1844 / 73 p. 2 (Allgemeine Preußische Zeitung) scan diff

Tie U S S RE R Lte T E

Ä tige Staats- Debes Marltres thi E o eanzas Kibank welche und Regéernos Singsten General-Konferenz der Zoll-Vereinsstaaten den) E vou sämmtlichen g S | e mia Gel dag: n Yerare j Tarif, so wie in den Bestimmunge Zoll= var if im ZEEANT endurchfuhr auf furzen Straßenstrecken I E eworden sind. nothwendig gewor? 1. Alzey, 8. März. (Fr. J.) Unter einem Gd D range v auswärtigen und einheimischen Zu- außeror d Zuhörerinnen nahm heute fcüh um 9 Uhr die interessante DO e perbandlung in der Duellsache des Herrn Moriß von Haber Gee lérube unter dem Vorsiße des Herrn Präsidenten Lebert, ihren E und ging heute Abend nah 6 Uhr zu Ende, Als Staats- A fungirte Herr Staats-Prokurator Milet, die Vertheidigung besorgte Herr Advokat- Anwalt Lehne. Die Anträge der Staats-Behörde lauteten auf 6 Monate Festungs-Arrest für Herrn Moriß -von Haber und auf 14 Tage derselben Strafe für die beiden Sekundanten, die Herren Arendt von Berlin und Thouret von Stuttgart, so wie auf solidarische Tragung der Gerichtskosten, Morgen früh um 11 Uhr wird das Urtheil verkündet,

Schwarzburg - Sondershausen, Sondershausen, 9, März. (D. T.) Ju der landständishen Sißung am 4, März gab eine mit 500 Unterschriften versehene Petition aus Arnstadt, in welcher der Landtag gebeten wurde, den Beschluß, die Ablösung der der fürstlichen Kammer jährlih aus Landesmitteln zu zahlenden Ent- shädigungssumme von 14,000 Rthlr, unter annehmbaren Bedingun= gen auszuführen, nohmals in Erwägung zu ziehen, Veranlassung, die Berhandlung darüber wieder aufzunchmen, und dies um so mehr, als die Staats= Regierung die definitive Entscheidung der Frage den Ständen allein anheimgegeben, ohne- aus dem früheren Beschlusse etwas Bindendes herzuleiten. Nach mehrstündiger Verhandlung einigte sich die Versammlung mit 8 gegen 4 Stimmen. zu folgender Erklä- rung: „Die Stände = Versammlung erkennt die Zweckmäßigkeit der vorgeschlagenen Maßregel, die Ablösung der 14,000 Rthlr. betreffend, fortwährend an, sie will indeß nur den Zeitpunkt der Ausführung hinausgeshoben wissen, ““

Luxemburg. Luxemburg, 4. März. (K. Z.) Die schon vor einiger Zeit hier eingegangene offizielle Anzeige, daß das luxem- burger Bundes-Kontingent unter allen Umständen bis zum Herbste fo weit organisirt sein müsse, um es von Seiten des Bundes inspiziren zu können, hat eine erneuerte Thätigkeit für dasselbe hervorgerufen.

Russland und Polen.

St. Petersburg, 5. März. Am Lten d. M. sind die ho- hen Neuvermählten, Se. Durchlaucht der Herzog von Nassau und Ihre Kaiserl. Hoheit die Großfürstin Elisabeth, von hier nah Deutsch= land abgereist,

Frankreich.

Paris, 7. März. Persouen, die in Beziehungen zum Tuile- rieen-Hofe stehen, versichern, es sei so gut wie entschieden , daß der König sich im Laufe des Monats September mit großem Gefolge zu einem Besuch bei der Königin Victoria nah England begeben werde ; die Zusammenkunst \oll aber nicht zu London, sondern auf der Jusel Wight stattfinden, wo in diesem Augenblick große Vorbereitungen ge- troffen werden, um für die Königin Victoria, die, wie verlautet, ihre

Niederkunft auf der Jusel halten will, und bis zu Ende des Herbstes

dort zu verweilen gedenkt, eine angemessene Wohnung einzurichten.

Der National giebt jeßt die Nameulíste der Deputirten, welche am 1. März für den Ducoóschen Antrag, also für einen in- direkten Tadel der Mínister, gestimmt haben, und zugleich eine zweite

Namenlíste von Subskribenten zu 50 Centimen für den Mann, be= hufs der Bestellung eines Ehreu - Degens für den Admiral Dupetit- Thouars. Diese sogenannte ,„National-Subscription“ liefert bis jeßt 503 Fr. Unter den Unterzeichnern bemerkt man auh die Namen von 250 Zöglingen der polytechuishen Schule, also von fast sämmt= lihen Eleven dieser Anstalt, Der Kriegs-Minister, Marschall Soult, soll über diese Manifestation der polytehnishen Schule seinen Un- willen ausgesprochen haben, und man versichert, es sci die Rede von einer strengen Bestrafung, welche über die Unterzeichner aus dieser Schule verhängt werden solle.

__ Fortwährend verbreiten sich Gerüchte, nah welchen die unter dem hiesigen Militair entdeckten Umtriebe feinesweges so unbedeutend wä= ren, wie das Ministerium sie in seinen Blättern darstellen läßt. Ju dem Fort Vincennes soll große Bewegung herrschen; es wären, heißt es, gestern wieder eine große Anzahl Soldaten und Unteroffiziere un-= ter starker Esforte dorthin in Verwahrsam gebracht worden z ein Kriegsgericht soll daselbst versammelt sein, um die Untersuchung des Komplotts zu leiten und über die Schuldigen das Urtheil zu fällen.

Von den Legitimisten im Faubourg St. Germain werden An= stalten zu einem großen Feste getroffen, durh welches die Wieder- erwählung der legitimistischen Deputirten nach deren Ankunft in Paris gefeiert werden soll, :

mindestens nach des Ref, Ansicht, welcher doch, che ihn dic Ereignisse in den „„praktischen““ Stand warfen, einen sehr strengen philologischen Kursus vollständig durchlief, und den Segen davon keinen Augenblick verkennt. er Vortheil einer Wechselwirkung des grammatischen Unterrichts in meh- reren Sprachen is {on lange gewürdigt, auch in den Kadettenhäusern, ob er erlangt werde, hängt vorzugsweise von der Jndividualität der Lehrer gb. ; Zweiter Abschnitt, Mangel der bestehenden Organisation er Kadettenhäuser, A. Unzweckmäßigkeit der Berufsschulen überhaupt für Kinder dieses Alters, Nachdem der Verf. die Be- e! Elementar - Standes - Berufs - Schule ganz richtig festgestellt hat, ver- i L er in den Jrrthum, die Kadcttenhäuser der leßteren Kathegorie zuzu- has en, während sie doh nicht dahin, sendern in die zweite gehören, weil in t: s nichts für einen besonderen Beruf gelehrt wird, und die im sieben- LL da unr? austretenden Zöglinge feine militairishen Vorträge , sondern a nierricht genossen haben, den cin Real-Gymnasium gewährt, Ledig- berlings enge Anzahl der als sogenannte Sclektarier ned ein Jahr im inaikiu Freie Verbleibenden wird in den Kriegs-Wissenschasten un- ziehun, Gd sind Alle für den Kiiegsstand bestimmt, und ihre Er- Gli vue Lol ezblitairisch , allein das hat mit der Schule nichts zu thun, den Q iziervgrage Lalber wohl festzuhaltender Unterschied) und wenn pôglinge ihnen die envs icht erreichen, was fünstig vorkommen fönnte, so öffnet

