1844 / 89 p. 3 (Allgemeine Preußische Zeitung) scan diff

nd die jeßt die durch die Constitution eingeräumte Frei-

em machte, u fatholisches Monopol um-

heit in der yeoftishen Ausführung in ein zuwa Bs i bie wirkliche Tendenz, und deshalb begreift man, weshalb der Regierungs - Antrag - der die weitere Verfolgung derselben unmöglich macht, eine so heftige Opposition gefunden hat. Die Diskussion wird in der Kammer sehr heftig werden; es heißt, daß einige Führer der katholischen Meinung besonders. die Universität Brüssel angreifen wer= den, die in der That seit 10 Jahren eines der Hauptbollwerke gegen die immer größer werdenden Uebergriffe der Geistlichkeit bildet. Man wird gegen die in Brüssel vorgetragene Philosophie dieselben Ankla= gen erheben, welche die Bischöfe von Frankreih in die dortige Universität machen. Ob der philosophische Unterricht hier und in Frankreih auf gleihen Prinzipien beruht, lassen wir dahin ge= stellt sein, es sind jedoch schon seit Jahren die hauptsächlichsten Angriffe der fatholishen Schriftsteller und Journale gegen diesen Un= terricht gemaht worden, und da troßdem die hiesige philosophische Fakultät, wie man versichert, fortwährend im Wachsen begriffen ift, so hat man beschlossen, hier in Brüssel eine fatholische philosophische Fakultät zu gründen, die jedo<h weniger ein Ableger der Universität Löwen sein, als unter die besondere Leitung des Jesuiten-Ordens ge= stellt werden soll. Die Eröffnung dieser Fakultät war schon für Ostern angekündigt, wird aber gewiß bis Oktober vertagt werden. Auf diese Weise häufen sich immer mehr die Elemente der Zwie- tracht, während das Land der Ruhe nöthig hätte, um in gemeinsamer An= strengung seine #0 wichtigen industriellen und Handels=Interessen ver= folgen zu fönnen. Es war auch die Absicht Nothomb's, durch die Vorlegung des gegenwärtigen Geseh - Projekts den Recriminationen der Parteien ein Ende zu machen, indem das ganze Gebäude des Unterrichts den wahren Schlußstein erhalten hätte, welcher auf allen Seiten gleihmäßig ruhte; der Minister wollte damit für die legislativen Ar= beiten eine neue Epoche inauguriren, wo endlich die hon lange auf eine Entscheidung harrenden industriellen und fommerziellen Fragen ohne weitere politische Präoccupationen gründlich diskutirt werden sollten. Es is jeßt aber Alles aufs Spiel geseßt. Die beiden näch= sten Wochen werden über eine der bedeutendsten Krisen entscheiden. Man hofft no< fortwährend, daß der Antrag eine Majorität von 3 bis 5 Stimmen erhalten wird; allein wo das Schicksal von einigen Stimmen abhängt, muß man au<h auf das Gegentheil und damit auf den Sturz des Ministeriums gefaßt sein, ein Ereigniß, das für die innere Landes-Politik nicht ohne bedeutende Folgen bleiben würde. Das Geseß über die Anleihe von 845 Mill. Fr. zur Tilgung der 23procentigen holländischen Schuld ist jegt veröffentliht. Die De= putirten=Kammer hat auch das Gese über Pensionen angenommen, mit der ausnahmsweisen Bestimmung, wonach diejenigen Minister, welche seit 1830 während zwei Jahren das Ministerium bekleidet ha= ben, eine jährliche Pension oder vielmehr ein Wartegeld von 4090 Fr. genießen,

Schweden und Vorwegen.

Stockholm, 19, März, Dem Vernehmen nah wird die feierliche Bestattung der irdischen Reste des verstorbenen Königs am 97, April in der Riddarholms-Kirche stattfinden, und die Leiche, ohne vorherige Beisezung, bis dahin im Königl. Schlosse verbleiben,

Jeden Abend is} Trauer-Cour bei Hofe, wobei die beiden Köüni= ginnen nicht in Person erscheinen, sondern durch ihre Ober-Hosmeiste= rinnen , die Gräfinnen Gyldenstolpe und Sfjöldebrand, repräsentirt werden.

Die Königin Wittwe wird wahrscheinlih gleih na<h der Beer= digung eine Reise nah Jtalien antreten, um dort ihre Schwester, die Gemahlin des Königs Joseph Bonaparte, zu besuchen.

Es scheint si< nunmehr zu bestätigen, daß die Reichsstände im Juni einberufen werden sollen, weil der König das norwegische Storthing, welches si<h im Januar 1845 versammeln wird, in Per- son zu eröffnen wünscht; dies wäre aber ni<ht möglih, wenn die schwedischen Reichsstände , die geseblih zu derselben Zeit zusammen= treten, nit früher einberufen würden.

Man is sehr gespannt auf die Wahl eines neuen Kanzlers der Universität Upsala. Es soll nicht die Absicht sein, wieder einen Köü- niglichen Prinzen zu wählen, indem zwei derselben nächstens selbst dort studiren sollen, Zwei Professoren sollen für den Grafen Brahe, der jedo< immer nur Militair gewesen, au< {hon ein Kanzler-Amt, das der Kriegs-Akademie auf Karlberg, bekleidet, Andere dagegen für den Minister der auswärtigen Angelegenheiten, Herrn Jhre, stimmen,

Spanien.

Z Madrid, 17. März. Am 12ten um 3 Uhr Nachmittags langte die Königin Christine an Bord des Dampfschiffes „Lavoisier““ im Orao von Valencia an, wo sie mit einem Jubel empfangen wurde, den die dort erscheinenden Blätter nicht zu schildern vermögen. Auf rosenfarbenem Papier gedru>t, mit goldenen Einfassungen verziert, sind uns diese gestern zugekommen. Jun der That scheinen die Spa- nier in ihrem Äufshwunge nicht zu bedenken, daß sol<he Demonstra= tionen ein Uebermaß erreichen können, unter dem das weibliche Ge- miith, welhem sie gewidmet sind, erliegen könnte. Unter Thränen der Trauer hatte die Königin Christine im Jahre 1840 die Stadt ver= lassen, in welche sie jeßt, Thränen der Freude und der Rührung ver= gießend, wieder einzog. Ehe sie ihre Wohnung betrat brachte sie der von den Einwohnern Valencia's hochverehrten Jungfrau der Schublosen (Virgen de los Desamwparados) ihre Audacht dar und verweilte fnicend in stillem Gebete eine halbe Stunde vor ihrem Bilde, Am 13ten wohnte die Königin dem Hochamt und dem Tedeum in der Kathedrale bei, empfing dann die Behörden und von hier abgeschi>ten Deputationen und wohnte endlich der feierlihen Prozession bei, in der die Jungfrau der Shußlosen umhergetragen wurde. Im Namen der von der Mehrzahl des Kongresses zur Beglückwünschung abgeschi>ten Deputirten richtete Herr Donoso Cortés folgende Worte an die Königin:

