1844 / 49 p. 2 (Allgemeine Preußische Zeitung) scan diff

E T E E E E E rere

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rain-Verhältnisse und die unverhältnißmäßige ein Haupthinderniß, sie. in der Anfan si u benußen, und erheishe der grope Q ae ere tige Prúfung, D sei er keinesweges gemeint, daß man nur dann Eisenbahnen bauen solle, wenn sie si voraussichtlich spayd ziell rentirten; au die Landstraßen rentirten sich nicht finanziell, un do<h werde man niht wünschen, feine zu haben. Was seien aber die Eisenbahnen anders als eine weitere Vervollkommnung der Chausseen ! Nach der vorliegenden Sachlage sei der vorliegende der leßte Gegen- stand der landständishen Berathung. Die Proposition so wenig, als die dazu gestellten Amendements finde er dem $. 144 der Verfassungs- Urkunde entsprehend. So sehr er im Allgemeinen für Eisenbahnen sei, so müsse ihm do, wenn er si< speziell dafür entschließen solle, die Nothwendigkeit und Nüblichkeit der hier beabsichtigten, so wie be- stimmte Fonds dazu nachgewiesen und Mittel zur Rü>erstattung ange= geben sein, Bei Erbauung von Straßen seien stets Kostenanschläge mitgetheilt worden, dort habe es sih um Tausende gehandelt, hier handle es si< um Millionen. Er könne si< für kein Amendement erklären, Ein weiteres Vorschreiten hält er in keiner Beziehung für nöthig und gerechtfertigt. (Fortseßung folgt.)

Freie Städte. Bremen, 13. Febr. Der General-Major von Gayl, Commandeur der oldenburgish-hanseatishen Brigade, hat in Bezug auf den auh in den Zeitungen vielbesprohenen Fall des lübe>shen Stabs= Capitain Nachtigal folgenden Brigade =- Befehl (d. d. Oldenburg, 11. Februar) erlassen :

„Die Kommission von Offizieren sämmtlicher Kontingente der oldenburgish = hanseatishen Brigade, welhe durh Brigade =- Befehl (d. d. Bremen, 13. Januar 1844) auf den 23. Januar zusammen- berufen worden war, um als Ehrengeriht in der Sache des Stabs- Capitains Nachtigal vom lübe> -bremishen Bataillon zu entscheiden, und welher zu dem Ende die vollständigen Untersuchuugs = Akten, die frühere Amtsführung des Stabs =Capitains Nachtigal als Quartier= meister betreffend, vorgelegt worden sind, hat den 24. Januar d. J. ihren Ausspruch abgegeben, wel<her mit Genehmigung der hohen Regierungen der freien Hansestädte Lübe> und Bremen der Brigade hierdur<h bekannt gemacht wird.“

Der Ausspruch der Kommission lautet folgendermaßen : :

„Jn Sachen des Stabs -= Capitains Joachim Heinrih Nachti= gal vom lübe>is{<-bremishen Jnfanterie-Bataillon / hat die dur< den Brigade-Befehl des Herrn General-Majors von Gayl in Oldenburg, Commandeurs der oldenburgisch - hansea- tischen Brigade, vom 13. Januar 1844 mit Genehmigung der be- treffenden hohen Regierungen angeordnete, in der freien Hansestadt Bremen als Ehrengeriht zusammengetretene Kommission j na< Vorlegung sämmtliher Akten über die in der freien Hansestadt Lübe> in den Monaten Juli, August und September 1843 geführte Untersuhung wegen der Verwaltung des Dienstes des Stabs = Capitains Nachtigal als Quartiermeister . und nah gehaltenem Vortrage des Referenten unter Berück= sichtigung der bei militairischen Ehrengerichten üblichen Formen seinen einstimmigen Ausspruch dahin abgegeben : daß in den vorgelegten Aften Nichts vorkomme, wodurch die Standes = Ehre des Stabs-Capitains Joachim Heinrich

Allerdings bildeten die Ter Länge der Bahn bei uns

Nachtigal vom lübe>isch = bremischen Jufanterie -= Bataillon verleßt werde.“ Bremen, am 24. Januar des Jahres 1844.

Reuter. Römer. F. M. G. von Heimburg. Meyer. Thode, O, von Hirschfeld. G. Sattler. Lamping. Rüder. Endter.

Hamburg, 15. Febr. (B. H.) Das Eis hat si< in lebter Nacht abermals vermehrt und ist sogar in der Gegend von Veddel zum Stehen gekommen, Die Dampfschifffahrt nah Harburg ist wie- der eingestellt.

dem Krapf bei seiner Embassade in Schoa zur Seite stand, und der wohl unterrichtete Reisende, Dr. T. Beke, der gleichzeitig, 1841, seine Forschun- en in Schoa fortseßte, konnten als bestätigende Zeugen der gewonnenen Musfagen dienen, die vorzüglich von einem sehr intelligenten Nareaner, Dilbo, einem Sklaven im Dienste des Königs ausgingen, dessen einsichtsvolle und ewissenhafte Berichte mit unzähligen anderen verglichen werden konnten. Diesen, und Dilbo insbesondere, gebührt das nicht geringe Verdienst um die Geographie jenes Juner-Afrika's, daß durch seíne an Ort und Stelle ge- machten Erfahrungen, das Dasein jenes zum erstenmale auf vorliegender Karte eingetragenen, großen Stromes, des Goschop, der nahe den Quellen des Bahr el Abiad entspringt und zum indischen Ocean gegen Südost fließt, außer Zweifel geseyt scheint, Das erste Original-Memoir des Missio- nair Krapf über Dilbo’s Aussagen, und die danah von unserem so ein- sihtsvollen deutschen Missionair entworfene Karte *), welche derselbe der neugebildeten wissenschaftlichen Société Egyptienne zu Kahira, im August 1842 in Manuskript übergeben hatte, erhielten wir dur< die gütige Ver- wendung unseres so ausgezeichneten gelehrten Reisenden, Prof. Lepsius, zu- gesandt, und so konnte dieselbe, mit Vergleihung des übrigen Materiales, die graphische Grundlage dieses für den Fortschritt in der Kenntniß Aethio- piens so höchst interessanten Ländergebietes werden. Denn, welche Aussich- ten bietet ein mächtiger im Lande Kaffa schon über eine Viertelstunde breiter, \{iffbarer Strom, dessen belebende Ader {hon gegenwärtig die arabischen Handelsleute von der Küste Zanguebar s\o tief landein lo>t, wenn man ihn dereinst mit Dampfschiffen belebt sih denken dürfte, von der Nachbarschast der Mondgebirge, deren Südostabfall er entspringt, bis zu seiner Mündung im indischen Ocean. Daß aber ein solches menschenverbindendes Element, das die obige Einleitung so prägnant auch ein zukunftshwangeres nennt, schon heutzutage dem british-indishen Gouvernement in Bombay E gültig geblieben, geht aus dessen jüngsten Anstrengungen hervor, welche die mbassade des Major Harris ins Licht geseßt hat, und {hon denken die senannten deutschen Missionaire, denen für jeyt der Eingang in Schoa ge- lossen scheint, von Aden aus, wo ihre temporaire Station geblieben, einen Versuch zur Mündung jenes neuerkundeten Südstromes zu wagen, um von da rate eine Mission stromaufwärts direkt zu den Galla-Völkern zu be- gründen. Wir haben in obigem es gewagt, den Ausdruck Mondgebirge, der seit Pitolemäus Edrisi’'s und Abulfeda's Zeiten fast als Fabel galt, in D'An- ville's Karten aber seine Stelle angewiesen erhielt, durh die jüngsten Rei- senden im Süden, seit Mehmed Ali's Expedition zu den Goldminen von Fazokl (1837 und 38) jedo< in Verruf gekommen war, weil man bis da- hin südwärts des 10° nördl. Br. keine Hochgebirge wahrgenommen hatte, und au feine Erkundigungen darüber einziehen konnte, wieder in unseren Bericht Men, enn, wenn schon niht der Name, so is doch die Sathe durch die nun {on dreimal wiederholten Schifffahrts-Expeditionen, guf Besehl des Vice-Königs von Aegypten, zu den Quellen des Bahr el den, ‘Dieses f wesilichen Nilarmes, in der That wieder aufgefunden wor- lichen Hälfte wiga uns zur Betrachtung des Hauptpunktes der zweiten west- eifrig und {nell hinteentegenden Karte von Juner-Afrika. Alle drei sehr Khartum, der Gougeneinander betriebenen drei Expeditionen gingen von beider Hauptarme des heanents-Stadt en Ali’'s, am Zusammensius des leßteren, nämlich des Bahr weißen tils in Ost und , aus, um stromauf, so weit als möglich dard S biad's Lauf bis zu seinen Quellen, Maga ee engbelannt geblieben, dos man ihn seit den hypothetisen e 0 c e e DRON e: Ara aus dem fernen Westen kommen ließ, und Linants