dem elsien Jghegene allgemeine Bildung gar viele Lebenswege, Daß mit ; L Beru zum sriegöstand nicht entschieden sein könne, ist wohl- iemavd in iy t daran ten Fragen sind nur halb wahr, denn wenn

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H Paris, 7. März. Die Deputirten-Kanimer seßte die De- batte über das Patent = Geseß in öffentlicher Sibung fort. Jn den Büreaus kam der Gesetz - Entwurf wegen der geheimen Fonds zur Erörterung, Jm ersten Büreau sprachen die Herrn von Beagu-= mont, Bureau de Puzy, Havin uud Maurat=Ballange gegen die Herren Terme und Cuniu Gridaine (Haudels = Mini= ster) für den Geseß- Entwurf. Herr Ter me (Konservativer) wurde mit 25 Stimmen zum Commissair ernannt, gegen Herrn Bureau de Puzy (Opposition), der nur 14 erhielt, Im zweiten Büreau griff Herr von Chambolle das Geseß an, General Schneider wurde durch die konservative Majorität zum Commissair ernannt, mit 21 Stimmen gegen 9, die für Herrn Abatucci si erklärten. Jm dritten Büreau erhob Herr Leseigneur heftigen Tadel gegen die Opposition, welche für nihtsbedeutende Dinge stets mit Leidenschaft sih interessire. Die Herren Viger und d'Haubersaert sprechen für das Geseß und erklären ih in jeder Beziehung für die Politik des Ministeriums. Herr Jules de Lastegrie greift dieses an. Herr Viger wurde mit 21 Stimmen zum Commissair ernaunt, gegen 15, die Herrn de Lasteyrie gegeben wurden, Jm vierten Büreau war die Diskussion eben so lang als lebhaft. Herr Berger spra von den Subventionen, welhe gewisse Blätter, besonders der Globe, erhielten, dessen Polemik Herr Berger s{chlecht und grob findet. Das Ministerium, sagt er, sollte etwas weniger streng gegen andere Blät- ter sein und lieber den Globe verfolgen. Herr Luneau is der- selben Meinung. Herr Mermillod vertheidigt die Polemik des Globe; Herr Fulchiron mißbilligt sie, und Herr Cremieux {ließt sih ihr an, Herr vonBussiere sagt, auch das Ministerium vom 1. März habe die Journale subventionirt. Herr Thiers fragt ihn, ob er niht von der Regierung in seineu verschiedenen Kandida- turen unterstüßt worden sei, und ob er daher die Regierung als Be- stecherin, sich selbst als Bestochenen betrahte? Herr Berger wird endlih na dreimaliger Abstimmung zum Commissair ernannt, mit 22 Stimmen gegen 18, die Herr Feuilhade de Chauvin, der konservative Kandidat, erhielt, Jm 5ten Büreau wurde Herr Cou- sture (Konservativer) mit 28 Stimmen gegen 13 ernannt, die Herr von Tocqueville erhielt Ju 6ten Herr d'Haussonville (Konservativer), Jm 7ten Marschall Seba stiani. Jm 8ten Herr Fr. Delessert. Jm 9ten Herr Ressigeac. Also hat die Oppo- sition von 9 Commissairen nur 1 erlangt. Morgen wird die Wahl des Herrn Charles Laffitte in der Kammer zur Sprache kommen.

«m Paris, 7. März. Als wenn unsere politischen Parteien

n der Kammer noch nicht genug gespalten und fractionirt wären,

Ærfolgte vor wenigen Tagen eine durchgreifende Session unter den Mit-

Yliedern der äußersten Linken, deren Stärke dreißig bis fünfunddreißig Stimmen bisher betragen mochte. Ju einer Versammlung dieser Partei besprah Herr Chapuys de Moutlaville die Nothwendigkeit, den republifanishen Utopien für immer zu entsagen, wenn man dem Prinzip der Demokratie Anhang und Geltung vershaffen wolle. Herr Ledru-Rollin bekämpfte aus Leibesfkräften den Vorschlag des Herrn Chapuys - Montlaville, behauptend, daß die Verleugnung der Grund-

maximen der radikalen Partei, wie sie Herr Chapuys - Montlaville vorschlage, dieser Partei den Todesstoß verseßen winde. Da man ín dieser Sibung \sich nicht verständigen konnte, so wurde auf vor- gestern eine allgemeine Versammlung aller Mitglieder, welche auf der äußersten Linken siben, angesagt, welcher die Herren Laffitte, Arago und Dupont de lEure, die drei Häupter der radikalen Partei, bei= wohnen sollten, um die vom Herrn Chapuys=-Montlaville aufgeworfene Frage gründlich zu erörtern und zu entscheiden, Die Versammlung fand wirkli statt, die Debatten waren eben so lang, als heftig, und das Resultat ein solches, wie alle Freunde der Ordnung es wünschen fönnen. Die Herren Laffitte, Arago, Dupont de l’Eure, General Thiars, Carné, Chapuys = Montlaville und etwa noch 15 Mitglieder der äußersten Linken erklärten, daß sie von nun an allen republifa= nischen Tendenzen entsagen und sich innerhalb der Schrauken der constitutionellen Monarchie erhalten wollen, Die Herren Ledru = Rollin, Garnier - Pagès und die übrige ungleich \{chwäcere Graction der äußersten Linken erklärten dagegen, den republifguischen Grundsäßen treu bleiben und für die Zukunft abgesondert von den zur Monarchie bekehrten Radikalen stimmen zu wollen. So mäch= tig die Spaltung der äußersten Linken gegenwärtig auf die parlag- mentarishen Zustände zurückwirken fanun, fo folgeureih muß sie für das Land überhaupt erscheinen, Die Republik ist dadurch in Frank- reih wirkli zu Grabe getragen worden z deun wenn Männer, wie Laffitte, Arago, Dupont de l’Eure, die eben so viel Erfahrung als Einfluß besißen, öffentlich dem Republikgnismus den Rücken fehren, so müssen sie die feste Ueberzeugung im Busen tragen, daß die excen= trischen Träume ihrer Partei nie zur Wirklichkeit kommen können. Jhre Trennung von den Republikanern wird in kurzem die bisherige radifale Partei völlig demoralisiren, Schon beabsichtigt der Na = tional die Abtrünnigen anzugreifen und anzufeinden, doch wagt er es jeßt noch nicht, weil Herr Laffitte sonst die bisherige Geld- unterstüßung, die er dem National gewährte, zurücziehen würde. Die Fraction Ledru-Rollin und Garnier-Pagès is damit beschäftigt, dem National aus anderen Mitteln die Unabhängigkeit von Herrn Laffitte zu sichern,

