1844 / 69 p. 1 (Allgemeine Preußische Zeitung) scan diff

‘edenen Prüfungs-Kommissionen (Juries Kammern für jede der, hershiehen en Eee drei ernennen sollte. l’examen) vier Mitglieder M des Widersinnigen einer solchen Trob der bündigsten Darlegung n ei Administrations - Ange= Trob der legislativen Gewalt ut eme E L “val Einmischung der offenen Erklärungen vieler Mitglieder der K legenheit, trob fäbia scien, solhe Ernennungen vorzunehmen, da ihneu zue niverstiäts- Professoren gänzlich unbeaunt seien. Der Parteigeish, e HREIE Sn eine fatholis<he Majorität in den Kam der nod fe lange Se Peine O c bestimmen, uud der reuete, U dur, jedo< nur mit der Majorität von einer einzigen Euieas 9A praftische Ausführung des neuen Gesebes zerstreute L Zweifel, die man uo hätte haben können. Die Deputir= ten - Kammer machte Me Ds My n O A De j holischen Universität das entschiedene Uebergewicht, ner Af ey Parteigeist hervorzuheben, der die Majorität be= scelte, wurden 3. BeE Meioren iat ago a6 E Me Brü rnannt. an glaubte dadur) 1m Lan e rurtove ge- Lu Brüssel und Furcht unte aue Meer Sauen i E f sie zum Verlassen der Universität zu bewegen. Der Senc mi O Beirag A die Ungerechtigleiten etwas aus, allein immer verblieb der katholischen He: A H, Dieser Zustand hat nun troß der beständigen Reclamationen der drei e Die Prüfungs-Functionen sind für viele der Professoren stehende Benefizien geworden, und die Studirenden haben die Vorlesungen meistens nur bei freie go Professoren besucht, die sie in den Kommissionen anzutreffen gewiß waren. Besuchs-Certififate waren gleichfalls, aus An E VeRE cus Ports der R Freiheit, abgeschafft worden. m diesen und anderen großen Uebel= fänden ie sich L der ganzen Organisation des höheren Unterrichts herausgestellt hatten, abzuhelfen, legte der Minister Nothomb vor zwei Jahren einen neuen ausgedehnten Plan vor, wonach die Unter- richts = Materien besser vertheilt und den Universitäten theil- weise für die unteren Grade, die zu keiner Profession führ= teu, also ni<ht sür das Doktorat und die eigentlichen Fach= wissenschaften, das Prüfungs = Reht wiedergab. Allein dieser Plan fand sogleih eine große Opposition in Löwen, ward jedoch in einzelnen Bestimmungen au vou den übrigen Universitäten getadelt, und der Minister sah si genöthigt, den Plan stillshweigeud zurück- zunehmen; den Bischöfen war jedo, wie wir glauben, von dem Minister die konfidentielle Mittheilung und Erinnerung gemacht worden, daß nur die Alternative da sei, entweder diesen Plan anzunehmen, oder sih des Antrags zu gewärtigen, wonach sämmtliche Ernennun- gen für die Prüfungen, unter Garantieen für jede der Universitäten, der Regierung revindizirt werden würden, Diesen Antrag hat nun der Minister vor 8 Tagen gemacht, da der jetzige Zustand durchaus eine Veränderung verlangte. Allein auch gegen diesen o billigeu Vorschlag hat si< unmittelbar eine sehr entschiedene Opposition von fatholisher Seite erhoben, und wie \si< die Extreme häufig berühren, so trifft es si< leider au< hier, daß das radikale Häuflein der Kammer si ebenfalls dagegen ausspricht, um nicht, wie man vor=

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! die Umstände und die Vorfälle, die seitdem eingetreten, haben sie dazu emacht. N Es is die allgemeine Meinung, daß das Ministerium durch ein katholisches erseßt werden wird, weun der Antrag durhfällt. Glei am anderen Tage saudte eiu höherer, der katholischen Partei ange- höriger Beamter, der General-Direktor des Justiz-Ministeriums, seine Entlassung ein. Die Angelegenheit wurde zu einer Reli ions = Frage gemacht, uud die Bischöfe sollen den vornehmsten katholi heu Depu-= tirten erklärt haben, daß sie in der Jutervention der Kammern die einzige Garantie für die Unterrichts-Freiheit und für das Dasein der löwener Universität sähen. Die verschiedensten, der inneren und äuße- ren Politik entlehnten Argumente werden jeßt vou den fatholishen Blättern und Deputirten gegen den Antrag gelteud gemaht. Eine besondere Wirkung verspriht man si< aber von der Aufregung des Nationalgefühls und der Parallele zwischen Belgien und Frankreich. Die französische Regierung, \o heißt es, schlage jeßt dur das den Kammern vorgelegte Geseß über die Unterrichtsfreiheit alle Hoffnun- gen der fkatholis<hen Meinung nieder, jeßt müsse man aber in Bel- gien um so fester bei dem bestehenden, für die katholische Meinung günstigen Zustande verharren, und der französishen Regierung keine Waffen in die Häude geben, vielmehr den dortigen Bischöfen zu Hülfe kommen. Denn, erlaube man eine Abänderung in dem beste- henden Gesche, vermehre man den Einfluß der Regierung, so würde das französishe Kabinet nicht versäumen, diese Thatsachen sür ihr Projekt geltend zu machen, Kurz, Alles wird aufgeboten, um die beantragte Modisication zu verwerfen. Mau ver= sichert auh fatholischerscits, daß man schon jeßt, ohne auf die no< s{<wankeuden Deputirten zu re<neu, der Majorität gegen den Antrag gewiß sei. Sollte sich diese Majorität wirklich dagegen aussprechen, so wird das Ministerinm fallen, und es wird cine Krisis eintreten, die für die ganze fernere Politik des Landes von dem größ- ten Einflusse sein dürfte. Ein ausschließlich katholisches Ministerium, das dann nur allein möglich is, würde wieder alle Leidenschaften im Lande aufregenz der Fortschritt der liberalen Meinung kaun nicht rü>-