306 Frankreich.

Deputirten-Kammer. Sibßung vom 10. Februar Ueber den zweiten Artikel des Jagd = Polizei = Geseßes entspann si<h eine längere Debatte, als über den bereits angenommenen ersten Pa- ragraphen. Dieser zweite Artikel lautet: „Der Eigenthümer oder Besißer kann zu jeder Zeit ohne einen Jagd-Erlaubnißschein auf sei. nen Besißungen jagen oder jagen lassen, wenn diese an eine ihm ge- börende Wohnung anstoßen und von einer ununterbrochenen Eiuschlie- ßung umgeben sind, welche jede Communication mit den benachbarten Grundbesißungen verhindert,“

Herr Luneau verlangte die Verwerfung dieses Artikels, weil die ge- naue Bestimmung, was unter einer solchen Einschließung zu verstehen sei, zu endlosen Schwiezigkeiten führen könnte.

Herr Toye: Der zweite Artikel dustet nah alter oder neuer Aristo- fratie, was au<h dem stumpfesten Berufësinn nicht entgehen kann. Die Parkbesißer würden hiernah ein völlizes Privilegium haben, denn Woh- nungen, die mit einer ununterbrochenen Einschließung umgeben sind, befinden sich nur in Händen der Grund-Aristokratie.

Eine Stimme: Also wäre auch eine von einer Umzäunung einge- \chlossene Strohhütte nur eine Appanage der Aristokratie ?

Herr Toye: Die Bezeihnung in dem Artifel läßt cine Winterwoh- nung in der Stadt und einen Sommer - Ausenthalt, oder eine Villa, wie man in gewissen Kreisen zu sagen pslegt, voraussezen.

Herr Pascalis: Man gebraucht Ausdrücke in Bezug auf dieses Ge- seß, die wirkli<h in Erstaunen seßen müssen. Warum soll es cin Feudal- geseß sein? Verstattet doch das noch geltende Gesey von 1790, während es für eine bestimmte Zeit die Jagd verbietet, dem Grundbesißer sogar, auf allen seinen eingefriedigten Gütern, mögen sie an seine Wohnung gränzen oder nicht, auch in dieser Zeit zu jagen. Und wer waren die Urheber die- ses Geseßes? Das Feudal-Comité der konstituirenden Versammlung. Der Berichterstatter war Merlin de Douai, und in dem Ausschuß saßen Thou- ret und Chapellier, Diese gewaltigen Athleten also, die den Bau des PLehn- wesens niederrissen, hätten ihn in dem Gefeß von 1790 allein bestehen las- sen? Geben Sie zu, meine Herren, daß diese Entde>kung Jhre Kommission überrashen muß. Welcher Gedanke leitete diese Kommission, als sie zu Gunßen des Grund-Eigenthümers, der auf cinem an seine Wohnung grän- zenden abgeschlossenen Gebiete jagt, diese Ausnahme zuließ? Sie wollte ihm eine nothwendige und unvermeidliche Freiheit einräumen. Eine an die Wohnung gränzende Einfriedigung is nur eine Fortsebung der Wohnung. Unser Gesez-Entwurf wollte also nichts anderes, als die Achtung vor dem Jnnern der Wohnungen aufrecht erhalten. H

Der Großsiegelbewahrer: Sie wissen, meine Herren, wie viel Bittschriften um Unterdrückung der Wilddieberei und um Verschärfung der Jagd-Polizei bei der Kammer eingegangen sind, Fast alle Geueral - Con- seils haben diesen Wunsch ausgesprohen. Es wurde daher ein Entwurf abgefaßt, dem Staatsrathe vorgelegt und dann in die Pairs - Kammer ge- bracht, die darin einige Modificationen vornahmz endlich hat cine Kommis- sion der Deputirten - Kammer denselben mit ganz besonderer Sorgfalt in Erwägung gezogen. Unter diesen Umständen hätte ih nicht erwartet, daß man dieses Gese als einen Rückschritt, als barbarisch, als drakonisch be- zeichnen würde. Das Jagdrecht ist nach unserem Civilgesezbuche eine Gerecht- same des Grundbesizers, aber die Ausübung desselben muß so geregelt werden, daß sich nicht ein Jeder nah Willkür desselben bedienen könne. Es knüpfen sich die wichtigsten Jnteressen an diese Frage z ih will nur die Schonung des Wildes als eines Nahrungsmittels, die Schonung der Aerndten und die Unterdrückung des Wilddiebstahls anführen. Der Keim zu allen Bestimmungen des Ent- wurfs findet sich in den Geseßen von 1789 und 1790; wir haben diesen Keim nur da weiter entwickelt, wo die früheren Gesche sih unwirksam zeig- ten. So haben wir eine Bestimmung hinzugefügt, die die Jagd mit Ney- ställen verbietet. Eine andere, die den Dato des Wildprets außer der Jagdzeit untersagt. Man hat si<h nicht gescheut, den Entwurf mit dem von 1669 zu vergleichen, Wahrlich, ih erröthe über diesen Vergleich mit einem Gescy, welches sür Jagdvergehen die Peitschenstrafe und die Verban- nung aussprach. Worin liegen denn die harten Bestimmungen, über welche

man flagt? Nicht für ein einziges bloßes Jagdvergehen stellt der Entwurf die Gefängnißstrafe als nothwendig aufz der Jäger, der, von der Leidenschaft fortgerissen, eine Contravention begeht, soll mit einer Geldbuße davonkommen, Nur den rückfälligen und zahlungsunfähigen Wilddieb soll die Strafe tref- fen, welche allein ihn erreichen kann. Gefängnißstrafe soll als nothwendig nur gegen solche ausgesprochen werden, die eine Einfriedigung durchbrechen und die des Nachts in bewaffneter Anzahl jagen, also gegen Judividuen, welche die öffentliche und Privat - Sicherheit gefährden, Was die angeb-

Schifffahrt, im Jahr 1827, war auf ihm nur bis Aleis unter 13 27‘ nóördl. Br. vorgedrungen.

