1844 / 79 p. 3 (Allgemeine Preußische Zeitung) scan diff

¿s je hädli< werden könnte, durh- preise, wekhes Le Ee G ivil aus den hohen Prei= aus eitel un Púchter ind Land-Arbeiter, sondern nur die Spekulanten sen nicht die Porn vom Auslande, z. B. von Danzig, könnte un- Gewinn ögen. für den Quarter gar niht eingebracht werden, e E die Losten einrehne, und das wäre ein hinlänglicher Schuß für r englischen Aerbauer, der den Markt vor der Thüre habe. Alles

3 man jeßt von dem Korn sage, habe man früher von der Wolle

T t, und es gebe jeßt darum nicht weniger Schafe ; ja, als die Wolle den höchsten Preis erreicht hatte, wären die größten Quanti= täten eingeführt worden; als sie am niedrigsten stand, war die Zufuhr am unbedeutendsten. Ein hoher Preis, der aus der Fülle entspringt, sei ein dauernder ; ein hoher Preis aus dem Mangel, habe niemals Bestand. Er glaube nit, daß die Preise sih in Folge des neuen Tarifs niedriger gestellt hätten; man behaupte dies, um den Pächtern Besorgnisse vor einer weiteren Reduction der Einfuhrzölle einzuflößen. Wenn die Pächter aber durch das bestehende Getraidegeseß benah= theiligt würden, so geschehe dies in no< weit höherem Grade mit den Landarbeitern, ihr Arbeitslohn reihe ni<ht hin zu ihrem Lebensunterhalt; es sei am niedrigsten gewesen, als die Korn= reise am höchsten waren; warum? weil die Landrenten der Grundbesißer gesteigert worden wären. Seit 50 Jahren hâät- ten s< die Renten verdreifaht, das Arbeitslohn dagegen um so viel vershle<ter, Vor 150 Jahren z. B. betrug in Gloucestershire das Arbeitslohn 10 Sh. bei einem Weizenpreise von 36 Sh, für den Quarter, während gegenwärtig bei einem Preise von 50 bis 60 Sh. für den Quarter das Arbeitslohn unter 9 Sh. ge= sunken sei. Herr Cobden ließ sih hierauf ausführlih über die Lage der Bevölkerung in den Agrikultur-Bezirken aus, die verhältnißmäßig noch viel mehr zu leiden habe, als die Bevölkerung in den Fabrik= Distrikten. Die unstreitig vielfahèn Uebertreibungen des Antragstel= lers widerlegte der Handels-Minister, Herr Gladstone, in kurzer Rede. Wäre in manchen Orten die Lage der Landbevölkerung so beschaffen, wie sie Herr Cobden geschildert habe, so sei dies als eine Ausnahme von der Regel zu betrachten, da es allbekannt sei, welhe Theilnahme die Grundbesißer für ihre arbeitende Bevölkerung bewiesen; als eine Folge der Getraidegeseße sei aber diese Lage gar nicht anzusehen. Der Minister widerseßte sih sodann dem Antrage, weil er der An- sicht ist, daß die Einseßung eines Spezial-Comité’s zu den manunich= fachen angegebenen Zwe>en, weit entfernt, Nußen zu schaffen, nur dazu dienen würde, in den Handels= Verkehr Unsicherheit zu bringen und denselben wohl gar völlig zu paralÿsiren.

Nach längerer Debatte, an welcher indeß nur unbedeutendere Redner Theil nahmen, wurde der Antrag mit 224 gegen 133 Stim- men verworfen.

Am Schlusse der Sitzung beantragte Herr Gladstone die Kon-

stituirung des Hauses zu einem Comité, welches die bestehenden Ge= seße über internationale Beshüßung des \chriftstellerishen Eigenthums untersuchen sollte. Das gegenwärtige Geseß vom Jahre 1838 be= zöge \si< nur auf einen Theil der Artikel, welche die Gegenstände des Verlagsrechts sind, und es wären seitdem wesentlihe Veränderungen mit dem Gesehe vorgegangen, in Folge deren Jhre Majestät sich nicht in der Verfassung besände, Conventionen mit remden Mächten hier= über abzuschließen. Dazu wäre aber eine Aussicht vorhanden gewesen, indem Preußen und der Zoll-Verein zu solchen Conventionen sih ge= neigt gezeigt hätten. Er wolle deshalb eine Bill einbringen, wonach die Krone ermächtigt werden sollte, fremden Unterthanen unter ge- wissen Beschränkungen dieselben Privilegien gegen den Nachdruck zu ertheilen, welche britishe Unterthanen genössen. Das Haus bewilligte die Einbringung der Bill, nahdem es si< zum Comité koustituirt hatte. Die Bill erhielt sofort die erste Lesung.

Das Haus vertagte s{< hierauf.

Loudon, 13. März. Gestern Abend fand in dem Covent= garden-Theater ein zu Ehren O’Connell's von der radikalen Partei veranstaltetes Festmahl statt, welhem Herr Duncombe, radikales Par= laments - Mitglied für Finsbury, präsidirte, und unter Anderen auch der Graf Shrewsbury, die Lords Camoys und Dunboyne mit einer roßen Anzahl von Parlaments-Mitgliedern der Whig=- und radikalen Partei beiwohnten. Die Neden, welche dabei gehalten wurden, be- \hränkten si<, wie zu erwarten war, auf Angriffe gegen die Regie= rung wegen „des parteischen Urtheils, dem O’Connell zum Opfer a sei,“ Der Agitator selbst gab in seiner Rede, womit er ür einen ihm ausgebrachten Toast dankte, wiederum einen neuen Beweis seiner Gewandtheit , die Umstände L zu Nußen zu machen und eben durch den ihm gemachten Prozeß seine Popularität in Eng= land zu begründen. Er appellirte an das Gerechtigkeits-Gefühl der Engländer, an den denselben innewohnenden Trieb, die Unverleblich= eit der Jury-Gerichtsbarkeit aufre<t zu erhalten, und suchte dann zu beweisen, daß sein Prozeß eben gegen dics tief im Nationalgefühl der Engländer wurzelnde Prinzip verde, indem ihm nicht, was man so nennt, ein fair play geworden sei, „O, wie glühend muß Zhre Liebe zur Gerechtigkeit sein“, sagte er unter Anderem, „wie beharrlih und streng Jhr Haß gegen jede Tyrannei; wie sehr muß es Jhre Herzen erheben, die Gerechtigkeit ehrlih und un- parteiish gehandhabt zu sehen, wenn Sie mit \o innigem Gefühle wie heute Abend es kundgeben, wie jede Parteilichkeit in der Aus= übung der Justiz Jhnen auf das tiefste verhaßt ist! Welchen Anspru<h kann i< auf Ihre Güte und Jhre Unterstüßung er= heben? Nur den, daß Sie mih als ein Opfer der Ungerech= tigkeit ansehen, daß Sie glauben, das Geseh fei in meiner Per= son verleßt worden, daß diejenigen, welhe die Gewalt be- siven, diese Gewalt im Geiste der Ungerechtigkeit geübt haben, und Jhr Rechtsgefühl lehrt Sie, dieselben zu hassen und zu verachten, Ja, Sie sind im Stande, cine Niederlage in einen Sieg zu verwandeln, und die Ueberweisung in Prozesse zu einem Quell, E der Strafe, sondern des Triumphes zu machen. Erfreut bin ich

