1844 / 81 p. 4 (Allgemeine Preußische Zeitung) scan diff

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ern an Kavallerie, s{<werem Geshüs, und einer glc pair Schiffen zur Sperrung des Hafens, und obenei den Anzahl Vor erathen, die zahlreichen National-Milizen, die den fand man np 0: versehen, dem Feuer der Rebellen auszuseßen. Dienst vor e S mnutblich na< der Unterwerfung Alicante's keinen Diese werden, E RES leist sondern si< mit den eryreßten erustlihen Widerstand mehr leijten, } | ' Ee es ne offunngen, welche die hiesigen und auswärtigen : cinartero’s und der Anarchie auf das Unternehmen Boné's Freunde Espartero | M L d A eseßt hatten, dürsten also wohl vereitelt werden. Das mit Verrath begonnene Werk zerfiel, ohne daß die Truppen der Königin einen Kanouenschuß gegen Alicante abgefeuert hätten, Jebt wird das Ge= e seine Wirkungen Außern und si<h wenigstens den Anstiftern des Unheils fühlbar machen. Der Kriegs = Minister hat in dieser Bezie= hung an den General Roncali im Namen der Königin einen Befehl gerichtet, worin es heißt: „Jn dieser leßten Episode unserer Revo- Iution, welche die Vorsehung über uns verhängt zu haben scheint, damit die Uebelgesinnten si<h überzeugen mögen, daß die Zeit der Straflosigkeit auf immer abgelaufen is, müssen die Häupter des Auf- standes unter dem Beile des Gesebes fallen; denn die Gesellschaft muß endlich einmal auf Grundlagen der Ordnung und Subordination gestüßt werden, ohne welche die Leiden dieser eines so glü>lichen Looses, als die Regierung Jsabella's 11, es ihr zu versprechen scheint, würdigen Nation nie aufhören würden. Neben diesen \{<merzlihen, aber unerläßlihen Bestrafungen, welhe möglicherweise nicht die Voll- zieher, sondern die eigentlihen Urheber des Aufstandes treffen müssen, ermächtigt die stets gnädige Königin Sie, die Strenge des Gesebes nah den Eingebungen Jhrer Klugheit und Umsicht zu ermäßigen ; denn man strebt keinesweges nah Rache, sondern nach der Ruhe und dem Glück der gemißhandelten spanischen Nation.“

Der Wunsch, daß es mit der Straflosigkeit der Ruhestörer ein Ende haben möge, is allgemein. Denn troß des exceptionellen Zu- standes, und ungeachtet der Militair - Kommissionen, werden täglich neue Verschwörungen angezettelt, ohue daß bis jeßt hier eine Verur- theilung stattgefunden hätte. Mau darf sih niht verwundern, daß der hiesige niedrigste Pöbel, wenn er trunkenen Muthes ist, „es lebe Espar- tero !‘“’ ausruft. So eben aber is ein Mann verhaftet worden, der dem Postillon, welher den Minister-Präsideuten und den Marine-Minister na< Aranjuez fuhr, 2000 Piaster anbot, falls er den Wagen in eine Schlucht werfen würde. Bekanntlich laufen die Postillone in Spauien von Zeit zu Zeit neben den Maulthieren. Der Oberst, welcher von hier entwih, nahdem die Soldaten, die er zu verleiten suchte, eingezogen waren, is auf der Landstraße bei Guadalajara eingeholt worden, Man soll mehrere Briefe des no< immer verhafteten Deputirten Madoz bei ihm gefunden haben,

So eben geht die Nachricht ‘ein, daß die Rebellen von Cartagena am ten, in der Anzahl von 1000 Mann, einen Ausfall machten. Von einer vortheilhaften Stellung aus eröffneten sie ein erfolgreihes Feuer auf die National-Milizen, welche ihnen zunächst standen. Der General Concha eilte Leßteren mit einigen Truppen zu Hülfe und trieb die Rebellen nach einem hartnä>tigen Gefechte in die Stadt zu- rüd>, Bei dieser Gelegenheit verloren der Chef des Generalstabes des Generals Concha, ein Capitain und mehrere Soldaten das Leben, und 13 Soldaten wurden verwundet.

Diesen Nachmittag hat die Regierung die Nachricht erhalten, daß ses der Begleiter Boné's von den Truppen aufgefangen wurden,

Der Chef der portugiesishen Jusurgenten, Baron Bomfim, hat si< mit 1500 Mann Jufanterie und etwa 1009 Maun Kavallerie in die Festung Almeida geworfen, die kaum 2 Meilen von der spanischen Gränze entfernt is, Dieser Platz is jedo mit keiner Artillerie ver- sehen und wird von den Truppen der Königin von Portugal einge- \hlossen. Auf Befehl der diesseitigen Regierung sind am Zten Trup- pen von Ciudad Rodrigo an die portugiesische Gränze vorgerückt und haben einen Artillerie-Park, um welchen die die Festung Almeida ein= schließenden Portugiesen nahsuhten, diesen an ber Gränze eingelän= digt. Zwischen beiden Regierungen herrsht gegenwärtig das innigste Einverständniß.

Heute ist der englische Gesandte von hier nah Aranjuez abge- gangen, wo sih bereits das ganze diplomatische Corps, mit Ausnahme des französischen Botschafters, der noch keine Wohuung dort genom- men hat, befindet. Man bezweifelt, daß die Königin Christine vor dem 14ten dort eintreffen könne.

Der französische Botschafter hat diesen Vormittag binnen 4 Stun-= den drei Couriere nah Bayonne abgefertigt,

Grie<henland.

