1844 / 63 p. 3 (Allgemeine Preußische Zeitung) scan diff

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welchen böse Leid

A s snd nicht, noch können es glülicherweisc die Gesinnungen

: sentli : ben und ‘esischen Nation sein, welche wesentli<h dem Throne erge

der portugiel constitutionelle Charte aufrecht zu halten. Jd vertraue en fomumeni auf ihre Lovalität, auf ihre Einsicht, auf ihre erworbene Er- fahrung, überzeu

sucht, widerstehen wird. 2 S L erge icbmábig vertraue Jch auf die Disziplin und den guten Geist des

getreuen Heeres, an das sich tollfühnerweise die Rebellen zu wenden wagen, und dessen Verhalten ihnen die schlagendste Antwort geben wird, indem es, wie es seine Pflicht ist, den Thron und die vaterländischen Jn- stitutionen vertheidigt, die cs mit so großem Ruhme und um den Preis \o edler Anstrengungen bereits in dem hartnä>igem Kampfe triumphiren machte, den cs unter den Befehlen Meines erhabenen Vaters glücklichen Andenkens

bestanden hat. E : i : a

Portugiesen! Es s{<merzt Mich, daß eine kleine Zahl von Jndividuen eines so tapfercn und lovalen Heeres unbedahtsamerweise sich hat fortreißen lassen, die Ruhe des Landes zu stören; diese Krisis wird indeß kurz und ihr Ausgang glücklih sein, wenn, wie Jch hoffe, die Eigenschaften sich geltend machen, welche die portugiesische Nation auszeichnen, die Ordnung wird triumphiren, die Anstifter gezüchtigt werden, ohne daß jedoch die Königliche Nachsicht dem Getäuschten fehlen soll, die, ihre Verbrechen bereuend, schleunig zum Gehorsam gegen die Gesche zurü>kehren, Gegeben im Palast Necessidades, den 7. Februar 1844.

(Gez.) Jch, die Königin, (Gegengez.) Der Herzog von Terceira,“

Hierzu nachträglich noch die Notiz, daß die Rebellen zu Castello Branco sich 8,600,000 Reis bemächtigt haben, die sih in den öffent- lichen Kassen daselbst befanden, so wie des Couriers, der von dort nach Abrantes geht, Sie schlugen dann die Richtung südlih gegen Montalvan zu ein.

Vereinigte Staaten von Uord - Amerika.

O New- York, 2. Febr. Der Senat fährt fort, von der durch die Constitution ihm verliehenen Gewalt der Bestätigung oder Verwerfung der dur< den Präsidenten in der Zwischenzeit zwischen den beiden Sessionen vorgenommenen Ernenuungen in einer wahrhaft bedauerlihen Weise Gebrauch zu machen. Das Schi>sal des zum Marine-Secretair ernannt gewesenen Herrn Henshaw hat nun auch die Herren Porter und Spencer getroffen, von denen der erstere zum Kriegs - Secretair, der leßtere zum Richter am obersten Tribunal er- nannt war. Die Hoffnungen des Herrn Spencer, besser wegzukom- men, sind also auch getäuscht worden, Bei dem Skfrutin des Sena- tes hatte Herr Porter nur drei Stimmen im Ganzen für ih: für Herrn Spencer erklärten si<h 21 weiße, gegen ihn aber 27 s{<warze Kugeln. Aber Herr Spencer war so klug, seine Stelle als Schab- Secretair nicht förmlich niederzulegen, so lange er ni<ht wußte, ob ihn der Senat in der eines Richters am obersten Tribunal bestätigen werde. Er bleibt also Secretair des Schabes.

Herr Spencer ist| nah dem Eingeständnisse aller Parteien

eine der bedeutendsten Kapazitäten der Vereinigten Staaten z seine Kenntnisse im Finanzwesen, in der Jurisprudenz und

in der eigentlichen Verwaltung werden für außergewöhnlich umfa}end angesehen; allein beide Parteien beschuldigen ihn der Immoralität, da er die Hofsnungen beider getäuscht hat, und ein Blatt berichtet, der Richter Thompson habe, als man vor seinem Tode ihm noch Herrn Spencer, als ausersehen, sein Nachfolger zu werden, genannt habe, ausgerufen: „Dafür behüte eu<h Gott! Der i} ein {limmer Maun!“‘

Der Senat soll entschlossen sein, eben \o unerbittlih zu verfahren gegen Herrn Wise, der zum Gesandten in Brasilien, und gegen Herrn Caleb Cushing, der zum Gesandten in China ernannt wurde, Dem Leßteren kanu man nicht verzeihen, daß er erklärt hatte, die Verwaltung werde ín dem Kampfe um die Präsidentschaft die Wage halten, und er werde diejenige der beiden Parteien unterstüßen, die seine Gunst zu verdienen wisse, Die Whigs haben erklärt, das heiße die Regierung gewissermaßen zur Versteigerung ausbieten, und waren sehr erfreut, diesen Vorwand zu finden, hinter welchem sie ihren Groll über den Abfall des Herrn Cushing zu verbergen vermögen. Herr Cushing is ein Mann von umfassendem Wissen und von einem Pri- vat-Charakter, der von jedem Fle>en rein ist, Niemand is mehr ge= eignet dazu als er, die amerifanishen Interessen im himmlischen Reiche wahrzunehmen. Seine Zurürufung wäre diesen Juteressen verderb- lich, die auf solhe Weise neuen und unerfahrenen Händen anvertraut würden; allein was kümmern sih die hochweisen Politiker hier um dergleichen Erwägungen? Die Politik, wie sie die Herren Gesebge= ber von Washington verstehen, besteht in einem Geiste der Koterie und der Kamaraderie, und was nicht zu diesen gehört, dafür kennt man fein Erbarmen. Allerdings eine fatale Auslegung des Wortes Politik! Was Herrn Wise betrifft, au< einer von der Whigpartei Cxfommunizirten, weil er einer der wenigen Freunde des Herrn Tyler geworden ist, so war es fast ausgemacht, daß man gegen ihn Gnade üben würde, weil er si< mit ‘dem Ministerposten in Brasilien statt jenes in Frankreih begnügen wollte, für welhen leßteren er lange sich alle Mühe gegeben hatte; allein die Nachsicht des Senats wurde ihm, wie es scheint, ebenfalls entzogen, weil er si< in einen Streit zwischen den Repräsentanten und den Journalisten gemischt, und mit Verachtung von dem Whig-Journalisten Herrn Sargent ge- sprochen hatte. Es ist daher wahrscheinli, daß man ihm nicht einmal den Ministerposten în Brasilien lassen wird. Das Resultat dieses Konsfliktes zwischen den Prärogativen des Senats und jenen des Prä= sidenten wird sein, daß am obersten Tribunal eine Richterstelle, und im Kabinet zwei Secretairstellen unbeseßt und also Privat = und össentlihe Juteressen benachtheiligt werden,

