1844 / 32 p. 3 (Allgemeine Preußische Zeitung) scan diff

g der Regierungen Englands, Frankreihs und

von einer Einigun Krieges der La Plata Staaten er=

Brasiliens zur Beendigung des

Mee Minister in Buenos Ayres, hätte zwar Jnstructionen erhal-

i eit zu verabsäumen, wodurch das Ende des Krie- u: E Ri werben E aber feineêweges eine Vereinbarung Ee genannten drei Mächte zu erzielen, um dem Kriege gegen den Willen der Kriegführenden ein Ende zu machen. Ein solches Ver- fahren involvire eine grobe Verleßung des Völkerrehts, .wie sie den jeßigen Mächten der civilisirten Welt nicht beizumessen sei. “Ju England geht man jeßt mit dem Plane um, an der Mündung der Themse und auh an anderen Punkten, wo die Ufer zur Anlegung von Befestigungsbauten ungeeignet oder zum Schuße gegen feindliche Angriffe niht genügend sind, auf eisernen Pfeilern eiserne Jnseln mit Geschüß - Batterieen zu errichten. Aehnliche Bauten zur Errichtung von Leuchtfeuern haben den Gedanken an die Hand gegeben und seine Ausführbarkeit bereits erwiesen, |

Lord Wharncliffe, Präsident des Geheimen Raths, soll dem Leeds Mercury zu Folge, von der Königin zum Grafen ernannt werden,

Die Versammlungen der Anhänger der landwirthschaftlichen Jn- teressen für Beibehaltung der Bs und die der League, für Abschaffung derselben werden fortwährend mit vielem Eifer betrieben.

Belgien.

Brüssel, 28. Jan. Jm Verlauf der Verhandlungen über das Budget des Ministeriums des Jnnern hat ein Amendement der flan- drischen Deputirten, welches zum Zweck hatte, die im Budget aufge-= führte Summe von 75,000 Fr. für verschiedene der alten Linnen- Industrie zu bewilligende Ermunterungen auf 200,000 Fr. zu er- böhen, lebhafte Debatten veranlaßt. Der Minister gab seine Zu= stimmung, daß man 150,000 Fr. bewillige, und dieser Vorschlag wurde schließlich von der Kammer angenommen,

S panien.

Madrid, 20. Jan. Die Königin hat mittelst einer Ordon=- nanz die seit dem Jahre 1836 exilirten Erzbischöfe von Sevilla und San Jago aus der Verbannung zurückberufen und von neuem an die Spitze ihrer Diözese gestellt.

Griechenland.

2 Athen, 10. Jan. Heute sind die gedruckten Exemplare des Entwurfs der Constitution unter die Deputirten vertheilt worden. Der Juhalt ist im Wesentlichen mit dem übereinstimmend, was ich Jhnen mit dem lebten Briefe am bten übersandte, Nur folgende Bestimmungen sind noch hinzuzufügen :

Der König ernennt die Senatoren auf zehn Jahre. Der Senat besteht aus 27 bis 40 Mitgliedern, die in gewissen aufgeführ= ten hohen Aemtern dem Staate gedient haben müssen. Die Depu= tirten-Kammer besteht aus 80 Mitgliedern. Die Senatoren bekom- men einen fixen Gehalt vou 500* Drahmen pro Monat. Wenn sie eine sonstige Stelle im Staatsdienste bekleiden, die weniger einbringt, bekommen \ie nur den Unterschied vergütet, um 500 Drachmen voll zu macheu. Die Deputirten erhalten eine Entschädigung von 250 Drachmen pro Monat während der Dauer der Session. Das Wahl= Geseh wird nächstens erscheinen. Die Kammern werden jährlih am 45. (27.) Januar zusammenkommen und wenigstens 2 Monate ver= Fammelt bleiben. Blos die gegenwärtigen halten 3 Monate lang nah definitiver Annahme der Constitution ihre Sißungen. /

Gestern war eine außerordentlihe Sißung der National - Ver- sammlung, um zu diskutiren, ob der Entwurf der Constitution erst dem Könige vorgelegt oder von der Versammlung diskutirt werden solle, Man entschied sich für leßteres. u

Vorgestern verschied in Athen nah langer Krankheit, im hohen Alter von 96 Jahren, der Fürst Karadsà, früher türkisher Hospodar der Wallachei. Er wurde heute beerdigt.

O Múnchen, 25. Jan. Von denjenigen Landsleuten, die sich am 6ten im Piräeus auf dem Dampfboot eingeschifft haben, deren übrigens nur funfzehn gewesen qw niht einige dreißig, wie berichtet worden ist, dürfen wir, gemäß briefliher Mittheilungen aus Triest, die Reisefähigsten morgen oder übermorgen hier erwarten. Man sieht ihrer Ankunst aus {hon erwähnten Gründen mit doppelter Neugierde entgegen, Zwar sind diesen Morgen wieder eine Anzahl Briefe aus Athen hier eingetroffen, aber theils reihen sie nur bis zum 10. Januar, indem die Ueberfahrt durch stürmische Witterung um zwei Tage ver- längert wurde, theils sheint ihr Jnhalt nicht einmal über noch ältere Vorgänge das erwünschte Licht zu verbreiten, wenigstens in wie weit F bis jeßt bekannt geworden is. Jh hebe einstweilen Folgendes

ervor.

Am Tag des Postshlusses (den 10, Januar) fand die feierliche Bestattung des ehemaligen Hospodars der Wallachei, Caradja, statt, und in Folge davon ging es in den Straßen der Stadt sehr lebhaft zu, ohne daß jedoch die geringste Unordnung stattgefunden hätte. Ueberhaupt war die Ordnung niht mehr gestört worden, was wohl gutentheils einer Maßregel beizumessen is, die, wenn konsequent und energish durchgeführt, der Stadt vom wesentlihsten Nußen werden muß. Einige Mordanfälle, die, wie es scheint, zahlreihen Räubereien und Diebstählen gefolgt waren, hatten nämlih einen Regierungs-= Befehl veranlaßt, in dessen Folge die Handhabung auch der gewöhn-= lichen Polizei dem Militair=Gouverneur anvertraut wird.