„Señora! Die in Madrid anwesenden Deputirten der Majorität schien uns an Ew, Majestät, um Sie bei Jhrer Ankunft an diesen Gestaden zu beglü>wünschen, die jeyt der Schauplaß einer glülihen Genugthuung sind und der Schauplay s{händlicher Verbrechen und furchtbarer Abbüßung waren. Als Ew, Majestät sich an einem unheilvollen Tage gezwungen sahen, diese Gegend zu verlassen, wurden alle Herzen entmuthigt, alle, nur das Ew. Majestät nicht, denn Ew. Majestät wußten, daß es einen Gott im Himmel gicbt, der über die unglü>lihen Mütter und über die hußlosen Töchter wacht. Wenn unsere Treue, unsere Anhänglichkeit, wenn unsere Liebe zu

Ew. Majestät, der wir Alles verdanken, dazu beitragen können, daß Ew, Majestät vergangene Leiden vergesse, so bieten wir Jhnen alles dieses und g eigenes Leben an, Jhnen, der Mutter unserer Königin, Ew. Majestät, i Wiederherstellerin unserer Gesehe, der dur ihre hohen Verdienste, durch hre glorreiche Abkunst erhabenen Dame. So werden wir zu gleicher Zeit

alle unsere Pflicht ü i ier , di j i e Mönner von Üte Caballeros Spanier , die der Deputirten und die , galencia machten einige Personen, zu denen der General=

N gon Manuel de la Concha gehört haben soll, den Ver- Emen D n Christine gegen das e Ministerium einzu- Cartod-te N opn der Nothwendigkeit der Wiedereinberufung der en. Allein die Königin erklärte auf das bestimm-

teste, d ; j En sie allen Regiernngs-Angelegenheiten fern zu bleiben ge-

Gestern wird die Köniai a ; ; gin Christine Valencia verla i Almansa übernachtet haben, wo sie auch heute, da sie Deian und. iu

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Festtagen nicht reist, verweilt, Den 18ten und 19ten wollte sie in Albacete zubringen, am 20sten in Minaya, am 21sten in Quintanar übernachten und am 22sten in Aranjuez eintressen.

Portuga E

A Lissabon, 13. März. Ueber die Vorfälle in Coimbra

ist folgendes Nähere zu berihten. Es war in der That nur ein klei= ner Theil der Studenten jener Universität, deren Gesammizahl über 1000 beträgt, die an den Unordnungen vom Sten Theil nahmen. Die meisten der Meuterer waren mit Gewehren versehen und durch= zogen gegen halb 4 Uhr Morgens, welche Nachtstunde sie eben wegen ihrer geringen Zahl gewählt haben mochten, um desto leichter die Behörden und die Garnison überraschen zu können, die Straßen der Stadt unter aufrührerischem Geschrei, und den Rebellen von Almeida Lebehochs darbringend, Man vernahm vorzüglich die Rufe: Tod dem Costa Cabral! Nieder mit der Regierung! Einige Stunden hindurch trieben sie ihr Uuwesen und griffen sogar den Palast des Civil- Gouverneurs an ; der gefangen gehalten wurde. Aber gegen 6 Uhr wurden sie endlih von der zu Coimbra in Garnison stehenden Ab theilung des 14ten Linien -Regiments und der Sicherheitsgarde zu Pferde auf dem Plabe vor der Kathedrale angegriffen, den sie, o wie den obern Theil der San Joaostraße, beseßt hatten. Es fam zu einem Gewehrfeuer, wobei zwei Soldaten und fünf oder ses Sku- denten, von diesen einige so gefährlih verwundet wurden, dasz zwei bereits gestorben sein sollen. Jndeß gelang es den Truppen, den Civil- Gouverneur, nachdem derselbe über zwei Stunden lang in der Gewalt der Aufrührer gewesen war, wieder zu befreien. Dieser schloß sich nun sogleih den Truppen au, und die Studenten wurden nun in die Flucht getrieben, die sie nach verschiedenen Richtungen hin ergriffen, und wobei viele ihre Gewehre wegwarfen.

der ganze Handel vorüber, die Ruhe vollkoinmen wieder hergestellt |

und wurde auch den ganzen Tag hindur niht mehr gestört. Viele Einwohner der Stadt hatten den ganzen Vorgang gar uicht bemerft, und erfuhren ihn erst aus den Erzählungen Anderer und militairishen Vorsihtsmaßregeln, |

Die Studenten wurden noch eine Stre>e weit außerhalb der Stadt verfolgt, die Mehrzahl derselben hatte die Richtung nah der Sierra von Dianteiro eingeschlagen, wo sie sich vollends zerstreuten. Ju je= ner Gegend hielten sie dann das nah Coimbra bestimmte Felleisen an, und nahmen dem Postillon die officiellen Depeschen ab, ließen die Privat-Korrespondenz jedoch unberührt. Es mag sein, daß einige von ihuen versuchen werden, eine Guerillasbande zu bilden, aber auch dazu fehlt es ihnen an Waffen. Seitdem wurde die Ruhe in Coimbra nicht weiter gestört. Am 10ten famen nach der neuesten telegraphishen Depesche die zur Verfolgung der Studenten abge- shi>ten Truppen wieder nach Coimbra zurü> mit der Meldung, daß sie gänzlich zerstreut seyen. Sie sollen nun die Richtung nach Al- meida eingeschlagen haben.

