1844 / 43 p. 2 (Allgemeine Preußische Zeitung) scan diff

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E L=YprreBr ppm

oragelegt werden, Mathy. Diese Auskunft haben

s n auf rens lebten beiden Landtagen erhalten. Da übrigens eine Petition über diesen Gegenstand vorliege, so ersuhe er den Re- ierungs-Commissair, niht das Beispiel des Ministeriums des Junern

na<zuahmen, sondern in der Sibung, wo diese Petition verhandelt werde, zu erscheinen. Hauptmann von Bö>h sagt dies zu, und wünscht nur von dem Tage in Kenntuiß geseht zu werden. Uebri- a wurden in der Sißung verschiedene Kommissions - Berichte er-

attet, die fein allgemeineres Juteresse darboten.

Großh. Hessen. Mainz, 7, Febr. (F. O. P. A. Z.) Die kaum hergestellte Rheinbrü>e wird so eben wieder des starken Eisgangs wegen weggenommen; die Kälte ist bedeutend im Steigen, Einige Fahrzeuge, die Mühlen so wie die Rheinbrüd>e baben si< shou einmal mit großen Kosten in unseren kleinen, unzwe>mäßigen und versandeten Winterhafen hinein und heraus bewegt; der größere Theil der Fahrzeuge sucht diesmal Rüdesheim, Ginsheim oder gar Mannheim zu erreihen. An leßterem Plaß besonders hat die Regie- rung ernstlih dafür gesorgt, daß Fahrzeuge in voller Ladung, sowie Dampfböte und endli die dortige Rheinbrücke, ohne erst auseinander=- gelegt zu werden, den besten Schuß finden. Nach Ansicht der Sach- verständigen wäre hier mit weniger als 100,000 Fl. dasselbe zu er- reihen, die Zinsen dafür würden si< sicherli< dur die Erhebungs= Gebühren erzielen lassen, und für unseren Handel wäre ein erweiterter Winterhafen von unberehenbarem Vortheil,

Sahsen=-=Weimar-Eisena<h. Weimar, 9, Febr, Der Gesundheits-Zustand Jhrer Kaiserl, Hoheit der Frau Großherzogin ist gottlob nah den ausliegenden Bülletins in fortwährender Besserung.

Der Geheime Staatsrath Thon ist in Eisenbahn - Angelegenhei= ten nah Berlin gereist.

Die öffentlihen Blätter erzählen jeßt viel von der in einzelnen protestantischen Ländern und Provinzen stattfindenden Stiftung von Gustav-Adolphs-Vereinen unb von deren theilweisen Anschließung an den im Jahre 1832 in Leipzig gestifteten und im Jahre 1843 zu Frankfurt a, M. erweiterten größeren Verein dieser Art, Das muß wohl jeden guten Protestanten von Herzen erfreuen, da in nihtpro= testantishen Ländern die Zahl unserer Glaubenögenossen groß ist, welhe für ihre, alles früheren Stiftungs- Vermögens eutbehrende, Kirhen und Shulen der mildthätigen Unterstüßung dringend bedür- fen, die ihnen jene Vereine darbieten. Dabei is aber für die Be- wohner unseres Großherzogthums das Bewußtsein nicht weniger er- freulih, daß {hon vom Jahre 1824 an, also no< 8 Jahre früher, als der leipziger G, A. Verein errihtet wurde, in ihrer Mitte that= sählih ein gleicher Verein bestand und si< für viele bedrängte aus- wärtige Protestanten in hohem Grade hülfrei<h erwies. Zwar führte er niht den förmlihen Namen eines G, A. Vereins, hatte keine örmlihen Statuten, welche seine Mitglieder zu einem bestimmten jährlihen Beitrage für den wohlthätigen Zwe> desselben ver- pslihteten, entbehrte einer förmlihen aus seinen baaren Vor= räthen besoldeten Verwaltungs - Behörde und konnte niht einmal diejenigen, welche darau Theil nehmen, eher namhast machen, als in dem Augeubli>e, wo für einzelne Fälle ein öffentlicher Aufruf zu milden Beisteuern für fremde Glaubensgenossen er= olgt war. Aber eben die Freiheit, in welcher er \i „in die= F Hinsicht bewegte, die völlige Ungebundenheit von allen seine Thä= tigkeit beengenden Formen und Fesseln, und die Ueberzeugung, welche die Theilnehmer an demselben hatten: au die kleinste Gabe nur ihrer angekündigten Bestimmung gemäß, nicht aber zugleich zur mehr oder minder fostspieligen Aufrechthaltung eines förmlichen Vereines mit verwendet zu sehen, trugen zur Erhöhung seiner heilsamen Wirksamkeit ein Bedeutendes bei, Diese Wirksamkeit desselben erwies

< seit der gedachten Zeit în Bezug auf die protestantischen Ge-

meinden zu Mühlhausen, zu Jngolstadt, zu Chleb in Böhmen, zu_ Bukarest, zu Krakona in Böhmen, zu Wanuowiß in Mähren, zuŸ Jassy, zu Gablenz in Böhmen, zu Hostialkow in Böhmen, k zu Prag und zu Hermanseifen auf dem Riesengebirge, undF wenn man hört, daß die von ihm für diese Gemeinden gesammelten Beiträge niht weniger als vierzehn hundert und F F Die Kammer hat das Ministerium bereits zweimal aufgefordert, den e Gesammt- Betrag der geheimen Fonds auf das gewöhnliche Staats-

sehr edle Weise Genüge leistete, Auch jeßt läßt er sih dieses an- F Budget zu seben, um die Supplementar-Kredite zu vermeiden, die

elegen sein, Denn zu der Unterstüßung der bedrängten protestanti- P i E nöthig machen und zu eben so langen als aufregenden Diskussionen

[Anlaß geben. Das Ministerium hat diese Aufforderung nicht beachtet und die Kammer dürfte dies Benehmen sonderbar fin= den und wegen dieses Mangels an Willfährigkeit sich etwas shwie-

zwei Thaler und zwölf Groschen betrugen, so bleibt gewiß kein Zwei- fel übrig, daß dieser freie G. A, Verein sciner Bestimmung auf eine

hen Gemeinden zu Neustädtl in Mähren, zu Dornbah in Ober- kärnthen und zu Vebiß in Böhmen sind dem Vernehmen nah von Seiten vieler wohlgesinnten Privatpersonen und ganzen Gemeinden, von Seiten lebterer besonders durh die daukenswerthe Mitwirkung der Geistlichen, ansehnlihe Beiträge eingegangen, und man hofft bis Ostern hier auf eine so steigernde Vermehrung Nevi daß davon au die Unterstüßung der mit einem solchen Bittgesuche neuerlih hin- zugekommenen Gemeinde zu Linz in Oesterreih möglich werde. Möge nter Vaterland seinen so vielfah und ohne alles Geräusch bewährten protestantischen Sinn sih hierin au ferner bewahren!