Dieses Resultat i} thatsächli<h und grundsäßlih zu beklg- gen. Sicherlih hat die amerikanische Constitution, indem sie drei

verschiedene Gewalten \{<uf, gewollt, daß jede von der anderen in gewissem Grade unabhängig sei, Sie hat dem Präsidenten die Wahl seiner Rüthe gelassen, und das is logisch, denn da der Práäsi= A für seine Akte verantwortlich is, so wäre es unbillig, ihm den wang auferlegen zu wollen, daß er sih mit Männern umgebe , die E u Vertrauen genießen. Die Constitution giebt allerdings dem cen V s Recht der Bestätigung der von dem Präsidenten getroffe- hältniß» s aber offenbar is dieses Ret nur accessorish im Ver- nicht bebet “4a anderen, es soll den Präsidenten kontrolliren, aber iti Beda: Der Senat darf der Natur der Sache nah nur moralität des Q As nur im Falle notorischer Unfähigkeit oder Jm- e ga Nen davon Gebrauch machen ; eine Anwendung des= i ein B, runde politischer Meinungsverschiedenheit oder Antipathie des S, ißbrauch desselben, dadur wird die Regierung in die Händ 1, Oenats gelegt, die esebgeh 8 L ziehende, und so euts d bgebende Gewalt greift über in die voll- 3. B. daraus werben S Zwietracht und Verwirrung, Was würde Waffe bekämpfen ug enn der Präsident nun den Senat mit gleicher

: d ihm ; ), Männer vorschla wi stets nur „Herade dieselben gehässigen Constitution die Jurüetgemiesenen gn dent tve ned naG der

bis er ächti i selben föunte ee p Teiten Sesson beigubebeltee unt aeg n , e : so enblos werden und unse", Bier Prkrogntirnftieg wine is unfähig, j p unfehlbar zur Anarchie sühren Hen Tyler 9, je zu diesem Extrem zu shreiten, und ex hat Recht” cs ,

enschaften uud individuelle Juteressen als einziger Hebel

gt, daß sie den Täuschungen, durch welche man sie zu hin- |

3534 niht zu thun. Seine Mäßigung ist die beredteste Antwort auf die Leidenschaftlichkeit der Senatoren.

Eisenbahnen.

Natibor, 26. Febr. Heute erhielt ein für unsere Provinz

und für ganz Deutschland hohwihtiges Unternehmen seine feste Be=

gründung. Die erste General-Versammlung der Gesellschaft der Wil=

helms-Bahn (Kosel-Oderberger) fand unter dem Vorsiß des bisheri= gen Präses des Comités, Fürsten Lihnowsky, statt.

Zunächst hatten si< diejenigen Zeichner, wel<he nur unter der Bedingung einer 3Lprocentigen Zinsen-Garantie gezeichnet hatten, zu erklären, ob sie, da der Staat diese nicht bewilligt, denno<h, und zwar unbedingt, Zeichner, resp, Mitglieder, der Gesellschaft zu bleiben entshlossen wären. Einstimmige Bejahung folgte dieser Frage.

__ Die nach Lösung dieser Prinzipal - Frage constituirte Gesellschaft faßte nunmehr folgende Beschlüsse:

_ Die unter ershwerenden Bedingungen zugesicherte Garantie des Staates für 3 pCt, Zinsen wurde einstimmig abgelehnt, und, da sernere Konzessionen niht zu gewärtigen, der Bau ohne staatliche Garantie vorgezogen.

Zwei Bahulinien waren im Vorschlage. Die eine geht von dem Bahnhofe der oberschlesischen Bahn zu Kandrzin bei Kosel, auf der re<ten Seite der Oder, zur österreihishen Gränze an dem Olsaflusse unweit Oderberg, Ratibor in einer Entfernung von ungefähr 800 Ruthen lassend. Die andere Bahnlinie überschreitet die Oder bei Ratibor, geht diht an der Stadt vorbei und am linken Oder - Ufer i ies bis nah Oderberg, Einstimmig wurde die leßtere Richtung eliebt.

Die an der Versammlung theilnehmenden Ratiborer konnten si< nicht erwehren, der Abstimmung lauten Beifall folgen zu lassen.

Die Ablehnung der Staats - Garantie und in Folge deren der Theilnahme des Staates zu ”- des Anlage-Kapitals, so wie die durch Annahme der Bahnlinie am linken Oder-Ufer vermehrten Baukosten, machten die Erhöhung des ursprünglich für die Linie am re<hten Ufer veranschlagten Anlage - Kapitals von 900,000 Rthlrn. nöthig. Nach Mittheilung der von dem Spezial - Jngenieur der Ober = Schlesischen Bahn, Lieutenant Hoffmann, entworfenen generellen Anschläge fiel der einstimmige Beschluß dahin aus, das Anlage-Kapital auf 1,200,000 Rthlr. festzuseben.

Ueber die nah dem vorstehenden Beschlusse noch erforderlichen 300,000 Rthlr. wurde einstimmig in der Art verfügt, daß sie durch Ausgabe neuer Actien gede>t werden sollen, bei welcher aber nur die schon angenommenen Gesellschafts-Mitglieder nah einem von dem Herrn Bürgermeister Schwarz entworfenen Plane zugelassen werden, so daß alle Actionaire, nah Verhältniß ihrer bisherigen Zeichnung,

jedoh mit vorzugsweiser Begünstigung der kleixen Zeichner, bethei= ligt werden.

Der von dem Comité vorgelegte Statuten - Entwurf wurde mit sehr wenigen unerheblihen Abänderungen einstimmig angenommen.

Landels- und Börsen -Uachrichten.

Berlin, 2. Mäz. Jn allen Eisenbahn-Actien war das Geschäft auch heute wieder schr beträchtlich ; ganz besonders blicben Hamburger und Nicderschlesische Juterimsscheine bis zum Schluß der Börse begehrt. Ober- \chlesische Lit. A. und B. erfuhren ebenfalls einen weiteren Aufschwung. Jn Oesterreichischen Actien ging zu gewichenen Coursen Mehreres um.

__ Stettin, 1. März. (B. N. d, O.) Gestern früh war die Kälte hier bis 11 a 12 Grad gestiegen, um 2 Uhr bis auf 0 gesunken und am Abend wieder auf 3 a 4 Grad gestiegen. Heute haben wir, bei klarem, hübschem Wetter, nur eine Kälte von wenigen Graden, Í

Unser Handel s wieder von großer Bewegungslosigkeit heimgesucht und es regt sich in keiner Branche etwas irgend Erhebliches, :