gängig gemacht werden, die jährlichen Wahlen liefern dazu seit 6 Jah- ren die s{lagendsten Beweise, wohl aber könneu auf Kosten der Ruhe des Landes die Wünsche derer erfüllt werden, die auf cine liberale Reaction spekuliren, wozu durch die Verwerfung des Regierungs-An- trages unvermcidlih die Bahn geöffnet würde. Vor 10 Jahren glaubte man binnen kurzem dur< die angewandten Maßregeln die brüsseler Universität gestürzt zu haben. Allein es is diese Universität im Gegentheil immer stärker geworden, Bald wird es sich eutschei- den, ob Recht und Billigkeit oder ob der Parteigeist den Sieg da- vontragen und das Land in eine Krisis von unabsehbaren Folgen stürzen werden.

Stellung der Jóvraeliten in Jtalien.

giebt, die Königliche Prärogative zu verstärken, und in der Hoffnung, in einigen Jahren eine liberale Majorität in der Kammer zu erhal-

Nach dem berühmten Statistiker Grafen Serristori beträgt die Gesammtzahl der Jsraeliten in Jtalien 36,090 Seelen, und zwar :

Der Besiß unbewegliher Güter ist ihnen gestattet: im lombardisch = venetianischen Königreiche, im Herzogthum Parma, im Großherzogthum Toskana und im Kirchenstaat; untersagt hingegen im Königreich Sardinien, im Herzogthum Modena uud“ im Königreich beider Sicilien. Jm Königreih Sardinien wurde nah der Rückkehr der savoyardishen Dynastie den Jsraeliten eine bestimmte Zeit zur Entäußerung der unter der französischen Herrschaft angekauften Güter festgeseßt. Jm Herzogthum Modena dürfen die Jsraeliten die vor Wiedereinseßung der estensischen Regierung angekauften Güter ferner besißen, dagegen is ihnen die Erwerbung neuer Grundstü>e untersagt.

In keinem italienischen Staate sind die Jsraeliten speziellen Ab- gaben unterworfen; nur im Herzogthum Modena müssen sie für die Duldung jährlih 20,000 Lire entrihten. Eben so sind sie auch in feinem Theile Jtaliens einem besonderen Tribunale untergeordnet.

Die Ausübung der Jurisprudenz, der Medizin und der Phar= macie is ihnen gestattet im Herzogthum Parma, im lombardisch = ve= netiguishen Königreich (mit Ausnahme ter Pharmacie), im Großher= zogthum Toskana (mit Ausnahme der Jurisprudenz) ; gänzlich uuter= sagt hingegen im Königreich Sardinien, im Herzogthum Modena und im Königreich beider Sicilien. Jm Herzogthum Parma werden die JZsraeliten zu öffentlichen Aemtern zugelassen, von deuen sie in alleu übrigen Staaten ausgeschlossen sind.

An den Munizipal - Aemtern dürfen sie ni<t Theil nehmen inm Königreich beider Sicilien, im Königreich Sardinien und im Herzog= thum Modena, wo überhaupt r Munizipal - Rath seit dem Jahre 1831 abgeschafft ist. Jm lombardisch - venetianishen Königreich kön- nen sie Mitglieder des Munizipal-Conscils, aber nicht der Munizipal- Congregation werden. Jm Großherzogthum Toskana werden sie kraft cines Gesebecs vom Jahre 1789 zu allen Getneinde - Aemtern zuge= lassenz es steht ihnen aber frei, darauf Verzicht zu leisten, ohne des= halb ciner Strafe zu unterliegen.

Zum Militairdienste sind die Jsraeliten nur im Herzogthume Parma und im lombardisch-venctianischen Königreiche verpflichtet. Jm Großherzogthum Toscana köunen sie sich gegen ein festgeseßtes Löse= geld von anderen vertreten lassen; im Königreich Sardinien, im Her= zogthum Modena, im Kirchenstaate und im Königreich beider Sicilien sind sie frei vom Militairdienste.

Das Gesebß, wonach die Juden in einem besonderen Stadttheile (Ghetto) wohnen müssen, besteht nur im Königreich Sardinien , im Herzogthum Modena und in den römischen Staaten, wo ihnen je- doch in gewissen Fällen au< der Aufenthalt in anderen Stadttheilen gestattet ist.

Sir Tes.

Breslau, 4. März. (Bresl. Beob.) Auf der freiburger Eisenbahn konnte am 23sten v. M. ein entsebliches Unglü> entstehen, wenn es niht die Geistesgegenwart des Lokomotivführers Seeger verhindert hätte. Als sih der Zug unweit Freiburg dem Telegraphen Nr. 88 näherte, sprangen die Pferde eines am Uebergange haltenden Bauernwagens, wild geworden, auf den Bahndamm und rissen den