Sachsen-Altenburg. 5j» Altenburg, 9. Febr, Vor einigen Tagen feierte der seit 26 Jahren hier bestehende Kunst- und Handwerks= Verein seinen Stiftungstag, welcher durch die erfreulihe Gegenwart des Herzogs Joseph und seines Bruders des Prinzen Georg und durch deren

Braunschweig, Jeder Einzelne der vier Brüder ist vollendeter Künstler auf

seinem Jnstrument und durch vieljährige Uebungen is es ihnen gelungen, ein so voriresslihes Zusammenspiel zu erzeugen und solche Uchereinktimmung ín den Vortrag ihrer Quartette zu bringen , daß man denselben niht mehr als von vier verschiedenen Personen, sondern von einem einzigen Judividuum ausge angen glaubt. Bei ihrer mehrmaligen Anwesenhcit in Berlin , bei ihren Reisen dur ganz Deutschland, und selbst später in Paris, fanden sie überall eine wahrhaft enthusiastische Aufnahme, Ein anderes Quartett, das bei den hiesigen Musikfreunden noch in gutem Andenken steht, ist das Möser sche, das bis vor wenigen Jahren, mit Symphonieen und Quar- tetis abwechselnd, seine Soiréen gab. Als Fortsezung dieser „Möserschen Soiréen““ sind jeyt die von der Königlichen Aale gegebenen „Sympho- nie-Aufführungen““ und die „Zimmermannschen Quartett - Versammlungen“ ut betrachten, Herr Zimmermann, der übrigens (eben so, wie Karl üller, der Aelteste der Gebrüder) aus Möser’ s Schule hervorgegan- gen, strebt, im Vereine mit seinen braven Mitspielern, den Herren onneburger, Nichter und Lope, mit vielem Erfolge nah mög- lihster Vollendung im Quartettspiel, und mit vielem Juteresse wohn- bien d B. der am 48, Dezember im „Hotel du Nord“ statt- das Weiten Versammlung bei, Wir hörten darin zun An-

193 das grazióse Un Davdn aus F -dur mit der Unisono - Einlei- Trio der lebendigen Menute (B-dur) mit den Variationen, das Des-dur- nuett und das La scherzende Finale sprachen

aufm ün A Ds na Besonders an, Jm folgenden D-moll-Quartett

mermann das i Dane van Lecigarten Doyen ur, Dat tete argeijre: C Îu Spielern, besonders En mit dem fugirten Schlußsaye, x allen vier Gelegenheit, ih auch an: ersten Violinisten und dem Violoncellisten, Sieger zu vex So ladung e Be rine iee als bequem aus au » D. eine schr un- des ersten Saß gleichsam Sin * gasage im ersien Theile

listen genannt werden kann, beidemal vollkommen, wie über andi das Be

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huldvolle Theilnahme an ben dabei gehaltenen Vorträgen verherrlicht wurde. Auch das darauf folgende Festmahl, dem ungefähr 250 Mitglieder und Gäste beiwohnten, bot in“ mehrfacher Hinsicht eine durchaus wohl- thueude Erscheinung dar, indem es eine Mischung der verschiedenen, dur< manqerlei geschlossene Gesellschaften in ihrem geselligea Ver= kehre getrenuten Stände herbeiführte, bei der es Allen wohl und hei= ter wurde und in Vielen ein Gefühl des gegenseitigen Zusammenge- hörens aufzutauheu hien. Daß bei diesem Vereine eben so wie bei den übrigen vier hiesigen wissenschaftlichen und gemeinnüßigen Gesell- schaften (es sind die pomologishe Gesellschaft, die naturforschende Gesellschaft, der landwirthschaftlihe Verein und der alterthumsfor- schende Verein) no< mancher freundliche Ton aus der im September 1843 hier gehaltenen siebenten Versammlung deutscher Land = und Forstwirthe uahflingt, is bei der fast allgemeinen Begeisterung, welche diese Versammlung hier erregt hat, wohl leicht erklärlich, und noh lassen sih die wohlthätigen Folgen dieser großartigen Vereinigung niht übershauen. An dem amtliheu Berichte über dieselbe, der ziem- lih umfassend werden dürfte, wird jeßt, nachdem eine langwierige Krankheit des ersten Vorstandes glü>li< gehoben is, wieder rüstig v fd so daß derselbe wohl hon in wenigen Wochen erscheinen ürfte.

Der gleich bei seinem ersten Entstehen bier begründete, später aber wieder ins Sto>en gerathcne Gustav-Adolph=Verein scheint nun au hier einen neuen Ausshwung zu nehmen; wenigstens erwe>t die Persönlichkeit der Männer, wel<e dazu aufgefordert haben, und der hier herrschende Sinn für evangelisches Christenthum die besten Hoff- ungen,

Frankre t.

R Paris, 6. Febr. Seit zwei Tagen sind Gerüchte von einer FSpaltung im Umlauf, die im Kabinet zwischen Herrn Guizot und SHerrn Dumon, dem vor kurzem erst ernanuten Minister der ösfent- Hichen Arbeiteu, in Betreff der Antwort eingetreten wäre, welche in ber Kammer auf die Juterpellgtiouen zu ertheilen sein würde, die dem Ministerium aus Aulaß der Demission des Herrn Salvandy Awahrscheinlih bevorstehen. Es heißt, Herr Guizot dringe darauf, Paß bei dieser Gelegenheit das System einer strengen Disziplin der Pffentlichen Beamten, welhe der Regierung unbedingt ihre Unterstüßung #rtheilen müßten, so lange sie im Amte seien, auf der Tribüne

ofen dargelegt und mit aller Energie vertheidigt werde, Herr Dumon aber soll si< entschieden gegen ein sol<hes Verfahren ausgesprochen haben, indem zu besorgen stände, daß dur dasselbe eine Anzahl {hwankender Deputirten von dem Kabinet ganz abgebraht würde. Die Majorität des Ministerraths hat si, wie man versichert, für die Ansicht des Herrn Dumon ausgesprochen. Es wurde beschlossen: daß das Kabinet, im Fall solche Juterpellationen stattfäuden, auf dieselben, unter Hinweisung auf hohe Rücksichten, uicht eingehen solle. Das Gerücht, daß es bei dieser Gelegenheit zu einem Entlassungs- Aner-= bieten gekommen sei, wird übrigens für ungegründet gehalten. Das Ministerium soll entschlossen sein, auszuharren, bis die Kabinets-Frage durh die Abstimmung des Gesebes über die geheimen Fonds ent- schieden sein wird. Uebrigens will man wissen, daß Herr Guizot, um seine Stellung in der Deputirten-Kammer zu befestigen, Unterhand-= lungen mit den Herren Passy und Dufaure angeknüpft und dem Cinen derselben das Portefeuille der Justiz, dem Anderen das der Finanzen angeboten habe, Herr Passy soll nicht abgeneigt sein, die Vorschläge des Herrn Guizot anzunehmen. Herr Dufgure dagegen hätte sich, wie man versichert, gegen seine Freunde geäußert, er werde niemals der Kolleçe des Herrn Guizot sein.