Die erste wissenschaftlihe Expedition der Aegyptier, vom 16. November 1839 bis zum 1. März 1840, die aus 400 Mann auf einem Dußend grö- ßerer Kanonenböte mit 15 kleineren Proviant-Barken unter Selim Bim- baschi's, des Flotten-Capitains, Anführung bestand, war vor Ende Dezen- ber schon bis in das Land der Nuerres vorgerückt, aber hier, unter nördl, Br,, wo die neuere Kartenzeichnung gegen den Norden hin hypothe- tische Gebirgsletten, gleih unersteigliher Barrieren gegen das Jnnere ein- getragen, waren gar feine Berge zu sehen, dagegen noch weitläuftige Ge- wässer, Schilfsümpfe, große Süßwasserseen , die mit dem no<h immer sehr schiffbaren Strome auh dur< von Osten (wie der Saubat ) aber zumal vom Westen kommende Arme kommunizirten. Aber, der Hauptstrom , der Bahr el Abiad, nahm hier von der bisherigen Südwestrichtung bald seine entshiedene Wendung gegen Süd und Südost, also der vorigen ganz entgegen. Man näherte sich dahinwärts noch eine Stre>e von 60 bis 70 geogr. Meilen, denselben Bahr el Abiad weiter aufwärts schiffend, obwohl im weiten um 80 bis 100 geogr. Meilen westlicheren. Abstande, doh wiederum in etwas dem schon früher bekannten oberen Laufe des abyssinishen blauen Nil, Die entschiedene Richtung gegen Süd führte nun die Flotte durch ein überraschend weites Blachfeld, südwärts sogar bis gegen die Nähe von 4 °® im Norden des Aequators, und hier erst gebot der verminderte Wasser- stand zwischen zusammentretenden Bergthälern die Umfkehr der Schiffenden,

Ñoch in demsclben Jahre, im Herbst 1840, wurde dieselbe Erpedition deren Resultate über das Hauptziel nicht befriedigend genug erschienen, zum zweiten Male, aber mit mancherlei Hindernissen, und im Herbst 1841, vom 26, September bis zum 1, Februar 1842, zum dritten Male auf ähnliche Weise wiederholt, Diesmal waren derselben au französishe Ju- genieure, wie Thibaut, Arnaud, Sabatier, zu astronomischen Ortsbestimmun- gen und Kartenaufnahmen mitgegeben, weshalb die französischen Bericht- erstatter über diesen Gegenstand, im Bulletin de la Soc. Geogr. in Paris, unter denen Jomard's und D'Avezac's hohe Verdienste um Junner - Afrika glänzend hervorragen, nur diese beiden, die erste und die zweite Erpedition nennen, Doch war Thibaut unter dem Namen Jbrahim Efendi auch schon bei der ersten gegenwärtig gewesen, Jhre vereinten Observationen und Kartenskizzen, wie direkte von Khartum uns zugekommene Berichte *), haben nun das Ueberraschende der neuen Zeichnung des Bahr el Abiad darge- boten, Es sind die gegen alle Erwartungen so weit gegen den Süden, unter 42' 42“ nördl, Br, bei der zweiten, und 52 nördl, Br, bei

der dritten Expedition erreichten äußersten Punkte des Stroms, wo der- selbe durh seine Gabelung zur weiteren Beschiffung durh Felshemmungen und Seichtigkeit unfähig ward, Eben hier ist es aber, wo die Gebirgs- Natur dem der Bahr el Abiad seinen ersten Ursprung verdankt, hervortritt, wie dies ganz ausdrüli<h von Thibaut, der am weitesten gegen den Süden vordrang, in seinem ersten Berichte gesagt wird, wo er bemerkt, daß man {on einige Tage vor der Spaltung des Stroms in die zwei seichteren Arme aus der Ferne die Gebirge habe erbli>en können, aus. denen dieselben hervorbrechen, Dies son sichert ihnen cine nicht geringe Höhe und cs is unbegreiflich, wie gewisse, freilih nur aus der zweiten und dritten Hand ge- fommene Erzählungen, no< immer das Nichtauffinden der Quellgebirge wiederholen können. Die neue Karte stellt also mit vollem Recht das nun bestätigte Dasein des Gebirgszuges, sogar in ziemli< derselben Nähe des Aequators, wie Plotemäns si die Mondberge ‘dachte, und wie sie D'Anville mit Berücksichtigung von Edrisi's und Abulfeda's Daten in seiner Carte de lP’Afrique 1749 widerlegte, nur viel weiter ostwärts gerü>t, darz

*) Ebendaselbst p, 172— 188.

*) Jn den Monats-Berichten a, a, O., S. 115 124.

lihe Vergünsligung für den Grund - Eigenthümer auf abgeschlossenen Be- sißungen betrifft, worüber die nähere Feststellung am besten den Magistraten der verschiedenen Lokalitäten zu überlassen sein wird, so is dieselbe in der Natur der Dinge begründet. Das auf offenen Grundstücken umherschwei- fende Wild kann gewissermaßen als gemeinsames Gut betrachtet werden, Deshalb kann das Geseß das Jagdreht auf diesen Besißungen regelnz sobald es si<h aber von eingeschlossenen Grundstü>fen handelt, fällt dieses Motío fort, und es kaun daher auch nit dieselbe Folge eintreten, (Sehr gut!) i; H

Die Abstimmung über den zweiten Artikel wurde auf die nächste Sißung vertagt.

Paris, 12. Febr. Bei der nun beendigten ersten Prüfung des Budgets, in den Büreaus der Deputirten-Kammer, hat die Op- position der linken Seite, die si{< in der vorigen Session bei dieser Gelegenheit in mehrere Fractionen getheilt hatte, um die verschiedenen Verwaltungszweige abgesondert zu untersuchen, kein voraus bestimmtes System befolgt. Die Erörterungen bezogen st< hauptsächlih auf die allgemeine Finanzlage des Landes, und die besonderen Budgets der verschiedenen Ministerien veranlaßten nur wenig Bemerkungen von allgemeinerem Juteresse. Aus dem, was in dieser Beziehung in den ersten Sißungen der Büreaus verhandelt worden, haben wir schon einen Auszug mitgetheilt, dem wir hier no< Einiges aus denen der leßten Tage nachfolgen lassen :