Die alsbaldige Freilassung des General - Majors und ehemaligen General-Adjutanten des Königs, Gennäos Kolokotronis, bestätigt sich, o wie, daß er eine weitere Ahndung seiner willkürlichen Reise nah

tünchen weder, noch seines früheren Benehmens in Athen selbst zu ge= wärtigen haben soll. Dagegen will über die ministerielle Krisis nichts verlauten, als daß Palamidis aus dem Minister-Rath getreten war und sich öffentlich als entschlossen erklärt hatte, bei erster Gelegenheit inmitten der National - Versammlung die Gründe seines Austritts in einer Weise entwickeln zu wollen, welche zeigen werde, wo die wahren Baatrioten zu FNE nien und wo nicht, Es liegt darin, wie es we= Tosend, den Anschein hat, ein Beweis dafür, daß die ministerielle O in deren Folge Palamidis das Portefeuille des Junern abge- f en hat, weder bloß durch die Antinappisten herbeigeführt worden Seri als schon vorübergegangen angesehen werden darf. Näheres ann ch in meinem Brief vom 22sten angedeutet, sun d-Entwwf i „griechische Blätter enthalten nicht blos den Verfas- reits, einzelne Yner Fn Länge nah, sondern beginnen auch be- teien, denen sie die e h desselben, je nah dem Sinne d ange der Bex ika Cra, Wahrscheinlich wird die Presse B polemwisirend voraudeilon n der National - Versammlung selbst öglichstes aufbiez theils fritisirend folgen, und in beiden zu gieß d um in jede auflodernde Flamme allerseits efaht gemacht zu habe ent sich auf lärmoolle Sigungen wenn die fenden sich blos m 0 daß man zufrieden sein wird,

Der Far lenha ließ feinen rien shlagen, noch Bavaresen im Lande gäbe, und dad en daran denken, daß es Teute in jüngster Zeit nur noch durch ihre sahen sih unsere Lands= durch anderweitige Unannehmlihfeiten genixt, 9 - aber niht mehr

inne der Par-=

Standard für ein leeres Gerücht, Herr Manbdeville, der |:

200

Eisenbahnen. ,

Köln, 27; Jan. Die Bonn-Kölner Eisenbahn is nunmehr zur efahrung vollendet. Es haben in den leßten Tagen bereits mehrere robefahrten auf derselben stattgefunden. Heute soll sie von Kommis- rien der Königl. Regierung befahren werden. Jhrer Eröffnung wird dann kein Hinderniß mehr entgegen stchen und dieselbe noch vor dem Karneval stattfinden können. Z

Preßburg, 13. Jan. (A. Z.) Noch im Laufe dieses, spä- testens e Monats wird die Cisenbahnfrage dem Landtage vorgelegt werden. Die mit der Behandlung dieses wichtigen Gegen= standes beauftragte Regnifolar - Deputation hat ihren umfassenden Bericht bereits vollendet und in demselben den Ständen des König- reis Ungarn die Zinsengarantie als das geeignetste und zweckdien- lichste Unterstüßungsmittel für derlei Privat-Unternehmungen im All- emeinen auf das Wärmste anempfohlen. Diese Kommission hat ins= Ecsonbire für die ungarische Central=-Cisenbahn, und“ zwar zuerst für die dem Lande am wichtigsten scheinende Linie von Debrezin bis Pesth, eine den Landesverhältnissen angemessene Zinsensiherung in Antrag zu stellen, sihch veranlaßt geschen. Bei der zu gewärtigenden Berathung des Landtags wird es aber dann nicht {wer fallen, den Beweis zu liefern, daß eine Zinsen- Garantie für beide vereinigte Bahnen von Preßburg bis Pesth, und von dort nah Debrezin, von einer und derselben Gesellshaft ins Werk gerichtet, ein ungleih ge- ringeres Risiko dem Lande in Aussicht stellen müsse, als wenn dasselbe blos für die anerkanut minder einträglihe debreziner Linie die Ga- rantie eingehen sollte. Es wird dabei Jedermann einleuhtend sein, daß der wahrscheinlihe Ausfall bei der leßteren nur durch das un- zweifelhaft günstigere Erträgniß der ersteren wieder ausgeglichen werden fann. Daß diese Wahrheit in Ungarn Aullang gefunden, zeigen die Blät- ter des pesther Hirlap, nah welchen son mehrere Komitate (das honther, beregher 2c.) sih zu einer Zinsen-Garantie von fünf, sogar sechs Prozent für die ungarische Central- Eisenbahn in ihrer ganzen Ausdehnung bereit erklärt und ihren Deputirten diesfalls Justruction ertheilt haben. Wir halten uns überzeugt, daß auch die meisten übrigen Komitate, sobald die Congregationen statthaben und das Gesuch der ungarischen Central - Eisenbahn - Gesellschaft um Unter- stüßung ihrer Unternehmung dabet zur Sprache kommt, diesem Beispiel sicher folgen werden. Bereits in diesem Augenblicke scheinen viele ähnliche günstige Entscheidungen gefaßt und zur Veröffentlichung vorbereitet. Haben die Ungarn auf dem diesjährigen Landtag einmal das Prin- zip der Zinsen-Garantie angenommen, ein entsprechendes Gesebß freirt und um die Allerhöchste Sanction desselben angesucht, die wohl kaum ausbleiben dürfte, so wird auch die längst erwartete Genehmigung des unumgänglich nothwendigen integrirenden- Theils der ganzen Bahnlinie, des Flügels von der ungarischen Gränze bis zum An= \{lusse an die Kaiser Ferdinands-Nordbahn, sicher erfolgen; so wer= den so manche andere Hindernisse, welche bis jeßt der Ausführung dieses großen Nationalwerkes entgegenstanden, aus dem Wege ge= räumt und insbesondere die Sorge, auf welhe Weise die zum Baue nöthigen Kapitalien herbeigesha}t werden können, leiht und sicher beseitigt werden.

Berlin-Potsdamer Eisenbahn. In der VVoche vom 283. bis incl. den 29. Januar c. fuhren auf der Berlin-Potsdamer Eisenbahn 4108 Personen.

Berlin-Stettiner Eisenbahn. Frequenz in der VVoche vom 21. bis incl, 27. Januar 3169 Personen.

LHandels- und Börsen -Uachrichten.

Berlin, 31. Jan, Die heute stattgefundenen Ultimo - Regulirungen sind auf den Cours der Eisenbahn-Actien ohne sonderlichen Einfluß geblie- ben, Die meisten Effekten schlossen angenehm, doch war das Geschäft erst Ende der Börse umfassend, während im Laufe derselben wenig umging. Dei O Eisenbahn - Actien am Schluß zu erhöhten Coursen sehr egehrt.