Die Büreaus der Deputirten - Kammer sind no< immer mit der Prüfung des Ausgabe - Budgets beschäftigt. Jn den nächsten Tagen werden sie zur Prüfung des Einnahme-Budgets übergehen.

L Paris, 6. Febr. Der Geseß-Entwurf über die Supple= mentar-Kredite der geheimen Fonds wird der Deputirten-Kammer in

„der leßten Hälfte dieses Monats vorgelegt werden. Es bietet dies

dem Ministerium eine neue Gelegenheit dar, seine Kräfte zu

; prüfen und vielleiht die Majorität auf solideren Basen zu refonsti=

tuiren. Diese Angelegenheit hat indeß ebenfalls ‘ihre shle<te Seite.

jedes Jahr ein neues Vertrauens-Votum von Seiten der Kammer

riger als gewöhnlich zeigen. Jedenfalls wird mau zu Ende des Februar oder zu Anfang des März, d. h. nah der Diskussion der Supplementar=Kredite zu den geheimen Fonds, die respektive Stärke der Parteien und die Chancen für die Dauer des Ministeriums kennen, Man glaubt, es werde morgen eine öffentliche Sitzung der Deputir= ten-Kammer stattfinden, um den Geseß=Entwurf über die Jagd-Po- lizei zu erörtern, Dann werden au< wahrscheinli<h die Budgets- Kommissarien ernannt werden, Die Diskussion des Budgets in den Büreaus war ziemli heftig und au in der gestrigen Sibung ging es no<h sehr lebhaft zu. Das Budget der auswärtigen Angelegen= heiten ist der Gegenstand zahlreicher Kritiken von Seiten der Oppo-

Musifstüf au<h mit Geist und Feuer, fast durchweg gelungen ausgeführt

wurde, obgleich einige kleine Fehler von Seiten des Bratschisten, der ohne- dies mit nicht gut ansprehenden Saiten den ganzen Abend über zu fämpfen hatte, wohl bemerkt wurden, Gewiß s\pre<hen wir im Interesse vieler Musikfreunde den Wunsch aus, daß Herr Zimmermann doch auch neben den klassishen Compositionen eines Haydn, Mozart und Beethoven, öfters Quartette von dem fast ganz vergessenen Andreas Romberg, mit seinen Freunden vortragen möge, Unter den 33 Quartetten, die dieser aus- gezeichnete Touseyer geschrieben , sind mehre so werthvolle, daß sie dreist denen der oben genannten drei Kunstheroen zur Seite gestellt werden können,

In der am 29. Januar 1844 gegebenen dritten Versammlung wurde zuerst das berühmte C-dur-Quartett von Haydn mit den Variationen über das österreichische Volkslied „Gott erhalte Franz den Kaiser‘ ausgeführt. Leytere, von den Spielern äußerst zart und sauber vorgetragen, machten ihrer vielen melodischen und harmonischen Schönheiten und nächstdem die Menuett und das Finale der lebendigen Frische halber, die si in den beiden Sähen ausspricht, die günstigste Wirkung auf die versammelten Zuhörer, Von dem Peraul vortragenen, im Ganzen sehr leidenschaftlih gehaltenen Quartette in s - dur unseres geistreichen Mendelssohn efiel das höchst melodische, ruhigere Andante am meisten, Den Haupt - Eindru> brachte jedoch, wie Beethoven's Werke immer, das zum Schluß exckutirte D-dur - Quartett dieses genialsten aller Meister hervor. Mit möglichster Genauigkeit und Dis- cretion wurde dies, wegen der ihm inwohnenden Klarheit und Durchsichtig- feit auch jedem Laien sogleih verständliche Quartett (der Zahl nach das dritte der sogenannten lleineren) von den vier ausgezeichneten Künstlern ohne Tadel gespielt.

Jn der am 5, Februar stattgehabten vierten Zimmermann schen Soirée wurde zur Abwechselung ein Quintett von Onslow (Es-dur) mit ju Cellos zur Ausführung gebracht. Obgleich die tiefen Stimmlagen ei dieser Zusammenstellung das Uebergewicht über die hohen zu haben scheinen, indem die Bratshe und zwei Violoncello’'s den beiden Violinen gegenübergestellt sind, so wird dieser Uebelstand, wenn- er überhaupt einer

zu nennen wäre, doch dur die Art und Weise, wie der geistreiche Kom-

f die Nothweudigkeit zu beseßen, die von di sondern Personen dazu auszuwählen, die atten, welche unseren Handels} und bei abzuschließenden Handels=Verträgen als B Auch die Eisenbahn -Frage hat die Büreaus bes Diskussion war sehr verwirrt und die famen dabei zu Tage. D das Geseß vom 11. Die von der Oppo nicht realisirt zu werden, und das scheinlihkeit nah, das Badget fo erhalten, gelegt hat.

sition gewesen. Man hat unter Anderem au drungen, die Konsulatsposten niht mit Leuten Dingen gar nichts verst fähig sind, Berichte abzu and interessiren asis dienen können. <äftigt; allein die entgegengeseßtesten Meinungen arüber scheint man indeß einig zu sein, unwirksam sei und der Umänderung angten Reductionen scheinen

Ministerium wird,

Juni 1842

aller Wahr= wie es dasselbe vor=

Die Opposition kann no< immer uicht über „die Reise nah Gent“ hinausfommen, Wie isst es möglich, daß sich Leute von Geist und Geshma> so lange in einer Sache Wir wollcn ni<ht von den Gewissenspflich= ten reden, wel<e bei einer so unredlihen Rolle zu leiden haben. Sollte aber die Opposition uicht wenigsteus einige Beshämung über das Mittel empfinden, dur< welches sie si< jeßt für die Niederlagen rächen wisl, welche Herr Guizot ihren besten Kämpfern beigebracht, sobald sie si< mit ihm auf gleihem Boden und mit ehrlichen Waffen Gewiß, wir begreifen so gut wie irgend Jemaud den Haß und den Zorn, welchen jedes Einverständniß mit dem Landesfeinde in e<ten Männecrherzen entzündet, aber es ist daß Herr Guîzot si< niemals in es ist uns nicht Herrn Guizot an ihre eigenen Es ist in der That eine sonderbare Zumu= thung, welhe man an die öffentliche Meinung stellt, wenn man von daß sie den in der Kammer gegen Herrn Guizot gen fortdauernden Sturm für ein halten soll, die man ihr zuschreibt, Reise na< Gent wirkli< einen Ver= erurtheilung wäre wahrli<h nicht uuter der 1s-Chef, der von der Jugend tief