Die Journale von Toulouse und Ploërmel, welche wir heute empfangen, erhalten eine umständliche Schilderung der Ovationen, welche den legitimistishen Deputirten de Valmy und Laroche=Jacque= lin nah deren erfolgter Wiedererwählung in jenen Städten zu Theil wurde. Alle Wähler, welche für sie gestimmt hatten, begaben sich in Masse nah der Wohnung der erwähnten Deputirten, um ihnen ihre Glückwünsche darzubringen. Jn Toulouse war der Andrang des Volkes um die Wohnung des Herrn de Valmy so groß, daß der Präfekt alle Wachtposten der Stadt verdoppeln ließ und die Garnison, unter den Waffen stehend, in den Kasernen fonsignirt hielt. Herr Berryer is gestern nah Marseille abgereist, um seinen Wahlmännern zu danken, welche, ihm zu Ehren, ein großes Gastmahl zu veranstal= ten beabsichtigen, wobei natürlih Herr Berryer nicht ermangeln wird, eine Rede zu halten.

Gunfzig bis sechzig Deputirte haben sich heute gegen 11 Uhr in einem der Büreaus der Deputirten - Kammer versammelt, um die Angelegenheiten von Montevideo zu besprehen, worüber während der Diskussion der geheimen Fonds Herr Guizot interpellirt werden soll. Es befinden sich dermalen in Paris zwei Delegirten der französischen Bevölkerung von Montevideo, welhe eine Menge Beschwerden gegen die Politik des Kabinets erheben, das sie dem Hasse des Präsidenten Rosas preisgebe. Die Haupt-Klage, welche sie erhoben, ist, daß Herr Guizot nur darum die Regierung von Montevideo niht im Kampfe gegen Rosas unterstüße, weil das Aufblühen von Montevideo die bri- tishen Handels =- Etablissements in Buenos = Ayres zu Grunde richten

würde, Diesmal dürfte Herr Guizot einen s{hwereren Stand haben,

da die Rede, welhe Sir R. Peel bei dem Gastmahl der russischen Compagnie in London am 4ten l. M. sprach, und welche in unseren Tagesblättern heute zu lesen is, selbs auf die ministeriellen Deputir= ten einen unangenehmen Eindruck machte,

A Paris, 7. März. Jn der gestrigen Sißung der Assisen fam der Prozeß des Abbé Combalot zur Verhandlung. Dieser Mann, einer der fashionablen Kanzel - Redner von Paris und ein leiden- schaftliher Verfechter der Kirche gegenüber der Universität, war wegen einer Schrift zur gerichtlihen Verantwortung gezogen, die vor einigen Monaten unter dem Titel: „Mémoire adressé aux évêques de France et aux pères de famille, sur la guerre faite à PEglise et à la société par le monopole universitaire““, erschienen ist, Der Staats-Anwalt hatte vier Anklagepunkte in dieser Srift gefunden. 1) Verläumdungen und Beleidigungen gegen eine öffentlihe Verwal= tungs-Behörde. 2) Störung des öffentlichen Friedens dur Aufrei= zung der Bürger zum Hasse gegen eine bestimmte Klasse von Perso-

nen. 3) Anstiftung von Haß zwischen den verschiedenen Klassen der Gesellschaft. 4) Aufreizung zum Hasse und zur Verachtung gegen die

Regierung des Königs. V i E

Jnhalt und Zweck der Schrift des Abbé Combalot sind mit fur- zen Worten die folgenden, Der Verfasser will beweisen, daß aller weltliche Unterricht ein Eingriff in die Rechte der Kirche, eine Belei- digung Gottes, eine Versündigung an der Familie und an der Ge= sellshaft sei. Der Priester allein i, Herrn Combalot zufolge, fähig, das Kind zum Christen, zum Bürger, ja, zum Menschen heranzubilden. Niemand als die Geistlichkeit versteht es, die Wissenschaften mit Wahr= heit und Glanz und mit überzeugender Gewißheit vorzutragen, gar nicht zu reden von der Moral, deren Alleinbesiß Herr Combalot ohne Bedenken für die Geistlichkeit in Anspruch nimmt. Damit aber die Kirche in den Stand geseßt werde, ihre {were Aufgabe, alle jungen Staatsbürger für die Erde und für den Himmel her= anzuziehen, zu erfüllen, verlangt der Verfasser der angeklag= ten Schrift zwei Dinge. Er will erstens, daß in allen Dis-=

unter den gemeinsamen Namen Civil -Stand dem Militair - Stande feindlich entgegengesegt werden, besonders macht das Offizier - Corps zu al- len anderen gebildeten Ständen einen verderblichen, die Einheit der Nation und des Staates auflösenden Gegensay.“ Diese schwerbedrohlichen Schluß- worte fönnen nur Lächeln erregen, denn von Feindseligkeit is überall nicht die Rede, und der Standes-Hochmuth Einzelner den tir nicht leugnen, sondern nur erinnern wollen, daß er auch bei Anderen, z, B, jungen und alten Gelehrten, oft genug vorkomme findet cin bedeutendes Gegenge- wicht in dem zahlreichen Offizier - Corps der Landwehr, 5