ber das, was geschehen is, denn es hat mir Gelegenheit gegeben C ih“ sage dies in der vollen Aufrichtigkeit meines Herzens), das d der Theilnahme, welches England für Jrland hegt, zu erkennen, stebe es hat mih, wenn auch nicht wider Willen, doh, ih ge- ne es, mit einiger Schwierigkeit überzeugt, daß ein höherer vöha die Massen, die Mittelklasse und den besseren Theil der

A ren Klasse in Betreff unserer durchdringt, und daß wir geschaffen

wt 2 einiges Volk zu leben und Pen pehen gegen die sen L t Viele Toaste, unter Anderem „das Volk!“ vom Gra-

act Lo Bri! das Geschwornengeriht ohne Betrug, ohne Ver=

j mo uges'“, „die Pre e von Großbritanien und Jrland“

1 trennte ausgebracht, worauf die Versammlung gegen Mitternacht

Der Glob Ing, wo sagt in \einem City - Artikel: „Heute i der erste h - qn eta baa der Nichteinwilligung ia bin Diaa ees diesem Zwe L erabsepun der 33proz. Renten in die zu s werden E gen Eng and offen liegenden Bücher ein= Inh , die auf l glaubt, daß die Zahl der Renten= 1d, da die E ihres Mala bestehen, sehr klein sein falls auf 101 bis 102 pern Werth der fraglichen Renten jeden- p 10 da AO V putc Bs tinter Bes

e Ub Le eu

- obgleich die be eutenbsien Rentenbesiher {2 Eniee

noch Niemand seínen Namen gegen den Regierungsplan eingeschrie- ben. Die Bücher werden bis zum 23sten offen liegen.‘ Die Times meint, Niemand werde so thöriht sein, vom Schaß-Kanzler 100 Pfd. zu begehren, während er an der Börse 25 Prozent mehr haben könne.

Belgien.

Brüssel, 4. März. Jn der gestrigen Sihung der Repräsen- tanten - Kammer legte Herr de la Coste den Bericht der Central= Section über den die Universitäts-Prüfungs-Kommissionen betreffen=- den Geseß=Entwurf vor. Der Entwurf besteht nur aus zwei Artikeln ; der erste bestimmt, daß die Artikel 41 und 42 des Geseßes vom 27. September 1835 dur< neue Bestimmungen erseßt werden sollen, denen zufolge jede Prüfungs - Kommission künftig aus 7 Mit= gliedern bestehen würde, von denen 2 von der Kammer, 2 vom Senat und 3 von der Regierung zu ernennen wären, Jede dieser drei Gewalten soll au< einen Stellvertreter wählen, Von den Mitgliedern der Kommission soll alljährlich ein Theil dur<hs Loos ausscheiden. Wer zwei Jahre Mitglied gewesen ist, soll für das folgende Jahr nicht wieder erwählt werden dürfen. Die Central-Section stimmt dafür, daß jede Wissenschaft in der Kommission vertreten sein müsse, aber nicht, daß jede Universität einen Rechtsanspruh auf solhe Vertretung habe. Vor Festseßung des Disfussionstages für diesen Geseß -= Entwurf wünschte ‘Herr de Haerne zu wissen, was an den Gerüchten sei, welche ver- schiedene Blätter über bevorstehende Veränderungen im Kabinet und über eine beabsichtigte Auflösung der Kammer verbreitet worden, wodurch große Beunruhigung im Lande entstanden sei, besonders da nah Ostern die wichtigsten Handelsfragen zur Erörterung kommen sollten. Der Finanzuninister erwiederte, dies seien leere Gerüchte, mit denen das Ministerium nichts zu fhafffen habe. Der Tag der Diskussion des Gesebes über die Prüfungs-Kommissionen soll übrigens erst bestimmt werden, wenn der Bericht der Central-Section ge= druckt sein wird,

Schweden und Vorwegen.

Stockholnr, 8. März. Die Stats=-Tidning zeigt das am heutigen Tage erfolgte Ableben Sr. Majestät des Königs Karl Johann mit folgenden Worten an:

„Der Großmächtigste König von Schweden, Norwegen, der Gothen und Wenden, Karl XIV. Johann, ents{<hlummerte nach einer langwierigen Krankheit ruhig und still heute, Freitag, den Sten März, um 37 Uhr Nachmittags, zur größten Betrübniß unsercs jeßt regierenden Allergnädigsten Königs, Jhrer Majestät der Königin, Jhrer Majestät der verwittweten Königin, Jhrer Königlichen Hohei= ten des Kronprinzen, der Erbprinzen und der Königlichen Prinzessin und aller treuen Unterthanen. Unser jeßt regierender König, Oskar, König von Schweden, Norwegen, der Gothen und Wenden, ertheilte und unterzeichnete sogleich im Staats - Rathe scine Königliche Ver= sicherung (Konunga-försäkran), worauf der Staats-Rath, die Ge= neralität, der Hof, die gegenwärtigen Regiments = Chefs und Stäbe, der Justiz =Rath, - Präsidenten und Landes = Hauptleute und mehrere E vor Sr. Majestät ihren Treu- und Huldigungs =- Eid lei-

eten.“ Die lehten Bülletins über den Zustand des verstorbenen Königs während der leßten Tage lauten folgendermaßen :

„Den 6. März 1 Uhr Nachmittags. Se. Majestät, welche gestern Nachmittag, nach der im legten Bülletin. erwähnten Ohnmacht, matt und ohne Appetit waren, haben diese Nacht einigermaßen guten Schlaf gehabt und am. Morgen einige Nahruug zu si< genommen. Se. Majestät leideu, nicht an shweren Schmerzen und sind völlig fieberfrei; allein die Kräfte scheinen “eher ab- als zuzunehmen. Eine Drüseuges<wulst ist unter dem reten Ohre entstanden. Fuß und Bein sind in dem vorigen Zustande.