A Paris, 6. Febr.

dieser Art gefallen!

zu messen versucht haben?

uns nicht weniger klar, Falle befunden hat, den ihm seine Gegner audichten, weniger klar, daß die Gegner des Anklagen nicht glauben,

derselben verlangt, angeregten und in natürlihes Resultat der Ursache Hätte Herr Guizot dur seine rath am Vaterlande begaugen, hätte er dadur< die V durh<h die Volksstimme verdient, er Restauration der gefeierte Oppositio

den Zeitun

hätte niht na<h der Juli-Nevolution drei- oder viermal die Minister= ohne einen einstimmigen Schrei der Protestation bei Man hat Herrn Guizot seine Reise seiner früheren Ministerien vorge- e der maßlosen Uebertreibung, den t Herrn Guizot sogar {on früher

jenen Schritt abgefordert, aber in Verfahren und es ist Niemandem einge=

bank bestiegen, der ganzen Nation zu erregen,

nah Gent freili<h s{<on während worfen , aber niemals in dem Ton man heutzutage annimmt; man ha in der Kammer Rechenschast über man hat ihm zuglei volle Ruhe und Zeit gelassen, se auf der Reduerbühne zu rechtfertigen, fallen, die Stimme des Sprechenden unter Geschrei und Getümmel zu ersti>en, unter dem Vorwande, daß der bloße Versuch der Ver= theidigung der Reise nah Gent für patriotishe Ohren unerträg-

Nicht zufrieden, Herrn Guizot zu beschuldigen, daß er durch seine Reise nah Gent eine Verrätherci au Frankreich begangen habe, wollte die Opposition dem Minister der auswärtigen Angelegenheiten auch aufbürden, daß er si< zu gleiher Zeit gegen die Bourbons und sigkeit zu Schulden kommen lassen, indem Amt im Ministerium des Junern deu Ueberläufer zu Ludwig X VUI. Ein ministerielles Blatt widerlegte diese

gegen Napoleon eine Treulo er während der hundert Tage sein behalten und als Kaiserl. Beamter Behauptung

gemacht habe. aus welchem hervorgeht,

durch die Berufung auf den Monuiteur, daß Herr Guizot nah der Vertreibung der Bourbons seine Stelle im Ministerium sogleich niedergelegt hat, und daß es nur ein Nameus= , welcher während der hundert Tage seine r deshalb nah der Rückkehr Ludwigs X V1II. Die sämmtlichen Oppositionsb Berichtigung in ihre Spalten aufzu- und da sih der Minister hierdur< veranl hat, sie dur< Huissiers zur Zurü>knahme ihrer sih die meisten derselben in und Beleidigungen über diese von ihnen selbst nothwe Anwendung des geseßlichen Zwanges aus,

verwandter von ihm war Anstellung behielt, und de abgeseßt wurde. Tage vergehen, ohne diese

lätter ließen zwei

aßt gesehen Verleumdung zu Pagen ndig gemachte So sagt le: daß wir nicht gleih heute Abend guf dieses lie- wie wir es wünschen. eise nah Gent zurüc- mit Bezug auf diese Erinnerung und ammer gegebenen Erklärungen , die Lage des Herrn Guizot arafterisiren, die er selbst uiht zu begreifen scheint.“ So ist es also für einen Minister ein Verkennen seiner Lage, wenn er eine unwahre Beschuldigung, die man und zwar o, derlegung nichts einzuwenden fiudet.

„Ss thut uns leid, benswürdige Verfahren so antworten können,

Aber wir werden morgen auf die berüchtigte R fommen, und wir werden dann, auf die in der K

gegen ihu gerichtet hat, wider- daß auch die bere<netste Chifane gegen diese Ein anderes, gleichfalls der Opposition augehöriges Blatt erkennt zwar an, daß Herr Guizot während der hundert Tage niht im Ministerium geblieben sei, aber es fügt hinzu, daß er wenigstens seinen Plaß als Professor an der Sorboune behalten habe, was jedenfalls niht ohne Ver= lebung der Treue gegen die Bourbons und des denselben geshwore= nen Cides habe geschehen können. Abgesehen davon, daß diese Be-

Barrotschen

ponist diese fünf Justrumente zu behandeln pslegt, gänzlich gehoben, Das erste Cello wird z, B. sehr häufig zu Solo-Säyen, die mit der ersten Vio- line abwehseln, verwandt, während das zweite Cello dann die Nolle des Grundbasses übernimmt; oder beide Cello’s gehen in Oktaven, wo-

eigenthümliche Wirkung erzeugt wird, entweder zu einer Melodie führenden Oberstimme benußt Verdoppelunc j tiesen Stimmlagen MP4 Gelegenheit mit sih bringt, beiden abwechselnd auschließt und mithin eine gleichmäßige wirkungsvolle Gestaltung der Ton - des Komponisten licgt, Das hier ausgeführte Es is ein sehr effeft- und geistreiches Tonstü und für sih originell erfunden und vortre Ganzes bilden dieselben niht, So paßt 3z- zu den drei ersten Säpen und hat selbst in wundervolle, idyllische Thema, wird, is von reizender Wirkung, rauschende Schluß ? é der ganze Eindruck vernichtet Herrn Zimmermann u sie diese Mängel der so Vorher hörten wir besouders das reizende,

tändelnde Finale anf mermann ei

erste Cello,

ältnisse in der Macht Duintett von Onslow in eder der vier Sábe ist an fflich durchgeführt, allein ein B. das Finale durchaus nicht sich feine Einheit, Das zweites höchst pifantes abgelöst nun der ouvertür artige Charafter wird dadur v g dieses Quintetts durch seine Kollegen war jedoh so vorzüglich, position fast vergessen licß. apdn aus G-moll

das durch ein L aber was soll

l Der pas Ausführun

vortrefflichen Com ein Quartett vou H harmonisch-melodische Ada Für diese Gattun n N Ie Talent z; sei rih paßt herr ür den Vortrag der Ha os und auch seine Genosset A nachzustreben und in den Geist der unerreich

Mit der Ausführung des Beethove! waren wir jedoch, was gelungen dasselbe übri tiessinnige, \{<wermüt ren, sich weit mehr an