ten, die dann eine andere Verfahrungsweise adoptiren , d. h. eben \o in der Lombardei 3,340 Wagen gewaltsam mit hinauf. Der Wagen stürzte auf der anderen ungere<t gegen die katholische Universität verfahren könne, wie man 1A DEA I a dero aso ate O Seite wiener binab cin der t oón t um zu helfen, auf die bisher gegen die übrigen gewesen sei. Unter den Häuptern der ent- »_ RLugreicy Sardinien, 27... V Bahn geeilt war, wurde von der Lokomotive, deren Führer indeß schiedenen liberalen Meinung hat sich jedoch Herr Verhaegen, der Ju- DROERA Parma E E überall hatte bremsen lassen, und die deshalb nur langsam ging, er= spektor der hiesigen Universität, und wie wir glauben im Sinne der- 4 4 Modang E S g faßt und einige Schritte weit fortgeschleift, dann aber bei Seite ge- selben, sogleih ofen für das ministerielle Projekt ausgesprochen und d A an Tosfana 7,066 \chleudert und von der Koppelstange, an die er gerieth, verleßt. Mit jeve Idee einer Reaction abgewiesen, Alles wird aber jeßt von der G, T Vir C N cinigen leichten Verwundungen davongekommen, hat er seine Rettung fatholishen Partei angewandt, um dem Ministerium die Majorität Königreich beider ‘leiten 2,000) nur der Besonnenheit des Zugführers zu danken; der Fall beweist abwendig zu machen und dasselbe zu stürzen. Der Minister hatte bei i zusammen wie oben... 36,090 indeß aufs ueue, wie strafbar es is, Pferde mit nah der Bahn ge- der Vorlegung des Projekts auf eine Jnterpellation des Grafen Zu Herzogthum Lucca dürfen die Jsraeliten si nicht ansässig richteten Köpfen an den Uebergangspuukten aufzustellen, ohne ihnen Merode erklärt, daß er eine unparteiische Diskussion des Gegenstaudes | machen. Die wenigen daselbst befindlichen haben nur die Erlaubniß | bjs Augen zu verde>en. S erwarte, ohne jevo< daraus eiue Kabincts-Frage zu machen. Allein zu einem einstweiligen Aufeuthalte. A T E U e TISA E 0E: U BEDSE I C T evn PUTE “T IRECREBE E: L R: D Drs er I e 7 E: METO Et Tra F s s 9 Allgemeiner Auzeiger. [2105] Subhastations - Patent, Literarische Anzeige von Wilhelm Besser Freitag, den 8, März 1844, Abends 7 Uhr.

Bekanntmachungen.

[289] Gerichtliche Bckauntmachung.

Der Tischler Friedrich Wilhelm Griese zu Tornow ist wegen vorsäßlichen Meincides zum Verlust des Nechis, die preußische National - Kokarde und das Na- tional - Militair - Abzeichen zu tragen, zur Verseßung n die zweite Klasse des Soldatenstandes und zu ciner Einstellung von cinem Jahr und aht Monaten rechts- kräftig verurtheilt worden. Dies wird hierdur<h zur öffentlihen Kenntniß gebracht. (A

Berlin, den 29, Februar 1844.

Königliches Kammergerichts - Juquisitoriat.

ennen

tur ecinzuschenden

subhastirt werden. (L. S.)

[288] Wiederholte Kündigungs-Bekauntmachung. : Unter Bezugnahme auf unseren Kündigungs- Erlaß vom 9, Dezbr, vorigen Jahres fordern wir die Juhaber aller damals aufgerufenen, aber bisher no< nicht einge- lieferten \<lesis<en Pfandbriefe wiederholent- lih auf, gedachte Pfandbriefe, welche in dem nächsten Johanniz-Termine durch Baarzahlung des Nennwerthes und bezüglich durch Ausreichung gleichhaltiger Pfand- briefe von der Landschaft cingelöst werden sollen, un- Lnzüglich an das landschaftliche Depositorium abzuliefern, Wenn die Einlieferung au bis zu dem vorbezeich- neten Verfalltermine nicht erfolgen sollte, so werden die Inhaber nah Vorschrift der Allerhöchsten Kabinets- Ordre vom 6, August 1840 (G. S, 1840, XVI1I, 2116) mit ihrem Realrechte auf die in den Pfandbriefen aus- gra Spezial - Hypothek präkludirt und die Pfand- Ne in Ansehung dieser Spezial-Hypothck für vernich- et erflärtz es wird dics in den Landschafts - Negister D in den Hypothekenbüchern vermerlt, und tie Jn- Dgs Dat en mit ihren Ansprüchen auf Zahlung dés (L, S.) GaO everthes nur an die Landschaft verwiesen z die Vie n der zur Baarzahlung gekündigten Pfand- bots auf Ga nach Bestreitung der Kosten des Aufge- {hai efahr und Kosten der Gläubiger zum land- A jy Depositorio genommen, die Ersaß-Pfand- cbensalls auf Js Umtausch efündigten aber werden asilihen Teiohr und Kosten der Gläubiger zum d Qu e di ps lien e je wren âllig werdenden Zinsen ller breits vouglei fordern wir die Jnhaber

Vnbiglen, vigher 9. Dezbr, vor wiederholen gder aber nichi eingerei Jahres aufge- (le

eingereichten Pfandbriefe

, dieselben i

Mardbise fe ) dler tages einzulicfern.

ci den esishen Land

cuin idi, au l’ Bs, Lal e L egie A n

beiden Hidgen Zeltangnt gam: wt de . Min 1 t,

Op. 6. 20 Sgr. der „lcl schaut

ergestalt aufgerufenen

li Breslau, am 1. M t werd

Schlesische Genera “Lanbshasi2 „Direction

Der in der Dammvorstadt am Roßmarkte gelegene, [286] VoL 1V Nr 13. zeichnete, zum Nachlaß des Eigenthümer Schwarz ge- hörige Gasthof zu den sieben Schwaben, welcher zu Folge der nebst dem Hypothekenscheine in der Negistra- Taxe auf 9195 Thlr, 3 Sgr. 11 Pf. -abgeshäßt worden, soll über am 22, Juni 1844, Vorm. 10 Uhr,

Fraukfurt a. d. O,, den 30, Novbr. 1843, Königl, preuß. Land - und Stadtgericht. are 8.