Den 7, März. Der Zustand Sr. Majestät hat si<h in den leßten 24 Stunden verschlimmert, Die Kräfte sinken und in Folge dessen ist die Unruhe, welche si< vorher, besonders zur Nachtzeit, ein= gestellt, in ein ununterbrochenes Phantasiren übergegangen. (Jn Folge dieses Bülletins wurden Fürbitten in der Königl. Schloß-Ka- pelle angeordnet und im Beisein der höchsten Beamten am 7ten und heute gehalten, auh die Schauspiele eingestellt.)

Den 8 März, 8 Uhr Vormittags. Se. Majestät, welche gestern Nachmittag und während der ersten Hälfte der Nacht, nur mit kurzen Zwischenstunden von Schlummer, mit zunehmender Kraftlosigkeit und hinzugekommener Schwierigkeit zu \{hlu>en, phanta- sirte, fiel gegen 2 Uhr Morgens in Bewukßtlosigkeit , die noch fort= währt. Die Hautwärme is natürlich, aber das Athmeu etwas schwer. a / Uhr Nachmittags. Der Zustand des Königs is unver= ändert.

37 Uhr Nachmittags. Der König befand sich, wie cs schien, ohne Schmerzen, in einem stillen Todes\schlaf von 2 Uhr heute Mor= gen bis 35 Uhr Nachmittags, da sein theures Leben erlosch.

Se. Majestät der König Oskar k. hat nachstehende Bekannt= machung in Bezug auf seinen Regierungs-Antritt erlassen :

„Wir Oskar 1., von Gottes Gnaden König von Schweden, Norwegen, der Gothen und Wenden, entbieten eu< Sämmtlichen, Unseren treuen Unterthanen, ‘welhe in Schweden angesessen sind und wohnen, Unsere besondere Gewogenheit, gnädige Geneigtheit und gün-= stigen Willen mit Gott dem Allmächtigen. Mit diesem Unseren ersten Königlichen Gruß an euch ergeht eine Botschaft der Trauer über das Land Schweden. Unser Höchstgeliebter Herr Vater, König von Schwe-= den, Norwegen, der Gothen und Wenden, Karl XIV, Johann, hat Seine irdische Laufbahn vollendet, Von dem ehrenvollen Plaße, wo Er als König während mehr als einem Viertel-Jahrhundert mit un= verminderter Kraft eure Freiheit und Rechte vertheidigte und unauf- hörlich über das Wohl des Landes wachte, is Er durch den Tod in eine bessere Welt verseßt, um dort die ewige Belohnung zu genießen während die Annalen aller Zeiten die denkwürdigen Thaten und die großen Eigenschaften verkünden werden, welhe Jhn auf zwei Throne erhoben und Ihm die Liebe und- Dankbarkeit zweier dur<h Jhn ver- einigten Völker erwarben,

„Wir haben jebt die vereinigten Throne von Schweden und Nor= wegen bestiegen und werden die beiden Reiche nah den Grundgesepßen und den im Jahre 1815 von den Reichsständen Schwedens und dem Storthing Norwegens festgestellten Reihs-Akten regieren; und haben Wir hierdurch die Königliche Versicherung, welhe nah dem Reichstags- Beschlusse von 1810 festgeseßt is, abgegeben.

„Den Beschluß der Vorsehung ehrend und Jhren mächtigen Bei= stand anflehend, fühlen Wir in Unserem bitteren Schmerz den beru- higenden Trost, daß, indem Wir stets Uns bemühen werden, Unsere Königlichen Pflichten zu erfüllen, eure treue Liebe von eurem jeht ge- schiedenen König auf Uns übergegangen, Unsere Regierung stark und glü>lih machen wird, Wir verbleiben eu< Allen mit Königlicher Gunst und Sni aat zugethan und befehlen eu<h Gott dem Allmäcti= gen! Gegeben auf dem Schlosse in Sto>holm, den 8. März 1844,

Oskar.“ Morgen Sonnabend um 11 Uhr wird in der Königlichen Schloß-

Kapelle Trauer =- Gottesdienst wegen des Hi id E Karl XIV, Johann stattfinden, g Hinscheidens des Königs

—_ p ———

Handels- und Börsen - Uachrichten.

Berlin, 18. März, Die Umsäge an heutiger Börse waren sehr be- schränkt, und die Course der meisten Effekten etwas matter. Von Oester- reichischen Effekten erhielten sich Mailänder beliebt, dagegen waren Gloggniper wieder stark offerirt.

Magdeburg, 15, März. Höchster und niedrigster Getraide-Marktpreis

Gerste: 30 29 Rthlr. Hafer: 20 18

pro Wispel:

Weizen: 49 40 Riblr, Roggen : 36 335

Köln, 13. März. (H, O.) Nüböl effekt, 28%, pr, Mai 27k, pr. Oft. 29%, gereinigt. 30 Nibie, ) B A N V

Paris, 13, Män.

London, 11. März,

gleichwohl war sie nur mäßigz die B feuchte Witterung sehr gelitten, und solche © während tro>ecne Particen die Montags-Preise bedun fremden Weizen war es sehr still zu den Preisen der vorigen von Bondwaaren is uns kein Abschluß bekannt gew nah Weizen , frei an Bord, is im Zunehmen, die Käu geneigt, die bestehenden Preise anzulegen. ¿Feine Malzgerste geht \chleppend ab, un Sorten sind 14 Sh. billiger.

begeben.

B e

Fonds. 8

St. Schbuld-Sch.

Pr. Engl. Obl. 30. - Präm Schb.d.Seeb, Kur- u, Neumärk, |

Scbuldverschr. 35

Berl. Stadt-Obl,

Danz. do. in Th. Westpr. Psandbr. Grossb. Pos, do. |<

do. do. Ostpr. Pfandbr, Pom. do,

Kur- u. Neum. do. 3

Schles1ische do. [3 5 |

Gold al marco, |

Friedricbsd'or.

And.Gldm.à 5 Th.

Disconto,

Amsterdam, 14, Febr. 3% do. 36 T7

5% Span, 21 B-, Oesterr. 1095.

Sch. —. Pol. —. Antwerpen, 13. März. Frankfurt a. M., 15. März.

obne Div, p. ult. 2022. Bayr. Bank-Actien 692 6.

lut. 974. Poln. 300 Fl. 955 G. Hamburg, IG. März. P aris, 13. März. 5% Rente fin cour. 122. 30. 3% Rente fin cour. $3, 10,

5% Neapl. au compt, 102, 50. 14, März. de 1839 132%.

Wien,

Anl. de 1834 150. 1107. Mail. 109%. Livorn. L015. Pesth. 1067.