Am l0ten herrschte vollklommene Ruhe zu Coimbra, Elvas und Evora. Am 11ten erschien ein Dekret, wodurch dem Reftor der Uni= versität, einem erprobten Anhänger des jeßigen Ministeriums, aufge= tragen wurde, den Studenten, welche an den Unordnungen vom ten Theil genommen, die Matrikel zu entziehen, die Vorlesungen an der Universität aber ununterbrochen fortseben zu lassen, damit die der Ordnung treu gebliebenen Studenten nicht durch das strafwürdige Verhalten der Minorität benagchtheiligt würden. Man schäßt die Zahl der Ruhe- störer auf etwa 300. Die Behörden von Coimbra haben nun, um vor jedem weiteren Ueberfalle gesicherter zu sein, ihren Sih in einem ehemaligen Kloster, das eine feste Stellung bietet, aufgeschlagen. Am 11ten erschien ein von allen Ministern unterzeichnetes Königl. Dekret im Digrio do Governo, welchès festsebt, daß kraft der durch das Geseß vom 6. Februar der Regierung verliehenen discretionairen Gewalt alle Personen, die in Waffen betroffen würden, die Träger und Beförderer von Korrespondenzen der Jusurgenteu, diejenigen, welche denselben Lebensmittel, Munition, Waffen oder Geld liefern, oder Angriffe auf die Telegraphen si erlauben, unverzüglih nah den übersecishen Besißungen deportirt, dort in den festen Pläßen in siche- rem Gewahrsam gehalten, und deren Güter kraft des Dekrets vom 14. Februar mit Beschlag belegt werden sollen.

Griechenland.

© Múnchen, 22. März. Aus einem Brief aus Athen vom 6. März erhellet, daß man damals in der griechischen Hauptstadt die Hoffnung hegte, König Otto werde die Verfassung {hon am 16. oder spätestens am 18. März feierlich bes<hwören. Selbst von der Einladung von Gästen aus Nachbarstädten und von dem Glanz des Festes is in dem erwähnten Brief die Rede, und ausdriü>lich schreibt der Verfasser, „nichts stehe der Verfassung mehr im Wege, denn über die Resolution des Königs werde die National-Versammlung gewiß nur eine cinzige und zwar kurze Sißung halten, da man auf deren Juhalt so ziemlich allgemein vorbereitet sei.“ Die Freude über das vollbrachte Werk wird leider etwas durch den immer empfindlicher wer= denden Geldmangel getrübt. Man meint bereits, „daß die National- Bank neue Papiergeld - Emissionen machen werde, oder daß die Re= gierung selbst Papiergeld kreiren miisse.“ Dabei muß aber wohl noth- wendig irgend ein Mißverständuiß obwalten; denn die leßtere Maß- regel wäre so gut wie ungeseßlich, gegenüber den Bank=- Statuten, und die erstere kaum zu rechtfertigen. Die gegenwärtige Geldverle- genheit in Griechenland is eine keinesweges neugeschassene, obschon die politischen Ereignisse seit einem halben Jahr Vieles zu ihrer Ver= mehrung beigetragen haben mögen, sie ist vielmehr eine altbegründete, Griechenlands Einfuhr belief si laut der {eßten offiziellen Bekannt= machung durchschnittlich im Jahr auf den Werth von 14,000,000 Drachmen, seine jährliche Ausfuhr dagegen nur auf einen solchen von 8,000,000 Dr, Selbst bei dem günstigsten Kalkul bleibt, ohne An= wendung eines umfassenden Hülfsmittels, bei einer solchen Differenz für Griechenland uur die Aussicht auf eine stets zunehmende Verar= mung, oder doh auf eine immer höhere Werthsteigung der Kapitalien übrig. Allerdings hat die Nationalbank durch die Emission ihrer Effekten zur Vermehrung des umlaufenden Kapitals beigetragen, und so lange sie ihren guten Kredit zu erhalten weiß, so lange werden ihre Banknoten (im Werth von 100, 50, 25 und selbst 15 Dr.) für die Verkehrenden eine wahre Wohlthat seinz aber es liegt theils in der Bestimmung dieser Anstalt, welche feine kaufmännische is, sondern lediglih im Juteresse zunächst der Grund-Eigenthümer und dann des Gewerbsstandes ius Leben gerufen wurde, in ihren Emissionen möglichst vorsichtig zu sein, und theils zeugt der Zinsfuß von 8—12 pCt. für die am sichersten angelegten Kapitalien zur Genüge, bis zu welhem Betrage das Papiergeld vermehrt werden müßte, wenn durch dieses Mittel dem Geldmangel überhaupt abgeholfen werden fönnte. Aber Griechenland hat noch andere Hülfsmittel. Seine Ausfuhr= Artikel können nachge= wiesenermaßen binnen 10 Jahren verdoppelt, wenn nicht verdreisacht werden, und somit vermag es seinen Bedarf auf natürlihhem Wege selbs zu de>en, Aber Behufs der fraglichen Vermehrung des Exports müßten eben auch die betressenden Vorfragen erst gelöst werden, theils von Seiten der Bevölkerung durch Anbau der unge- heuren Masse wüstliegender Ländereien trefflichster Gattung, theils von Seiten der Regierung durch zwecmäßigere Leitung der Coloni= sation, als wie sie bis jeyt stattgefunden, und durch kräftige Mehrung und Verbesserung der Straßen und sonstigen Communicationsmittel,

aus den | die in der Stadt getrossen waren. |

Bei Tagesanbruch war |

Wie viel aber in dieser Beziehung noch zu thun übrig is, und wie wenig man ohne ein bedeutendes Anlehn aus dem Auslande im Stande is, Hand ans Werk zu legen, darüber kann kaum ein Zweifel obwalten.

Handels - und Börsen - Uachrichten.

Berlin, 28. März. Heute war der Umsaß in allen Eisenbahn-Actien und Quittungsbogen wieder sehr bedeutend, und die meisten Course sind neuerdings gestiegen, Oesterreichishe Effekten bei wenig Geschäft etwas matter als gestern,

_Königsberg, 23. März. Marktbericht. Weizen 40 bis 73 Sgr. p. Schfl. , Roggen 32 bis 35 Sgr,, große Gerste 33 bis 35 Sgr., fleine Gerste 28 bis 32 Sgr., Hafer 19 bis 22 Sgr., graue Erbsen 36 bis 50 Sgr., weiße Erbsen 32 bis 40 Sgr., das Scho Stroh 150 bis 180 Sgr. Die Zufuhr war mittelmäßig.

