1844 / 98 p. 3 (Allgemeine Preußische Zeitung) scan diff

Die portugiestschen Rebellen waren no< am 22sten ganz ‘unge-

stört in A meida. * portugal.

abon, 21. März. Die Feinde des Ministers Herrn E beri weiden in ihren Bemühungen zu seinem Sturze nicht müde. Da sie es_nicht wagen, offen dem Aufstande sich beizugesellen, der ihre vollsten Sympathieen hat, so schlagen sie nun andere Mittel ein, um denn do< wenigstens die Entsernung des ihnen verhaßten Mannes zu erzielen. Sie haben in den leßten Tagen mehrere Ver-= sammlungen gehalten, in welhen eine Adresse an die Königin be- lossen wurde, worin vorgestellt werden soll, daß das längere Ver- bleiben des genannten Ministers im Ministerium, welches vorzugsweise on den Ausbruch des jeßigen Aufstandes veranlaßt habe, no< weit größere Uebel herbeiführen fönne, da nun einmal die öffentliche Stim- mung gegen denselben sei und Mißtrauen gegen ihn hege, ja die Möglichkeit eines Bürgerkrieges drohend in Aussicht stehe. Die Küö= nigin möge daher in ihrer Obsorge für das Wohl der Nation, um solche Uebel abzuwenden, von ihrer Prärogative Gebrauch machen und diesen Minister aus dem Kabinet entfernen, Daß dieser Schritt einen Erfolg haben werde, ist niht zu erwarten, da die Königin zu gut weiß, daß gerade Herr Costa Cabral die Hauptstüße der gegenwärtigen Ordnung der Dinge und Verwaltung ist, daß er die große Majorität der Mitglieder beider Kammern für sh hat, und daß es vorzugsweise seine Energie und Festigkeit war, welcher die Erdrü>ung der jeßigen Ausstands-Versuche zu danken ist. Die Regierung, welhe von dieser Versammlung, \o wie von dem Zwede derselben, genau unterrichtet war, hat dadurch, daß sie die- selben niht verhinderte, was ihr bei dem Fortbestehen des Belage= rungs-Standes ein Leichtes gewesen wäre, einen neuen Beweis ge- geben, daß sie sih stark fühlt und vor dergleichen Manifestationen, so lange sie wenigstens äußerlich die geseßlichen Formen beobachten, feine Furht hat. Man darf sonach mit ziemlicher Gewißheit vor= aussehen, daß Herr Costa Cabral nah wie vor seinen Plaß im Ka- binete fortbehaupten wird, T ; Die Nachrichten aus Almeida reichen nicht über den 17ten hin- aus. Graf Bomfim mit den Seinigen behauptete si damals noch in jenem Plate, scheint aber bereits in gefährlicher Lage darin si zu befinden. Am 14ten war endlich auch die Brigade des Generals Vallongo vor dem Plate angekommen und hatte ihre Stellungen eingenommen, so daß jeßt die Blokade vollständig und die Verbin- dungen der Belagerten nah außen gänzlich abgeschnitten sind. Die Artillerie oon Porto war noch nicht in voller Zahl angekommen, wurde aber stündli<h erwartet. Nach ihrem Eintressen wollte der General Visconde de Fonte Nova unverzüglih das Feuer gegen den Plaß beginnen, dessen Befestigungen von Bomfim in der Eile so gut als möglih wieder ausgebessert worden sind. Jndeß darf man über= zeugt Un, daß Almeida \i< nicht lange halten wird, sobald es nur den Generalen der Königin ernst is, es anzugreifen, Der Mangel an Lebensmitteln in der Stadt wird am mächtigsten zur

Uebergabe mitwirken. Die spanischen Truppen an der Gränze ha= ben, wie man hört, no< weitere Verstärkungen erhalten und stehen jeßt unter dem direkten Oberbesehle des General = Capitains Manso oon Alt = Castilien selbst, der von Valladolid aus von seiner Regie- rung zur Uebernahme des Oberbefehls über dies Beobachtungs-Corps abgeshi>t worden ist. Er hat den Austrag, die portugiesischen Jn=- urgenten, im Falle dieselben ihr Heil in der Flucht nah Spanien uchen sollten, sogleih nah Ueberschreitung der Gränze zu entwas- nen, die Waffen an die portugiesischen Behörden zurückzuliefern , die Mannschaft aber ins Jnnere von Spanien abzuführen, wo bereits ein Depot für sie angewiesen is. Hier dauert die Ruhe ununterbro-= hen fort und is wohl au für die Zukunft gesichert.

Griechenland.

3 Athen, 12. März. Jn meinem leßten Briefe habe ih Jhnen berichtet, daß der von der National - Versammlung verfaßte und debattirte Constitutions-Entwurf dem Könige zur Erklärung über denselben vorgelegt worden. Wie es im Publikum heißt, E sich der König unausgesebt 6 Tage lang mit der Prüfung dieses Entwurfes, bis gestern. Es wurde viel darüber gesprochen, daß in dieser Zeit nur die Herren Maurokordatos , Kolettis und Londos zur Berathung gezogen wurden, während kein anderer Minister, Vice- Präsident der Versammlung oder sonst bedeutender Staatsmann, nicht einmal der Minister-Präsident Kanaris, zur Theilnahme aufgefordert wurde, daß aber dafür die “Me oft zwei- bis dreimal des Tages im Palais erschienen. ie diesen Herren entgegenstehende Partei der Autochthonen, welche bekanntlich in der Versammlung fast immer die Majorität hatte, und selbst in der Frage über die Lebens=- länglihkeit der Senatoren nur deshalb unterlegen war, weil eine Fraction derselben die persönlihen Wünsche des Königs berücssichtigt hatte, glaubte hierin eine ausschließliche Hinneigung des Königs zu denjenigen Interessen zu sehen, welche diese drei Herren ausschließlich zu vertreten von ihr beschuldigt werden, und fühlte sich dadurch ver=

legt und beunruhigt. E ; Kanaris, als Minister =- Präsident, die

Gestern endlih brachte y Königl. Erklärung über den Verfassungs - Entwurf in die Versamm-

