1844 / 103 p. 1 (Allgemeine Preußische Zeitung) scan diff

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neuen ungen neu belebt hat, Die Manu- p pin x eróffyet lhre Hossn fast Jelspieltofen P e U | ét aher iommt das Steigen der Pr - t Bare ae e -Mlártten E Havre und Liverpool und ín Folge [s < auf den Märkten der Bereinigten Staaten, Jn Frankreich stellt e gel te Budget die Herstellung des Gleichgewichts zwischen Ein- E od Md Ausgaben in Aussicht, und schon in diesem Jahre werden nd den- Berechnungen des Finanz - Ministers die Einnahmen sogar um cini e hunderttausend Franks sich höher stellen als die -Ausgaben. "S Dieselben Symptome der Verbesserung geben sih in den verschiedenen ¡len des neuen Kontinents kund, Bricse aus Caraccas sprechen von den guten Hoffnungen der T iee vin Aa auf ut e M ise, die auch dieses reiche Land heimgesu atte, schein S ne nade zu Eben so gut lauten die Berichte aus der Jusel

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Staaten und nur 186,641 Ballen nah Europa versendet. Die Differenz ist, wie man sicht, enorm, und die Spekulanten fangen auch bereits an, die Wirkungen dieser Anhäufung zu fürchten, und kommen zu der Ansicht, daß ein Abfluß nah Europa vortheilhast sein fönnte, Wird diese Meinung all- gemein vorherrschend, so wird sie unausbleiblih ein beträchtlihes Steigen der Frachten herbeiführen; aber je länger man wartet, desto größer wird auch der Mißstand werden, wie auch der zu Charleston erscheinende Mer- cury bemerkt, indem er zur Vermehrung der Ausfuhr anräth. Anderer- seits mußte diese Zurückhaltung der Baumwolle auf dieser Seite des atlan- tischen Meeres und die Verminderung der Ausfuhren darin, welche seit 1839 nicht so gering gewesen waren, auch auf die europäischen Märkte ihren Einfluß äußern; es is zu besorgen, daß große Versendungen ein Sinken der Preise auf den Märkten von Liverpool und Havre herbeiführen, Es ist dies das ziem feststehende Gescy der Handelsschwankungen, j Wie cs nun aber au<h am Ende mit der Zukunst dieser großen Agíio-

auf eine Einfuhr von ungefähr sieben Millionen Dollars nur an- besteuerten Artíkeln allein schließen läßt. Vom 10ten bis zum 13ten einschließlih waren zu New-York 69 Dreimaster, 41 Baiken, 84 Briggs und 152 Goeletten eingelaufen, und tarunter waren 9 Dreimaster, 20 Barkeu, 44 Briggs und 20 Goelctten von ausländischen Häfen gekommen; eine Bewegung, die wahrhaft staunenswerth ist. Ï

Die Vertheidiger des gegenwärtigen Tarifs haben daraus einen Grund zur Vertheidigung desselben gegen die Angriffe hernehmen wollen, dencn er ausgeseht ist, Sie sagen, man sehe daraus, daß er nicht so tyraunisch sei, als man vorgebe, da ex so günstige Nesultate hervorbringe, Aber wer fann denn sagen, ob nicht diese Nesultate bei einem liberalen, billigeren Tarif noch weit günstiger wären? Wohl darf man annehmen, daß wenn die Aus- fuhren zunehmen, und mit ihnen die Einkünfte des Schaßes, so is nicht der Tarif davon die Ursache, sondern es is troy desselben der Fall, Der Aufschwung des Handels is die logische, natürliche Folge seines langen

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G Ende nahe zu sein. u

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eröffnen,“

Bekannt is endlih der Aufschwung, den die Geschäfte in Baumwolle ín den Vereinigten Staaten genommen haben, Dieser Aufshwung, der nur die Rückwirkung des auf den Märkten von Liverpool und Havre ceingetre- tenen Steigens war, hat das Niveau seiner beiden ursprünglichen Quellen weit überschritten, Es mußte so kommen, denn Alles in der Welt beruht nur auf Wirkung und Gegenwirkung, und in der Regel gehen Vertrauen Die Pflanzer und die Spe- fulanten sind der Zukunft zuvorgekommen und haben, so zu fagen, ihre Der Baumwollenhandel is gewissermaßen eine Lotterie geworden , deren Loose zu Liverpool und Havre gezogen werden,

Und was vor Allem | die das Vertrauen der Spekulanten beweist, ist der Umstand, daß der größte | len u Theil der gekauften und verkauften Baumwolle aus den Vereinigten Staa- | jene der Ausfuhren, ten nicht hinausgegangen, von den Häfen des Südens nur nach dem von New-York gekommen is, wo man die Nachrichten früher hat, und die Kon- junkturen daher schneller bem:ßen kann, Diese Thatsache geht aus der Ver- leihung der Ziffern der Ausfuhren von New-Orleans vom 1, September is 17, Februar des leßten Jahres und dieses Jahres hervor, Jm Jahre 1843 waren während dieser se<s Monate von New-Orleans 60,787 Ballen Baumwolle nah den Häfen des Nordens der Vereinigten Staaten und Im Jahre 1844 wurden

in demselben Zeitraume 110,154 Ballen nach dem Norden der Vereinigten

und Mißtrauen zuerst über das Ziel hinaus, Hoffnungen eskomptirt, und die dann jedes Dampfschiff hierher überbringt.

461,925 Ballen nah Europa expedirt worden,

Bekanntmachungen.

[2140] Nothwendige Subhastation.

Die beiden verbundenen, unter Nr. 33 und 34 cat. in der Baustraße hierselbst belegenen, unter Nr. 25 des Hopothekenbuchs verzeichneten, den Stadtbaubeamte Zungferschen Cheleuten gehörigen Häuser ,* abgeschägt auf 5339 Thlr, 7 Sgr. 8 Pf., zufolge der, nebst Hypo- thekenschein und Bedingungen in unserem Büreau Nr. 1 einzusehenden Taxe, sollen

am 28, Juni 1844, Vormittags 11 Uhx, an ordentlicher Gerichtsstelle, im Justructions - Zimmer Nr. 2, vor dem Herrn Land - und Stadtgerichts-Rath Goehde subhastirt werden.