S Athen, 26. Febr. Am 21. Februar kam in der National-Ver= sammlung die Frage zur Abstimmung, ob die Senatoren auf 10 Jahre oder guf Lebenszeit ernannt werden sollten, wobei, wie ih Jhnen am Schlusse meines leßten Briefes schrieb, ein Streit über die resp. Zahlen auf beiden Seiten entstand, Tags darauf wurden die Listen revidirt, und man fand sie gleich, 98 hatten für 10 Jahre und eben so Viele für die Lebenszeit gestimmt. Nun sagt aber das Reglement: „im Falle einer Stimmengleichheit wird der betreffende Gegenstand verworfen,“ Es entstand demnach die Frage, welches von beiden „der betreffende Gegenstand“ sei. Hierüber tritt man den ganzen Tag, denn jede Partei behauptete, Recht zu haben. Es wurden auch allerdings für beide Theile sehr tristig scheinende Argumente vorgebraht. Meiner Ansicht uach „waren „die 10 Jahre“ die wirklihe Frage, weil dies der Vorschlag der Kommission war, wie aus dem Entwuf hervorgeht, während die Lebenszeit als ein Amendement zu betrachten ist. Mitten in der Hite der Debatten stand Grivas auf und sagte mit der ernsthaftesten Miene von der Welt: „Jch bin der Meinung, meine Brüder, (mit diesen Worten fängt er immer an) daß, um diesem Streit ein Ende zu machen, wir ein Dekret votiren, dur< welhes wir uns verbinden, daß keiner von uns hier anwesenden Deputirten die Stelle eines Se- nators je annehme,“ Dieser Vorschlag verursachte große Heiterkeit,

Endlich vereinigte man sih dahin, den folgenden Vorschlag des Herrn Be anzunehmen: „Es wird abgestimmt, ob wir die gestrige bstimmung noch einmal vornehmen wollen oder niht?“/ Brei der Abstimmung erklärten sich 111 Stimmcn für und 96 gegen den Vor- stag, Am 23. Februar wurde also der Gegenstand sogleich wieder zur Abstimmung gebracht, welche folgendes Resultat lieferte: Für die Lebenszeit 112 Stimmen , für 10 Jahre 92, folglih eine Majorität e die lebenslängliche Cruennung der Senatoren von 20 Stimmen. di eih darguf wurde der betreffende Artikel noch insofern geändert, als Ge des Entwurfs: „Auf Vorschlag der Minister“ ganz weg- solgeudermaßen (autet, nun der ganze 70ste Artikel der Constitution endzeit dur ein Dek ntt König ernennt die Senatoren auf Le-

\hrieben werden was ret, welhes von dem Minister - Conseil unter-

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überregte (V. Lb: bigen Beschlusses der National-Versammlung

als Minister ves Rinlea eeterit E. A. Metaxas seine |Entlassung

Anhänger Schinas, Mita, N auaent des Minister-Raths, und sein

König nahm beide E er des Kultus, folgte seinem Beispiel. Der

; ntl c , : Kanaris, dem Marine-Miuigee" an. Das Dekret ist vom Admiral

i ini fontrasiguirt, der isorischi Präsidenten des Minister-Rat gnirt, dexr zum provisorischen des Aeußern ist vorläufig E genannt worden ist. Das Portefeuille

i et inanz - Minister, D. M das des Kultus-Ministers dem Justid-Minister Leon Melzs Une

den Belager

490 traut. Auch is der bisherige Chef der Gendarmerie, Oberst Spiro Mylio, dieses Postens entscht und der Oberst-Lieutenant Caratja zu seinem Nachfolger ernannt worden. ;

Der Aeon veröffentliht die Briefe der Ex-Minister an den König. Metaxas schreibt, daß er sih gezwungen sehe, seine Entlas- sung zu nehmen, weil ex ui<ht mehr das Zutrauen der National- Versammlung besiße! Schinas sagt ganz kurz und bündig: „Jch theile das politische Schi>sal meines Freundes Metaxas und bitte deshalb um meine Entlassung, weil er die seinige fordert.“

So ist das Ministerium vom 3, September fast aufgelöst, denn Rigas Palamides i} \<on vor einem Monat zurü>getreten, Jett bleiben nur Londos (mit 2 Ministerien), Mansolas (mit zwei), Melas (mit zwei) und Kanaris, Marine = Minister, der indeß sih nicht mit Politik abgiebt, und nur für die Verbesserung der Marine lebt,

Die hiesigen Zeitungen raisonniren viel über die unn eutschiedene Frage der Lébenslänglichkeit der Senatoren. Der Aeon und die Elpis (Hoffnung) haben s{warzen Rand, und enthalten Trauer= Vignetten. Die Minerva druckte zum Zeichen des Sieges ihre leßte Nummer auf rothem Papier.

Nach der Hoffnun g wäre die Einwohnerzahl der Provinzen, deren | Deputirten für die Lebenszeit stimmten, viel fleiner, als die derer, welche | ie d A Je / E E

zu GunstenBön 10 Jahren gestimmt haben; und zwar behauptet sie, daß |

die 102 Stimmen nur 200,000 Personen repräsentiren, während die Yíi

| wenig erholen.

norität von'92 über 700,000 vertreten soll. Der Aeon geht darüber in |

lange statistische Details ein. Er theilt die Provinzen in 4 Klassen. A. 34 Provinzen und Stätte, welche gegen die Lebenszeit waren, B. 15 glei getheilt; die Hälfte der Deputirten dasür, die Anderen dagegen z C.

in & gegen und 5 für getheilt. Das Resultat seiner Berechnungen is: D Sen

P Pro E C S B A 445,650 Eiuw. 15 » halb für und halb gegen, 171,000 Einw., WOROIE E, 85,580 25 2 » (Korinth mit 15,000, Leondari mit 36,0090) OLOUO De 17,000 9 Zusammen 548,000 Einw, Daf l DIOO E aeb ils s a0 2400 40 218,200 15 » wie oben halb und halb, die Hälfte 85,550 Korinth und Leondart 34,000

337,750 Einw. Mehrzaht 210,750 Einw.

Die Entlassung von Metaxas ist ein großer Triumph für die gemäßigte Partei. Die Berathungen über die Constitution dürften binnen 14 Tagen vollendet sein. Ju der heutigen Sißung der Na= tional - Versammlung wurde Art. 71 verlesen und debattirt, worauf Herr Anastasios Loudos folgendes Amendement vorschlug:

„Die geringste Zahl der Senatoren ist 27, die höchste aber 40. Außerdem sollen außerordeutliche oder Ehren=Senatoren von dem König ernannt werden, um die ordentlichen im Nothfall zu suppliren. Sie erhalten keinen Gehalt und rü>en na< Anciennität in die vakanten Stellen der wirklichen Senatoren, ““

Um 3 Uhr sprach no<h Herr Zographos dagegen,

_GO München, 15. März. Gestern ist ein Courier mit De- peschen des Fürsten“ Ludwig von Wallerstein aus Paris in unserem Ninisterium dès- Auswärtigen eingetroffen. Nach dem Inhalte von Privatbriefen, die gleichzeitig® ebenfalls aus Paris hierher gelangt sind, muß an der Atigabe, daß Se. Durchlaucht schon sehr bald hier= her zurüd>kehren werde, aus mehr denn cinem Grunde gezweifelt werden.