[1580] Pp

Auf den Antrag des verordneten Kurators wird der Christian Friedrich Waldow, welcher als Perückenmacher von hier nah Kopenhagen, vou da am 18, Dezember 1780 nah Trankcebar und bei der dasigen Garuison am 28, Juni 1781 in Dienste gegangen, aus diesen am 30, Juni 1789 eutlassen und seit der Zeit gänzlich verschollen is, hiermit geladen, binnen doppelter Jah- resfrist sih zu melden und über scin Leben und feinen Aufenthalt den Nachweis zu geben, bei Vermeidung des Nachtheils, daß cr sonst in termino den 20. Ny - vember 1845, Morgens 10 Uhr, für todt werde er-

Legitimation innerhalb der gestellten Frist aufgefordert werden, sein hierselbst unter Kuratel Verwaltung gestell- tes Vermögen als erbloses Gut dem Königlichen Fis- fus werde zugesprochen werden.

Datum Greif8wald, den 24, August 1843,

Literarische Anzeigen.

So eben is erschienen und durch alle olide Musik- handlungen zu haben: : 104sde Musi [287] 6 Lieder sür Sopran oder Tenor von

Du bist s0 still, _ Hofsängerinnen Frl. Marx und Tuczeck Mscpt. in vielen Konzerten mit größtem Bei gen worden, sie haben demnach den Ruf d nisten der beliebten Lieder Oh ich dich Augen liegt das Herz, der Lebewohl-Þ räuber“ (für Bass) bewährt.

| 34 Linden, Schlesinger.u Buch- u,

(Behrenstr. 44.) und 14, des Hypothekenbuchs ver- ist zu haben:

Jm Verlage vou Friedrich Fleischer in Leipzig

Dr. F. L. Keller, das. Prof, der Nechte zu Halle, Lilis-Confkeslation und Urlheil nach klassishem römischen Necht, Preis 25 Thlr.

200b] j s R, s 1201 Zweites Konzerl

Jo ale Ado mlie, veranstaltet von den

Schwesltern Therese und Maria Milanollo,

unter gesöälliger Leitung des Königlichen Konzert- meisters Herrn Hubert Ries und Mitwirkung

der Königl. Kapelle.

Im Saale

[201 b]

Ca n u

> n

Waiseugeriwt,

Teßmann. Meilen

en

[202 b]

am

Gumbert. Aus diesem Heft sind die drei Lic-

in deines Auges Tiefe, Ueberall, s0 sanft, s6 sinnig“ durch die Königl. nah dem fall gesun- des Kompo- liebe, In den vlonaise, See-

[203 b]

Musikhandlung,

Güter-Verkauf in mehreren Provinzen.

Ein Nittergut 15- bis 1600 Morg,, lauter Weizen- 2) Maecstoso aus dem boden, 12 Meilen von Berlin, 1200 Schafe, 50 bis 60 Haupt Nindvich, 14 Pferde, Preis 90,000 Thlr, z Nittergut 1700 Morgen, ‘40 Kühe, 1100 Schafe, 16 Pferde, die Hälfte Weizenboden, Preis 95,000 Thlr. ; Nittergnt 10 Meilen von Berlin, 41200 Morgen, das Drittzeil Weizenbodeu, Preis 44,090 Thlr. ; Rittergut 850 Morgen, die Hälste Weizenboden, Thlr, z Rittergut 1000 Morgen, ein Drittheil Weizen- boden, der Preis 34,099 Thlr, z Nittergut 1709 Mor- 4) a. Frühlingsliebe von)

Im Jagorschen Saale,

Unter den Linden Nr. 23,

: Sonntag, den 10, März 1844,

wird B, Bosc6o seine zweite Vorstellung in der 8)

ägvptishen Magie geben,

Billette sind im Jagorschen Lokale au

siellung und des Abends au der Kasse zu haben. Die Anschlage-Zettel besagen das Nähere.

Tage der Vor-

Konzert-Anzeige. Ï Unser Konzert findet h eute Abend um 7Uhr um Saale der Sing-Akademie statt,

Die Schwestern Therese U. Maria

Milanollo.

T ne

1) Ouvertüre vom Baron C. von Oertzen. vierten Konzert von Fräulein

Bst ere

Vieuxtem PS, vorgetragen von

Therese Milanollo.

Adagio und Rondo aus demselben Konzert von Vieuxtem PS», vorgetragen von Fräulein

Maria Mila iollo (Schülerin ih-

rer Schwester).

E) S

Preis 36,000

flärt und in Ermangelung erbberechtigter Descendenz | gen, Preis 90,090 Thlr, 5 J. Stern, : (gesungen von Fräu- oder sonst berechtigter Angehörigen, welche cveutuell zut Erbzinsgüter und Landg üter. j b. Ström sanst süsse H lein Grodezka. ihrer ebenmäßigen Meldung und Führung genügender Erbzinsgut 1700 Morgen, der Kaufpreis 36,000 T hlr. 3 Afton, v. O. Tiehsen,

Erbpachtsgut 1000 Morgeu, lauter Gerstenboden, der 9) Fantastie über Motive ans der Stummen von Kauspreis 55,090 Thlr.z Landgut 1000 Morgen, die i Hälfte Weizenboden, der Kaufpreis 35,000 Thlr. z schr \{<öne Lehnschalzengüter, kleinere Landgüter, so wie viele faufmänuische Geschäfte, \{<öne Scharfrichiereien, Gast- höfe zeigt na<h der Güter - Agent Abel in Zehdenick. Sämmiliche Güter siud von Berlin 6, 8, 10 bis 15

Portici von Lasont, Forgetragen von Fräulein Therese Milanollo. Thu t L

6) Duo concertant für wel Violinen As Dancla, ausgeführt von den Schwestern

Therese und Maria Mi- [anollo.

7) Arie, gesungen von Fräulein Grodzka,. L ie über Motive von Bellini von A r- F antas

Zweiler

1Ót, vorgetragen von Fräulcin T'herese Milanollo.