Von Getraide wurde Weizen am Landmarkt gegen die Mitte der Woche um 2 a 3 Rthlr. billiger, als am Montag angegeben, gekauft. Seit- dem ist, in Folge knapper Zufuhren, wieder cin wenig mehr, und zwar bis 52 a 53 Rthlr., jedoch fast nur von Konsumenten, dafür bezahlt. Wahr- scheinlich wird für unsere Landmarkt-Weizen-Gattungen an heutiger Pro- dukten-Börse in Prenzlau der Preis sih wieder näher feststellen, Ander- weitig haben hier in Weizen seit Montag nur einzelne Umsäße unter der Hand stattgefunden und is auf diesem Wege eine Partie 125/126 pfd. (87pfd,) gelber {les auf Lieferung zu ungefähr 52 Rihlr. begeben worden, zu welchem Preise und noch billiger dergleichen Waare ferner zu kaufen sein würde, während schwerere und bessere noch auf leßte Notirungen gehalten bleibt, wozu aber feine Käufer, Roggen is fortwährend sehr stille, in loco zu 34 a 35 Rthlr. für 117 bis 120/121pfd. (82 bis 84 /85pfd.) zu haben, auf gewöhnliche Lieferung im Frühjahr 335 Nthlr., pr. Juli 35 Rthlr. be- zahlt, dazu wohl noch zu kaufen, aber shwer zu lassen, Für Gerste würden Käufer nux zu neuerdings erniedrigten Preisen sein, wozu man sich noch nicht verstehen wollte, Auf Lieferung is 105. /106pfd. \<les, zu 282 Rthlr., 101./102pfd, Oderbruch zu 257 Nthlr. zu kaufen, über 25 Nthlr. für leßtere nicht zu machen, Nur für s{werste große pommersche dürfte no<h 28% a 2 Nthlr, zu machen sein, Hafer, pommerscher von 50 /52yfd, pr. Schfl, 18 a 187 Rthlr. zuleßt bezahlt, auf 185 Nthlr. gehalten, dazu aber keine Kauflust, Oderbruch von 48 /49pfd. 1727 a 4 Rthlr. Erbsen bleiben rar, besonders große, welche zu 34 a 35 Rthlr, Käufer haben, kleine 31 a 32 Rthlr, : :

__ Samen, Von Napps und Nübsen bleibt der Markt entblößt und ist nichts angetragen, Schlag - Leinsamen is in ziemlich guter Qualität zu 92 Nthlr, zu haben, Von weißem Klcesamen kommi zwar nur sclten etwas vor, indeß fehlt es andererscits auh an Kauflust, so daß ein Pöstchen fein mittel Waare zu 23 Rihlr, weggegeben werden mußte, Ganz ord. würde nicht über 15 a 17 Rthlr,, gut ord. bis mittel nah Qualität 18 a 22 Rthlr. bedingen, Feiner les. rother wird auf 16 a 167 Rthlr, gehalten , ein Posten gut mittel is zu 157 Rthlr. gekauft worden. Mittel pomm. wird bei kleinen Posten mit 115 a 12 Rthlr. angetragen, ord. 9 a 11 Nthlr. Thymothee in mittel Waare und kleinen Partieen 11! a 11% Rthlr., feinere bei größeren Posten auf 13 a 13% Rthlr, gehalten, Steinklce is auf bal- dige Lieferung merkli< billiger, zu 8— 7% Rthlr. pr. Ctr, erlassen. Für neaen franz. Luzern fordert man 235 Rthlr., für Sporgelsamen 25 Rthlr. Bon Säe-Leinsamen i} etwas rigaer zu 75 Rthlr, verkauft und zu 74 Nthlr. nichts _mchr zu finden. Pernauer 8% a 9 Rthlr,, windauer 95 a 3 Rihlr,

Spiritus aus erster Hand zur Stelle 25—254 %. Die Zufuhr davon var in dieser Woche sehr s{wah, was eine Preisbesserung zuwege gebracht Ut b A in b e Tagen 25%, heute sclbst| 25% bedungen wurden,

teferung 1 er Prei mi 24 9 "lich 02 eils S 7 theils aber ius E s nominell 24% geblieben, wozu theils Abgeber,

Fettwaaren, Rüböl in loco hat zuleßt den etwas besseren Preis von

1 7 e Ge a Ob sich derselbe bei etvanigen A ämbldutigen zum 1 "g erer, pro März verschlossener Partieen behaupten wird, läßt sich noch nicht sagen, Auf Lieferung pro April is 102 Nihlr, geford pro September /Oktob 9 j E S Ae rung zu 40% bis eve Rthlr, Geld, Leinöl in loco und guf Liefe- univ Preise nominell ie legtgotin r Oele, wie auch Thran ohne Umsay Bufahe f dérliger E E Butter sind no< wie zuleßt gemeldet. Die

/ Ursten die Preise Ende d, M, wohl etwas anziehen.

Breslau, 28, Febr, Getraide-Preise,

Höchster: Mi y Weizen 1 Rthl, 27 Sgr, Nitiler Niedrigster : Bogen 1 V 8 gr M A M 9Pf. 41 Rthl.20Sgr. 6 Pf, I L d S es s 24 Pier S » 20 » S1! ali » 20 » ô ä

Magdeburg, 29, s pro Wisp4l: g, 29, Febr, Höchster und niedrigster Getraide-Marktpreis

Weizen: 48 381 Rthlr,

Gerste: 30 29 Rihlr,

Uin î Roggen: 36— 335 » Hafer: 18% 171, »

Hamburg , 29. Febr. (B, H.) Getraide - Preise. Weizen, poln. 112.140 Rthlr,, anhalt. u. magd. rother 106.132 Rthlr., weißer 112.136 Rihlr. , märk. u. braunshw. 106,132 Ritihlr., les. ¿Feber 116 . 132 Rthlr., weißer 116 . 135 Rthlr., me>lenb. u. pomm. 98 , 140 Rthlr,, holstein. 95.130 Rihlr. , eyder u, büsum, w. 108, 122 Rthlr., niederelb, r. u, b. 100,125 Rthlr. Roggen, danz., clb, u. kön. 75.82 Rthlr., märk, med>l., pomm. 71.82 Rthlr,, holt. u. niederelb. 71,76 Rthlr., däniich, 71,75 Riblr. Gerste, m, u. oderbr. 64,68 Rthlr., anh. u. magd. 73.74 Rthlr,, niederelb. Winter- 52.56 NRthlr., holst. u. me>lenb. 63,74 Rthlr., dän. 53,74 Rthlr. Malz 58,62 Rthlr, Hafer, oberländ. 42.48 Rthlr,, me>lenb. u. holst. 43,54 Rthlr., niederelb, w. 37,45 Rthlr., eyder u. hu- sumer 34.44 Rthlr., dän. 38,46 Rthlr, Erbsen 66.78 Rthlr, Wien 70,88 Rthlr, Rappsaamen 140. 146 Rihlr.

Paris, 26. Febr, Die 3proc. Rente, welche vorgestern auf 82, 50 stehen geblieben war, ging gestern auf dem Café de Paris in Folge der Verwerfung der Motion Lord John Russell’'s auf 82. 10 herab. Heute vor der Börse stieg die Notirung wieder auf 82, 30, da der Artikel des Moníteur in Betreff Otaheiti's einen günstigen Eindru> auf die Speku- lanten gemacht hatte. An der Börse trat jedoch wieder cine gedrüdtere Haltung in den französischen Renten ein, und die 3proe. wich troy aller Anstrengungen, den Cours zu halten, wieder auf 82, 15, Jn spanischen Effekten fand kaum ein Geschäft statt. Die neapolitanische Rente hielt s> gut; das Dekret wegen Umwandelung derselben in 4proc. Fonds war au der Börse noch nicht bekannt,

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ran er E O0 E Den 2. März 1844.