Kolberg, den 28, November 1843,

Königl, Land- und Stadtgericht.

[2207] Subhastations-Patent, Nothwendiger Verkauf.

Von dem Königlichen Land - und Stadtgericht zu Stettin soll das Z Meile von Stettin auf dem alten Torneí belegene, aus folgenden, zusammen ein Ganzes bildenden Grundstücken, als 1) dem A>erwerk Nr. 4 von 45 Hufen und zwei Käm-

pen nebst Wiesen, 2) dem Aerwerk Nr. 24 von 42 Hufen nebst Zube- behör und zwei bei Bollinken belegenen Wiesen, 3) dem sogenannten pommerensdorfer Kamp Nr, 1296, 4) dem A>erwerk Skt. George oder St, Jürgen Nr. 9 und 10 nebst Zubehör, 5) dem Aterwerk Nr. 30 von 2 Hufe, bestehende, dem Kausmann Johann Friedrih Wilhelm Müller zugehörige A>erwerk, abgeschäßt auf 104,631 Thlr. 40 Sgr. 6 Pf. zufolge der nebst Hypothekenschein und Bedingungen in der Registratur einzusehenden Taxe, am 19, Juni, D ags 11 lhr, an ordentlicher Gerichtsstelle hierselbst subhastirt werden, Zugleich werden alle unbekannte Neal - Prätendenten aufgeboten, sich, bei Vermeidung der Präklusion, späte- stens in diesem Termine zu melden,

[272 b] Auf den Autrag der hiesigen Kausleute Carl Eduard Alexander Bollmann und Carl Heinrich Roth werden alle diejenigen, wel<e aus irgend einem Rechtsverhält- nisse an die genannten Extrahenten, oder an deren Ver- mögen und an das dazu gehörige, in der Badcnstraße ‘hierselb sub Litt. A. No. 259 belegene Haus c. p. namentlich aus dem seit dem Jahre 1832 unter der

rma: Bollmann et Roth von ihnen gemeinschaftlich

etriebenen und ihrer Anzeige nah mit dem Schlusse des Jahres 1842 wieder RaL ¿bobeñèn Fabrik-Geschäft Ansprüche und Forderungen zu machen berechtigt sind, hierdurch aufgefordert, solche in cinem der aeben vor uns auf hiesiger Weinkammer Nachmittags 3 Uhr angeseßten Termine, als: am 28, März oder am 11. oder endlih am 25, April d, J. gehörig anzu- melden und zu „bescheinigen , oder zu erwarten, daß sie durch das in enige Diät am 8. Mai d. J, zu publizirende Präflusiv-Erkenntniß werden präfludin} und

r immer abgewiesen werden,

Stralsund, den 14, März 1844.

Verordnete zum Stadtkammergericht, Erichson,

1373bJ Berlin-Frankfurter Eisenbahn. | 4 Due j Wir bringen hiermit

zur öffentlihen Kennt- niß, daß im l. Quartal d, J. folgende Gegen- ande, als: 1 Widel- and, 1 steinerne Kruke,

4 1 Körbflasche, 2 Papier- rollen, 1 Paet ín Pa-

i N L Ln 1 Ya Va 40 hi

E i uh, adet mit Weste, 12 Stöde, 1 Regenschirm, 1 Regenschirm-Fut-

ntli zeigt der Hafen von Matanzas eine zunehmende Leb- Pt de den GeshBten, Eín Brief von dort von Mitte Januar sagt: Unsere Rhede bietct einen außerodentlih lebhasten, glänzenden Anbli>; sehsundsec<zig Schiffe schließt sie ein, die ihre Einfuhren aysladen und da- egen unsere föstlichen Produkte einladen, besonders Melasse, deren Preis in olge der Zunahme der Ausfuhren um einen Real per Faß gestiegen ist, und aller Wahrscheinlichkeit zufolge no< höher steigen wid. Auch der Zu>kcr hat ein, weun au< no< shwaches Steigen der Preise erfahren; aber dice Zukunft erschließt sich unter günstigen Vasolzien und bald werden unsere merktantilishen Operationen dem Pflanzer vielleicht eine bessere Perspektive

nen hatte.

starrung und dem

wie von Judividuen. L

Kredits und

teral, 5 Tabackspfeisen, 1 Tabacksdose, 2 Cigarrenta- schen, 1 Tabacksbeutel, 1 Cigarrenspiße, 3 Shawls, 13 Taschentücher, 1 Halstuch, 1 Umschlagetuch, 1 Sihz- fissen, 1 Neisetashe, 1 Fußtasche, 1 Buch, 10 Hand- schuhe, 2 Kindershuhe, 1 Gummischuh, 3 Filzschuhe, 1 Paar Stiefeln, 5 Schlüssel, 1 Sporen, 1 Petschast, 4 Tuchnadel, 1 kleines messingenes Schloß, 1 Geldstück, 1 Medaillon, 4 Mügen, 1 Hut, 1 Chemiset, 1 Ueber- hemde und 1 Pappbächse von unseren Beamten gefun- den und abgeliefert worden sind. Wir fordern hier- durch die Eigenthümer derselben auf, si binnen 4 Wo- chen als solche zu legitimiren und die Gegenstände in Empfang zu nehmen, widrigenfalls dieselben nah Ju- halt unseres Reglements entweder an das Königliche Stadtgericht abgeliefert, oder zum Besten unserer Un- terstüßzungs-Kasse verkauft werden, Berlín, den 4. April 1814. 4 Déíe Dírection der Berlin-Fraufkfurter Eisenbahn- Gesellschaft,

[372 b] Rheinpreußische

«euer - Versicherungs- Gesellschaft.