B. Trennung des Unterrichts und der Erzichung. J vorzugsweise den Verhältnissen der Gouverneure getidinet, wae E a dings eigenthümlih und für einen jungen Mann ohne Lebens - Erfahrung etwas schwierig sind. Dünkel und Leidenschaftlichkeit finden hier noch we- niger eine Stätte als anderwärts, daß aber die Schwierigkeiten nicht un- überwindlich seien, zeigt die große Anzahl Gouverneure, welche ihren segens- reichen Beruf Jahre lang mit Würde und allseitiger Anerkennung erfüllt haben oder noch erfüllen, Die Gouverneure stehen den Subaltern - Offi- zieren im Antheil an der Erziehung eben so gleich, wie in der Strafgewalt, die Nothwendigkeit leßtere zu beschränken, leuchtet außer dem Verf., wohl Jedem ein, und wenn derselbe zu mißbilligen scheint, daß auch dem Zög- linge, der sich ungerecht behandelt glaubt, die Beschwerde bei dem hößeren Borgesepten freistehe, so liegt darin etwas recht Charakteristishes. Die An- Ven der Gouverneure auf dreimonatliche Kündigung is {hon darum pu engt nothwendig, weil man niemals wissen kann, ob der bestempfoh- n as idat sich gerade für dieses Verhältniß eigne, und weil ein lang-

mee a6 Herwäürsnlß in den Anstalten höchst verderblih wäre, wie denn s e Offiziere immer nur auf ein Jahr kommandirt werden. Daß die al assung ganz von dem Gutdünken des Commandeurs oder gar des | dongg arder abhänge, ist einfach eine Unwahrheit, und es ut getade pare d bekannt sein, welche entscheidende Stimme dabei der an O pipe sämmtlicher Kadettenhäuser stehende General hat. Wenn übrigens le während der lezten 30 Jahre ate Entlassungen zusammengestellt

und bei jeder einzelnen ihre ‘Motíve naGgewi i Ö Ergebniß für die ilitair-Behörde ur O F E E

zesen des Landes, und namentlich in Paris, die Mönchs - Orden wieder eingeführt werden, insbesondere die Dominikaner, die Franzis-= faner, die Jesuiten, die Benediktiner, die Karthäuser u. #, w. Diesen frommen Klostergeistlichen sollen dann, dem zweiten Verlangen des Herrn Combalot gemäß, in Paris selbst hundertundfunfzig Kapellen gebaut werden, deren jede 1200 bis 1500 Menschen fassen kann und in denen die Mönche alle Tage lehren und predigen. Der Verfasser geht in seinem heiligen Eifer für die Mönchs-Orden so weit, daß er dem Erzbischofe von Paris mit Bitterkeit vorwirft, daß er dieselben nicht schon längst auf eigene Verantwortlichkeit zurückberufen, und ihnen eine Anzahl von Kanzeln eingeräumt habe, eine Maßregel, an deren Ausführung ihn keine Macht der Welt verhindern könne.

Es versteht sih indeLen von selbst, daß es nicht diese Jdeen und Vorschläge sind, so aus\hweifend sie auch sein mögen, welche dem Abbé Combalot die Anklage des Staats-Anwaltes zugezogen haben. Es is nit die Sache selbst, sondern die Form, für welche die Justiz ihn zur Rechenschaft zieht. Hier einige Proben von der Polemik des Verfassers gegen die Universität.

„Was für Männer hat die Regierung, mit Zurücksezung des Juteresse ihrer eigenen Dauer, an die Spiße der Universität gestellt 2 Männer, welche systematische Feinde des Glaubens der großen Mehrheit der Franzosen sind, Männer, die sih dur ihrc antichristliche Philosopherei und ihr revolu- tionaires Apostolat einen Namen gemacht haben, Männer, welche von öf- fentlichen Lehrstühlen herab den Wein der Empörung und Systeme des Unglaubens in die Herzen der Jugend gegossen, und einen unermeßlichen Theil dieser Jugend zum Skandal Europa's, zum Schrecken der Negierung und zur Verzweiflung ihrer Familien gemacht haben, Die Erde würde

C. Die absolute Unterordnung des eigentlichen Lehr- oder Civil-Personals unter das Erziehungs- oder Militair - Personal. Die absolute Unterordnung des gesammten Personals, also auch des lehrenden unter den Direktor, versteht sih als Nothwendigkeit ganz von selbst, und das Verhältniß der Lehrer zu dent Compagnie - Chefs kann nicht so bezeichnet werden, da ferner in jeder Anstalt Offiziere einen Theil des Unterrichts übernommen haben, o ist jenes grelle Gegeneinander- stellen des Civil- und Miülitairstandes eine vorsäplihe Verzerrung. Als Unterlage derselben benuyt der Verf. den Umstand, daß den Lehrern als solchen keine Stra fbefugniß zusteht, für welche Einrichtung die tríftigsten Gründe sprehen. Abgeschen von höchst nachtheiligen Znkonsequenzen, welche unvermeidlih eintreten müssen, wenn so vielen sehr verschieden- artigen Judividualitäten Strafgewalt verliehen würde, abgesehen von der Widersinnigfcit, den Commandeur und die Compagnie-Chefs zu blinten, willenlosen Ausführern der Straf - Anordnungen des Lehrpersonals zu machen, tritt noch der Umstand hervor, daß letzteres immerdar Partci und Nichter in einer Person wäre, Erstere beide Punkte beachtet Herr Leny gar nicht, und was er über leßteren beibringt, können wir nur als völlig unpassend bezeichnen, im Uebrigen auf die Erfahrung Bezug nehmend, welche zweierlei lehrt: 1) daß augenblicktihe Aufgeregtheit des verleßten oder sich verleßt wähnenden Lehrers, hin und wieder zu sehr unerfreulihen Scenen führt, die den Maßstab liefern, was unter anderen l Peranvey gelWehèn würdez 2) daß tüchtige Männer höchst selten in den Fall kommen, Beschwer- den zu führen, und die Häufigkeit derselben einen fast immer wohlbegrün- deten Verdacht gegen das Benehmen des Lehrers zu erzeugen geeignet ist, Das Austreten als „klagende Partei“ bestcht darin, daß die zu rügende Sache in ein für jede Compagnie vorhandenes Buch eingetragen wird, Der Chef dersel- ben erhält es täglich, bestimmt die Strafe, oder trägt den Fall, wenn er über seine Befugniß hinauszugehen scheint, oder sonst Bedenken erregt, dem Commandeur des Hauses vorz da diese Bestimmung auch für alle Offiziere gilt, welche lehren (selbst ein Unterricht ertheilender Compagnie - Chef unterliegt ihr, \o- fern der Strafbare nicht seiner Compagnie angehört), so kann von einer Herabwürdigung der Civil - Lehrer vernünfti erweise nicht die Rede sein , so wenig wie davon, daß ein solches Verhältniß bei den Zöglingen „Uebermuth oder Mitleid herbeiführen müsse,“ Die nachfolgende rörterung über die

sih entisezen, wenn man die Ruchlosigkeiten, die Gotilosigkeiten und die Skandale erzählte, welche ín der Geschichte der Lehranstalten des Mono- pols an der Tagesordnung sind. O, welche shwere Schuld laden die Menschen auf si, welhe von den Seelen und von dem Glauben der zungen Geschlehter ein Blutgeld ärndten. Die schändlihsten Bücher , die unzüchtigsten Feuilletons sind die Sitten - Katehismen der Zöglinge ihrer Schulen geworden, Und man will den Familienvätern und den Priestern ein Verbrechen daraus machen, daß sie in einen gerechten und heiligen Zorn über eine Einrichtung gerathen, welche alle Verfolgungen und allen Haß übertrifft, die in dem Kriege gegen Gott und Christenthum jemals zum Vorschein gekommen sind? ‘“