H | D Q G E Pr. Cour. Fonds. [S] Pr. Cour. Aclien. |#| i A i | | Brief. | Geld. Brief. | Geld. | Gem, ' 7 Qu | | F L A 4 ; Brel. Pots. Eisenb.| 5 1697 | Mie FaURL SO 32 1015 | 1015 do. do. Prior. Obl.| 4 103% | Pr. Engl. Ob1.30./ 4 | 1013 Z | 193 | Präm Sch.d.Seeb.—| 902 —— A Hs, Es F | p S War. n. Neunte R do. do, Prior. Obl. 4 | 103% - u. Neumärk, | L n j 1 5 Brl. Anb. Eisenb.|—| 156 | 155 | Scbuldverscbr. 33 100% i: s | 92, | i gi i do. do. Prior. Obl.| 4 ats s} 103% | Berl. Stadt-Obl. 3z3| 1017 Ee S x R] Dis, de S R 48 5 ti Düss.Elb, Eiseub.| D -—— | 99 | Wit PheiaU 2 1093 [0 do. Prior. Obl 4 | 99% | 994 | G vf L P vg L 105: 4 [¡Rbein. Eisenb. |5 —— | —— | 84 à E Ï E N 31 zoo A do. do. Prior. Obl.| 4 99% | | 86 De j A 2 2 E 4 do. v.Staat garant. 37 997 | 98% | Ostpr. Pfandbr. 35 103 L * Bisb.l 5 | 53 Pomm do 35 1017 dais Brl. Frankf. Eisb.| 9 2A | 15: 2 | G E 5 6 é 2 do. do. Prior. Obl. 4 1045 | 1035 j Kur- u. Neum. do. 35 101% z 2 4 | 120: Sihlonzoké db, [82 101 L Ob .-Schles. Eisb, P L ; E 2 do.Lt.B. v. eingez. —| 116 | 115 1 121 Gold al marco, |— B.-St.E.Lt. A u.B 1297 | 1287 | Friedrichsd’or. 137, 13! |Magd.-Halbst. E. | 4 | | 1187 And.Gldm, à 5 Th, 11 K Ï 17 BresI- Schweidn.- | Disconto, —- 1 4 Freibg.Eisenb,| 4 | —_—_ |

| Pr. Cour.

W echeets«Co ura Thlr. zu 30 Sgr.

| Brief. | Geld. i I 250 Fl. Kurz 1417 Ad A T C R O 250 Fl. 2 Mt. 1403 Hamburg «eco co c oco erc oer 300 Mk. Kurz | | 1504 O E C Ee 300 Mk. | 2 Mt. | | 1497 LODUOD «s Ca d Ce died Ep 60 Gs L: LSG 3 Mt. 6 243 O 300 Fe. 2 Mt. | 80% Win is M An iee ctien 150 FI1. 2 Mt. | 1045 I a L C 150 Fl. 2 Mt. 1025 102% Beg: as C E Sd C G00 E 100 Thlr. | 2 Mt. 995 99% C Leipzig in Courant im 14 Thl. Fuss.. 100 Thlr, Z E gel 99s e n M E cio nv efi 100 Fl. 2 Mt. 56 28 _— POterabat e s pee opa oro t Cte css 100 R 3 Woch. 107%

Auswärtige Börsen.

Amsterdam, 27. Febr. Niederl. wirkl. Sch. 55. 5% do. 100: 5% Span, 215. 3% do. 39. Ausg. —. Ainsl, —, Pr. Sch. —. Pol. —, Oesterr. 110. 4% Russ. Hope 913.

Antwerpen, 26. Febr. Zinsl. 75. Neue Anl. 21.

Frankfur E A M., 28. Febr. 5% Met. 1135 G. Bank- Actien 2012. ohne Div. p. ult. 2014. Bayr. Bank-Actien 690. Hope 905 G. Stiegl, 90 6, Int. 5345. Poln. 300 Fl. 96% G. do. 500 Fl. 995 6. do. 200 FI. 32% G.

Hamburg, 29. Febr. Bank-Actien 1670 Br. Engl. Russ. 113 6.

Lond on, 24. Febr. Cons. 3% 97k. Belg. —, Neue Anl. 23%. Pas- sive O3. Ausg. Sch. 13%, 25% Tol. 54%. 5% do. 1015. Neue Port. 445. Engl. Russ. —. Bras. 79, Chili —. Columb. —. Mex. 34. Peru 30,

Paris, 26. Febr. 5% Rente fin cour. 125. 50. 3% Rente fin cour. $2. 15. 5% Neapl. au compt. 104. 5% Span. Rente 32%, Pass. SE,

Wie n, 28, Febr. Nordb. 1382, Mail. 108, Gloggn, 111%. Livorno. 98. Pesth, 1033. |

Pass,. —. Preuss,

Meteorologische Beobachtungen.

1844, Morgens | Nachmittags Abends Nach einmaliger I, März. 6 Ube. | 2 Ube. | 10 Ubr. Beobachtung, Luftdruck .... |334,96" Par. |333,s80” Par.|333,26" Par. | Quellwärme 9,9° R. Luttwürite 6% [ae 20° R.| Dn? R. —+ 12° R. | Flusswärme 0,2° R. Thaupunkt .. E 45° R, 1/02 B. s 0/85 K. | Bodenwärme L R, Dunstsättiguug 80 pCt. T pCt. 84 pCt. Ausdünstung 0,011 Rh. Welter ...... balbheiter, halbbeiter. trüb, Niederschlag O. Wind ....... SW. SW., SW. Wüärmewechsel + 2/0. Wolkenzug. « - ; Wi + 0,5° R, Tagesmittel: 334,01" Par... +0,4° R... 2,8? R... 80 pct. WSW. Königliche Schauspiele. Sonntag, 3, März, Mary, Max und Michel, komische Oper in 1 Aft. Musik von C. Blum, Hierauf, zum erstenmale wieder- holt: Die Jusel der Liebe, oder: Das unausführbare Geseß, phan-

tastishes Ballet in 2 Abth., von P. Taglioni. - Musik von Gährich. Decorationen vom Königl, Decorations - Maler Gropius.

Im Konzertsaale: Der Jude, Schauspiel in 4 Abth., nah dem Englischen des Cumberland, Hierauf: Der Verschwiegene wider Willen, oder: Die Fahrt von Berlin nah Potsdam, Lustspiel in 1 Aufzug, von Koßebue. (Herr Döring im ersten Stü>k: Schewa, im zweiten Stück: Kommissions-Rath Frosch, als Gastrollen.) -

Montag, 4, März. Der arme Poet, Hierauf: Das Liebes= Protokoll, (Herr Döring im ersten Stück: Lorenz Kindlein, in zwei- ten Stück: Banquier Müller, als Gastrollen.) :

Dienstag, 5. März. Konzert, in welchem auf Allerhöchsten Be- fehl die Herren Moralt aus München mitwirken werden. Hiergusf: Fidelio, (Mad, Schröder= Devrient : Fidelio, als Gastrolle.)

Königsstädtisches Theater

Sonntag, 3, März. Gast - Vorstellung des Kinder = Ballets des Herrn Price in 3 Abtheilungen. Dazu: Des Schauspielers leßte Rolle. Lustspiel mit Gesang in 3 Akten, von Friedrih Kaiser.