Die statutgemäße jährliche General-Versammlung soll am 2. Mai d. J., Morgens 10 Uhr, im Gast- hofe zum Prinzen von Preußen, am Bahnhofe hier- selbst, stattfinden, und sind von den Beiheiligten die Stimmzettel bis zum 30sten d. Mts, einschließlich auf unserem Büreau in Empfang zu nehmen. Bei beab- sichtigter Vertretung durch Bevollmächtigte sind dic be- züglichen Vollmachten spätestens bis zum 28}en d, Mts. bei uns einzureichen, um deren Prüfung vornehmen zu können, Düsseldorf, den 4, April 1844,

Die Dir éx tou;

[460]

Wann auf Antrag des Advokaten vou Schl all- hier, qua curatoris hereditatis jacentis der am 6, Of- tober vorigen Jahres zu Waren ab intestato verstor- benen unverchelihten Christine Juliane Johanne Baer- wald, zur Anmeldung und Darlegung etwaniger Erb- rechte an den Nachlaß dictae delunctae vor hiesiger Großherzogliher Justiz - Kanzlei ein Termin auf den vierzehnten Juni d. J, anberaumt, und die des- fallsige Ladung in extenso sowohl den Schwerinschen Anzeigen, als der Stralsunder Zeitung inserirt worten, so f solches fernerweit hierdar<h gemeinkundig ge- macht,

Gegeben Güstrow, den 26, Mart. 1844,

Großherzogliche Mecklenburg - Schwerinsche Justiz

Kanzlei, (L. S.) G, Brandt,

e ——— ———

[458] Ediktal-Ladung. Nachdem das Obergericht der sreien Hansestadt Bre- men auf den Antrag der hiesigen Bürger Carl Friedrich Hagendorf und Johann Heinrich Elias Hagendorff eine Ediktal-Ladung der unbekanuten Gläubiger der von ihnen bis zum 1, Januar 1844 uuter der Firma Hagendorff & Grote hierselbst géführten Wein- handlung erkannt hat, so werden alle unbekannte Gläu- biger, welche an die unter der Firma Hagendorff & Grote bestandene Weinhandlung oder an deren bisherige Jnhaber bis zum 1. Januar 1844 aus irgend einem Grunde Ansprüche oder Forderungen zu haben vermeineu, Uleidurc eladen, am Donnerstag den 9, Mai d. J,, Mittags 12 Uhr, vor der zu diesem Zwe>ke angeordneten Kommission ín der Rhederkammer auf hiesigem Nathhause entweder n oder dur<h einen mit \riftliher Vollmacht ver- echenen Mandatar zu erscheiínen, um ihre etwanigen Ansprüche und Forderungen bei Strafe des Ausschlus- ses gad ewigen Aqu anzu wies remen qus der Kanzlei des ergerihts, de 29, März 1844, ; a nrag

C, Lingen, Secretair.

tage im Baumwollen-Geschäfte sich verhalten mag , die seit fünfundzwanzig Jahren stets mit großem Gewinn begonnen und stets mit ungeheurem | folgt. Ruin für diejenigen geendet hat, welche sih den Wedselfällen derselben für ihre eigene Ne<hnung und mit ihren eigenen Kapitalien hingegeben haben, so is doch begreifli, daß sie dem Handelsleben einen Auf;,chwung geben mußte, dessen Wiedererstehung bercits in Folge allgemeiner Ursachen begou- Es war ín der That unmöglich, daß ein Land mit einem so unermcßlichen, so reihen Boden, wie die Vereinigten Staaten, deren Bevòöl- kerung sn thätig, so industriös, so unternehmend is, wie es die Amerikaner sind, es war unmöglich, sage ib, daß ein solches Land lange in der Er- Elende bleiben konnte, in die es durch die seit 1836 auf einander gefolgten finanziellen Krisen gekommen war. Um Eistarrung wieder zu erwe>en, der bedrängten Lage ein Ente zu machen, brauchte es nur etwas Vert. auen, Klugheit und Sparsamkeit, drci Bedin- gungen zum Erfolge, die eben so nöthig sind im Verhalten vou Völkeru, 11, Das Vertrauen is wiedergekehrt mit der Befestigung des Geld-Umlaufes und Hinwegräumung der Ruínen desselben; der Geld- mangel auf dieser Seite des atlantischen Meeres gel an Vertrauen auf Srciten Europa's, haben zwei andere Resultate herbeigeführt, Sparsamkeit, dur<h Vernichtung Herabbringung der | Zum erstenmale seit langer Zeit hat sonach dieses Land mchr erhalten, als es ausgegeben hat : bald fing wieder einige Ordnung an sich einzustellen in seinen Berhältnissen, und durch das mei rx negative als affirmative Verdienst allein, daß es abzuwarten und zurück- haltend zu sein wußte, sicht es jeyt scine Prosperítät von Tag zu Tag sich vergrößern, Jh darf nur auf die' wahrhaft außero1dentliche Zunahme der Einfuhren im Hafen von New-York in den ersten vierundzwanzig Tagen des Monats Februar hinweisen, Ju denselben hat die Douane von New- York von den eingeführten ausländischen Waaren die Summe von zwei Millionen fünfhundertse<hs8undachtzig Dollars erhoben, was

tig zu sein,

Um es von dieser

und der Man- nothwendigerweise nämli<h die kluge Vorsicht und des ösfenllihen und individuel- Ziffer der Einfuhren unter erneuern,

finden wird,

Allgemeiner Auzeiger.

Literarische Anzeigen. 453 | Da Firmin Didot Frères ín Paris erschien S Atl

so eben und ist in Berlin bei E, S, Mittler (Stechbahn 3), A. Duncfer und H. Schroeder zu haben: ; | Un mor SUT l'ouvrage de M.

I 0 7 de CGusline. intitulé la RBnssie en 1839, Par un Russe,

Prix broché 25 Sgr,

[459] Bei Gelegenheit des Klassenwechsels fönnen mit Recht empfohlen tverden : Fränkel, cours de legçons. ohne Wrib,, dessen französ, Lesebuch, dessen t ableaux de l’histoire de France, Il, Neueste Geschichte, Mager, französ. Anthologie, Streit’s Schul-Atlas mit erklär. Nandtext u. v. Plotho's Flußneße über alle Theile der Erde. Der Werth dieser Sachen isst anerkanntz die geach- tetsten Pädagogen haben sie empfohlen und ín den re- nomumirtesten Lehr-Anstalten ist deren Einführung erfolgt, Carl Heymann (Heil, Geiststr, 7),

2 Kurse, mit u,

[376 b]