Mehrere Mitglieder, namentli<h die Herren Lacrosse, Boudet, Garnier-Pagès und Mornay drückten Zweifel an der Wirklichkeit des Gleichgewichts des Budgets ausz sie sind der Meinung, daß die Combina- tionen des Budgets durch supplementaris<he und außerordentliche Kredite würden gestört werden, Andere sprachen von der Sto>…ung in den Han- delsgeschäften. Ein Mitglied schäßt die Zahl der Bedürftigen, welche in Frankreich keine gewisse Unterhaltsmittel, haben auf 10 Millionen und die Zahl der Bettler unter denselben auf 2 Millionen. Herr Vuitry ver- langte, man solle die Gelder der Sparkasse im Juteresse der Staats - Be- dürfnisse anlegen und verwenden, Der Finanz-Minister, welchem in seinem Büreau ein Theil dieser Fragen vorgelegt wurde, erwiederte: es seien die präsumirten Einnahmen nach den vorsichtigsten Berehnungen veranschlagt ; er fönne die vorgebrachkeu Klagen in Bezug auf den Nothstand der arbei- tenden Klassen nicht in ihrer Allgemeinheit als gegründet anerkennen ; ein solches Ucbel, wenn es bestehe, sei nur lokal; ber auswärtige Handel habe im Jahre 1843 Resultate ergeben, die weit davon entfernt seien, von einer Erlahmung der Handelsgeschäfte zu zeugen, das ín dem Budget verheißene Gleichgewicht sei nicht eine leere Vorausseßung, auf Täuschungen gegrün- det; was die Verwendung der Fonds der Sparkassen anbelange, so beschäf- tige sich die Regierung mit dieser Frage und suche dieselbe mit dem Theile des votirten Anlehens zu kombiniren, der no< nit negozíirt worden; die Lage des Schatzes sei so beschaffen, daß das Ministerium in Bezug auf die Negoziirung dieses Anlehen -Theiles durchaus nicht gehindert sci, den sür die Interessen des Staates passendsten Weg einzuschlagen.

Herr Lepelletier d’ Aulnay und der General Pai xhans dran- gen vorzüglich auf eine regelmäßige und permanente Organisirung der Mi- nisterial - Departements. Es haben auch bereits mehrere Minister, um den Absichten der Kammer zu genügen, in ihre Spezial-Budgets bedeutende Ver- änderungen zur Verwirklihung der gewünschten Reform eingeführt, und es heißt, die Regierung werde vermuthlih no< vor dem 1, Januar 1845 im Stande sein, einen allgemeinen Organisationsplan für die Centralisations- Verwaltung zu entwerfen,

Einige Mitglieder betrachteten die Herabsezung des Zinses von den Cautionen der Ministerial-Beamten als eine sehr harte Maßregel. j

Die Budgets der Justiz, der Kulte und des öffentlichen Unterrichts riefen feine ernstlihe Einwendung hervor, nur sprach man einstimmig den Wunsch aus, daß die Lage der Inspektoren und Lehrer der Elementar- Schulen verbessert werden möchte.

Bei dem Budget des Ministeriums des Junern erhoben die Herren De s - longrais und von Bjussières Einsprüche gegen die den Theatern der Hauptstadt bewilligten Unterstüßungen, namenilih gegen die 60,000 Fr, für das Theater des Odéon, Jhrer Meinung nach, müßte die Stadt we- nigstens einen Theil dieser Summe zahlen. Herr Vavin vertheidigte die Subventionen, indem er bemerkli<h machte, daß sie nicht im Juteresse von París, sondern im Juteresse der Nation bewilligt würden; daß der Glanz der großen Oper, der so viele Fremde herbeiziehe, ganz Frankreich interessiren müsse; daß das Gedeihen des ersten und des zweiten Theatre français eben so wichtig für Frankreichs literarishen Ruhm, wie für das Bestehen seiner

selbst die für fabelhaft gehaltenen Schilfsümpfe und Seen des oberen Lau- fes bei den arabishen Geographen fehlen in der Natur dieses Strom- Systemes uicht, in dem aber der große moderne Jrrthum nun berichtigt ist, daß der Hauptstrom nicht vom Westen, sondern von Süd und Südost fommt, Und auch hiervon hatte hon der scharfsinnige D’Anvoille eine dunkle Ahnung gehabt, der er die hypothetische Zeichnung des Flußlaufes sciner Karte anfügte, welches die Worte seiner Dissertation sur les sources du Nil 1754 p. 60 bestätigen, wo er sagt: Au reste nous n'’apprenons autre chose du Bahr el Abiad, dans les instructions qu’on a recúûes, s1ì non que le cours de ce fleuve est parallèle au fleuve d’Abissinie, a douze quinze et vingt journées plus ou moins d'intervalle, ce qui est vaguez; et annonce seulement un cours très étendu. Also einem D’An- ville gebührt das in obiger Einleitung mit Recht gespendete Lob, der vor Allen zu seiner Zeit mit der vollständigstea Kenniniß seiner Zeit und dem ausgezeichnetesten Scharfsinn, der nachfolgenden Ansicht eines ganzen Jahr- hunderts, in Central-Afrika, {hon vorangecilt war, wie ein A. v, Hum- boldt durch scine Forschungen in Amerika und Central-Asien einem ganzen folgenden Jahrhunderte die zu gehenden Pfade der wissenschaftlichen Wei- terforschung gewiesen und die Aufgaben gestellt hat. j

Dies möge hiesigen Orts zum nächsten Verständniß der Karte für jeden Denkenden hinreichen, dem nun das Quellgebirge zweier so benachbarter, bis dahin aber ungekannter, oberer Stromgebiete, den Haupt-Umrissen nach vor Augen gelegt is, die zu den ersten und zweiten Klassen der kolossalen Stromsvsteme des Erdplaneten (der Nil ist der Länge nah dem Amazonen- strom, der Goschop dem Donaustrome vergleichbar) gehören, die zumal für das wasserärmere Afrika als ein unerwarteter Scha seines Organismus zur Belebung und Civilisirung vieler Millionen seiner centralen Völfergrup- pen als lebenerregende, zukunftshwangere, menschenverbindende Wasserader fortan dienen werden, sobald die europäische Civilisation in dieses neu ent- a S des Planeten fördernd und wohlthnend einzuwirken sih beru- en fühlt.

Es ist wohl eine der seltensten Begünstigungen des Schicksals im Gange der Entdeckung, das, was seit Jahrtausenden dunkel war, in so bestimmten Umrissen wie hier, über einen so ungeheuren Erdraum, der Europa's Aus- dehnung von Lissabon bis Konstantinopel gleich, dessen Areal aber das von ganz Europa weit überbietet, auf einmal, wenn auch hier und da Nebel- sle>e geblieben, entschleiert zu sehen, Es is sreili<h nur den auf solchem Felde Mitarbeitenden bekannt, wie Vieles vorher shon lange Reihen von Jahren hindur< utbar zu machen begonnen war, was dem blos vorüber- wandelnden Beschauer nun so urplößlich als neu entgegentritt, Diesem wäre es nicht zu verargen, wenn er, mißtrauisch, vieles auf einem solchen Blatte Zusammengedrängte für Fabel zu halten geneigt wäre, was E noch nicht als absolute ahrheit gelten fann, ‘aber worauf doch fast jeder Strich und jede Linie eine meistens mit unendliher Mühseligkeit errungene, überall mit Schweiß und Blut, oft au<h mit dem Tode gar manches euro- päischen Kämpfers für die Wissenschaft erkauste relative Wahrheit enthält. Die Geschichte dieser Entschleierung, die unter unseren Augen auf hundert verschiedenen Wegen und durch die verschiedensten Jnteressen zugleich be- wirkt ward, gehört einer eigenen , hier nicht weiter zu berührenden Darstel- lung an. Um o erfreulicher aber ist es, daß wir shon von zweierlei Sei- ten her zu gleicher Zeit die Mittel zur Prüfung \so wichtiger, auf der Karte niedergelegten Daten besißen, wie sie no< keinem Anderen im Auslande zu Theil wurden, Wir meinen eine geognostishe Suite von Gebirgsarten von den Ufern des oberen Bahr el Abiad und dem Fuße der Mondgebirge , #0 wie eine ethnographische von Landesprodukten, Waffen, oige gge an Or- namenten u, st, w. dort den großen Strom entlang hausender , bisher ganz