Montag, 4. März, (Jtalienishe Opern-Vorstellung.) Zum erstenmale: U Giuramento. Opera in 3 Atti, Musiíca del Maestro Mercadante. (Die Kostüme und Decorationen sind sämmt- lih neuz leßtere vom Decorations-Maler Martinelli.)

Dienstag, 5. März. Gast-Vorstellung des Kinder-Ballets des Herrn Price _in 2 Abtheilungen, Dazu: Eine Reise nah Spanien. Vorher: Vetter Benedikt.

i Verantwortlicher Redacteur Dr. J, W. Zinkeisen.

Gedruekt in der De >er schen Gehsimen Ober-Hofbuchdruckerei. Beilage

N 63.

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Fraukreih. Schreiben aus Paris, Colonisation daseltst.)

Dänemark. Kopenhagen. den skaudinavischen Völkern,

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(Das Budget von Algerien z die

Austausch literarisher Produkte zwischen Bedeutende Kälte,

Schußzzölle,

Klimatische Verhältnisse der belgischen Kolonie in Guatemala,

Handels: uud Börsen-Nachrichten. Alcxandrien. Die nächste Aerndte, Anbau des Zuckerrohrs. Ankunft eines bremischen Schoo uers 1n Suez. Verkehr mit Sudan, Expcdition nah Fazoglu und dem Gebcl Tull.

Nuslaud. Xe 1M,

Paris, 22. Febr. Gestern prüfte man in den Büreaus der Deputirten-Kammer die Forderung cincs außerordentlichen Kredits füx die Vermehrung der algierishen Armee um 15,000 Mann, Diese Gorderung erregte ziemli<h ernstlihe Widersprüche; um diese zu be- greifen, müssen wir etwas zurückgehen. Lange Zeit hindur<h wurde der Effektiv - Bestand der afrikanischen Armee im Budget zu 38,009 Maun angegeben, cine illusorische Zahl, deren gänzliche Unrichtigkcit allgemein bekannt war. Auch mußte man jährlih Supplemeutar- und außerordentliche Kredite bis zum Belauf von 30 Millioneu Frauken von deu Kammern verlaugen ober mittelst Ordonnanz bewilligen, Man s{lug diesen Weg ein, sagte das Ministerium, weil es absolut unmöglich sci, zu bestimmen, welhe Stärke die Bedürfnisse der Armee für das Finanz = Jahr, dessen Budget vou der Kammer berathen werde, erfordern könnten. Die gesebßgebende Gewalt sprach sich mehrmals so entschieden gegen dics System aus, daß das Mini= sterium sich endlich entschloß, es aufzugeben, Ju dem Budget von 1844 suchte daher der Marschall Soult die Ausgaben für Algier vollftändig in Rechnung zu stellen und verlaugte statt der 38,000 nunmehr 60,000 Maun und 10,000 Mann Eingeborner. Dieser Ef- feftiv- Bestaud sollte die Basis eines Occupatious - Systems bilden, wodurch der Krieg mittelst einer militairischen Liuie von Tlemceu über Maskara, das Schclifthal, Miliana, Medeah , Setif und Koustautine auf bestimmte Gränzen beschräukt werden sollte. Judem der Mar= schall Soult den Cffektiv - Bestaud auf diese Weise feststellte, behielt er s{{ allerdings das Recht vor, die Zahl der Truppen zu vermehren, wenn gebieterishe oder nicht vorherzusehende Umstände es verlangen ollten; es is ebenfalls wahr, daß er damals cher zu einer Vermin= derung, als Vermehrung der afrikauishen Armee geneigt war, da, wie er sagte, die französische Herrschaft sich tägli<h mehr besestige und man hoffen könne, im Jahre 1844 den gegenwärtigen Zustand der Dinge von Grund aus umzugestalten. Diese Worte wurden vor einem Jahre gesprochen. Die Budget-Kommission nahm jene Argu= mente an und bewilligte ohne Widerspruch die für deu Dienst vou Algier verlangten 70 Millionen Fr, Die Kommission fügte sogar noch hinzu, daß der Kriegs-Minister durch den im Budget angegebenen Cffek= tivbestand uicht gebunden werden könne, daß sie jedoch hoffe, derselbe werde hinreichend fein. Hiernach konnte mau allerdings auf die Forderung cines außerordeutlichen Kredits gefaßt seinz dennoch is derselbe der Gegeun= stand heftiger Kritiken in den Büreaus gewesen. So sagte z. B. der General Sebastiani, daß ihm die Vermehrung des Effektiv-Bestandes der Armee unzeitig und unnüß scheine; auch mißbilligte erx im All- gemeinen das ganze in Algier befolgte System. Man bemerkte so= dann auch, daß die Artillerie der afrikanischen Armee zu zahlreich sei; daß dieser Umstand bedeutende Ausgaben veraulasse und kein au= deres Resultat habe, als den Offizieren dieser Waffe Beförderung zu

verschaffen. Auf diesen Punkt drang namentlich der General Ber= thois, Die Kommission, die mit der Berichterstattung über den

Geseh-Entwurf beauftragt worden, is günstig für die Forderung des Marschalls Soult gestimmt. P

Bei der durch diese Forderung hervorgerufenen Diskussion ist auch die Kolouisirung zur Sprache gekommen. Die in dieser Beziehung erlangten Resultate sind keincêweges sehr bedeutendz man ist sogar ge= nöthigt gewesen, die Einwauderung der Deutschen und Schweizer vör= läufig einzustellen, Die, welche sih auf dem Gebiet von Algier an- gesiedelt haben, befinden sih im Allgemeinen in einer ziemlich trauri gen Lage. Die Regierung hakt eigentlih uo< gar kein wirkliches Colonisations-Systemz sie hat geglaubt, es sei hinreichend, Land an die Kolonisten zu vertheilen und ihnen cinige Unterstüßung zu gewülz= renz allein sie hat sh getäuscht, Ju Algier, wie in allen Ländern der Welt, sind zur Benußung des Bodens Kapitalien erforderlich; aber dieser Grundbedingung des Problems hat man nicht die miu=- deste Aufmerksamkeit geschenkt, Mau hat bisher Kolonisten augenommen, die vou all¿u Hülfsmittelu entblößt waren, und man glaubte, es sei für die Grüudung einer Kolonie hinreichend, sle auf afrikauischen Bo- den abzusehen. Das is ein gewaltiger Irrthum! Die meisten die- ser Auswanderer sind bald in das tiefste Elend versunken uud drohen vielmehr eine Last, als cin Vortheil für Algier zu werden. Es fehlt in Frankrei für Dinge dieser Art weseutlih der Geist der Orduung und Ausdauer; man möchte sogleich das Ende sehen, no<h ehe man angefangen hat, und während man große Opfer bringt, wird das Geld ohne festen Plan vershwendet, Jn diesem Augenblick hat mau oem Kricgs- Minister einen Plan zu ciner Kolonie von Verurtheilteu vorgelegt. Ein General-Juspektor der Gefängnisse, welcher mit dem Pöuitentigr -System sehr vertraut ist, glaubt, man könne init weni gen Kosten eine ähnliche Anstalt in Algier gründen und werde da- durch wesentlih zur Verbesserung der Gefangenen beitragen, Eine ahnliche Anstalt hat bereits der Oberst Mareugo für Militgir-Sträf- linge gegründet, und diese ist bisher vou Allem in Algier am besten gediehen,

Dänemark.