Paris, 23. März. Das Geschäft an der Börse war ungemein be- lebt ; in Eisenbahn-Actien, die sehr gesucht sind und im Preise steigen, wer- den viel Geschäfte gemacht,

li Oro e Den 28. März 1844. j “s | ' Fonds. |& | Pr. Cour. Actien. |& | Pr. Cour. * | Brief. | Geld. | | Brief. | Geld. | Gew,

m1 j \ | St. Schuld-Sch. 35 100% i007 leh Pete Fee 4 16/4 | 103% | Pr. Engl. Obl. 30.| 4 1005 l Med. Lpz. Rizonb. A 2) 191 - eneg Mae 8 ¿i 89% E do. do, Prior. Obl. 4 | 103% | ne e E U A „2 IBrl. Anb. Eisenb.|— | 153% | Sohuldyerzcles 35 2 « 974 do. do. Prior. Obl. 4 H 1037 | “etr at A O ia E Düss. Elb, Bisenb. 5 965 e | Westpr. Pfandbr. 31 100! 99? do. do. Pio: Obl 4 99% | 2 | Glei Po do 1 104 ! Rhein. Bisenb. ) 89 i BVO | di 31 98! | “s do. do. Prior. ObI. ; { 2s S | | aiv: 0H IOOE l <+ N vStnntgarant Da) DON | 7.

Pomm. do. 37 100 dee A Eau, D N 152 | Mit E M R wol! qo E ERE

E 2 4 ¡lo.Lt.B. v. eingez.|— | 1154

Gold al marco. |—| |B.-St.E.Lt. A u.B|—| 1324 | 1315 Friedrichsd’or. —- 1375 13! Maxgd.-Halbst, E. 4 —— 1187; | And.Gldm.à 5 Th. i27 | 1 1% Bresl1- Schweidn.-| | | |

Disconto, - H 4 Freibg.Risenb.| 4 123

—_———

Pr. Cour.

W. echseiCO0ur s | Thlr. zu 30 Sgr. l

Brief. | Geld.

Amstetdam «ooooooooo 250 FI. Kurz Mies 142

A G 0600 80# 250 Fl. 2 Mé. E | 141 amburg «ect oco eo oa co ees 300 Mk. Kurz 1505 | 150? U L E G G A 300 Mk. | 2 Mt. 1495 | 1495

TODdOn ui e tate 0bdse an E06) se 1] LSt. 3 Mt. 6 24% | 6 245

Paris «o... L Cc E Dée Es R 300 Fr. 2 Mit. | 79 1 | 79% Wien in 20 Ne, ee o Ae ae 0E. 2M 008 Augsburg. «eee ooo o ee ao eon oro 150 FI. 2 Mt. | 1025 | 102 K Breslau S 100 Thle. U Mt, | 995 | ars M I | 99? Leipzig in Couraut im 14 Thl. Fuss. - 100 Thlr. Z E | 99; | 99!

Franksurt a. M. WZ. «oooooo 109 FI. 2 Mt. 56 26 | S Petersburg. «co c ooo o o o r o o 100 SRbI. | 3 Woch. | 1075 | 107 k

Auswärtige Börsen. Niederl. wirkl, Seh. OTSE.

c S mo/, 9113 Amsterdam, 24. März. 5% Span. 217.

Ántwerpen,;, 23. März. Zins]. —. Neue Anl 217. i Frankfurt a-. M. , 25. März. 5% Mei. 114 ¿e Bank-Actien 2016.

Bayr. Bank-Actien 692 G. Hope 905. Stiegl. 90%, lut. 97 Ie Poln. 300 FI. 95% G. do. 500 Fl. 995. do. 200 Fl. 325 G. Hamburg, 26. März. Bauk-Actien 1680 Br. Eugl. Russ. 1135 G.

Paris, 29. März. 5% Reute fin cour. 122. 50. 3% Rente fin cour. $3. 10. 5% Neapl. au compt. 102. 40. 5% Span, Rente —. Pass. 64.

Petersburg, 19. März. Lond. 3 Met. 38. Hamb. 34 j; Faris 307 Poln. 300 Fl. 88. do. 500 Fl. 93. do. 200 Fl. 3L.

Wien, 24. März. 5% Met. 1115. 4% —. 25% —: Anl. de 1834 —. de 1839 1325. Bank-Actien 1638. Gloggn. 109%. Mail. 1097. Livorn. 1027. Pesth. 105f.

3% e Nordb, I 47%.

Meteorologische Heobachtungen.

1844, Morgens Nachmitiags Abends Nach einmaliger 27, März. | 6 Ubr. 2 Ubr. 10 Uhr. Beobachtung. Luftdruck .... 1335,93" Par. |336,06 Par.|338,95" Par. | Quellwärme 5,9° R. Luftwärme ...|+ Bal R. |+ 2,4 f R. L R. | Flusswärme Lo R, Thaupunkt ...|— O0 Bes 0,4° R.— 0,8" R.| Bodenwärme L,2° B. Dunstsüttigzgung| 83 pCt. | 79 pCt. | 81 pCt. Ausdünstung 0,010 Bb. Wetter ....-- trüb. | trüb. | trüb, Niederschlag 0. Wind « ,-.«. NO. 080, | 080, Wärmewechbsel -+- 3,0° Wolkenzug. «- - -—— A 080. —-— -+ 0,7° R. "Tagesmittel: 336,98 Par... + L8°R... Oen. pev 080.

Königliche Schauspiele. |

Freitag, 29, März. Der Jude, Schauspiel in 4 Abth. Hier= auf: Der Verschwiegene wider Willen, Lustspiel in 1 Aufzug, von Kotzebue. (Herr Döring, im ersten Stück: Schewa, im zweiten: Komumissions-Rath Frosch, als Gastrollen.) :

Jm Konzertsaale : 1) L’ambassadeur, vaudeville en 1 acte- 9) Bruno le fileur, vaudeville nouveau en 2 actes.

Die für Sonnabend, den 30sten, unter Mitwirkung. der Mad. Schröder-Devrient anzusetzeude Oper soll durch die öffentlichen Blât- ter und die Schauspiel-Zettel angezeigt werden.

Königsstädtisches Theater.