Im Verlag von Albert Wohlgemuth in Ber- lin, Scharrnstr. Nr. 11, is \o cben erschienen und durch alle Buchhandlungen zu beziehen ;

v 4

Strau(s, Dr. L « (Königl, Hof, u, Dompred.),

Predigt gehalten am ersten Oster-Tage. Oktav. Geh, Preis 2: e ,

[374 b]

Jn Bezug auf die Allerhöchste, im Militair-Wochen- blait Nr, 14 vom 6. April d, J,, mitgetheilte Kabi- nets-Oidre über das Examíniren der Militair-Aspiran- ten, erllärt das unter der Direction des Premíer-Lieu- tenants von Plessen stehende, von hoher Behörde kon - zessionirte Militair-Bildungs-Junstitut zu Berlin, Juvaliden str, Nr, 57: 1) daß scine Zög- linge auch. für die gesteigerten Anforderungen die völ- ligste Reife erhalten; 2) daß mit dem Junstitute cine Turn- und Fechtschule verbunden und den Eleven welche sih für die Kavallerie bestimmen , auch die Ge- legenheit gegeben is, si< im Neiten und Boltigiren auszubilden z 3) daß dasselbe den Unterricht einzeln auf dem Wege des Privat - Unterrichts , erthcilt, und glaubt hierdurh, so wie durch die sorgsältigste Aus- wahl der Lehrer, stets mit Sicherheit ein günstiges und möglichst schnelles Nesultat zu erreichen,

Verkauf eines bedeutenden [375] Holzgutes.

Ein im Posener Regierungs-Bezirk nahe der Warthe gelegenes Rittergut soll Theilungs halber mit allen le- benden und todten Juventarü verlaust werden. Das- selbe hat ein Areal von 7814 Morgen, wovon 1224 Morgen Aer, Wiesen und Baustellen, 6590 Morgen Fo1st sind. Die jährlichen baaren Einnahmeu der Ocfo- nomie, nah Abzug aller Steuern u, st. w,, betragen 1180 Îhlr., die des Theerofens 440 Thlr., der Schueide- mühle 1009 Thlr. und der Be 200 Thlr. Die Forst is durchweg ausgezeichnet s{<ön bestanden, und an alten schlagbaren Hölzern wenigsteus 150,000 Klstr, vorhanden. Daniiuitend sind Eichen, Buchen und Kie- nen, Schiffsbau- und Eisenbahn - Hölzer sind in Massen vorhanden, Die Gebäude gut und über die Hälste ganz neu, Die an den Lutina-Fluß vor 2 Jah-

strebe, braucht es nur niht von Fesseln gehemmt zu sein, / ) wäre, daß scine gegenwärtige frische Kraft von dem Schuße abhinge, die ein prohibitiver Tarif gewährt, wie die Whigs behaupten, so müßten diese Letzteren dann auch anerkennen, daß der Beweis von der Nubßlosigkeit einer National-Bank durch dieselbe Thatsache dargcthan ist,

Aber lassen wir jede Erörterung der Ursachen des Wiederauflebens der Handels - Thätigkeit bei Seite und betrachten wir blos deren Wirkungen. Das Steigen des Werths des Grund-Eigenthums seit einigen Monaten ist nicht mindcr bemerkenswerth, als es jenes der Stocks oder industriellen Actien der Staaten oder Corporationen in der leßten Zeit war, Daraus erflärt sich au<h das Wiedererwachen der Baulust, die seit längerer Zeit so ziemlich eingeschlafen schien. ; i 5 c bäude, und der obere Theil der Stadt bevölkert sih wie durch Zauber, Es ist natürlich , daß die Eigenthümer diesen Umstand benuyen, um die Preise der Miethcn zu steigern, die bereits im Broadway, dieser großen Lebensader von New-Yok, bedeutend gestiegen sind. Deshalb hat vor cinigen Tagen cin hiesiges Blatt seine Leser, die meist der Mittelklasse angehören, daran erinnern zu müssen geglaubt, eiligst ihre Micthe mit den Eigenthümern zu

Darniederliegens; er is die Wiedergenesung, die auf eine lange Krankheit Dieses Land wurde von der Natur so reich ausgestattet, es hat so üppige Lebenssäste, daß es nur der Gesundheit bedarf, um staik und mâch- Daß es festen Schrittes und rash auch dem fernen Ziele zu-

Wenn es wahr

Ueberall hört man von Errichtung neuer Ge-

Wenn dieses Vorwärtsschreiten des öffentlichen Vermögens in den Ver- einigten Staaten von einer Kraft-Anstrengung unterstüßt würde, zur gewis- senhasten Erfüllung übernommener Verpflichtungen und Verbannung des shmachvollen Systems der Schuld-Ableugnung zu gelangen, so würde ohne Zweifel der amerikanische Kredit in der öffentlichen Meinung bald und voll- ständig wiederhergestellt sein. arvla. ) ist wenigstens ein Anfang dazu, der hoffentlich auch Nachahmung anderwärts

Was Maryland und Pennusylvanien jet thun,

ren neuerbaute, mit doppelten Sägen gehende Schneide- mühle, \chneidet bei günstigem Wasser jährlih über 2000 Blöcke. Eigene Jagdgerechtigkeit, welche sih noch auf mehrere angtänzende Reviere erstrc>t.

Verkaufspreis 150,000 Thlr, Anzahlung 45,000 Thlr.

Der Oberförster Herr Egeling in Tarce bei Jaro- cin (Pleschnér Kreis) wird auf alle Anfragen genü- gende Auskunft ertheilen.

Freitag, den 12. April 1844, Abends 7Uhr. Zwölftes und Abschieds- Konzert

der Sing-Akademie, veranstaltet von den

im Saale

[370 b] Schwvestern Therese und Marie Milanollo

unter gefälliger Leitung des Königl. Konzertmeisters Herrn Hubert Ries und Mitwirkung der Königl. Kapelle, Etat er Ten le 1) Ouvertüre zur Oper Eur yanthev.VVehber, 2) Macstoso des Aten Konzerts von Vieux-

tem ps, ausgesührt von Fräulcin L'herese Milanollo.