( , in welchem gio in E und das genial g von Quartetts hat Herr frischer, lebendiger, feder vdnschen und Onslowschen ihm in dieser Beziehung baren Meisterwerke einzudringen, 1 schen A-dur-Quartetts (Nr, 5) t, nicht überall einverstanden, so ( efutirt wurde, Beethoven's meist þositionen verlangen einen weicheren, wärme- uden Vortrag, als die Werke der vorher be-

inzeluheiten betriff ens im Ensemble ex

uldigung an und für si sehr unerhebli< erscheint, beruht sie, wie j Ube auf einer fals hen Annahmez wir zweifeln wenigstens schr stark, daß Herr Guizot schon 1815 seinen Lehrstuhl an der Sorbonne innehatte. t i Seiten der ministeriellen Partei fehlt es niht an Recrimi=- uationen, zumal gegen Herrn Odilon Barrot, von dessen Anhange die Angriffe gegen Herrn Guizot hauptsächlich ausgehen. Die im legi- timistishen Sinne geschriebene Broschüre des Chefs der Linken, welche man wieder ans Tageslicht gezogen hat, wird in diesem Augenbli>ke in 15,000 Exemplaren gedru>t, um im ganzen Lande vertheilt zu werden. Der heutige Globe bringt überdies zur Sprache, daß Herr Odilon Barrot von der Guade Ludwig's X VIII, eine Stelle angenommen, die er in demselben Jahre, wo er Karl X. nah Cher-= bourg begleitete, für 300,000 Fr. verkauft hat,

m Paris, 6. Febr, Man erwartet nähsten Sonnabend, (10ten l, M:) abermals eine heiße Sibung in der Deputirten-Kammer. Die Veranlassung dazu werden die zahlreichen Petitionen geben, welche gegen die Armirung der Festungswerke von Paris, aus allen Depar= tements eingelaufen sind, und worüber Herr Allard am nächsten Sonnabend der Kammer Bericht zu erstatten beauftragt wurde, Mau versichert, daß die Herren von Lamartine und Odilon Barrot die an- geführten Petitionen unterstüßen wollen, um zu verlangen, daß das Geseß von 1841, wodur< die Befestigung der Hauptstadt des Kö- nigreihs entschieden wurde, einer Revision unterworfen werde, weil die Regierung mehrere allgemeine Bestimmungen jenes Geseßes dazu benußt habe, der Befestigung von Paris eine Ausdehnung und eiue Bedeutung zu geben, wele nicht in der Absicht der Kammer gelegen, So wird der Regierung vorgeworfen, daß, während nah ihrer eige- nen Versicherung die Festungswerke von Paris uur gegen den äußeren Feind verwendet werden sollten, sämmtlihe Forts détachés ihre Fronten gegen die Stadktseite zu mit starken Bastionen versehen haben, um ihre Kanonen nöthigenfalls gegen die Hauptstadt spielen lassen zu können, Die Forts wurden sv erbaut, daß zwölf davon die wichtigsten Punkte von Paris beherrschen können, selbst wenn man die gewöhnliche Schußweite der Bomben nur auf 6000 Mètres an- nimmt, Aber es sind in leßter Zeit Mörser in Straßburg gegossen worden, welhe die Bomben bis auf 12,000 Mètres weit s<leu- dern sollen. Man spriht sogar von einer neuesten Vervoll= fommnung des Systems à la Paixhans, welhes den Mörsern eine Schußweite von 18,000 Mètres verleihen würde, General Paixhans soll es gestern mündli<h mehreren Deputirten, und namentlih dem Herrn von Lamartine bestätigt haben, Doch angenommen auch, daß die Schußweite der Forts nicht 10,000 Mètres übersteigen könne, so ist es ersichtlih, daß Paris von dem Feuer der aufgeführten Forts durhkreuzt werden kann.

In dem Schlosse von Vincennes sind zwei bombenfeste Kasernen, wovon jede ein Artillerie-Regiment fassen kann, errihtet worden, ohne daß die Kammer die dazu nöthigen Kredite bewilligt hätte. Die Regierung geht mit der Absicht um, an jedem der 32 Stadtthore von Paris einen befestigten Wachtposten zu errichten, mit dem an der respektiven Oeffnung der befestigten Ringmauer von Paris ein anderer Wachtposten in Verbindung geseßt werden wird. Daraus befürchtet man, möchte die Regierung allmälig eben so viele Cita- dellen machen, welhe die ohnehin zahlreihen Forts détachés vermehren würden, Endlich handelt es sih darum, zur Bewachung der Forts déltachés und der Ringmauer ein Truppen - Corps von 20,000 Mann ín Friedenszeiten zu verwenden. Der Kriegs-Minister sagt schon jeßt in seinem Budget von 1845, daß die Nothwendigkeit, die Truppen in Algerien zu verstärken, das Bedürfniß fühlen läßt, die Jufanterie um 10,000 Mann vermehren zu müssen, Nur der mißlihe Stand unserer Finanzen und der öfonomishe Geist der Kammer in Betreff der Kriegs-Ausgaben hielten Marschall Soult ab, für dieses Jahr jene Truppen - Vermehrung zu begehren. Jn- dessen leuchtet es Jedem ein, daß die Regierung nur den günstigen Augenbli> abwarten wird, um den Etat der Armee zu vergrößern, wozu die Bewaffnung von Paris den schi>lihsten Vorwand ge- ben könnte. R e

Aus diesen und ähnlichen Gründen will die Opposition, welche im Jahre 1841 die Befestigung von Paris votirte, jeßt die Armirung hintertreiben, Herr Thiers, der eigentliche Urheber der Festungswerke, wird dabei das Wort nehmen, um dem Kabinet zu erklären, daß es den ursprünglichen, von der Kammer angenommenen Befestigungsplan überschritten und willkürlih geändert habe, Unterdessen wird man niht ohne Juteresse* die summarische Darstellung lesen, welche das Budget von 1845 über das Fortschreiten der bisher ausgeführten Festungswerke entwirft. Auf Seite 521 des fraglichen Budgets verspricht der Kriegs-Minister in Kürze einen vollständigen Ausweis der bis zur Stunde vollendeten Befestigungen der Hauptstadt der Kams-= mer vorzulegen. Zu deren Beruhigung führt er an, daß alle Arbeiten während des Jahres 1843 im Durchschnitte um 2 pCt, niedriger vou den Unternehmern erstanden wurden, als es das Geniewesen ursprüng- lih berehnet hatte, Man hat die Expropriation der Grundstücke wäh= rend des nämlichen Jahres zum größten Theile vollendet. So z, B, betragen die Summen, welche zum Ankaufe des Grund und Bodens am 31, Dezember 1841 nur auf 126,958 Fr., und am 31, Dezember 1842 auf 4,555,426 si< beliefen, gegenwärtig im Ganzen 10,500,000 Fr. Es wurde gleichzeitig und mit der nämlichen

zeihneten Meister, So wurden z, B, die Triolen in der zweiten Variation des zauberisch schönen Andante in dem angeführten Quartett von dem ersten Violinisten mit zu stark detaschirtem Bogenstrich gespielt und die vorleßten mit pp. bezeichneten von allen Spielern niht {<wa< genug vorgetragen, Verschwimmend, gleichsam nur leis hingehaucht, müssen diese wahrhaft himmlischen Klänge weniger gespielt, als wirklich hervorgesäuselt werden, dann wirkt der Fortissimo - Eintritt der leßten Variation um o großartiger. Die beiden ersten Sähße, und besonders das lustige, zuweilen fast humor- sprühende Finale, wurden aber von sämmtlichen vier Spielern in trefflicher Uebereinstimmung und mit genauer Nüancirung meisterhaft ausgeführt,

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Weimar. Franz Lißt übt nun bereits seil längerer Zeit seine Functio- nen als Kapellmeister unseres Hofes mit eben so viel Eifer als günstigem Erfolg aus. Sowohl am Großherzogl, Hofe wie im Theater haben mch- rere Konzerte unter seiner Leitung stattgefunden, in welchen er die Werke Beethoven's, C, M, von Webers, Meyerbeer's und Hummel's, seines hie- sigen Vorgängers, in hoher Vollendung zur Aufführung brachte, Lißt selbst hat an einem dieser Musik - Abende mit gewohnter Gecnialität das s{<öne Klavier-Konzert in Es-dur von C, M, von Weber vorgetragen,

Kunst- Notizen aus Paris.