Königsberg, 27. Jan. Marktbericht, Weizen 40—65, Roggen 33 37, große Gerste 20— 36, kleine Gerste 28 314, Hafer 17 20, graue Erbsen 35—48 und weiße Erbsen 30—40 Sgr, pro Schfl,, das Schock Stroh 130— 150 Sgr, Die Zufuhx war bedeutend,

Magdeburg, 27. Jan, Höchster und niedrigster Getraide-Marktpreis pro Wispel: Gerste: 295 28 Rthlr.

Weizen: 48 39 Rthlr, Roggen: 355 » Hafer: 185 —16 »

__ Köln, 26. Jan. (H. O.) Rüböl etwas gewichen und zu den er- niedrigten Preisen mehr Abgeber. Effektiv 274, bei Particen 27, pro Mai 265, pro Oft, 283 Rihlr,

__ Paris, 26. Jan, Die französischen Renten waren heute an der Börse anfangs mehr angeboten, später zeigte sih wicder Nachfrage, Die Eisenbahn-Actien waren allgemein begehrt,

London, 26. Jan, (B.H.) Getraidemarkt. Heute ist von englischem Weizen wenig zu Markt gekommen; es war damit, so wie auch mit frem- dem still zu den Montagspreisen, Ausgesuchte Gerste zum Malzen {hatte einen guten Abgangz Secunda-Qualität dagegen war schwer zu verkaufen. Von irischem Hafer is diesen Morgen eine bedentende Zufuhr eingetroffen, welche fest auf die Montagspreise gehalten wurde, weshalb denn auch keinc erhebliche Abschlüsse gemaht wurden, Wir halten es für wahrscheinlich, daß der Bedarf \sih der Zufuhr völlig gleichstellen, und daß diese, so be- deutend sie ist, ohne die Preise zu drüen, geräumt wird, Jn Bohnen, Erbsen und anderen Artikeln keine Veränderung.

Durchschnittspreise der leßten 6 Wochen, Weizen, Gerste. Hafer, Roggen. Bohnen, Erbsen.

Endigend am Sh. Pce, Sh.Pce. Sh.Pce. Sh.Pce, Sh.Pce. Sh.Pce. '20 9 32 418 6 30 31 2 4

15, Dez E éi Ca S Z 6 Z E er Sr E L 50 3 32218 7 29 9 3010 30 10 E s eie 19 9.00.3. 1860214204 311 6 a N Ee 4910 0 7. 48 5 20 9 29 5 80. 7 P LLECE 00 9. 8932 189/33 7 29 8 Mi 00 8980719931720 6.-303 Gesammt-Durchschn.-Pr, 50 6 32 7 18 7 31 2 30 2 31 1 Zoll auf fremdes Getraide

bis 31, Jan, 2M 6— 8— 1006 1006 10 6 Auf Getraide aus den

Kolonieen... [; E o E E E T: C Auf fremd. Mehl 6 Sh. 105 Pce. Mehl aus den Kolonieen 1 Sh, 85 Pce. pro Ct.

Londoner Durchschnitts-Preise vom 23, Januar. Weizen. 4601 Qr, 53 Sh, 1 Pce. Roggen .…… 413 Qr. 32 Sh. 4 Pce Gerste... 8907 » 34 » Bohnen «444 T » 28 » #4 » Hafer 25561 » 20 » Erbsen... 984 » B » 6 »

Gctraide-Ein- und Ausfuhr in voriger Woche,

Weizen, Gerste, Malz, Hafer. Nog- Boh- Erb- Wik- Lein- Rapp-

_—_—__

Einfuhr, en, nen. sen. ken. saam. saam, engl, .…. 4514 6089 11698 4100 gts 1688 1215 7. | N —- ott, .. 102 3563 2260 60 8 rländ... 965. E ots aats —. 30 ausländ, 3942 3676 810 330 3704 6407 90

Ausfuhr 300 M —— —-

2, Amsterdam, 24. Jan. Jn dem Stande der holländischen Staatspapiere is diese Woche feine erheblihe Veränderung vorgefallen ; in- dessen hat sich die günstigere Stimmung, welche im Laufe der vorigen be- merflih war, ziemlich gut erhalten und war der Umsaß zuweilen recht leb- haft, Diese Stetigkeit fand einen großen Anhalt durch den Eifer, womit Actien der Handel-Maatschappy begehrt wurden, welche dadurch eine erheb- liche Preisverbesserung erfahren haben. Man fkonnte nämlich verwichenen Montag zu 138 % kaufen und hat bei täglichem Steigen gestern 139; % anlegen müssen. Außerdem haben noch die Actien der S arfedl-robterdatuer Eisenbahn wieder einen bedeutenden Aufschwung genommen und die Spe- fulanten öfters beschäftigt, Der vorige Woche bis 65% gesunkene Preis erreichte Montag plöylih 697% und stieg dann weiter bis 72% %z nur gestern entstand durch einige Verkäufe eine Reaction und konnte man zulegt zu 715% ankommen ; rheinische Actien sind fest im Course geblieben und holten 924 a 5%. Von fremden Staätspapieren is die erhebliche Cours- Verbesserung der spanischen Coupons zu erwähnen; während die Ardoins- Obligationen zwischen 217 und 2177 % \{chwankten, sind die Coupons bei lebhaftem Geschäft von 215 a 227% bis 24 a 25% emporgekommen. Die Kauflust hat sich auch den portugiesischen Obligationen zugewendet und de- ren Cours auf 495 % gebracht; einige Stücke sind gestern selbs zu 50 % abgenommen. Das Geld blieb sehr flüssig und der Geldzins-Cours auf La 2% % sel ¿a 2% stehen.

Am gestrigen Getraidemarkt erhielt sich Weizen auf vorige Preise mit trägem Umsay. Nur eine Partie unverzollter 133pfünd. bunter polnischer Weizen wurde zu 290 Fl, gekauft; im Konsum holte 131 pfünd. bunter pol- nischer 300 Fl., 131pfünd. jähriger rother \{lesisher 285 Fl. Jn preußi- {hem Roggen fiel nichts vorz eine Partie 124yfünd. neuer holsteinscher mit 175 Fl. bezahlt, Hafer war fester im Preise und holte 94pfünd. alter dier Hafer 105 Fl., 83pfünd. neuer feiner 95 Fl., 72.74. 78pfünd. neuer Futterhafer 74.76.80 Fl. Die Oelpreise waren weichend; auf 6 Wochen hat man zu 347 Fl. pr. Hektoliter verkauft,

Auswärtige Börsen.