„„Oohepriester Jesu Christi“, redet der Verfasser die Bischöfe an einer anderen Stelle an, „lasset das Schwert des heiligen Kampfes nicht in der Scheide s{lummern. Zeiget der Welt, daß die Macht der Hölle Gränzen hat, welhe das Monopol nicht ahnt, die ihr aber kennet. Ôie Universität hat geschworen, das Reich Gottes und das Geseh Christi unter uns zu ver- nichten, Scin heuchelnder Haß verlangt Priester von uns, um seiner Ty- rannei zu dienen und unsere Shmach zu besiegeln. Wohlan denn, bewecisct ihr, daß ihr noch mächtig seid. Schleudert die Excommunication auf die Kapellen der Gymnasien, Duldet nicht länger, daß das Opfer Christi auf entweihten Altären gebracht werde, und lasset die Stimme dcs Priesters auf immer in jenen Räumen verstummen, welche Zeugen von so víclen Ruch- losigfeiten und Lästerungen gewesen sind. Scheidet das Licht voa der Fin- sterniß, Jesus Christus von Belial. Lasset von dem Throne der Wahrheit und der Gerechtigkeit, auf welhem ihr siget, ein feierliches Inter= dift auf die Unterrichts - Anstalten des Staats fallen, in denen man die Kinder lehrt, Gott zu entbehren und das Blut uno die Guade Jesu Christi zu verachten, Verbietet den Pfarrgeistlichen, die katholischen Kinder, welche das Monopol etwa noch zurückzuhalten sucht, nachdem ihr es mit dem Zeichen eures unauslöschlihen Fluches gebrandmarfkt habt, zum ersten Abendmahle zu dem Osterfeste der Christenheit zuzulassen, Die be- redtesten Organe der Universität haben uns gesagt, daß sie die geistlichen Körperschaften und die Priester haßt, welche sih der Erziehung widmen, Die ganze Welt weiß, daß sie dieselben verachtet. Nun denn, sci es darum. Aber die Universität soll wenigstens feine Priester mehr haben, nit einen einzigen !“

„D wie groß wird in der Etinnerung und für die Dankbarkeit der fatholischen Nationen der Tag sein, wo das Zucken eures Schwertes das Monopol getödtet und Frankreich von jener moralischen Pest befreit hat! Und was wird aus dem Monopole werden, wenn ihr es in den Kreis eures Zornes und eurer Gerechtigkeit einschließt? Was wird aus ihm werden, wenn ihr es mit seinem Atheismus allein laßt 2“

Nach einem beredten, aber gemäßigten Requisitoriuum des Ge= neral-Prokurators Hebert und einer ziemlich {wachen Vertheidigung durch einen jungen und bisher ganz unbekannten Advokaten, Herrn de Riencé, wurde der Abbé Combalot durh die Geschworenen der drei ersten Anklagepunkte für schuldig erklärt und von dem Gerichts= hofe zu vierzehntägiger Gefängniß = und 4000 Franken Geldstrafe verurtheilt,

Grossbritanien und Irland.

Oberhaus. Situ ng vom 5. März. Der Graf Devon gab heute einige Erklärungen über die Arbeiten der unter seiner Lei= tung beschäftigten Kommission zur Untersuchung der Pachtverhältnisse in Jrland, als der Marquis von Clanricarde Näheres darüber zu wissen verlangte und die Fähigkeit - der Kommission, die bestehenden Uebelstände in Jrland zu beseitigen, starf bezweifelte; der Marquis hob namentlich hervor, daß die Kommission , so wie sie jeßt gebildet sei, niht im Stande wäre, \ich der hauptsächlihsten Untersuchung, nämlich der des allgemeinen Geseßes, welhem in Jrland das Grund-= Eigenthum unterworfen sei, zu unterziehen. Graf Devon: Die Kommission habe nichts mit der Prüfung des allgemeinen Grund-=Eigen= thum - Geseßes in Jrland zu thunz die Kommission sei beauftragt, das Zwiehalten von Windereien in Jrland zu untersuchen, und \o könnte es wohl fommen, oder dürfte nöthig werden, daß sie eine genaue Durchsicht aller Gesetze vornehme, welche auf die Verhältnisse zwischen Grundherren und Pächtern sich bezögen. Dies wäre ein hinlänglih weites Feldz aber es sei doch nur klein in Betracht einer Untersuhung des ganzen Eigenthums-Geseßes in Jrland. Der Lord gab das Verfahren an, welches die Kommission zur Ermittelung der bestehenden Verhältnisse beobachtet, enthielt sich indeß aller weiteren Aufklärungen über die shwebenden Arbeiten der Komnission, :

Im Unterhause entspann sih eine längere Debatte über einen Antrag des Herrn Williams, daß das Haus nach Mitternacht keine Diskussion über einen bekämpften Antrag mehr zulassen solle. Er habe oft gesehen, wie in dieser Zeit ganze Bänke, namentlich die der anderen Seite (der ministeriellen) fes eingeshlafen wären, und daß zuweilen zu fo später Zeit Mitglieder sich eingefunden hätten, die nicht in der gehörigen Geistes - Verfassung gewesen wären, an einer ernsten Berathung Theil zu nehmen. Der Redner beklagte dann noch die Vershwendung der Zeit mit unnüßem Gerede und wollte der Regierung daraus einen Vorwurf machen z seine desfallsigen Bemer- kungen wurden indeß durch wiederholtes ironisches Gelächter hinläng-= lih widerlegt. Nach einigen Bemerkungen des Herrn Goulburn, des Schaß-Kanzlers, wurde der Antrag mit 146 gegen 16 Stimmen verworfen. Das Haus vertagte sih bald darauf.