lung und übergab sie an Maurokordatos, welcher sie mit Zeichen“ der Neugierde und des Erstaunens durchlas und dann einem der Secre- taire zur Vorlesung übergab, Die Versammlung verordnete deren Dru>, Gleich nah deren Schlusse durchlief das Gerücht wie ein Lauffeuer die Stadt, die Botschast des Königs enthalte ebenso ver- derblihe als hinterlistige Vorschläge , namentli verlange sie die Er- richtung von Martial- Gerichten zur Aburtheilung politischer Verbre= <en u, \. w. Die Aufregung hierüber dauert Tari und scheint im Steigen zu sein, da ihr von keiner Seite entgegengearbeitet wird; denn Maurokordatos und Kolettis haben jede Theilnahme an dieser Botschaft auf das v cs abgelehnt, Gleichwohl enthält aber dieselbe für den Unbefangenen auch niht das geringste Verfängliche und, mit etwaiger Ausnahme der unten folgenden, lauter Vorschläge von sehr untergeordnetem Gewichte, weêwegen viele Königsfreunde die Botschaft von geringerer Ausdehnung und hier und da anders moti- virt gewünscht hätten. Was die Ae Rechte betrifft, so ver= langt sie hauptsächlich, daß dem Artikel über die Exekutiv - Gewalt eine etwas monarchishere Wendung gegeben werde. Der Entwurf sagt nämlich: „Die Exekutiv-Gewalt steht dem Könige zu, sie wird durch verantwortliche, von ihm ernannte Minister ausgeübt“; die Bot= schast sagt aber statt dessen: „Er übt sie dur< verantwortliche von Au ernannte Minister aus.“ Ferner vindizirt sie für den König die U VoN, welche ihm der Entwurf nicht ausdrü>lih zuspricht, obgleih au nah ihm der König alle Richter ernennt, Auch ändert sie die aus der belgischen Verfaffung entlehnte Bestimmung über die Reis ver Rai e im Namen des Volkes von dem Tode des reaus wis det geseplichen Vereidigung des Nachfolgers zu füh- Tangte Ua Vie Resten Pn Bezug N die Kammern ver- ten Projekts, nämlich beten Be oldu U it 6000 Dr. bali unb das Recht, deren Anzahl unbeschränkt zu vermehren; ferner die Verme Lng der Taggelder der Deputirten eg T 300 Q 0A d, Baus ihrer Reisekosten und Verminderun, Gs An: zahl, Jn Bezug auf das Dekret üher die Ausschließung e fremden

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Griehen von den öffentlichen Stellen, verlangte die Botschaft das Recht, in dringenderen Fällen Ausnahmen zu machen, jedo verzichtete sie ausdrü>li<h auf die Ernennung von Ministern aus der Klasse der Ausgeschlossenen. Von Martialgerihten steht aber kein Wort in der Botschaft. Sie tritt vielmehr der Bestimmung des Entwurfes, wo- durch alle politischen Verbrehen an die Geshworenen verwiesen wer- den, insofern dies Preßvergehen sind, unbedingt bei, wünscht aber, die Kompetenzfrage in Rücssicht der übrigen politishen Verbrechen vor der Hand noh< nicht entschieden, „weil sih vielleicht eine passendere Art ihrer Lösung auffinden lasse.“ Diese leßtere, etwas allgemein gehaltene Phrase veranlaßte nun bei den Septembristen und anderen susceptibeln Gemüthern den ganz ungegründeten Verdacht, daß unter derselben Martial = Gerichte verstanden seien. Es dürfte sich hon aus dieser flüchtigen Skizze ergeben, welher Geist der Mäßigung die Königliche Botschaft durch= dringt, und daß daher eigentlich die durch sie hervorgerufene Aufregung mehr in der Unzufriedenheit der vernachlässigten Partei-Chefs mit der von dem Könige beobachteten Haltung, als in dem Jnhalte der Botschaft ihren Grund hatte. Diese Aufregung müßte aber natür= lih dur das auffallende Zurücktreten der obengenannten Mitarbeiter des Königs sehr vermehrt werden, da dieselben die wirkli<h Fürchten= den zu dem Schlusse veranlaßte, daß der gehegte Verdacht nicht unbegründet sei. Viel Redens macht auch die heute angetretene Lustreise des frauzösishen Gesandten nah Poros, welche im Publifum vielfa<h als eine stills<hweigende Protestation gegen den Jnhalt der Botschaft betrachtet wird. Ueber die Haltung des englischen Ge sandten sind die Stimmen getheilt, keinenfalls sind bis jeßt fräftige Schritte von seiner Seite zu Gunsten des Königs geschehen.

53 Athen, 17. März. Die National - Versammlung hat die Königliche Botschaft in dreitägiger geheimer Sißung berathen und das Resultat ihrer Arbeiten dem Könige gestern vorgelegt. In die=- ser Antwort der Versammlung sind die Vorschläge der Botschaft über die Königlichen Prärogative angenommen worden, mit Ausnahme der Bestimmung über die Exekutivgewalt, wonach also für Griechen= land der Saß gilt le roi regne , mais il ne gouverne pas; die auf die beiden Kammern bezüglihen Vorschläge der Botschaft wurden ganz zurü{gewiesen, die übrigen aber theils angenommen, theils amendirt, theils verworfen; das von der Botschaft geforderte Recht endlich, von dem Beamten-Dekrete in dringenden Fällen Aus- nahmen machen zu dürfen, wurde auf Konsulats- und Dollmetscher= stellen beschränkt, Eine halbe Stunde nach Ueberreichung der Ant= wort der Versammlung an Se. Majestät wurde in dieser ein Reskript verlesen, worin der König in eben so huldvollen als würdigen Aus= drü>en seine unbedingte Zustimmung zu den Beschlüssen der Ver= sammlung ertheilt, Der Enthusiaëmus über diese Nachricht war ungemein groß, Müßen und Hüte flogen in die Höhe und die Vivats wollten kein Ende nehmen. Anfangs wollte die Versammlung in corpore in den Palast ziehen, um dem Könige zu danken, doch wurde später auf Maurokordatos Betreiben eine Kommission von 63 Mitgliedern zu dem Ende beliebt. (Das Nähere und die betreffen- den Aktenstü>ke haben wir bereits gestern mitgetheilt. Die Red.)