Niederl. wirkl. Sch. 554. Pass. 55. Ausg. —. Zins]. 4% Russ. Hope 91.

Zins], e Neue Aul, 21.

5% Met. 1137 G. Bank-Actien p- ult, Hope 90% Br. Stiegl. 89Z Br. Tat. 547,

5% do. 1007,

Preuss,

Amsterdam, 27. Jan. 5% Span. 217. 3% do. 325. Pr. Sch. —. Pol. —. Oesterr. 110.

Antwerpen, 26. Jan.

Frankfurt a. M., 28. Jan. 2023. 2021. Bayer. Bank-Actien —.

Poln. 300 FI. 965 G. do. 500 Fl. 99. do. 200 FI. —. Hamburg, 29. Jan. Bank-Actien 1665 Br. Eugl. Russ. 112.

Lon don, 26. Jan. Cons. 3% 977. Belg. 1055. Neue Anl. 2273. Pas- sîve 55. Ausg. Sch. 1253. 5% Toll. 5472. 5% do. 1014. Neue Port. 47, Engl. Russ. 117. Bras. 78. Chili 103. Columb. —. Mex. 33%. Peru 23.

Paris, 26. Jan. 5% Rente fin cour. 124. 60. 3% Reate fin cour. $2, 25, 5% Neapl. au compt. 106. 75. 5% Span. Rente —. Pass. 55.

Wien, 26. Jan. 5% Met. 1%. 4% 100%. 3% 77%. 21% —. Aul. de 1834 151. de 1839 1223. Bank-Actien 1629. Nordb. 1317. Mail. 107.

p Z- (A6.

Meteorologische Beobachtungen.

1844, Morgens Nachmittags Abends Nach einmaliger 30, Jan. 6 Ubr. 2 Ubr. 19 Uber. Beobachtung. Luftdruck .... 331,09” Par. [329,84 Par.|329,73" Par. Quellwärme 95,8° R.

Flusswärme 0,5° R.

G0 | d \+ ‘1,9° R. 4+ 4,4° R.\+ 1,7% R.

Luftwärme ..

Thaupunkt ...|— 0,9° R. + 0,9° R. + 0,1° R.| Bodenwärme 2,8° R. Dunstsättigung 81 pet. 74 pCt. 88 pCt. Ausdünstung 0,011 Rh. Wölk eres Regen. regnig. regnig. Niederscblag 0,061 Rh. Wind «eus WNW. | WNW. WNW. | Wärmewechse) 4- 4,0® Wolkenzug. .. n NW. -+ 0,9" R.

2,5° R... + 0,0 R... 81 pct. WNW.

Tagesmittel: 330,22" Par...

Königliche Schauspiele.

Donnerstag, 1. Febr. Im Schauspielhause: Représentation ex- traordinaire au bénéflice de Mr. Francisque. Abonnement sus- pendu. Premier début de Mlle. Marie, artiste du théatre des Variétés de Paris. Le spectacle se composera de: 1) La pre- mitre représentation de: Hermance, ou: Un an trop tard, co- médie nouvelle en 3 actes, mêlée de chant, par Mad. Ancelot. 2) La première représentatjon de: Le démon de la nuit, vau- deville nouveau en 2 actes, par MM. Bayard et Arago. 3) La première représentation de Indiana et Charlemagne, folie de Carnaval en 1 acte, par MM. Bayard et Dumanoir. (Dans la première pièce, Mlle. Mary remplira le rôle de Valéria, et dans la seconde, celui de Mathilde.)

Billets zu dieser Vorstellung sind in der Wohnung des Herrit Francisque, Taubenstraße Nr, 40, zwei Treppen hoh, zu folgenden Preisen zu haben:

Preise der Pläße: Ein Billet zum Balkon oder Loge des ersten Ranges 1 Rthlr, 2e.

Jm Konzertsaale: Vicomte von Létorières, oder: Die Kunst zu gefallen, Lustspiel in 3 Abth., von C. Blum.

Freitag, 2, Febr, Othello, der Mohr von Venedig. (Mad. O Desdemona; Herr Härtinger: Othello, als Gast- rollen.)

üönigsstädtisches Theater.

Donnerstag, 1, Febr. Gast-Vorstellung des Kinder-Ballets des Herrn Price aus Kopenhagen in 3 Abtheilungen. Erste Abthei- lung (nah dem ersten Akte des Stück): La Gitana, spanischer National tanz, mit Kastagnetten, ausgeführt von Clara. Zweite Abtheilung (nah dem zweiten Akte); 1) Der Leitertanz. 2) Stegersches Pas de deux, ausgeführt von Clara und Rosa. Dritte Abtheilung (zum Schluß): Der Sultan und seine Sklaven, Mohrentanz, ausgeführt von sämmtlichen Kindern. Dazu: Die Geheimnisse der Kapelle, romantishes Gemälde in 3 Akten, frei bearbeitet nah Eugene Sue. Seitenstück zu dessen Geheimnissen von Paris, i

Freitag, 2. Febr. Doktor Faust's Zauberkäpphen, oder: Die Herberge im Walde. (Mad. Haarbleicher, vom Stadt-Theater zu Hamburg: Waltraud, und Herr Kohlmann, vom Stadt-Theater zu Breslau: Chevalier von Silberpappel, als Gastrollen.)

Sonnabend, 3. Febr. (Iktalienishe Opern-Vorstellung.) Lucia di Lammermoor. (Sgr. Napoleone Moriani, Kaiserl. österreichischer Kammersänger: Edgardo, als Gast.)

Verantwortlicher Redacteur Dr. J, W, Zinkeisen.

Gedrukt in der De ckerschen Geheimen Ober - Hofbuchdruckerei,

Beilage

Inhalt.

Deutsche Bundesstaaten. Württemberg. Ellwangen. Oeffent- lihe Schlußverhandlung im Sitrafprozeß. Baden. Karlsruhe. Umgehung des Census. Grh. Hessen. Darmstadt. Landwirth- \chgftliher Vercin. Sachsen-Altenburg. Altenburg. Preis- Aufgaben für landwirthschaftliche Schristen ; Magdalenenstift. Olden-

burg. Oldenburg. Ein deuischer Máäßigkeits - Missionair. Hol- stein. Kiel. Anstellung cines katholischen Geistlichen zu Fricdrichsstadt.