Billets zu numerirten Plätzen à 2 Thlr. sind in der Musikhandlung der Herren Bote & Bo ck, Jägerstralse No. 42, s0 wie zu nicht numerirten Sitzplätzen à 1 Thlr. chendasclbst, und beim Hans- wart der Sing-Akademie, Herrn Rietz, und Abends an der Kasse, zu haben. Der Saal wird um 6 Uhr geölsnet, f

Das Abonnement beträgt: 2 Kthlr. für { Iahr. 4 Rthlr. - 3 Iahr. 8 Rthlr. - 1 Iahr. in allen Theilen der Monarchie ohne Preiserhöhung. Insertions-Gebühr sür den Raum einer Zeile des Allg. Anzeigers 2 Sgr.

N

Inhalt. Amtlicher Theil.

Inland. Berlin. Inhalt des Justiz-Ministerial-Blattes, T S C Unterstüßung der dur<h Uebershwemmung Verunglücften oder Beschädigten.

undesstaaten. Bayern, München. Prinz Luitpold.

Dent bon des Königs Württemberg. St uttgart, Gesund- heitszustand des Königs. Schreiben aus Frankfurt a. M, (Wiesbaden.)

Oesterreichische Monarchie. Schreiben aus Görz, (Der Herzog von Angoulème.) Preßburg, Petition aus Croatien gegen den Ge- brauch der ungarischen Sprache,

Frankreich. Deputirten-Kammer. Debatten über die Befestigung von Paris. París. Vermischtes. Briefe aus Paris, (Haltung der Opposition na ihrer Niederlage in der otaheitischen Angelegenheit, Die Revue des deux Mondes über die Lage des Ministeriums und die Stellung des Herrn Thiers.)

Großbritanien uud Jrland. London. Truppenmacht in Jrland. Denkmal für Walter Scott. Schreiben aus London, (Nachträgliches über die otaheitishe Angelegenheit; Abberufung des britishen Konsuls Pritchard; kanadische Angelegenheiten; günstige Erfolge der Politik des General-Gouverneurs; üble Lage der australischen Kolonie Neu - Süd- Wales.)

Niederlande. Aus dem Haag. Annahme mehrerer finanziellen Ge- scß-Entwürfe, Das Handelsblad über die Annahme des Geseßzes über die Vermögens - Steuer, Schreiben aus dem Haag. (Die jüngste Abstimmung über das Steuergeseß und ihre Folgen.)

Schweden und Norwegen. Stockholm. Befinden des Königs, Verlängerung der Regentschaft, Erkrankung des Erbprinzen,

Spanien, Schreiben aus Paris, (Barcelona; die Händel mit Ma- rotfoz die Lage der Regierung.)

Griechenlaud. Schreiben aus Athen. (Die Autochthhonen und die Metanastenz angebliche Spaltung im Ministerium.)

Vereinigte Staaten von Nord-Amerika. Schreiben aus New - York, (Zur Charakteristik der Parteistellung bei der Präsidentenwahl ; Calhoun als Sklaven-Vertheidiger. )

Eisenbahnen. Sreiben aus Weimar. (Die Thüringische Bahn.) Bamberg, Bahn nach der Sächsishen Gränze. Paris,

Handels- und Börsen-Nachrichten. Berlin. Börsen- und Markt- bericht, Frankfurt a. d. O. Messe, Magdeburg. Markt- beriht, Frankfurt a. M, Börse, Skt. Petersburg und Lon- don, Marktbericht,

Königl, Schauspielhaus, (Laube's „Bernsteinhexe““.) Beilage.

Amtlicher Theil. Se. Masestät der König haben Allergnädigst geruht :

Den Jntendantur-Assessor Lo os bei der Jntendantur des Garde- Corps zum Militair-Jntendantur-Rath zu ernennen.

Berlin, den 7, März. Se. Durchlaucht der Herzog von Braunschweig is von Braunschweig hier eingetroffen und im Königlichen Schlosse in den für Hochdenselben bereit gehaltenen Appartements abgetreten.

Königliche Bibliothek, j

Ju der nächsten Woche, vom 1lten bis 16ten d. M., findet, dem $. XIV. des gedru>ten Auszugs aus dem Reglement gemäß, die allgemeine Zurü>lieferung aller entliehenen Bücher in die König- liche Bibliothek statt. Es werden daher alle diejenigen, welche Bücher der Königlichen Bibliothek in Händen haben, hierdurch aufgefordert, solche an einem der genannten Tage, Vormittags von 9 bis 12 Uhr, und zwar diejenigen Entleiher, deren Namen mit einem der ersten Buchstaben des Alphabets, von A bis Ö, anfangen , am Montag oder Dienstag, die Entleiher von G bis M am Mittwoch oder Donnerstag und die übrigen am Freitag oder Sonnabend,

BEr.L{U,

Allgemeine

Preußische Zeitung.

Alle Posl-Anstalten des In- und Auslandes nehmen BKSestellung auf dieses Slatt an, sür Serlia die Expedition der ÁÂlg. Preuss. Zeitung: Friedri<sfstrasse Ur. 72,

Sonnabend den Hte

gegen Zurücknahme der darüber ausgestellten Empfang- \heine zurü>zuliefern. Berlin, den 4. März 1844. Der Königl, Geheime Regierungs-Rath und Ober-Bibliotlzekar Dr. Perb.

Angekommen: Der Fürst Felix Lichnowsky, vou Ratibor, Abgereist: Der General-Major à la Suite Sr. Majestät

Wchtamtlicher Theil.

Inland.

Berlín, 8. März. Das heute ausgegebene Justiz -= Mini- sterialblatt enthält eine allgemeine Verfügung vom 16. Februar, welche sämmtlichen Gerihts-Behörden die Bedingungen zur Kenntniß bringt, unter denen die Vernehmung von Zeugen bei den niederlän- dischen Gerichten in diesseitigen Civilsachen bewirkt werden fannz und eine Verfügung vom 27, Februar d. J., welche in Bezug auf einen streitigen Fall die Feststellung des Gebührensabes für Zeugen = Ver- nehmung in summarischen Prozessen entscheidet.