Schuldig oder Nichtschuldig!

is der Titel einer neuerlich in Mannheim erschienenen Schrift, welche auch in hiesigen Blättern bestens und mit dem Bemerken em= pfohlen wird, die Frage über Oeffentlichkeit und Mündlichkeit der Rechtspflege sei für alle bürgerlichen Verhältnisse so unermeßlich wichtig, daß kein denkend er Mensch verabsäumen solle, sich mit ihr zu be= schäftigen. Der Verfasser jener Schrift berichtet nämlih, daß im Großherzogthum Baden drei unschuldige Leute des nächtlihen Stra= ßenraubes angeklagt, dur das Zeugniß der Beraubten angeblich über= führt und von den Richtern, welche „ledigli<h nah den Akten zu sprechen hatten‘‘, verurtheilt wurden z erst nahdem sie Jahr und Tag im Zuchthause zugebracht, vereinten si glückliche Umstände, ihre Un= huld an den Tag zu bringen. Dem erwähnten Referat gemäß, weist der praktische Jurist, welcher den Fall zur öffentlichen Kenntniß bringt, auf das Gefährliche hin, den Richter dur die Brille des Jnquirenten sehen zu lassen, dringt darauf, den Angeklagten mündlich mit dem Richter in unmittelbare Verbindung zu bringen, als Beaufsichtigung für Beide aber die Oeffentlichkeit daneben zu stellen.

Es ist keinesweges unsere Absicht, den Streit über die Vorzüge des mündlih-öffentlihen und des sogenannten Geheimverfahrens hier aufzunehmen, nur erinnern wollen wir, daß alle Argumente, die man aus einem Falle, wie der vorliegende, gegen den deutschen Kriminal- Prozeß zieht, mit verdoppeltem Gewicht den französischen treffen, wenn bei ihm Aehnliches gefunden werden sollte. Und gewiß, es fehlt nicht au Verdikten, die troß der Mündlichkeit und Oeffentlichkeit auf ganze Meilen an der Wahrheit vorbeigehen! Wir könnten selbst einige an= führen, großentheils nah unmittelbarer Anschauung, es scheint aber zwe>mäßiger, auf einen Fall Bezug zu nehmen, dessen Einzelnheiten Jeder in Hißbig's Annalen nachlesen fann: den Prozeß des unglück- lihen Lesurgues, der von einer pariser Jury des Raubmordes schul= dig befunden und guillotinirt wurde, obwohl er vollkommen schuldlos war, verdient gewiß die Beachtung jedes denkenden Menschen. Wenn die Begebenheit in Baden wirklih das \hriftlihe Verfahren tief unter das mündlich=-öffentliche stellt, was wird dann aus leßterem Angesichts des pariser Verdikts ? / i

Sobald \i< die Unschuld jener drei Opfer der menschlichen Fehl= barkeit ergeben hatte, stand ihrer Rehabilitation durchaus nichts ent- gegen. Die Schuldlosigkeit von Lesurgues wurde wenige Jahre nach der Hinrichtung juristish festgestellt, und noch heute sind seine Hin= terbliebenen vergeblih bemüht, eine Reinigung von dem Makel zu erwirken, welher der an ihm verübte Justizmord ihrem Namen guf

edrüt, nicht einmal die Zurückgabe seines eingezogenen Vermögens aben sie erlangen fönnen, Und wäre Lesurgues nicht zum Tode, son= dern nur zur Galeerenstrafe verurtheilt worden, so hätte die Ermit-= telung seiner Unschuld kein anderes Ergebniß herbeigeführt, als daß die Regierung ihm auf dem Wege der Gnade den Rest der Strafe erlies. Ein Mehreres wäre ihr ganz unmöglich gewesen. Denn nur Formfehler im Verfahren können die Cassation eines Urtheils herbei= führen, sonst ist das Verdikt der Jury souverain und unveränderlich, weitere Vertheidigung oder zweite Jnstanz unzulässig, ja handgreif- licher Unsinn in demselben vermag nichts gegen dessen höchste Au- torität und seine Unvéränderlichkeitz wie der unschuldig Verurtheilte rettungslos verloren bleibt, kann der einmal freigesprochene Verbrecher ohne allen Nachtheil das verübte Verbrechen eingestehen.

Alles dies beweist, daß die französische Gerichtsverfassung doch nicht \o unendlich hoh über der unseren stehe, wie Unkundige anzu=- nehmen geneigt sind, allen menschlichen Einrichtungen wohnt noth= wendig ein gewisser Grad von Mangelhasftigkeit bei, sowohl diesseits als jenseits des Rheins, und wenn wir gegen das von dorther Kom- mende doppelt vorsichtig sind, so rechtfertigt sich das vielleicht durch andere, allgemein bekannte Umstände.

Handels- und Börsen - Uachrichten.

Berlin, 6. April, Das Geschäft war im Allgemeinen heute träge und die meisten Effekten etwas matter. Seit der legten Börsen - Notiz sind Niederschlesische bedeutend und Köln-Mindener etwas gestiegen, dagegen waren Anhalter Actien und Hamburger Quittungsbogen flauer.

Breslau, 3. April. Getraide-Preise, Höchster : Mitiler : Weizen 1 Rthl, 27 Sgr. Pf. 1 Rthl. 18 Sgr. 6 Pf. Roggen T F: 6 » » E d 9 » Gerste » 28 » Hâser » 20 » Se Ls

Hamburg , 3., April.