Gesang, a) LebenslIust, b) Wanderers Nachtlied, c) Frühlings - Einzug, Volks- Quintetten sür eine Sopranstimme und Männerchor ohne Begleitung. Komp. von Ferd. Hiller, die Sopranpartie vorgetr. von Fräulein Tuczek. Adagio und Rondo des ten Ko nZzerts von Vieuxtem P38, ausgeführt von Fräulein

Marie Milanollo. Duo Concertant von Danela, ansgeführt

von Fräuleins Therese und Ma- rie Milanollo.

Zwettéer Thæ%iL

Ouverture zur Oper Jesson da v. Spohr. Fantaisie caprice von Vieuxtemp s, aus-

geführt von Fräulein Therese Mi1- lanollo.

6te Polonaise von M ayse d er, ansgeführt von Fräulein Ma TIC M1 ] al T [ O.

Gesang. a) Reiselied, b) Absclied, c) die Lerchen, Vokal - Quintetten von Ferd, Hiller, Die Sopranpartie vorgetr, von Fräulein Tuczek. Fanlasie brillante ü. d, Romanze „Ma Celine“ von Haumann (mit Schlummerlied aus der

Stummen), ausgeführt von Fräulein The- rese Milanollo.

Der Karneval von Venedig von Ernst für

2 Violinen, ansgeführt von Frl, È herese und Marie Milanollo.

Billets zu nnmerirten Plätzen à 2 Thlr, sind in

der Musikhandlung der Herren Bote & Bock,

Jägerstraslse No, 42, 50 wie nicht numerirte Sitz- plätzen à 1 Thlr,, ebendaselbst und beim Hauswart der Sing-Akademie, Herrn Rietz, und Abends an der Kasse zu haben. L

Das Abonnement beträgt : 2 Kthlr. für 7 Jahr. 4 Rihlr. - 2 Jahr. / 8 Rthlr. - 1 Iahr. in allen Theilen der Mouarchie ohne Preiserhöhung. Insertions-Gebühr für den Raum einer Zeile des Ällg. Anzeigers 2 Sgr.

Ne 103.

Inh S Î 0 Amtlicher Theil, h Inland, Berlin, Inhalt des Justiz-M inisterial-Blattes. Dresla u. Unterstüßung der Weber und Spinner im Gebirge, Potsdam, Verschönerung der Begräbnißpläße und der Straßen auf dem Lande. J Deutsche Bundesstaaten. Bavern. München. Trennung der Kon- fessionen bei dem Gottesdienste und kirchlichen Feierlichkeiten im Militair, Sachsen, Dresden, Verein zum Schuze der Thiere. Han nuover, Aurich. Geschenk des Königs an die Stände. Großh. Hessen, Varmstadt. Abreise des Großfürsten Thronfolgers von Nußland. Braunschweig. Braunschweig. Erbauung einer Siraße zur Ver- meidung des hannoverschen Gebietes. : : Frankreich. Paris, Parade ín Gegenwart des Grafen von Paris, -— Militairische Depeschen aus Algier. Verurtheilung legitimistisher Blät- „ter, Vermischtes, Schreiben aus Paris. (Bauten) G Großbritanien und Jrland, London, Verkauf des „Great Western““, Spanien. Schreiben “aus Madrid, (Näheres über die Unterwerfung von Cartagenaz die neue Gendarmerie; Marquis von Viluma als Ge- sandter in London; das Tabacks - Monopol : Telegraphen - Linien z; Olo- zagaz neue Organisation der Linien-Jufanterie; Bau des neuen Palastes für den Kongreß.) und Paris, (Cartagenaz Blick na< Navarra „und den baskischen Provinzen.) O Tes Schreiben aus München, (Die neuesten Berichte aus Türkei, Konstantinopel, Neclamation des griechischen Patriarchen wegen Ermordung griechischer Geistlichen, Genugthuung wegen der „Srcesse in Latakiah, Unruhen in Jerusalem, Diarbekir und Aleppo Eiseubahunen. Screiben vom Ne ar, (Die Eisenbahnbauten Wüt- tembergs,) Karlsruhe, Probefahrt von Karlsruhe nach Oos. YORHA und Börsen-Nachrichten, Ber lin. Börscn- und Markt-

Schreiben aus Leipzig. (Nückblick auf die im vorigen Winter gehaltenen wissenschaftlichen Vorträge.) Charafteristischer Umschwung im pariser B und Handelswesen, Phrenologisches, Neapel, Artesischer Brunnen, /

Beilage,

Amtlicher Theil.

Se. Majestät der König haben Allergnädigst geruht :

Dem früheren Abt, Probst von Markowic - Markowsfki in Trzemeszno, den Rothen Adler = Orden dritter Klasse; dem Präsiden= ten der Post - Verwaltung des Fürstenthums Neuchitel, Du Bois - Bovet, und dem fkatholishen Pfarrer Boed>en hoff zu Wulfen, Kreises Re>linghausen, den Rothen Adler - Orden vierter Klassez o wie dem evangelishen Schullehrer und Organisten Scholz zu Ishoeplowib, das Allgemeine Ehrenzeichen zu verleihen;

Den Ober=Landesgerichts-Rath Klebs zu Königsberg zum Ge= heimen Justizrath; den Land=- und Stadtrichter Moser zu Barten und den Stadtrichter Saro zu Friedland im Regierungs-Bezirk Kö- nigsberg zu Justizräthen und den Stadtgerichts = Salarien - Kassen- Rendanten Hildebrandt zu Königsberg in Pr. zum Rechnungs= Rath zu ernennen; \

Dem bei dem Land= und Stadtgerichte zu Heiligenstadt ange- stellten Ober-Landesgerichts-Assessor Bal >e den Charakter als Land= und Stadtgerichts-Rath, desgleichen den beiden Justiz =Kommissarien und Notarien Hagemeister zu Worbis und Fri>e zu Quedlinburg, so wie dem Justiz - Kommissarius Kieselbach zu Halberstadt , den Charakter als Justizrath z

Dem bei dem Land= und Stadtgerichte in Bielefeld angestellten Ober-=Landesgerihts-Assessor Schreib er und dem bei dem Land= und

Stadtgericht in Minden angestellten Ober= Landesgerichts - Assessor |

T m eine

ußische Zeitung.

il 1844.