Die ganz bestimmt gehegte Annahme, daß wenigstens heute die mit so großer Spannung erwartete Post aus Atheu vom 27, Februar eintreffen werde, is bis zu diesem Augenbli> abermals unerfüllt ge- blieben, und man ers{höpst si< vergeblih in Vermuthungen über diese außerordentliche Verspätung. Unterdessen sind verschiedene ältere Briefe aus Griechenland, auf deren Jnhalt nur in Ermange= lung neuerer Mittheilungen Werth gelegt wird, Gegenstand der Be- sprechung geworden. Aus einem dieser Schreiben, welches. in Patras unter demn 23, Februar geschrieben und an einen hier so eben die medizinischen Studien absolvirenden jungen Griechen gerichtet is, liest man unter Anderem, daß man in den größeren Küstenstädten, nament- lich in Patras, längst aufgehört habe, dem Treiben in Athen zu hul= digen, daß man dort vielmehr zu der Einsicht gekommen zu sein chien, die Herrlichkeiten der neuen Constitution vermöchten um o weniger Ersaß für den Ruin des in so \{<önem Ausschwunge ge= wesenen Handels zu gewähren, je größer der Unterschied set, welcher zwischen jenen eingebildeten Gütern und den wirflihen Wohlthaten eines in der Zeit zur Reife gediehenen Staatsthumes stattsinde. Der Verfasser dieses Schreibens, welches noch viele andere Beschwerde-

punkte der Gegenwart hervorhebt, namentlih die Gewöhnung des |

Landvolkes an das Nichtzahlen der geseßlichen Steuern, gehört der griechishen Geistlichkeit an,

Nach den jüngsten Briefen aus Triest wurde dort täglich dem Einlaufen des griechischen Kriegsfahrzengs „die Athene““ entgegen- gesehen , auf welchem sich bekanntlich in der leßten Januarwoche bei (60 Deutsche einge\{{}? hatten. Jun denselben Briefen wird bemerkt, daß bei den fortwähtenden Stürmen zur See die Ueberfahrt dieser Heimkehrenden eine für dieselben voraussichtlih höchst beshwerlie gewesen sein müsse, weshalb in Triest bereits die nöthigeu Voranstalten getrossen worden seien, um allen Mittellosen unter ihnen nach ihrer Ankunft dort ihre Lage thunlichst zu erleichtern. Für denselben Zweck sind auch von hier aus die geeigneten Schritte geschehen,

EStisenvahnen.

Dortmund, 14. März. (Elb, Z.) Nach einer amtlichen Eröffnung im Westphälishen Merkur vom 6ten d. M, wird der Staat bei der projektirten Zweigbahn von Münster nach Hamm, wie überhaupt bei Zweigbahnen, fih nicht betheiligen, und is zu Gunsten der Elberfeld - Wittener Bahn ledigli<h aus der besonderen Rücksicht auf die früheren Verhältnisse, in Folge deren das schon voll- ständig vorbereitete Unternehmen wieder aufgegeben werden mußte, eine Ausnahme in Aussicht gestellt. Das Projekt einer Eisenbahn aus dem Emscher - Thale bei Dortmund bis zur Lippe is ein älteres, vorbereitetes, unterm 16. Mai 1835 Allerhöchsten Orts konzessionirtes, zwar durch die frühere Bildung und Wiederauf lösung der Rhein- Weserbahn - Gesellschaft aufgehalten, aber no< gegenwärtig ein so großes Bedürfniß, daß dasselbe nicht aufgegeben werden fann, und um so weniger, als die Bahn von Elberfeld hierhergesührt werden soll, weil eine Bahn nur bis Witten in keiner Weise genügt. Um uuu Münster mit der gewerblichen Bevölkerung von Berg und Mark zu verbinden und in den Stand zu seben, von hierher die fettesten und wohlfeilsten Kohlen zu beziehen, erscheint eine Zweigbahn von hier über Lünen nah Münster als zwe>mäßig und der Auschluß an die Elberfeld - Dortmunder Bahn als vortheilhaft, selbst wenn die Rhein-Weserbahn über Hamm gelegt werden sollte. Es hat sih da- her hier ein provisorisches Comité zur Anlage einer Zweigbahn von Dortmund na<h Münster konstituirt,

Fi r die Lebenszeit; und D. 2 (Korinth und Leondari) |

Stuttgart, 15. März. (Sh. M.) Was wir gestern nur furz andeuteten, fönnen wir heute vollkommen bestätigen: Se. Ma- jestät der König hat den von der Eisenbahn - Kommission einstimmig beantragten Bau einer Eisenbahnlinie von Ludwigsburg nah Stutt- gart, von Stuttgart nah Kannstatt und von da auf dem rechten Ne>ar = Ufer bis Eßlingen, mit dem Hauptbahnhofe zu Stuttgart in dem Quadrate zwischen der Schloß =, Königs =, Kronen=- und Frie= drichsstraße vollständig genehmigt. Wir dürfen nun hoffen, daß in den nächsten Tagen die Arbeiten beginnen und rasch fortgeseßt werden. Be- kfanntlih wurde schon vor einiger Zeit die Lieferung von eichenen Schwel= len ausgeschrieben; die Schienen für die jeßt zu bauende Stre>e sind unter günstigen Bedingungen bereits in England bestellt. Wäh-= rend bei der längeren Ungewißheit über die Richtung der Bahnlinien und über die Aulage der Bahnhöfe Kauf und Verkauf von Häusern und Plätzen, Anlegung und Einrichtung von Gewerbe-Etablissements in den Theilen, welche mögliherweije von dem Bahnzuge berührt werden könnten, seit einiger Zeit sto>ten, sieht man jeßt au<h großer Thätigkeit der Privaten an diesen Stellen entgegen.

Zandels- und Borsen -Uachrichten. _ Berlin, 20. März. Die meisten Eisenbahn-Effekten haben sih_ heute im Laufe der Börse gedrückt und konnten sich solche au<h am Schlusse nux Das Geschäft war im Allgemeinen ziemlich belebt, Jn Oesterreichischen Effekten ging zu unveränderten Coursen nur wenig um,

Paris, 15. März. Von den gestern an der Börse verbreitet gewese- nen Gerüchten in Bezug auf eine Emeute in Madrid ist keine Rede mehr. Es soll indeß gewiß sein, daß die Regierung telegraphische Depeschen aus Madrid erhalten hatte, welche sie jedoch nicht veröffentlichen licß. Herr Guizot soll dieselben gestern Abend dem Herrn Martinez de la Rosa mit- getheilt haben, Es war übrigens die spanische 3pCt, Rente heute von gro- ßen Banquierhäusern sehr begehrt.