Vereinigte Staaten von Nord-Amerika. Schreiben aus New- Jork, (Die Partcien von Burcn und Calhoun; fruchtlose Kämpfe der verschiedenen Parteien im Kengreß; Antagonismus der Sonder - Juter- chsen; Prozeß gegen die den leßten Wahlgeseßen zuwider gewählten Mit- glieder des Nepräsentantenhauses.)

Zustand der pariser Presse am Schlusse des Jahres 1843. (Schluß.)

Ausland.

Deutsche Bundesstaaten.

Württemberg. Ellwangen, 22. Jan. (S. M.) Bei der heutigen dritten öffentlihen Schluß-Verhandlung in der vor dem Königl. Ober - Amtsgerichte Gmünd verhandelten Untersuchungssache gegen den Zuchthaus - Gefangenen Karl Christoph Paul Merker von Stuttgart hatten sich im Gerichtssaale wohl 500 Männer von nah und fern und aus den verschiedensten Ständen eingefunden. Die Anschuldigung selbst, auf den Versuch eines Mordes gerichtet, so wie die Persönlichkeit des Angeschuldigten, scheinen das Interesse des Pu-= blifums in hohem Grade angeregt zu haben. Der Augeschuldigte, im Jahre 1817 zu Stuttgart geboren, hatte sich mehrfacher früherer Vergehen und Verbrechen \{uldig gemaht und war zuleßt (im April v. J.) als Soldat durch kriegsrechtlihes Erkenntniß wegen Verlehung des Gehorsams im Dienste mittelst thätlicher Widerseßzung gegen den Borgesebten zur Todesstrafe des Erschießens verurtheilt worden, welhe Strafe jedoch im Wege der Gnade in jähriges Zuchthaus verwan= delt wurde. Hier verübte er am 17. Juli v, J. an dem Aufseher Mahle zu Gotteszell das neue Verbrecheu , wegen dessen er heute vor Gericht gestellt wurde, Ju der Anklageschrift wurde aus dem Benehmen des Angeschuldigten vor, bei und nah der That und aus dieser selbst zu beweisen gesucht, daß Merker eine Tödtung mit Vor- bedacht beschlossen und zu deren Vollführung von seiner Seite Alles gethan habe, was hierzu von ihm nothwendig gewesen sei. Der Ver= theidiger nahm jedoch nah dem Geständnisse des Angeschuldigten nur Körperverlebung im Affekte an und beantragte einmonatliches Zucht= haus als Zusab zu der noch zu erstehenden jährigen Zuchthausstrafe. Der Angeschuldigte, als ein heftig aufbrauseuder , jähzorniger und zornmüthiger Mensch geschildert , bénabii sih während der ganzen Verhandlung nicht nur ruhig, sondern zeigte sich selbst gerührt. Bei der Aufforderung zu seiner eigenen Vertheidigung bat er zu= nächst um Revision der kriegsrechtlihen Untersuhung, und erklärte, daß er eben zum Zorn geneigt sei und leiht dazu gereizt werden könne. Das Gerichts - Personal zog sih sofort in das Berathungs- Zimmer zurück. Nach 15 Stunden trat dasselbe wieder in den Gerichts- saal. Fast dieselbe Anzahl der Zuhörer, welche sich bei der Verhand- lung eingefunden hatte, war noch zugegen, als der Gerichts-Vorstand das Urtheil dahin verkündete, daß der Angeschuldigte, wegen ver- suchten Mordes, auf den Grund der Art. 50, 68 und 237 des Strafgeseßbuchs, zu einer 16jährigen Zuchthansstrafe, nach Erstehung der schon angetretenen 20jährigen Zuchthausstrafe, verurtheilt sei.

Baden. Karlsruhe, 21. Jan. (F. J, u. K. Z.) Es kommt nicht selten vor, daß Abgeordnete, welhe Weinhandlungs - Patente nahmen, um damit dem für die Deputirtenstelle vorgeschriebenen Steuer - Census zu genügen, diese Patente aber nah Geuchmigung der Wahl durch die Kammer wieder aufgeben. VDaburh wird offen- bar der Zweck des Census (beträchtlihe Betheiligung bei Steuer-= Verwilligungen) umgangen. Man sagt nun, es wolle eiu Deputirter eine Motion einbringen, dahin zielend, daß jeder Abgeordnete wäh= rend der ganzen Dauer seiner Deputirten - Eigenschaft das dem Cen- sus entsprechende Steuer-Kapital haben müsse,

Grh. Hessen, Darmstadt, 25. Jan. (Fr. J.) Der jeht {hon seit 11 Jahren bestehende landwirthschaftliche Verein der Provinz Starkenburg hat seinen Rechenschaftsberiht von 1842 43 heraus= gegeben, aus weldem in gedrängter übersichtliher Darstellung die Resultate seines Wirkens aus dem bemerkten Zeitraume zu erschen sind, Der Verein zählt gegenwärtig 643 Mitglieder und 40 Ehren= mitglieder, worunter die Mehrzahl Ausländer, und zwar solche, die sich durch Rath oder That (Schriftsteller und Oekonomen) um die Emporbringung des deutschen Ackerbaues besondere Verdienste erwor- ben haben. Wie in früheren Jahren, so hat der Vercin auch in dem verflossenen auf die Verbesserung der Wiesenkultur hingewirfkt, und die Aulage von größeren Bewässerungen entweder {hon veran- laßt, oder wenigstens do in geeigneter Weise vorbereitet, so daß \ie einen guten Fortgang zu nehmen versprehen. Allen darauf abzielen- den Verbesserungsplanen kommt unser tresfliches Wiesenkulturgesehß sehr zu statten, welches in Hru, Oekonomierath Dr. Zeller einen sachkundigen Erläuterer gefunden hat. Jn einer Zahl von nur 7 Gemarkfungen (Babenhauseu, Hergershausen, Großgerau 2c.) wurden überhaupt nicht weniger als 11,458 Fl. auf Wiesenbauten verwendetz eine Thatsache, welche den erfreulichen Beweis liefert, daß in den betreffenden Gemeinden ein reger Sinn für landwirthschaftlihe Verbesserungen herrsht, Für den Obstbau -wurde hin und wieder dur Anlegung von Baumschulen gesorgt. Der Rechenschastsbericht erkennt zugleih an, daß in diesem Zweige der Landwirthschaft noch ungleih mehr gethan werden könne. Auch für die veredelte Viehzucht und die Einführung neuer oder ver= besserter landwirthschastliher Werkzeuge is von dem Vereine in dem verflossenen Jahre viel Ersprießliches geleistet worden und seine des- fallsigen Bemühungen haben in der Erfahrung die verdiente Aner- fennung gefunden, Eben so wenig wurde das landwirthschaftliche Bauwesen und die darauf abzielenden Verbesserungsvorschläge außer Acht gelassen. Was wir shließlich unserem Vereine zum besonderen Verdienst anrehneu, isst die Thatsache, daß er mit verhältnißmäßig geringen Mitteln viel geleistet und während seiner elfsährigen Dauer überhaupt nicht mehr, als 38,450 fl. zur Erreichung seiner unter= schiedlichen Zwecke aufgewendcet hat.