Berichtigung. Jn dcm gestr, berliner Börsen-Bericht soll es in der 23sten Zeile dieses Artikels heißen: „Für erstere is die Theilnahme immer nur unbedeutend gewesen, für lehtere indeß so allgemein als nur möglich. Jun dem Zeitraume von 1826 bis 1830, wo das Börsenspiel u. #. w.“

Ge 2 i

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P 1-H

C 2| 1 E | | 101

90

100 101 48

100% | | 1052 | 1602

103 101 101

ICOA |

Brl. Pots. Kisenb.| $ | do. do. Prior. Obl.| 4 | Mgd. Lpz. Eisenb./| _— do. do. Prior. Obl. 4 | Brl, Aub. Eisenb.|—| do, do. Prior. Obl. 4 | Düss. Elb. Eiseub.| 5 | do. do. Prior. Obl. Rbein. Eisenb, do. do. Prior. Obl, do, v.Staat garant. « Brl, Frankf. Eisb,| do, do. Prior. Obl. Ob.-Scbles. Eisb. do.Lt.B. v. eingez. B.-St.E.Lt. A u.B ¿[Magd.-Halbst, E. BresI- Schweidn.- Freibg.Eisenb,

| Goar

_—

do. 500 FI. 997. Bank-Actien 1670 Br.

5% Span. Rente 34. 5% Met. 1117. 4% 1002. Bank-Actien —.

7 l ) Bei Eröffnung der Börse verbreitete man das Gerücht, die Regierung verzichte auf den Bau der Eisenbahn-Linien dur den Staat und habe beschlossen, dieselben an Privat-Gesellschasten zu über- lassen. Jn Folge dieses Gerüchts waren die französischen Nenten sehr be- liebt, die Eisenbahn-Actien dagegen allgemein shwach und angeboten.

z (B. H.) Getraide - Markt. wir von Weizen eine bessere Zufuhr, als in der vorigen Woche, bekommen, eschaffenheit des Korns haite durch die ualitäten waren wohlfeiler, gen haben. Mit freiem Woche, und Der Begehr fer sind aber nicht

Aus Essex haben

orden.

d die Preise von geringen . Gelbe Erbscn sowohl, wie braune und graue, gehen ohne wesentlihe Veränderung abz; auch mit Bohnen is es beim Alten geblieben, Hafer is zu den Preisen der vorigen Woche nicht coulant zu

Börse. Den 18, März 1844.

Pr. Cour. Brief. | Geld.

Pr. Cour. Brief. | Geld. | Gem,

1693 195 155

965 |

98%

153 1261

117% 120%;

126

Auswärtige Börsen. Niederl. wirkl. Sch. 57 de: Pass. 6%. Ausg. —. 4% Russ. Mope 917. Neue Aul. 215. 5% Met. 114 6. Hope 914 6. do. 200 Fl. 325 G. Engl. Russ. 1137.

Bank - Actien 2021. Stiegl. 90% 6.

Pass. 65. 3% TT5. Nordb, 145.

5% do. 1004.

Ziusl. 75-

Dienstag, 19.

Königliche Schauspiele.

Dienstag, 19. März. Die Hugenotten, Oper in 5 Abth., nah dem Französischen des Scribe, überseßt von Castelli. Königl. General - Musik - Direktor und Hof - Kapellmeister Meyerbeer. Ballets von dem Königl. Balletmeister Hoguet. Devrient: Valentine, als Gastrolle.)

Anfang halb 6 Uhr,

Preise der Plätze: des ersten Ranges 1 Rthlr. 10 Sgr. 2c.

Zu dieser Vorstellung bleiben die bereits gekauften, mit Freitag bezeichneten Billets gültig, und werden die dazu noch zu verkaufen= den Billets ebenfalls mit Freitag bezeichnet sein.

Jm Konzertsaale: 1) Dieu vous bénisse, vaudeville en 1 acle, par Mr, Ancelot.. 2) Nanon, Ninon et Maintenon, vaudeville en 3 actes, par MM. Théaulon et Dartois. :

Mittwoch, 20, März. Othello, der Mohr von Venedig. Döring : Jago, als Gastrolle.)

Donnerstag, 21. vor Autritt seiner Url zum leßtenmale auftreten.)

Königsstä März.

optischen Nebelbildern,

Polytechnik zu London un zeigt worden, und zwar: 1) in der europäishen Türkei. zu Venedig.

Dogenpallast beleuchtung).

firhe in Mainz. : 9) Stolzenfels am Rhein. Insel in China, 41 | 12) Ein Segelschiff bei Der Lügner und sein Sohn. nah Spanien.

11) Undliche Ansi

Posse in 2 Akten. Mittwoch, 20, März. erstenmale in dieser Sc 2 Atti, Musica del aus Rom, neu enga male auftreten.)

optischen Nebelbildern.

Verantwortlicher ‘Redacteur Dr. J, W, Zinkeisen, Gedru>t in der De>kerschen Geheimen Ober - Hofbuchdruerei.

Die Bernsteinhexe.

März. agubsreise in der Rolle des Amts =- Hauptmanns

dtisches Theater.

Vorstellung von Professor Döbler's wie sie in neuester Zeit in der Königlichen ter dem Namen: PDissolving Views g 1) Das Pantheon in Rom. 2) Joannina 3) Der Saal der Fünfhundert im ia in der europäischen Schottland (bei Mond= Das Junere der Haupt= er Hof-Kirhe in München. Kin-shan, oder: Die goldene <t bei Winter- und Sommerzeit. Mondbeleuchtung. Und: Eine Reise

nische Opern-Vorstellung.) Zum Opera buffa in (Sgr. Luigi Donati, irtes Mitglied, wird als Nemorino zum ersten- orstellung von Professor Döbler's

4) Parga- Alban Türkei. 5) Eine Sceeansicht bei Edinburg in 6) Das Forum in Rom. 7 8) Das Junnere d

Posse in 1 Akt,

L’'Elisir d’amore. aestro Douizelti,

ierauf:

Musik von dem

(Mad. Schröder=

Ein Billet zum Balkon oder einer Loge

(Herr Rott wird

am Ö A A E E T E E R E E B E"

Beilage zur A

Inhalt.

Juland. Oppeln. Einführung der breiten Wagenspur in Schlesien.

Deutsche Bundesstaaten. Königreich Sachsen. Dic neue Jn- struction für die Censoren. Sach sen-Koburg-Gotha. Schnepfen- thal. Feier des sc<;igjährigen Bestehens der Erziehungs - Anstalt. Holstein. Altona. Enthalisamkeiis - Verein. Freie Städte. Sa LIMeN a. M, Beschränkung des Branntweintrinkens bei dem Linién- Militair.