»*« Paris, 4. Febr, Das Konservatorium hat bereits zwei Konzerte in diescr Saison gegeben ; das erste derselben war ganz aus Compositionen deut- scher Meister zusammengestellt, Beethoven, Haydn, Mendelssohn waren die Na- men, welche das Programm füllten, Auch war der Königl, preußische Kam- mer-Musiker , Posaunist Bel>e, dur<h Meyerbeer's freundliche Vermittelung dazu gelangt, in diesem Konzert eines seiner Virtuosenstücfe vorzutragen, eíne Auszeichnung, die für fremde Musiker hier etwas sehr Seltenes ist, Das Konzert wurde mit Mendelssohn's dritter Symphonie eröffnet, über welche im Moniteur heute folgendes Urtheil abgegeben ist: „Jn der

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Raschheit sowohl an den Forts détachés als an der befestigten Ring- mauer gearbeitet. Vou der befestigten Ringmauer, welhe im Gan- zen 94 Fronten zählen wird, sind 84 Fhon vollendet, in einer Ausdehnung von 28,426 Mètres, welche mit Eskarpen versehen und au son bede>t sind. Funfzehn Forts, welche an befestigten Eskarpen ein Län- genmaß von 16,655 Mètres darbieten, stehen ganz vollendet da. Es sind nun an den Forts détachés und an der befestigten Ringmauer im Ganzen etwa no< 4000 Mètres Eskarpen aufzuführen, um die Befestigung von Paris zu vollenden. Der Kriegs- Minister is der Ansicht, daß wenn dringende Umstände es erheischen sollten, die Re- gierung im Laufe des Jahres 1844 die Festungswerke der Hauptstadt leiht vollenden fönnte. Bis jebt sind die Kasematten in neun Forts vollendet; zwanzig Pulver - Magazine bombenfest bede>t; drei bom- benfeste Kasernen fönnen sogleih bezogen werden und fünf andere ge- wöhnliche Kasernen sind ihrem Ende nahe, so wie drei Pavillons zu Offizier=Wohnungen bestimmt. ;

Die Zahl der Arbeiter, welhe während des so eben verflossenen Jahres bei den Festungswerken von Paris beschäftigt waren, belief sih auf 17,000 Köpfe, wovon etwa ein Drittel Soldaten. Der Regierung lag es daran, eine Unterbrehung oder Einstellung der Festungswerke unmöglih zu machen, was bei der Be- weglihkeit unserer parlamentarischen Majoritäten niht so unwahr- scheinli<h gewesen wäre, als man es glauben könnte. Die eifrigsten Vertheidiger der Befestigung von Paris sind gegenwärtig ctwas klein- müthig und mißtrauis<h geworden. Die Regierung, welche diese Stimmung der Kammer und der Natiou nur zu gut kennt, will der Kammer nicht Zeit lassen, si< eines anderen zu besinnen. Darum wurden die Festungswerke so {nell aufgeführt. Jett handelt es sich darum, die Festungswerke zu armiren, und da glaube ih, wird die Regierung einen entschiedenen Widerstand selbst von Seiten derer fin= den, wel<he, wie das linke Centrum und die dynastische Opposition der Linken, die Annahme des Befestigungs-Projekts vor drei Jahren begünstigten und entschieden.

Grossbritanien und Irland.

Unterhaus. Sibßung vom 3, Februar. Das Unterhaus versammelte si< heute, um Ihrer Majestät die Adresse zu überrei- chen, Auf den Antrag Sir R. Peel's indeß, der das Haus von dem Todesfall des Herzogs von Sachsen-Koburg-Gotha in Kenntniß seßte, wurde die Adresse den im Unterhause sißenden Mitgliedern des Ge= heimen Rathes zur Ueberreichung derselben übergeben. Das Haus vertagte sih hierauf.

London, 5. Febr. Jhre Majestät die Königin hat am Sonn- abende die Adresse des Unterhauses niht entgegengenommen, sondern ist alsbald na< Empfang der traurigen Botschaft von dem Ableben des regierenden Herzogs Ernst von Sachsen - Koburg = Gotha, Vater des Prinzen Albrecht, mit ihrem erlguhten Gemahl na<h Windsor abgereist, Die ganze Königliche Familie i} in die tiefste Trauer ver= seßt, und wird in strenger Zurückgezogenheit die Trauerzeit in Windsor zubringen. Baron von Bronstein überreichte vorgestern Nachmittag im Buckingham-Palaste die betreffenden Schreiben des jetzt regieren- den Herzogs Ernst von Sachsen-Koburg=Gotha, welche die Nachricht von dem betrübenden Ereigniß enthielten, do<h war die Königliche amilie bereits am Morgen des vorgestrigen Tages durch ein eigen- händiges Kondolenz=Schreiben Ludwig Philipp's, des Königs der Fran- zosen, von dem Tode ihres erlauchten Verwandten unterrichtet.