Niedrigster : 41 Rthl.10Sgr, Pf. E e

26 » 25 » G 2: O » 19 » 6 »

. (B. H.) Getraide - Preise. Weizen, poln. 109. 140 Rihlr, anhalt. u. magd. rother 100 . 130 Rthlr., weißer 108 . 133 Rthlr,, märk. u. braunschw, 98 128 Rthlr., \<hles. gelber 112 . 128 Rthlr., weißer 112. 132 Rthlr., me>lenb, u, pomm. 67.134 Rthlr., holstein. 67 . 125 Rihlr. , eyder u, büsum. w. 106. 117 Rthlr., niederelb. r. u. b. 94,118 Rthlr. Noggen, danz., elb. u. kön, 72.78 Rthlr,, märt., me>l., pomm. 70.78 Rthlr., holst. u, niederelb, 70 . 73 Rthlr., dänisch. 70. 73 Rthlr, Gerste, m. u. oderbr. 56,60 Rthlr., anh. u, magd. 62.67 Rithlr., holt, u, me>lenb, 51 . 67 Nthlr., dän, 48, 64 Rihlr. Hafer, ober- länd. 42 . 47 Rihlr., me>lenb, u. holst. 42.48 Rthlr., niederelb. w. 36 . 43 Rthlr., eyder u. husumer 33. 42 Rthlr., dän. 37.44 Rthlr, Erb- sen 66.76 Rthlr, Wicken 50, 60 Rthlr, Rappsaamen 147 . 160 Rthlr.

Paris , 1. April, Die Liquidation ging heute an der Börse leichter von Statten, als man anfangs geglaubt hatte. Die spanischen Fonds hielten sich gut, Die Eisenbahn-Actien waren gesucht. An Geld ist Ueberfluß.

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Den 6. April 1844. Pr. Cour. Brief. | Geld.

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Amsterdam 250 FI. do. 250 FI. 300 Mk. 300 Mk. 1 LSt. 300 Fr. 150 FI. 150 FI. 100 Tblr.

100 Thir.

Frankfurt a. M. WZ..- «eso... 100 FI. Petersburg... «ooo o o oooooo eer 100 SRbIl.

Auswärtige Börsen.

Amsterdam, 2. April. Niederl. wirkl, Sch. 614. 5% do. 1005. 5% Span. 227. 3% do. 375. Pass. 71, Ausg. —. Zinsl. 8e. Preuss. Per. Sch. —. Pol. —. Oesterr. 109%. 4% Russ. Wope 90%.

Antwerpen, I. April. Zinsl. $8. Neue Aul. 215.

Frankfurta. M., 3. April, 5% Met. 113% G, Bank - Actien 2010, Bayr. Bank-Actien 698 G. Hope 90%. Stiegl. 895. Int. 59%. Poln. 300 Fl, 9475 6. do. 500 Fl. 995. do. 200 Fl. 32% G.

Ham burg, 4. April. Bank-Actien 1680 Br. Engl. Russ. 1133 G.

Paris, I. April. 5% Rente fin cour. 122. 40. 3% Rente fin cour. S3. 5, 5% Neapl. au compt. 101.75. 5% Span, Rente 345. Pass. 65.

Petersb urg;, 29, März. Lond. 3 Met. 37 aE, Hamb. 34-Z, Paris 406. Poln. 300 Fl. 90%. do. 500 Fl. 934. do. 200 Fl, 3L.

Wien, 2. April. 5% Met. 1107, 4% 100%. 3% 773. 25% —. Anl. de 1834 1493. de 1839 1317. Bank - At tien 1632. Nordb. 145, Gloggn. 111%. Mail. 10877. Livoro. 1023. Pesth. 1043.

Königliche Schauspiele. Sonntag, 7. April. “Belmonte und Constanze, Hierauf: Divertissement. Im Konzertsaale :

1505 1495 24% 7945 104% 1025 995 100 995 56 26 1075

Hamburg do. London

Wlan in 20 pi ep oie Epe Augsburg... «eee co o c oe eo e naer

Breslau

Leipzig in Courant im 14 Thl. Fuss. .

56 22 10

Ein

Camoens. Dramatisches Gedicht in 1 Akt, von Fr. Halm. Hierauf: Der Jude. Schauspiel in 4 Abth., nach R. Cumberland. (Herr Döring: Schewa, als Gastrolle.) Montag, 8. April. Der Plahregen als Ehe-Prokurator,

Die Jnusel der Liebe. ; i Dienstag, 9. April. Marie, oder: Die Tochter des Regiments. Jm Konzertsaale : Französische Vorstellung.

Königsstädtisches Theater.

Sonntag, 7. April. Des Schauspielers leßte Rolle. (Mad. Hellwig, Königlich sächsische Hof - Schauspielerin: Nettchen, als Gastrolle.) Dazu: Gast =- Vorstellung des Kinder-Ballets des Herrn Price.

Montag, 8. April, (Jtalienishe Opern - Vorstellung.) Zum

¡ Opera busfa in 2 Alti.

erstenmale : Il Matrimonio segreto. Musica del Macstro Cimarosa. Dazu: Gast- Vorstellung des (Erster Theil.

Kinder-Ballets des Herrn Price. sächsische Hof - Schauspielerin : Hulda, als

Hier- auf :

Dienstag, 9. April. Das Donauweibchen. Mad. Hellwig, Königl. Gastrolle.)

Soirées Littéraires dans la salle de lhôtel de Russie.

Jeudi, 11. Avril, Mr. le Comte de Suzor aura l’honneur de donner une Soirée Littéraire faisant la continuation de celle, qui a déjà eu lieu le 25. Mars dernier. Les séances qui cuivront celle-ci, se tiendront aussí les lundis et les jeudis sui- vants. Il y aura en tout onze soirées, formant une sÉrÍeC complète. Le prix de lP'abonnement pour les onze séances est de 6 Thalers par personne; et de 1 Thaler pour une seule soirée. On peut se procurer des billets à lhôtel de Russie, et au domicile de Mr. de Suzor, Neustädterc Kirch- strasse 8, près des tilleuls, et chez Mr. Schlesinger, s0us les tilleuls 34. La soirée commencera à 7 heures précises.

Verantwortlicher Redacteur Dr. J. W. Zinkeisen,

Gedruckt in der De>kerschen Geheimen Ober - Hofbuchdru>erei. Beilage

Me 98,

I: his 1. t;

Deutsche Buudesftaaten. Hannover. Hannovex, Gustav-Adolph's- |

Vercin. Hameln. Fest der norddeutschen Liedertafeln.