ungekannter Völkerschaften Eentral - Afrifka's, deren Sammlung von einem

Provinzial-Theater sei, die von da und von der komischen Oper ihr Reper- toir entlehnten, und daß diese drei Theater für die Schauspieler der Provinz ein aufmunterudes und lohnendes Ziel seien; endlich, daß die Bemühungen des Odeon in den beiden lezten Jahren auch die ihm bewilligte Subven-

tion hinreichend rechtfertigt. Bei Erörterung des Budgets der auswärtigen Angelegenheiten kam besonders die Frage hinsihtli<h der Konsulate zur Sprache. Mehrere Mit-

‘Tg tlagten über die unpassende Wahl der Konsuln in kommerzieller Hin- í

<t, Déíe Herren Wüstemberg, Jules de Lasterie, Garnier Pagès und Tesnières wünschten Männer auf diesen Posten zu sehen, die von den Bedürfnissen des Handels aufs gründlichste unterrichtet und der Negierung nügliche Mittheilungen zu machen im Stande wären, Der Ge- neral Pairhans wies auf das Beispiel Englands, der Vereinigten Staaten und Hollands hin, die nicht nur von angemessen dotirten Konsuln ihrer Nation, sondern auch no< durch bedeutende Handelshäuser repräsentirt seien. Herr Guizot erklärte, daß er sich die Organisirung der Konsulate sehr angelegen sein lasse und die nothwendigen Neformen darin einzuführen beabsichtige. Er gab der Kammer genaue Aufschlüsse über die Lage mehrerer Konsulate, namentlich in Nord - und Süd - Amerifa. Jn Ciiba Gegenden sind die nothwendigsten Lebensbedürfnisse oft so {wer zu haben, daß die Besoldung, welche die dortigen Konsuln vom Staate beziehen , als durchaus unzuläng- lich ersheinen mußz sie befinden \ih oft fast in Verlegenheit, und dies, be- merkte der Minister, lasse sie, den Agenten anderer Nationen gegenüber, be- sonders gegen die von England und Holland, einigermaßen zurückstehen,

, Die Bemerkungen, welche über Reductionen im Budget des Kriegs = Ministeriums gemacht wurden, sind bereits mitgetheilt; im Uebrigen kam nichts von allgemeinerer Bedeutung vor.

Aus dem Ministerium der auswärtigen Angelegenheiten sind De- peschen an den französis<en Botschafter in Madrid abgeschi>t worden. Es sind ihnen Briefe der Königin Christine an die Königin Jsabella beigefügt worden, welhe Graf Bresson persönli derselben zustellen soll, Die Königin Christine soll darin, wie es heißt, ihrer Tochter den Rath ertheilen, ihren Premier-Minister, Herrn Gonzalez Bravo, baldigst zu entfernen, da dieser die Regierung durch die gefährlichsten Maßregeln kompromittire. y j

Herr Felix Pyat und der Geschäftsführer der Reform haben gegen das von dem Zuchtpolizeigeriht auf Jules Janin?s Klage ge- fällte Urtheil bei dem Königl. Gerichtshofe appellirt. E

Der Erzbischof von Toulouse hat am 7ten eine an den König, den Minister-Rath und die Kammern gerichtete Denkschrift zu Gun- sten der Freiheit des Unterrichts veröffentlicht.

n Paris, 12, Febr. Ju der Pairs-Kammer kam bis u Post-Abgang nichts von Bedeutung vorz da dieselbe si<h in ihre Bi reaus verfügt hatte, um über das Geseb, den Sekundär - Unterricht betreffend, zu berathen.

Ju der Deputirten-Kammer wurde unter dem Vorsiße des Vice-Präsidenten, Herrn Bignon, die Diskussion des Jagdpolizei-Ge- seßes fortgesebt. Die Debatte war in der leßten Sitzung bei Art. 2 stehen geblieben. Derselbe wird von Herrn Luneau, eben so wie ein Amendement dazu von Herrn Vatout, bekämpft. Auch Herr Hebert ijt gegen dieses Amendement. Herr Boudet will sogar gänzliche Weglassung des Art. 2 und seht die Beweggründe dafür aus einander, Die Sizung dauert no<h fort. i ; Der Autrag des Herrn von Remusat wegen der Jukompatibili= tâten ist nur von drei Büreaus zur Verlesung zugelassen worden, diese wird aber, da jene Zahl hinreichend is, doch erfolgen, Man spricht von einem Duell, das zwischen zwei Deputirten, dem Herrn Chasseloup - Laubat (Gesandter am deutschen Bundestage zu Frauk- furt a. M.) und dem Marquis von Grammont, stattfinden werde. Veranlassung dazu ist ein im Zten Büreau heute vorgefallener Streit zwischen ihnen, Der Zeuge des Marquis de Grammont soll Herr von Lasteyrie, der des Herrn von Chasseloup - Laubat der Vicomte Daru sein. Doch läßt sih nichts darüber verbürgen.

__m Paris, 12. Febr. Gestern um Mittag wurde in den Tuilerieen ein Minister -Rath unter dem Vorsiße des Königs abge= halten, worin definitiv beschlossen wurde, daß das Kabinet der Ver- lesung der Proposition Rémusat si< auf das energischste entgegen-

preußischen Reisenden, Werne, der die ersten Expeditionen auf dem Bahr el Abiad begleitete, herrührt, Durch unseres berühmten antiquarischen For- chers in Acgypten, Lepsius, Vermittelung is dieselbe durh die Gnade Sr. Majestät des Königs unseren hiesigen Sammlungen zugekommen , und von um so größerem Werthe, da die meisten solcher auf der dritten Expedition durch Arnaud gesammelten Gegenstände, wie der größte Theil seines sons noch Mitgebrachten, leider bei einem Schiffbruch auf der vierten Nil-Katarakte für immer verloren ging.