Auswärtige Börsen. Amsterdam, 16 Febr. Kiederl. wirkl. Sch. 5722. 5% do. 1004, 5% Span. 21 B ° 3% do. 36; Pass. G f . Aus@. ——-. Zius!l. fi í é Sch. —. Pol. —. 4% Russ. isope 917.

Antwer peti, ]5. März. ZiusL —. Neue Aul. 21 E, Frankfurt a. BT., 17. März. 5% Met. 1145 G. Bank-Actien ohne Div. p. ult. 2032. 2030 Bayr. Bank-Actien —. Hope Gi L G. Stiegl. 90% G. Int. 57%, Pola. 300 Fl. 957 6. do. 500 Fl. 99% G. do. 200 Fl. —. Hambu rg, 16. März. Bauk-Acuen 1CSO Br. Eugl. Russ. 1132. Loudon,. 13, März. Cons. 3% úS8L, Belg. —, Neue Aul. 255. Pas-

l Preuss. Fe.

Oesterr. —.

sIve 67. Ausg. Sch. 147 2% Holl, S1 5% do. 101%. Neue Port. 46%, Eöugl. Russ. —. Bras. 81 f Chili —. Columb. —,. Mex. I, Peru 29.

Paris, 15; März. 5% Rente fin cour. 121. 75. 3% Reute fin cour. 83. 5% Neapl, au compt. 102. 40. 5% Span, Rente 34; -Páas, 6.

W ien, 16. März. 5% Met. 1112, 4% 1003. 3% 775. 25% —. Aul. Je 1834 149%, de 1839 1337. Bank-Actien 1635. Nordb. 147 L Gloggn, Ie. Mail. 10918. Livoro. 101%. Pesth, 106.

Meteorologische Beobachtungen.

1844, | Morgens | Nachmittags | Abends Nach einmaliger

19, März. | G6 Ubr. | 2 Uhr. {0 Ukr. | Beobachtung. Luftdruck ..….(333,08"" Par.|332,72" Par.'332,32"" Par.| Quellwärme 5,9" R. Luftwärme ...i— 207 K. -+ T6 R les s R.| Flusswärme 0,1 f B, Thaupunkt E e 6 R. 8,0" R. O R.| Bodenwärme 1 R. Dunstsättiguug 69 pCt. 1:3 pCt. 75 pCt. | Ausdünstung 0,010 Rh, NTOLLOD ee 5664 | heiter. Schnee heiter. | Niederschlag 0/073 Rh. Pn s p Sl N. 1 WWNW.! V Wüärmewechsel + 6? Violkenzug. « M —— | NNW. | Gegs a7 R.

Tacesmiitel: S321 Par... 0,59R.. 6,2 R... O2pCc6 NNW.

Äönigliche Schauspiele,

Dounerstag, 21. März. Don Carlos, Jufant von Spanien, Trauerspiel in 5 Abth., von Schiller.

Wegen Unpäßlichkeit der Dlle. Neumaun kann das Schauspiel: „Die Bernsteinhexe“/, heute nicht gegeben werden.

Jm Konzertsaale: 1) Le démon de la nuit, vaudeville nou- veau en 2 actes, par Mr. Bayard. 2) La seconde représenta- lion de Mademoiselle Dangeville, vaudeville nouveau en 1 acte, par MA, de Villenenve et de Livry.

Freitag, 22, März. Mit Allerhöchster Genehmigung. Zum Be nesiz der Mad. Schröder = Devrient: Raoul der Blaubart, heroische Oper in 3 Abth., mit Tanz. Musik von Gretry. (Neu einstudirt.) (Mad. Schröder=Devrient : Marie.)

Billets zu dieser Vorstellung, welche mit Montag bezeichnet sein werden, sind im Billets-Verkaufs-Büreau zu folgenden Preisen zu haben:

Ein Billet zum Balkon und zu einer Loge des ersten Ranges 1: Rit 10 Sgr 2e.

Da zu dieser Vorstellung Abonnements und freie Entreen nichk gültig sind, so werden die Jnhaber von Abonnements= und reservirten

| Plätzen, welche solche zu benußen wünschen, ersucht, dieselben bis

Donnerstag, den 21lsten, Mittags 12 Uhr, im Billet=Verkaufs-Büreau abholen zu lassen, nah welcher Zeit diese anderweit verkauft werden müssen.

Jm Konzertsaale : er Cssighäudler. Hierauf : Das Liebes- Protokoll. (Herr Döring, im ersten Stück: den alten Dominique, im zweiten: den Banquier Müller, als Gastrollen.)

Sonnabend, 23, März. Die Rosen des Herrn von Maleslerbes, (Dlle. Nicolas, als ersten theatralischen Versuch : Lisette.) Hierauf:

Die Junsel der Liebe.

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üönigsstudtisches Theater.

Dounerstag, 21. März. Vorstellung von Professor Döbler's optis<hen Nebelbildern, wie sie in neuester Zeit in der Königlichen Polytechnik zu Loudon unter dem Namen : Dissolving Views ge- zeigt worden, und zwar: 1) Das Pantheon in Rom. 2) Joannina in der europäishen Türkei. 3) Der Saal der Fünfhundert im Dogenpallast zu Venedig. 4) Parga= Albauia in der europäischen Tiirkei. 5) Eine Seeansicht bei Edinburg 1n Schottland (bei Mond- beleuchtung). 6) Das Forum in Rom. 7) Das Junere der Haupk- firche in Mainz. &) Das Innere der Hof-Kirche in München, 9) Stolzenfels am Rhein. 10) Der Kin-shan, oder: Die goldene Jusel in Chiua. 11) Ländliche Ansicht bei Winter= und Sqmmerzeit. 12) Ein Segelschi} bei Tag- und : Mondbeleuchtung, G! Steffen Langer aus Glogau, oder: E Holländische gig Lustspiel in 4 Akten und einén er Kaiser und der Seiler, in

Ak lo Birch=Psfei}sser. l | Ut een 532, März: Vorstellung von Professor Döbler's opki- {en Nebelbildern. Vorher: Des Schauspielers lebte Rolle.