Kopenhagen, 24. Febr. (Alt, M.) Die Direction der skandinavischen Gesellschast in Upsala, welche es zur Förderung der näheren Bekanntschaft der skaudinavischeu Völker namentlich sür noth- wendig hält, daß ein gegenseitiger Austausch der literarischen Pro= dukte stattfinde, hat sich deshalb au das Konsistorium in Upsala mit der Vitte gewaudt, daß ihr 3 Exemplare der von der Universität jährlih zum Druck besorgten Bücher zugestel(t werden möchten, welchen Wunsch zu erfüllen dieses si<h bereit erklärt; dasselbe haben mehrere der Verleger in Sto>kholm und den Provinzstädten ihr zugesagt; wo= von die Direction die Gesellschaft in ciner am 12ten d. M. gehalte- uen General-Versammlung unterrichtete, wie auch, daß sie sih mit demselben Anlicgen an die skandinavische Gesellschaft in Kopenhagen und den Stkudenten-Verein in Christiania gewandt, Von der ersteren sah sie no< einer bestimmten Antwort entgegen, wogegen die lehtere ihren Zweck zu unterstüßen sih bereit erklärt, Uebrigens hat die Ge=

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sellschaft cinen schr guten Fortgang, sie zählt bereits 210 Mitglieder und die ersten Notabilitäten, wie Professor Geijer, Atterbom, der Erzbischof von Wüngaard und mchrere Audere sind ihr beigetreten. Seit Dienstag haben wir hier eine bedeutende Kälte; cinige trösten si< mit der Hoffnung, daß streuge Herren uicht lange regieren, wogegen andere bedeuklih den Kopf shüttelu, weil der Frost sich mit dem zunehmenden Moud eingestellt; er is übrigens so scharf und cindringlih, wie wir ihn seit Jahren niht gehabt haben. Gestern hatten wir bei dem s{<öusten Sonnenschein 11 Grad und heute, wo es trübe und stürmisch is, haben wir 15 Gradz die Kälte ist um so empfindlicher, als sie sich so plößlich eingestellt hat, und die zahlreichen Armen leiden sehr.

Schutßzölle. Ein Nachtrag zu Nr. 49 der Elberfelder Zeitun g vom -18. Febxuar d. J.

Der Verfasser des vorstehend bezeichneten Aufsazes kann nicht |

Worte genug sinden, um sein Erstaunen darüber auszudrücken, daß seine lieben deutschen Landsleute gar nicht begreifen, wie thöriht es sci, der Erhöhung von Schutzzöllen zu widerstreben, die nicht als | bleibende Belastung des Volks, soudern nur als Uebergangs - Maß- | regeln gefordert werden. Um cindringlicher zu wirken, spricht er in | Gleichnissen. Schußzölle sind ihm Pelzrö>e, welche treffliche Dienste | während des Winters leisten, aber im Sommer willig abgelegt wer= | den. Wir wollen dies Gleichuiß uicht weiter ausbeuten und der

Thiere gedenkèn , wel<heu der Mensch das Fell über die Ohren zieht, | um Pelze daraus für si< zu machen. Treffender scheint aber | die Vergleichung der Schußzölle mit Schuürbrüsten, welche die Mah- | nungen der Aerzte noh immer nicht verdrängen konnten, weil Viele, | die sich bereits schief geshnürt haben, ihrer uicht mehr eutbehren löu- | nen. Kein Staat, worin Schußzzölle sich einmal eiugeuistelt hatten,

vermochte sich derselben ganz wieder zu eutledigen, und nur mühsam

erriugt der edlere Sinn Erleichterungeu dieses J Welche Kämpfe

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| | | Toches. | darüber in Großbritauien und Fraukreich, und mit wie geringem Er= | folge! Nur unter deu Nachwehen tiefer Erschütterungen vermochte der Preußische Staat sein streuges Prohibitiv- System zu mäßigen Schubzöllen herabzustimmen. Noch ist dem Andcuken vieler achtbarer Bürger Berlius uicht euts{<wunden, welcher Entmuthigung sich die Fabrikunternehmer hingaben, als an die Stelle der Eiufuhrverbote, Schußzölle von hundert und von funfzig Thalern auf deu Ceutner seidener und baumwollener Gewebe traten, welche doch damals noch durchschnittlich Einzwölftheil des Werthes dieser Waaren betrugen. Die Zeit hat seitdem gerichtet. Die Fabriken haben sih nicht blos erhal= ten, sondern noch beträchtlih vervollklommuet, Der Fabrikunternehmer benußt uur sein gutes Recht, wenn er | möglichst hohe Zinsen aus dem angelegten Kapitale zu ziehen sucht: | aber die Mittel dazu dürfen der Regierung und ihm selbst uicht gleich= gültig sein. Mit Lob und Dank begrüßen wir die Bemühungen, die Kräfte der Mechanik und der Scheidckunst, die Fortschritte der Völ- ker-= und Länderkunde, das Auffassen des Bediürfuisses der Zeit zux | Erhöhung der Gewinne zu henußen. Wir trauern, wenn der breite Weg der möglichsten Verkümmeruug des Arbeitslohues, der Entsitt= lihung durch erzeugte Dürftigkeit und der Mißbrauch der Fabrikkinder betreten wird. Mit welchen Empfindungen aber sollen wir Aufregun= gen betrachten, welhe den unbefangeneu Sinn der pflicht= und recht= liebenden Menge verleiten, Opfer auf eigene Kosten in Schubzöllen für den Dienst dieses Mammons zu fordern? Di

ZKlimatische Berháltnisse der belgishen Kolonie in Guatemala.

Brüssel, 20, Febr. Die Frage über den Gesundheiüszustand der in Stk, Thomas de Guatemala gegründeten Kolonie, und über die Mög- lichfeit, von Europäern A>kerbau- und andere Arbeiten daselbst betrieben zu sehen, is nicht nur für die belgische Colouisations-Compagnie, sondern auch für Deutschland und Europa überhaupt vou unmittelbarem Juteresse. Die folgenden Mittheilungen über diesen hohwichtigen Punkt werden daher, wie wir glauben, dem Leser um so willkommener sein, je sicherer wir sür ihre Zuverlässigkeit, so wie sür unsere cigene Unpaiteilichkeit einstehen kön- nen, Wir entnehmen zuvörderst dem Mouiteur Belge vom 12. Fe- briar d, J. aus dem amtlichen Bericht des Herrn Cloquet, Konsuls der belgischen Negierung zu Guatemala, und Königlichen Commissairs bei der Communauté de l’Uniíon, an das Ministerium der auswärtigen An- gelegenheiten zu Brüssel, datirt St. Thomas de Guatemala, den 12, No- | vember v. J. folgende Stellen über diesen Gegenstand : |