Aachen, 3. März. (E. Z-) Die hiesige Feuer-Versiherungs- Gesellschaft, welche befanntli<h die Hälfte ihres Gewinnes für ge- meinnübige und wohlthätige Zwe>e verwendet, hat so eben wieder einen Beweis des umsihtigen Wohlwollens gegeben, mit welchem sie stets da zu Hülfe eilt, wo dieselbe zunächst erfordert wird. Die Di= rection der Gesellschaft hat nämli< gestern, zum Besten der durch die jeßige Uebershwemmung verunglückten Bewohner der Provinz, dem Herrn Ober-Präsidenten die ansehnliche Summe von 2000 Rthlrn, zur Verfügung gestellt,

Auslaud.

Deutsche Bundesstaaten.

Bayern. München, 2. März. Prinz Luitpold, Königl. Hoheit, welcher bekanntli<h dur< den jüngsten Armeebefehl zum Ge- neral =Major und Brigadier in der ersten Armee =- Division ernannt wurde, hat gestern das Kommando der ersten Jnfanterie - Brigade in der benannten Division übernommen, Das Offizier - Corps dieser Brigade machte gestern Morgen seinem hohen Kommandanten die Aufwartung.

Die jüngst über den Getraidehandel erschienene Schrift des Herrn Rath und Archivar Döllinger hat si< des allgemeinsten Beifalls er- freut und wurde bereits in mehreren Blättern auf die anerkennendste Weise besprochen, Se. Majestät der König haben dem Verfasser durh nachstehendes Handschreiben Jhr Allerhöchstes Wohlgefallen zu erkennen gegeben: „Mein Herr Rath und Archivar Döllinger! Mit Jhrem Schreiben vom 12ten d. M. habe Ich die von Jhnen ge- schriebene Abhandlung über den Getraidehandel empfangen. Es ist dieses ein sehr zu beachtender Gegenstand, reifliher Erwägung werth. Empfangen Sie Meinen Dank für die Mittheilung, mit der Versicherung alles Königlichen Wohlwollens, München, 19, Februar 1844. ZJhr wohlgewogener König Ludwig,“

Württemberg. Stuttgart, 4. März. Der Schwäbi-= \<e Merkur macht folgendes ärztlihe Bülletin vom Zten d. M. bekannt: „Se. Majestät der König hat die Nacht ruhiger als die

März

des Kaisers von Rußland, von Krusenstern, nah Sk. Petersburg, |

1844.

zunächst vorhergegangené zugebraht; au<h im Fieber is heute eine Milderung eingetreten,“

Freie Städte. XX Frankfurt a. M., 5. März. Ju Miít=- theilungen aus Wiesbaden wird die Erwartung ausgesprochen, daß der Einzug des erlauchten Herzogl. Paares wahrscheinli am 20jten d. dort stattfinden werde. Se. Durchlaucht der Herzog wollte am 28. Februar mit Höchstseiner Gemahlin Petersburg verlassen und am Königlich Preußischen Hofe einen kurzen Besuch abstatten. Nachdem das Hohe Paar ín Berlin eingetroffen und man in Wiesbaden davon unterrih=- tet sein wird, soll der Tag des Einzuges festgestellt und das Fest- Programm ausgegeben werden. Auf den 18ten d. is auch das Mi= litair nah Wiesbaden einberufen, Das Land bereitet dem Herzog- lihen Paare einen ungeheuchelt herzlihen Empfang und die Behör= den haben eher zu wachen, daß nicht zu viel geschieht. An unserer Gränze na< Höchst hin, erhebt si< auf nassauischer Seite auch be- reits ein großer Triumphbogen; denn an dieser Stelle wird die junge Herzogin das Land betreten, Viele Bewohner unserer Stadt nahmen den prachtvollen Wagen in der Borgnisschen Wagen - Fabrik in dem nahen Höchst in Augenschein, der dem Herzoglichen Paare als Hoch=

zeitsgeshenk vom Lande bestimmt is. Es bestätigt si< aber, daß der Herzog und die Herzogin alle Geschenke abgelehnt haben.

Oesterreichische Monarchie.

X Görz, Ausgangs Februar. Der dornenvolle Lebenspfad eines vielgeprüften Fürsten scheint dem Ende nahe. Jm Laufe der ver- flossenen Woche erlitt der Herzog von Angoulème wiederum einen so heftigen als shmerzlihen Krankheits-Anfall, nah dessen Beschwich-= tigung Se. Königl, Hoheit die Sterbe - Sakramente verlangte, mit dem Beifügen, man möge lediglih den gerade in der Kathedrale an- wesenden Vikar darum ersuchen, Dieser erachtete für Pflicht, den Erzbischof zu benachrichtigen, welher an der Spibe des Kapitels und der übrigen Geistlichkeit herbeieilend, die heilige Handlung verrichtete, Alle Anwesende fühlten sh dur< die Ergebung und fromme Ruhe eines Gemüthes erbaut, das freilih niht erst die Tage der Widerwärtigkeit abgewartet hat, um \sih dem Höheren und Unver= gänglichen zuzuwenden, Eine von dem Herzog von Bordeaux beab= sichtigte Reise nah Venedig zum Besuche bei seiner erlau<ten Mut- ter mußte aus diesem Grunde aufgeschoben werden.

Preßburg, 24. Febr. Es i} hier eine an den König gerich- tete, mit mehr als 1600 Unterschriften versehene Vorstellung dex kroa- tischen Nation gegen das bekannte Königl. Reskript in der Angelegen- heit der ungarischen Sprache eingetroffen, Aus Wien hat man er- fahren, daß die vom Banus von Croatien eingereihte Entlassung von Sr. Majestät dem Kaiser nicht angenommen ward. Das Mißver= ständniß zwischen Teleky und dem Banus ist noch zu feiner Ausgleichung gekommen. Das Gerücht, daß der Banus in seiner neuen Eigenschaft als Obergespan einen Administrator für sein Komitat aufzustellen ge- denke, entbehrt jedes Grundes, i

Frankreich.