Oeffentliche Aufführungen. 4:

Donnerstag, den 21, März, Abends 7 Uhr, im Saale der Sing=- Akademie : Drittes und leßtes Konzert von Herrn und Mad, Mor- tier de Foutaine, in welchem unter Anderem J. S. Bach's großes Konzert für drei Klaviere zur Ausführung fommt, Billets 1 Nthlr, sind in der Schlesingerschen Musikhandlung, beim Kastellan der Sing - Akademie, bei den Konzertgebern (Markgrafenstraße 49) und Abends an der Kasse zu haben,

Berantwortlicher Redacteur Dr. J. W. Zinkeisen,

Gedrut in der Deckerschen Geheimen Ober - Hofbuchdru>kerei.

Beilage

491

ishen Zeitung.

Donnerstag den 2[fen März.

Inhalt.

Frankreich, Brief aus Paris, (Opposition gegen die afrifanische Kriegsfüh: ung.)

Belgien. Brüssel, Pensionirungs-Gescß. Vermischtes,

Schweden und Norwegen. Gothenburg. Ueberbrü>ung des Trollhätta -Fallcs dur Eis. chweiz, Sitten. Besürhtung von Unruhen in Unterwallis.

Italien. Florenz. Bücher-Einsammlung in Sardinien für eine christ- liche Bibliothek in Konstantinopel.

Türkei, Konstantinopel. Berichtigung cines Artikels im Journal de Francfort, Geschenke des Sultans an die Münz-Beamten, Ankunft des Ex-Gouverneurs von Jerusalem. Stärke der tür!li chen Flotte.

E Schreiben aus Pari s. (Santana's Präsidentschaft; Yufatan {ließt sih dur< einen Föderativ-Vertrag Mexifo wicder anz Verhältnisse zu Texasz Handel)

Peru. Bricf aus Paris, (Neueste Nachrichten über die dortigen Wirren.)

Bericht des Kriegs-Ministers an den König über die Festungswerke von Paris-

Haudels- und Börsen-Nachrichten, Stettin, Breslau und Magdeburg. Marktbericht.

Aus laud.

Frankreich.

A Paris, 14. März, Die Rüstungen des Marschalls Bugeaud

zu einem Feldzuge gegen die bisher niemals untersohten Kabylen der Provinz Budschia findet sonderbarerweise au<h bei manchen franzs- sischen Stimmen eine entschiedene Mißbilligung. „Man schi>t sich an“‘, sagt eins der heutigen Blätter, „die Verwüstung in die Mitte eines Volks zu tragen, welcbes uns niemals Anlaß zu ernst- lichen Klageu gegeben hat und mit wel<hem wir sehr leicht friedliche und Handels-Verbindungen hätten anknüpfen können, Wir, die wir den Beruf haben, die Civilisation in Afrika zu vertreten, wie lange werden wir dort noch eine barbarische Politif befolgen? Wie lange werden wir noch das blinde Verlangen nah Erweiterung unserer Gränzen und nah ciner maß- und zwelosen Ausdehnung unserer Herrschaft für cinen Plan, für eine Zdee halten? Haben wir denn nicht, ohne den mindesten Vortheil für Frankreich, in Algerien \{<on genug Felder verwüstet, genug Getraidebehälter geplündert, genug Männer erwürgt und genug Frauen und Kinder gefangen fortgeschleppt# Haben wir nicht unsere Fahne an mehr Punkten aufgepflanzt, als wir in Frieden beherrshen und urbar machen können? Was haben sie uns denn eingebracht alle jene Verhee- rungen, alles jenes Blutvergießen und dieses Occupations-Heer, das wir mit jedem Jahre vermehren müssen? Welchen Ertrag liefert Algerien, nach- dem wir es 14 Jahre innegehabt haben? Doch freilih, Algerien trägt un- seren Offizieren Orden und goldene Epauletts ein. Afrika wird zum Vor- theil der militairischen Hierarchie einer regelmäßigen Ausbeutung unterwor- fen, Jn Algerien reifen die Beförderungen wie im Treibhause, und aus Algerien holt sich der Unter- Lieutenant seine Aussteuer, Der afrikanische Himmel beutet die wollenen Frangen des Unteroffiziers zu Hauptmanns- Epauletts aus, und er läft goldene Generals-Sterne auf die Epauletts des Obersten herabregnen. Ein einfaches Ehren-Kreuz wächst zum Groß-Kreuz heran, wenn man es in den afrifanishen Boden säet, Um diese unfrucht- bare Aerndte zu verewigen, diese Aerndte, welche der Staats\chaß bezahlt, muß man natürlicherweise die Unruhen und die Kämpfe in Algerien mit der größten Sorgfalt unterhalten. Wenn der Krieg mit dem Wegfallen der Gründe erlischt, so muß man ihn unter irgend welchen Vorwänden von neuem anfachen.““

Diese Farben sind allerdings etwas stark aufgetragen, aber man fann doch wohl nicht sagen, daß das ganze Bild unwahr sei, Eine Schule der Thätigkeit, eine Aussicht auf Ruhm und Beförderung war überdies bei der gegenwärtigen Verfassung des Geistes des französi= chen Heeres sehr nüßlih und fast nothwendig erschienen, um gefähr= liche Verirrungen des regellosen Thatendranges der französischen Sol- daten zu verhindern, dessen Nichtbefriedigung einen der großen Be= \{werdepunkte der Unzusfriedenen fast aller Farben und Klassen bildet,

Belgien.

Brússel, 15. März. Die Central - Section, welche das der Repräsentanten - Kammer jeßt vorliegende Penfionirnngs - Geseß zu prüfen hatte, hat den Antrag der Regierung zu Gunsten der Mini- ster zurü>gewiesen, Die Herren Dolez und Dumortier wollen nun ein Amendement beantragen, kraft dessen jeder Staatsmann, der ein Portefeuille wenigstens zwei Jahre bekleidete, eine Pension von 4000 bis 6000 Fr. erhalten soll. Anhänger aller Parteien, Katholiken und Liberale, sollen geneigt sein, das Amendement zu unterstüßen.

Der Judépyendance meint in Betreff des Geseß= Entwurfs über die Prüfungs-Kommissionen, man dürfe nur deu Entwurf der Central- Section mit den bestehenden Einrichtungen vergleichen, um auf den ersten Bli> zu erkennen, daß die vorgeschla enen Modisica- tionen nicht ern gemeint seien, und daß die Centra - Section ihren Entwurf nur der Form wegen abgefaßt habe.