London, 6. März. Auf einen Antrag von Hume hat das Unterhaus sich eine amtliche Zusammenstellung aller eingeschriebenen Stimmberechtigten für Parlamentêwahlen in England und Schottland vorlegen lassen, woraus sich ergiebt, daß es während des Jahres 1842—43 in England für die Grafschaften 479,530, für die Ort- schaften 328,686, in Wales für die Grafschaften 38,657, für die

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| Ortschaften 9665, in Schottland für die Grafschaften 48,820, für die Ortschaften 36,424, zusammen also in Großbritanien für eine

Zevölferung von 18 Millionen: 941,782, oder - oder 5? pCt, Witte Gin Unter den 479,530 Grafschaftêwählern in England befan= den sich 312,873 Grundeigenthümer, 26,275 Erbpächter, 22,722 Zeit- pächter, 106,736 Jnhaber für wenigstens 50 Pfd. St., 1686 Verwalter, 1996 Amts=Junhaber 2c., unter den 38,057 Grafschafts-Wählern in Wales 21,580 Grund - Eigenthümer, 29,255 Juhaber für wenigstens 50 Pfd. St., 6450 Zeitpächter, in Schottlaud unter den 48,820 Grafschafts-Wählern 18,126 Eigenthümer, 2679 Leibrentner, 23,853 Zeitpächter 2c. Jn England befanden sich unter den 328,686 Ort- \hafts-Wählern 244,066 Familienväter mit wenigstens 10 Pfd. St. Wohnungs = Miethwerth, 52,161 Bürger und Junungsglieder, 6187 Grundbesißer, 82,127 Steuer -Umleger 2c. ; unter den 9665 Ort- shafts-Wählern in Wales 6068 Familienväter mit wenigstens 10 Pfd. St. Wohnungs - Miethwerth und 2581 Bürger, unter den 30,424 Ortschafts-Wählern íîn Schottland 12,012 Eigenthümer, 22,663 Be- wohner, 295 Leibrentner 2c.

© London, 5. März. Die Regierung Englands ist gegen- wärtig eifrig bemüht, ihre Land - und Seemacht zu verstärken, viel- leiht in der Absicht, stets die Mittel in Händen zu haben, das aller- Bull Besorgniß erregende, stillglimmende Feuer in Jrland bei seinem

ufflaern sofort zu unterdrücken, Das diesjährige Budget für die Kandmacht ergiebt, daß die Anzahl der regelmäßigen Truppen bis ziber 102,000 vermehrt worden ist, so daß mit Einschluß der militgirisch rganisirten Polizei und der in den Dienst zurücberufenen Veteranen an 70,000 Mann entweder wirklich unter den Waffen sich befinden oder jeden

lugenblick gestellt werdeu fönnenz -— für England ein sehr starkes Heer.

abei nimmt die Thätigkeit in den Schiffswerften immer zuz; überall aut man Kriegsfahrzeuge, und zwar von der größten Gattung, besonders Dampfschiffe. Jn Bezug auf diese werden endlose Ver Dle gemacht, um Raum und Schnelligkeit zu gewinnen, leßtere be

\nders auh durch die Verbesserung der Schraube, welche als unter dem Wasser befindlih, auch so viel geshüßter is als Räder, Wie ih höre, sollen au in allen Königlichen Dampfschiffen Röhren statt der Dampfkessel eingeführt werden. Ju dem neuen Schiff der Königin hat man durch diese Veränderung Naum für 60 Tonnen mehr Koh- len gewonnen, Jede Erfindung und jede sein sollende Verbesserung in Munition und Kriegêmaschinen wird eifrig erprobt. So hieß es z, B, das shweizerishe Pulver sei besser als das unsrige und vorige Woche wurde eine Probe darüber angestellt, Hier zeigte sih jedoh, daß während zwei Unzen von unserem eine 68pfündige Kugel 308 Fuß weit shleuderte, eben so viel von jenem Pulver dieselbe nur 224 Fuß weit trieb. So nothwendig aber auch alle diese Vorbereitungen sein mögen, um zu gleicher Zeit innere. und äußere Feinde im Zaum zu halten, \o kaun die Regierung doch auf feinen Fall auf die Dauer darauf bauen, damit Jrland verwalten zu können, ja, ih bin gewiß, Peel würde es verschmähen, wenn er es auch könnte.

Im Parlameute is man in der lebten Woche ziemlich still gewesen ; aber man wird bald wieder an einander gerathen, wenn die Frage über das Korngeseß in Anregung kömmt. Außerhalb des Parla- ments sind beide Leagues zwar thätigz ohne daß die Anti-league es doch verhindern könnte, daß die League immer mehr Boden gewinnt. Das einzige wahre Mittel, den Fabrikanten zu begegnen, wäre, eine weit größere Anzahl Feldarbeiter anzustellen und dieselben alle besser zu bezahlen. Ein weit größerer Ertrag des Bodens, Ersparniß an Armensteuern, Erhöhung des Taglohns im ganzen Lande, Zufrieden= stellung der arbeitenden Klassen und noch mehr Absaz von Fabrik- Erzeugnissen würden die wahrscheinlihen Folgen hiervon sein. Aber zu dieser Einsicht sind unsere Grundbesißer noch nit gelangt.

Uiederlande.

Aus dem Haag, 8. Febr. Die erste Kammer der General= staaten hat in der vorgestrigen Sibung auch den Geseß-Entwurf zur Regulirung der Forderung des verstorbenen Königs und den, welcher die Regierung ermächtigt, einen Theil der Summe zurüczuzahlen, die der Staat der Handels-Maatschappy schuldet, angenommen,

0er oe

Brüssel, 8, März. Die Repräsentanten-Kammer hat in ihrer gestrigen Sibung den ersten und zweiten Artikel des ihr vorgelegten Geseß-Entwurfes über die Konvertirung der Iproc. belgischen Anleihe von 100,800,000 Fr. aus dem Jahre 1831 und der Lon 1,481,481 Gr. aus dem Jahre 1829 einstimmig angenommen, Der erste Ar= tifel autorisirt die Regierung, die noch nicht getilgten Obligationen jener beiden Anleihen al pari einzulösen, und der zweite Artifel stellt es den Juhabern solher Obligationen anheim, statt dessen die Um- wandlung derselben al pari in 44 proc. Obligationen zu verlangen,

fommen damit einverstanden gewesen; alle Staaten, hatte sie ge= sagt, bedienten sich dieses Konvertirungs = Rechts, und wenn man es in Frankreih bestritten habe, so sei dies aus ganz exceptionellen Gründen geschehen, die für Belgien keine Gültigkeit hätten. Auch zeitgemäß schien ihr die Maßregel, da die Welt sich jeßt eines tiefen Friedens erfreue, dessen Störung wohl so bald nicht zu besorgen sei; überall habe die Entwickelung des öffentlichen Kredits rasche Fortschritte gemacht; Preußen, Dänemark, Neapel hätten ihren Zinsfuß noch bedeutend mehr herabgeseßt, als Belgien es mit Híu= sicht auf die obigen Anleihen thun wolle; auf allen großen Finanz- märkten sei Ueberfluß an Geld und der Diskonto sehr mäßig. Bel- gien müsse daher ebenfalls muthig einen ersten Schritt auf dieser neuen Bahn thun, die es schon längst hätte betreten sollen.