Freitag, 29. März. (Ausnahmsweise Italienische Opern- Vorstellung.) Auf Begehren: Il Giuramento. Opera in 3 Att. Musica del Maestro Mercadanle. Hierauf: Vorleßte Vorstellung von Professor Döbler's optischen Nebelbildern. 1) Das Schloß und die Stadt Jtri in Jtalien. 2) Der äußere Burgplaß in Wien. 3) Der Saal der Fünfhundert 1m Dogen-Palast zu Venedig. 4) Die Kirche St, Maria und der Tempel der Vesta în Cosmedien. 5) Eine Seeansicht bei Edinburg (bei Mondbeleuchtung). 6) Parga Albania in der europäischen Türkei, 7) Das Innere der Hof = Kirche in München. 8) Hin-kan shan n China, 9) Die Bergstraße vou Romelio in der europäischen Türkei, 10) Aeußere Ansicht der St. Agnes-Kirhe in Rom, 11) Die Kirche zum heiligen Grabe in Jerusalem. 12) Stolzenfels am Rhein. 13) Ländliche Ansicht bei IWinter- und Sommerzeit, 14) Ein Segelschi} bei Tag- und Mond-

beleuhtung. Zum Schluß: Teuseleien, Optischer Scherz in 16 Schattenbildern. E 2 Am Charfreitag wird im Königsstädtischen Theater das Stabal

mater, von Rossini, nah der Original-Partitur, mit den sämmtlichen italienishen Opern-Mitgliedern und verstärkten Chören zur Aufführung fommen. Da das Orchester auf der Bühne ist, so sind die Pläße im Orchester zum Verkauf gestellt. Die Meldungen um Billets zu dieser Aufführung werden im Billet- Verkaufs - Büreau, Burgstraße Nr. 7, von jeßt ab angenommen.

Verantwortlicher Redacteur Dr. J. W. Zinkeisen, Gedrut in der De >erschen Geheimen Ober - Hofbuchbru>erei, Beilage

Ne 89.

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Inh all

Deutsche Bundesstaaten. Bayern. Würzburg. Kloster Him- melpsorten, Württemberg. Stuttgart. Vorbeugende Maßregeln gegen den Kretimsmus.

Frankreich. Paris. Neue Legitimisten-Bewegungen. Schüler-Unfug.

Großbritauien und Jrlaud, London. Sir R. Peel über dice Fabrik- Bill, Ermäßigung des Einfuhr-Zolles von Zuer. :

Moldau und, Wallachei. Von der türkishen Gränze. Die Opposition gegen den Hospodar der Moldau.

La Blata - Staaten. Schreiben aus Paris. (Die Differenzen des Diftators Rosas mit Brasilien und England; Bli nach Brasilien.)

Kervollständigung des Leuchtthurm-Svstems in Frankreich. Handels- und Börsen - Nachrichten. Preise der vier Haupt-

(ctraide-Arten im Monat Februar. Breslau, Köln und London. Marktbericht,

MAuslanD.

Deutsche Bundesstaaten.

Bayern. Würzburg, 23. März. Nach der Augsb. Posst- Ztg. ist das 4 Stunde von hier gelegene ehemalige Frauen - Kloster Himmels- Pforte von unbekannten Wohlthätern zu kirchlichen Zwe>en angefauft worden. Dieser Ankauf bedarf nur no< der Allerhöchsten Bestätigung Sr. Maj. des Königs, von dessen Bestimmung cs auch

abhängen wird, ob 1 dasselbe Frauen vom guten Hirten oder Kars= -

meliterinnen einziehen,

_ Württemberg. Stuttgart, 21. März. Aus dem Ministerium des Junern ist in diesen fügung ausgegangen, welche verschiedene vorbeugende Maßre- geln gegen den KRretinismus anordnet. Jm Eingange heißt es: Die in manchen Ortschaften des Königreihs vorkommende, unter dem Namen Kretinismus bekannte körperliche und geistige Ent- artung der menschlichen Natur hat in den leßten Jahren den Gegen- stand besonderer staatspolizeilicher Untersuchung gebildet, Auf den Grund der hierbei dur<h einen ärztlihen Commissair an Ort und Stelle erhobenen Notizen und der hierüber gepflogenen Berathung ist von dem Königl. Medizinal-Kollegium die nachfolgende Belehrung über die vorbeugenden Maßregeln gegen den Kretinismus verfaßt worden, welche hiermit bekannt gemacht, und wobei zugleich in Folge höchster Vollmacht vom 4teu d, M. verfügt wird: 1) Die Bezirks- Polizei- Aemter haben für möglichste Verbreitung dieser Belehrung,

insbesondere dur< Aufnahme derselben in die Bezirks Blätter, Sorge

zu tragen. 2) Jn den Gemeinden oder Gemeinde=-Parzellen, wo der Kretinismus häufiger vorkommt, namentlih wo derselbe das Maß von zwei Prozenten der Bevölkerung übersteigt und im Zunehmen begriffen is, haben si die geistlihen uud weltlichen Orts-Vorsteher, die Stiftungs- und die Gemeinde -Räthe die Hebung der Ursachen desselben nah Anleitung der beiliegenden Belehrung allen Ernstes angelegen sein zu lassen. (Folgen no<h verschiedene andere. Anord=

nungen.)

(Schw. Merk.) Tagen eine Ver-

Frankreich.

Paris, 22. März. Herr Berryer wird nächsten Dienstag oder Mitt= woch in Paris erwartet. Die Legitimisten des Faubourg St. Germain wollen ihm zu Ehren ein glänzendes Fest am Tage seiner Ankunft geben. Der Polizei-Behörde soll vor einigen Tagen dic Anzeige von der Abreise mehrerer angesehenen Legitimisten zu dem Herzoge von Bordeaux, so wie die Mittheilung, zugekommen sein, daß es sih abermals um eine legitimistische Demonstration handle, die im nächsten Herbst statt- finden solle. Ju Marseille hat die Behörde den legitimistischen Verein, welcher Tags vorher der Schauplaß unruhiger Scenen gewesen war, \hließen lassen. Ueber diese Maßregel zirkuliren verschiedene Gerüchte. Jür das Wahrscheinlichste hält man, daß es blos geschehen sei, um neue Angriffe von Seiten des Volkes zu verhindern.

Die Patrie berichtet : „Jn Folge einer offenen Widerseblichkeit, welche heute im Stauislas=-Collége stattgefunden hat, sind 60 Zög= linge ausgestoßen worden. Während der Nacht sollen einige Schü- ler eineu der Professoren verfolgt haben, um ihn zum Fenster hinaus zu werfen. Auch in dem Justitut St. Barbe, einer Privat-Anstalt, sind gestern Nacht Störungen vorgefallen. Die Entfernung eines Schiilers gab die Veranlassung dazu.