Großbritauieu und Frlaud. London. Die Presbytcrianer in Jr- land in Aufregung über die Ungültigkeit gemischter von presbyterignischen Geistlichen eingesegneten Ehen,

Italien, Turin. Widerlegung der Nachricht von dem schiehten Zu- stande der Flotte.

Türkei. Konstantinopel. Die Nenegaten-Frage. Die Verhält- nisse zwischen der Pforte und Frankreich. Die Ernennung eines grie- chischen Konsuls in Serbien. Polizei-Reform. Ausweisung aller erwerbloscn Personen.

Eisenbahnen. Elberfeld. Bergisch - Märkische Bahn. Leipzig. Sächsisch-Bayerische Bahn. Briefe aus Dresden. (Dresden-Prager Due) rer 089 Paris, (Das Journal des Débats und die Eisen-

ahnen.)

Handels- und Börsen-Nachrichten. Stettin. Marktbericht.

Iu

Oppeln, 12. März. Nach $. 3 der Allerhöchsten Verordnung vom 7. April 1838 (Geseß-Sammlung sür 1838 S. 258 f.) läuft in diesem Frühjahre die sehsjährige Frist ab, nah welcher die Ein- Ins des breiten Wagengeleises in der Provinz Schlesien geschehen sein soll, Die hiesige Königliche Regierung macht in dem heutigen Amtsblatte die Bewohner unsercs Verwaltungs - Bezirks auf den nahen Ablauf dieser Frist aufmerksam, damit dieselben sih vor Con- traventionen gegen die Bestimmung der Eingangs erwähnten Aller- höchsten Verordnung hüten.

Nusland.

Deutsche Bundesstaaten.

X Königreich Sachsen. Mit dem 1. Mai tritt im Kö- nigreih Sachsen das unter dem 5. Februar d. J. gegebene, in diesen Blättern son mitgetheilte Geseb, einige provisorische Bestimmungen über die Angelegenheiten der Presse betreffend, in Wirksamkeit. Zu- gleih ist vom Ministerium des Jnnern eine Zusammenstellung aller nunmehr no< gültigen Bestimmungen über Beaufsichtigung der Presse gegeben und die Justruction der sächsischen Censoren veröffentlicht wor- den, woraus einige Punkte hier Plaß finden mögen :

1) Die Censoren haben die E:laubniß zum Abdrucke nur solchen Schrif- ten zu versagen, deren Veröffentlihung der Staat, entweder vermöge seiner Bundespslichten, oder in Wahrnehmung seiner eigenen Rechte und Juteressen und der daraus enispringenden Pflichten, oder im Sinne des von ihm zu gewährenden Rechtsshußes zu verhindern hat, 2) Schriften und Aussäge, in welchen die Königlich" sächsische Staats - Verwaltung im Ganzen oder in einzelnen Zweigen gewürdigt , erlassene oder noch zu c1lassende Gesetze geprüft, Fehler und Mißgriffe, Mißbräuche und Ungebührnisse in der BVer- waltung aufgede>, Verbesserungen angedeutet oder in Vorscblag gebracht werden, sind um deswillen, weil sie in cinem anderen Sinne, als dem der Regicrung oder einzelner Behörden geschrieben sind, nicht zu verwerfen. Aber ihre Fassung muß anständig und ihre Tendenz wohlmcinend sein. Jnsonderheit darf über das im Königreich Sachsen und den deutschen Bun- desstaaten geseylich bestehende Justitut der Censur nicht in einem herabwürdigen oder aufregenden Tone geschrieben wcrden. 3) Die Censoren haben über- haupt ihre Aufmerksamkcit nicht bloß auf den Junhalt, sondern hauptsächlich au< auf Form und Ton der Behandlung zu richten, Nicht zu gestatten ist der Abdru>k solcher Schriften, einzelner Aufjäße und Stellen, ín welchen cine leidenschastliche und unanständige Sprache herrscht. 5) Allen Schrif- ten, Artikeln und Aufsäßen, welche cinen anderen Vereinigungspunkt für die gesammte deutsche Nation bezwe>en, als den in der Gründung des deutsthen Bundes gegebenen, oder die auf eine demokratische Umgestaltung der Bundes - Verhältnisse hinwirken, muß die Drud> - Erlaubniß verweigert werden. 7) Nachrichten über die Verhandlungen des Bundestags und der con ihm abhängigen Kommissionen sind uur insowcit zuzulassen, als sie auf amtlichen Mittheilungen beruhen, oder aus denjemgen Quellen entlehnt sind, welche den Censoren und den Redactionen der hierländischen politischen Zeitungen amtlich als zuverlässig bezeichnet worden sind. Nachrichten über ständische Verhandlungen andercr deutscher Staaten sind in Zeitungen und periodischen Schriften nur insowcit zuzulassen, als sie aus den öffentlichen Blättern und zur Ocffentlichkeit bestimmten Akten des beireffenden Bundes- staates entlehnt sind und die Quelle angegeben is, aus welcher dergleichen Berichte und Nachrichten geschöpft sind, 8) Nichts darf gedruct werden, was das firhli<h und religiós Heilige hergbwürdigt oder Spannung und gegenseitige Unduldsamkeit unter den verschiedenen Konfessionen aufregt. 12) Eine besonders vorsichtige Behandlung is anzuwenden, bei Zeitun-

en, Zeit - und Flugschriften, insonderheit politischen Inhalts, ingleichen bei

olfs- und Jugendschriften. Am wenigsten ist dagegen die Schreibe-Frei- hcit bei cigentlich gelehrten und wissenschaftlichen Werken zu beschränken, besonders bei denen, welche in ciner nur den Gelehrten und höher Gebil- deten verständlichen Sprache geschrieben sind, so wie bei Schriften, welche si< blos im Gebicte wissenschaftlicher Forschung und ruhiger Erörterung halten. 13) Die Censoren haben, besonders auch in periodi¡chen Blättern, den Abdru> aller solcher Aeußerungen zu hindern, in welchen für sie er- kennbare Jujurien enthaltea sind, und worin Angriffe auf die Persönlichkeit und das Privatleben der Einzelnen vorkommen, Oeffentliche Schuldmah- nungen, es möge nun die Person des Schuldners mehr oder minder deut- lich bezeichnet sein, so wie überhaupt allen solchen Schriften, Artifeln und einzclnen Stellen, în welchen Privat - und persönliche Angelegenheiten auf cine verlepende und kränkende Weise zur Sprache gebracht werden, ist die Druckgenehmigung zu versagen, 14) Jusofern es bei der Beurthei- lung der Zulässigkeit einzelner Aeußerungen auf Bekanntschaft mit solchen thatsächlichen Verhältnissen ankommt, welche ihrer Natur nah den Ge- richts -, Polizci- und anderen Brchörden bekannt sein müsscn, haben die