QEEEEEENE Monarchie. Schreiben aus Böhmen. (Gewerbe- Verein,

Nußland und Polen.

Frankreich. wegungen.

Italien. Rom. Kardinal Vannicelli Casoni Bologna crnannt. Thalberg. Von der

_Gränze, Vorsichts-Maß-egeln im Kirchenstaate.

Serbien, Von der türkishen Gränze. Verhaftung cines poliíti- schen Ageuten in Belgrad.

Moldau uud Wallachei. Bucharest, Die General - Versammlung verwirst dic Truppen-Vermchrung und die Minen-Verpachtung.

Aegypten, Alexandrien. Die Befesti gungs - Arbeiten werden thätig »etrieben.

Eisenbahnen. Köln, Entscheidung des rheinischen Appellationshofes,

St. Petersburg.

zum Prolegaten vou florcntinischen

Nhevdt. Anschluß an die rheinische Eisenbahn, Braunschweig. |

Bahn von Braunschweig nach Hanuover, Handels- und Börsen-Nachrichten. Magdeburg, Köln, Lonu- don und Hull, Marktbericht,

Ausland.

Deutsche Bundesstaaten. _ Hannover SHaunover, 28. März. (H. K.) Der hiesige Gustay- Adolph = Verein, welchem vom Ministerium der geistlihen Angelegen- heiten Corporations-Rechte beigelegt sind, hat jeßt seine von demsel-

licher Jnhalt is} folgender: „Der in der Stadt Hannover gebildete Gustav - Adolph = Verein {ließt sih al2 Haupt - Verein der Gustav Adolph=-Stiftung an, indem er deren Statuten anerkennt. Demgemäß ist der Zwe>k des hannoverschen Vereins: protestantischen Glaubens-=

genossen in und außer Deutschland zur Verbesserung ihres kirchlichen |

\ usrei- | wir in diesem Betreff genauere Angaben hätten. | tigungen, welhe wir heute erhalten haben, ermächtigen uns, anzu= | dem Plan umgehe, | nehmen, daß, wenn au ein Theil der Umstände, welche berichtet | ( | worden, sih als genau erweist, doch ihr Belang und ihre Bedeut- samkeit sehr übertrieben worden ist. Einige Unordnungen haben in | So abenteuerlih die Sache anch

Zustandes Hülfe zu leisten, sofern sie im eigenen Vaterlande ausrei- hende Hülfe nicht erlangen können. Mitglied des Vereins is, wer sih zu einem jährlichen Beitrage von mindestens 8 Gr. verpflichtet; außerdem wird guch die kleinste Gabe gern angenommen, Der Verein ver=

fügt auf dreifahe Weise über die Gesammt - Einnahme : das erste |

Drittel wird von dem Vereine unmittelbar verwendet, über die Art der Verwendung entscheidet die General - Versammlung; das zweite Drittel wird dem Central - Vorstande in Leipzig zugestellt, wobei der einsendende Verein Bestimmungen über dessen Berwendung, die jedoch uur in nicht protestantishen Gegenden geschehen darf, zustehen; das leßte Drittel wird ebenfalls dem Central-Vorstande übergeben, wobei der einsendende Verein bestimmen darf, ob dieses leßte Drittel zum Kapital = Fonds geschlagen oder vom Central - Vorstande verwendet werden foll,

General-Versammlung gewählt werden, vertritt den Verein und ver= | Miliz, welche unter dem Rufe: „Es lebe der König!“ herbeieilte, di | 3, we er dem Rufe: „Es lebe der Kong.“ herbeieille, die | 1 | Jahres 1842 die General - Versammlung selbst zur Vermehrung der

waltet unentgeltlih die Angelegenheiten desselben. Jn einer alljähr=

lih zu haltenden General-Versammlung wird über die Wirksamkeit |

des Vereins berichtet, über die Angelegenheiten desselben berathen und beschlossen. Vereine, welche sich dem Hauptvereine in Hanuover an=- schließen, sind berechtigt, dur zwei von ihnen zu wählende Mitglieder in der General-Versammlung sih vertreten zu lassen. :

_ HSHamesn, 31. März. (H. Z.) Das Fest der norddeutschen Liedertafeln, welches in diesem Jahre hier in Hameln gefciert wird, soll, wenn keine besonderen Hindernisse eintreten, am 13., 14. und 15, Juli stattsinden.

Oesterreichische Monarchie.