„Der ununterbrochene erfreuliche Gesundheitszustand sämmilicher Kolo- | nisten is wohl der beste Bewcis, wie wenig begründet alle die Anklagen waren, die man gegen das Klima der Küste von Skt, Thomas erhoben hat. | Jch für meine Person wünsche stets in eiuem ähnlichen Klima, als das hicsige is, zu leben, da es in feiner Art dem italienischen nachsteht. lUeber- haupt giebt es wohl wenig Orte in der Welt, die sich einer so gleichmäßi- gen, nur so geringen Veränderungen unterworfenen Temperatur erfreuen, | als St. Thomas, das in Bezug auf diesen Punkt mit Konstautinopel auf | gleichen Fuß gestellt werden kann,“ S i; / 4

Als cinen weiteren schlagenden Beweis für die Wahrheit, besonders dieser leßten Behauptung, wollen wir eine Stelle aus einem amtlichen Be richt des Baron Aler, von Bülow an den Präsidenten der Compaguiez Herrn Grafen von Hompesch, mittheilen, der besonders durch die beigefügten Thermometer- und Wetter - Beobachtungen von bedeutendem , auch wissen- schaftlichem Werthe is, Baron Bülow äußert sich unterm 12, August v, J. folgeudermaßen : A : S E

„Da das Klima von St. Thomas ein so streitiger Punkt in Europa war, so habe ih dasselbe vom Tage unserer Ausschissung, am 20, Mai, an, sorgsältig beobachtet; das Resuliat meiner Beobachtungen ist, daß die Hitze nux um ein schr Unbedeutendes größer ist, a!s die des gewöhnlichen deut- schen Sommers, daß aber die Gleichmäßigkeit der Temperatur ein tresfliches Präservativy gegen alle jene Krankheiten is, die in Deutschland uur zu häusig sind, und in dem oft so plöglichen Wechsel, und den unmittelbaren Uebergängen der Witterung von Wärme zur Kälte ihren Ursprung haben. Die Atmosphäre enthält zwar, sowohl in St. Thomas, als an der Küste, viel Feuchtigkeit, besonders während der Nächte, aber die fortwährend gleichmäßig warme Temperatur bewülkt, das selbst die zu Nheumatismen und ähnlichen Folgen der Feuchtigkeit am mei- sten prädisponirten Personen ganz unangefochten bleiben, Jch spreche hierin nicht blos die Erfahrungen, die ich persönlih gemacht, soudern auch die aller Kolonisten aus. Diese befinden sich denn auch sämmtlich in höchst erfreulichem Gesundheitszustande, tro dem, daß sie Arbeiten verrichtet haben, welche unter gleichen Verhältnissen und Entbehrungeu, wie sie unsere Lage als frisch Gelandete unabweislich mit sich sührte, in Deutschland und Europa überhaupt gewiß nicht vollführt worden wären, ohne auf 60 Personcn eine ziemliche Anzahl Kranke zu erzeugen. Die beifolgenden Thermometer - und MWettcx - Beobachtungen sind ein, wie ih glaube, unwiderleglicher Bewcis für die Gesundheit und Witterungs-Gleichmäßigkeit unseres hiesigen Klimas,“

Monat Mai: Aufenthalt in St. Thomas, Kli M 0 Vom 20sen zum 30sten fortwährend {önz heißer Monat ohne Regen z Nächte warmz während dieser 10 Tage ein einzig Mal Regenz wenig Wind; Morgens zwischen 9 und 11 cine leichte Meer-Brise.

Thermometerstand na<h Réaumur während dieser 10 Tage, Morgens 6 Uhr: 1mal 22°, 2mal 21°, 3mal 20°, 3mal 19°, 1mal 18%; 9 Uhr: 1mal 25%, 1mal 24°, 5mal 23°, Mal 22°, 1mal 21°3z

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Beilage zur Allgemeinen Preußischen Zeitung. Sonntag den 3! März.

Mittags 12 Uhr: 1mal 27°, 3mal 26°,. 3mal 25°, 2mal 24°, 1mal 22°; Nachmittags 3 Uhr: {mal 26°, 1mal 25®, 2mal 24°, 4mal 23°, 2mal 21°; 6 Uhr: 1mal 23°, 2mal 22°, 4mal 21°, 3mal 20°; Abeuds 9 Uhr: 4mal 21° 3mal 20°, 6mal- 19°,

Während der Nächte war die Wärme fast immer zwischen 18 u. 19° R.

Monat Juni: vom 1sten bis 7ten in Omoa, vom 7ten bis 18ten in St. Thomas und vom 18ten bis 30sten in Santa Maria.

Kl im a.

Vom {sten bis 30sten fortwährend {ön; 3mal Regen von 1 bis 3 Uhr Nachmittags; vom 14iecn ab alle Nächte Negen mit Gewitter z starfer Wind in N, u. NW., des Morgens s<wa<, Nachmiitags und Nachts stark. Thermometerstand nah Néaumur, Morgens 6 Uhr: 1mal 21°, 1lmal 20°, 11mal 19°, 6mal 18°, 1mal 4793-9 Uhr: Mal 24°, 3mal 23°, 6mál 22°, 15mal 21°. E | Mittags 12 Uhr: 2mal 27", 3mal 25°, 1mal 24°, 15mal 23°, 8mal 22°, | 1mal 21°; Nachmittags 3 Uhr: 1mal 25%, 7mal 24°, 19mal 23°, 3mal 22°; 6 Uhr: 4mal 23°, 7mal 22°, 14mal 21°, 3mal 20°, 2ital 19°; Abends 9 Uhr: 4mal 21°, 14mal 20°, 12mal 19°, Die heißesten Tage waren in Omoaz die Nächte waren frisch; 16, 17 und 18° R.

Monat Juli: in Santa Maria. Nimm

22 Tage turchaus s{<önz 9 Tage veränderlih, Es hat 17mal wäh- rend 1 und 2Uhr Nachmittags und in den Nächten geregnet. Starker Nord- wind. Die Nächte anugenchmz bei 16" kann man cine leichie Decke ver- tragen.

Thermometerstand nah Réaumur.

Morgens 6 Uhr : 4mal 20°, 15mal 19°, 7mal 18°, 4mal 16 u. 17°, imal 26%; 9 Uhr: 2Mmal 24°, 6mal 22 1. 23" 10mal 21 Ina 20, 3mal 18 u. 19°, 1mal 26°; Mittags 12 Uhr: 2mal 26°, 3mal 25°, 2mal 24°, 7mal 23%, 15mal 22 u. 21°, 2mal 20°; Nachmittags 3 Uhr: A4mal 27% 4mal 25°, 12mal 23°, 13mal 21 1. 22% 4a 20°: S U mai 959. -9mal: 23 u. 22°, 8mal 21°, 7mal 202, 5m 18 1, 19 rens 2 Uhr: 7mal 21 u. 22, 11mal 20°, 8mal 19®, oma 17 u. 15,

Monat August: in St. Maria. Klim

Bom lsten bis 12ten schönz cin Tag Negen Nachmittags ; etwas frisch

Morzens und Abends, Jm Ganzen angenehme Temperatur. Thermometerstand nah Rc¿aumur während der 12 Tage.