Schweden und Vorwegen.

Gotheuburg, 6. März, (B. H.) Am leßten Dienstag fand auf Trollhätta ein Ereigniß statt, dessen sich kein jeßt Lebender erít- neit. An 50 Personen bestiegen im Gehen die Jnsel Gulls, mitten im reißenden Strom zwischen dem oberen Fall und der Jnsel Toppö belegen. Es hatten sih nämlich durh das niedrige Wasser und die strenge Kälte von dem Wasser, das nach den Berggipfeln am niedrig=

en Ende von Gulló und mitten gegen das obere Ende von Topps l aaufgespridt, zwei Eisberge gebildet , welche so nahe zusammenstie= ßen, daß der äußere Toppö-Fall selbst nicht mehr als 45 Ellen breit geblieben, so daß die Leute auf zwei sechselligen Planken von Toppö nah Gulló hinübergingen. Der Spaßiergang hielt indeß niht über drei Stunden an, denn Nachmittag stürzte ein Stück des einen Eis= berges in den Strom nieder und nahm die Planken mit fort. Vier Personen waren da noh auf Gullö, und zu allem Glüd>e wurde von dem Eise niht mehr fortgerissen, als daß eine 13 Ellen lange Leiter hinüberreihte, über welhe Jene gerettet wurden, und es war eine Fügung des Himmels gewesen, daß gerade feine Personen über die Planken in dem Augenbli>ke gingen, als das Eisstück, auf wélchem diese lagen, losging. S weiz

Sitten, 13. März. (Frankf. Journ.) Während Ober- und Mittel-Wallis si einer ungetrübten Ruhe erfreuen, tauchen in Unter-Wallis von Zeit zu Zeit Erscheinungen auf, die auf ein nahes politisches Ungewitter hindeuten, Die Jungshweizer sind in großer Rührigkeit und waffnen si<. Man spricht von einer baldigen Schild= erhebung derselben, einem plöplichen Ueberfalle des Zeughauses. Wie dem immer sei, so fand sih die Regierung veranlaßt, einige Muni- tionen aus dem hiesigen Zeughause in die Gemeinden der Umgegend zu verlegen, welche alle für die gute Ordnung wie ein Mann dastehen, bereit, zur Handhabung derselben in den Kampf zu gehen. Daher großes Geschrei der Radikalen, daß der Staats - Rath konservativ, reactionair \ej, ; E

In Vouvry haben 50 junge Leute einen zu einer dreijährigen Zuhthausstrafe Verurtheilten aus den Händen ‘der ihn esfortirenden Landjäger befreit,

Beilage zur Allgemeinen Preuß

Italien.

orenz, 3, März. (A. Z.) Bekauntlih wurden vor unge- fähr Fle gef in inébceren der italienishen Staaten Sammlungen von Büchern veranstaltet, um solhe der Universität in Athen als Beisteuer zu ihrer Bibliothek zu übermachen. Oeffentlihe Blätter haben sciner Zeit vou dem günstigen Erfolge dieses Unternehmens und den zu verschiedenenmalen nah Griechenland abgegangenen Bücher= sendungen Erwähnung gethan. Ju den sardinishen Staaten beab- sichtigt man jeßt auf ähnliche Weise eine geeignete Anzahl Werke zu- \sammenzubringen, um mit denselben in Konstantinopel den Grund zu einer Bibliothek, wel<he man der Obhut und Verwaltung der heiligen Väter des Dominifaner- Ordens daselbst anvertrauen würde, zu legen. Drei Klöster, in Turin, Genua und Alexandrien, sind bestimmt wor- den, Gaben und Beiträge in diesem Sinn von Privaten einstweilen in Empfang zu nehmen, um solche alsdann später an den Ort ihrer Bestimmung gelangen zu lassen. Üa:

Der Winter hat bei uns auch noch einigermaßen seine Rechte gel- tend gemacht, indem in den leßten Tagen auf unseren nahen Bergen größere Schneemassen fielen, als es Fit langer Zeit der Fall war. Selbst in der Stadt war. auf den freien Pläßen während einer Nacht no< Eis, was Aufangs März hier eine seltene Erscheinung ist, Die Posten aus dem Norden treffen häufig no< sehr verspätet ein.

AUCREl

Konstantinopel, 26. Febr. Jn dem Journal de Con- stantinople liest man Folgendes: „Das Journal de Francfort enthält in seinem Blatte vom 10, Februar unter der Rubrik „Kon=- stantinopel“ einen Artikel, worin von einer angeblichen Untersuchung die Rede is, welche die ottomanishe Regierung gegen mehrere, in den Schoß der christlichen Kirche zurü>gekehrte Nenegaten eingeleitet haben soll, Ferner wird darin von der Wegnahme eines griechischen Schiffes dur< Se. Excellenz den Kapudan Pascha gesprochen, das eine Anzahl zur christlihen Kirche zurü>gekehrter grie<is<her Renega=- ten am Bord hatte, die ih gegenwärtig in den Gefängnissen Kon- stantinopels befänden. Wir sind offiziell zu der Erklärung autorisirt, daß der erwähnte Artikel nichts is als ein Gewebe von Lügen und Verleumdungen.“

Nachdem der Sultan und die Sultanin Mutter das neue Münz-= Amt in allen seinen Einzelnheiten besichtigt, hat Se. Hoheit der Groß=- herr dem englis<hen Ober-Jngenieur Taylor eine werthvolle mit Bril- lanten beseßte Dose, dem Münz - Graveur Robertson aber und vier anderen dabei angestellten Engländern bedeutende Geldgeschenke zu- stellen lassen. Auch die Sultanin Valide ließ denselben angemessene Gescheuke zukommen,

Heute is} das türkfishe Dampfboot „Peiki- Schevket“ mit dem ehemaligen Gouverneur von Jerusalem, Mehmed Reschid Pascha, an Bord hier angekommen. Jn Syrien war Alles ruhig; eine Abthei- lung Truppen war den 16. Februar von Beirut nah dem Libanon aufgebrochen, um die drusischen Chefs aufzusuchen, welhe ihr Ehren- wort, in Beirut zu verbleiben, gebrochen und die Fluht nach ihrer Heimat ergriffen hatten. ; s

Die türkische Flotte besteht gegenwärtig aus 25 Linienschiffen, 30 Fregatten und 130 anderen Schifsen. Die Türkei, welche im Jahre 1838 das erste Dampfboot in England bestellte, zählt deren gegenwärtig 8, wovon 5 der Regierung und 3 der „Gesellschast der Paschas“ gehörig,

Mexiko.