9.Pa Nie U

Madrid, 28. Febr. Ein Dekret der Königin verfügt, daß das Regiment der Jäger „Jsabella's Il,“ seinen früheren Namen, Jäger der „Königin = Regentin“, wieder annehme. Dasselbe Dekret überträgt auf die Königin Mutter neuerdings die Oberstenwürde dieses Regiments,

Ein heute veröffentlichtes Cirkular des Ministers des Jnuern be= fichlt die Errichtung von Gendarmerie - Corps in sämmtlichen Pro- vinzen des Reichs. Die Regierung Jhrer Majestät hat die Bildung folher Corps für dienlich erachtet zur Aufrechthaltung der Ordnung und Sicherheit des spanischen Volks und zur Verhinderung jeder Rebellion von Seiten der Feinde der Nation. Das nämliche Cirku= lar verfügt, daß jedes Judividuum, welches bei einer Verleßung der öffentlihen Ordnung auf frischer That ergriffen werde, mit seinen Mitschuldigen von einer Militair=-Kommission abgeurtheilt werden solle.

Man spricht von demnächstiger Veröffentlichung eines Dekretes für Zurückberufung der Mönche aller Orden nah Spanien. Zum ersten Male seit Aufhebung der Klöster i} jeßt wieder dur einen Erlaß der Königin die Entrichtung des Zehnten für die firchlichen Kosten während der heiligen Woche angeordnet worden. Es heißt sogar, es würden deu im Jahre 1834 vertriebenen Mönchen ihre Güter wieder zurückgegeben werden. Ein Dekret des politischen Chefs von Madrid befiehlt, ebenfalls wieder zum ersten Mal seit 1834, den Theatern und anderen Belustigungs-Orten, an jedem Freitage in der &Fastenzeit geschlossen zu bleiben. Eine Ordonnanz des Mínisters des Innern bestimmt, daß auf Befehl der Königin in allen Diözesen die Zahl der Priester sofort vermehrt werden solle. Die Provinzial= Journale sind angefüllt mit Berichten der freigebigen Handlungen der Königin und der Regierung gegen die Nonnen.

ZU Carthagena und Alicante ist alles uo in derselben Lage. Vor Alicante is ein französisches Kriegsdampfboot angekommen,

Portugal.

A Lissabon, 25. Febr. Der Antrag des Ministeriums an die beiden Kammern, am 2lsten, die ihm am 7ten d. gewährten außer= ordentlichen Vollmachten noch bis zum 31. März zu verläugern, hat eine ziemlich lebhafte Debatte veranlaßt, die zwei Tage dauerte, und wobei es an heftigen Angriffen der Opposition nicht fehlte. Aver am 22sten wurde endlich der Antrag angenommen, und noch an dem nämlichen Tage mit der Sanction der Königin versehen, im Diario do Governo zur öffentlichen Kenntniß gebracht. Sobald das Mi nisterium wieder mit der außerordentlichen Gewalt ausgeriüftet war, wurde aufs Neue die Suspension der Kammersißungen ausgesprochen, Vorgestern verlasen die Präsidenten beider Kammern in denselben das nachstehende Königl. Dekret :

„Jn Anwendung der Befugniß, welche Mir dur Art. 70 §. 4 der constitutionellen Charte gewährt ist, und nah Anhörung des Staats-Raths, habe Jh beschlossen, die, allgemcinen Cortes der portugiesischen Nation bis zum nächsten 22, April zu prorogiren, i

Gegeben im Palaste Necessidades, am 23. Februar 1844.

E 5 (Gez) Jch, die Königin.“

Jh habe in Bezug auf den Stand der Dinge auf dem Schau= plaße des Aufstandes nihts Neues zu melden. Die beiden Parteien, sowohl die aufgestandenen Soldaten, als die Truppen, welche zu ihrer Verfolgung abgeschickt sind, scheinen vou Lethargie befallen, kein Theil greift den anderen an, Alle sind, wie es scheint, mehr oder minder feuersheu, und so wird der Aufstand wohl durchaus sehr unblutig zu Ende gehen, Hier und in Porto, wie in allen bedeutenden Städten des Landes, herrsht Ruhe. Herr Olozaga ist noh hier im Hause des englishen Gesandtschafts - Secretairs Herrn Southern. Von da aus schrieb er an den Civil - Gouverneur von Lissabon, Herrn Jose Cabral, einen Brief, worin er denselben um Auslieferung seiner Esfek= ten ersuhte. Der Civil-Gouverneur ließ ih aber nicht zu einer direkten Antwort herbei, sondern dem Herrn Olozaga sagen, erst dann, wenn er sih einschiffen werde, um das Köuigreich zu verlassen, werde er seinem Gesuche willfahren. Juzwischen ver-

deren Zinsen in Belgien ausgezahlt werden sollen, und würden diese bis zum 1, November 1844 noch den 9Iproc, Zins genießen, Der Finanzminister erklärte bei dieser Gelegenheit, daß die Argumente, auf welche sich die in französischen Blättern mitge= theilte Petition an Herrn Guizot, welhe um Remonstration gegen die beabsichtigte Konvertirung ersucht, aus bloßen Sophismen beständen und nichts enthielten, was Belgiens Recht, diese Konverti= rung vorzunehmen, in Zweifel stellen könnte. Die Central-Section, welche über den Geseß-Entwurf zu berihten hatte, war auch voll=

wendeten sih auch seine Freunde für ihn, namentlich um Rüdgabe seiner Equipage, die ihm besonders nothwendig war! Herr Olozaga gab zugleich die Zusage, daß er mit dem nächsten englischen Dampf= boote abreisen werde, Herr de Beaulieu, der belgische Geschäftsträger, besonders verwendete sich zu seinen Gunsten und verbürgte si dafür, daß derselbe abreisen würde, wozu er ihm auch cinen Paß ausstellte. Die Rückgabe der sämmtlichen Effekten wurde nun vou der Regierung gewährt, und ein eigener Bevollmächtigter der belgischen Legation nahm dieselben in Empfang, die sofort nah der Wohnung des Herrn

Person des Direktors zeigt absichtlichstes Verkennen der Verhältnisse, und die Frage: „Was soll zuvörderst ein Laie als Juspektor des Unterrichts, von dem er nichts versteht?“ charaftcrisirt den Verfasser. Wie ? ein Offizier von allgemein wissenschaftlicher Bildung und Andere werden nicht berbei- gezogen welcher als Lieutenant lange Zeit zu Nepetitionsstunden, Nach- hülfe u. st. w, verpflichtet war und sich überhaupt wohl fünfundzwanzig Jahre ausschließend in dem Kreise des Kadetten-Corps bewegte, sollie nicht dahin gelangt sein, den Unterricht beurtheilen zu können? Für die Zukunft wäre allerdings wünschenswerth, daß die Commandeure sih auch tlassischer Bildung erfreuten, aber weniger der Ueberwachung des lateinischen Spradh- Unterrichts halber, wofür anderweit gesorgt ist, als um erforderlichenfalls auch auf diesem Felde den Kandidaten-Dünkel beugen zu können,