Sonnabend den 13e A pr

Berlin, S

Nichte r den Charakter als Land= und Stadtgerichts-Rath und dem Zustiz-Kommissarius Rosenkranz in Paderborn den Charakter als Justizrath zu verleihen ; und

O ESTEIDEN 2 S ¿ Ven Hof-Post-Secretair und Kassirer Ma rzahn hierselbst zum Rechnungsrathe zu ernennen. T By : B 7 A » F S S 7 a e p M , D bisherige Ober = Landesgerichts = Referendarius Sts maar 11 zum Justiz = Kommissarius für die Gerichte des Tost= eiwißer Kreises, mit Anweisung seines Wohnsißes in Peiskretsc

l ? ( 2Boh1usibes in Peiskretscham

bestellt worden, Á f: a

f A E D gung

Die in bor f S O Dakbiia 7 Vérsöiei 2 der Detanmntmachung vom 19, Februar c. erwähnte, zur +etjonen - Beförderung eingerichtete leichte Post von Tauroggen nach

und Donnerstag Vormittags“ abgefertigt werden, Berlin, den 11, April 1844. / General=Post=Amkt.

i Dea Emabun a 1) Die Gemälde= und die Skulptur Gall ott im Königlichen Museum sind an jedem Montag und Sonnabe dz die Sammlung der antiken Vasen, gebrannten Thon- werke undBronz en imAntiquarium desselben au jedem Mitt- woch; die Königlichen Museen ägyptisher und vater- ländischer Alterthümer aber an jeden Donnerstag, mit Ausschluß der Getlertage, dem Besuche des Publikums geöffuet, und zwar in den 6 Sommer = Monaten von 10 bis 4 Uhr,

an den 6 Winter = Monaten von 10 bis 3 Uhr.

___ Jedem anständig Gekleideten ist an diesen Tagen der Eintritt ín die genanuten Abtheilungen der Museen ohne Weiteres gestattet. Kinder unter 12 Jahren fönnen gar nicht, Unerwachsene aber nur in Begleitung älterer Personen zugelassen werden. :

2) Die Königliche Ku nst=Ka mmer und die ethnographi#s<e Sammlung sind an jedem Dienstag, Mittwoch, Donnerstag und Freitag :

in den 6 Sommer=Monaten von 10 bis 4 Uhr, 0 in den 6 Winter -Monaten von 10 bis 3 Uhx geöffnet; jedo is der Besuch nur gegeu Einlaß =Karten welche, auf vorhergegangene Anmeldung im Lokgle selbs, verabfolgt werden, gestattet. N

Wegen Besichtigung der Sammlung geshnittener Steine der antiken Münzen und der Münzen uud Medagillen des Mittelalters und neuerer Zeit werden die Galleriediener des Antiquariums auf Befragen die gewünschte Auskunft geben.

3) Die Sammlung der Handzeihnungen, Miniaturen und Kunstdrucke (Kupferstih=Kabinet) im Palais Monbijou ist an jedem Dienstage

in den 6 Sommer =Monaten von 10 bis 4 Uhr fn den 6 Winter - Monaten von 10 bis 3 Uhr, so weit der beschränkte Raum gestattet, dem Besuch geöffnet.

4) Den Gallerie =- Dienern, Portiers u. f. w. ist es durchaus untersagt, bei der Ausübung ihrer Dienstpflicht irgend ein Geschenk anzunehmen, weshalb ersuht wird, alle Anerbietungen solher Art unterlassen zu wollen. i É

Berlin, den 1. April 1844.

General-Direction der Königlichen Museen,

Abgereist: Der General = Major, außerordentlihe Gesandte

und bevollmächtigte Minister am Königl, württemberas\ : Rochow, nah Stuttgart, : schen Hofe, von

———

S N +5 S Ee, t v F Skt. Petersburg wird bis auf Weiteres aus LaUroggen : „Montag |

Alle Post-Anstalten des In- und Auslandes nehmen Sestellung auf dieses Blatt an, sür Berlin die Expedition der Allg. Preuss. Zeitung : Friedri<sstrasse Ur. 72.

Vichtamtlicher Theil.

Inlaud.

__ Verlín, 12. April. ‘Das Justiz-Ministerialblatt ent- hâlt eine allgemeine Verfügung vom 17, März 1844, worin die Er- hebung einer Quittung und Decharge von vormaligen Pflegebefohlenen für den Fall, wenn gar keine Vermögens - Verwaltung stattgefunden yat, für entbehrlih erklärt wird; sodann eine allgemeine Verfügung vom 1. April, wona von den beiden Relationen in der Appellations= Justanz die eine nothwendig von einem Mitgliede des Kolle= giums ausgearbeitet sein muß und au<h der zweite Referent sich niht auf eine re<htlihe Beurtheilung beschränken , sondern gleih dem ersten das Sachverhältniß darstellen soll; ferner die Motive zu dem Plenarbeshluß vom 26. Februar 1844, betreffend die in den schlesishen konfirmirten Urbarien in Hinsicht auf die Lau- demialpflihtigkeit enthaltenen Vermerke; und endlich eine Allerhöchste Kabinets-Ordre vom 8, März d. J., welche den Antrag des Staats= Ministeriums genehmigt, daß die Vorschriften der allgemeinen Ge= richtöordnung wegen des bei Abpfändung von Mobilien zu beobach= teuden Verfahrens mit Aufhebung des auf dem Reglement für den Executions= Juspektor des Stadtgerichtes beruhenden abweihenden G auch in Berlin wieder zur Anwendung gebracht werden ollen,