Wie es heißt, würde Espartero binnen kurzem in Paris ein- treffen,

Grossbritanien und Irland.

vondou, 22, März. Die Argumente, welche Sir R. Peel zur Bekämpfung des Amendements Lord Ashley's über die Fabrik= Bill in der vorgestrigen Sihung des Unterhauses geltend machte, be- leuchten den Gegenstand aus dem Gesichtspunkte des allgemeinen Juteresses und verdienen cine nähere Erwähnung. „Jn den Baun- wollen-, Kammwollen-, Flachs - und Seidenwaaren - Fabriken“/, sagte er, „wird jeßt während 69 Stunden in der Woche (12 Stunden an den übrigen Wochentagen und 9 am Sonnabend) gearbeitet. Jn den Wollenwaaren-Fabriken is die Arbeitszeit mitunter fürzer. Lord Ash= ley's direkt nur die Frauen und Kinder, indirekt aber auch die er=- wachsenen Arbeiter betreffender Vorschlag würde die Zahl der Ar= beitsstunden auf 59 vermindern, Der Werth der im vorigen Jahre ausgeführten britischen Fabrikate betrug in runder Summe 44 Mill, Psd, St., darunter macht der Werth der oben angeführten Fabrikate 35 Mill, Pfd. St., also ungefähr fünf Sechstel aus, welche durch den Autrag affizirt werden würden, und wie bedeutend diese Einwirkung sein müßte, läßt sich erkennen, wenn man bedenkt, daß dur Ver- minderung der Arbeitsstunden von 69 auf 59 wöchentlich niht weni= ger als 500 Stunden oder sieben Wochen alljährlih von der ganzen Arbeitszeit aufgcopfert werden würden. Freilich sollte man auf den ersten Anblick glauben, daß, da unker diesen Umständen auch weniger fabrizirt werden würde, der Werth der Fabrikate steigen müßte und die Fabrikanten im Stande sein würden, ihren Arbeitern höheren oder wenigstens denselben Lohn wie bisher zu geben. Das wird auch vielleicht Anfangs der Fall sein, aber mit der verringerten Fabrication und den gesteigerten Preisen wird auch die Konkurrenz der ausländischen Fabri- cation si<h mehren, und daß die natürliche Folge davon die allmälige Veruichtung der britischen Fabrifen und somit auch des Verdienstes der britischen Fabrik-Arbeiter sein werde, kann Niemand bezweifeln, Wohin aber Arbeitslosigkeit unter den Fabrik=-Arbeitern führt, dafür liefert einen abshre>enden Beleg das Beispiel der Stadt Paisley in den Jahren 1841 und 1842, wo 15 16,000 Arbeiter âlibét Brod waren und ohne das an sie vertheilte Armengeld Hungers gestorben sein würden, Leider könne unter solhen Umständen die Entscheidung der Frage nicht mehr von den Wünschen und Gefühlen der Huma= nität allein abhängig gemacht werden, denn die Quellen der Wohl=

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"S LTEMRE POE M P I E L” P

fahrt und des Bestehens des ganzen Landes und der vielen Millio= nen seiner Bewohner stehen auf dem Spiele. Uebrigens würde man auch, wenn man diese Wünsche allein berücsihtigen wollte, gar keinen Grund haben, die Beschränkung der Arbeitsstunden allein auf die vorerwähnten Arten der Fabrication anzuwenden, sondern müßte auch die Metall-, Porzellan- und andere abrifen in Betracht ziehen, in welchen Weiber und Kinder ganz in gleichen Verhältnissen und unter denselben drückenden Bedingungen arbeiten.

(B. H.) Seit der leßten Debatte über die Zucker - Zölle (auf Veranlassung des von Herrn Labouchère gestellten Antrages über Er=

leichterung des Handels - Verkehrs mit Brasilien) verbreitet si<h die Meinung, daß die Minister jeßt doch eine Ermäßigung des Einfuhr= Zolles von Zu>er beabsihtigen. Man vermuthet indeß, daß sie, um nicht inkonsequent zu erscheinen, zunächst nur den Zucker zulassen wol- len, der niht Produkt der Sfklaven-Arbeit ist. Es entsteht aber da- bei die Frage, auf welche Weise erkannt werden könne, ob der Zucfer Produkt der Sklaven-Arbeit is oder nicht, da der Verladungsort na- türlih das Kriterium niht abgeben kann. Andere sind daher der Meinung, daß das Ministerium, um jedenfalls wenigstens den Schein der Konsequenz auf das möglichste zu behaupten, nur die Zucker von China und Siam, wo feine Sklaven zur Fabrication gebraucht wer- den, und welhe Länder von den Staaten, wo Sflaven- Arbeit benutzt wird, möglichst entfernt liegen, gegen mäßigen Zoll zur Consumtion zulassen werde, wobei denn freilih die Möglichkeit nicht ausgeschlossen wäre, daß auch brasilianishe Zu>er den Weg über China nah Eng land fänden. :

Moldau und Wallachei.

Von der türkischen Gränze, 12. März. (A. Z) Die unruhige Stimmung in der Moldau und in der Wallachei scheint tâg= lih zuzunehmen. Vorzüglich sind tie Umtriebe gegen den Hospodar der Moldau drohend; man macht demselben die empfindlichsten VBor= würfe in Hinsicht der Verwaltung der öffentlichen Gelder; es wird unter Anderem behauptet, eine Summe von 2—3 Millionen P.astern sei aus dem öffentlichen Schatz spurlos verschwunden. Ob diese Ver= dächtigungen gegründet sind, is schwer zu beurtheilen ; die Erwähnung derselben is nothwendig, insofern sie als cin Symptom des herrshen- den Geistes erscheint.

Der durch seine Spezial-Missionen in Dalmatien, Monkenegro 2c. bekannte russische Agent Tscheffkin ist zum russischen General Konsul für Norwegen ernanut worden. Er wird dieser Tage Orsowa, wo er si< in der leßten Zeit aufhielt, verlassen, um auf seinen Posten abzugehen.