Man kann si nur freuen, über die angegebenen, aus mehreren hun- dert Nummern bestehenden ethnographischen Gegenstände, unter denen zu- mal Eisen - Arbeiten der Waffen höchst überraschend und ausgezeichnet er- scheinen, wie über vieles andere Lehrreiche an Flechtwerk, Lederbereitung Elfenbein, Schmuck aller Art u. #, w., welche insgesammt mit Etiketten der Fundorte, der Flüsse und Völker versehen sind, sih über dieselben vollstän- dig auf der Zimmermannschen Karte, wie auf keiner anderen, orientiren zu können. Und was die andere Sammlung betriffl, die dem hiesigen König- lichen Mineralien - Kabinet hon einverleibt is, so wird der lehrreihe Be- richt des Herrn Custos derselben, des Dr. Girard, dessen zuvorkommendster Bereitwilligkeit wir den nächstfolgenden ganz neuen Blick în die Bodenbe- \chaffenheit Central-Afrika?s verdanken, für sth selbst aussprehen, welch ein neues Feld der Betrachtung, auch von dieser Seite, sich zum: Geognostischen S Ma orientiren, fartographisch, durch die gegebene Vorlage eröffnet,

Mögen diese Zeilen, welhe der Eingangs angedeuteten Aufforderung zwar keinesweges genügen, dem Meister, der sie ergehen ließ, dennoch als einige Liñeamente des ausrihtigen Strebens erscheinen, der von ihm so großartig für die geographishe Wissenschaft eröffneten Laufbahn, wenn auch nur mit schwachen Schritten, so viel es noch die Kräfte verstatten, nachzu-

gehen. Berlin, den 15, Februar 1844, Karl Ritter,

Ueber die Bodenbeschaffenheit Central-Afrika’s

an beiden Uferseiten des oberen Bahr el Abiad bis Juße der Mondberge. “s

Im östlichen Theil des mittleren Afrika lassen si< drei große Gebirag- Systeme unterscheiden, von denen das eine östlich, das ditderé dli Bo das dritte westlich sih ausbreitet, Der östliche umgiebt den großen Tzanä- See, enthält die Quellen des Tacazze und des blauen Nils, und steigt westlich von diesem Leßteren zu einer Höhe von 1000‘ an. Das südliche und südwestliche, über dessen Erhebung nichts bekannt ist, bildet die Wasser- scheide zwischen den Zuflüssen des Nils und dem Gebiet der westwärts flie- ßenden Ströme, und is das ehemals so genannte Mond-Gebirg, Endlich das nordwestlibe, welches im Jebel Marra einen Mittelpunkt zeigt, von dem einige Zuflüsse gegen Süden zum Bahr el Abiad \si<h wenden, die meisten aber gegen Westen dem Mittelpunkte von Afrika zufließen. Zwischen dem östlichen und dem südlichen Gebirgssto>e befindet sih no< ein nicht ausgedehntes aber erhabenes Hochgebirge, welches, den westlichsten Theil von Enarea bildend, sich bis zum Königreich Bari zu verbreiten scheint und in Enarea eine Höhe von 1229 erreicht. Südlich von diesem Gebirge breitet sich ein Sumpfland aus, in. dem der Goshop fließt und, wenn es erlaubt is, Vermuthungen so weit zu führen, so is auch weiter südlich kein Hochgebirge zu erwarten, da jenseit des Goshop-Thales Kaffee und Baum- wolle gebaut wird, dann aber eîín Salz-See und zuleßt goldführendes Land angegeben is, beides pen s tirt din von denen die erste auf tro>ene Hvch-

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seßen würde. Jh s{hrieb Jhnen vorgestern, daß das Kabinet die Verlesung niht bekämpfen wollte, um so besser sein Terrain zu son- diren, und darnach die prise en considération in der Kammer desto leichtern zu vereiteln. So hatte es au< wirkfli<h die Majorität der Minister anfangs beschlossen, Der König aber, dem daran liegt, daß die Juterpellationen wegen der Entlassung des Grafen Salvandy nicht an der Proposition Rémusat einen Anhaltepunkt finden möchten, scheint gestern den Minister-Rath eines Anderen überredet zu haben. Es wurde beschlossen, daß das Kabinet heute in den Büreaus alle seine Streitkräfte ‘sammeln solle, um die Verlesung der Proposition Ré- musat in öffentliher Sißung der Kammer zu bekämpfen. Jn der That war es au<h um Mittag in der Kammer so lebhaft, wie nie sonst zu so früher Stunde. Die ministeriellen Deputirten waren voll- zählig in den Büreaus.

Der Hauptbeweggrund, weshalb die Regierung die Proposition Rémusat zu bekämpfen sich veranlaßt sieht, is, daß die Annahme der erwähnten Proposition die unmittelbare Auflösung der Deputirten- Kammer nah sih< ziehen würde. Wenigstens funfzig Deputirte be- sinden si< in dem Falle der von Herrn Rémusat aufgestellten Jn- fompatibilitäten, Sie müßten daher ihre Entlassung einreichen.

Zwar sprehen s<le<t unterrichtete Blätter von dem Vorhaben des Herrn Guizot, die Kammer aufzulösen, um sich länger am Staats- Ruder zu erhalten, Möglich, daß Herr Guizot vor einigen Monaten zu diesem äußersten Mittel seine Zuflucht hätte nehmen wollen. Aber jeßt, in diesem Augenbli>e, denkt er gar nit daran, eine neue Wahl der Deputirten-Kammer vorzunehmen, zumal da der König dazu seine Zustimmung verweigern würde. Da der Zeitpunkt zu einer Kammer= Auflösung durchaus nicht geeignet ist.

Als vor zwei Jahren die Proposition Ganneron, wovon die des Herrn Rémusat nur die wörtlihe Kopie ist, eingebracht wurde, sprach man davon, daß, um eine unmittelbare Auflösung der Kammer oder die nothwendige Entlassung der dabei betheiligten Deputirten zu ver- meiden, die Proposition, wenn sie angenommen werden würde, nicht sogleich, sondern nur, wenn die erste neue Kammer einberufen wer= den würde, geseblihe Kraft erhalten sollte. Den nämlichen Aus-= weg würde man auch jeßt vielleicht wählen. Die Regierung oder besser das Kabinet kaun jedo< dem eben so wenig bei- pflichten, als der Proposition selbst. Welche moralische Kraft würde eine parlamentarische Majorität haben, wovon vierzig bis funfzig Mit- glieder in der Kammer uur geduldet wären? Alle Vota zu Gunsten des Kabinets würden a priori ihren Werth dabei verlieren. Ein leßtes Zufluchtsmittel bleibt freilih der Regierung no<h immer an der Pairs - Kammer, welche niht ermangeln würde, die Proposition Ré= musat, wenn sle im Palais Bourbon durchginge, zu verwerfen, Der= gleichen Stratageme sind jedo<h nur äußerst selten anzuwenden, weil die zu große Willfährigkeit der Pairs - Kammer zu Gunsten der Re= gierung, jederzeit der Opposition im Lande neue Kräfte zu verlei= hen pflegt.