Censoren diese um Mittheilungen darüber anzugehen. Auch sollen den Cen- soren von Zeit zu Zeit diejenigen Vorgänge im öffentlichen Leben und der Verwaltung mitgetheilt werden, welche ciner Berücksichtigung bei der Censur bedürfen. 15) Die Lensoren haben Ueberschungen nach densclben Grund- säßen wic Originale zu prüfen. Auch dürfen sie sich in ihrem Urtheile nicht dadurch bestimmen lassen, daß zu einer Schrift, welche ihnen ganz oder in einzelnen Stellen zur Censur vorgelegt wird, von einem anderen Censor die Dru>- Erlaubniß ertheilt worden ist, Auch haben sie auf die jetesmaligen Zeitverhältnisse, vermöge deren dieselben Schriften uad einzelnen Aeußerun-

en einer verschicdenen Beurtheilung ihrer Zulässigkeit unterliegen fönnen,

Rücksicht zu nehmen. 19) Zum Abdrucke von Katalogen der Leihbibliothcken hat der Censor die Genchmigung nux dann zu ertheilen, wenn beigebracht wird, daß fic der Kreis - Direction vorgelegen haben. Findet er in einem Bücher-Auctions-Kataloge oder dem Katalnge cines Antigua?s die Titel ver- botener oder anstößiger Schriften, so hat er diee zu streichen, und bei der Orts-Obrigkeit auf die nöthige Verfügung anzutragen, dasi dergleichen Schrif ten hinweggenommen, jedenfalls aber von dem Vertricbe ausge\chlossen werden, 20) Der Cenfor hat, so oft er es zur Verantwortlichkeit für Thatsadten eiforderlih findet, um die Drucf-Genehmigung ertheilen zu können, auf der Angabe des Verfassers einer Schrift_oder des Einsenders eines für ein pe- riodisches Blatt bestimmten Artikels zu bestehen. 21) Wenn dem Censor Manuskripte, oder, in selbigen, Stellen ven auffallend böswilliger oder re- volutionairer Tendenz vorkommen, so hat er nicht nur den Abdru>k zu v:r- hindern, sondern auch, insofern die öffentliche Ruhe und Ordnung dadurch gefährdet scheint, der Kreis-Direction davon Anzeige zu machen. 24) Unter die von den Censoren nicht zuzulassenden Erwähnungen verbotener Schristen gehören anh Beurtheilungen und Auszüge derselben mit mehr oder minder

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itun g.

Dienstag den 19! März.

deutlicher Bezeichnung der Quelle. Is diese aber nicht angedeutet, so tritt ticlid ke: selbstständi e Prüfung solcher Stellen cin, wenn auch dem Cenfor befaunt is, daß sie aus einer verbotenen Schrift enilehnt seien, 26) Sic haben übrigens jedesmal zu erwägen, ob einer ganzen zur Censur vorgelegten Schrist oder nur einzclnen Theilen und Stellen derselben, die Diuerlaubniß zu versagen, und eine Sichtung des Unzulässigen vom Zulässigen möglich sei. Lehterenfalls sind die unzulässig befundenen Stellen genau anzugeben. Die dadur< bcdingten Abänderungen sind aber den Verfassern und deren Stellvertretern in der Regel selbst zu überlassen. 28) Die Censoren haben die Gründe ihrer Verweigerung der Druck - Erlaubniß nur der vorgeseßten Behörde anzugeben und sind lediglich dieser dafür vcrantwortlich. Sie dür- fen s< in dieser ihrer öffentlichen Stellung weder mündliche no< schrifiliche unanständige oder unbescheidene Aeußerungen von den Verfassern und Ne- dacteuren oder deren Stellvertretern gefallen lassen, Vielmehr sind sie ver- pflichtet, davon sofort Anzeige bei der Kreis - Direction zu machen , welcher obliegt, die polizeirehtlihe oder strafrechtlihe Ahndung zu veranlassen. 29) Die Censoren haben dic von ihnen zu ertheilenden Resolutio::en mög- lichst zu -beschleunigen, alle unnöthigen Schwierigkeiten und jede Prinlichkeit im Geschäfte zu vermeiden und sind dafür den vorgeseßten Behörden verantworilich,

Sachsen - Koburg-Gotha. Schnepfenthal, 7. März. (A. A.) Zum sechzigsten Male feierte heute die hiesige Anstalt den Tag, der sie, mit der Ankunst ihres verewigten Stifters, Christian Gotthilf Salzmaun, ins Leben rief. Wie einst unter der Leitung des Vaters, so gedeiht au jeßt noh unter der des Sohnes, bei thätiger Mitwirkung einsichtsvoller Lehrer, die geistige und leibliche Entwi>e= lung der hiesigen Jugend freudig fort, und als Beweis für den Se- gen, der insonderheit die auf ihre ph9sische Pflege verwandte Sorg- falt krönte, sei es angeführt, daß bei dem fröhlichen Mahle, welches die Festgesellschaft zu Mittag vereinigte, no< immer die Worte des Liedes gesungen werden konnten, die der selige Stifter der Anstalt be- reits vor mehr als vierzig Jahren niederschrieb : „„ Diesem Kreis entriß der Tod Niemals einen Pflegesohn! ‘“ Die Gesammtzahl dieser Pflegesöhne beläuft si< bis zur Zeit auf se<shundert und fünfundzwanzig,

Holstein. Altona, 15. März. (A. M.) Die Enthaltsam- feitssahe gewinnt fortwährend Terrain in unserem Lande. Jn Elms= horn hat die Jahresfeier der Stiftung des dortigen Vereines der Sache einen neuen Jmpuls gegeben, so daß die Zahl der Mitglieder desselben nicht unbedeutend gewachsen is, und in dem unfern gelege= nen Hörnerkirchen hat sih ein eigener Verein gebildet, der außer dem Prediger aus lauter Bauern besteht. Jn Ermangelung eines eigenen vaterländischen Blattes für diesen Zwe>, dessen Gründung auf der großen deutschen General-Versammlung in Hamburg beschlossen wurde, aber bisher niht zu Stande gekommen is, müssen die Blätter des hamburgischen Vereins, die alle vierzehn Tage unter der Redaction des Professors Büttner erscheinen , als Organ der Bestrebungen, Wünsche und Fortschritte auf diesem neuen Felde des Volfslebens und der Volkssitte sür unsere Gegenden angesehen werden.