111, Kurzer Vorschlag zur neuen Formation der Anstalt, Aus den Militair-Erzichungs-Anstalten alle Militairs zu entfernen und durch Theologen oder Philologen zu ersegen, wie der Verfasser vorschlägt, ist ein wahrhaft lächerlicher, der ernsten Widerlegung unwerther Gedanke, Wie es nichts Neues unter der Sonne giebt, sogar keine Thorheit, so findet sich auch die gegenwärtige shon cinmal, indem der bekannte Kriegs - Minister Ludwwig's XVI., Graf Saínt Germain, Aehnliches im Jahre 1776 versuchte; aber die Sache währte fein volles Jahr , und der Minister mußte sie ihrer A rie is Unzweckmäßigkeit halber noch vor seiner Entlassung zurück- neymen.

Wenn die Schrift mit größerer Ausführlichkcit besprochen wurde, als ihr Gehalt verdient, so geshah dies lediglich aus Rücksicht für die große Anzahl derer, die durch ihre Angehörigen bei dem Gegenstande betheiligt sind, und es geschah nicht ohne Sachkenntniß. Deshalb, und weil in unse- ren Tagen eine wahrhaft gemeine Verdächtigungssucht vorwaltet, sei aus- drücklich bemerkt, daß der Verfasser dieser Zeilen mit dem Kadetten-Corps in keinerlei Verbindung steht, und zu seiner Arbeit von feiner Seite ange- regt worden ist,

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Dóbler's optische Nebelbilder.

Hat uns der langsam abziehende Winter auch schon vielc und man- nigfache Genüsse gebracht, so ist uns do für nächsten Donnerstag wiederum ein neuer und höchst interessanter bereitet: Professor Döbler, der hier durch mehrjährigen Aufenthalt im freundlichsten Andenken steht, wird näm- lich am Abende des 14ten im Königsstädtischen Theater zum erstenmale seine sogenannten optischen Nebelbilder zeigen, wie sie in neuester Zeit zu London in der Königlichen Polytechnik unter dem Namen PDissolving views dargestellt worden. Eine neue und anzichende Erfindung, durch konzentrirte Gasflammen - Beleuchtung hervorgebracht und, wie ín allen öffentlichen Blättern gerühmt wird, fa zauberisch in der Wirkung, indem sih turch einen leichten Nebel - Ueberslug jedes Bild in das folgende mit der eigen- thümlichsten Wirkung und Verschmelzung auflöst. Zu Dresden wurden so am 5, März d. J. bei verfinstertem Theater und in beträchtlicher Breite und Höhe von mehr als 24 Fuß nach und nach zwölf solcher Bilder eines aus dem anderen durch Döbler entwickelt. Wie die Leipziger Zeitung erzählt, gestaltete sih dabei aus cinem Wolkenhori- zont die Ansicht des Schlosses und der Stadt Jtri , dieser folgte die von Bebeek, dann der Saal der 500 im Dogenpalaste, die Kirche St. Maria in Cosmedia, eine Sce- Ansicht bei Edinburgh, ein Landhaus bei Adrianopel u, st, w, in der heterogensten Neihenfolge, und bei einigen war Mondbe- leuhtung und Uebergang vom Winter zum Sommer ím Wechsel zu sehen, In Wien haben diese Nebelbilder bekanntlich eine beispiellose Boilation er- regt, und Hammer-Purgstall hat die Wechselbeziehungen zwischen solchen dissolving views und den menschlichen Geschicken, die sih „, dur unsicht- bare göttliche Gewalt“ eins ins andere wandeln, in einigen schönen, an Döbler gerichte:'en Stanzen poctisch gefeiert, R.

Der Js\thmus von Panama.

In der Sizung der geographischen Gesellschaft zu London am 12. Fe- bruar hielt Herr W, Whvelrinht einen Vortrag hi den Jsthmus von

M PEOP A D TAE 2A

Herr Wheelwright kennt das Land sehr genau, da er sich in den legien zwanzig Jahren theils dort aufgehalten, theils es mehrmals besucht hat. Nachdem er die verschiedenen in Vorschlag gebrachten Communications - Lie nien ciner Prüfung unterworfen, giebt er der von Lloyd untersuchten und beschriebenen Linie von Chagres nah Panama entschieden den Vorzug. Segelschiffe können zwar den Chagres-Fluß nicht hinaufgehen, aber Dampf. bôte von 6—700 Tonnen Last können die Barre passiren und den Fluß bis zu seiner Vereinigung mit dem Rio Trinidad zu allen Jahreszeiten hinauf- fahren, Von einer Anhöhe an diesem Punkte sieht man deutlich, daß die von Llovd angegebene Linie ganz frei von zusammenhängenden Höhen ift, und von einer anderen Höhe bei Gorgona am Chagres - Flusse, etwa eine preußische Meile östlih von dieser Linie, erblickt man ebenfalls nur kleine isolirte Hügel. Die Straße von Gorgona nah Panama ist in der trocke- nen Jahreszeit gut, in der Regenzeit zwar morastig, jedoch immer zu pas siren, und ein Omnibus könnte sie befahren, sobald nur die Bäume weg- gehauen sind. Diese Straße geht über die Quellen mehrerer Flüsse, die theils in den Atlantischen, theils in den Großen Ocean fließen, und das Land ist so eben, daß man durchaus keine Scheidung zwischen denselben wahrnehmen kann.

Herr Wheelwright is nun der Meinung, daß, welchen Plan man auch später annehmen möge, zuerst eine Straße so nahe als möglich jener ebencn Linie angelegt werden sollte, um einen unmittelbaren Verkehr zwischen beiden Meeren herzustellen. Die Straße sollte an dem Vereinigungspunkte der beiden Flüsse Trinidad und Chagres beginnen , bis wohin die Dampfböte gehen würden, ohne bei Chagres anzulegen. Dadurch entginge man dem verderblichen Einflusse des Klima's, und der ganze Aufenthalt auf dem Isthmus würde nur wenige Stunden betragen; Waaren könnten auf diese Weise schnell und mit geringen Kosten befördert werden. Treffliches Bau- holz und sehr nügliche Schlingpflanzen giebt es in Mengez Lebensmittel sind wohlfeil und im Ueberfluß; auch der Arbeitslohn ist gering, und Steinkohlen von guter Beschaffenheit kommen von Boca del Toro bis St, David vor, :

L E r

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Panama und die Herstellung einer Verbindung zwischen beiden Meeren,