Breslau, 10. April. Ju der Schlesishen Zeitung weis heute der Superintendent Bellmann zu Michelsdorf mehrere unbe- gründete Ausstellungen zurü>, die gegen die Thätigkeit der Hülfs Vereine zur Unterstüßung der armen Weber und Spinner erhoben worden waren. Er sagt unter Anderem in Bezug auf den ihm zu- nächstliegenden landeshuter Kreis: „Der landeshuter Hülfs-Verein verwendet die ihm zugeflossenen Spenden lediglih dazu, den armen Spinnern und Webern der beiden in Rede stehenden Kreise Arbeit und durch diese den nothdürftigsten Unterhalt zu verschaffen. Zu diesem Zwecke wird den armen Spinnern zu einem angemessenen Preise ihr Garn abgekauft und dieses wieder in ähnlicher Ärt an die ärmsten Weber, so weit sie es begehren, überlassen. Ein aus umsichtigen und sachkundigenu Männern gewählter Vereins = Aus\huß leitet dieses Geschäft aufs sorgfältigste. Beide Kreise sind in einzelne Bezirke getheilt, in welchen größtentheils die Geistlihen und Schullehrer oder andere zuverlässige Männer durch Stations=Vorsteher den Garn=-Ein- fauf in den einzelnen Dörfern besorgen und wöchentlih in das Cen-= tral-Depot abliefern, auch die Armen =- Atteste an die armen Weber ausgeben, Wie bedeutend die Wirksamkeit dieser Unterstüßung ist, möge si daraus ergeben, daß Referent aus seinem und dem Nach= har = Bezirke wöchentlich durhs{nittli<h 8—9 Scho> Garn und darüber abliefert, Die sorgfältigste Aufmerksamkeit leitet aller Orten die ganze Angelegenheit, und darf si< der Verein gewiß getrösten, sein Wirken sei ein Wirken im Segen. Bei Ver= wendung der an einzelne Kreis= Jusassen abgegebenen Gaben ist die Erfahrung festgehalten worden, daß Alter, Krankheit, Elend oder son= stige Umstände es Vielen ershweren, von der durch den landeshuter Verein gebotenen Hülfe vollen Gebrauch zu machen, oder daß diese Hülfe, bei dem gänzlichen Mangel an Kartoffeln und beé zahlreicher Gamilie, zu ihrer nothdürftigsten Erhaltung nit auslangt. Hier ist darum durch zeitweilige Vertheilung von Brod, Kartoffeln :c. Hülfe geleistet worden, und wurden auf diese Art die theuren Liebesgaben gute Menscheu auf möglichst zwe>mäßige Weise üu Anwendung ge=

racht,

L Leipzig, 10, April, Der Winter mit seinen geselligen Freuden, seinen geistigen, ästhetishen und wissenschaftlihen Genüssen is nun vor- über; unsere kaufmännische und gewerbliche Bevölferung bereitet sich auf die materiellen Geschäfte der Ostermesse vor, nach deren Beendigung sodann der größere oder doch der vornehmere Theil derselben entweder auf Neisen geht oder Landwohnungen bezieht, Die Gesellschafts - Salons sind bereits geschlossen z die Gewandhaus-Konzerte sind beendet, bis auf ein leztes, wel- ches no< in der Messe stattfindet; alle übrigen ordentlihen und außer- ordentlichen Productionen der Kunst und Wissenschaft hören ebenfalls auf, weil ihre Zeit vorüber itz nur die Gemäldeschau, zu tvelher jedesmal um Ostern einige reiche Kunstfreunde, namentlich der Konsul Schletter und der Freiherr von Spe>, ihre werthvollen Sammlungen zu öffnen pflegen, ver- sammelt regelmäßig einen großen Kreis Einheimischer und Fremder in den glänzenden Sälen dieser Mäcenaten, Die geistigen Genüsse, welche der vergangene Winter uns bot, waren zahlreih, man- nigfaltig und werthvoll. Von den eigentlich künstlerischen, namentlich den musikalischen, will ih. hier noch nicht einmal sprehen, sondern nur von den wissenschaftlichen, d, h. von den mancherlei Vorlesungen über verschiedene Gegenstände der Wissenschaft, welche zur Unterhaltung und Belchrung eines A Publikums gehalten wurden, Unter den von Einheimischen veran- ftalteten Vorlesungen dieser Art muß ich die von Professor Erdmann über Chemie hervorheben, welche vor einem Zuhörerkreise von 40 bis 50 Perso- nen beiderlei Geschlechts stattfanden und si< dur< Klarheit und echte Po- pularität des Vortrags bei ungeshwächter wissenschaftlicher Gründlichkeit vortheilhaft auszeihneten, Professor Erdmann, der auch wegen seiner lie- benswürdigen Persönlichkeit und seiner wa>ern Theilnahme an den öffent- lichen Jnteressen in allgemeiner Achtung steht, empfing für seine Vorlesun- gen eine sehr verdiente Añerkennung durch ein ihm am Schlusse derselben vou seinen Schülern und Schülerinnen veranstaltetes Fest - Essen. Ein auderer Universitäts - Lehrer, der sonst ebenfalls in der Regel und mit viel Glück Vorlesungen vor einem gemischten Publikum zu halten pflegt, Professor Wachsmuth, hat in diesem Winter geshwiegen, dafür jedo seine Ver- ehrer durch seine eben erschienene Schrift „Weimars Musenhof“ entschädigt, einen werthvollen-Beitrag zur Geschichte einer der interessantesten Perioden unserer Literatur. Jn engeren Kreisen bewegen sih die astronomiscben Vor- träge des Professor Möbius, der vor kurzem einen ehrenvollen Ruf an eine auswärtige Hochschule erhielt, jedoch. seinem hiesigen Wirkungskreise, den er, als einer der ausgezeichnetften Mathematiker Deutschlands, schr tüchtig ausfüllt, glüliherweise erhalten worden. Das zahlreichste und glänzendste Auditorium, insbesondere den größten Theil unserer vornehmen Damenwelt , versammelte Herr von Suzor in seinen Soirées littéraires um sih, in denen er die Geschichte der französischen Literatur von den âl- testen bis auf die neuesten Zeiten in kurzen Skizzen und Charak- teristifen gab, die jedo<h mehr durch elegante Form des Vortrags