Deputirten-Kammer. Sißung vom 2, März. Nach= dem Herr Lherbette in der gestern schon berichteten Weise seinen Antrag auf Ueberweisung der die Befestigung von Paris betreffenden Petition an das Ministerium motivirt hatte, nahm der Ingenieur= Offizier, Herr Chabaud=Latour, zur Vertheidigung des Regie= rungs=Verfahrens das Wort. Die zu Vincennes und St. Maur be= gonnenen Arbeiten, welhe die Bewaffnung dieser &orts zum Zwede haben, erklärte derselbe als eine nothwendige Folge des durh das Geseß von 1841 angenommenen Fortifications-Systems, und erinnerte daran, daß die Regierung dur den Text dieses Gejeßes uur in Be= zug auf die Ringmauer gebunden sei, sih aber hinsichtlich der äuße-

| Königliches Schauspielhaus. Laube?’s Bernsteinhexe.

Am 7. März wurde, vor nur mäßig beseßtem Hause, zum ersten Male gegeben: „Die Bernsteinhexe, Historisches Schauspiel in fünf Akten, nach Meinhold’s Chronik „,„ Maria Schweidler ‘‘“’ von Heinrich Laube.“ Gegen die Bezeichnung „historisches Schauspiel muß sogleih Verwah- rung eingelegt werden, insofern die bekannte unumwundene Erklärung, welche Pfarrer Meinhold in der Augsb. Allg. Ztg. abgelegt, als wahr ange- nommen werden muß, wonach sein Buch fein Wiederabdruck eines unter dem Chorgestühl der Kirche zu Coserow auf der Insel Usedom aufgefundenen, mehr als zweihundert Jahre alten Manusfkriptes, wie früher angegeben war, sondern ein von ihm, dem Pfarrer Meinhold, erfundenes und absichtlich in das alterthümlihe Gewand gebrahte Märchen wäre, Laube hat zwar diese Erklärung nicht gelten lassen wollen: wer aber dies Méinholdsche, 1843 bei Duncker und Humblot zu Berlin erschienene Buch aufmerksam gelesen hat, mußte bei der Jnveision der Handlung von selbs einsehen, daß es aus dem festen Boden wirklicher Begebenheiten auf den losen Sand fabelhafter Berichte gebracht worden sei.

Doch, abgesehen hiervon, ist das Meinholdsche Buch eins der interessan- teren neuester Zeit, Der Verf. hat unbestreitbar ein großes dichterisches Talent, weiß die inneren Zustände aus ihren Tiefen heraus bloszulegen, und mischt in seine Schilderungen so viele ergreifende Züge kindlihen See- lenlebens, wie sie si< sonst nur im Alten Testament, und besonders im Buche Ruth vorfinden. Meinhold weiß die fromme Naivetät meisterhaft zu zeihnen, Sein Buch is im Grunde nur eine religiöse Passionsgeschichte, und zum Bilde seiner Maria Schweidler haben ihm die keushe Susanna und die heilige Agnes (eine römische erst dreizehnjährige Jungfrau, welche um das Jahr 304 in ähnlicher Weise, wie es in den Hexenprozessen geschah,

efoltert wurde, nachdem ihre Peiniger sie zuvor in das Buhlhaus gesperrt batten, unter Ansinnungen, wie sie der Tochter des Pfarrers Schweidler ge- macht werden ) als Original - Vorbilder ge/essen, Die Verhandlungen bei Hexenprozessen hat er genau studirt, und Alles aufgeboten, um die richter- liche Perfidie bei der Leitung derselben im geheimen hochnothpeinlichen Ver- fahren zu brandmarfen, Die Gegend, wohin er uns führt, ist sehr gut gewählt : auf den Strandgegenden der Ostsee, mit ihren in der Tiefe ruhenden Herr- lichkeiten und mit den aus ihrem Vineta U Glockengrüßen, dort, wo Werner Adalbert's Schatten schweben licß und so viele dichterische Naturen (Schenkendorf, W. Müller) in wunderbarer Sehnsucht angeregt wurden, dort ijt ein tresflicher Schauplaß für mysteriöse Erzählungen, wofür wir nur einen Beleg, nämlih Bonaventura's (Schelling's) berühmte Ter-