“2 Paríás, 14. März, Die Wahl Santana's zum Präsiden= ten der Republik Mexiko ist in allen Departements geschehen, mit Ausnahme von Mexiko selbs und Nuevo=Leon, wo die Stimmen auf andere Kandidaten fielen, Am 2, Februar wird derselbe scinen Posten autreten, und für jenen Tag sind in der Hauptstadt sowohl als in dem ganzen Umfange der Republik Feierlichkeiten und Freudenseste angeordnet worden. Der Kongreß hat bereits, nah Briefen aus Mexiko vom 20. Januar, die Wahl Santana's gutgeheißen, und ein National -Bando (Dekret) erschien zu Mexiko, um allen Einwohnern yon dem Ereignisse Kenntniß zu geben. Glo>engeläute, Artilleriesal- ven, das Spiel der Musik - Corps der Garnison begleiteten die Ver- fündigung desselben, die feierli dur<h die Civil= und Militair - Be- hörden in den Straßen in öffentlichem Aufzuge und mit Eutwi>kelung alles mögli<hen militgirishen Pompes geshah. Der Einzug San=- tang?s in die Hauptstadt wurde no< vor Ende Januars erwartet.

Auf diesem Wege erfährt man auch, daß es zwischen Mexiko und Yucatan wirklich zu einer Aussöhnung gekommen is. Nach dem Vertrage, der zwischen beiden abgeschlossen worden ist, wird Yucatan wieder in die Reihe der Departements von Mexiko eintreten. Mexiko hat große Opfer gebracht, um diese Wiedereinverleibung zu erlangen, und nah der auf offiziellem Wege veröffentlihten Uebereinkunft, scheint Yucatan Alles erlangt zu haben, was es wünschte, Yucatan behält seine vollkommene Unabhängigkeit in Allem, was seine innere Ver- waltung betrifft, wird seine besondere Regierung, seine besonderen Gesebe haben, mit der Republik Mexiko gemeinschaftlich aber nur das Wappen und die Nationalfarben. Man sieht, daß dies mehr ein Fü= derativ- als ein Abhängigkeits-Verhältniß ist, TEE j

Im Verhältnisse Mexiko's zu Texas war bis dahin feine Aende- rung eingetreten. Gegen des leßteren Einverleibung in die Union der Vereinigten Staaten beharrte Mexiko bei seiner Protestation, und Santana schien mehr als je entschlossen, diese Provinz nöthigen- falls mit Waffengewalt wieder zu erobern, wofür er die Hoffnung nit aufgiebt. Ju Folge der strengen Prohibitiv-Gesebe, des neuen Tarifs, des Verbots des Detailhandels für die Ausländer, lagen die Handelsgeschäfte so ziemlih darnieder, und Fisfus und Kaufleute schienen glei sehr unter diesem Zustande der Dinge zu leiden. Bei den stets fortdauernden Veränderungen und Schwankungen der ver- schiedenen oft ganz si< entgegengeseßten Systeme, wagte Niemand in eine Speculation si L idiiassen. Noch i} der neue Tarif nicht ein- mal in Kraft getreten, und schon spriht man wieder von der Ein- führung eines anderen. Cs hieß, dieser solle bedeutende Zollherab- seßungen und Aufhebung zahlreiher Verbote bringen. Allein diese Gerüchte flößten kein großes Vertrauen ein,

P e r D

2 Paris, 14, März. Die Nachrichten aus Callao (Peru) reichen bis 21. November. Sie melden die vollständige Niederlage der Truppen der jeßigen Beeung im Süden der Republik, so wie andererseits au, daß der Versu<h des Generals Santa Cruz, si wieder der Gewalt in Bolivia zu bemeistern, vollkommen fehlgeschla= gen ist. Castillo, der Chef der dem General und Präsidenten Vi- vanco feindseligen Partei, war mit ungefähr 2600 Mann auf dem Marsche gegen die Hauptstadt Lima, wo Vivanco an der Spiße der jebigen Regierung steht. Man glaubte nicht, daß dieser im Stande sein werde, den gegen ihn heranziehenden Streitkräften mit Erfolg die Spi e zu bieten, und man hielt daher eine neue Umwälzung für unvermeidlich, Santa Cruz war von Castillo, nahdem er im südli-

<en Peru zum Gefangenen gema<ht worden war, wieder in Freiheit

geseßt worden, und Castillo hatte dur< seine Verwendung für ihn bei dem Präsidenten von Bolivia erlangt, daß dieser sih dazu verstand, demselben sein ganzes Privat-Eigenthum zurü>zugeben, unter der Bedin- gung, daß Santa Cruz das Land verlasse und nah Europa s entferne. Der Handelsstand würde den Fall Vivanco's niht gern sehen, da dieser als ein einsihtiger, wohlgesiunter Mann betrahtet wird, der, hätte man ihn allein gehen lassen, die Regierung befestigt und der inländischen Judustrie wie dem auswärtigen Handel des Landes gr0o=- ßen Aufschwung gegeben haben würde. Castillo dagegen, der wahr- \cheinli< Vivanco's Nachfolger in der Präsidentschaft der Republik wer- den wird, is nichts als ein Soldat, der sein Emporkommen lediglich den fortwährenden Umwälzungen verdankt, die seit einem Vierteljahr= hundert jenes unglüd>lihe Land heimgesuht haben. Unter den euro=- päischen Kaufleuten in Peru is er weit weniger bekannt als sein Ne=- benbuhler Vivanco, und man seßt au< weit weniger Vertrauen 1in [0s T und Befähigung zu der Leitung der Angelegenheiten des Landes,

Bericht des Kriegs - Ministers an den König über die Festungswerke von Paris.

m Paris, 13. März. Seinem Versprechen gemäß, hat der Marschall Soult gestern an die Deputirten den Bericht vertheilen lassen, we!hea er unter dem 8ten d. M. an den König über den Stand der Befestigung von Paris richtete. Obgleich in diesem Berichte, so Manches wiederholt wird, was die neueste Diskussion über den näm- lihen Gegenftand bekannt machte, so findet man doch darin viele wichtige Aufschlüsse, welhe ih im Auszuge Jhnen mittheilen will.