Þ Aus Böhmen, Ende März. Während in unserem Lande alle durch Privatbeiträge begründeten öffentlichen Vereine für gemein- nüßige Zwecke des besten Gedeihens si< erfreuen, hat unser im Jahre 1833 begründeter Gewerbe - Verein die demselben bei seinem Entstehen zu Theil gewordene bcifällige Unterstühung der bedeutend= sten Grundbesißer, Fabrikanten und Kaufleute des ganzen Landes nr durch kurze Zeit zu fesseln vermo<ht, Anfangs mit einer jährlihen Geld-Einnahme von beinahe 10,000 Fl. CM. ausgestattet, scheint der Umstand, daß mehr versucht als geleistet wurde, die von seinem Wirken gehegte günstige Meinung sehr herabgestimmt zu haben, so daß viele Mitglieder nicht nur die fernere Leistung der Beiträge, sondern auch die frühere Mitwirkung versag- ten, wodur< denn das an und für si< und in seinen ur- sprünglichen Bestimmungen zu so gemeinnüßiger Wirksamkeit berufene Institut, seit dem Jahre 1836 chen so an dem nothwendigen Einkom-= men, wie an der noch nothwendigeren geistigen Theilnahme immer mehr verlor, Daß es bei uns in Oesterreich, wie in anderen Stag- ten, an der Erkeuntniß der großen Nüblichkeit der Gewerbe-Vereine, wenn sie entsprechend geleitet werden , keinesweges fehle, beweist das lebensfräftige Gedeihen und Wirken der viel später gegründeten ähn- lichen Vereine für Jnner-Oesterreich zu Gräß, dann für Nieder-Oester= reih zu Wienz ob die, von deu Leitern des für Böhmen bestehenden, als nothwendig erachtete und im nächsten Monate in Ausführung lommende Reorganisation desselben, die davon in Aussicht gestellten x und jedenfalls sehr wünshenswerthen ersprießlichen Folgen haben werde, wird wohl zumeist von der Jutelligenz der Vorstände des Justituts und ihrer Einwirkung auf jene der Mitglieder abhängen; mit Unrecht aber scheint in einem von dem Gewerbe-Vereine kürzlich erlassenen öffentlichen Aufrufe unserem Lande der Vorwurf gemacht worden zu sein, daß sein Wirken uicht die verdiente Geld - Unter= stüßung gefunden und uur aus Mangel der nöthigen Fouds die an-= fänglihen Erwartungen nicht zu befriedigen vermocht habe. Viel- mehr sind dem Vereine gleih in den ersten zwei Jahren seines Be- stehens, troß des bei keinem anderen deutschen Gewerbe - Verein ge- forderten namhaften Jahresbeitrages von 24 Fl. CM., do< mehrere 100 Mitglieder aus den dazu berufenen Beschäftigungs-Klassen aller Landesgegenden, besonders aber Fabrikanten und Kaufleute beigetreten, was eine Jahres-Eiunahme gewährte, die, wäre sie anstatt der Ein- legung in die Sparkasse für künftige Möglichkeiten, zu dem in der Gegenwart als nothwendig Erkannten verwendet worden, gewiß|den Gewerben wesentliche Vortheile, dem Vereine aber die Fortdauer der anfänglichen Theilnahme gesichert haben würde, Dessenungeachtet ist nicht zu leugnen, daß, wenn das bisherige Wirken des Gewerbe= Vereins bei uns auch weniger sichtbar, dasselbe doch uicht ohne viel- seitigen Nußen geblieben ist, wie denn auch die von demselben errich= tete technische Bibliothek, verbunden mit dem Unterrichte über die Elementarwissenschaften des Gewerbsbetriebes, einen Saamen aus= streute, dexr nicht ohne Früchte bleiben kann. Die Erkenntniß der bisherigen mancherlei Leistungen des Justituts sollte daher den Miß-

| der

l i l Freie Matrosen-Junung. | Paris, Beruhigende Ansicht von den neapolitanischen Be- |

1

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eilage zur Allgemeinen Preußischen

L ima ddn

einer umsichtigen Hinleitung auf das Praktische, dem geistigen und materiellen Aufshwunge der Gewerbe Böhmens gleich schr förderlich werden wird.

Russland und Polen.

St. Petersburg, 29. März. Zur Errichtung einer freien Matrosen - Junung oder Zunft in Kronstadt sind die Grund- regeln von Sr, Majestät dem Kaiser bestätigt worden, Diese Junung wird zu dem Zwe>e in Kronstadt errichtet, um der Haudels - Schifffahrt in Rußland die Mittel zu größerer Ent- wi>elung zu geben und für die Zukunft die russischen Kauffahrer mit erfahrenen Matrosen zu versorgen. Fürs erste wird die Jnnung aus\ließli< aus Zöglingen des petersburgischen Erziehungshauses | gebildet, Die dazu erwählten jungen Leute treten zuerst in die Ostsee-

Flotte in Diensten, wo sie wenigstens sünf Jahre bleiben, um si | die nöthigen Kenntnisse zu erwerben, | Flotte werden sie dem Bestande der freien Matrosen-Junung in Kron= stadt zugezählt. So lange sie in dieser Jnnung bleiben, werden sie | vou der Entrichtung der Kopfsteuer, von Militair - Eiuquartirung,

| außerordentliche Fälle ausgenommen, von allen Landschaftsleistungen |

| und von der Rekrutenpflichtigkeit befreit, unterliegen jedo gleich den

| übrigen Einwohnern der Stadt nah den allgemeinen Verordnungen | den Steuern von unbeweglihem Vermögen. 15 Jahre in der Jnnung bleiben und köunen erst nah Ablauf der= |

Sie müssen wenigstens selben in einen anderen Stand übertreten.

Frankre id.

Corpc | París, 31, März. Seit einigen Tagen sind hier Nachrichten von | ben Ministerinm genehmigten Statuten bekannt gemacht, Jhr weseut- | Unruhen im Königreich Neapel verbreitet, worüber jeßt auh das Jo ur | u al des Débats seine Bemerkungen macht, indem es sagt: „Wir | | erhielten in den leßten Tagen Korrespondenzen aus Jtalien, welche von | ernsten Unruhen sprachen, deren Schauplaß mehrere Provinzen des König= | | ) Wir wollten indeß, ehe wir Gerüchte wie= | derholten, die uns etwas unbestimmt zu sein schienen, abwarten, bis | mysteriöse Person verhastet worden sei, bei der man Depeschen ge= Die Benachrich= | funden habe, welhe den Verdacht erregen ,

reiches Neapel gewesen.

That in Kalabrien stattgehabt.

| achtzig bewaffneten Judividuen zog gegen die Stadt Coscnza, die, |

Nach ihrer Entlassung aus der |

Eine Bande von se<zig bis | Glauben, indem die Meinung, daß

CIPIEC E S S V S T E

Zeitung. Sonnabend den 6! April Abends.

R und dann si< auf längere Zeit häuslich bei uns nieder- assen.