Moigens 6 Uhr: 2mal 20°, 6mal 19? , 4mal 17 und 18°; 9 Uhr: 3mal 21 und 22°, 6mal 20°, 3mal 18 und 19°; Mittags 12 Uhr: 3mal 229 6mal 21°, 3mal 20°; Nachmittags 3 Uhr: 2mal 22°, 7mal 21°, 3mal 20°; 6 Uhr: 2mal 22°, 3mal 21°, 7mal 20°; Abends 10 Uhr: mal 249; 2Mmal 20%, 3mal 48 und 492,

Diese Zahlen sprechen uun in der That unumstößlich, und wenn man nicht böswillig ihre ursprüngliche Richtigkeit in Zweifel ziehen will, so läßt sich jeßt kaum noch ein gegründctes Bedenken dagegen haben, daß das Klima vou Si, Thomas durchaus für Europäer nicht ungünstig is. Zu- gleich sprechen vie bisher gemachten E: fahrungen dafür, daß Europäer ohue (Gefahr sür ihre Gesundheit, 6 Stunden Arbeiten aller Art verrichten kön- nen, ohue mehr als dic gewöhnlichen, auch in Europa sür Urbarmachungen und Küstenvewohuer unerläßlichen Borsichtsmaßregeln tressen zu müssen.

„Die bisher in St. Thomas beschäftigten Kolonisten sind auch“, wie der Pater Walle, der interimistische Kolonial-Direkior, in seinem Berichte vom 12. November v. J. (au den Pater Provinzial der Jesuiten zu Gent) sich | ausdrückt, „vollkommen zufrieden mit ihrem Zustande.“ Den Beweis davon haben dieselben geliefert, indem sie in hier angekommenen Privatbricsen an Weib und Kind, so wie Verwandte und Freunde die dvringendsten Auffor- derungen, ihucn zu folgen, gerichtet haben. So kann denn das zukünstige Gedeihen der Kolonie um so weniger in Zweifel stehen, als auch in Bezug auf alle andere Punkte, die nöthigen Maßregeln zur Förderung und zum Aufblühen derselben getrosfen wmden, So sind, um zuerst über die inneren Angelegenheiten der Kolouie dem Leser das Neueste zu be- | rihten, die leinen Unordnungen und Verwirrungen, welche von | jedem Anfange eines so schwierigen Unternehmens unzertrennlih sind, und welche dur<h das unglückliche Ereigniß, daß der Kolonial - Dirck- tor Simons auf der Ucberfahrt starb, no< vermchrt worden, nun gänz- lih beseitigt, Der Pater Walle is interimistisch zum Kolonial - Direk- tor ernannt, und ist von demselben sofort cin aus allen in St. Thomas anwesenden Mitgliedern des Kolonial-Raths bestehendes Direltorium gebil- det worden, das in bester Eintracht die Geschäfte der Kolonie kollegialisch cinstweilen verwaltet, Nach festen, vou diesem Conseil erlassenen Reglements werden nun mit einsichtsvoller Thätigkeit die Arbeiten betrieben, Das Geld - und Nechnungswesen is in vollkommener Ordnung, und cin beson- ders cingeschter Rath von Gewerks-Vei ständigen (conseil de prud’hommes) hat über die Beobachtungen der Reglements zu wachen und ihre Uebertretung zu bestrafen. „Der belgische Konsul“, heißt es in dem oben erwähnten Bericht des Pater Walle, „leistet der Kolonie dur seine Anwesenheit in St. Thomas und durch eine überaus werkthätige Theilnahme an den Jn- teressen und dem Gedeihen derselben große Dienste, Seine von dem Di- rcftorium erbetene Theilnahme an allea Berathungen desselben ist überdies einc Garantie mehr für die Geseßlichfeit aller dortigen Vorgänge, So wixd denn“, {lit der Pater Walle seinen Bericht, und wir stimmen hierin völlig mit ihm überein, „bei fortwährend fester Aufrechthaltung der Ordnung und strenger Disziplin, bei richtiger Leitung der Kolonie, und bei einsichts- voller Wahruchmung threr wahren Juteressen weder Belgien noch Europa in scincn Erwartungen von diesem Unternehmen sich getäuscht sehen,“

Was nun die äußeren Angelegenheiten der Kolonie und besonders ihr Verhältniß zu dem Staate Guatemala betrift, so is dies ebenfalls sehr günstig, und genicßt die Kolonie von Seiten dieses Staates und seiner Behörden des alle) erfreulichsten Wohlwollens. Eine kurze Analyse eines von der gescgebenden Versammlung des Staates Guatemala unterm 14, Oltober v. J, erlasscnen Dekrets (publizirt im Moniteur belge vom 17. Februar d. J.), mag der Beweis für unsere Behauptung sein, So sind der Compagnie einige uicht unbeträchtlihe Erleichterungen , in Bezug auf die Termine, der von ihr an dem Staate Guatemala zu machenden Zahlungen gewährt, die Zeit von 10 auf 18 Jahre verlängert, und drei Viertel dieser Summe zur Gründung des Hafens von St, Thomas be- willigt worden. Besonders aber sind die beiden folgenden Bestimmungen dieses Dekrets von hoher Wichtigkeit, nicht blos für die Compagnie, son- dern auch für alle diejenigen, welche Ländereien in St. Thomas erworben, oder Handel dahin treiben wollen, Die erste dieser beiden Bestimmungen erklärt nämlich sür die Dauer von 20 Jahren den Hafen von St. Thomas zum einzigen Ein- und Ausfuhr-Hafen des Staates Guatemala am atlan- tischen Occan, und wid zu diesem Behuf die Douane von Ysabal, wo sie bisher war, nah St. Thomas verlegt, Das ist eine Konzession, die wie Jedermann leicht cinsicht, nicht allein der Kolonie in Amertka von unbe- recenbarem Nutzen scin, sondern auch auf die Bedeutsamkeit der Compag- nie sür den curopäischen Handel großen Einfluß üben wird, Die zweite dieser Bestimmungen sodann erkennt für den Fall, daß die Compagnie als solche, dur<h Nichterfüllung ihrer Kontrakt - Bedingungen, ihrer Rechte verlustig ginge, die Rechte aller Dritten als vollgültig an, und zwar sollen nicht blos die Privat - Personen, welche Ländereien an sich gekauft haben, fondern auch die von der Compagnie begründete und mit ihr im innigsten Zusammenhange stehende Communauté de PUnion in ihrem vollen Be- siße ungestört erhalten werden, Es haben somít alle diejenigen, welche der Compagnic Land abkaufen, nicht mehr das Risiko der Compagnie-Unter- nehmungen zu fürchten, während ihnen die Statuten im Falle glü>licher Erfolge bedeutende Vortheile zusichern. Einige andere minder bedeutende Konzessionen endlich, welche dasselbe Dekret der Compagnie und Kolonie macht (Verlängerung der pem "Mi pitlt ine 2 eh so wie das Privilegium der Dampfschifffahrt auf dem T G von 10 guf 20 Jahr z Ueberwei- sung von drei Viertel der für Errichtung der Stadt ursprünglich aus- bedungenen 50 Cabalerias an die Compagnie u. \, w.) sind noch eben so viel Beweise für die Sympathieen, welche die Compagnie und ihr Unter»