Die Journale sprechen seit einigen Tagen von der Abreise des Prinzen von Joinville nah Toulon, und knüpfen nach ihrer Gewohn= heit an dieser Reise mehrere wihtige Sendungen, wie 3. B., daß der Prinz beauftragt wäre, den Streit zwischen dem Könige von Sardi= nien und dem Dey von Tunis auszugleichen, Aber nicht der Prinz von Joinville, sondern dessen jüngster Bruder, der Herzog von Mont-= pensier, hat diesen Morgen die Reise na<h Toulon angetreten, da er unter den Befehlen des Herzogs von Aumale seinen ersten Feldzug gegen die Araber machen soll, um das Kriegshandwerk praktisch zu erlernen. Damit fallen von selbst alle Kommentare über die Reise des Prinzen von Joinville weg, dessen fortdauernder Aufenthalt in Paris in Folge ärztlichen Rathes beschlossen worden zu sein scheint,

Da in Folge der eingetretenen Hof-Trauer, während des dies= jährigen Faschings keine Belustigungen bei Hofe stattfinden, so wird Graf Duchatel am 25sten l. M. einen großen Ball geben, wozu über tausend Einladungen ausgegeben worden sind. Die Wißlinge in der Deputirten-Kammer sagen schon darüber: Le cabinet veut faire danser la chambre, pour que les députés fassent danser

Solch ein goldführendes Vorland scheint si< auch i itte! ie- ser Gegenden, zwischen den Hochlanden von Ener a Lauf des Bahr el Abiad und den Gebirgen von Kordofan , Sennaar und Fazokl auszubreiten, Es is eine Gegend, die einen Theils von aerbau- treibenden Negern bewohnt wird, in welcher anderen Theils weite Ebenen mit hochgewachsenen Graminen beded>t sind, in denen viele Elephanten wei- den, und die endlich gegen Norden durch einen 30 Meilen breiten Gürtel eines goldsandführenden Terrains begränzt wird, Es sind die Ebenen, durch welche der Sobat (franz. Saubat geschrieben) mit seinen Nebenflüssen zun Bahr el Abiad geht. Proben von den Ufern des Sobat bestehen theils in einem glimmerhaltigen Sande, theils in braunshwa1zem o>rigen Thon, theils in kalfigem Sande, theils in einem Konglomerat, das aus kleinen Kaltstein-Broen zusammengeba>en ist, Der Sand, wo ‘er rein ift, besteht aus vielen fleinen gelblihen Quarzkörnern, wenigem röthlichem Feldspath einigem Brauneisensteine, etwas tomba>braunem Glimmer und aus kleinen Körnern eines s{warzen Minerals, dessen Natur sih nicht genau ermitteln ließ. Dies deutete auf den Ursprung des Sandes aus einem nicht entfern- ten Glimmerschiefer- und Gneuß-Gebirge, denn befände sich der Sand schon weit von den Gebirgen, ans denen er entstanden, so würde er keinen Glim-

mer und besonders feinen gefärbten Glimmer mehr enthalten. Diesem Sande ganz ähnlich, nur etwas gröber im Korn, das aber doch nur Hirsekorn- Größe erreicht, is der Sand vom Ufer des Bahr el Abiad im Königreich Bari, er enthält hauptsählih Quarz , dann denselben braunen Glimmer, nur häufiger als der vorige, und dabei viel mehr jener {<warzen Körner, von denen sih hier nachweisen läßt, daß es Hornblende is, Es stammt diese wahrscheinli<h aus Syrnit und Diorit Massen, wie sie nicht selten im Gneuß und Glimmerschiefer - Gebirge vorkommen, indessen könnte sie doch auch vulkanischen Ursprungs sein, da die Laven des an der Nord - Gränze dieser Ebene gelegenen Jebel Defa faungh (franz. Tefalon geschrieben) bie- selbe in großer Häufigkeit enthalten. Der Berg is offenbar ein erloschener Vulkan. Er erhebt sih wahrscheinlih aus einem basaltischen Plateau, denn Basalte mit Olivin und Augis kommen an ihm vor, und rothbraune poröse Laven, mit großen abgerundeten Hornblende-Krystallen, so twie dunkelgraue Tuffe, aus lauter kleinen porösen Lava - Brocken und feiner Asche gebildet, scheinen seine Abhänge zu bede>en. Der Tuff sowohl als die Laven ent- halten durchaus keinen glasigen Feldspath, noch zeigt sich Bimstein unter ihnen, sondern alle Produkte des Vulkans erweisen si<h nur als ein umge- wandelter Basalt.

Die vulkanische Thätigkeit scheint niht weit verbreitet gewesen zu sein und nur am Nordrande dieses Kessels, der wahrscheinli<h einst ein großes Süßwasserbe>en war, is sie entwi>elt, denn sowohl die Gesteine des Sennaar im Norden, als die des Fazokl und Bertat im Osten, des Landes Bari im Süden und des Kordofan und Jebel Tira im Westen sind ande- rer an

ie Sammlungen, welche sh hier befinden und zum Theil von dem Dr. W, herrühren, der sie auf der ersten Expedition, welche ns Pascha von Aegypten im Jahre 1840 aussandte, gemacht hat, zum Theil der wissen- Ae fine da ag E Russegger zu verdanken sind, geben hin- en Aufschluß über die allgemeinen geogn ältni faum entde>ten Gebirge. ; R E: D: (oje

Die Kette der Monbdberge besteht nah mehreren Proben aus Gneuß und Glimmerschiefer , von denen eine vom südlichsten | arg den die Ex- edition erreichte, genommen is, und zwar „von den Katarakten im Lande

ari. NB. i iti indri T0 / avid Felsen, der die Expedition vom weiteren Eindringen in das

ebenen, die legte auf eine Tiefebene schließen t, in wel i tige Lehm und Sand sich abseyen omg u eliher-der -golvhal

Es ist Guneuß, der aus weißem Feldspath und viel \{<w Glim- mer besteht, und Glimmerschiefer, der ‘viel Braga brödflichen 1 laat, fei-

les écus des fonds secrets. Um jene Zeit nämli, wo der Ball des Ministers stattfindet, wird die Diskussion der geheimen Fonds, die Lebensfrage des Kabinets, zur Sprache kommen.

Nachschrift. Die Verlesung der Proposition Rémusat is von drei Blireaus gegen se <s gestattet worden. Das Kabinet hat somit weihen müssen, weil die Zustimmung von zwei Büreaus schon hin= E, wäre, um die Proposition în der Kammer verlesen zu ürfen,

Grossbritauien und Irland.

London, 10. Febr. Der Prozeß O'Connell’'s dürfte, dem Globe zufolge, no< nicht so bald, als man erwartet, sein Ende erreichen. Dem genannten Blatte wird vom Sten Abends aus Dublin geschrieben, daß der Gerichtshof si< na< dem morgenden Schlusse der Replik des General -=Fisfals b1s zum Montage (12ten) vertagen werde. Der Ober = Richter wird hierauf eine über zwei Sibungen sich ausdehnende Rede halten, wozu er einen ganzen Folioband voll Noten zur Benußung gesammelt haben soll. Die Richter Crampton und Burton werden gleichfalls keine eben durch Kürze sih auszeih= nende Vorträge halten, so daß die Jury nicht vor dem 19ten d, M. dazu gelangen fann, über ihren Ausspruch zu berathschlagen,

Uiederlande.