Von der fslorentinischen Gränze, 22. März. (A. Z.) Während die Verhältnisse des öffentlichen Lebens si bei uns in fried= reicher Weise fort entwi>eln, fragt man verlegen und nicht ohue Be= fürhtungen na<h dem Ende der schr bewegten sozialen Zustände ut= serer östlichen Gränznahbarn. Wird si eine politishe Katastrophe auch diesmal von der Remagna zurübes<hwören lassen? Ein Aus= bruch scheint von vielen und geschi>ten Mineurs vorbereitet worden zu sein, Jn den Gebirgen unserer Landesscheide is starker tumul= tuarischer Zusammenfluß von jenseitigen Unzufriedenen, denn die Re= gierung des Kirchenstaats entwi>elte mehr Thätigkeit und Kraft, als man erwartete und an eine Ueberrumpelung gewisser Städte, die LERI Ege sein soll, ist wohl vor der Hand niht mehr im Ernste zu enken. | Die päpstliche Regierung hat vor wenigen Tagen den General | Zamboni entsandt, um Truppen anzuwerben und mobil zu machen. | Er zahlt einem Rekruten beiläufig hundert Gulden, und bewilligt die

| einladendsten Bedingungen. Dies hohe Handgeld beweist zur Genüge,

| daß die päpstlichen Militair-Finanzen, für den Augenbli> wenigstens, | in feiner Verlegenheit sind. General Zamboni besißt das unum- \hräukteste Vertrauen der Regierung, deren Jnteressen er bekanntlich | mit \o vieler Aufopferung in dem unruhigen Jahre 1831 verfochten. | Nach mehreren Punkten des Kirchenstaats, südwärts von unseren ! Maremmen, sind von Rom aus Verstärkungs-Reserven geschi>t wor= den. Eben so nah Civitavecchia und dem verödeten, aber mit einem bequemen Landungshafen versehenen Fle>en Portodanzo, Man scheint cine Landung von Unzufriedenen zu befürchten oder befürchtet zu

| haben,

Sev b tem Bon der türkischen Gränze, 20. März. (A. Z.) So eben is die Nachricht aus Belgrad eingegangen , daß daselbst eine

H daß man in London mit die jeßige serbische Regierung zu stürzen, um einen Prinzen aus cinem deutschen Hause (?) auf den Thron Serbiens und

" wahrscheinli<h auch der beiden anderen Fürstenthümer zu erheben.

flingen mag, findet sie hier doch die beiden Seemächte die Aus=

führung großer Entwürfe hinsichtlih der europäischen Türkei im

| obwohl ein Provinzial - Hauptort, do<h nur cine Garnison von | Schilde führen, ziemlih verbreitet ist.

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muth über das Verfehlte verdrängen, und einer in ihrer Tendenz so gemeinnüßigen Anstalt um so mehr eine erneuerte Theilnahme verschaffen, da das abgeänderte Statut des Vereins allerdings die Möglichkeit einer engeren allgemeinen Wirksamkeit gewährt, die, bei

Ein Vorstand von 10 Mitgliedern, welche dur< die ron Galuppi, getödtet,

| müssen glaubte, große Sensation. nennt man zwei Neffen des Generals Pepe, einen Advokaten, Namens |

einem Offizier und funfzehn Soldaten hatte.

kommandirende Offizier, der Sohn des berühmten Metaphysikers Ba= nachdem sie vier Mann verloren, aus cinander und ergriffen vor der

Flucht. Unordnungen gleicher Art brachen zur gleichen Zeit auf ver=- schiedenen anderen Punkten aus, uuter anderen zu San=Giovani, in

der nämlichen Provinz, wo vor kurzem ein Friedensrichter umge=- | bracht worden war. Der neapolitanische Hof erhielt am 16ten zu |

Caserte die Kunde von den Vorgängen zu Cosenza. Es wurden

sofort Truppen nah dieser Stadt abgeschi>t, wo sie die Orduung | Veit

vollfommen wieder hergestellt fanden. Die Nachricht von Unruhen in Cosenza brachte in Neapel uur wenig Eindru> hervor. Es machten indeß Verhaftungen, welche die Regierung verfügen zu

3 Während der Juten= | dant der Stadt die städtische Garde unter die Waffen treten licß, | hielt jene kleine Truppen = Abtheilung den Empörern Stand, und in | dem Kampfe, welcher si<h entspann, wurden vier Gendarmen und der | j | Fürsten Bibesco, Nichtsdestoweniger stoben die Jusurgenten, | | Gesellschaft verliehene Privilegium zur Ausbeutung der wallachischen

Moldau und Wallachei.

Bucharest, 16. März, Die General - Versammlung zu Bu= <harest hat dur< geheime Abstimmung den Geseh - Vorschlag des betreffend die Vermehrung des effektiven Standes der Armee, verworfen, so wie auch das vom Fürsten einer russischen Minen vernichtet. Es i} erwähnenswerth, daß in der Sihung des | Truppen einen Antrag gemacht hatte, der ohne Folgen blieb, weil die Regierung mit der Motion nicht einverstanden war. Uebrigens hat der Hospodar diesmal seine beiden Vorschläge zurückgenommen, und zugleich erklärt, daß nur die Sorge für das allgemeine Beste ihu in seiner Handlungsweise geleitet habe, daß er jedo< gern von | seinem Vorhaben abstehe, sobald er sih in der Wahl der Mittel geirrt

haben sollte.

| Ac e

Unter den verhafteten Personen |

Alexandrien, 6. März. (A. Z.) Mehemed Ali befindet

Rozelli , welcher öffentliche Functionen bekleidete, einen Sohn des | si< fortdauernd in Kahira, die Zeit seiner Rückkehr hierher ist no<

Barons Poërio und einige andere angesehene Bürger, Der Polizei- | nicht bekaunt. Minister, Marquis del Caretto, der in den Abruzzen war, als die |

Bewegung von Cosenza ausbrach, kehrte unverzüglich nach Neapel

| zurü>, Man hatte anfangs geglaubt, daß diese Unruhen der s<hle<-

ten Lage der unteren Volksklassen zugeschrieben werden müßten, und | | während 6000 Mann Soldaten und Matrosen mit diesen Arbeiten

wie es scheint, hat wirkli<h das Elend in den Provinzen einen hohen Grad erreicht.