La Plata - Staaten.

u Paris, 22. März. Bekanntlich hatte der Diftator- Rosas von Buenos Ayres am 22, September an deu brasilianischen Gesandten daselbs eine Note gerichtet, welcher dieser als in hohem Grade ver- lebend für \\< und für seine Regierung betrachtete, und worauf er eine eben so feste und würdige als gemäßigte Antwort gab. Die brasilianishe Regierung verlangte Genugthuung und vor Allem Zu- rü>uahme der verleßenden Note. Der Diktator Rosas ging jedoch nit darauf ein, und die brasiliguische Regieruug sah sich daher in die Nothwendigkeit verseßt, ihren Gesandten zurückzurufen. Dieser verlicß in der That die argentinischen Staaten, und ließ nur den brasiliani-= hen Konsul zurü>, zum Behufe der Erledigung der bloßen Haudels= Angelegenheiten. Nachdem Rosas so mit Brasilien si<h überworfen hatte, scheint er nun au< mit England in Differenzen gerathen zu sein. Die Flotte des Admirals Brown blokirt befanntlih alle Häfen der orientalischen Republik des Uruguay. Nun hatten aber mehrere englische Häuser zu Maldonado, dem bedeutendsten Hafenplabe dieser Re- publik nah Montevideo, an 11,000 Häute aufgelagert, die sie nah Europa auszuführen beabsichtigten. Der englische Commodore Purvis richtete daher eine Note an Oribe, Rosas? General, in welcher er um Aus- stellung eines Befehls au den Kommandanten der Blokade ersuchte, auf daß dieser die Ausfuhr dieser Häute gestatte. Auf diese Note erwartete der Commodore Purvis einige Zeit vergeblich eine Antwort. Ueber das Ausbleiben derselben mit Recht entrüstet, richtet nun der Commodore eine zweite Note an Oribe, worin er kategorish eine Antwort binnen vierundzwanzig Stunden verlangte. Abermals ver- geblih. Hierauf erklärte nun der Commodore, in so lange die Blo- fade sämmtlicher Häfen der orientalischen Republik niht mehr aner- fennen zu wollen, bis ihm Genugthuung geworden sei, und verlangte zugleich Entschädigungen für die Verluste, welche der englische Hans del in Folge der Blokade erlitten habe. Durch diesen Entschluß des englischen Commodore änderte sich, wie es scheint, auch die Lage der belagerten Hauptstadt Montevideo bedeutend. Es gelang, starke La- dungen von Lebensmitteln in den Plaß zu bringen, der daran schon bedeutend Mangel litt, Zu gleicher Zeit soll zu Montevideo Nach- riht augelangt sein, daß von Corrientes her eine Kolonne anrücdke, um si< mit Rivera zu vereinigen, und eben dadurch soll Oribe zu dem Entschlusse veranlaßt worden scin, den Sturm vom 7, Januar auf die Stadt zu wagen, bei dem er bekanutlich zurückgeschlagen wor= den sein soll.

Jn ganz Brasilien herrschte volllommene Ruhe, vom Amazonen- strome bis zum Rio de la Plata, wenn man die Streifzüge einiger Banden abrechnet, die si< au den Gränzen zwischen Brasilien auf der einen, und der argentinischen Conföderation und der orientali- hen Republi> des Uruguay auf der anderen Seite abrechuet, die bald auf der einen, bald auf der anderen Seite der Gränze erschei- nen, bald die Truppen des Diktators Rosas beunruhigen, bald an den Bewohnern der brasilianischen Gränzprovinz Räubereien ver= üben, Sehr günstig lauten die Berichte aus Bahia, das sich von dem Unheil, das es durch Erdstürze im vorigen Jahre erlitten hatte, mit gußerordentliher Schnelle wieder erholte, und dessen Handel einen nie gekannten Aufschwung nimmt. Man berichtet von dort unter anderem die Errichtung einer wahrhaft kolossalen Papierfabrik, welche allein im Stande sein soll, den ganzen Bedarf des Kaiser= reiches an Papier zu liefern.

Vervollständigung des Leuchtthurm-Systems in Frankreich.

m Paris, 21. März. Der Minister der öffentlichen Arbeiten hat kürzlich eine außetordentlihe Kreditbewilligung von 46 Mill. Fr. zur Ausbesserung mehrerer französishen Häfen der Kammer vorge- legt, Von den gebtten 46 Millionen sollen 25 Millionen auf Her- stellung eines vollkommenen Leuchtthurm - Systems längs der franzö sischen Meeresküste verwendet werden. Bekanntlich is die französische Seeküste am Atlantischen Meere für die Schifffahrt sehr gefährlich, und so oft der leiseste Sturm si dort erhebt, haben wir eine Menge Unglücksfälle zu beklagen. Nicht nur Frankreich, sondern alle see»

fahrenden Nationen Europa's müssen daher der französischen Regie- rung dafür Dank wissen, daß sie dur< die Errichtung neuer und

Beilage zur Allgemeinen Preußischen Zeitung.

f

Freitag den 29?# März.

die Vervollkommnung der bestchenden Leuchtthürme die Gefahren der Schifffahrt auf dem Atlantischen Meere zu vermindern trahtet. Eine historishe Uebersicht der Küstenbeleuhtung in Franfreih dürfte daher

niht chne Juteresse sein.

Während der langen Kricge reiches blieb die Küstenbeleuhtung zu Anfang der Revolution von 1789. Frankrei<h bei einer Küsten - Ausdehnung von nur 10 Leuchtthürme, deren Licht 20 25 Kilometres weit

Noch im Jahre 181

der Republik und des Kaiser=- in demselben Zustande, wie

9 zählte

335 Myriametres

sich er-

stre>te; dazu famen 20 fleinere Leuchtthürme am Eingange einzelner

Häfen.

Küstenbeleuhtung adoptirt. Dasselbe bestand aus

Erst im Jahre 1825 wurde ein General - Projekt für die 51 Leuchtthürmen,

wovon 28 ersten Ranges mit einer Licht-Jutensität von 35—950 Ki=

lometres, 5 zweiten Ranges mit einer Licht -Jntensität von

28—33

Kilometres und endlih 18 dritten Ranges mit einer Licht - Jntensität

von 2i—26 Kilometres. tet werden, wo dieselben nöthig wären.

Ueberdies sollten Hafenfeuer überall errih- Bei der neuen Küstenbe=-

leuchtung sollte das vom befannten Jngenieur Augustin Fresnel er=- fundene dioptrische System mittelst Linsengläsern durchgehends befolgt

werdei!.

Die Kosten davon wurden auf 7,090,000 Fr. angeschlagen.

Die Juli - Revolution fand die Ausführung dieses Projektes kaum begonnen z deun von den bewilligten 7 Millionen waren bis zum Jahre 1830 nur 41,500,000 Fr. darauf verwendet worden. Jm Jahre 1833 wurde daher ein neuer Geseß-Entwurf eingebraht, um die lang pro-

jeftirte Küstenbeleu<htung zu vollführen. Die

Regierung begehrte

darin eine Kreditbewilligung von 3,958,000 Fr. zur Errichtung und

Ausbesserung von 27 Leuchtthürmen verschiedenen Ranges.