Vorgestern beendetein der dubliner Queens-Bench Herr Whiteside sein Plaidoyer für den angeklagten Redacteur der Nation, Herrn Duffy, und wie der Korrespondent der Morning Post schreibt, hat seine Rede einen tiefen Eindru> zu Gunsten des Verklagten auf die Jury gemacht, Dies streng toryistishe Journal zieht sogar in Zweifel, ob das Verdikt derselben gegen die Angeklagten lauten werde, Herr Whiteside sprah nicht minder eiudringlih , als Herr Shielz er be- wegte si< auch in denselben Argumenten, und suchte durch die ver- neinende Beantwortung der beiden Fragen, ob es durh das Verhal- ten der Angeklagten erwiesen sei, daß sie ihren Zwe> durch Ver- s{wörung zu erreichen suchten, und ob die Regierung Grund habe, zu glauben, daß dieselben vor Einleitung des Prozesses verrätherische Absichten hegten, die Unschuld seines Klienten zu erweisen, Da die Rede einiges Aufsehen‘ erregt und den versammelten Gerichtshof zu wiederholten Malen zu lebhaftem Applaus hinriß, daß der Ober-= rihter das Publikum an die Nothwendigkeit erinnern mußte, si der Ordnung des Gerichts zu fügen, so theilen wir daraus die effekt- vollsten Stellen mit,

„Ein großer Theil unserer Landsleute ist unglü>li<h und unzufrieden, Sie forschen nach den Ursachen ihres Unglücks z sie sehen cin vou der Vor- sehung gesegnetes Land, mit Allem begabt, was zur Größe und zum Neich- thum führen föunte, und sie darben und sterben Hungers auf dem frucht- baren Boden, Wenn unter solchen Umständen Jemand die Ueberzeugung gewinnt, daß ein Landes - Parlament ihm die Mütel zum Lebens-Unterhalt gewähren würde, is er cin Verbrecher , wenn er diese Mittel begehrt? Js er ein Aufrührer, wenn er es ausspricht? Und wenn er, der da wcisi, daß seine Stimme einzeln ungehört verhallen würde, sich mit anderen verbindet, um gemeinschaftli<h mit ihnen seine Beschwerden und Leiden aus- zusprehen, ein Verschwörer ? Wahrlich, is es euch Ernst, den Charafter der Jrländer zu rformiren, so erlaubt ihnen, si< auszu- sprechenz was sie heute drückt, kann Euch morgen drü>kenz haltet am Nechte der freien Diskussion, wie an Eurem Lebenz Jrrthümer können eine Zeit

Erfindung dieses gewaltigen spmphonischen Bauwerks, welches vier nur durch

Orgelpunfte von einander getrennte Theile enthält, herrscht eine große und s<öne Einheit, Niemand versteht es, eine Melodie kunstreicher zu entwi>eln und ihr so viel Mannigfaltigkeit, Netief, Farbe und malerische Wirkung zu verleihen. Seine Jnstrumentation is stets von außerordentlicher Macht und Klarheit, Mendelssohu bedient si nicht, wie cinige unzulängliche Nachahmer Beethoven's, der unerschöpfli®hen Quel- len seines Wissens, um den Mangel an Gedanken, Motiven und neuen Melodicen zu verde>en, Wenn es wahr ist , daß die Mitglieder der So- zietät des Konservatoriums für diesen neuen, gelehrten Symphonisten be- sonders eingenommen sind, so wind auch das Publikum seinerseits nicht ermangeln, diese Bemühungen um Vermehrung und Vervielfältigung seiner Genüsse dur seinen Beifalt zu ratifiziren.

Eugene Sue's „Mysterien von Paris“ sind nun auch für die Musik ausgebeutetz es is eine Symphonie darüber erschienen, deren Komponist aber feinen Namen in der musikalishen Welt hat, und die auch, den Be- urtheilungen zufolge, ein höchst triviales, meist in Tanz - Nhythmen sich be- wegendes Machwerk zu sein scheint.

Fanny Elsler erklärt in einer von Mailand aus an das Journal des Débats gerichteten Zuschrift die in einem englischen Journal erschie- nenen, ihr beigelegten Briese unter dem Titel „Fanny Elsler in Havanna“ für eine literarishe Fälshung, welche nur den Zwe> haben könne, durch die darin vorkommenden lächerlichen Ausdrü>e und unrichtigen Schilderun- gen ihr in der öffentlichen Meinung zu schaden,

Eine sehr angenehme Erscheinung in unserer jeßt etwas leeren und armen Theaterwelt, welche die berliner Kunstfreunde näher berühren dürfte, war das neuliche erste Auftreten des achtzehnjährigen Sohnes Jhres Königl, Balletmeisters Hoguet auf dem Theater der Académie Royale de Musique. Ein den Theater-Jnteressen vorzugsweise gewidmetes Blatt erin- nert bei dieser Gelegenheit an das erste Auftreten seines in derselben Kunst so berühmt gewordenen Vorfahren Vestris. „Vor sechzig Jahren““, heißt es da unter Anderem, „betrat ein Tänzer, Namens Vestris, in der Académie Royale zum erstenmale die Bühne, Sein Vater und Vorgänger hatte, bei

lang vorherrshen, aber wir wissen, daß die Wahrheit so stark is , wie die Allgewalt; sie braucht keine Hülfe, um den Sieg zu erringen, Man sagt Ihnen, diese Verfolgung is nöthig, um die Prärogative der Krone zu wah- ren und aufrecht zu erhalten, Nein! die Souverainin dieses Neiches braucht feine Staats - Prozesse, um ihre Herrschaft in den Herzen des Volkes zu wahren. Sie hat den Arm der Gewalt nicht nöthig. Das wird der Ruhm ihrer milden Herrschaft sein, daß sie niht durh das Schwert, sondern durch liebevolle Sorge für ihre Unterthanen regiert. Nicht die Schre>en des Geseßes, sondern die Liebe und Lovalität ihrer Unterthanen werden die wahre Quelle ihrer Macht offenbaren. Meine Her- ren von der Jury! Sie werden das Verdikt erlassen, das Sie für das richtige erachten, Wie es auch ausfallen möge, ih werde nie einen Zwei- fel darin seßen, Der Maun lästert scin Land und verwundet die Ünbe- \{oltenheit eines Richters, der einen Zweifel darin zu segen wagte. Geben Sie das Verdift, welches die Gerechtigkeit erfordert , doh indem Sie Sich auf die Seite der Freiheit neigen, das Verdikt, welches die Wahrheit er- fordert, do< indem Sie Sich auf die Seite von Angeklagten neigen, welche gegen das Gewicht und die Gewalt und den Einfluß der Krone ankämßfen, ein Verdikt, wie es vielleicht keiner der- beiden Parteien erwünscht kommt, aber von jedem unpateüschen Manne belobt werden wird, ein Verdikt, wie es dem Edelsinn irländischer Gentlemen, würdiger und unershro>ener Wäch- ter der Freiheiten und Nechte eines freien Volkes geziemt.““

Nach Herrn Whiteside sprah der Anwalt für den Eigenthümer des P ilot, Herrn Barrett, worauf O’Connell, der seine Sache selbst zu führen beshlossen hat, den Gerichtshof ersuchte, ihm zu erlauben, seinen Vortrag erst in der nächsten Sißung, am Montage, halten zu dürfen. Er habe überdies nicht viel zu sagen, und selbst das würde er so viel wie mögli< zusammenfassen, wenn man ihm erlaubte, am Montage zu sprechen. Das Gesuch wurde ohne Weiteres bewilligt,

Schweden und Uorwegen.

Stockholm, 2. Febr, Es sind wieder folgende Bülletins über den Zustand des Königs erschienen :

Den 31. Januar, 7 Uhr Vormittags. Der Schlaf Sr. Majestät wurde leßte Nacht gestört durch heftigen Schmerz und oft eintretendes Ziehen im reten Fuß und nah dem Bein hinauf, ohne daß diese Theile geshwollen sind, Das Fieber war gelinde und ohne Phantasieen.