Sachsen-Altenburg. Altenburg, im Januar. (W. Z.) Man wird sich erinnern, daß bei der leßten Versammlung deutscher Land=- und Forstwirthe der regierende Herzog einen Preis von 100 Dukaten auf die beste Geschichte der Landwirthschaft im altenbur= gischen Osterlande, der Königl. sächsishe Staats - Minister von Lin- denau 50 Dukaten für die beste Beantwortung der Frage: „Welche Maßnahmen sind die geeignetsten, um bei pachtweiser Annahme und Rückgabe von Landgüitern den Verlusten und Streitigkeiten vorzubeu=

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Beilage zur Allgemeinen Preußischen Zeitung.

gen, welche theils durh die Ermangelung eines festen Prinzips hin- sichtlich der Verwerthungs-Modalität der zu taxirenden Jnventarien=- Gegenstände, theils durh den Einfluß der zufälligen zeitweisen Preis Konjunkturen darauf, theils endlich durch mangelhafte Sachkeuntniß oder gewissenloses Verfahren von Seiten der bei solchen Verhandlun- gen zugezogenen Taxatoren für die jene Gegenstände übernehmende oder abgebende Partei entstehen und, wie die Erfahrung lehrt, für den cinen oder den anderen Theil selbs ohne dessen Verschulden die Gefahr großer Vermögens = Einbußen herbeiführen können?“ ferner daß der Stadtrath Altenburgs 20 Friedrichsd'or für die beste Lösung der Aufgabe: „Welchen Einfluß haben wir von deu Eisenbahnen auf die deutsche Landwirthschast zu erwarten; wie wird namentlich die sächsisch-bayerishe Eisenbahn auf Altenburgs bisherigen Verkehr mit landwirthschaftlihen Erzeugnissen einwirken, und was kaun geschehen, um diesen so viel als möglich festzuhalten und zu erweitern?“ aus- geseßt hatten, Um diese Preise bewarben sich 49 Schriften, aber die erwählten Preisrichter konnten sih niht überzeugen, daß darin die Fragen genügend gelöst worden wären, obwohl mehrere Abhand- lungen mit leis und Scharfsinn bearbeitet waren. Unter solchen Umständen haben sie nun die Ausschreibung erneuert und den Termin zur Einsendung von Bewerbungs-Schriften auf den 1. Juli d. J. festgeseßt.

Vor einiger Zeit fand in der hiesigen rühmlih bekannten Erziehungs =- Anstalt des Magdalenstiftes für Töchter aus adeligen Familien eine von Fremden und Einheimischen mit vieler Theilnahme besuchte Prüfung statt, welche den wohlbegründeten Ruf derselben aufs neue bestätigte. Sie erstreckte sich in den 3 Klassen des Ju= stituts, welhe von etwa dreißig Zöglingen in dem Alter von 8 bis 17 Jahren besucht werden, über alle Fächer, welche für die höhere weibliche Erziehung wesentli sind, wie namentli Religion, neuere Sprachen, vor Allem Englisch und Französisch, Geschichte, Geographie, weibliche Arbeiten, welche leßtere dur ausgelegte Proben bethätigt wurden, u. w. Sowohl Lehrer und Lehrerinnen, als auch Lernende gaben dabei Zeugniß von einem regen, wohlgeleiteten Eifer, welcher von dem besteu Erfolg gekrönt zu werden scheint. Ueberhaupt zeichnet sih diese, zunächst für adelige protestantische Familien bestimmte Erzie- hungs=Anstalt unter der oberen Leitung einer Stifts-Pröbstin, gegen- wärtig Frein von Friesen, {hon deshalb durch eine wohlgeordnete Organisation aus, weil sie ganz auf das Prinzip eines, auch durch die s{öne Lage und Oertlichkeit der Anstalt begünstigten, erweiterten Familienlebens gegründet ist,

Oldenburg. Oldenburg, 25. Jan. (W. Z) Die merk- würdigen Erfolge, deren sich die Thätigkeit des katholischen Kaplans Seling in Osnabrück, dahin gerichtet, das Landvolk vom Branntwein- Genusse zurüczubringen, früher in den Gemeinden des Fürstenthums Osnabrück zu erfreuen hatte, sind {hon hier und da zur öffentlichen Kunde gekommen. Aber die politischen Zeitungen , die doch jeden Schritt des Jrländers Matthew registrirten , haben nichts davon ge- meldet. Seling is aber in der That ein deutsher Matthew als sol= cher hat er sich wenigstens in diesen Tagen im oldenburgischen Kreise Vechta gezeigt, Eingeladen von den Geistlichen zu Dinklage, predigte er zu zweien Malen über den Branntwein-Genuß und empfahl die Entsg= gung, und mehr denn tausend Erwachsene beiderlei Geschlechts leiste- ten alsbald das Gelübde der Enthaltsamkeit, und das in ciner Ge= meinde von kaum mehr als 4000 Scelen! Mehrere Hunderte der älteren Schulkinder bildete Seling außerdem zu einer „Hoffnungs= schaar““, die seinem Wirken die Nachhaltigkeit in der kommenden Ge= neration verspricht.

Holstein, Kiel, 22. Jau. (Corresp. Bl.) Se. Majestät haben unterm 29sten v. M. dem Priester Johann Hermann Esseling unter der Bedingung, daß er die Landesgesebße genau befolge, und keine firhlihen Anordnungen der Gemeinde bekannt mache, bevor hierzu die Allerhöchste Genehmigung nachgesucht und ertheilt sei, so wie mit der Bestimmung, daß er im Uebrigen die für die katholischen Geistlicheu in den Herzogthümern Schleswig und Holstein zu erlassende Justruction sich zur Richtschnur dienen lasse, die Erlaubniß zur Aus= übung priesterliher Functionen als Pfarrer der römisch-katholischen Gemeinde in Friedrichstadt zu ertheilen geruht.