FreieStädte. Frankfurt a. M.,12. März. (Hanau er Z.) Dem hiesigen Linien-Militair ist der Befehl bekannt gemacht worden, daß fein Soldat in einer Branntweinschenke oder in cinem Kramladen si bei dem Genusse des Branntweins bei sharfem Arrest betreten lassen dürfe. Auch der in der Kaserne wohnende Marketender ist angewie- sen, nur Vormittags und dann nux ein gewisses Quantum an jedes

Individuum zu verabreichen.

Grossbritanien und Irland.

Loudon, 12. März. Jn der Provinz Ulster in Jrland herrscht unter der dortigen zahlreichen presbyterianishen Bevölkerung gegenwärtig eine große Aufregung, Die Ursache derselben ist eine kürzlihe Entscheidung des Oberhauses, daß die von presbyterianishen Geistlichen eingesegneten gemischten Ehen ungültig sein sollen. Jn Jrland nimmt, wie bckannt, jeder Streit gleih cinen giftigen Charakter an, welher um so \s{hwerer zu besänftigen is, als man von jeder Nachgiebig= feit von englisher Seite Rückwirkungen auf England befürch= tet. Der jeßige Streit mit den kräftigen Nachkommen schotti- scher Ansiedler, jener bekannten Judependenten, droht für die Regierung nicht geringe Schwierigkeiten herbeizuführen, da sie bei der Beseitigung derselben nothwendig auf den Widerstand der eigenen Partei der Hochkirche des Landes stoßen muß. Die Frage erhob si in folgender Weise: Ein Mann, zur anglikanischen Kirche sich be= fennend, hat eine presbyterianische Glaubensgenossin geehelicht; die Ehe ist von einem presbyterianishen Priester eingesegnet, und jener Mann glaubt deshalb ein Recht zu haben, während der Lebzeit seiner Frau si< mit einer zweiten Person zu verheirathen. Der Bigamie angeflagt, behauptet er zu seiner Entschuldigung, die erste Ehe sei gar nicht als Ehe zu betrachten, da gemis<te Ehen, welhe von Per= sonen eingegangen würden, von denen die eine der anglikanischen Kirche augehöre, von einem Prediger dieser Kirche eingesegnet wer= den müßten, um rechtsgültig zu sein. Das Richter-Kollegium in Ir= land entscheidet zu Gunsten des Mannes, und nach dieser Enutschei= dung werden fast alle seit 200 Jahren in Jrland geschlossenen ge= mischten Ehen rehtlos! Um dem endlosen Unheil vorzubeugen, wel- hes ein solches richterlihes Urtheil zur Folge haben mußte, erließ das Parlament im vorigen Jahre auf den Antrag des Lord-Kanzlers sofort ein Gese, welches alle solche Chen, die schon geschlossen wären, für gültig erklärte; aber jener Rechtsstreit selbs war damit nicht be= endet, sondern derselbe gelangte ans Oberhaus, die höchste Appella= tions-Bchörde, und hier steht nah den Aussprüchen, welche in voriger Woche dic sogenannten Law = Lords, die Lords Brougham, Campbell, Lyndhurst, als Lord - Kanzler, u, A. abgaben, zu erwarten, daß die Entscheidung der irländischen Richter bestätigt werden wird. Geschieht dies, so wird die Regierung gewiß ein Geseß einbringen müsen, welches den Presbyterianern in Jrland in dieser Beziehung dieselben Rechte einräumt, welche die Dissenters n England besißen; wenn aber dies, so werden die Katholiken dasselbe bean pruchen. Das Recht in England, ohne Beschränkung Ehen einzugehen, ist an die Bedingung geknüpst, daß die Kapellen, worin solches geschehen darf, bei ciner Semlin weltlihen Behörde registrirt seien, eine Anzeige in vorge- \chriebener Form vor der Einsegnung stattfinde, und die Ehe gehörig eingetragen werde, Diesen Beschränkungen, fürchtet man aber, werde die katholishe Geistlichkeit in Jrland sich nicht fügen und somit die Ausgleichung des Streites auch von dieser Seite er- {wert werden. - Jnzwischen überlassen sih die Presbgterianer den leidenschaftlichsten Ausfällen gegen die Episkopalen, besonders die Geistlichkeit, von welcher Einige, namentlih ein Erzbischof, um ihnen ihre puseyitishe Geringshäßung und Verleugnung ihrer Kirchlichfeit recht fühlbar zu machen, diesen Unfug angestistet haben sollen. Die Erbitterung geht so weit, daß, wie der Korrespondent der Times vom Iten aus Dublin schreibt, die Aufregung in Ulster in Folge der Entscheidung des Oberhauses nicht geringer zu sein scheint, als diejenige, welche die Erklärung der Regierung gegen die Repeal-Meetings hervorrief. Es finden „allgemeine Versammlungen presbyterianischer Geistlichen“ statt und die Sprache, welche dort ge-

führt wird, is mindestens eben so hestig, als die Vorträge in der Versöhnungshalle. „Jch bin“, sagte z. B. ein Pfarrer, Dr. Dill, mit drohender Miene auf der legten Versammlung, „nur ein schlechter Politiker, aber man braucht nur wenig politischen Scharfbli>, um zu erkennen, daß England, falls si< die Presbyterianer des Nordens mit den Papisten des Südens in dem Verlangen na< Repeal verbänden, thren vereinigten O nicht lange widerstehen fönute, Ja, nähmen die irländischen Presbyte- rianer au< nur eine neutrale Stellung ein, so würde die Der= bindung der beiden Länder auf einer sehr unsichern Basis ruhen. Es ist das feste und furhtlose Herz, es is der starke Arm Ulster's, die Jrland an England ketten. Diese verbinden, mehr als britische Flot- ten und Armeen, mehr als britishe Weisheit und britischer Reichthum, das eine Land mit dem anderen. Was hindert den großen Agitator in dem Vollzuge sciner Pläne? Die Kraft des presbyterianischen Ulster. Könnte er auf diese zählen, so würden ihn die parlamentarischen De= batten, tie Staatsverfolgungen , die befestigten Kasernen und der Erlaß von Proclamationen nicht mehr kümmern. Ulster zu seinen Gunsten gestimmt und er verhöhnt sie. (Beifall.) Wie oft hat er es versuht, uns zu gewinnen oder neutral zu stimmen. Aber seine Bestrebungen waren stets fruchtlos. Gewiß, der Norden war für ihn und scine Sache stets nur der {warze Nor=- den.“ Wie ihm au< der ganze übrige Horizont sonnig strahlen mochte, hier fand er stets nur dunkle, drohende Wolkeumassen. Er ist oft „mit seinem se<hs\spännigen Wagen durch die Parlaments-Ak= ten gefahren‘‘z aber Ulster war seinem Fortschritt stets ein Schlag= baum, über den sein Wagen nicht hinaus fonnte. Jsk es nun billig, ist es gere<t und weise, das Volk zu beleidigen und zu eutfremden, welches die fir<lihe Anstalt Jrlands und die Einheit des Reiches selbst aufre<t erhielt? Jst es nicht von der bischöflichen Kirche höchst undankbar, daß sie, nahdem ihr in Schwierigkeiten und Gefahren unsre Hülfe geworden, si< in dem Augenbli>e, wo ihr Einkommen gesichert wurde, gegen uns wendet und uns die größtmögliche Schmach anthut ?“ j