Als man

jedoch zur Ausführung kam, fand es sich, daß dies Projekt nicht ge=-

hörig durchstudirt worden war. um die nothwendigen Modificationen daran vorzunehmen. Un

Eine Kommission wurde eingeseßt,

ter An=

derem beschloß die Kommission, daß der Leuchtthurm von Dünkirchen

statt vom dritten, vom ersten Range gebaut werden

sollte.

Der

Leuchtthurm von Gravelines, welchen man im Jahre 1833 vertagen

wollte, wurde unverzüglich gebaut.

Der Leuchtthurm von la Hague

wurde statt auf dem Kontinent auf einem Felsen im Meere errichtet. Jm Jahre 1837 wurde die Beleuchtung der Küsten von Korsika dur die Errichtung vou 5 Leuchtthürmen ersten Ranges vervollständigt, welche daran sind, vollendet zu werden, nämlih am Kap Corso, am Eingang der Buchten von Colvi, Ajaccio und Porto - Vecchio , und

endlich am Kap von Bonifacio.

Die Beleuchtung der französischen Seeküste zählt gegenwärtig :

38 Leuchtthürme mit Linsengläsern à la Fresnel, 8 Leuchtthürme nah dem alten System,

46 Leuchtthürme vierten Ranges,

46 Leuchtthürme mit Scheinwersern,

Dessenungeachtet machen die zahlreichen Unglücksfälle im Atlan= tischen Meere die Nothwendigkeit einer ausgedehnteren Küstenbeleuch=

tung tägli mehr Fsühlbar.

Es haudelt sich gegenwärtig nicht nur

darum, das Projekt von 1825 in Ausführung zu bringen, sondern auch die wesentlichen Erweiterungen dazu zu machen, welche durch die seit dem

draulischen Arbeiten nothwendig geworden. Die eigens dazu Kommission hat in der Sißung vom 13. Februar 1842 der ein vollständiges Programm vorgelegt,

die Summe von 2,400,000 angeseßt wurde.

forderlichen Kreditsgelder auf wenigstens 2,500,000 Fr. welche der Minister der öffentlichen Arbeiten jeßt begehrt. treffenden Bauten zerfallen in folgende funfzehn Artikel :

1) Hafen von Calais. Die Unmöglichkeit auf dem be- stehenden Leuchtthurm das dioptrishe System à la Fresnel anzubringen, macht die Errichtung eines neuen Leuchtthurmes ersten Ranges nothwendig, wozu erfordert wird die Summe R a

2) Bucht von Etaples (Pas de Calais). Die zahlreih= ]ten und s{<wersten Unglücksfälle ereignen si< hier. Dem vorzubeugen sollen zwei Leuchtthürme ersten Ranges mit fixen Lichtern \o errichtet werden, daß man sie immer gleih= zeitig wahrnehmen wird, ohne sie mit einander zu verwech= seln. Diese Bauten interessiren vorzüglich die Nord-Schiff= fahrt und sollen unverzüglich begonnen werden, wozu aus= gesebt wird... eee aegen pt ooe ees eden R S e s

3) Cap de l’Ailly., Zur Vermehrung der Licht-Juten- sität seines Leuchtthurmes soll eine neue Vorrichtung seines Eflipsenfeuers vorgenommen werden... „eee eee

4) Ein Leuchtthurm ersten Ranges soll in Fatonville (Calvados) errichtet werden, um im Verein mit dem Leucht- thurme von Honfleur des Nachts die Durchfahrt zwischen den Bänken von Arfor und Rottier an der Mündung der Seine', anzuzeigen, Der Leuchtthurm von Fatonville wird vorzüglich Seefahrern in der Rhede von Hâvre nüzlich

/

5) Das eben Angeführte crklärt die Errichtung des

Leuchtthurmes von Houfleur, 5800 Metres von Fatonbvoille entfernt, Dieser Leuchtthurm braucht nicht ein so starkes Licht zu projektiren, wegen der großen Nähe des ersteren. Darum wird er nur dritten Ranges mit fixem Feuer sein. 6) Die Errichtung eines Leuhtthurmes dritten Ranges mit kurzen Eflipsen auf der Jusel Chousey (Manche) 14 Ki= lometres von Granville entlegen, soll den Seefahrern die zahlreichen Felsen jener Gewässer vermeiden lassen... 7) Der Leuchtthurm ersten Ranges am Cap Fréhel (Côtes du Nord) weist den zahlreichen Fahrzeugen , welche die Bucht von San - Malo befahren, einen eben so sicheren als erwünshten Rettungshasen. Anfangs war davon die Rede, nur dessen Beleuchtung zu ändern, aber die Wichtig= keit dieses Punktes hat die Regierung bewogen, einen neuen Leuchtthurm ersten Ranges dort aufzuführen... 8) und 9) Ein Leuchtthurm dritten Ranges auf der Spiße von Petit - Minou (Finisterre) und ein Leuchtthurm zweiten Ranges auf der Spiße von Portzic, sollen in der Bucht von Brest die gefährlichen Felsen von Coq, Basse= Beuzec und Vandrée andeuten s 10) Der Leuchtthurm am Felsen du Four, (Loire infe- rieur) nördli< von der Mündung der Loire soll erhöht, und dessen Beleuchtung eine Einrichtung à la Fresnel erhalten, statt wie bisher mit Scheinwerfern. . +64 (60e o ee 11) Der Hafen von Sables (Vendée) wird den See=- fahrern dur einen Leuchtthurm, der schon baufällig zu wer= den anfängt, angezeigt. Die Regierung wünscht dessen Wiedererbauung mit kurzer Eflipsen-Beleuhhtung .…......-+ 12) Aus nämlihem Grunde soll der Leucdtthurm auf

Jahre 1833 längs der französischen Meeresküste unternommenen hy-

ernannte Kammer

welches dem heutigen Geseß- Entwurfe der Regierung als Grundlage dient und dessen Kostenbetrag auf Spätere von der Re- gicrung angeordnete Vorstudien haben zu dem Programm der Kom- mission cinige Zusäße rathsam gemacht, welche die Summe der er-

erheben, Die be-

Fr.

280,000

620,000

86,000

sein, um die gefährliche Felsenbank de l’Eclat zu vermeiden 252,000

96,000

00,000

.. 457,000

ee Li «oa cáecou es LIAVEO

90,000