Vereinigte Staaten von Uord- Amerika.

O New-York, 1. Jan, Wie ih {on gemeldet, ist die Grage einer Abänderung des Tarifs in beiden Häusern zugleich, und zwar in beiden durch Mitglieder desselben Staates, nämlih Süd- Karolina, durch die Herren Mac Duffin und Rhett angeregt wor= den, Auch das Resultat kennen Sie bereits. Briefe aus Washing- ton wollen nun übereinstimmend in dieser von den genannten beiden Herren ergriffenen Juitigtive nur den Vollzug eines Verhaltungs-= Planes erkenuen, «den die Anhänger des Herrn Calhoun gefaßt haben sollen, und der darauf hinausliefe, die van“ Burenisten in die Noth=- wendigkeit zu verseßen, sich entschieden für oder gegen dic Handels freiheit “auszusprechen. Wenn, wie dies wahrscheinlich is, die Mehr= heit der van Burenisten den Männern des Südens nicht so weit folgen wollen, als diese sie zu führen wünschen, wenn das Repräsen= tantenhaus, statt von dem jeßigen Tarife auf die Kompromiß =- Akte vou 1833 zurückzukommen, sich darauf beschränkt, einige Artikel des Tarifs zu modifiziren und blos den Thee und den Kaffee mit Zöllen zu belasten, die bis heute davon befreit geblieben waren, \o sollen die Calhounisten entschlossen sein, mit ihren Kollegen des Nordens zu brehen und den von der künftigen Versammlung zu Baltimore be= zeichneten Kandidaten zur Präsidentschaft, dessen Wahl unausbleiblich auf Herrn van Buren fallen wird, nicht anzuerkennen.

Von dem gegenwärtigen Kongresse ist keine Maßregel von eitt- schiedenem Charafter über die Stei Gragen zu erwarten, welche die demokratische und die Whigpartei von einander trennen. Da diese beiden Parteien jede in einem der beiden Zweige der geseßgebenden Gewalt die Majorität besißt, so is es thatsählich gewiß, daß der Senat sein Veto gegen die demokratischen Bills des Repräsentanten= Hauses einlegen, daß dieses seinerseits das Nämliche thun würde ge=- gen die Whig =- Bills des Senates, und daß der Präsident, der halb Whig, halb Demokrat, oder weder das cine noch das andere is, wohl scinerseits gegen alle beide das Secinige einlegen könnte, Desgleichen mißt man den Repräsentanten des Südeus die Absicht bei, förmlih die Einverleibung von Texas in die Union zu be- antragen, welhe einen Augenblick zu einer festbeshlossenen Jdee des Präsidenten geworden war, dem aber die Klugheit am Ende gerathen hat, die Juitiative zu einem derartigen Antrage der legislativen Gewalt zu überlassen. Forerleho haben die Repräsen- tanten des Westens die Absicht, lebhaft auf Ausführung des Projekts zu Besebung des Oregon=Gebietes zu bestehen, das ihr Vokïposten und et É odrr das. besondere Erbtheil ihrer Zukunft is. Aber das Unglück für diese verschiedenen Fragen isst gerade diese Art von aus\hließlihem Juteresse, das dieselben sür diesen oder jenen Theil der Union haben; sie verlieren an Nationalität, was sie an Lokalitäts- geist gewinnen, und wenn es sich um ihre Lösung handelt, so werden

Donnerstag den Lf Februar.

sih, aller Wahrscheinlichkeit zufolge , stets zwei Fractionen der Union unabänderlih gegen eine einzige vereinigt finden, sei es nun in Folge von Gleichgültigkeit, oder aus Eifersucht, oder in Folge eines klugen Mißtrauens gegen einander. j

Der Antagonismus dieser Sonder =- Jnteressen und ihre relative Schwäche hat sich cben im Kongresse reht deutlih gezeigt, aus An= laß eines Antrages des Herrn Ramsey, der als Repräsentant eines fast durhgängig von Deutschen bevölkerten Distrikts, die das Eng= lische nicht verstehen, verlangte, daß 3000 Abdrücke der Botschaft des Präsidenten in deutscher Sprache gemacht werden sollten, damit diese naturalisirten Ausgewanderten, die einen so großen Einfluß auf die politishen Justitutionen dieses Landes ausüben, in den Stand gesebt würden, den Wortlaut und Geist der Botschaft zu verstehen. Das Verlangen war sicherlih eben so vernünftig als gerecht und billig; es war andererseits au vortheilhaft unter dem Gesichtspunkte der ame= rikfanischen Nationalität selbs, und war auch auf dem Punkte, votirt zu werden, denn die Majorität des Hauses beseitigte durh 130 gegen 93 Stimmen die vorläufige Frage, die man demselben eutgegenseßte. Aber cin Repräsentant von Louisiana, Herr Slidell, verlangte nun auch den Druck der Botschaft für seine Kommittenten in französischer Sprache, und Holmes aus Süd-Carolina verlangte ihn für die seini- gen im niederdeutscheu Dialekte. Die Vervielfahung und das gegen= seitige Durchkreuzen dieser Auträge nun ward die Veranlassung, daß sie alle verworfen wurden von der Majorität, welhe weder Deutsche, noch Holländer, noch Franzosen zu befriedigen hatte.

Das Repräsentantenhaus hat von neuem vor seinen Schranken den Prozeß anregen sehen, der den dem leßten Wahlgeseße zuwider gewählten Mitgliedern gemacht wird, deren Wahl-Vollmachten provi= sorisch ohne Diskussion, auf die bloße Vorzeigung ihrer Wahl-Certi= fifate, für gültig erklärt worden sind. Wahrscheinlih wird die Ma= jorität ihren ersten Beschluß aufreht halten, in Anbetracht der Sou= verainetät der einzelnen Staaten, durch welche den Eingriffen des Kongresses Schranken gescßt werden. Aber cs bleibt dann immerhin eine bedauernswerthe Thatsache, die ein {limmes Beispiel giebt, ste= hen, nämli, daß man so leihthin über cin von dem Kongresse von 1842 gegebenes Geseß im Kongresse von 1843 sih hinwegseßt. Wenn man dieses Geseß noch cinmal diskutirte, verdammte und widerriefe, so ginge dies noh an, man blicbe dann noch immer bei Aufrechthal= tung eines geseßlichen Verfahrens uud bei der legislativen Form: wenn aber das Gefeß bestehen bleibt und dessenungeachtet ofen verleßt wird, so ist das ein unseliges Begiunen, ein Vorgang, der einen Keim politischer und sozialer Auflösung in sich ließt.