und einzelne geistreiche Züge, als dur< wirkliche literar - historische |

Gründlichkeit oder höhere geistige Auffassung werthvo are ‘in Rae Vortrag ivar der des Sofratos De P A 0 Ge Me der von dem hiesigen Literaten - Verein veranstalteten literarí- s jen, y "end - Unterhaltungen seine kraniosfopischen Ansichten und Kenutnisse in seiner befaunten speknlativ tiefsinuigen und geistreichen Weise, unter Vor- zeigung von Schädeln und Abgüssen, solchen zur Versinnlichung des Vor- gerndeoen entivid>elte, Bekanntlich ist Carus selbst der eigentlihe Begrün- L Ans Bollender dieser von Göthe und Ofen zuerst dur< geniale Hin- u ungen angeregten Richtung der Kraniosfopie, die sich, im Gegensaß zu er nüchtern empirischen, nah äußerli<hen Momeuten experimentirenden Me- thode Galb's und seiner Nachfolger, spekulativ konstruirend in naturphilo- sophischen Jdeen bewegt und zum vollständigen System abschließt. Die andere Richtung is neuerdings nah dem Vorgange der Engländer, na- mentlich Combe's, ebenfalls wieder geltend gemacht und besonders auch ín ihrer praktischen Anwendbarkeit auf Kriminalreht u. \. w. aufgezeigt worden. Einer der Hauptvertreter derselben, G. von Struve, hat eben jeyt in Dresden einen Kursus dieser Phrenologie vollendet, und es wäre von Jn- teresse gewesen, wenn er einen solchen auch hier gehalten hätte, gleichsam cine Ergänzung zu dem Carusschen Vortrage z indessen ist nun die günstige Zeit dafür in diesem Jahre vorüber, Wie diese Vorträge sich in der höhe- ren, zum Theil geheimnißvoll verschlossenen Sphäre geistigen, idealey Men- schenlebens, so bewegten sich zwei andere wieder auf dem höheren Boden der materiellen, zum Theil selbst der rein mechanischen Naturwirkungen, im klaren Lichte empirishen Wissens und Beobachtens. Chríisteinike aus Lübeck hielt eine Anzahl von Vorlesungen über Experimental-Physik, worin er (denselben Stoff immer wiederholend, doch varirend) sich über die neuesten Entdeckungen und Erfindungen auf dem Gebiete der Elek- trizität, des Magnetismus, des Elektromagnetismus u. st. w, verbreitete und dieses so interessante Thema auf eine höchst anziehende populäre und doch wissenschaftlihe Weise behandelte, Nicht minder interessant und theilweise noch praktischer durch die unmittelbare Hinweisung auf Erscheinungen, Na- turwirkungen und Erfindungen, die wir täglich vor Augen haben und be- nußen, war eín Vortrag, womit Prof. De. Weinlig die zweite Abend- Unterhaltung des Literaten-Vereins bereicherte, „über die verschiedenen Arten der künstlichen Fortbewegung zu Lande, im Wasser und in der Luft, Hier kamen, nach einigen allgemeinen Betrachtungen über die durch die Natur oder menschliche Kunst dargebotenen Bewegkräste, so wie über die von den- O zu überwindenden Hindernisse, zuerst die einfachsten Anfänge der ofomotive, die Benußung thierischer Kräfte, dann mechanischer, die stufen- weise fortsch Zur Verminderung des Neibungs-Wider- standes und der Schwerkraft, endli als deren Folgen, die Steigerung der Bewegkraft selbs durch Anwendung ganz neuer Factoren, namentlich des Dampfes zur Darstellung und Entwickelung, Die Construction der Lokfo-

motiven ward höchst faßlih veranshauliht, der Nußen ihrer j Theile, die daran angebrachten Verbesserungen, endlich “e die MURUIAE welche gerade hier no< die Technif zu leisten habe, theils flar nachgewiesen, theils wenigstens angedeutet, sodann aber der neueren Anwendung anderer Bewegmittel, der atmosphärischen und hydraulischen Eisenbahnen, so wie der clektromagnetischen Lokomotiven (leßterer mit Hindeutung auf ‘die geringe Aussicht auf praktische Erfolge dieser Erfindung im Großen) Eiwähnun, gethan, und dann in Kürze der neueren Verbesserungen der Dampfscl iffffabet insbesondere durch Einführung der archimedischen Schraube an hs Stelle der Näder, endlich aber des Versuchs zur Luftschifffahrt der Hensonschen Flugmaschine und ähnlicher, theils halb gelungener, theils noch blos in der dee bestehender Erfindungen gedaht. Es wäre sehr zu wünschen daß gerade dieje Art wisseaschafilih praktischer Vorlesungen eine größere ‘Aus- breitung und eine zahlreichere Theilnahme, namentlich auch unter dem Mittel- und Bürgerstande, fäude, als bisher. \

Charafkteristischer Umschwung im parísee Gewerb- und Haudelswesen.

2} Paris, im April, Wer vor funfzehn Jahren die Ge französischen Hauptstadt sah und jezt zurückehrte , ivurde eine vid pu Veränderung sinden in ihrem damaligen und jeßigen Zustande. Alle E tausenderlei Handthierungen, Geschäfte und Erwerbszweige, womit die Pariser : ihren Lebensunterhalt verdienen, haben sich mit der gestiegenen Wohlhaben- heit, Ueppigkeit und Glanzsucht der Bevölkerung beträchtlich erweitert und verfeinert, und erzeugen jeßt jenes unbeschreiblihe Gewühl und Leben, das zu keiner Stunde des Tages abreißt und in welchem Arbeit und Müßig- gang, wie Tugend und Laster, sich so eng verschlingen. Verrichtung des Einen is hier Tant des Anderen, was dem Einen Nahrung ver- schafft, fließt aus der Verschwendung des Anderen, und gestilltes Bedürfniß des Einen geht aus der befriedigten Laune des Anderen hervor. Plage und Genuß, Armuth und Reichthum, Strosigfels und Ehrgefühl, Selbst sucht und Großmuth, Hartherzigkeit und Mitleiden, Laster und Tugend geben einander wechselôweise die Entstehung und bilden hier den ewigen Kampf und den schreienden Kontrast wischen Häßlih und Schön, Angenehm und Nüglich, Abstoßend und Anzichend , die dem Beobachter jenes mannigfache Schauspiel gewähren, welches nur von einer Million Menschen, auf Eine einzige Bühne usammengedrängt, hervorgebracht werden kann. Jeder, der sich in diesem Gewühl eine Zeit lang herumgedreht hat , empfindet wirklich eine Art von Sehnsucht und Schmerz, wenn er an einen stilleren Ort oder gar in die Einsamkeit verseßt wird, und hat gleihsam Heimwé| nach dem eigen- thümlich anregenden Aubli> des strudelnden Gewimmels, Rad hier von Früh Morgens bis în die sinfende Nacht auf allen Gassen toset, Wo man hinsicht, nichts