mit der mehrere Bewegungen auf verschiedenen Punkten vorfsielen, Grund zu der Annahme, daß sie mit einem allgemeinen Plane zu- \sammenhingen. Die vor kurzem in den päpstlichen Staaten stattge-

habten Ereignisse hatten bereits das Wiedererwachen <imärischer | Hoffnungen angedeutet und die Ausmerksamkeit auf die geheimen Asso- |

ciationen und auf die Umtriebe der Flüchtlinge in verschiedenen Län- dern gelenkt, Es war sogar behauptet worden, daß eine allgemeine | Bewegung für den Monat April verabredet sei, und vielleicht muß ! in den Unruhen von Cosenza eine vorzeitige Fehlgeburt dieses Pro- jeftes geschen werden. Man fann auf diese neuen Versuche nur mit dem s<merzli<sten Gefühle blifen. Sie sind um so unsinniger, als sie offenbar ohue Hoffnung sind. Die, welche die Staaten Ztaliens zu re= volutiouiren suchen, re<nen ohne Zweifel nicht auf ihre eigenen Kräfte. Allein, es wäre eben so grausam, wie unpolitisch, bei ihnen, auch nur durch Stillshweigen, thörihte Täuschungen und ungegründete Hossuungen zu ermuthigen. Europa ist ruhig, und Alles, was geeignet wäre, den allgemeinen Frieden zu stören, würde jeßt keine Sympathie bei irgend einer Re= gierung finden. Uebrigens, wir wiederholen es, wir halten dafür, daß jene Unruhen nicht von ernstem Belang sind. Es is dies viel= mehr eine Bewegung, die zu Ende geht, als eine Bewegung, die erst im Beginnen wäre z es is eine Kundgebung der Ohnmacht. Man scheint uns ihre Bedeutsamkeit sehr zu übertreiben, und vielleicht über= treibt man sie niht in Neapel und Rom am meisten. Die Leichtig- leit, mit welcher jene Versuche unterdrückt wurden , beweist zweierlei: fürs erste, daß Revolutionen heutzutage in Jtalien keine Aussichten des Erfolgs haben, und sodann, daß die italienischen Regierungen und die neapolitanishe Regierung stark genug sind, ganz allein über die= selben zu triumphiren.“

Ital tit

Rom, 23. März. (A. Z.) Der Kardinal Vannicelli Casoni ist zum Prolegaten von Bologna, mit einstweiliger Beibehaltung sei=- nes Posten als Legat von Forli, ernannt, Die Bevölkerung von Bologna ist mit dieser Ernennung sehr zusrieden und wollte dem Kardinal einen festlichen Empfang bereiten. Der Kardinal Spi= nola, dessen Gesundheit in leßter Zeit sehr angegriffen war, wird im Laufe “des Tages hier erwartet. Man sagt, die Regierung wie ihm eines der ersten Staatsämter zur Verwaltung über= ragen.

Thalberg hat si< auf der Durchreise von Neapel nah dem Norden nur einige Tage hier aufgehalten, ohne das Publikum dur fein Spiel zu erfreuen, Er wird jedo<, wie man vernimmt, nach=

i Aber es scheint jeßt gewiß, daß einige gut gekleidete | Personen in den Reihen der Jusurgenten geschen wurden, daß man | den Ruf: „es lebe die Freiheit“ anstimmte, und daß die dreifarbige Fahne |

des jungen Jtaliens entfaltet war; zudem giebt die Gleichzeitigfeit, | g | : autun j | die Verhandlungen, welche die in Kahira befindlihen Konsuln mit dem

| Pascha pflegen , verlautet nihts, und das Publikum beschäftigt sich

dem ex Paris, London und Wien besucht, bis zum Herbst wieder hier

Der englishe und der preußishe Konsul haben einen Ausflug nach Ober-Aegypten gemacht ; Ersterer ist von seiner Regierung zum politischen Agenten bei dem Vicekönig ernannk.

Die Befestigung von Alexandrien wird mit Eifer betrieben;

beschäftigt sind, geschieht für die Flotte nihts, und die Schiffe ver= faulen. E Die Regierung fährt mit ihren Zahlungen fort, und \<eint entschlossen, endlih Ordnung in die Verwaltung zu bringen. Ueber

nur sehr wenig mit diesen Dingen.

Eisenbahnen.

Köln, 1. April. (K. Z.) Der rheinische Appellationshof hat heute eine höchst merkwürdige Entscheidung erlassen. Er hat erkannt daß Jnhaber von Eisenbahn-Afktien-Zinscoupons, welche diese Actien selbst nicht besitzen, also der Gesellschaft gegenüber Dritte sind, gegen die Eisenbahn = Direction nicht auf Bezahlung dieser auf jeden Jnhaber lautenden Papiere klagen können, wenn nachgewiesen ist, daß der Betrieb der Eisenbahn keinen Rein - Ertrag liefert. Es sollen nämlich nah den Motiven des Urtheils diese Coupons blos in der Hoffnung ausgegeben sein, daß die Bahn einen Rein - Ertrag liefere, und er mit dem Augenbli>, wo diese Hoffnung si< verwirkliht, klagbar werden,

Rheydt, 1. April. (D. Z) Zur Gewinnung eines zwe>= mäßigen Auschlusses an die rheinische Eisenbahn, wodur< unsere Ge= gend mit dem Kohlen-Revier an der Jnde, mit Aachen und dadurch mit den belgishen Eisenbahnen in Verbindung geseßt würde, hat sich ein Comité gebildet,

Braunschweig, 29, März. (W. Z.) Unsere Eisenbahn nach Hannover soll am 1. Juni eröffnet werden, bis dahin is die Reise dahin oder vielmehr von daher recht beshwerlih. Von Han= nover bis Peine fährt man in funfzig Minuten und sehr angenehm, ohne die mindeste shwankende Bewegung, und auf einer vortrefflich gebauten Bahn, um desto tiefer den Abstand auf dem bodenlosen Erd= wege zu empfinden, auf dem ein Omnibus zwei Stunden bis zur Gränze zubringt.

Handels - und Börsen - Uachrichten. Magdeburg, 3, April, Höchster und niedrigster Geiraide-Marktpreis

pro Wispel: Weizen: 46 38 Rthlr, Gerste: 27 265 Rthlr. Roggen: 34—32 » Hafer: 19—418 » Köln, 1. April, (H. O.) Rüböl. Effekt, 28, pro Mai 275 a 27, pro Oltober 295 a %, gereinigt 29% a 5 Rihlr, s Ee