Zustaud der pariser Presse am Schlusse des Jahres 1843.

(Schluß, Vergl, Allg. Pr. Ztg. Nr. 31 Beilage.)

Der Globe ist auch eincs von den Journalen, deren finanzieller Zu- stand sehr zweifelhaft is. Früher war er das spezielle Blatt ber Kolonieen, und erst seit ctwa zwei und einem halben Jahre ist er zu einem täglich er- scheinenden Blatte geworden, Der Globe is rein ministeriell und der ei- frigste Vertheidiger der Person und Doktrinen des Herrn Gitiizot. Sein Haupt-Redacteur, Herr Grauier de Cassagnac, war früher einer der thâtig- stcn Mitarbeiter an der Pressez er is cin ausgezeichneter Schriftsteller, dem es jedoch zuweilen an Maß und Haltung fehlt und der sih zu leicht deu Sopbismen hingiebt. Der Globe ergeht sich zuweilen in Klatsche= rcien, und seine heftigen Angriffe gegen die Oppositions-Blätter haben ihn viele Feinde zugezogen. Er scheint den speziellen Auftrag zu haben, die Republik und die Legitimität zu bekämpfen, und er zeigt in diesem Kampfe so wenig Maß, daf er jeden Augenblick entweder mit der Gazette de France oder mit dem National Prozesse hat. Ob er der ministericllen Sache wirkliche Dienste leistet, ist sehr die Fragez denn sein zänkischer und herber Ton is mchr dazu geeignet, die Gegner des Kabinets zu reizen, als zu versöhnen, Herr Guizot ist überhaupt das cinzige Mitglied des Ministeriums, welches den Globe unterstüßt, Herr Duchätel hat ihm in seinen finanziel- len Verlegenheiten niemals zu Hülfe kommen wollen. Seine Hülfsmittel sind heut zu Tage sehr beschränkt und scine Existenz is dahcr problematisch. Da cr fast dieselben Functionen erfüllt, wie das Journal des Débats und die Presse, so wird es ihm shwer werden, sich ein Publikum und einen Anhang zu verschaffen.

Die Démocratie pacifique ist die Fortsehung der Phalange. Dies leßtere Journal erschien fast zwölf Jahre lang zuerst einmal, dann zeimal und endlich dreimal wöchentlih. Es war das Organ der Theo- ricen Fourrie:’s und vertheidigte mit Wärme den excentrischsten und abge- schmaktesten Theil derselben, Die Deémocratie pacifique, welche it scchs Monaten erscheint, ist zwar auch ein Organ der Fourrieristen, doch ist sie weniger ausscließlih und übergeht gewisse ziemlih wichtige Punkte der Doktrin Fourrier's mit Stillschweigen. Sie ist in dem Ton einer weinerli- chen Philantropie geschrieben und sieht überall nichts als Elend und Ar- muth. Sie bctrachtet das Phalaustère als das Mittel der Wiedergeburt, empfichlt dassclbe jedoh nicht zu ofen, und Herr Victor Considérant, Haupt- Redacteur der Démocratie, hat, scit seinem Eintritte in das Munizi- pal-Conseil von Paris, die meisten Prinzipien Fourrier's öffentlich aufgege- ben. Man glaubt allgemein, dies Blatt werde sich nicht halten. Es wird jeßt einer großen Anzahl Personen gratis zugesandt, und dies giebt ihm das Ansehen eines ziemlich verbreiteten Blattes.

Die Patric, ein Abendblatt, is vor etwa zwei Jahren dur Herrn Pagés, Deputirten des Departements der Ariège, gegründet worden, Es wurde fast gleichzeitig mit dem Courrier français verkauft und erhielt denselben Eigenthümer, Herrn Boulé, der keine andere Veränderung damit vornahm, als daß er es am Abend erscheinen ließ. Die Patrie is ein Satellit des Herrn Barrot, Lebendiger als das Siècle, bildet sie den Vortrab der Armce der Linken und regt die Fragen an, welche ihr shwer- fälliger Kollege zu vertheidigen hat. Die Patrie hat dieselben finanziellen Chanîen, wie der Courrier français, und im Falle des Unterliegens werden beide Blätter als Brüder gemeinsam fallen.

Der Moniteur parisien is das zweite Abendblait der Hauptstadt. Er war mehrere Jahre hindurch bis zum Jahre 1840 das halboffizielle Journal des Ministeriums, und noch jeßt ist ihm diese Rolle nicht ganz entzogen z doch empfängt er nur Mittheilungen von untergeordneter Wich: tigkeit qus giebt seit einiger Zeit dem Publikum falsche Anzeigen oder falsche Nachrichten.

En wahre halboffizielle Organ des Ministeriums is der Messager, ebenfalls ein Abendblatt. Die Geschichte dieses Journals is ziemlich son- derbar, Von Herrn von Martignac gegründet, fiel es nach der Juli- Re- vol:tion in die Hände des Herrn Aguado, der sich desselben bediente, um Kasimir Pèrier zu opponiren. Es wurde mehrmals verkauft, bis es im Jahre 1840 das Ministerium des Herrn Thiers für 100,000 Fr. an sih brachte, Damals war der Graf Waleski Eigenthümer desselben, Der Messager empfängt alle Mitthcilungen vom Ministerium und is in vie- len Fällen der Vorläufer des offiziellen Moniteur. Der Preéis dieses Blattes war noch bis vor kurzem 80 Fr., is aber neuerdings auf 48 Fr. herabgeseßt worden. Bei dem alten Preise verursachte es der Kasse der geheimen Fonds cine jährliche Ausgabe von 100,090—120,000 Fr., in sei- nem neuen Zustande diese Summe noch vicl größer sein, denn die Zahl der Abonnenten is nur gering. Er is natürli farblos, und in sei- unen Spalten findet sih kaum etwas Anderes, als Neuigkeiten, offiziellè Mittheilungen, Nachrichten und Berichtigungen. :

in gänzlichem Verfalle,4 und die ganze Geschiklichkeit des Herrn von

Die Gazette de France endlich ist das vierte Abendblatt, Ses Æ