Vom Jahre 1840 bis Ende Dezember 1843 sind für die Festungs- werke der Hauptstadt folgende Summen ausgegeben worden:

Im Jahre 1840 …... 5,350,873 Fr. 68 Cent.

» » E41 c 18,176,802 » 65 » » » 4842..... 41,894,663 » 32 » » » 145. 22,577,660 » 35 »

Zusammen .… 88,000,000 Fr.

Nach dem Berichte vom 8. März 1843 sollten die Festungswerke von Paris einen Flächenraum von 771 Hectares und 50 Acres ein= nehmen, Aber seitdem die Arbeiten der Forts von Bicêtre, Vannes und Montrouge begonnen wurden, erkannte man die Nothwendigkeit dur bessere Militairstraßen als die bisherigen Fahrwege, welche durch Regengüsse unfahrbar gemacht werden, die Forts mit einander zu verbinden, Zu diesem Zwe>e wurde die Anlegung einer strategischen Straße auf der äußeren Vertheidigungszone der Forts des linken Seine-Ufers beschlossen, welche etwa 4 Hectares Flächenrgum einneh- men wird, so daß der Gesammt-Flächenraum dee Festungswerke 775 Hectares und 50 Acres betragen wird, Eine solche strategische Straße ist bereits für die Forts des rechten Seine -Ufers vollendet worden. Der angeführte Gesammt=-Flächenraum zerfällt :

Auf die Ringmauer 387 Hectares 0 Acres,

U} Oie Boris a es aba e 357 » 20 »

Auf die strategischen Wege . 30 » 60 » Total... 775 Hectares 59 Acres.

Es war bisher nicht möglich, die Ziffer zu bestimmen, bis zu welcher sich die angekauften Parzellen des erforderlihen Flächenraumes erheben werden, deun es bleiben no< 59 Hectares und 78 Acres zu regeln, Der übrige ungleih höhere Rest kostete dem Staate die Summe von 9,339,315 Fr. Jedenfalls hofft der Kriegs-Minister, daß für den Ankauf des Grund und Bodens die ursprünglich bere<nete Summe nicht überschritten werden wird. Vor dem Jahre hatte der Marschall Soult sogar ein bedeutendes Ersparniß hierin hoffen lassen. Diese Hoffnung i} jeßt vershwunden, :

Da für das Jahr 1842 der Regierung eine höhere Kredits-Be=- willigung als im Jahre 1843 zu Gebote stand, so mußten sie im verflossenen Jahre verhältaißmäßig eingeschränkt werden. Währeud des Jahres 1842 arbeiteten tägli<h im Durchschnitte 21,650 Arbei- ter, sowohl bürgerlichen als Militairstandes, ohne dazu 2000 Solda=- ten zu zählen, welhe auf Rechnung der Privat-Unternehmer in den Steinbrüchen arbeiteten. Das Maximum der täglichen Arbeiter wäh=- rend des Jahres 1843 überstieg niht 17,000 Köpfe, worunter 5600 Soldaten, wovon wieder 300 in den Steinbrüchen arbeiteten.

Die Arbeiten wurden, wie im Jahre 1842, gleichzeitig an der befestigten Ringmauer und au den Forts fortgeführt. Die Ringmauer zählt gegenwärtig 84 vollendete Fronten, es fehlen no< deren zehn ín der Richtung von Bercy und links vom Schlosse Vincennes, wo, da der Grund und Boden noch nicht A wurde, die Arbeiten nit begonnen werden konnten. Die vollendeten Fronten der Ring= mauer haben ein Längenmaß von 28,870 Metres, die ganze Ring= mauer wird 34,225 Metres messen.

Während des Jahres 1843 sind drei neue Forts begonnen wor- den: 1) auf dem re<ten Seine=Ufer das Fort von Aubervilliers, welches bestimmt is, die Haupt - Verbindungs - Straßen vom Norden und Osten her zu de>en, um die Vertheidigung des Plateau von Romainville mit den Festungswerken von St. Denis zu verbinden. 2) Auf dem linken Seine-Ufer die beiden Forts von Montrouge und Vannes, welche die Vertheidigungslinie der Dörfer Jor9, Gentilly, Mont=- rouge, Vannes und Jy de>en werden. Mit Ausnahme des Forts von Au= bervilliers, sind die Eskarpen der übrigen Forts durchgehends theils vollen- det, theils im vollen Gange, in einer Ausdehnung vou 22,660 Metres, wovon 16,758 Metres, d. h. über ein Drittel ihrer vollen Höhe, erreiht haben und au {hon gede>t sind,

Die Kasematten von 12 Forts, welhe im Jahre “1842 unter= nommen wurden, sind, mit Ausnahme der des Forts von Bicêtre, ganz vollendet. Was die Kasematten der leßten oben genannten drei-- Forts anbelangt, so wurden sie nur erst begonnen. Von den verschie=- denen Gebäuden, womit die Forts versehen sein werden, sind achtzehn Pulver - Magazine bereits vollendet, zwei davon sind daran, gewölbt zu werden. Die inneren Arbeiten daran, wie Legung der Fußböden, Fenster, Thüren u, #. w. werden erst dann angen werden, wenn alle nothwendigen Maßregeln zur Verhütung der Feuchtigkeit getrof- fen sein werden. Drei bombenfeste Kasernen, deren Wölbungen mit Asphalt-Mastix belegt sind, wurden im Jahre 1843 aufgeführt, näm- li zwei im Fort Mont-= Valerien und eine im Fort von Charenton. Eine vierte bombenfeste Kaserne wurde ebenfalls im Fort Charenton begonnen. Fünf andere Gebäude, die niht bombenfest sind und zu Offiziers - Wohnungen dienen werden, wurden während des Jahres 1843 in den Forts von la Briche, Saint-Denis, Rosny, Nogent und Charenton ausgebaut und bede>t, Vier andere Kasernen oder Offi ziers- Pavillons sind in den Forts Saint - Denis, Noisy , Charenton und Jory im Baue, Die strategishe Straße des rehten Seine-Ufers ist, wie bereits bemerkt wurde, ganz fertig. Auf dem linken Ufer wird sie erst angefangen.

An den Festungöwerken des rechten Ufers arbeiteten im ete 1843 24 Bataillone Linien - Truppen (das 13te, 18te, 20ste,