__ æ** Aus dem Haag, 10. Febr. Der Geseß-Entwurf über die freiwillige Anleihe und über die außerordentliche Besteuerung ist der Kammer mit zahlreichen Aenderungen wieder vorgelegt worden. Die Anleihe wird darin, statt 150 Millionen, zu 127 Millionen Kapital und 3 pCt, Zinsen vorgeschlagen. Die Zeit der Einzeichnung ist auf den März dieses Jahres festgeseßt worden. Man kann nicht unter 50 Gulden zeihnen. Jede Einzahlung besteht 1) aus 33 pCt. in Silber oder in Schaßscheinen ; 2) aus 67 pCt. in beliebiger Geld= sorte, nämli in Silber, Schabscheinen oder Obligationen, die auf den Staat oder die Kolonicen lauten, und zwar werden bei den Ein= zeihnungen die 2 pCt. zu 56, die 5 yCt. Nationalschuld zu 100, die 45 pCt. Syndikats-Obligationen zu 96, die 32 pCt. zu 82, die 5 pCt. Loosrenten der Domainen zu 100, die 5 pCt. Loosrenten der Kolo= nieen zu 100 und endlich die 4 pCt. Obligationen zu 93 angenommen.

Unter den neuen in den Entwurf über die außerordentliche Steuer aufgenommenen Ausnahmen bemerkt man die anonymen, auf Actien gebildeten Gesellshaften. Auf den ersten Bli möchte es auffallend erscheinen, daß reihe Gesellschaften, die gute Geschäfte machen, von der Steuerzahlung befreit werden; allein da es mit großen Schwierig= keiten verknüpft sein würde, die Rehnungen und Resultate-dieser Ge= sellshaften ans Licht zu ziehen, und da überdies die Einkünfte, welche sie ihren Actionairen verschaffen, in den Declarationen für die Steuer= Bic fapitalisirt worden sind, so erscheint jene Ausnahme ge=- rechtfertigt. :

Man spricht hier viel von einem Schaße, der in den großen Speichern des Stadthauses von Leyden M R worden is z t E steht derselbe in Gemälden unserer großen Meister, in Glasmalereien des berühmten Crabets und Hautelisse - Tapeten. Auf der anderen Seite versichert man, daß ein Professor der genannten Univer= sitätsstadt in den dortigen Archiven Dokumente gus dem 15ten Jahrhundert aufgefunden habe, wona die Stadt Leyden das Recht habe, mehr als 16,000 Hektare mit Wasser bede>ten Landes im harlemer Meere als Eigenthum zurü>zufordern. Der Stadtrath von Leyden hat si<h dur sorgfältige Prüfung des Dokuments von der Gültigkeit der Ansprüche überzeugt und denkt, nah Troenlegung des Sees, die Ländereien zu verkaufen und den Erlös zur Tilgung der Schulden der Stadt zu verwenden und dadurch die drü>enden Steuern auf die nothwendigsten Lebensbedürfuisse aufheben zu können.

_Als in der Sibßung vom 7ten mehrere Mitglieder über eine Re= vidirung des Grundgesebes sprachen, eutschlüpften dem Finanz-Minister bei Vertheidigung des Geseß- Entwurfs zur De>ung der Rüsstände von 1840 und aus früheren Jahren einige Worte, die den Auhän= gern der Revidirung wenig Hoffnung gebenz er sagte nämli, daß

nen Feldspath und klein s{<uppigen s{<hwarzen Glimmer enthält, findet sich im Thal von Berry Magueteisenstein , der E nicht M bekannt zu sein scheint, da er nur als Sand, ohne irgend andere Gestein- stü>e, zu vielen Pfunden gesammelt worden is, Das Magneteisen zeigt an mehreren Stellen au< Eisenglanz und erinnert damit au ähnliche Vor- ane [M Poren Sar reer Mebieg von Brasilien.

Aus dem Hochgebirge von Enarea besißen wir leider kei aber die Gesteine des Landes Bertat, des Dn und Scar f H Herrn Nussegger's ausgezeihnete Sammlung wohl bekannt. Es sind im Lande Bertat und im sudlichen Theile des Fazokl Granit - und Gneuß- Gebirge, diesen folgen gegen Norden Chloritschiefer (hier wahrscheinli das Gold sührende Gestein) mit Glimmerschiefer und endlich im Sennaar auch Thonschiefer, Ju diesem Thonschiefer, der an einigen Stellen sehr ver- ändert is, seßen Gänge von Granit und Quarz auf, so daß auch hier wie an so vielen anderen Punkten, der Thonschieser als âlteres, der Granit als jüngeres Gestein ersheiut, Granite treten am Bahr el Abiad im Jebel Niimati (Jemati) ebenfalls auf, theils blaßrothen Feldspath, weißen Albit grauen Quarz und schwarzen Glimmer führend, theils ohne Albit, nur aus A Feldspath, weißem Quarz und s{<warzem Glimmer zusammen- esept.

Aehnliche Gebirgsarten finden si<h im Kordofan, Granit Glimmerschiefer , indeß treten hier gegen Süden L Diorite, a2 O Feldspath, grüner und s{<warzer Hornblende und etwas Titaneisen bestehend | und am Jebel Tira auch Chloritschicfer auf. Am merkwürdigsten aber i das Vorkommen von Königstein oder Phonolith, der vou Koldadschi (au Kodalgi und Koldagi geschrieben) ín der Russegger'schen Sammlun befindet, Das Vorkommen von Phonolith läßt mit Bestimmtheit au 4e bedeutende Entwickelung basaltischer Gesteine in diesen Gegenden schließen non es g Sa Vat pr Abi tg - hinweist, da bei uns Pho- nolithe nur in solchen bafaltishen Gebirgs - Gruppen vor in denen feine Vulkane aufgebrochen sind, E 9A pflegen,

Nördlich vor die Gebirge von Kordofan und Seunaar, an die sich no< der Berg von Mandira, welcher aus Syrnit besteht, im Osten anschließt, legt sich eíne Sandstein - und Hornstein - Bildung, die wahrscheinlich zu den jüngeren Tertiär - Gesteinen E Sie bildet den Jebel Mussa, von dem ved! je Megge a De E Tes gegen haben, der aber leider a

er Karte nicht aufzufinden ist, Ussegger fügt auf seinen Et | od hinzu „am Bahr el Abiad, îm bstlihen Südan,!! Yy A

So schließt si das geognostische Bild dieser Gegenden dahin ab,

wir allgemein verbreitet Granit-, Gneuß- und Gl mmerschiefer - Gebirge haben, mit denen Thonschiefer, Chloritschiefer und Diorite vorkommen, alles jene ältesten Bilduugen, denen unmittelbar jene jungen Gesteine der Ba- salte, Phonolithe und Vulkane sich anschließen, welche aus der Zeit der Tertiär-Epoche stammen. Vielleicht haben die Kalkstein-Conglomerate, welche sih im Sobat finden, ihren Ursprung in Kreide - Kalksteinen , denen sie dem Acußeren nah wohl angehören könnten, und wäre dies ver Fall, so \{lös- sen sih die geognostischen Verhältnisse des östlichen ErnteeleAeda ganz detten von Palästina, Syrien und Klein-Asien an, H. Girard.

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Berichtigung. Jm gestrigen Feui s der All in Wei muß es S. 299, Sp, 2, Z. 41 v, ae Hiebe stati: Vgietei Bde

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