9 Uhr Nachmittags. Se. Majestät bekamen gleih nach der Ausgabe des Morgen=Bülletins Linderung und waren mehrere Stun- den frei von Schmerzen im Fuß. Später haben Sie mit Appetit einige stärkende Speise genossen und Sich sehr wohl danach befunden, auch eine Stunde guten Schlaf gehabt. /

Den 1. Februar, 7 Uhr Vormittags. Se. Majestät waren die ganze Nacht frei von Fieber und genossen ziemlich guten Schlafs, der no< ab und zu von Ziehen und Schmerz das Schien= bein hinauf gestört wurde. Jm Fuß, der natürlihe Wärme und Ge=- fühl hat, hat der Schmerz aufgehört.

5 Uhr Nachmittags, Se, Majestät waren den Tag über weniger von Schmerzen im Beine gestört, genossen Speise mit ver- mehrter Eßlust und befinden si< demnach für jeßt ziemli<h wohl.

Den 2ten 7 Uhr Vormittags. Die Schmerzen Sr. Mag=- jestät im Beine nahmen gestern Abend wieder zu, so daß der Schlaf davon den größten Theil der Nacht gestört wurde, Es ist Röthe der Haut mit großer Empsindlichkeit bei der Berührung entstanden und hat sich schnell über den größten Theil des Beines ausgebreitet, wie denn auch der Fuß zu \{<wellen angefangen hat,

5 Uhr Nachmittags. Das Befinden Sr. “Majestät war den Tag über befriedigender, als an irgend einem der vorigen Tage, seit Se. Majestät erkrankt. Der Schmerz, die Nöthe und Geshwulst des Beines haben merkli< abgenommen,

Es is hier folgende Königl, Bekanntmachung erschienen, wo- durh dem Kronprinzen während der Krankheit des Königs die Re= gentschaft, vorläufig jsedoh nur auf einen Monat, übertragen wird:

„Wir Karl Johann, von Gottes Gnaden König von Schweden und Norwegen u. st, w., thun hiermit kund: Daß, da Wir durch eíne Krankheit, die Uns befallen, und die Wir mit dem mächtigen Beistand des Höchsten bald zu überwinden hoffen, verhindert werden, Uns mit den Regierungs- Angelegenheiten zu befassen, Wir zur ununterbrochenen Fortseßung derselben in Gnaden verordnet haben, daß Unser vielgeliebter Herr Sohn, Se. Königl. Hoheit der Kronprinz, in Folge des übereinstimmenden Beschlusses Unseres vielgeliebten theuern Vaters, Sr. hochseligen Majestät König Karls X1II,, so wie der Neichsstände vom 20, Januar 1818, jeßt sofort die Ausübung der Königlichen Gewalt mit allen den Nechten, welche die geltenden Grund- geseße derselben beilegen, übernehmen, und in Unserem Namen die Negie- rung des Reichs bis zum 1sten nächstfolgenden März führen joll, zu welcher Zeit Wir Unseren getreuen Unterthanen zu erkennen geben wollen, ob Unser Gesundheitszustand uns dann gestatte, die Regierung des Reichs wieder zu übernehmen, oder ob Wir es nöthig finden werden , Un- serem vielgeliebten Herrn Sohn dieselbe no< auf längere Zeit zu übertra- gen. Zugleich überiragen Wir es Sr. Königlichen Hoheit, statt Unserer die Erpeditionen zu unterzeichnen, die sich auf von Uns schon gefaßte oder ge- nehmigte Beschlüsse gründen und no< ni<t mit Unserer hohen Unterschrift versehen worden sind. Wonach Alle, die es angeht, sich gehorsanst zu rich- ten haben, Zu mehrerer Bekräftigung haben Wir dieses mit Eigener Hand unterschrieben und mit Unserem Königlichen Siegel versehen lassen,

Stockholms Schloß, den 1, Februar. 1844. (gez.) Karl Johann.“

Der König hat sowohl die Verordnung wegen der Regierungs- Verwaltung für Schweden, als die für Norwegen, mit eigener Hand unterzeichnet,

den lebhaften Beifallsbezeugungen, womit der Sohn überschüttet wurde, díe

Vorahnung, daß dieser ihn bald übertreffen werde, Bei dieser Gelegenheit äußerte erz „der Knabe hat einen besseren Lehrer als ih, denn er ist mein Schülerz es wäre also nicht zu verwundern, wenn er mich dereinst überflügelt,“ Der junge Vestris wurde bald zum Tagesgesprächz denn man boschäftigte sich damals viel mit den darstellenden Künstlern, Mit Wärme warde jedes Talent, selbst in den vornehmsten Kreisen , besprochen, und doch war es nicht leiht, den Beifall des Hofes und der Stadt zugleich zu erhalten. Jn unserer Zeit sieht man die Sachen leich- ter anz dafür haben aber au<h die Künstler an pe:sönlicher Achtung gewonnen, die man ihnen damals nur spärlich zollte, ohne daß die eigent- liche Kunst dabei verloren hätte. Vestris* Ruhm erhielt si< bis zu dem Tage, wo er si<h von der Bühne zurü>zog. Ec begründete eine eigene Tan:schule, und sein Name wurde no< lange ehrenvoll von seinen Nachfolgern genannt, Als nun kürzlih dieser gefeierte Name auf den Theaterzetteln stand, beeilten si< die älteren Verehrer desselben ihre Pläße im Orchester einzunehmen. Doch hatten sie das Vor- urtheil der ‘"uheren Zeit niht gänzli<h abgelegt, daß nämlih das Neue die ä. 1e Art nicht zu erreihen vermöge. Sie hatten nicht bedacht, daß Alles im Fortschreiten begriffen ist, vor Ällem die Kunst, welche, an feine Gränze gebunden, nur immer dem Besseren nachstrebt, Um so mehr war man überrascht, in dem 18jährigen Nachkommen des berühmten Vestris cinen Tänzer kennen zv ernen, welcher mit Krast, Grazie und Leichtigkeit die größten Schwierigktt i der henden Tanzfkunst besiegte und es verstand, ein so {wer zu befriedigendes Publikum, gewöhnt, das Beste dieser Art zu sehen, für sich zu gewinnen, Jn dem Ballet „La Gopsi“ führte Hoguet-Vestris ein Pas de deux mit Mlle. Maria aus, wel- ches den lebhaftesten Beifall erhielt, Kenner und Liebhaber prophezeien dem jungen Künstler eine glänzende Zukunft, An ihm i es nun, diese Hoffnungen zu rechtfertigen, indem er mit Ernst und festem Willen forkfah- ren möge, den glü>lich betretenen Pfad weiter zu verfolgen.

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