichung der Einnahme aus den früheren Jahren seit der Gründung des Zoll - Vereins verbinden zu können, welche das erfreulihe Ergebniß darlegt, daß diese Einnahmen von Jahr zu Jahr und weit über das Verhältniß der na<h und nah ein= getretenen Erweiterung des Zoll - Vereins und der steigenden Bevól= ferung sich erhöht haben.

s verflossenen Jahres, belaufen si diese T A 17,892,776 Rthlr. Quartalen des Jahres 1842

S.

Magdeburg, 18. Jan. (M. Z.) Nachdem bereits früher mehrere Freunde der Gustav-Adolph=Stistung sich zur Bildung eines Haupt=-Vereins für die Provinz Sachsen hier vereinigt haben und die Stadt Halle als Mittelpunkt der Provinz zum Sih desselben erwählt worden i}, haben sih am 16ten d. M. auf dem hiesigen Rathhause gegen 30 Geistliche und Laien versammelt, um Einleitungen zu treffen zur Stiftung eines Lokal - Vereins für Magdeburg und Umgegend. Nach reiflicher Erwägung der gegenwärtigen Sachlage der Dinge ist man übereingekommen, nah 14 Tagen eine General - Versammlung hierselbst zu veranstalten und dieser das von den Anwesenden geneh migte Statut vorzulegen.

Köln, 16. Zan (K Z3) Ss: Köonial Hoh der Herzog von Bordeaux traf heute Morgens mit Gefolge, auf seiner Rük= reise na< Wien unter dem Namen eines Grafen de Chambord, hier ein und nahm sein Absteigequartier im „Kölnischen Hofe“ bei Herrn Harperath.

Ausland. Deutsche Bundesstaaten.

Bavern, München, 13. Jan. (N. K) Der achte Rechenschafts- Bericht der bayerischen Hypotheken - und Wechselbank am Schlusse 1843 beurfundet wieder sehr günstige Ergebnisse und Erweiterungen dieses vater- ländischen Instituts. Darlehen gegen hvpothekarische Sicherheit betreffend, betrugen Ende 1843 die Kapitalreste 10,239,111 Fl. 48 Kr., und es haben sich somit die angelegten Belder um 600,770 Fl. 30 Kr. vermehrt, Erträg- nisse 424,038 Fl. 56 Kr. Esfompte - Geschäfte wurden abgeschlossen 5,991,058 Fl, 49 Kr., Prolongationen 10,955,101 Fl, 55 Kr., Ueberrest 3,355,025 Fl. 18 Kr. Erträgnisse 111,055 Fl. 46 Kr. Leih - Geschäfte wurden erledigt sammt Prolongationen 7,539,194 Fl. 57 Kr., Ueberrest 1,025,371 Nl, 22 f. Cane 42,629 Fl. 33 Kr. Das Giro - Ge- chäft umfaßte 2,473,707 Fl. 26 Kr. Einnahmen und 2,468,630 Fl, 45 Kr, Rückzahlungen, Ueberrest 5076 Fl. 41 K. Ver

siten-, Giro- und Actien-Umschreibungs-Gebühren ertrugen 1193 Fl. 4 Kr.

zu Marienwerder) ging bei der Anordnung desselben von der rihtigen An- sicht aus, daß in der poctishen Auffassung und Darstellung, welche dur< die Phantasie, die Grundk:aft aller übrigen geistigen Vermögen, das Wahre und Gute in seiner {önen Erscheinung erkennen läßt, die edle Begeisterung und die hohe Jdee ihren klarsten Grund und ihren dauerndsten Haltpuntkt finden z und so sei die Poesie, welche von Anfang an aller Völker Lehrerin und Erzieherin und {hon im Alte:thum „der Nerv des Schul - Unterrichts“ gewesen, in ihrer Anschaulichkeit und Eindringlichkeit , in ihrer Leichtigkeit und Freiheit, in ihrer Tiefe und Nachhaltigkeit, in dem Zauber ihrer auch dur< äußere Formen hervortretenden Schönheit vorzugsweise geeignet, die Vaterlandsliebe zu erwe>en und zu einer nie verlöschenden Flamme anzu- fachen, und zwar am meisten in jugendlichen Gemüthern.

Auf diesen Prinzipien beruht der Zwe> der genannten Sammlung,

| welche, wie der Verfasser sagt, dahin mitwirken soll, daß auf Veranlassung

| l

poetischer Auffassungen das Vaterland in allen seinen Beziehungen kennen gelernt und in seiner Gesammtheit mit inniger Liebe erfaßt werde, Wo

| diese Liebe lebt, da schafft sie auch das edle Streben, den Vorbildern nach-

zueifern, des Vaterlandes werth zu sein und der Wohlfahrt desselben Mühe und Schweiß, Gut und Blut zu opfern. Und daß wir Preußen vorzugs- weise allen Grund haben, unser Fürstenhaus und Vaterland in Wort und That zu lieben, wer dürfte das leugnen?

Wenn Poesie und Sage die unbezweifelt älteste Quelle aller Geschichte sind, so haben wir jegt, nachdem wir, so zu sagen, eine Geschichte der Ge- \chichte besißen, nicht allein das Recht, sondern auch die Verpflichtung, jene Quellen nicht blos wegen ihres Werths für die historische Forshung zu studiren, nein, sie auch, ihrem rein ästhetischen Gehalt nach, in Ehren zu halten und dem Geiste einzuprägen. Und dies soll niht nur von den Antiquitäten unserer Geschichte gelten, sondern auch von allen denjenigen Zeit-Epochen bis auf die Gegenwart herab, worin Thaten zu Liedern wurden.

Deshalb heißen wir das Lehmannsche Werk von Herzen willkommen. Die darin enthaltenen Gedichte sind nah der chronologischen Reihenfolge ihres Inhalts geordnet und beziehen sich auf den ganzen preußischen Staat, von seinen ersten Anfängen bis auf die neueste Zeit. Dieser ganze Stoff zerfällt in drei Abschnitte; 1) bis zur Auflösung des Ordens f Preußen, Gros 2) bis auf Friedrih den Großen, 1740; 3) seit Friedri<h dem Großen,