spielt im Sommer 1630 und giebt eine lebendige, ershütternde Anschauung

der Kriegesgräuel, welche von den Kaiserlichen in Norddeutschland (mit Ausnahme Me>lenburgs , weil Wallenstein dieses zu Lehen hatte) verübt wurden, Die Schilderung der Hungersnoth auf Usedom ist in Tinten ge- halten, welche stellenweise an die Geschichte von Ugolino erinnern. Mit treffender Charakteristik is die Landung Gustav Adolph's auf deutschem Boden dargestellt; allerliebst die Scene, wie Maria Schweidler ihn miít einem lateinishen Gedicht begrüßt und wie der Schwedeukönig .…, doch, hier mögen die eigenen Worte des erzählenden Pfarrers darüber stehen ; „Als sie nun schwiege, sprach Se, Majestät : propius accedas patria virgo, ut te osculer (fomm näher, vaterländische Jungfrau, damit ich dich füsse), worauf sie, sih verfärbende ihm an das Roß trat, Und gläubete ih, er würde sie nur auf die Stirne küssen, wie sonsten die Potentaten zu thun pflegen, aber nein! er füssete sie also gerade auf den Mund, daß es shmaßete und seine langen Hutfedern ihr umb den Na>ken hingen, so daß mir abermal ganz bange vor sie wurd, Doch richtete er si bald wieder in die Höhe, nahm die güldene Kette sih ab, an welcher unten sein Kon- terfett baumelte, und hing sie meinem Töchterlein umb ihren Hals: hocce tnae pulchritudini! et favente deo redux suero victor, prómissum carmen et praetereco duo oscula exspecto (dies deiner Schönheit ! und wenn ih init Gottes Hülfe siegreich zurü>kehre, erwarte ich das versprochene Gedicht und außerdem zwei Küsse).“ S. 114, Wie unscre Leser ersehen, versteht die Heldin dieses Hexen - Prozesses, Maria, das Lateinische, und durch diese ihre Gelehrsamfeit, wie dur ihr abgeschlossenes, dem Höheren zugewendetes Wesen, kommt sie bei dem ge- meinen Volke auf der Jnsel in den Verdacht der Zauberei, der von dem Amts-Hauptmann, aus Nache wegen vershmähter Liebe, genährt und von feilen Richtern benußt wird, um sie dem Scheiterhaufen zuzuführen. Bis zu der Stunde, wo sie diesen besteigen soll, ist Alles vortrefflih motivirt und glaubhaft unter der Folie des entseglichen Aberglaubens jener Zeit, dessen Wüfung eine so mächtige is, daß selbst der Pfarrer Meinhold an Hexerei glaubt, Wie aber das Mädchen, selbst unter grimmigen Folter- qualen, \sih an dem Gedanken aufrichtet, daß im Leben der Schande der Tod und im Tode der Ehre das Leben sei, dies erhebt ihren Charakter zu einem der edelsten, und vor dieser Kraft der Unschuld, vor dieser sittlichen Größe müssen wir ehrfur<tsvoll das Haupt neigen, Zeigen solche Hexen - Prozesse uns auch einerseits die menschliche Natur in ihrer grausenhaftesten Versunkenheit, so erschließen sie uns auf der anderen, wie man aus dem hier vorliegenden , gewiß nicht in allen seinen Theilen erfundenen ersieht, die geheimen Kammern der menschlihen Brust auf eine wunderbarliche Weise, Der Herenwahn is wohl ursprünglich durch

zinen „Die leßten Worte“ anführen wollen, Die Meinholdsche Geschichte

von Endor), Das Konzilium zu Ancyra (314) schte die ganze Strafe für hererische Weiber in ein bloßes Verbannen aus der christlichen Ge-

falsche Deutungen der Dämonologie des alten Testaments entstanden (Hexe

meinschaft; die. Westgothen bestraften sie mit Prügeln, 1:nd Karl der Große ließ sie auf den Rath seiner Bischöfe so na in gefänglicher Haft, bis sie aufrichtige Buße thaten, Das eigentliche Mittelalter wusite wenig oder nichts von Hexen, Erst kurz vor der Reformation flagt Junocenz VIII. daß die Beschwerden der ganzen Christenheit über das Unwesen dieser Weiber so allgemein und in einem solchen Grade laut würden, daß dage- gen auf das Entschiedenste eingegriffen werden müsse, und ließ zu dem Ende den sogenannten „Herenhammer“ (malleus maleficarum) anfertigen, welcher das bei Hexen-Prozessen zu beobachtende Verfahren vorschrieb, Es wurde von nun ab mit beispiellosem Fanatismus gegen die armen Weiber (welche, auf einen Ausspruh des Theophrastus Paracelsus hin, nur „eine krumme Nase und rothe Gluderaugen“ zu haben brauchten, um in den Geruch der Zauberei zu kommen) inquirirt, und, wie Pfarrer Meinhold, S. VII. seiner Vorrede sagt, hätten es hierin die Protestanten den Katho- lifen selbst zuvorgethan, bis katholischer Seits der Jesuit Spee und pro- kW siebzig Jahre später, Thomasius dem Unwesen allmälig Ein- halt thaten,

i Jener Friedrih von Spee (den Meinhold irrthümlih J, Spee nennt) war 1591 bei Kaiserswerth geboren und brachte von 44 Jahren seiner Le- bensdauer 25 im geistlichen Stande zu, Einem der vornehmsten rheinischen Geschlechter angehörend, ein musikalishes Genie, ein großer Redner, ein liebenswürdiger Dichter (,Trupgnachtigall“) und von den Großen seiner Zeit geehrt, hatte er si freiwillig dem traurigen Beruf gewidmet, die von der damaligen Jnquisition in Koln zum Feuertode Verurtheilten als Beichtvatex auf ihrem legten Gange zur Richtstätte zu begleiten, was sonst nur die Bettelmönche thaten, Hierdurch lernte er die Hexenprozesse in ihrer ganzen Abscheulichkcit kennen, und die Frucht seiner s{re>lichen Erfahrungen war seine Schrift „Cautio criminalis, seu de C contra sagas liber”, worin er nicht nur die armen Hexen in Schuß nimmt, sondern auch über andere Punkte des damaligen Kriminal-Prozeß-Verfahrens , besonders über die peinliche Frage, Gedanken äußert, deren \ih kein Beccaria oder Son- nenfels shämen würde. Er legte darin die Absurdität des Glaubens an Herxcreien niht nur auf die sinnreichste und unwiderlegbarste Weise dar (mag Jean Paul auch immerhin nah einigen Jahrhunderten gesagt ha- ben: „Gemeine Seelen machen in den Hexenprozessen Alles zum Werke der Einbildung. Wer aber viele Hexenprozesse gelesen, findet es unmöglich’, sondern persiflirte au< alle Anhänger des Juquisitions-Verfahrens auf das allerempfindlichste, erweisend, wie unerhört grausam und unmen lich es einer- seits, und wie höchst lächerlich und thöricht andererseits, es von den geist-

lichen Jnquisitorien wäre, Jemanden der Hexerei wegen zum Feuertode zu

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