“Es is indeß doch nicht zu befürchten, daß die Presbgterianer sich zu OD’'Connell schlagen werden; die eigene Furcht vor späteren gewaltigen Verfolgungen, wenn die Katholiken das Uebergewicht hätten, hält sie davon zurü,

Italien. :

Turin, 4. März. Die Gazetta Piemontese enthält nah- stehenden Artikel: „Wir habeu bereits vor einiger Zeit Gelegenheit gehabt, die Ungenguigkeit (um uns keines anderen Ausdru>s zu be= dienen) gewisser Nachrichten hervorzuheben, welche der Augsburger Allg. Zeitung von ihren Korrespondenten aus Jtalien über die Angelegenheiten unseres Vaterlandes geliefert werden. Diese Kor- respondenten sind no< immer entweder übel berichtet oder böswillig. Wir wollen hier nur einer einzigen neuerlichen Ungenauigfkeit erwäh= nen, nämlich eines in gedachter Zeitung enthaltenen Artikels aus Turin vom 16. Februar, worin von einem angeblich \chlehten Zu= stande der Kriegsschiffe Sr. Majestät, welche \si<h zu Cagliari sam= meln sollen, die Rede ist. Diese Behauptung ist ohne allen Grund und verdient nicht einmal widerlegt zu werdenz übrigens würden jene Schiffe im Nothfalle gewiß einen wohl überzeugenden Beweis des Zustandes, worin sie sh befinden, liefern.“

Türkei.

Konstantinopel, 21. Febr. (A. Z.) Die Frage wegen der Todesstrafe, mit der bei den Moslimen der Abfall vom Glauben bestrast wird, und die auch die Rencgaten wegen Rücdktritts zum Chri= stenthum trifft, ist in dieser Woche in eine neue Phase getreten. Sir Stratford Canning, dem si< Herr von Bourqueney ans<loß, verlangte fategorish von der Pforte eine schriftliche Erklärung, worin ste sih ver= bindlih machen soll, die Todesstrafe, sofern sie si< auf den Abfall von Renegaten beziehe, sür immer abzuschaffen. Diese den Glauben der ganzen Nation verleßende Forderung bewirkte einen ungeheuren Lärm unter den Türken, welhe ohnedies glauben, daß ihr Gouvernement in dem in dieser Sache bereits gegebenen Versprechen (daß man Alles anwenden wolle, um die Wiederholung solcher Hinrichtungen zu ver- hindern) zu weit gegangen sei, Sir Stratford Canning hat eine Abschrist der Aberdeenschen Note, welche ihm aufträgt, die entschie= densten Schritte nunmehr zu thun und, falls er bei dem Reis-Efendi mit seiner Forderung nicht durchdringe, etne Audienz bei dem Sultan zu verlangen, der hohen Pforte zustellen lassen, welche deshalb bereits vier Divans = Sihungen mit Zuziehung des Scheich - ul -= Jslam und aller Würdenträger der Ulemah abgehalten hat, ohne zu einem Resultat gelangen zu können, Stratford Canning ver=- wirft alle Vorstellungen Rifaat Pascha's und beharrt auf der chriftlihen Declaration. Der Pforte bleibt nichts übrig, als zu temporisiren, in der Hoffnung, daß man von der gegen sie ange= wendeten Strenge nachlassen und nicht von ihr verlangen werde, daß sie ganz bestimmte Zusagen wegen der Abschaffung eines Gesebes mache, das durch sein Alter mit dem Leben und dem lauben der Mu= selmänner völlig verwachsen sei, und zwar zu Gunsten von Jndivi= duen, welche dur< den öfteren Religionswechsel ohnehin zeigen, daß sie die Religion zu irdishen Zwec-n mißbrauchen. Die Gesandten der deutschen Mächte dürsten mehr zur Mäßigung gencigt sein und sich mit dem schon gegebenen Versprechen begnügen, allein Stratford Canning scheint si< an nichts mehr zu kehren und entschlossen zu sein, die Sache, wenn die übrigen Gesandten zurückbleiben sollten, für sich allein zu verhandeln, : j i

Auch die Verhältnisse der Pforte mit Frankreich fangen an, sich zu trübenz jene hatte dur die Vorstellungen der beiden See- mächte, vorzüglich Frankreichs, bewogen die Ergreifung der nöthi- gen Maßregeln zur Sicherung der südlichen an Griechenland grän=- zenden Provinzen fast gänzlich unterlassen, um nicht, wie die beiden Mächte sagten, die Gemüther der <ristlihen Bewohner durch über- triebene Maßuahmen aufzuregen; nun will die Pforte aber Umstände in Erfahrung gebracht haben, welche beweijen, daß die Entblößun jener Provinzen von allen militairischen Mitteln einen Bestandthei eines weitgehenden Planes ausmache, den Frankreich gefaßt oder gut= geheißen haben soll. Man erinnert sich zugleich bei dieser Gelegen= heit einiger Aeußerungen des französisthen Ministers der auswärti- gen Angelegenheiten, welche über die ganz besonderen Sympathieen, welche er für die türfishen Rajahs hegt, feinen Zweifel übrig lassen sollen.

Eine andere Beschwerde der Pforte ist gegen Herrn Metaxas gerichtet, der den Napisten Mainaki, einen Busenfreund des Fürsten Milosch, zum Konsul in Serbien nan) sie hat daher ihrem Ge- sandten zu Athen, Mussurus, den uftra ge eben, dahin zu wirken, daß die Anstellung des Mainaki in Belgrad rücigäng! gemacht werde, theils aus dem oben erwähnten Grunde, theils auch wegen der äu- erst geringen merkantilishen Beziehungen, n denen Griechenland zu Serbien stehe, Bezichungen, welche die Aufstellung eines eigenen Konsuls in Belgrad kaum Ban dürften.

Zwei Denkschriften sind so eben von der türkischen Regieru an alle europäischen Missionen ergangen, von denen dis erste fd p,